Georg Kreisler Forum

Georg Kreisler => Georg Kreisler: Termine => Thema gestartet von: Volker2 am 17. Juli 2006, 21:43:30

Titel: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 17. Juli 2006, 21:43:30
EIN ABEND MIT GEORG KREISLER
      

Er ist eine Legende des Kabaretts: Georg Kreisler – der freundliche Mann mit der großen Hornbrille und dem schwarzen Humor. Seine Chansons sind Evergreens, pardon: Everblacks! Seit Jahren hat er sich von der Bühne verabschiedet, jetzt kehrt er zurück – mit seiner Biografie „Georg Kreisler – Gibt es gar nicht“ unter dem Arm – und erzählt aus seinem ereignisreichen Leben: Geboren 1922 in Wien, flieht er 1938 als Jude im letzten Moment vor den Nazis in die USA. Dort arbeitet er mit Charlie Chaplin, lernt die Größten des Show- und Film-Biz kennen und verdient sein Geld als Entertainer und Barpianist, wo erste Chansons entstehen. Im Wien der 50er Jahre startet seine Karriere als Kabarettist, Song-Texter, Musical- und Opernkomponist und Autor von Romanen und Essays.

Der Abend wird moderiert von seinen beiden Biografen Hans-Juergen Fink und Michael Seufert.
(erster Teil des Abends Lesung mit Kreisler/ zweiter Teil: die Autoren interviewen Kreisler)

5. Oktober im Schmidt Theater in HAMBURG
Do 20 Uhr


> Interessantes Vorspiel zur Inszenierung des Stücks "Adam Schaf hat Angst" mit Tim Fischer (ab 13. Oktober im Schmidt Theater)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 18. Juli 2006, 23:59:31
„ADAM SCHAF HAT ANGST“
Musical in zwei Akten für einen Schauspieler

Wenn der alte Schauspieler Adam Schaf in der Garderobe auf seinen Auftritt wartet und die Stationen seiner Karriere Revue passieren lässt, ist dies mehr als nur Erinnerung. Sein wütender, giftiger, aber auch wehmütiger und letztlich resignierter Rückblick auf die Nachkriegszeit ist das Lebensresümee einer Generation, die den Aufbruch wollte und sich durch Selbstbetrug und unerfüllte Träume doch erneut in den Stillstand manövrierte. Wie viele bislang ungeahnte Möglichkeiten hätte man gehabt, was hat man letztendlich daraus gemacht? Die Welt wollte man verändern, sogar verbessern – gewählt wurde der bequeme Weg der Anpassung.

Die erschreckend aktuellen alten bösen Lieder Georg Kreislers nehmen die heute wieder so gerne zitierte Aufbruchstimmung der Wirtschaftswunderjahre scharf ins Visier und lassen den Zeitgeist einer ganzen Ära lebendig werden.

Mit dem Stück „Adam Schaf hat Angst“ feierte Tim Fischer bereits in den Jahren 2002/2003 große Erfolge, damals in einer Produktion des Berliner Ensembles und unter der Regie von Werner Schroeter. Nun kommt es als Co-Produktion von Tim Fischer und dem Hamburger Schmidt Theater zur Aufführung. Hierfür hat die Kabarettlegende Georg Kreisler das Musical nicht nur neu bearbeitet, sondern er wird auch selbst Regie führen.

Buch und Regie: Georg Kreisler
Schauspiel und Gesang: Tim Fischer
Klavier: Rüdiger Mühleisen

13. Oktober bis 12. November 2006 im Schmidt Theater
Di-Sa um 20 Uhr, So um 19 Uhr

Karten: € 35,20 | 28,60 | 23,10 | 17,60 / Die Kartenhotline 040 / 31 77 88 99 ist montags bis samstags von 9-19 Uhr und sonntags von 14-19 Uhr erreichbar. Oder Internet: www.tivoli.de
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 09. August 2006, 07:55:52
http://www.schmidts.de/index.php?id=event803

Hier mal der Link zu Schmidts Theater, die Eintrittspreise variiren nämlich, je nach Wochentag.



PS: Ich hab gestern die Karten für den Abend mit GK geholt  :) :) :)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 09. August 2006, 10:37:44
Bühnenbild: Urmel Meyering - ganz ernst gemeinte Frage: ist Urmel ein gängiger Name? ::)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 09. August 2006, 12:22:52
Urmel??? Die Eltern müssen wohl Fans vom Max Kruse oder Augsburger Puppenkiste gewesen sein  ;)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 09. August 2006, 13:57:25
Die Nähe zu "Eumel" ist unübersehbar.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 09. August 2006, 14:08:27
Urmel ist doch kein Eumel. Urmel ist der letzte Vertreter der ausgestorbenen Tierart der Urmel, dem Bindeglied zwischen den Dinosauriern und den Säugetieren. Hast du nie "Urmel aus dem Eis" gelesen?
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 21. September 2006, 12:51:05
Ich habe hier mal den Flyer zu "Adam Schaf hat Angst" eingescannt:

http://fotos.web.de/vograap/Graap
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 29. September 2006, 23:45:07
Nach der NDR Talk Show wissen wir jetzt

a) Diese Moderatoren können offenbar nur abgedroschene Fragen stellen (hätte man bei Tim Fischer und Georg Kreisler nicht ein bisschen mehr rauskitzeln können als Altbekanntes?)

b) Im Musical "Adam Schaf hat Angst" sind 19 Kreisler-Lieder zu hören, einige hat der Meister persönlich aktualisiert. Man darf gespannt sein.
Tim Fischer sang als Kostprobe "Was der Mensch wert ist (sieben Euro)"
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 03. Oktober 2006, 19:13:32
(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Fuploads%2Fpics%2Fkreisler.jpg&hash=87eda697f334fcc0d627a94279c0c3d65094d709)

http://www.tivoli.de/index.php?id=event834
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Katharina am 04. Oktober 2006, 22:00:23
Hallo zusammen!

Bin ganz neu hier (fragt mich nicht, warum ich diese Seite erst jetzt entdeckt habe! ;) ). Ich bin morgen  auch auf dem Georg-Kreisler-Abend in Hamburg und freue mich schon sehr darauf. Hätte nicht damit gerechnet, dass mein Wunsch, Georg Kreisler endlich mal live zu sehen, sich so bald erfüllen würde! :D

LG
Katharina
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 04. Oktober 2006, 22:20:38
Hi Katharina!! willkommen in unserem Forum!! Bin sehr neugierig, wie es Dir gefällt und was du zu berichten  hast! Je mehr Meinungen man hört, desto besser kann man sich als Nicht-hingeh-könner ein Bild machen. :D
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 04. Oktober 2006, 23:21:03
Schön das ich nicht allein bei GK sein werde ;)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 04. Oktober 2006, 23:35:32
Dann sind wir ja schon zu dritt.
Aber ich rechne mal mit einem vollen Haus ...
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 06. Oktober 2006, 13:32:43
In aller Kürze

Der Abend war zweigeteilt vor der Pause in Interviewform mit den beiden Verfassern seiner Biografie, mit dem Schwerpunkt auf das Theaterschaffen von Georg Kreisler. Man erfährt nicht nur das was im Buch steht sondern auch einiges darüber hinaus und es kommen auch noch einige Anekdoten. Georg Kreisler plaudert, ist schlagfertig, professionell, schimpft über das Regietheater. Auch die Inszenierung von Adam Schaf kommt nicht zu kurz. Fast schon als Running Gag wird der Termin mit einem Augenzwinkern  ;) von allen dreien mehrfach erwähnt (ohne das es lästig wird). Mit der Inszenierung von Berlin geht er auch sehr kritisch um (siehe auch folgenden Link http://www.welt.de/data/2006/10/01/1055791.html )

Nach der Pause liest Georg Kreisler aus seiner Biografie und aus seinem letzten Buch [ch8222]Leise flehen meine Tauben[ch8220]. Erzählt aber auch einiges was nicht in den Büchern steht. An der Stelle aus der Biografie in der er eine Silvesterfeier bei Holländer in Amerika beschreibt singt er kurz das Lied vom Überzieher und ein alten Wiener Schlager an die er damals gesungen hat. Dieser Teil ist insgesamt persönlicher. Ein paar mal sagt er als er aus der Biografie liest [ch8222] [ch8230] ich habe geschrieben [ch8230][ch8220] obwohl er am Anfang betont hat es sei keine Autobiographie. Vielleicht nur ein Freud´scher Versprecher oder doch etwas mehr.  ;) :D

Alles in allem ein gelungener Abend. Georg Kreisler war alles in allem gut 2 Stunden auf der Bühne, charmant, witzig und auch ein bisschen selbstironisch. Das Alter merkt man ihm nicht an. Es war schön ihn wieder einmal zu sehen. Hoffentlich ergibt sich wieder einmal eine Gelegenheit.

Zum Schluss gab es Standing Ovations und eine kleine Zugabe.

Nicht unerwähnt soll bleiben das Treffen mit Volker und Katharina hat geklappt. Wir haben uns vor und nach der Vorstellung und in der Pause gut unterhalten, ein bisschen spekuliert [ch8211] unschwer zu erraten - natürlich über Georg Kreisler. Ein Abend der eigentlich nach einer Wiederholung schreit.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 07. Oktober 2006, 00:14:30
Ja, was soll man noch hinzufügen, Guntram hat alles schön zusammengefasst. Kreisler war hellwach, gut aufgelegt, das Alter merkt man ihm nicht an. Nur die Füße machen nicht mehr so mit, wie GK es gerne möchte...
Der Abend hat Lust auf mehr gemacht – Adam Schaf steht schon in den Startlöchern.

Und auf alles Fälle war es toll, zwei nette Forum-Mitglieder zu treffen! Übrigens ist nicht nur Katharinas Wunsch, GK einmal live zu sehen, in Erfüllung gegangen, sie hat es sich auch nicht nehmen lassen, ihm  gaaanz am Schluss die Hand zu drücken – schließlich war sie ganz aus Ulm angereist. Es ist aber auch ein besonderes Erlebnis, einem lebenden Denkmal gegenüber zu stehen. Hätte ich doch mein Buch dabei gehabt ... – Guntram hat seins signiert bekommen. Schöne Grüße!

Ah ja, da wir sozusagen die Letzten waren, die gingen, konnten wir sehen, wie sich eine illustre Promi-Runde an einem Tisch im Schmidt-Foyer zusammen setzte: GK und BP, Tim Fischer und Theater- und FC St. Pauli-Chef Corny Littmann sowie Bill Ramsey - alle zum Greifen nah.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 07. Oktober 2006, 00:31:37
Ein Tipp für Leute die auf Zack sind: Schmidts Tivoli verlost Premieren-Karten!!!!

http://www.tivoli.de/index.php?id=622
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 11. Oktober 2006, 23:38:18
Heute war ein schöner Artikel in der Hamburger Morgenpost:

Tim Fischer und Georg Kreisler proben für »Adam Schaf hat Angst«

Seit fünf Wochen fahren Georg Kreisler und Tim Fischer jeden Morgen um 10 Uhr mit der S1 bis Hasselbrook. Unscheinbar schauen sie aus, der 84-Jährige im Trenchcoat und der jungenhafte Sänger, der locker sein Enkel sein könnte. Niemand erkennt sie. Keine Spur von Rampenlicht.

Ihr Ziel ist ein Loft in Hasselbrook. Am Eingang ein handgemaltes Klingelschild: "Adam Schaf". Hier wohnt die Kunst. Denn Kreisler und Fischer proben das Solostück "Adam Schaf hat Angst". Geschrieben hat es Georg Kreisler selbst. Der Mann, der 1938 vor den Nazis in die USA floh: Dort traf er Arnold Schönberg und Marlene Dietrich, und dort spielte er für Charlie Chaplin Klavier. Er ist Kabarettlegende und Komponist witziger und böser Lieder. Sein bekanntestes: "Tauben vergiften im Park".

Tim Fischer hat "Adam Schaf" bereits ein Mal gespielt, in Berlin. Doch die Inszenierung gefiel nicht. Fischer nicht - und schon gar nicht Kreisler. Deshalb legt der Meister in Hamburg nun selbst Hand an. Am Freitag hat das Stück Premiere am Schmidt Theater.

Kreisler sitzt im Loft und entschuldigt sich: "Das Klavier ist zu laut für diesen Raum, aber es geht nicht leiser. Und noch fehlen ein paar Requisiten - wie das halt so ist." Ein Mantel zum Beispiel. War für heute versprochen. Aber: "Der Pelzkragen fusselt zu sehr, da muss ein neuer ran", sagt die Kostümbildnerin.

Egal. Fischer beginnt. Er spielt einen alten Schauspieler in der Garderobe vor seinem kurzen, unbedeutenden Auftritt. Wie immer ist er zwei Stunden vorher gekommen. Zeit genug, sich in seine Vergangenheit zurückzuträumen. Die Perücke kommt runter, und plötzlich steht da der junge Künstler Adam Schaf auf der Bühne. Das Stück ist gespickt mit bissigen Bemerkungen zu Politik und Gesellschaft. Das Wichtigste aber sind natürlich die 19 Lieder: neue und alte - das ganze Kreisler-Spektrum.

Dem scheint das Herz aufzugehen, wenn Tim Fischer singt. Kreisler lächelt: Das ist sein Ding! "Ein kurzes Glück", so beschreibt Kreisler sein Stück. Noch glücklicher wäre er, wenn endlich auch die benötigte Trommel da wäre. "Die Trommel ist in der Post", heißt es. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.

HEIKO KAMMERHOFF

(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Ftypo3temp%2Fpics%2F898c83b765.jpg&hash=b021b96309777775c64052974fa9e5a637e8ffc5)(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Ftypo3temp%2Fpics%2F64e42e18dc.jpg&hash=143b17bb0c3776601f480d02b9e0f4ff03dd6848) (https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Ftypo3temp%2Fpics%2Fe33db1ad27.jpg&hash=a8ac8d638c3852b5afbc0e99be9310c2ba9c0c88) (https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Ftypo3temp%2Fpics%2F15c7656cf4.jpg&hash=890c70d8d707583ff68ad33081ecb7f7fda8a3a9)
Fotos: Stefan Malzkorn
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 12. Oktober 2006, 10:14:27
Wer macht bei dem Stück eigentlich die Musik?  Kommt die vom Band oder sitzt GK etwas live am Klavier?
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 12. Oktober 2006, 12:47:21
Zitat
Klavier: Rüdiger Mühleisen

Er gehört seit langer Zeit zu den Musikern, die Tim Fischer bei seinen Konzerten begleiten.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 12. Oktober 2006, 16:26:00
Was die Presse noch so schreibt ...

Die Zeit (12. Oktober):
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=885118&search=georg,kreisler

Die Welt (11. Oktober):
http://www.welt.de/data/2006/10/11/1066488.html
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 14. Oktober 2006, 01:20:17
Glückwunsch an das Ensemble zur gelungenen Premiere! Ich bin begeistert, und das restliche Publikum war es auch – stehende Ovationen.

Genau wie "Heute Abend: Lola Blau" ist "Adam Schaf hat Angst" die ideale Form, den Kreisler-Liedern einen Rahmen zu geben. Durch die Rahmenhandlung bekommen die Lieder eine noch größere Aussagekraft. Hier und da hat Kreisler die Texte aktualisiert, aber großartig viel verändert an den altbekannten Songs hat er nicht, warum auch?

Respekt für die Leistung von Tim Fischer, der in dem Ein-Mann-Stück gesanglich ja sowieso, aber auch schauspielerisch überzeugt – ob als alter Knochen oder Jüngling. Das Ganze von Kreisler mit leichter Hand inszeniert.


Ich muss das ganze Wochenende noch arbeiten, deshalb mache ich erstmal Schluss. Eine Liste der gespielten Lieder liefere ich nach. Wer hast's eigentlich noch gesehen? Weitere (besser formulierte) Kritiken sind hochwillkommen!


(Ach so, für alle Statistiker: Nicht in den Besetzungslisten taucht die Stimme aus dem Off auf, deshalb sei hier gesagt: Es ist Barbara Peters, die ihre Sache ebenfalls bestens macht)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Zyankalifreund am 14. Oktober 2006, 07:34:47
Zitat
Es ist Barbara Peters, die ihre Sache ebenfalls bestens macht)

Sowas hat hier im Forum auch noch keiner zu sagen "gewagt", aber wenn's halt so ist: Was recht ist, das muss recht bleiben.  ;)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 14. Oktober 2006, 10:22:19
Sie war ja lange Zeit gefragte Synchron-Stimme - und es ist ein alter Hut, dass es nicht immer die besten Schauspieler sind, die hervorragende "off-Stimmen" abgeben - und umgekehrt. Grossartige Schauspieler können eher matte Sprecher sein....
Freut mich, wenn es erfolgreich ist - das bedeutet unter anderem auch, dass wieder ein Stapel Lieder nur noch als "grosses Recht" verkauft wird. ;)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 16. Oktober 2006, 00:21:47
Ich habe gerade die erste Kritik zu "Adam Schaf hat Angst" gefunden.
Fazit: Tim Fischer überragend, Autor und Komponist Kreisler hervorragend, Regisseur Kreisler mittelmäßig (also ich fand's nicht fad, sondern gut, aber Kritiker müssen halt auch kritisieren und das Haar in der Suppe finden).

http://www.welt.de/data/2006/10/16/1072740.html
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 16. Oktober 2006, 01:33:46
Stimmt, Kritiker müssen immer ein Haar in der suppe finden, und meistens schreiben sie auch schlicht Falsches - das weiss ich nur zu gut. Dennoch klingt diese Kritik in meinen Ohren ziemlich reell. Diese Sache mit Diaprojektionen von nackten Frauen, das klingt nach Kreisler, und das ist altbacken. (- Das ganze Lied ist letztlich altbacken - wenn ich es auch sehr mag - überhaupt in der musikalischen Interpretation vom Open Mind Quartett. ;)) Die angeführten Regie "Einfälle" klingen für mich schon sehr nach Kreisler, nach stehengebliebenem Kreisler - Aber die Kritik sagt auch, dass nur die zusätzlichen "Einfälle" unnötig waren, ansonsten aber hat's gepasst - und das scheint mir auch reell zu klingen. Und zwar weil diese Kritik  völlig anders  ist als der tenor der Kritiken von der uraufführung war  - und das wiederum zeugt für mich von gelungener Darstellerführung - denn den "Weg zur Arbeit" habe ich von TF immer nur als langweilig erlebt, und die alten Kritiken weisen auch immer wieder darauf hin, dass die LIEDER verstaubt seien. Und meine These ist: Wenn Lieder verstaubt oder lang wirken, ist es ein Fehler der Darsteller und nicht der Lieder - wenn die gleichen Lieder also jetzt nicht verstaubt wirken, ist der Darsteller offenbar besser, also war auch die Regie offenbar besser.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 17. Oktober 2006, 17:33:53
We proudly present – komplett und in der richtigen Reihenfolge ...

... die "Adam Schaf hat Angst"-Lieder-Liste:

1. Die Gewohnheit
2. Mit dem Rücken gegen die Wand
3. Schwärmerei
4. Der Weg zur Arbeit
5. Gelsenkirchen
6. Meine Freiheit, deine Freiheit
7. Der Staatsbeamte
8. Mein Sekretär
9. Die Ehe
10. Eine kleine Gutenachtmusik
(teilweise: Oper, Burg und Josephsstadt)
11. Wenn ihr lachen wollt

12. Immer wenn, immer dann
13. Wenn die Mädchen nackt sind
14. Wenn ich lieben dürfte
15. Träume
16. Was ist der Mensch Wert (Sieben Euro)
17. Sie sind so mies
18. Die Reise nach Jerusalem
19. Vorletztes Lied


Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 17. Oktober 2006, 17:55:29
Hier noch ein paar Kritiken zum Kreisler-Musical:

http://www.abendblatt.de/daten/2006/10/16/624889.html

http://archiv.mopo.de/archiv/2006/20061016/hamburg/kultur/triumph_des_herren_doppels.html

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(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Ftypo3temp%2Fpics%2F6f81ff8864.jpg&hash=b4489224966e325346962d1e67583ed1623d535a)(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Ftypo3temp%2Fpics%2F12455804e6.jpg&hash=15a797c4804d64322bdd3fccd12d2e83a8505da3)(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Ftypo3temp%2Fpics%2F58f91a30ab.jpg&hash=10c8c2ffc70dd9e8790f574c63fa90384f81c0a3)(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Ftypo3temp%2Fpics%2F74bb80ee09.jpg&hash=1972f155cdd15595d4db072c33f2ffec9a960767)

Fotos: Rainer Drechsler - www.tivoli.de
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 17. Oktober 2006, 18:52:36
Schön, wenn 's so einhellig gelobt wird. Was mir komisch ist: überall das Fazit: "Schön", "Unterhaltsam" - gibt's da nix, was einem im Halse steckenbleibt? Ist's wirklich so "gefällig"?
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 17. Oktober 2006, 21:01:38
Vielleicht sind die Zeiten vorbei, in denen man sich über solche Liedtexte aufgeregt hat. Sie sind von der Realität eingeholt und sogar übertroffen worden. Wenn Kreisler pikante Wahrheiten ausspricht, nehmen wir sie gelassen hin – weil die Erfahrung gezeigt hat: Der Mann hat Recht.

Nazi-Wendehälse machen nach dem Krieg mit einem frischen demokratischen Anstrich weiter als ob nichts gewesen wäre? Genau so war das.
Die Politiker sind die größten Arschlöcher? Stimmt, wissen wir.
Arbeitgeber beuten Arbeitnehmer aus? Sicher, guck, die Deutsche Bank!
Die Ehe als Hölle auf Erden? Na, ich bin doch auch geschieden.

Nur die Botschaft vom "Vorletzten Lied" müsste die Zuhörer und Kritiker erschauern lassen. Hilft jetzt nur noch der Griff zum letzten Mittel? Kann man noch so viel sagen, und die Mächtigen, die Wirtschaftsbosse und Polit-Arschlöcher hören doch nicht zu?
"Es hat keinen Sinn mehr Lieder zu machen anstatt die Verantwortlichen nieder zu machen. Es hat keinen Sinn mehr Lacher zu sammeln anstatt ein paar tatkräftige Macher zu sammeln. Es hat keinen Sinn ins Blaue zu schießen anstatt einem Reichen auf die Klaue zu schießen. Die Zeiten sind vorbei..."

Böse Klassiker, aber nichts, was die heutigen Berufs-Empörten aus der Reserve lockt. (Und dennoch unwahrscheinlich gut!)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 18. Oktober 2006, 00:13:27
Zitat
Vielleicht sind die Zeiten vorbei, in denen man sich über solche Liedtexte aufgeregt hat

Hätte ich auch gedacht, aber erstens hat Dagmar mich eines Besseren belehrt (sie hat in Bonn mal "Als der Zirkus in Flammen stand" gesungen, und die Leute haben sich aufgeregt.) und zweitens hätte ich angenommen, dass wenn schon nciht in den alten Liedern, so doch wenigstens in den neuen Zwischentexten irgendwas aufregbares dabei ist. Die Leute sind nach wie vor unfassbar leicht  anzupieksen, man braucht nur auf der Wortfront homepage im Gästebuch gucken - obwohl ihnen das Programm gefallen hat, regen sie sich über den Namen auf. Wenn schon das Niederschreiben des Wortes Arschloch die Leute piekst, sollte man doch meinen, das GK das noch viel besser kann - und offenbar wollte er nicht --- oder?
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 18. Oktober 2006, 00:55:47
Wer sich über "Als der Zirkus in Flammen stand" aufregt, hat das Lied wohl nicht verstanden...
Aber vielleicht schauen sich Leute, die das empört, von vornherein keine Konzerte vom androgynen, schwulen Sänger Tim Fischer an?

Mal eine ganz andere Frage: Ich habe meine CD-Sammlung aktuell aufgestockt, aber zwei "Adam Schaf"-Lieder fehlen mir noch "Der Weg zur Arbeit" (auf der Platte "Die heiße Viertelstunde") und "Die Reise nach Jerusalem" (überhaupt veröffentlicht?). Kann mir jemand helfen, die Stücke zu bekommen?
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 18. Oktober 2006, 01:27:55
Ich stoße erst mal ins gleich Horn die anderen „Kritiker“ es war ein schöner Abend. Kein Skandal, keine Aufreger. Hat man sich an Georg Kreisler gewöhnt oder es gibt nichts Neues?

Schmidts Theater ist fast ausverkauft. Es gibt nur einige leere Plätze. Es ist zwar Dienstag,
der Theatertag mit sehr günstigen Preisen, aber die anderen Vorstellungen sollen ebenfalls gut besucht gewesen sein.

Die Lieder werden von Tim Fischer hervorragend gebracht. Sein Stimmumfang hat mich verblüfft. Von sehr tiefen bis zu hohen Passagen. Ich kann jetzt nicht beurteilen, ob er jeden Ton exakt trifft, aber das ist egal ich habe keinen falschen Ton gehört, bis auf die die absichtlich falsch waren und auch das muss gekonnt sein. Was mich etwas störte war die meiner Meinung nach die übertriebene Mimik von Tim Fischer, besonders im ersten Teil (im zweiten Teil war er zurückhaltender). Hier wäre weniger sicher mehr gewesen. Aber es kam bei einem Großteil des Publikums gut an. Da ich Tim Fischer heute zum ersten mal gesehen habe, habe ich keine Vergleichsmöglichkeit. Also Geschmackssache.

Bedingt durch Mimik und Körpereinsatz wird bei manchen Liedern, gerade bei sehr ernsten Liedern vom Text abgelenkt. Wer die Texte nicht kennt hört die Worte, sieht Tim Fischer, versteht aber nicht was er singt. Andere Lieder sind, obwohl uralt (z. B Meine Freiheit, deine Freiheit) erschreckend aktuell. Georg Kreisler wühlt nicht mehr auf weil er unangenehme Wahrheiten ausspricht. Er spricht den Leuten aus dem Herzen. Er sagt das was viele denken. Die Zeit hat viele Lieder wieder eingeholt. Wir sehen viele gesellschaftlichen Probleme kritischer den viele sind inzwischen wirklich unsere Problem und nicht die von anderen. Auch ist es heute fast nicht mehr möglich einen Tabubruch zu begehen. Deshalb das Fazit „nett“, „schön“, „unterhaltsam“.

Aber zurück zum Stück. Tim Fischer bringt die Lieder überzeugend und kurzweilig. Wie gesagt, er unterhält. Georg Kreisler hat die Texte, wie bekannt, aktualisiert und an das Stück angepasst. Dadurch kommt es zu keinen offensichtlichen Brüchen in der „Handlung“. Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, den es ist „nur“ die Rahmenhandlung, die Klammer, für die Lieder. Ähnliches kann man von Lola Blau auch behaupten. Wenn sich andere an dem Stück versuchen, denke ich es könnte ähnlich erfolgreich werden wie Lola Blau, obwohl Lola Blau hier der Goldstandard ist, der ist mehr als schwer zu erreichen. Tim Fischer würde dann der Standard an dem die anderen gemessen würden. Ähnlich wie Topsy Küppers als Lola (wobei dank der Vergleichsmöglichkeiten Topsy Küppers bisher unerreicht ist).

Am meisten war ich auf den „Weg zur Arbeit“ gespannt. Ich halte das Lied nämlich für so persönlich das es kein anderer als Georg Kreisler singen sollte. Aber Georg Kreisler hat es großartig gelöst. Tim Fischer singt live nur das was laut gesprochen wird. Das was er denkt kommt vom Band (auch Tim Fischer) der Pianist begleitet beide live. Fand ich großartig. Es kam gut rüber – und es war das einzige Lied nach dem es keinen Applaus gab. Trotz viele Gelächter bei anderen Liedern. Ich glaube hier hat der Text seine Wirkung getan.

Stücke aus der (Antritts)rede von Angela Merkel warum nicht, z. Zt. mehr oder weniger aktuell wird man sich zukünftig an dieser Stelle etwas anderes ausdenken müssen, weil dann der Bezug fehlt. Auch die Projektion der „Nackten Mädchen“ während des gleichnamigen Liedes, vielleicht der Ansatz einer Provokation, aber auf deutschen Bühnen war live sicher schon schlimmeres zu sehen. Zumal es sich um recht „harmlose“ Bilder handelte.

Gegen Ende kommt ein paar Mal die Off-Stimme - Barbara Peters - hätte auch irgendjemand anders sein können. Sie ruft Adam Schaf auf die Bühne. Witzigerweise haben mich die Art der Durchsage und auch Stimme und Tonfall spontan an Topsy Küppers (ebenfalls als Off-Stimme) im Sketch „Das klassische Gedicht“ erinnert. Wäre interessant mal direkt zu vergleichen falls es „Adam Schaf“ mal auf CD geben sollte.

Zum Schluss das „Vorletzte Lied“ eindringliche Musik und eindringlicher Text. Eine parallele zum Schlusslied „Zu leise für mich“ von Lola Blau. Im Stück nicht ganz so stark, da Adam Schaf immer wieder unterbricht um sein Sachen für den „Auftritt“ zusammenzusuchen und um aus der Gardarobe zu kommen. Als Zugabe ohne Unterbrechung und ohne große Gestik von Tim Fischer stark gebracht (auch wenn viele vermutlich auch hier nicht auf den Text gehört haben).

Lang anhaltender Applaus für Tim Fischer und den hat er sich verdient.


Alle Bilder
http://www.tivoli.de/index.php?id=156#3633
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 18. Oktober 2006, 03:00:42
Ja, bitte: "Adam Schaf hat Angst" muss auf CD gepresst werden!
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 18. Oktober 2006, 14:27:46
Noch was zum Publikum gut gemischt, ab ca. 20 grob geschätzt bis hoch in die sehr älteren Semester. Viel GK-Fans was man so aus Satzfetzen rundherum entnehmen konnte, aber auch sicher viele TF-Fans. Auf jeden Fall eine gute Mischung.


Einer der Angestellten der für den verkauf von TF CDs zuständig war wurde gefragt ob es Adam Schaf auf CD gibt meine, es wäre bisher nie die Rede davon gewesen, aber könnte es sich vorstellen wenn das Stück weiter so erfolgreich liefe.
Also hier kann man nur hoffen das viele Nachfrage.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: RIK am 19. Oktober 2006, 21:42:14
Tim Fischer verkündet, die CD zu Adam Schaf sei beschlossene Sache. Die Aufnahme wird im Studio abgewickelt, zusammen mit Georg Kreisler. Was drauf sein wird, ist noch nicht festgelegt. - Das Lied, "Die Reise nach Jerusalem", hat Georg Kreisler angeblich speziell für Adam Schaf geschrieben.  Im Buch, "Leise flehen meine Tauben", ist es bereits veröffentlicht. Für alle, die in und um Hamburg wohnen, sei das Hamburger Straßenmagazin Hinz & Kunzt, Oktoberausgabe empfohlen. Da sind drei Seiten Kreisler Fischer Schaf pur drin.  ;)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 19. Oktober 2006, 22:00:29
 [smiley=cheesy.gif]  Danke für die (Insider?) Info!!!

Hurra! Die CD sollte alles – von A bis Z – enthalten, wie die "Lola Blau"-Version mit Topsy Küppers (oder die tolle James-Last-Aufnahme der "Dreigroschenoper" aus den 60ern, die jetzt wieder auf CD veröffentlicht wurde - kleiner Tipp).

Übrigens: Auf dem Regionalsender "Hamburg1" gab es ein Gespräch mit Kreisler und Fischer, sogar mit Ausschnitten von der Vorpremiere. War besser als der Auftritt in der NDR-Talk-Show!
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: RIK am 19. Oktober 2006, 22:39:24
 8-) Da habe ich direkt zwei Infos vergessen. Für alle, die keine Berührungsängste mit dem homosexuellem Umfeld kennen. Das schwule Magazin im Norden "hinnerk" bringt in der Oktoberausgabe 06 ein ganzseitiges Interview mit Georg Kreisler und Tim Fischer. Liegen im Schmidt-Tivoli Foyer aus. Lassen sich unbemerkt mitnehmen. Bei der Voraufführung am Donnerstag filmte ein Team von "schwul - das magazin-tv" im Schmidt. Dieses schwule TV-Magazin sendet einmal im Monat, jeweils am 3. Mittwoch des Monats. Wäre gestern gewesen. Die Sendezeit ist abends, um ? Uhr. (vergessen). Wer die Sendung verpasst hat, kann einen DVD Mitschnitt erwerben. Das Ganze spielt sich in Hamburg ab. Kabelkanal 2. Im Internet sind alle Informationen zu finden. ;)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Dagmar am 22. Oktober 2006, 01:55:31
Dankeschön für die vielen Beiträge zu TF und dem neu inszenierten Musical. Ich verfolge das seit längerem gespannt und interessiert. Weiss jemand, ob eine Tour damit geplant ist? Ich bin ab und zu beruflich zwar in Hamburg, aber habe dann wenig bis keine Zeit. Weiss jemand, ob die damit touren wollen?

Zitat
Die Lieder werden von Tim Fischer hervorragend gebracht. Sein Stimmumfang hat mich verblüfft. Von sehr tiefen bis zu hohen Passagen.
Ja, er ist einfach gut. Das muss ich "neidvoll"  ;) anerkennen).

Zitat
Was mich etwas störte war die meiner Meinung nach die übertriebene Mimik von Tim Fischer, besonders im ersten Teil (im zweiten Teil war er zurückhaltender). Hier wäre weniger sicher mehr gewesen.
Ich habe ihn in Bremen vor Jahren mehrfach live erlebt. Und das ist nun wirklich sein Problem: Er "macht" zuviel. Aber - und auch das muss ich mit Respekt anerkennen - er arbeitet offensichtlich daran: Zunehmend scheint er weniger zu machen, lernt, verbessert sich weiter. So etwas zu beobachten, gefällt mir!

Zitat
Wer sich über "Als der Zirkus in Flammen stand" aufregt, hat das Lied wohl nicht verstanden...
Aber vielleicht schauen sich Leute, die das empört, von vornherein keine Konzerte vom androgynen, schwulen Sänger Tim Fischer an?
Ja das mag sein, aber man hat nun mal eine größere Menge Menschen i.d.R. im Publikum, von denen man behaupten könnte, sie hätten die Nummer nicht verstanden. Und dass sich von vorneherein Leute GK-Programme nur dann anschauen, wenn sie androgyn und schwul sind, kann ich nicht bestätigen  8-)

Zitat
Hätte ich auch gedacht, aber erstens hat Dagmar mich eines Besseren belehrt (sie hat in Bonn mal "Als der Zirkus in Flammen stand" gesungen, und die Leute haben sich aufgeregt.)
Ja, so war das! Ist ein Jahr her. Ich habe den Veranstalter verloren, er bucht mich deshalb gar nicht mehr mit dem Argument: " Du singst da Nummern, die sind ja für die Leute an der Grenze zu "nicht jugendfrei". Ich denk das ja jetzt nicht. Aber sei mir nicht böse, ich muss ja auch gucken, wie die Kohle rein kommt. Die Leute beschweren sich über Deine Lieder und regen sich total darüber auf. Da sind ja auch immer wieder Eltern dabei. Die bringen ja auch ihre Kinder zum Konzert mit. Das geht nicht. Tut mir leid, musste verstehen."....... usw. usf. (meine beiden, 9 und 7. sind seit ihrer Geburt - damals als Babys im Maxi-Cosi, heute schon gross und daher abhängend in Zuschauerstühlen, jetzt kritisch, aufmerksam bei jeder Probe - aaaaber die Kinder..... tja......) Na ja, egal. Unterm Strich bleibt:

Einer meiner Haupt- "Kunden" - ein nicht riesengroßer, aber doch regional bedeutsamer Veranstalter hier im Bonner - Raum, der über den Winter immer für viele Herbst- und Weihnachtsgigs gut war, hat mich "rausgeschmissen", weil ich nicht mehr nur die olle Zarah und nette Weihnachtssongs sang, sondern tatsächlich mitten in der Vorweihnachtszeit mit dem "Zirkus" anrückte.

Es mag Euch unfassbar erscheinen. Man mag es auch auf meine fehlenden Qualitäten zurück führen. Aber das ist es m.E. nicht: Der Veranstalter hat ganz klar gesagt: Es war der "Zirkus". Es haben sich reihenweise Leute später per Mail beschwert wegen der Nummer. Ich mache die aggressiv und provozierend, das sei zugegeben - und weiter????.....................



Sind ja gar nicht "meine" Lieder. sind GK-Lieder, aber da siehst Du es - nix vorbei sind die Zeiten.... !!! Es mag eine Frage der Umgebung sein, sicher. In Berlin oder München lächeln sie vielleicht nur müde, wenn man GK-Programme anbietet. Auf dem "Land" und in der "Provinz" (und das ist eben da, wo unsereins spielen kann) sind die Veranstalter nach wie vor auch etwas pikiert ob eines GK-Progamms. Mag unfassbar sein, ist aber meine tägliche Realität im mühsamen mühsamen Gerödele, gigs zu kriegen.

Na ja (und damit zurück zu TF): Bin schon neidisch - das muss ich zugeben! Freut mich aber auch für ihn, weil er sich verbessert und offensichtlich an seinen Schwächen arbeitet!
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 22. Oktober 2006, 11:17:05
Zitat
mitten in der Vorweihnachtszeit

Du kannst ja mal eines der Weihnachtslieder von Wortfront machen, mal sehen, wie sie dann reagieren. ;)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 22. Oktober 2006, 15:12:43
Ein frischer, kurzer Hinweis von der Tim-Fischer-Homepage:

Zitat
Die neuen Tourneedaten folgen Ende Oktober. Tim Fischer wird 2007 auch mit "Adam Schaf hat Angst" auf Tour gehen.

www.timfischer.de
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: RIK am 29. Oktober 2006, 01:04:32
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/8/0,4070,3987656-6-wm_dsl,00.html  Hier ist ein Ausschnitt von Adam Schaf zu sehen. ZDF-Mittagsmagazin. Aufgenommen bei der Vorpremiere am Donnerstag den 12.10.06
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: RIK am 29. Oktober 2006, 17:36:38
Die ersten Termine im Schmidt für 2007 stehen inzwischen fest. Adam Schaf hat Angst ist vom 3.1. bis 28.1.07 wieder auf dem Spielplan. Kompliment für diese mutige Entscheidung, denn bisher wird der Balkon mangels Zuschauer oft geschlossen. :-/
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 30. Oktober 2006, 00:55:59
Wer noch mal einen Eindruck vom Stück erhaschen möchte:

TV-Tipp: Am 4. November um 18.00 Uhr berichtet die Sendung "Nordtour" im NDR-Fernsehen über Tim Fischer und das Musical "Adam Schaf hat Angst".



Wieviel Leute wohl insgesamt ins Schmidt-Theater hineinpassen? Gleich die Antwort: Laut Homepage ist es für 400 Zuschauer ausgelegt. Ich meine, allein im Parkett sind es an die 300 Plätze. Und wenn ich mir dann mal die Buchungen anschaue, kommen auch zu schlechter ausgelasteten Vorstellungen 200 Besucher. Kein Wunder, dass verlängert wurde.

(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Ftypo3temp%2Fpics%2F5f7c716740.jpg&hash=60b837ea45480e93c6b298814ec07aa38f72365c)  (https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.tivoli.de%2Fuploads%2Fpics%2FSchmidt_bei_Nacht02.jpg&hash=200b25f788741e12becbe362876988c19aa624f5)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 30. Oktober 2006, 23:38:37
Ein Interview zu "Adam Schaf" in der Hamburger Oktober-Ausgabe von "Hinz&Kuntz":

„Künstler sind immer negativ“

Georg Kreisler und Tim Fischer über Freundschaft, Alter und falsche Gratulanten

Kabarett-Legende Georg Kreisler inszeniert sein Stück „Adam Schaf hat Angst“ im Schmidt Theater. Die Rolle des alternden Schauspielers übernimmt Tim Fischer - glühender Kreisler-Bewunderer. Wir haben die beiden Freunde und Kollegen im Hotel Atlantic getroffen.

Hinz&Kunzt: Herr Fischer, wie wird man zum Georg-Kreisler-Jünger?

GEORG KREISLER: Also jünger als ich ist er sowieso.

TIM FISCHER: Wenn es Gott Georg gibt, dann kann man natürlich auch sein Jünger werden ... Ich bin Georg-Kreisler-Fan, singe seine Lieder, wir sind befreundet - da kommen Zeitungen eben auf so blumige Beschreibungen.

H&K. Gibt es sonst Parallelen zwischen Ihnen?
KREISLER: Nicht die geringsten. Ich bin gelernter Musiker, das ist er nicht. Ich bin Jude, das ist er nicht. Ich bin Österreicher, das ist er nicht. Ich bin 84, das ist er nicht - so wenig Parallelen wie wir zu haben ist selten.

H&K. Wie sind Sie dann zusammengekommen?

KREISLER: Na, wie ist die Merkel zum Müntefering gekommen? Über die Arbeit. Wir sind mal gleichzeitig in einer Stadt aufgetreten, dann waren wir zusammen bei einem Kabarettfestival in Stuttgart - und dann habe ich
ihm gesagt, ich habe ein Stück geschrieben
- das könntest du vielleicht spielen?

FISCHER: Die Älteren konnten Georg Kreisler noch selbst singen hören. Leider hat er ja vor fünf Jahren aufgehört zu singen. Bei mir haben seine Texte immer einen Nerv getroffen, mich berührt. Das hat einen Sinn, es ist wichtig, dass die weiter gehört werden, die müssen am Leben bleiben.

H&K. Sie stehen jetzt im Schmidt Theater im Stück „Adam Schaf hat Angst“ auf der Bühne. Regisseur und Autor ist Georg Kreisler. Wie ist es denn, mit dem Regisseur befreundet zu sein?
FISCHER: Ich habe mir von Frau Kreisler sagen lassen, es ist einfacher, als mit ihm verheiratet zu sein.

KREISLER: Die Arbeit mit Tim ist wunderbar. Er holt mich jeden Tag ab. Ich bin an der Reeperbahn untergebracht. Dann fahren wir mit der S-Bahn zum Probenraum.

H&K. Sie spielen im Stück einen alten Schauspieler. Ist das schwierig?

FISCHER: Gar nicht. In meinem ersten Bühnenprogramm habe ich die alternde Zarah Leander gespielt, der dauernd das Gebiss rausrutschte und die sich - völlig betrunken - kaum auf der Bühne halten konnte. Außerdem erinnert sich Adam Schaf an seine Zeit als junger Schauspieler. Und da passe ich natürlich wie die Faust aufs Auge - wer ist schon jünger als ich? (lacht)

H&K. Das Stück wurde schon mal in Berlin inszeniert, auch mit Tim Fischer, aber mit einem anderen Regisseur.

FISCHER. Und nicht sehr werkgetreu! Statt im Theater spielte es in einem Boxring. Jetzt haben wir die Chance, das richtig zu stellen.

KREISLER: Die Inszenierung hat mich schon geärgert. Ich hätte es zwar stoppen können, aber da waren schon zu viele Menschen involviert, das wäre mir unangenehm gewesen.

H&K.- So viel Skrupel traut man Georg Kreisler mit seinen bösen Liedern kaum zu.

KREISLER: ich bin kein böser Mensch. Ich schaue mir nur die Welt an. Und die Welt ist böse, oder nicht? Kriege, Vorurteile... Ich glaube, es gibt keinen Künstler auf der Welt, der positiv ist. Die Leute, die positive Lieder singen, sind für mich keine Künstler. Kunst soll nicht trösten. Die Künstler der Vergangenheit waren alle negativ, Mozarts Figaro war eine revolutionäre Oper. Gute Menschen zu zeigen ist nicht sehr interessant. Man freut sich, dass sie gut sind - aber das ist auch schon alles.

H&K.- Stimmt es, dass Sie dem österreichischen Staat verboten haben, Ihnen Geburtstagsglückwünsche zu schicken?

KREISLER-. Ja, seit meinem 50. Geburtstag haben die mir zu jedem runden Geburtstag geschrieben. „Machen Sie weiter mit Ihrer erfolgreichen Arbeit“ und so. Irgendwann habe ich in einem offenen Brief geschrieben, dass ich mir solche Scheinheiligkeiten verbitte. Schließlich haben die meine Lieder sowieso nie verstanden.

H&K: Mittlerweile werden Sie aber von allen Seiten verehrt. KREISLER: Das versuche ich zu igriorieren, so gut es geht.

FISCHER: Und natürlich sind die Lieder immer noch umstritten. Ich sollLe mal im NDR ein Kreisler-Lied singen. Ich habe „Der Staatsbeamte" ausgesucht da gibt es die Zeile „Ich krieche so gern in den Arsch, in den Arsch, in den Arsch“. Der Aufnahmeleiter hat mir dann gesagt: Das geht gar nicht, Arsch darf man bei uns nicht sagen. Dann habe ich in der Probe ein anderes Lied gesungen und bei der Übertragung dann doch „Der Staatsbeamte“. Das war ein Skandal – und das mit einem Lied aus den 50er Jahren. Unglaublich, dass es noch so eine Brennkraft haben kann.

KREISLER. Vielleicht hängt das auch mit meinem Alter zusammen. Ich merke schon, dass sich die Menschen vorsichtig nähern. Ehrfürchtig, wie bei einem weisen Greis.

H&K. Sind Sie weiser geworden?

KREISLER: Na ja, man sammelt Erfahrung, macht womöglich den gleichen Fehler nicht zweimal. Sonst hat Weisheit nichts mit Alter zu tun. Ein dummer Mensch bleibt auch im Alter dumm.

H&K. Und milder? Sind Sie weiterhin politisch?

KREISLER: Natürlich bin ich tief politisch. Ich lese drei Zeitungen täglich. Das gehört zum Beruf. Und es geht politisch eher bergab: Es scheint kein Friede eintreten zu wollen. Der Iran will Atomwaffen, Terroristen denken sich in ihren kranken Hirnen Leute mit kranken Hirnen. Und Amerika verschmutzt weiter die Umwelt, um Profite zu machen. Was wäre gewesen, wenn man die 20 Millionen, die der Papstbesuch gekostet hat, zur Bekämpfung der Armut in Hamburg benutzen würde? Aber das Problem an der Armut ist, dass man damit keinen Profit machen kann.

FISCHER: Gegen Armut tun meistens Leute was, die selbst nicht viel haben. Das habe ich gemerkt, als ich eine Benefizveranstaltung für ein Hospiz in Südafrika organisiert habe. Dort werden Aidskranke im Endstadium behandelt. Und es haben sich unheimlich viele Menschen gemeldet, die sich irgendwie engagieren wollten, die selbst nicht viel haben.

KREISLER: Man könnte ohne Probleme Nahrungsmittel und Medikamente nach Afrika schicken, aber was bringt es? Man macht keinen Profit damit. Es kostet. Davon, alles dem Profit unterzuordnen, müssen wir wegkommen.

FISCHER: Und dafür brauchen wir einen Georg Kreisler, der mit seinen Liedern an der Fassade kratzt.

INTERVIEW: MARC-ANDRE RÜSSAU
Titel: Re: Adam Schaf
Beitrag von: Peter Silie am 01. November 2006, 11:52:23
Hi, war gestern in der Vorstellung.
Es ist natürlich kein Musical sondern ein Chansonabend mit einem roten Faden und clever geschriebenen Überleitungen zwischen den Nummern.
Ich finde die Auswahl der Lieder sehr gut. Altmodisch oder überholt (weil so etwas in Zeitungen gestanden ist, wie ihr schreibt?) finde ich sie überhaupt nicht. Im Gegenteil. "Meine Freiheit, deine Freiheit" z.B. kommt mit einer Wucht und Frische sondergleichen rüber und begeistert. Diese Nummern sind halt genial.  Und sie regen immer noch auf. Mein Eindruck war, daß bei "Gelsenkirchen" und dem "Rücken gegen die Wand" vor allem gesetzteren Herrschaften im Zuschauerraum ganz schön das Gesicht eingeschlafen ist.
Langweilig war es überhaupt nicht! Ich war gefesselt von Fischer und den Liedern, einige textlich ein bißchen aufgefrischt, z.B. "Sie sind so mies" - CEO der Deutschen Bank statt Onassis.
Die nackten Mädchen haben mir sehr gefallen! :) Ich plädiere für eine merchandising-Verwertung in Form eines Kalenders.
Tim Fischer spricht zwar seltsam und ist m.E. kein Schauspieler, outriert aber mit solcher Energie und Hingabe, daß ihm alle zu Füßen liegen. Ich hab ihm gerne zugeschaut.
Der Pianist war sehr gut. Fehlerlos & musikalisch.
Die Regie war 1A.
Also ich würde sagen, Kreisler war überragend, Tim Fischer war Tim Fischer.
Grüße aus Hamburch
PS
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 01. November 2006, 12:27:45
Hallo Peter Sile,

bist du länger in Hamburg (bzw. Deutschland) oder gehts du wieder nach NY  :)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 01. November 2006, 12:58:18
New York? Alles Lüge, ich glaube Peter Silie kommt vielmehr aus Bessarabien! [smiley=wink.gif]


Übrigens: Laut Tim-Fischer-Newsletter ist es jetzt amtlich, die Aufnahmen für die "Adam Schaf"-CD beginnen Ende November, Erscheintermin ist der 12. Januar.

Zu sehen ist das Stück außerdem 2007 in Wuppertal (16.2.), Karlsruhe (17.2.), Heidelberg (18.2.), Braunschweig (21.4.), Dortmund (26. bis 28.4.), Frankfurt (10.5.) und Münster (12.5.). Der größere Teil der Tour beginnt im Herbst 2007.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 01. November 2006, 13:29:02
Hi Silie! Echt schade, dass es nicht geklappt hat am Montag - aber danke für diesen genauen Bericht!!!
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Peter Silie am 01. November 2006, 19:10:13
 Hi whoknows! Wir laufen uns sicher wieder über den Weg.
Peter Silie wohnt wieder in Wien und ist nicht mehr in Hamburg.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Zyankalifreund am 01. November 2006, 20:06:40
Zitat
Peter Silie wohnt wieder in Wien und ist nicht mehr in Hamburg.

Oh gott, jetzt geht das bei dir auch noch los, dass du über dich in der dritten Person redest... Eric beobachtet diese "Mode" recht verständnislos  ;)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Dagmar am 01. November 2006, 23:12:39
Danke @Volker für das Posting mit dem Interview!  :)

[size=9](sagt Dagmar  :P)[/size]
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 01. November 2006, 23:42:19
Vor allem aber ist Peter Silie viel zu selten hier im Forum. :-*
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Dagmar am 01. November 2006, 23:43:40
Yep!!
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: RIK am 02. November 2006, 08:11:26
http://www.abendblatt.de/daten/2006/11/01/632629.html  Tim Fischer über seine Zusammenarbeit mit Georg Kreisler. Hamburger Abendblatt vom 1.11.2006
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 02. November 2006, 10:09:20
Wenn die PR Maschine zuschlägt. Die Weltreise hat GK letztes Jahr gemacht. Aber ansonsten - ist doch schön, wenn es alles so gut läuft. SO viel PR wünsch ich jedem....
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Dagmar am 02. November 2006, 22:56:48
Zitat
SO viel PR wünsch ich jedem....

 :-/ Ja ich auch. Aber ich wünsche es eher anderen...

Geht es nur mir so??? Würde mich mal interessieren?!? Denn - ich oute mich mal - ich bin auch neidisch. Das geben ja die wenigsten zu, aber ich bin's halt! Gar nicht mal nur meinetwegen!

Leider leider: Ich gönne es TF nicht so wirklich, und mein "oooh, schön für ihn" ist eher halbherzig und lahm. Er hat den Erfolg vielleicht verdient, das kann ich gar nicht beurteilen, ich habe das Stück nämlich noch gar nicht gesehen.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 02. November 2006, 23:25:44
Bedingt. Ich finde es irgendwie sonderbar, dass GK eine Tochter hat, die durchaus auch seine Lieder gut singt - jedenfalls sicher nicht schlechter als TF - und er sich stattdessen eine Art Ersatzsohn nimmt, der noch dazu aussieht, wie die Tochter vor 15 Jahren  (und ein Mann ist, wie sein Sohn, den er ja auch verstossen hat) - nur eben ohne die Vergangenheit dran.
Das finde ich schwach. Andererseits ist das auch eine Privatsache, und zwar SEINE Privatsache, wenn er sein Leben so auf die Reihe kriegt und nicht anders, dann muss es eben so sein.
Und - auch wenn ich TF nicht für den besten Kreisler-Interpreten halte - es gibt definitiv schlechtere, und letztlich ist die Hauptsache, dass die Lieder überleben. Insofern ist es gut, wenn es da viel PR gibt, das gibt dann zusätzlich noch Umwegrentabilität für alle, die Chansons machen. Denn das Interesse an der Kunstform als solcher wird so auch ge-PR-t.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Dagmar am 02. November 2006, 23:59:36
Zitat
Ich finde es irgendwie sonderbar, dass GK eine Tochter hat, die durchaus auch seine Lieder gut singt - jedenfalls sicher nicht schlechter als TF - und er sich stattdessen eine Art Ersatzsohn nimmt, der noch dazu aussieht, wie die Tochter vor 15 Jahren  (und ein Mann ist, wie sein Sohn, den er ja auch verstossen hat) - nur eben ohne die Vergangenheit dran

Ja das ist es wohl! Das ist das, was mich wohl ziemlich stört, und mich auch neidisch werden lässt. Und was mir auch weh tut - und mich in Abwehr dieses Gefühls noch neidischer werden lässt.

Stimmt, dass die Lieder so überleben. Stimmt auch, dass es so quasi PR für "alle" ist.

Trotzdem  :-/ :-X :(
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 03. November 2006, 00:36:58
Eines steht für mich außer Frage: Tim Fischer und Georg Kreisler haben den Beifall und die Aufmerksamkeit verdient.
Als Fan von beiden kann ich nur froh sein, dass so viel geschrieben wird, denn etwas Neues erfährt man immer wieder.

Stellt sich die Frage, ob es gerecht ist, dass andere für ihre guten Leistungen weniger Aufmerksamkeit kriegen. Ist es natürlich nicht, aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert und noch viel weniger gerecht. Wenn jeder das kriegen würde, was er verdient, ... (wenn ich das aktuelle Beispiel der Dixie Chicks sehe, kriege ich den blanken Hass auf die God-bless-you-Amerikaner – aber das gehört ja gar nicht hierher).

Es ist traurig, dass die kreislerischen Familienbande zerbrochen sind. Und was ich nicht verstehen kann ist, dass GK seiner Tochter die Anerkennung verweigert, die sie zweifellos verdient hat, denn besser habe ich die Kreisler-Lieder – teilweise auch von himself – noch nicht gehört (ich sage nur: das Vorletzte Lied, Wenn ich lieben dürfte, Lassen Sie nur meine Tante oder Der Mensch muss weg). Und mit ihrem kongenialen Partner Roger Stein liefert sie als Wortfront ebenfalls hervorragende Arbeit ab.

Klar, ich mag Tim Fischer, seine Konzerte sind großartig – aber ich hoffe, eines Tags auch noch mal Sandra Kreisler in concert mit Kreisler-Liedern erleben zu dürfen (Ich glaube, mit diesem Wunsch werde ich mich gleich an den Weihnachtsmann wenden...).
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: RIK am 03. November 2006, 00:50:14
Tim Fischer war von Georg Kreisler für die Berliner Uraufführung von Adam Schaf nicht vorgesehen. Die Uraufführung bot er Karsten Troyke an. Karsten Troyke hatte das Skript schon in Händen und bereit die Rolle zu übernehmen. Angeblich bestand der Verlag auf Tim Fischer, weil zugkräftiger. Diesem Argument ist nicht zu widersprechen, es überzeugt. Die Frage ist im Business nicht, wer es besser kann. Die Theater müssen voll sein und das geht bei Kreisler Liedern eben nur mit Tim Fischer. Familiäre Verhältnisse, die sollten bei der Kunst keine Rolle spielen und sind eher hinderlich. Dafür gibt es viele böse Beispiele. Ich glaube nicht, dass Georg Kreisler den Tim Fischer von Herzen lieb hat. Mein Eindruck ist, er benutzt den Tim sehr egoistisch für eigene Zwecke. Tim lässt das mit sich gerne machen und profitiert ordentlich davon. Unterm Strich geht für beide Akteure die Rechnung auf. Die Leute sind im Gespräch und die Kasse stimmt.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 03. November 2006, 10:41:38
Zitat
Familiäre Verhältnisse, die sollten bei der Kunst keine Rolle spielen und sind eher hinderlich
Da hast Du VÖLLIG Recht!
Zitat
Ich glaube nicht, dass Georg Kreisler den Tim Fischer von Herzen lieb hat.
Ich habe mir erzählen lassen, dass seine FRAU vor allem TF extrem mag - ich denke schon, dass es eine Mischung ist - und ich denke auch, dass TF es sehr wohl versteht, jemanden "einzukochen" wenn er das will - das ist aber jetzt nicht negativ gemeint, ich denke, es ist für ihn schon toll, mit einer Legende zu arbeiten.
Und eben: es profitieren letztlich nicht nur die beiden - sondern ALLE davon. In gewisser Weise auch seine Tochter - denn wenn das Interesse an seinen Liedern steigt, steigt auch das Interesse an anderen Interpreten.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Zyankalifreund am 03. November 2006, 15:20:09
Zitat
Und eben: es profitieren letztlich nicht nur die beiden - sondern ALLE davon. In gewisser Weise auch seine Tochter - denn wenn das Interesse an seinen Liedern steigt, steigt auch das Interesse an anderen Interpreten.

Genau DAS ist der Punkt ! Ich bin ein lebendes Beispiel für das was du sagst. Hätte ich nicht vor 3 Jahren ungefähr TF im Fernsehen gesehen und was er singt toll gefunden, so hätte ich nie über Kreisler recherchiert, wäre nicht in diesem Forum, würde keine Sandra Kreisler kennen und kein wortfront und auch keine Dagmar Anuth, hätte nicht in Berlin den "erotischen Kreisler" gesehen u.s.w.... Insofern macht TF seine Sache als eine Art Missionar für das Chanson sehr gut und hat auf mein Leben zum Beispiel einen recht großen Einfluss, denn ohne ihn hätte ich das Chanson nicht für mich entdeckt. Das ist Fakt und das ist der Verdienst Fischers.
Titel: "Schaf"-Kritik in der "Welt"
Beitrag von: Peter Silie am 04. November 2006, 03:58:51
Zitat
Regierungserklärungssätze von Angela Merkel im O-Ton einzublenden ist ebenso fad wie Diaprojektionen von Nacktmodellen beim Lied "Wenn die Mädchen nackt sind".
Muß da widersprechen. Die Merkelzitate fand ich lustig und entlarvend eingesetzt, und die Mädchen waren nicht fad, die waren HOT!! [/color]
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 04. November 2006, 11:19:24
Ich hab's ja nicht gesehen - aber ich muss ehrlich sagen, ich finde ganz grundsätzlich  das Einspielen von Dias oder das Abspielen von Bändern einen sehr angestaubten Kunstgriff, der für mich nur dann legitim ist, wenn die gleiche Aussage WIRKLICH auf keinem anderen Weg erzeugt werden kann, und TOTAL notwendig ist.
Bei den Merkel-Zitaten kann ich das nicht beurteilen, weil ich nicht weiss, welche Zitate und wann genau - und ob sie nicht einfach nur einen Umzug überdauern sollten.
Bei den Nackten Mädchen WEISS ich einfach:sowas ist nicht notwendig. Es KANN eigentlich nur quasi unterstützend für den Interpreten eingesetzt werden - und wenn der Interpret DAS braucht........ ::)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 04. November 2006, 13:47:23
Da werden ja nicht nur Dias – von zugegebenermaßen sehr attraktiven nackten Mädchen (ohne Flaschenzug am Zwischendeck oder Salimi sonstwo – an die Wand geworfen. Adam Schaf schlägt dazu die Pauke, und mit jedem Schlag wechseln die Bilder. Das finde ich sehr effektvoll und originell, es bringt Bewegung in das Ein-Mann-Kammerspiel, und es ist – aus meiner männlichen Sicht – schön anzuschauen ... [smiley=rolleyes.gif]

Als lustige Alternative würde mir höchstens einfallen, den Spot auf Frauen im Publikum zu richten – ob das aber bei den Betroffenen gut ankommt – von wegen Flaschenzug etc. – wage ich zu bezweifeln.

Ich gehe nicht oft ins Theater und kann daher nicht beurteilen, mit welchen Ideen und Effekten andere Regisseure arbeiten. Ich persönlich fand die "Adam Schaf"-Inszenierung richtig gut. Aber ich habe bereits an anderer Stelle gesagt, dass ich die "Welt"-Kritik nicht teilen kann. Letztlich ist das ja alles eine Geschmacksfrage, über die man nicht streiten kann, es aber natürlich immer wieder tut.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 04. November 2006, 19:16:03
Zitat
Das finde ich sehr effektvoll und originell, es bringt Bewegung in das Ein-Mann-Kammerspiel, und es ist – aus meiner männlichen Sicht – schön anzuschauen ...  
Als lustige Alternative würde mir höchstens einfallen, den Spot auf Frauen im Publikum zu richten – ob das aber bei den Betroffenen gut ankommt – von wegen Flaschenzug etc. – wage ich zu bezweifeln.
Aber....wozu? Ist das Lied an sich nicht stark genug? Ist der Interpret an sich nicht stark genug?
Klar, man kann viel machen - aber muss man es auch? Ich finde sinnlose Einfälle, einfach nur, weil's "nett" ist, sind ein Zeichen von mangelndem Vertrauen in Text, Musik, Darsteller. Ich finde, die Dinge, die auf einer Bühne passieren, müssen einen Grund haben. Sie müssen eine Wirkung erhöhen oder erzeugen, die ohne diesen Einfall nicht da  oder schwächer wäre. War es das? Oder war's einfach nur ein "netter Gag"? Muss man gerade dieses Lied auch noch "erklären"?
Für mich klingt das ähnlich, wie wenn man beim "Weg zur Arbeit" die Gesichter der Passanten oder Leute in Hitleruniformen zeigt. Wozu?
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 04. November 2006, 20:11:15
Ich denke, man muss das Stück dann doch gesehen haben, um konkret diskutieren zu können, um bewerten zu können, ob dies oder das notwendig ist. Richtig ist, dass man nicht jeden Firlefanz auf die Bühne bringen muss, der vielleicht denkbar ist. Weniger ist manchmal mehr - aber das berücksichtigt auch diese Kreisler-Inszenierung.

Letztendlich ist es doch ein Musical, in dem nicht nur gesungen, sondern auch geschauspielert wird. Natürlich kann man die nackten Mädchen auch am nackten Mikrofon interpretieren (das tut Herr Fischer ja auch gekonnt in seinem normalen Kreisler-Programm), aber in den Kulissen soll ja auch ein bisschen was passieren. Für jedes Lied gibt es einen anderen Einfall. Beim "Weg zur Arbeit" denkt Adam Schaf, was er von den Passanten hält, der Gesang wird eingespielt.  
etc.

In Zusammenhang mit diesem Musical finde ich es wirkungsvoll, weil hier für Ohr u n d Auge im wahrsten Sinne des Wortes kräftig auf die Pauke gehauen wird.
Aber wie gesagt, alles Geschmackssache.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: fanny am 04. November 2006, 22:45:03
Es ist fast ein Jahr her, dass ich mich mal in diesem Forum zu Wort gemeldet habe (bin fast immer wortkarg  :-[).
Deshalb sage ich erst mal euch allen Hallo!
Auch ich habe mir "Adam Schaf" angesehen und angehört und möchte speziell zu den "nackten Mädchen" meinen ganz persönlichen Eindruck kundtun. Auch ich finde das Lied selbst schon stark, und die Pauke hat dazu noch einen speziellen Akzent gesetzt. Bei den ersten Takten war ich dadurch sehr berührt und habe eine Gänsehaut bekommen. Als dann die Dias eingeblendet wurden, war dieser Effekt sofort weg, und als dann noch als Gag das Foto von einem nackten Mann kam und Adam Schaf seinen Kommentar zum "falschen Bild" äußerte, war für mich der eigentliche Gehalt des Liedes vollends weg. Gelächter aus dem Publikum zu diesem Gag, aber nicht mehr das    Lachen, das im Halse steckenbleibt, das bei vielen Kreisler-Liedern provoziert wird und sie deshalb meines Erachtens auch so  wirkungsvoll macht.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 04. November 2006, 23:49:39
Hallo Fanny! Schade eigentlich, dass Du dich so selten äusserst - vor allem wenn Du mir Recht gibst  ;) ;D
Nein, aber ernsthaft - wir freuen uns doch immer über "Zuwachs" - und bezüglich Schaf und Inszenierung: klar, wenn man es gesehen hat, redet man konkret und nicht (wie ich) eher grundsätzlich - und ausserdem ist letztlich alles immer Geschmackssache....
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Dagmar am 05. November 2006, 00:18:01
Zitat
aber ich muss ehrlich sagen, ich finde ganz grundsätzlich  das Einspielen von Dias oder das Abspielen von Bändern einen sehr angestaubten Kunstgriff

Na ja - nochmal zurück zu diesem Punkt: Ich kann mich an sehr lange und durchaus hitzige Diskusssionen mit meiner Regisseurin erinnern, weil ich zu einem Brechtliederabend einmal eine Beamerprojektion zum Ackermann-Prozess ablaufen lassen wollte  ;) (Die Regie-Idee ist letztlich an der Technik und nicht an der Idee an sich gescheitert, aber egal) Was ich sagen will: Es gibt aus meiner Sicht nach wie vor durchaus "Brücken" zwischen dem Lied und einem zunächst ganz anderen Bezug, den eine solche Projektion dann schlagen helfen kann. Und diese Bezüge liegen nicht unbedingt sofort auf der Hand (zur Erläuterung: HEUTE liegt das sehr nahe und quasi auf der Hand, DGO-Lieder z.B. mit Ackermann zu assoziieren - zu der Zeit der zitierten Idee rollte die Ackemann-Geschichte gerade an). Und dann finde ich solche Regie-Ideen durchaus interessant.

Ich habe das bislang nicht gesehen - die nackten-Mädchen-Bilder - da kann ich nix zu sagen. Grundsätzlich nur finde ich die Idee zunächst einmal nicht vor vorneherein abwegig.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 05. November 2006, 00:37:12
Ich kann mich auch erinnern. Das DAS an der Technik scheiterte, ist mir allerdings entgangen. Ich erinnere mich nur an ein Umziehen hinter Vorhang, das an der Technik scheiterte. Und im übrigen war es DEINE Idee, die Regisseurin war strikt dagegen, oder irre ich mich?
Und, äh, was sind DGO-Lieder? Und warum sind nackte Mädchen zu zeigen "weit hergeholt"?
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Dagmar am 05. November 2006, 01:09:30
Doch!! Weisst Du das nicht mehr??? Bei der Premiere fiel der Beamer aus. Wir haben dann in all der Hektik kurzerhand beschlossen, die ganze Projektion fallen zu lassen - weil das Teil schlicht nicht ging. Dabei ist es allerdings dann für alle Zukunft auch geblieben, weil ich am Ende nach den vielen Diskussionen auch selber nicht mehr restlost überzeugt war und sein konnte von dieser Regie-Idee. Und heute hat die Zeit die Idee überholt).

Das mit dem Umziehen hinter dem Vorhang war eine ganz andere Nummer. DIE scheiterte auch an der "Technik", nämlich an dem Vorhang - und deshalb haben wir diese Idee fallen gelassen. Das hatte nullkommanull mit dem Beamer irgendetwas zu tun

Die Beamergeschichte war meine Idee, die "Hinter-dem-Vorhang-Umzieh-Idee war die Idee der Regisseurin.

DGO= sorry ist mir immer zu lang zum Schreiben: Dreigroschenoper.

Ich wollte allerdings etwas ganz anderes sagen! Nochmal deshalb: Ich finde nach wie vor - und das mag ja jeder anders sehen - dass Bilderprojektionen eine interessante Regie-Idee sein können, die neue und für den Zuschauer zunächst einmal eben nicht auf der Hand liegende Bezüge setzen helfen können. Nackte Mädchen zu einem Lied über nackte Mädchen einzublenden würde ich als dämlich empfinden. Ich habe aber Adam Schaf nicht gesehen, deshalb kann ich zu der Nummer, um die es hier geht,  z.Zt. nix sagen. Grundsätzlich möchte ich nur der These widersprechen, dass es rundsätzlich und immer ein verstaubter Kunstgriff sei, Projektionen einzublenden. Das sehe ich persönlich anders.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Andrea am 05. November 2006, 17:32:37
Die Diskussion hat für mich eine Parallele zur Diskussion: Computer auf der Bühne oder nicht. Zu viele Sounds auf der Bühne? usw. Wortfront hat mich da echt umdenken gelehrt. Wenn jemand so gut das Handwerk des Laptops und dessen Sounds beherrscht wie Roger, dann kann man das machen. Hört man bei einer Darbietung aber, dass schlecht programmiert wurde, verschandelt es die Darbietung. Und genauso sehe ich - die ich blind bin und weiß Gott nicht beurteilen kann, ob Projektionen auf der Bühne zu viel sind oder nicht - die Sache dazu. :-)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 15. November 2006, 14:18:22
Nur als kurze Info: Laut Büro Tim Fischer wird die geplante "Adam Schaf"-CD auch den kompletten Zwischentext, von Georg Kreisler leicht modifiziert für die Hörfassung, enthalten.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 29. November 2006, 13:11:17
Die nächsten Termine für "Adam Schaf hat Angst" auf einen Blick:

03.01. - 28.01.2007/ 19 bzw. 20h    hamburg / schmidt-theater    (Karten: 040 - 3177 8899)
10.02.2007/              20h                rostock / volkstheater           (0381 - 381 47 00)
16.02.2007 /             20h                wuppertal / rex theater         (0202-44 11 59)
17.02.2007 /             20h                karlsruhe / tollhaus               (0721-964 050)
18.02.2007 /             20h                heidelberg / theater              (06221-582 0000)
25.02.2007 /             20h                dresden / schauspielhaus      (0351 / 4913 555)
21.04.2007 /             20h                braunschweig / staatstheater (0531-1234 567)
26. - 28.04.2007 /     20h                dortmund / konzerthaus        (01805-44 80 44)
10.05.2007 /             20h                frankfurt / alte oper              (069-1340 400)
12.05.2007 /             20h                münster / schauspielhaus      (0251-59091 00)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Dorian am 29. November 2006, 16:00:31
Dann werd ich im Februar wohl mal in Wuppertal einschweben.
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Andrea am 29. November 2006, 17:38:58
Wär vielleicht eine gute Gelegenheit für ein NRW-Forum-Treffen...
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: michael am 30. November 2006, 21:09:54
Ja, Forum Treffen in Wuppertal, ein bisschen Kultur vorher zum aufwärmen. prima.
Die Nicht-NRW-ler dürfen aber auch kommen....
 :) :) :)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: whoknows am 01. Dezember 2006, 09:59:57
Holt Euch mal ein Abo für's Rex in Wuppertal. Wortfront kommt auch da hin. :)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: michael am 01. Dezember 2006, 12:03:22
Ist das Werbung? Nööh! Nur Info zu s.o.
http://www.rex-theater.de

Aber warum immer noch nix zu finden unter:
http://www.rotes-krokodil.de/

oder auch:
http://www.die-spindel.de/

dritte bühne in MG:
(link kommt noch)
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Guntram am 04. Dezember 2006, 14:57:26
Es ist offiziell   :)

http://www.timfischer.de/modules/cms/showPage.php?naviID=206&lang=de
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 21. Februar 2007, 12:55:55
Hat nun eigentlich schon jemand aus dem Forum "Adam Schaf hat Angst" in NRW oder BW gesehen?
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 23. Februar 2007, 22:32:10
Inzwischen passt der Inhalt nicht mehr ganz zum Betreff, trotzdem Neues von "Adam Schaf hat Angst" aus dem Tim-Fischer-Newsletter:


Nach einer Verzögerung wegen produktionstechnischer Probleme ist es nun so weit:
Ab heute ist Tim Fischers neue CD „Adam Schaf hat Angst“ im Handel erhältlich. Und das Warten hat sich gelohnt: Die CD ist nicht nur ein Hörgenuss, sondern enthält auch ein wunderschönes Booklet mit Szenenfotos aus dem Theaterstück und Bildunterschriften von Georg Kreisler.

TOURNEEPLAN 2007 (Februar 2007 – Änderungen vorbehalten) - mit Adam Schaf (AS):

25.02.07 - 20.00 Uhr - Dresden / Schauspielhaus - AS – Karten: 0351-4913 555
21.04.07 - 20.00 Uhr - Braunschweig / Staatstheater - AS - 0531-1234 567
22.04.07 - 20.00 Uhr - Stade / Stadeum - AS - 04141-40 91 40
24.04.07 - 19.30 Uhr - Lübeck / Theater - AS - 0451-399 600
26.-28.4.07- 20.00 Uhr - Dortmund / Konzerthaus - AS - 01805-44 80 44
10.05.07 - 20.00 Uhr - Frankfurt / Oper - AS - 069-1340 400
12.05.07 - 20.00 Uhr - Münster / Schauspielhaus - AS - 0251-59091 00
25.06.07 - 20.00 Uhr - Oldenburg / Staatstheater - AS - 0441-2225-111
Titel: Re: Georg Kreisler in Hamburg
Beitrag von: Volker2 am 19. Mai 2007, 13:40:50
Also, nicht direkt himself, aber noch mal das Programm von Herrchens Frauchen:

Herrchens Frauchen
Lisa Politt und Gunter Schmidt:
"Weder noch"- Lieder und Prosa von Georg Kreisler

(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.polittbuero.de%2F2007%2F06%2Fpix%2Fweder_noch.jpg&hash=18ac1137c6f598436afd6c1c176930b8c81a5842)

Die im Jahre 2005 erschienenen Bücher, "Georg Kreisler- Gibt es gar nicht"- eine Biographie von Hans- Jürgen Fink und Michael Seufert und "Leise flehen meine Tauben", das neue und alte Titel sowie Prosa von Georg Kreisler enthält, haben Lisa Politt und Gunter Schmidt zum Anlaß genommen, einen Abend zu gestalten, der vielleicht auch die eine oder andere Neuentdeckung für Kreisler- Fans bereithält.
Georg Kreisler mußte 1938 vor den Nazis nach Amerika fliehen. "Weder noch"- das ist einer der weniger bekannten Titel von Georg Kreisler, in denen er von der Ortlosigkeit/Ausgrenzung des Emigranten erzählt- unspekatakulär, treffend, hoffnungslos, ergeifend. Lisa Politt und Gunter Schmidt sind nicht nur schon lange unbedingte Fans dieses wohl größten deutschsprachigen Musikkabarettisten, sondern haben während ihrer langen Bühnenlaufbahn immer wieder Titel von Georg Kreisler gesungen.
Unter der Überschrift "Fabelhafte Hommage an den Altmeister des Klavierkabaretts" schrieb nach der Premiere das Hamburger Abendblatt: "Eindrucksvoll gelingt es den Akteuren, den tiefgründigen Witz Kreislers zu transportieren. Der nicht enden wollende Applaus beweist: Kreislers Texte leben".

Sa. 9., Sa. 16.+So. 17.6.
20.00 Uhr
Polittbüro,  Steindamm 45
Hamburg
Telefon: 040-280 55 467