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Kontakt: Bastian Kopp

Hölderlinpreis für Georg Kreisler

Burkhard Ihme · 22 · 9235

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Offline Burkhard Ihme

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Das wenige, das ich von Hölderlin kenne, krieg ich zwar nicht mit Kreisler zusammen, aber da der Preis mit 20.000 Euro dotiert ist, wird auch Kreisler nicht zögern, ihn anzunehmen.

In den Hallen des Hohepriesters

Edit: "d" in Überschrift ergänzt, Bastian
« Letzte Änderung: 29. Mai 2010, 08:37:38 von admin »


Offline Heiko

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Zitat
Es habe die Jury gereizt, einen Texter und Komponisten auszuzeichnen, der das Publikum mit seinen Chansons seit langem unterhalte und belehre, sagte Hieber. Er erinnerte an Bertolt Brecht, der in der deutschen Lyrik eine „pontifikale“ von einer „profanen“ Traditionslinie unterschieden habe, für die ihm Hölderlin und Heinrich Heine Modell gestanden hätten. Mit der Auszeichnung Kreislers mache die Jury einen Vorschlag zur Versöhnung des Hohepriesterlichen mit dem Profanen: „Wir machen diese Trennung nicht mit.“ Angesichts seiner Bedeutung habe Kreisler bislang zu wenig Preise erhalten. „Wir finden, es ist jetzt wirklich dafür Zeit.“

Kreisler als Versöhnung von "pontifikaler" und "profaner" Traditionslinie?

Nun denn, warten wir auf seinen Kommentar.


Offline Bastian

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Schon eine seltsame Begründung. Auch dass er zu wenig Preise erhalten hätte ist bestimmt richtig, aber ein seltsamer Grund für eine Verleihung. Klingt so, als ob sie gar nicht wüssten wofür ihr eigener Preis steht...

Nebenbei: haben wir den anderen Thread kaputtdiskutiert? Oder ist das Forum endlich voll? :)
Ich bekomme dort und in der "10 letzte Beiträge" Sektion ne Fehlermeldung. Ihr auch?


Offline Heiko

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Ich auch - seitdem ich gepostet habe. ::)
Habe Alexander schon geschrieben.

Kaputtdiskutiert? ich hoffe nicht!
 :)
« Letzte Änderung: 25. März 2010, 00:01:22 von heikoholic »


Offline Bastian

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Zitat
Habe Alexander schon geschrieben.
Sehr gut. Dann hat er was zu basteln ^^

Sollte eh schon längst in der Koje sein. Langer Tag morgen.
Gute Nacht.


Offline Alexander

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http://salzburg.orf.at/stories/434096/

(Link zum Thema Hölderlin-Preis.)
« Letzte Änderung: 06. April 2010, 15:54:23 von Alexander »
„Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage – sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein.“ (Nikolaus Harnoncourt)


Offline Heiko

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Herr K. aus S. schreibt auf seiner Hompage:
Zitat
Aber besonders freut es mich, ja, ich fühle mich hochgeehrt, weil ich im Juni in Bad Homburg den Hölderlin-Preis bekommen werde. Friedrich Hölderlin (1770-1843) ist ein unbedingtes Vorbild für jeden der Gedichte schreiben will, seine Gedichte, seine Träume, wahnsinnig schön, unerreicht! Und gerade habe ich fünfzig Gedichte geschrieben (siehe oben) und bekomme den Preis.
Das ist kein Zufall, das ist Absicht - aber von wem?

Außerdem darf man dort lesen staunen, dass er neben seinem gerade erschienen Gedichtband noch ZWEI weitere Bücher dieses Jahr herausbringen lasssen möchte.
Feine Sache das!


Offline Maexl

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Zitat
Außerdem darf man dort lesen staunen, dass er neben seinem gerade erschienen Gedichtband noch ZWEI weitere Bücher dieses Jahr herausbringen lasssen möchte.
Feine Sache das!

hmm, so liest sich auch sein gedichtband - oder was meint ihr so dazu?



Offline Peter Silie

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  • A technicolor dream being cream. Puff!

Offline Peter Silie

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Zitat
 
Wir sind da, um zu schuften und notfalls zu dienen
den Bossen, den Herrschern, dem Geld, den Maschinen,
der Werbung, dem Markt, dem Gesetz, den Betrieben.
Wir sind doch nicht da, um ein Blümchen zu lieben.

Wir sind da, um zu managen, organisieren,
ein Amt zu bekleiden, ein Schräubchen zu schmieren,
dabei auch bisweilen vor Schmerzen zu schrein.
Wir sind doch nicht da, um glücklich zu sein.

Wir sind da, um zu lügen, ermattet zu schlafen
und alle, die anders sind, hart zu bestrafen.
Die Schäfchen im Trocknen, die Frau mit den Kindern -
wir sind doch nicht da, um Krieg zu verhindern.

Die Demokratie und das Vaterland loben,
dazu sind wir da, und nicht nur die da oben.
Ach, öffnet das Tor! Laßt uns alle hinein!
Wir sind doch nicht da, um kritisch zu sein.

Georg Kreisler
Zufällig in San Francisco, Verbrecher Verlag Berlin 2010

[/color]


Offline Heiko

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Zitat
Mir gefallen die Gedichte, und ich finde sie gut.

ja, ich auch.
das schlechteste an dem Buch ist noch der profillose Titel. Der Untertitel Unbeabsichtigte Gedichte hingegen kreislert schon etwas mehr.

Die Gedichte sind für mich wie seine Lieder: nicht alle überzeugen, aber es befinden sich Perlen darunter. und sie wachsen beim Lesen.

Mich begeistert das einfach Gestrickte:

Zitat
Tatsachen (6. Str.)
Für dich
bin ich ein Mensch,
für mich
bin ich ein Ich.
Und unterm Strich?
Man könnte fast glauben, er habe Stirner gelesen.
« Letzte Änderung: 24. Mai 2010, 23:51:55 von heikoholic »


Offline Alexander

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Hier findet sich ein Gespräch mit Georg Kreisler vor der Verleihung:

http://www.morgenweb.de/nachrichten/kultur/20100604_mmm0000000068323.html

Und hier ein anderes (zum Lesen und mit Audio):

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1196386/
« Letzte Änderung: 04. Juni 2010, 17:01:14 von Alexander »
„Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage – sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein.“ (Nikolaus Harnoncourt)



Offline Burkhard Ihme

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Das bastelt sich Magnus Klaue aus einigen durchaus zutreffenden Details ein schreckliches schiefes Bild DER Liedermacher, um sie Kreisler und Kreisler ihnen um die Ohren zu schlagen. Was soll der Unfug?
Kreisler hat sich selber (zumindest kurzzeitig) als Liedermacher bezeichnet. Und wenn er keiner ist, ist das auch egal. Dadurch sind Liedermacher und Georg Kreisler weder besser noch schlechter. Und offenbar vermutet Klaue Liedermacher ständig um ein Lagerfeuer sitzend, wo Klaviere etwas unhandlich sind. Zwar ist Klavierspielen etwas zu kompliziert, um den eher autodidaktischen Liedermachern als Begleitinstrument zu dienen, es gibt aber natürlich zahlreiche Vertreter, die das Instrument trotzdem beherrschen (und zumeist Kreisler durchaus zu schätzen wissen).
« Letzte Änderung: 07. Juni 2010, 18:33:58 von Burkhard_Ihme »



Offline Bastian

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Zitat
Das bastelt sich Magnus Klaue aus einigen durchaus zutreffenden Details ein schreckliches schiefes Bild DER Liedermacher, um sie Kreisler und Kreisler ihnen um die Ohren zu schlagen.

Nach ein paar Mal lesen, verstehe ich die Juxtaposition "Kreisler" vs. "Liedermacher" nun überhaupt nicht mehr. Geht es doch anfangs um einen Gedichtband und den Hölderlinpreis, was eine wunderbare Einladung wäre sich mit dem Dichter Kreisler eingehender zu beschäftigen. Eine vertane Chance, wenn nebenbei unbedingt noch ein anderes Fass aufmachen muss. Als schriebe Kreisler bessere Gedichte, wenn Biermann ein Klavier gehabt hätte...

Ich hätte nicht einmal etwas gegen zwei getrennte Verrisse (Liedermacher, Kreisler), aber hier werden Zusammenhänge konstruiert, die sowohl das eine als auch das andere unmöglich machen. Schade drum, gerade wegen der durchaus interessanten Gedanken.

Mal schauen, vielleicht geht es demnächst um Bänkelsänger vs Bushido...
« Letzte Änderung: 08. Juni 2010, 17:57:32 von Bastian »


Offline Burkhard Ihme

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Ich weiß jetzt zwar nicht, was die Hervorhebung sagen soll, wollte aber nur mal anmerken, daß die Tatsache, daß viele Liedermacher der 60er Jahre tatsächlich bei der bündischen Jugend waren, nichts über deren musikalischen Vorbilder und politischen Standpunkte aussagt. Genauso wenig wie etwa bei Hendrik M. Broder (war vermutlich kein katholischer Pfadfinder, aber von Anfang an auf der bündischen Waldeck dabei).


Offline Bastian

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Zur Hervorhebung: Ich hatte (fälschlich) die "durchaus zutreffenden Details" auch auf Klaues Aussagen zu Kreisler ausgeweitet. Ein Missverständnis, aber vielleicht ein recht brauchbares Missverständnis. Aus meiner Sicht schreibt Klaue nämlich auch einige Dinge über Kreisler (wie z.B. die monierte "platte Gesellschaftskritik" seiner späteren Jahre), die durchaus interessant und debattierbar wären.

Tut er aber nicht. Obwohl Kreisler auf den ersten Blick das Thema des Artikels zu sein scheint. Er packt alle möglichen Details über Liedermacher, Dichter, Chansonniers und auch Kreisler zusammen in einen Artikel und wird doch keinem im Detail gerecht. Was ist das Kernthema des Artikels? Ich verstehe nicht, was die Buchbesprechung und die Verleihung eines Literaturpreises an Kreisler mit "den Liedermachern" zu tun haben.

Möglicherweise stehe ich aber auch nur auf dem Schlauch (ist in den letzten Tagen keine Seltenheit) und erkenne die Zusammenhänge nur nicht.


Offline Heiko

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Klaue will irgendwie belegen, dass der Preis zum falschen Zeitpunkt kommt. So weit, so klar! Dann rutscht ihm folgender Satz in die Tastatur:

Zitat
Im Gegenteil lässt sich Kreislers Schaffen, auch wenn ihm selbst dies nicht bewusst sein mag, als Gegenentwurf zum Unwesen deutscher Liedermacherei verstehen.
Hier zentriert und offenbart sich zweierlei. Zum Einen seine Abneigung gegen Liedermacherei, gegen die er sich nun ausgiebig auszulassen selbst eingeladen fühlt. (Als promovierter Germanist sollte ihm dabei eigentlich die Unsitte der Vorsilbe Un- geläufig sein. Am fürchterlichsten empfinde ich die gängige Rede vom Unmenschen.)
Zum Zweiten zeigt er sein Fehlverständnis Kreislers. Denn dieser dürfte sich selber nicht als Gegenentwurf, sondern stets als Eigenentwurf verstanden haben, sich also in Unabhängigkeit vom Liedermacherwesen, anstatt in einer Antiposition gesehen haben. Dass Kreisler sogar noch mangelndes Bewusstsein über seine eigene Positionierung in dieser Frage untergeschoben wird, quittiere ich schlicht mit einem Unkommentar.
« Letzte Änderung: 09. Juni 2010, 16:43:37 von heikoholic »


Offline Burkhard Ihme

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Weder gab es in seiner amerikanischen Zeit den Begriff Singer/Songwriter, noch in den 50er Jahren den Liedermacher (der Begriff taucht erst Mitte der 60er Jahre in den Feuilletons auf). Kreisler stand sicher in der Tradition einiger österreichischen, amerikanischen und deutschen Liedautoren, ohne sich bewußt in Opposition zu ihnen zu begreifen. Wenn er ein Gegenentwurf gewesen wäre, dann doch zu Schlagern und nicht zu literarischen Texten.
Ich hab mal versucht rauszukriegen, welche Jahrgang Klaue ist. Scheint mir aber eher ein Nachgeborener zu sein, der die Liedermacher-Ära nur aus der Rückschau kennt. So wie wir Klopstock nur als minderwertigen Vorläufer der Weimarer Klassik wahrnehmen.


Offline Heiko

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Uups! Man findet sogar einen Klaue-Text auf Kreislers Seite:

 http://www.georgkreisler.de/gk_02c_e01.html

... hier aber ohne allgemeines Liedermacherbashing.
Nur Degenhardt attestiert er
Zitat
einen pubertären Draufgängergestus


Offline Alexander

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Eva Menasse ehrt Georg Kreisler - Serie: Hölderlin-Preisträger 2010 ist Georg Kreisler, endlich! (Teil 2/3)

http://www.weltexpress.info/cms/index.php?id=6&tx_ttnews[tt_news]=26544&tx_ttnews[backPid]=385&cHash=ad20c76dda
„Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage – sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein.“ (Nikolaus Harnoncourt)