Georg Kreisler Forum

Georg Kreisler => Georg Kreisler: die Lieder => Thema gestartet von: Guntram am 29. Oktober 2003, 07:33:59

Titel: Wörterbuch
Beitrag von: Guntram am 29. Oktober 2003, 07:33:59
Viele Wörter/Redewendungen die in Kreisler-Liedern auftauchen sind für manche sicher unverständlicht, weil sie heutzutage ungebräuchlich sind oder sehr spezifisch aus dem österreichischen oder jiddischen kommen.

;D Läßt uns doch solche Wörter sammlen und erklären/übersetzen. :D :D :D
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 29. Oktober 2003, 08:25:05
Gute Idee!
Nur, äh...mir fällt keins ein, was ich nicht versteh....

Aber das Gespräch in dem anderen Thread über den "Gschamster Diener" zeigt, dass sowas nötig zu sein scheint, vor allem für die jüngeren, deutscheren und nichtjüdischeren von uns... ;)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Guntram am 29. Oktober 2003, 09:25:50
Daher die Idee, ich selbst hab wegen meiner Familiengeschichte auch weniger Probleme. Aber ich gebe zu ansonsten hätte ich bei manchen Wörtern sicher Probleme, weil sie zu heute ungebräuchlich oder zu lokalspezifisch sind.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 29. Oktober 2003, 15:49:29
Na bitte. Guntram und ich warten auf Eure Anfragen, damit wir uns a bissel wichtig machen können  ;) ;)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 29. Oktober 2003, 19:57:09
Die Liste ist bereits fertig, zumindest was "Österreichisches Vokabular in Kreisler-Liedern" betrifft. Sorry Guntram, ich hatte das letzte Woche ganz vergessen, ich habe die Liste noch nie ausgedruckt.
Es gibt bei gk.de einige Wörter, die in den Texten falsch wiedergegeben sind - offenbar sind diese Texte nicht von Österreichern, sondern von BRDeutschen abgehört worden. Das meine ich nicht als Affront gegen gk.de, vielmehr ist es ein interessanter Beleg für meine Vermutung, daß BR-Deutsche ziemlich wenig in Ö verstehen, sofern sie keine engere Beziehung dorthin oder sich nicht länger dort aufgehalten haben. Manchmal glaube ich fast, die Kommunikation in einer Drittsprache würde eindeutiger sein. Umgekehrt trifft das auch zu (haben mir z.B. Verwandte gesagt), allerdings kennen viele Österreicher das BR-Deutsche etwas besser über das BRD-TV und die vielen Touristen.
Da ich zur Hälfte einen familiären ö-Background habe und mich seit früher Kindheit regelmäßig in Ö aufhalte, verstehe ich vieles, was deutsche Freunde von mir nicht verstehen - ihnen fällt es aber auch oft gar nicht auf, daß sie etwas nicht verstanden haben und meinen bestenfalls, einen akkustischen Hörfehler gehabt zu haben. Mir fällt aber auch immer mehr auf, wie oft ich selber etwas nicht versteh, obwohl die Wörter eindeutig zum deutschen Vokabular gehören.

Bei der Gelegenheit noch ein Buchtip: Mappes-Niediek, Norbert: Österreich für Deutsche. Einblicke in ein fremdes Land. Berlin 2002.  
Der Autor ist Deutscher, lebt seit rund zehn Jahren bei Graz und berichtet von seinen Erlebnissen. Das Buch war auch für mich sehr verblüffend und erhellend.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: joelli am 29. Oktober 2003, 20:43:25
Man versteht als österrecihischer Goi die Kreislertexte zumeist auch ganz gut.
Von mir auch ein Buchtip: Ich hab  vor ein paar Tagen ein Reclam-Heftl entdeckt : Wienerlieder Von Raimund bis Georg Kreisler.
Da ist zwar von Kreisler nur ein einziger Text drin (Der Tod muss ein Wiener sein), aber immerhin steht GK am Cover, und hinten ist für die Norddeutschen ein Glossar, also eine kleine Übersetzungshilfe.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 29. Oktober 2003, 23:05:09
Zitat
Manchmal glaube ich fast, die Kommunikation in einer Drittsprache würde eindeutiger sein.


War das nicht Karl Kraus, der gesagt hat "Die Österreicher unterscheiden sich von den Deutschen durch die gemeinsame Sprache" ?

Das Lustige ist, dass es sogar ganz normal hochdeutsche Worte gibt, die man in Deutschland  nicht kennt ("präpotent"= überheblich, wichtigtuerisch zB) und auch, dass etliche Worte, die man in Österreich verwendet, aus dem Altdeutschen kommen, und die deutschen Ausdrücke dafür aber aus dem Lateinischen. So zum Beispiel kommt "Eimer" von Amphore, das österreichische "Kübel" aber von Kubulus...hab ich mir sagen lassen.
Und viele klassische wienerische Ausdrücke kommen aus dem Hebräischen und/oder jiddischen. Deutsche allerdings auch, der "Reibach" (= Rebbach, Gewinn) etwa...
Das liegt daran, dass sich die Gaunersprache, das Rotwelsch, einiges aus dem Jiddischen entlehnt hat, Beisl, Masel, Haberer etc...
So Sprachen und Dialekte sind überhaupt enorm aussagekräftig was eine Mentalität betrifft. Manche Ausdrücke GIBT es so treffend nur in einer Sprache.
Und habt Ihr gewusst, dass es den Ausdruck "Schadenfreude" NUR auf deutsch und ungarisch gibt? Lustig, gell?
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Peter Silie am 29. Oktober 2003, 23:09:40
Genau!
"Schadenfreude" wird sogar als Fremdwort im Englischen verwendet. So wie "Kindergarten".
Es gibt im neuen Broadway Musical  "Avenue Q" einen kompletten Song namens "Schadenfreude".
Ich hab gedacht ich hoer nicht recht, wie die aufeinmal zu singen beginnen "Shuuu-dan-froy-daaa..!'  :D
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 30. Oktober 2003, 02:10:06
Ich kopier die Liste mal hierher. Wenn's zu nervig weil so platzfüllend ist, kann man das ja wieder rausnehmen. Ergänzungen nehme ich gerne an. Viele Wörter dürften auch dem BRdeutschen Ohr bekannt sein.

Letzte Änderung: 07.09.2004

Austriazismen in Kreisler-Liedern


antritschen, sich (Heut will ich mich besaufen - Der Liedtext ist von Tamar Radzyner): sich betrinken.

antschechern, sich (Heut will ich mich besaufen - Der Liedtext ist von Tamar Radzyner): sich betrinken.

Beuschel (Am Totenbett), das; -s: 1. "Speise aus Tierinnereien, bes. Herz und Lunge"; 2. (derb) "Lunge", auch "Eingeweide des Menschen".

blad (Das Reisebüro): (mundartlich, abwertend) "dick, von großer Körperfülle"; auch als Schimpfwort, das mit der Grundbedeutung kaum mehr zusammenhängt ("blader Hund").

Burg (Oper, Burg und Josefstadt; Am Totenbett), die; -: bedeutet in Österreich auch das Wiener "Burgtheater".

Bursch (Taubenvergiften), der; -en, -en: Österr. meist für "Bursche, junger Mann".

Deka (Der Hund), das; -{s}, -: österr. für Kurzform zu "Dekagramm"
Dekagramm, das; -s: wird in Österreich allgemein als grundlegende Gewichtseinheit verwendet; man verlangt in Österreich also 10 Dekagramm, wo es im Binnendeutschen 100 Gramm heißt.

deppert (Das war net): "einfältig, dumm, blöd".

Dodel (Marie Galetta), der; -s, -[n] (mundartlich): "blöder Mensch; Trottel". Bei Kreisler: jemand, der unter anderem Schi fährt.

Erdapfel (Das war net), der; -s, Erdäpfel: "Kartoffel".

Falott, Fallot (Ein Offizier), der; -en, -en (umgangssprachlich): Gauner.

fesch (Wien ohne Wiener; Der Tod, das muß ein Wiener sein): "hübsch, flott, sportlich aussehend".

Fiaker (Der Schilling; Wo sind die Zeiten dahin) der; -s, -: a) "Lohnkutsche mit zwei Pferden"; b) "Kutscher einer Lohnkutsche mit zwei Pferden".

Flachse, Flaxe (Max auf der Rax), die; -, -n: "Flechse, Sehne".  

Geselchte, Gselchte (Max auf der Rax), das; -n: "geräuchertes Schweinefleisch, Rauchfleisch".

Glumpert (Die Chinesen) das; -s: "wertloses Zeug".
[bei www.gkif.de falsch als "G'lumpe" 045.txt]

gschert (Das war net): (salopp) "dumm, grob". (Damit wird auf kurzgeschorene Haare angespielt.)

Gspusi (Wien ohne Wiener) das; -s, -s: "Liebesverhältnis".

Guckerln (Wien ohne Wiener): Augen.  
Guckerschecken, die /Plural/: Sommersprossen.

Habe die Ehre (Weg zur Arbeit; Das war net): (salopp, verkürzt) Grußformel unter nicht vertrauten oder nicht engbefreundeten Personen.

Hausfrau (Geben Sie acht), die; -, -en: bedeutet österr. auch "Vermieterin eines möblierten Zimmers".

Hausherr (Ewiges Wien; Die Chinesen), der; -n, -en: bedeutet österr. "Hauseigentümer".

Haxen (Max auf der Rax), der; -, -: "Bein (des Menschen), Hachse".

Heimat großer Söhne (Meine Heimat ist in Jemen): Offensichtlich Anspielung auf die österr. Hymne, in deren erster Strophe es heißt: "[...]Heimat bist Du großer Söhne, Volk, begnadet für das Schöne [...]".

Hendl (Nur in Wien), das; -s, -[n]: "Backhuhn, Brathuhn, Hähnchen".
[bei www.gkif.de fälschlich als "Händel" geschrieben 097.txt]

Hetz (Der Schilling), die; -: "Spaß".

Heurige / Heurigenwein (Der Schilling), der; -n, -n: "Wein der letzten Lese".

Jänner (Alpenglühn; Frühlingsmärchen), der; -s: österr. für Binnendeutsch "Januar".

Jus (Was studieren die Professoren; Der Staatsbeamte), das; - /meist ohne Artikel/: österr. Form für binnendeutsch "Jura".

klagen (Ich red nix), klagte, hat geklagt: bedeutet österreichisch auch "jemanden bei Gericht verklagen; Klage erheben".

Krampus (Rat an fremde Söhne), der; -/-ses, -se: "Begleiter des Sankt Nikolaus am 5. oder 6. Dezember; Knecht Ruprecht".

Krankenkassa (Wo sind die Zeiten dahin; Am Totenbett), die; -, ...sen: österr. Form für "Krankenkasse".

Kren (Das Reisebüro), der; -[e] tschech./österr.: für binnendeutsch "Meerrettich".

Kuttel (Der Schilling), die; -s, -n; meist Plural für "Kaldaune, eßbares Eingeweidestück".

Nockerl (Max auf der Rax), das; -s, -[n]: "kleine längliche Teigstücke als Suppeneinlage oder Beilage".

obafallen / oberfallen (Der Hund): herunterfallen. abher, aba, oba: "herunter"; auch zusammengesetzt mit Verben.  
[bei www.gkif.de falsch als "aber falln" 034.txt]

ORF (Am Totenbett): Abkürzung für "Österreichischer Rundfunk".

Pappen (Das war net), die; -, -: (derb) "Mund".

Pensionist (Von Beruf), der; -en, -en: "Ruheständler". In Österreich wird nicht wie in Deutschland zwischen Pensionär und Rentner unterschieden.

picken (Ich hab ka Lust; Entweder oder), pickte, hat gepickt: bedeutet österr. umgangssprachlich "kleben, haften".

pimpern (Beobachtung): pinkeln.

Powidl (Onkel Fritz): "Pflaumenmus"; etwas ist jemandem Powidl: "etwas ist jemandem egal".

Professor (in "Weg zur Arbeit": "Deutschprofessor"), der; -s, -en: ist österr. die allgemeine Bezeichnung für einen "Lehrer an einer höheren Schule", im Binnendeutschen "Studienrat". Gymnasialprofessor: "Lehrer an einer höheren Schule; Studienrat". Das Wort wird verwendet, wenn Professor (die allgemeine Bezeichnung für diesen Beruf) mit Universitätsprofessor verwechselt werden könnte.

raunzen (Wo sind die Zeiten dahin), raunzte, hat geraunzt: bedeutet österr. "weinerlich jammern; dauernd unzufrieden nörgeln". Raunzer: "ständig unzufriedener Mensch".
[bei www.gkif.de fälschlich als "ranzen" geschrieben 131.txt]

Rax (Max auf der Rax): Gebirgsstock in den Steirisch-Niederösterreichischen Kalkalpen; in der Heukuppe 2007 m hoch.

Sackerl (Biddla buh), das: Tasche, Tüte.

Schamster Diener (Der schöne Heinrich): Grußformel, besonders als Abschiedsgruß; in Wien heute bei Kellnern noch üblich.
[bei www.gkif.de fälschlich als "schaun's der Diener" 043.txt]

Scherzel (Taubenvergiften), das; -s, -: Endstück des Brotlaibes. Bei Kreisler: etwas, womit man Spatzen und Tauben zum Fressen animiert.
[bei www.gkif.de fälschlich als "Schatzerl" 104.txt]

schiech (Der Schilling): "häßlich". Die Aussprache liegt so zwischen "schirch" und "schiach", eigentlich bräuchte man zur besseren Darstellung Lautschrift.

Schilling (Der Schilling; Vierzig Schilling; Achtzehn Jahre), der; -s: frühere österreichische Währungseinheit; der Plural ist bei Angabe einer Geldsumme endungslos, bei Angabe von Geldstücken lautet er Schillinge.

Schmäh (Der Schilling; Im Theater ist nichts los), der; -s, -{s} (ugs.): "Trick, verblüffender Kniff"; einen Schmäh führen/machen: Witze machen.

Schmarren (Der schöne Heinrich), der, -s, -: "in der Pfanne gebackener zerstoßener Eierkuchen", umgangssprachlich abwertend für "Wertloses".  

Schnee (Oper, Burg und Josefsstadt): "aus dem Jahre Schnee": "uralt"; "im Jahre Schnee": "vor urdenklicher Zeit".

Schrammeln (Das Triangel; Wien ohne Wiener; Am Totenbett), die /Plural/: "Quartett von [Wiener] Volksmusikern, meist aus Violinen, Gitarre und Ziehharmonika bestehend". Schrammelmusik: Wiener Volksmusik, bes. beim Heurigenwein.

Semmering (in "Der schöne Heinrich": "Semmerung"): Alpenpaß in Österreich.

Servus (Wo sind die Zeiten dahin): unter Freunden verwendeter Gruß zum Abschied oder zur Begrüßung.

speiben (Entweder oder): sich übergeben.

Spezi (Herberts blaue Augen; Fahren's amal; Zwanzig Jahre Sicherheit), der; -s, - (salopp): "guter Freund".

Spital (Danse macabre), das; -s, Spitäler: bes. österr. für "Krankenhaus".

Staatsvertrag (Das war net), der: Damit ist in Österreich gemeinhin der am 15. Mai 1955 zwischen Ö und den vier Besatzungsmächten (USA, UdSSR, UK, F) unterzeichnete Vertrag gemeint, der Ö als freien, unabhängigen und demokratischen Staat wiederherstellte. Bedingung dafür war die "immerwährende Neutralität", die am 26. Okt. 1955 (seit 1965 Nationalfeiertag) vom Nationalrat erklärt wurde.

Staberl (Gar nichts), der; -s: a) "Theaterfigur des Alt-Wiener Volkstheaters"; b) vielfach verwendet als stehende Figur, z. B. als Name von Kolumnisten in Zeitungen o. ä.

Steffel (Wo sind die Zeiten dahin; Am Totenbett), der; -s (ugs.): "Wiener Stephanskirche".

Tabakregie (Onkel Fritz), die; -: frühere Bezeichnung für die staatlichen Tabakwerke.

Topfenkolatsche / Topfengolatsche (Das Reisebüro), die; -, -n: Kolatsche mit Quarkfüllung.  
Topfen, der; -s: österr. für binnendet. "Quark".  
Kolatsche / Golatsche, die; -, -n: kleiner, gefüllter Hefekuchen, urspr. rund, jetzt meist viereckig, bei dem alle vier Ecken einer größeren Kuchenfläche nach innen gebogen wurden.

Topfenpalatschinken (Du bist neurotisch): "Eierkuchen mit Quarkfüllung".

Tschapperl (in "Der Tod, das muß ein Wiener sein": "Tschopperl"), das; -s, -n: "(junger) unbeholfener Mensch".

umadum (Der Bluntschli): "herum".
[bei www.gkif.de fälschlich als "um und um" 027.txt]

urassen (Das Reisebüro): mundartlich "verschwenden".

Watschen (Ich red nix), die; -, -n (ugs.): "Ohrfeige".

Wean (Wien ohne Wiener): Name der Stadt Wien im Wiener Dialekt.
[bei www.gkif.de falsch in der vorletzten Zeile des Liedes als "Wien" 130.txt]

Wuckerln (Wien ohne Wiener): Locken, Löckchen.

zensurieren (Das Kabarett ist nicht tot): österr. für binnendeutsch "zensieren". Von GK auch oft in Interviews verwendetes Wort als Bezeichnung dessen, was Redakteure, Kulturfunktionäre usw. häufig mit seinen Liedern, Büchern und Sendungen gemacht haben bzw. machen.

Zuckerl (Fahren's amal), das; -s, -[n]: "Bonbon".


Sonstiges:

Grahambrot (Taubenvergiften), das; -{e}s, -e: Weizenschrot-Vollkornbrot in Kastenform (nach dem US-amerik. Arzt S. Graham, 19. Jh.).

Hoppelpoppelmuskatellerfusel (Das Reisbüro):
Hoppelpoppel, das; -s, - (landschaftlich): Bauernfrühstück; heißer Punsch.  
Muskateller, der; -s, - (italienisch): Reb- und Weinsorte.

Pilaw (Das Reisebüro), der; -s (persisch und türkisch): orientalischer Reiseintopf.

Ergänzungen sind grün.

Letzte Änderung: 07.09.2004
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Peter Silie am 30. Oktober 2003, 04:06:15
Ausgezeichnet!!!  :o

Wuckerln sind meines Wissens identisch mit Lockerln, also Loeckchen.

Bei schiech muesste man eigentlich ein MP3 mit der richtigen Aussprache hinzufuegen.   ;D
"Binnendeutschen" Zungen bereitet dies naemlich gehoerige Muehe.
Hilfreich waere vielleicht die Schreibweise "schirch" oder "schiach".

Merke:
Schiech reimt sich nicht auf Ferdinand Piech,
dafuer aber auf Leo Kirch.
(bei gutturaler Aussprache des ch !)  ;)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 30. Oktober 2003, 09:57:41
Stimmt, ist echt unterhaltsam für den gelernten Wiener zu lesen ;)
Das "g" bei "G'schamster Diener" (= geschamigster, sich schämender Diener)
Der Heurigenwein, ist der Wein aus DIESEM Jahr.
Und Guckerln sind auch Augen - von "gucken = schauen", eigentlich sind Sommersprossen korrekt "guckerschecken" (Schecken= wie bei der Kuh oder beim Pferd gefleckt)

Aber wenn mir wer eine Quarktasche statt einer Topfengolatsche anbietet "hob ich scho' gfressen" = hab ich schon genug  ;D
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: joelli am 30. Oktober 2003, 10:54:27
Der Heurigenwein ist fast nie der Wein von diesem Jahr, sonst gäbe es ja von Jänner bis Herbst keinen Heurigen, und dem ist ja wohl nicht so. Das mit der letzten Lese ist korrekt.
Die Gugerschecken kommen nach meinem Dialektwörterbuch vom von den Flecken, die der Kuckuck am Bauch hat. (Das halte ich aber für eine kühne These.)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Choirgirl am 30. Oktober 2003, 15:12:45
Danke für die Liste, Johannes! Jetzt wird vieles klarer. :-*
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 30. Oktober 2003, 15:25:18
Nicht das KALENDARISCHE jAHR, natürlich.... das geht ja bei Ernten nicht wirklich. Insofern stimmt vermutlich die letzte Lese - nur ich weiss nicht, ob Wein nur einmal im jahr gelesen wird....

Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Peter Silie am 30. Oktober 2003, 18:31:35
Zitat
Das "g" bei "G'schamster Diener" (= geschamigster, sich schämender Diener)

Gehorsamster Diener

Aber vielleicht ist er auch gschamig, der Diener  :)
[/color]
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 30. Oktober 2003, 19:52:04
Eeecht? bist du sicher? Man lernt nie aus... Ich dachte, es kommt vom "diener MACHEN" nicht "Diener SEIN"
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 30. Oktober 2003, 23:25:42
Freut mich, wenn das Glossar ok ist.  :D

Peter Silie schrieb
Zitat
Wuckerln sind meines Wissens identisch mit Lockerln, also Loeckchen.  
Wuckerln=Löckchen: Danke für die Ergänzung.  :)
Peter Silie schrieb
Zitat
Bei schiech muesste man eigentlich ein MP3 mit der richtigen Aussprache hinzufuegen.  
"schiech" und seine Unschreibbarkeit: da haste recht  ;D Im Duden steht es als "schiech", ich würd's auch eher wie Du oben schreiben. Machst Du das MP3?  ;D

Sandra schrieb
Zitat
Guckerln sind auch Augen - von "gucken = schauen", eigentlich sind Sommersprossen korrekt "guckerschecken"
Guckerln=Augen: ...auf denen hatt' ich wohl ein paar Deka Paradeiser, so Brett vorm Kopf... *andieStirnschlag*  ;) Wär' ich nie drauf gekommen, aber bei den im Lied genannten Wiener Madeln fänd' ich Sommersprossen lustiger als "nur" Augen.  ;)

Sandra und joelli schrieben
Zitat
Der Heurigenwein, ist...
Heurigen: Ich muß zugeben, daß ich dieses Wort wegen der Bedeutung von "heuer" ("dieses Jahr") ohne prüfenden Blick ins Wörterbuch sicherlich auch "Wein von diesem Jahr" formuliert hätte. joellis Erklärung trifft wohl den Kern der Sache.

Also ich schau zum Prüfen, damit die Erklärungen wasserdicht sind, in den "Duden. Wie sagt man in Österreich. Wörterbuch der österreichischen Besonderheiten. Duden-Taschenbücher, Band 8. Mannheim 1969". (Das gibt es auch in neuerer Auflage, die ich nicht hab.) Die Auswahl der Wörter treffe ich subjektiv beim Hören, also man muß halt wissen, was für BRDeutsche eventuell unbekannt und für das Glossar relevant ist. Mir waren nicht alle Wörter bekannt. Einige Wörter kommen in dem Band nicht vor, dafür im "normalen" Duden oder im Lexikon oder sie stehen nirgends.

Choirgirl schrieb
Zitat
Jetzt wird vieles klarer.
Danke, dann erfüllt das Glossar seinen Zweck.  :D

Zitat
LESEN
Lesen tut man doch eher im Kaffeesatz...   ::)

Zitat
"Schamster Diener"
Im Gedichttext von "Der schöne Heinrich" schreibt GK "schamster Diener", so steht es auch in dem o.g. Wörterbuch neben "ghorsamster Diener" und "korschamster Diener". Dieses Wörterbuch nennt groteskerweise genau dieses GK-Lied als literarischen Beleg für die Redewendung. Ich muß zugeben, daß ich diese Redewendung mal zufällig gelesen hatte und sie nie zu meinem aktiven oder passiven Wortschatz gehört hat. Ich les' da lieber eure Diskussion...  ;)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 01. November 2003, 10:57:55
Ich, indes, habe gestern gelernt, dass der Ausdruck "Etwas geht sich (nicht) aus" ein Austriazismus ist. Das war mir völlig neu!
Und es ist irgendwie witzig, denn im deutschen sagt man in diesem Falle "Es reicht" oder "Es langt" was zeigt, dass es im österreichischen eigentlich genauer ist, denn "Es geht sich aus" braucht einen vorausbestimmten End punkt, während "es langt" eher von einem vorausbestimmten Anfangspunkt ausgeht... finde ich ziemlcih erhellend, Mentalitätsmässig ;)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Peter Silie am 01. November 2003, 11:44:39
...noch dazu schiebt man so schoen die Verantwortung von sich.
Statt "Ich schaffe es nicht", "Die Zeit wird mir zu knapp",
sagt der Oesi "Es geht sich nicht aus."
D.h. das es, die Sache an sich ist schuld und nichts anderes  :D ;D
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Peter Silie am 01. November 2003, 11:52:38

In die andere Richtug beweist
"Es geht sich aus"
ein gewisses unerschuetterliches Vertrauen in eine hoehere Macht.
Allerdings kann man mit "Das geht sich schon aus..." seine blauen Wunder erleben. (Manchmal geht es sich eben nicht aus, sei es auch nur um's Oaschleckn)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 01. November 2003, 18:12:51
Sagt mal, Silie und die anderen Ösis hier: Heisst zensurieren wirklch nur "prüfen"? Ich kenn das nicht so. ich kenn es nur als Zensur, also wegen Tabubruchs beschnitten...
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 02. November 2003, 11:23:11
@Sandra
Zitat
...dass der Ausdruck "Etwas geht sich (nicht) aus" ein Austriazismus ist...

Ich muß sehr lachen, weil mir dabei mein Grazer Onkel im Ohr klingt. Er benutzt - äh: benützt - häufig diese Redewendung.
Aber erst infolge Deiner Hervorhebung dieser Redewendung als "Austriazismus" merke ich, daß diese Redewendung ausgesprochen österreichisch ist. Ich kann mich nicht erinnern, diese Redewendung je von Deutschen gehört zu haben.
Wenn mein Onkel von einer Handlung im Perfekt(um) erzählt und abschließt: "Des ging sich (net) aus" - dann verstehe ich seine message; wohl aus dem Zusammenhang.
Aber: wenn ich etwas erzähle und er mich fragt "Ging/geht sich des aus?" - dann bin ich immer wieder irritiert. Ich weiß dann nicht, was/wie er das meint - etwa positiv im Sinne von "Paßt das?=Das reicht/passt/geht/läuft! / Alles ok!", oder meint er es negativ: "Das geht/ging zu Ende?/Ist das dann aus?/ Dann ist Schluß, oder?".

Ähnlich ergeht es mir in Ö immer wieder mit dem wunderbaren, scheinbar einfachen Wort "da".
Im BR-deutschen bedeutet das Ortsadverb "da" soviel wie "dort" (bildlich: mit gestrecktem Zeigefinger auf etwas Entferntes zeigend: "da (drüben)!/dort!").

In Ö ist das Ortsadverb "da" gleichbedeutend mit "hier". Also genau das Gegenteil zum BRDeutschen...*aaahhhrrrrggggghhhhhh*
In Ö wird mit "da" sinngemäß "Dasein"/"Hiersein" gemeint, was auch für einen Deutschen Sinn macht, allerdings würde er/sie das anders formulieren.

Ich weiß manchmal wirklich nicht, in welcher deutschen Sprache (mit mir) gerade geredet wird: auf ö-deutsch oder in Ö - "mir zu ehren" *hust* - auf BR-Deutsch.
Deswegen meinte ich oben, es sei wohl eindeutiger/einfacher, in einer Drittsprache zu kommunizieren.  ::) ;)

@Sandra
Zitat
...und die anderen Ösis hier: Heisst zensurieren wirklch nur "prüfen"?

"Zensurieren": dieses Wort kenn' ich ausschliesslich aus GK-Interviews. Beim erstenmal dachte ich, es sei vielleicht ein Schreibfehler wie ich es anfangs von den ü-Punkten im ö-Wort "benützen" (=D-Wort "benutzen") dachte. Ich vermutete, da habe ein Lektor aus "Zensur" ein "Zensieren" gemacht und vergessen, das "ur" zu löschen. Im BRdeutschen Kontext ist mir ausschließlich das Wort Zensur bekannt (z.B. Bild-Wallraff "Der Aufmacher"; Bayerischer Rundfunk-Hildebrandt Scheibenwischer). (Um hier Beispiele aus einem sog. Rechtsstaat anzuführen; der Vorwurf der Ausübung von "Zensur" an sich war dabei Gegenstand juristischer Grabenkämpfe; "Zensurierung" mildert den Vorwurf vielleicht etwas ab.)
Irgendwann kam mir das zu merkwürdig vor, weswegen ich im Duden nachgeschaut hab. Dort steht diese auch für mich überraschende Erklärung, die oben einfach aus dem Duden abgeschrieben ist, um einen Beleg zu haben. Das Wort gehört nicht zu meinem aktiven Wortschatz.
Das heißt aber nicht, daß einzig der Duden göttergegeben richtig ist bzw. unbedingt das Maß aller Dinge zu sein hat oder GK es im Sinne der Duden-Erklärung genau sooo gemeint hat (vielleicht hat das ja in der Schweiz eine gaaanz andere Bedeutung...  ;D) oder ich damit richtig liege. Ich finde es auf jeden Fall interessant, daß es auch Dir merkwürdig vorkommt. Ist "zensurieren" ein in Ö gebräuchliches Wort? Ich kann mich wie gesagt nicht erinnern, es mal im täglichen Leben gehört zu haben. Ich werd' nachher mal da, äh dort anrufen.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 02. November 2003, 12:10:29
Zitat
Aber: wenn ich etwas erzähle und er mich fragt "Ging/geht sich des aus?" - dann bin ich immer wieder irritiert.


Aslo, "Gangert si des aus?" - Ginge sich das aus? Das heisst übersetzt: Wäre das möglich, ist das ok so? Also eher im positiven Sinn.

Und Zensieren oder Zensurieren hatte ich eben bis jetzt immer als Zeitwort zum Hauptwort Zensur verstanden, dachte auch, Georg hätte es so verwendet, denn er WURDE ja im Fernsehen zensiert, dh sie haben Worte ausgepiepst (wie auf MTV,hihi) oder Dinge einfach nciht zugelassen. Beschnitten. Ich bin nach wie vor verblüfft, dass das in D. kein Wort ist - vielleicht wird nur so heimlich zensiert (zensuriert - welches ist nun verdammt noch mal richtig?), dass man es nciht mitkriegt, und daher das Wort nicht gebräuchlich ist?  ;) Denn dass allgemein und überall z. wird, ist klar. Was haben denn die Medien zB in Deutschland geschrieben, wenn berichtet wurde, dass die Journalisten (embedded Journalists) im Irak-Krieg z. wurden? Wie hat man das genannt?
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Guntram am 03. November 2003, 08:19:04
Also mir ist Zensur einmal im Zusammenhang

für eine Bewertung (Schulnote) ein Begriff ist aber heute scheinbar nicht mehr sehr gebräuchlich und

aus dem Pressebereich, also z. B. Nachrichtenzensur oder ähnliches, wie Sandra schon schreibt.

Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Peter Silie am 04. November 2003, 09:16:08

Habe nicht recherchiert, aber meiner Auffassung nach heisst es korrekt "zensieren".
"zensurieren" scheint ein Austriazismus zu sein, der faelschlich vom Hauptwort "Zensur" abgeleitet ist.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 05. November 2003, 02:27:33
Ich habe mich bei der Bedeutung von (politischem) "zensieren" geirrt. Ich habe dabei weniger den Vorgang des Prüfens, als vielmehr das Verbieten und Unterdrücken darunter verstanden. "Zensieren" und "zensurieren" sind gleichbedeutend, werden aber im Duden nur als "prüfen, beurteilen" umschrieben, während "Zensur" als Prüfen UND Verbieten definiert wird. Irrtümlicherweise hatte ich gedacht, die Variante mit "ur" sei so eine Art Lightversion von "zensieren". Sorry.

In Deutschland bzw. den deutschen Medien werden das Verb "zensieren" und als Substantiv "Zensur" verwendet.
Eine nicht unbedingt repräsentative Umfrage in meinem sozialen Umfeld in Berlin hat ergeben, daß niemand das Wort "zensurieren" je gehört habe, es aber ähnlich klinge wie "zensieren". Teilgenommen haben Leute aus Berlin, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Ex-Ostpreußen. Aus Ö kam der Hinweis, daß das Verb von "Konkurrenz" in D "konkurrieren" und in Ö "konkurrenzieren" heiße, was ich bisher nicht wußte.

Wurde in den ORF-Sendungen damals viel herausgeschnitten oder bepiepst?
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Guntram am 05. November 2003, 07:33:17
Wenn man den Ausführen GK auf dem Album Everblacks  zu den Aufnahmen der "Heißen Viertelstunde" folgt, so komme ich zu der Ansicht, es wurde gleich gar nicht gespielt. Aber ich glaube auch, das das damals kein Ö-spezifisches Verhalten war.

Bis zum Aufkommen der Privaten bei uns (was eigentlich noch nicht lange her ist) war auch vieles Undenkbar was heute gesendet wird.

Dieter Hildebrand hat es vorher ja geschafft vom BR im der laufenden Sendung abgeschaltet zu werden.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 05. November 2003, 11:12:01
Naja, zu Zeiten der "Heissen Viertelstunde" wurde alles seeehr genau unter die Lupe genommen, was er gemacht hat, und musste erst vom Hauptabteilungsleiter erlaubt werden. (das ist zT heute noch so - der ORF hat eine unglaubliche Schere im Kopf), ausserdem wurde er natürlich von den Medien zerfetzt. "Gelsenkirchen" hat in Deutschland und der "Max" in der Schweiz zu den übelsten Anwürfen bis hin zum Auftrittsverbot geführt - aber sogar Reinhard Mey hatte mal Radiospielverbot, nämlich soweit ich mich erinnern kann war das 91 als  ein Antikriegslied gegen die irak-krieg rauskam - da wurden überhaupt Friedenslieder nicht gespielt.
Zensieren ist immer schon und bis heute gängige Form der Mächtigen, Denkvarianten zu unterdrücken, vor allem in den Künsten.

Und Konkurrenzieren würde ich nicht so richtig als Austriazismus definieren, es wird wohl verwendet, aber es ist eher auf mangelnde Bildung zurückzuführen. Ähnlich wie die Leute, die Inter-Esse sagen, oder die notWENDIGKEIT (anstatt die NOTwendigkeit) um intelligenter zu wirken, hihi, und damit nur zeigen, dass sie ihre Sprache nicht kennen.
(Ich hab schon mal jemand im Radio sagen hören:"Lassen Sie sich Über-Aschen" ::))
Was allerdings zu meinem grossen Ärger inzwischen ein richtiger Austriazismus geworden ist, ist der "WissenschafTER", da man allgemein das -ler als pejorativ empfindet...
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Martin am 10. November 2003, 11:57:12
Zitat
Dieter Hildebrand hat es vorher ja geschafft vom BR im der laufenden Sendung abgeschaltet zu werden.


Indem er was gemacht hat?
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 11. November 2003, 21:23:44
Was heißt denn bitte "antschechern" bzw. "sich antschechern" aus dem Lola-Blau-Lied "Heut werd ich mich besaufen"? Kommt das von "Tschecherl"? Dann könnte man es vielleicht mit "kneipen" (in die Kneipe gehen) übersetzen (nicht zu verwechseln mit "kneippen").
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Peter Silie am 12. November 2003, 10:56:02

Wie die Titelzeile des Liedes bereits verraet, bedeutet "sich antschechern" soviel wie "sich besaufen".
"Tschechern" sei, habe ich gerade gelesen, dem Jiddischen entlehnt (schochar).
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 12. November 2003, 12:16:27
Genau. Das dazugehörige Hauptwort: der Tschecherant. hat aber nichts mit den Tschechen zu tun :-)) Ein Trinker. Muss allerdings nicht unbedingt ein Alkoholiker sein, sondern auch einfach jemand, der jetzt gerade trinkt - zuviel allerdings, und der anmutet wie ein Gewohnheitstrinker.
Es gibt auch das sogenannte Tschoch. Das ist ein dunkles, verrauchtes, eher niveauloses Trinklokal. Angeblich kommt das interessanterweise aber nicht vom jiddischen Scheijcher (schochar, hebr. trinken, wie Silie schon sagte) sondern von einem alten Gasthausnamen, "Zum Schächer", der verwienerischt  DER Schächer, also "d'Schecher" wurde...alles laut Wienerischlexikon.

Antritschkerln kommt  übrigens auch noch vor in dem Lied - gleiche Bedeutung. Das steht allerdings nicht mal im Wienerischlexikon und kommt meiner Meinung nach von Tropfen - ohne Gewähr.

Jaja, für's Saufen und für's Sterben und für's Bumsen gibts im Wienerischen zahllose Ausdrücke....

Und noch was Wichtiges: Dieser Text ist NICHT von Kreisler, sondern von Tamar Radzyner, einer (leider schon gestorbenen) Freundin,  gebürtige Tschechin und KZ-überlebende, die sehr viel tolle Texte schrieb, und leider nichts veröffentlichte. Kreisler hat ein paar Ihrer Texte vertont.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Guntram am 12. November 2003, 23:10:51
Leider ist das mit Dieter Hildebrand schon sehr lange her. Die bayerischen Politiker wollten der Sendung Scheibenwischer ein paar mal ans Leder.

Vielleicht kann sich jemand anders noch daran erinnern warum man ihn beim BR abgeschaltet hat. Es gab damals einen ziemlichen Presserummel. Von wegen Zensur und Bevormundung der Zuschauer.

Seitdem ist der BR da auch etwas ruhiger geworden oder man ist von Privaten inzwischen härteres gewöhnt.

Komischerweise sind gerade die Privaten in Bayern ziemlich verhätschelt worden. Vermutlich hat das mit Kirch zu tun der seit Franz-Josef beste Kontakte zu unserer Regierung hat.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 12. November 2003, 23:51:23
Also, vielleicht ist das ein Vorurteil - aber ich habe den Eindruck, dass man beim BR schon das erz-katholische, nachgerade kleinbürgerlich verklemmte des Landes merkt - ich finde BR gemahnt viel mehr an Ösifernsehen, als der Rest der Dritten bei Euch...
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Peter Silie am 13. November 2003, 01:16:04

@ Tamar Radzyner

Danke, Sandra! Ich habe mich immer schon gefragt, wer das eigentlich ist.

Das waer ein feiner Thread!
Dialekt-Ausdruecke fuer SHAGGING!
;D

Meine liebsten sind ja

drucken, pempern und pudern -

versteht niemand jenseits der Donau  :D
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 13. November 2003, 01:24:59
@ Silie, Sandra: Aha, aus dem Jiddischen ist das Wort. Wieder was gelernt. Wie man sich irren kann bzw. wie schnell man unzutreffende Zusammenhänge herstellen kann: Ich hätte ohne diesen Hinweis eine Art K.u.k.-Zusammenhang mit den Tschechen unterstellt (so nach dem Motto Pilsen=Bier=Riesenkneipe=usw.).
Mein Ö-Duden unterscheidet zwischen Tschoch (=Mühe, Anstrengung) und Tschocherl (=einfaches, gemütliches Café). Welche Bedeutung ist up to date? (Ich finde, Tschoch hört sich eher wie das letzte Loch an, also wie eine Spelunke und nicht wie ein gemütliches Café.)

@Silie: Ist pempern was anderes als pimpern?
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 13. November 2003, 01:28:27
@Guntram: Das erste Ausscheren des BR aus dem gemeinsamen Abendprogramm der ARD wegen einer Scheibenwischer-Sendung war Anfang/Mitte der 80er Jahre. Anlaß war die Ankündigung von Hildebrandt/vom SFB, die Sendung würde sich ausführlich mit dem (damals noch fertigzustellenden) Rhein-Main-Donau-Kanal befassen. Der Kanal war eines der großen Umwelt-Themen in der BRD (neben der WAA Wackersdorf, Startbahn West, AKWs+Gorleben - ach, das waren noch Zeiten...) und wurde als Milliardengrab bezeichnet.
Wie der BR das Ausscheren begründet hatte und was stattdessen gesendet wurde, weiß ich nicht mehr. Dahinter steckte natürlich die sog. Staatsregierung unter F. "J." Strauß, die sich und der Welt viel vom Kanal versprach. Die Sendung war eine der besten und erfolgreichsten Scheibenwischer-Ausgaben, auch Gerhard Polt und Gisela (?) Schneeberger traten auf. Für Polt war das wohl der kabarettistische Durchbruch auf Bundesebene gewesen.
Von einem Ausscheren des BR während einer Live-Sendung hab ich mal was gehört, kann das aber nicht zuordnen.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 13. November 2003, 11:05:34
Ja, Tschoch ...ich kann mich erinnern, dass das auch für schwere Arbeit verwendet wird. Aber ich höre es meist im Zusammenhang mit Lokal. Ich glaube, das mit der Arbeit ist nicht mehr en vogue, seit das Wort Job gang und gäbe ist. Unterschied kenne ich allerdings keinen: er hat ein schweres Tschoch - oder: das ist ein echtes Tschoch - da merkt man schon den Unterschied durch das Drumherum. Aber vielleicht weiss Silie mehr - er ist ein ECHTER Wiener, ich nur eine angelernte.

Und Pimpern heisst pinkeln.
Pempern ist: bumsen, schnackseln, ditschkerln, nagln,stessen (hat allerdings auch die Bedeutung: stossen)...wer weiss noch welche? :D
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Peter Silie am 13. November 2003, 20:22:56

ditschkerln - *rofl* das ist ja herzig

"stessen" bedeutet uebrigens auch "stehlen".

Bei "Tschoch" bin ich leider ueberfragt.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 13. November 2003, 23:58:50
ditschkerln kommt von tschechisch: Dicka (mit Hacek auf dem c) Degenspitze...
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 17. November 2003, 23:40:21
...und kann jemand was zum Ausdruck "g'schert" (=dumm) sagen? Ich habe mal gehört, das sei eine Anspielung auf die kurzgeschorenen, also gescherten Haare der Bauern im Ständestaat. Stimmt das?
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: joelli am 18. November 2003, 07:04:50
Der Ständestaat ist ja an vielem schuld, aber für die G'scherten kann er nichts.
Das ist ein Begriff, der in Wien für die angeblich ungebildete Dorfbevölkerung verwendet wird, auf dem Land in Umkehrung aber für die Grossstädter (die grosskopfaten Weana).
Ob das Abscheren der Kopfhaare hygienische (Lausbekämpfung), oder finanzielle Gründe hatte, weiss ích auch nicht. Aber auf Fotografien meiner Grosseltern habe ich gesehen, dass immer einige Glatzerte auf den Klassenfotos sind.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 18. November 2003, 19:02:32
Exactamente! Die "G'scherten" also die Geschorenen vom Land sind auch nicht notwendigerweise dumm - aber primitiv, low-classy, würde man heute wohl sagen, proletenhaft. (Wir wissen, dass das nicht stimmt, aber daher kommt der Ausdruck Gschert. "red nicht so gschert daher!" - Sprich nicht so schmutzig....
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 21. November 2003, 01:02:51
Das finde ich aber nett, wenn der gscherte Ausdruck reziprok in/für Stadt und Land verwendet wird. Da kann man dann nichts falsch oder richtig und oder auch umgekehrt machen.  ;D

Jiddische Wörter:
Im Feuilleton der NZZ vom 18.11.2003, S. 37, wird ein neues Jiddisch-Wörterbuch sehr gelobt: Hans Peter Althaus: Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft. München 2003 (C.H.Beck). 216 S., 17,40 CH-Franken. Der Autor, ein Germanist, erkläre die Etymologie der Wörter, nenne dialektale und soziolektale Unterschiede und gebe literarische Quellenhinweise an. Es würden in dem Lexikon 1100 Wörter erschlossen.
Hört sich gut an.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 21. November 2003, 10:14:27
Was mich vor allem interessieren würde, sind die schweizerischen Ausdrücke, die aus dem jiddischen kommen, und umgekehrt, die jiddischen Worte, die es nur im (hihi) schwyzerisch-jiddisch gibt.

Es gibt ja zB newyorker jiddische,  oder zB wiener jiddische Ausdrücke, die ganz spezifisch für diese Stadt (und Umfeld) gelten, die woanders aber seltener verstanden werden.  (in NY zB Tschatschkes- in Wien wäre das eher tinnef, also Glumpert, wenn wir rein wienerisch reden = Tand, Nippes in Germanien.)
Und natürlich umgekehrt ebenso wie im wienerischen jiddische Worte verwendet werden, im newyorker-ischen auch. "I had to schlepp all the stuff home", "we had a wonderful Blick"
Wieso haben wir eigentlich keine Schwyzer unter uns??? ::)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 23. November 2003, 13:51:24
@Sandra
Vielleicht bist DU ja in Wirklichkeit die Schweizerin unter uns: "Blick" (s.o.) ist doch ein richtiges Schweizerwort - zumindest als Name im dortigen Printmedienbereich. ;D
Nein, ich finde solche Sprachenüberlagerungen wie Du sie oben nennst wunderbar. Immer her damit! :D Sind das Deine Beobachtungen oder kann man das irgendwo nachlesen? *neugier*
Was anderes: woher stammt Dein Kraus-Zitat (vom 29.10.2003) zur deutsch-österreichischen Sprache? Ich kann leider keinen solchen Aphorismus finden, würde aber seeehr gerne die Quelle wissen.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 23. November 2003, 19:49:19
Boh, was du alles wissen willst...ich weiss diesen Spruch von meinem Pappi, und DER hat immer behauptet, es sei vom Kraus - der geht schon so lange um in unserer Famile - eigentlich in ganz Wien, JEDER kennt den hier. So wie der von von dem Land wo auch Zwerge lange Schatten werfen...
Und mit dem Schwyzertum hast Du irgendwie sogar Recht - mein Liebster isch nämlich us dr Schwyz...
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Bastian am 27. November 2003, 01:55:46
Was säh ich als ich neulich durch das forum gäh? Gopfridschtutz, en Uusländer!!! Ja Heilandsack nochemal!! Das hätti jetz nöd 'tänkt!!! Nein, Sandra ist hier nicht die Schweizerin.

Apropos (s.o.) Der BR hat sich ebenfalls aus einer Scheibenwischersendung ausgeklinkt, als Lisa Fitz einen Sketch zu Tschernobyl brachte. Sie rief dort bei irgendeinem Amt an, um zu fragen, ob sie jetzt den Großvater endlagern müsse, da sie ihn über Nacht draußen im Regen vergessen hatte. Außerdem ging es da, glaub ich, noch um Heimaterde, die mit deutschem Blut getränkt sei- guter Humus, oder so. Ich habs nicht mehr genau im Kopf.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 27. November 2003, 15:08:59
Das ist aber ZIEMLICH gut, das mit dem Grossvater! Geile Idee!
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 27. November 2003, 22:37:36
@Bastian
Nuklearer Bayernwischer: Ich erinnere mich jetzt blaß daran, wäre nicht mehr darauf gekommen.
Herzlich willkommen übrigens im GKDF, ein wenig verspätet bei dieser Gelegenheit nachgereicht. ;)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 27. November 2003, 23:46:09
...Nachtrag: Das offizielle Bayern hat anscheinend so seine Probleme mit öffentlichen Leichen. Das offizielle Bayern hängt z. B. gerne an einem Mord-/Hinrichtungs- und Folterinstrument angenagelte Leichenfiguren  im öffentlichen Raum auf. Was hatten die dann eigentlich gegen den imaginären Tschernobyl-Opa?
Titel: Re: öffentliche Leichen
Beitrag von: Bastian am 28. November 2003, 01:49:33
He Johannes, was Du meinst, das waren Wahlplakate!!
Übrigens: Vielen Dank fürs Willkommensein.
Basti
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Guntram am 28. November 2003, 12:28:55
Tja, das offizielle Bayern ist offiziell ja ganz schön erzkatholisch :-X

Der mit den zwei Holzbalken und vier Nägeln - gibts übrigens den Witz:

;DWas ist eine Leiche, zwei Holzbalken und vier Nägel ???

:oKruzifix im Heimwerkerset ;D

- hängt überall, in einigen Kirchen stehen Skelette in Prunkornaten, aber eine anatomische Ausstellung in München versuchte man wie anderenorts in Deutschland auch zu verhindern.

Die manche Ganzkörperpräparate sind sicherlich ethisch anzweifelbar. Aber Verbieten bedeutet zu verhindern, das man sich einen eigene Meinung bilden kann und ist somit eine Entmündigung.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 30. November 2003, 01:44:58
@ Guntram
;D

@ Bastian
Was waren Wahlplakate? (Oder meinst Du gar die "Keine Anzeige" aus der Titanic 12/1986, S.36/37, mit dem Typen, der aus Weißblechdosen ("Ich war eine Dose") recycelt, sozusagen wiederauferstanden wurde? Das gab damals eine Rüge vom Presserat, haha.)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Bastian am 30. November 2003, 03:23:42
Mit dem Wahlplakaten meinte ich die "angenagelten Leichenfiguren  im öffentlichen Raum". War doch Landtagswahl.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Johannes am 30. November 2003, 18:04:39
@Bastian
Ich meinte unausgesprochen die ganze Kruzifix-Geschichte bis hin zum BVerfG von *...??...* ca. 2000. Wahlplakate meinte ich nicht, ich hab auch nichts von solchen Plakaten mitbekommen oder vielleicht wieder vergessen. Aber das ist ja eine Bestätigung des ganzen Vorgangs, wenn Du Ähnliches, also Zutreffendes verstanden hast.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Sandra am 30. November 2003, 22:11:44
Basti, vergiss es, das mit der Leich wird nicht so verstanden.....
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Guntram am 16. Juni 2004, 08:58:35
Ich habe mal alle Begriffe aus den vorhandenen Liedtexten, die meiner Meinung nach, einer Erklärung bedürfen zusammengestellt um sie ins Werksverzeichnis aufzunehmen. Wobei mir das bisher im Forum geschrieben eine gute Basis war. Folgende Begriffe sind übrig geblieben:

alte Kohn          Die letzten Tage
Atlatus             In der Stille
Blaues Glas      Aus blauem Glase
Comie               Telefonbuchpolka
Deirischen         Das war net
Fujang              Die Chinesen
Großvardein      Die letzten Tage
Mopperl               Der Tod, das muß ein Wiener sein
Osse                        Der Kämpfer
Romarei            Der Weihnachtsmann auf der Reeperbahn
Ruderleib’l                Achtzehn Jahre
Seller                        Das Holz für unsern Gartenzaun
Staane                Das war net
Untam               Für was bist du gekommen
Zahnderln         Der Tod, das muß ein Wiener sein

Gefragt sind hauptsächlich die Österrreicher weil das meiste austria-Spezifische Ausdrücke sind oder in der BRD nicht mehr gebräuchlich sind.

Beim "alten Kohn" weiß z. B. ich nicht hat Kreisler einfach einen Namen genommen oder hat er eine hintergründige Bedeutung. Genauso beim "Blauem Glas" ich bin der Meinung das bezieht sich auf Kobaltglas, aber es fehlt ein Zusammenhang, falls es ihn gibt.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: joelli am 16. Juni 2004, 09:21:35
Adlatus ist ein Helfer, ähnlich wie

Comie     Telefonbuchpolka = Commis (franz. Gehilfe, hier ist wohl der Beisitzer gemeint)

Deirischen    Das war net (Terrischen = Gehörlosen)

Stana sind einfach Steine.

Ruderleib’l      Achtzehn Jahre (ärmelloses Leiberl)

Untam     Für was bist du gekommen (Untam ist einer der sich nicht durch Geschicklichkeit auszeichnet, dem alles schiefgeht)

Zahnderln    Der Tod, das muß ein Wiener sein (Diminuitiv von Zähne)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: joelli am 17. Juni 2004, 11:33:22
Heut' hab' ich den "Seller" auch kapiert, heisst "Söller" (offene Plattform oberer Stockwerke, oder Dachboden)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Scipio am 30. August 2006, 11:02:21
Zitat
Ich habe mal alle Begriffe aus den vorhandenen Liedtexten,
die meiner Meinung nach, einer Erklärung bedürfen zusammengestellt ...
Atlatus      entspr.       In der Stille....

Im Falle des "Atlatus", trifft das nicht ganz zu.

Denn der Begriff/das Wort "Atlatus" kommt ja mal ursprünglich aus dem Lateinischem Sprachgebrauch
und bedeutet nichts weiter,

als Diener, Assistent oder halt einfach ein als helfender Verwalter eingesetzter Sklave
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: whoknows am 30. August 2006, 15:02:57
Ave, Römer!  ;) Aber das war ein Mistverständnis Deinerseits. "In der Stille" bezieht sich auf den Liedtitel, wo der Adlatus vorkommt. Erklärt wurde er schon weiter oben. Aber trotzdem schön, einen Neuen hier zu haben! :)
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Katinka Koschka am 30. August 2006, 22:29:45
Bedeutet "verjuxen" bei Max auf der Rax "verspotten" (von Jux) oder was anderes...?
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: whoknows am 30. August 2006, 23:28:20
Eigentlich heisst verjuxen ausgeben, verplempern. Man verjuxt üblicherweise Geld oder Zeit.
Titel: Re: Wörterbuch
Beitrag von: Guntram am 31. August 2006, 08:47:27
Wenn man an die nächsten Zeilen denkt " es quietschen die Knochen ... " dann wohl eher auffressen. Ist wohl die Freiheit des Texters?