Georg Kreisler Forum

Georg Kreisler => Georg Kreisler: die Lieder => Thema gestartet von: Guntram am 08. Januar 2004, 08:16:34

Titel: Schlechte Lieder
Beitrag von: Guntram am 08. Januar 2004, 08:16:34
Wenn sich bisher niemand traut und bis jetzt ganz hinten im Tread Werksverzeichnis drüber diskutiert wird.

Hier kann ab jetzt über schlechte Kreisler-Lieder diskutiert werden.

Also welches sind schlechte Lieder, wo geht beim Text der Schuß nach hinten los? Wo kann man an der Musik, der Interpretation herummeckern?
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Guntram am 08. Januar 2004, 08:41:50
Ich mach auch gleich den Anfang  :o

Mit dem Weihnachtsmann auf der Reeperbahn konnte ich nie viel anfangen, irgendwie klang der Text für mich aufgesetzt.

Vor kurzem habe ich das Lied von Topsy Küppers mit der  weiblichen Textvariante gehört, die ich deutlich besser finde, was sich nicht nur an der Stimme liegt.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Choirgirl am 09. Januar 2004, 12:53:26
Ich kann die allgemeine Begeisterung für "Der Bluntschli" nicht ganz nachvollziehen, obwohl ich meine, die Intention verstanden zu haben. Als schlecht würde ich es nicht bezeichnen, es ist nur ein Lied, das ich gern überspringe.

Das Reeperbahnlied mag ich, besonders die Interpretation von Tim Fischer (die weibliche Variante gefällt mir auch besser  ;))
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 09. Januar 2004, 16:46:21
Für das Verständnis vom Weihnachtsmann hülfe auch ein bisschen Hintergrundwissen über die allgemeine Tradition der Dirnenlieder, die eigentlich ab 1933 fast ganz aufgehört hat, und deren Stil. Es ist nämlich ein klassisches Genre-Lied - wie ich meine, bewusst in dieser Tradition geschrieben, und ich hab mich jetzt mal drübergetraut bei meinem Weihnachtsprogramm. "Getraut" weil es eine schwere Nummer ist, die Küppers macht sie wirklich sehr schön, (vor allem wenn man sie dabei gesehen hat!)die Peters ganz besonders schlecht - kein Wunder, dass man die Nummer nicht mag, wenn man nur diese Interpretation kennt. Er macht sie...hm...so mittel, finde ich, tendierend zu eher uninteressant - das liegt aber auch daran, dass es aus einer Dritt-Position heraus geschreiben ist, wenn er es singt
Ich bin sie bei der Intepretation ganz gerade angegangen, und weniger auf witzig - das heisst, am Anfang haben die leute noch gelacht, weil es ja auch komische Textstellen gibt, aber letztlich erzählt das Lied meiner Meinung nach die Geschichte von einer Nutte, die sich eine art Götterfigur wünscht, eben den Weihnachtsmann, und der  tiefe und innige (und naive)Glaube daran gibt ihr die Kraft, ihr leben  so lakonisch zu leben und vor allem:auszuhalten. Das heisst, dass das Publikum - meiner Interpetation nach - am Schluss des Liedes die Nutte als Mensch zu begreifen beginnt, und Ihre Schwäche und gleichzeitige Stärke wahrnehmen kann.
Ich hatte schon Leute in der Vorstellung, die mir nachher gesagt haben, sie hätten zwar am Anfang noch gelacht, aber bei der letzten Strophe tatsächlich geweint - und das ist natürlich ein grosses Lob - dann hab ich erreicht, was ich wollte

Aber schlechte - besser: schwächere Lieder von Kreisler gibt es einige. Finde ich.
Zum Beispiel finde ich: Bundeskanzler Irgendwer eher matt.  Der einzige gute Gedanke ist genau der Titel, sonst ist es so ein 08/15-Protestlied. Auch "Ihr wisst garnichts" ist bei genauerer Ansicht ziemlich simpel gestrickt und vor allem inhaltlich enorm Vorurteilsbehaftet. Oder "Weit, weit in Bonn" - das ist das gleiche in blasslila.
Dann gibt es einige Neuvertextungen, die hätte er sich sparen können - von Tauben vergiften/Herzen vergiften zB finde ich ziemlich schwach, Ohne Geld/Nur ka Jud finde ich nachgerade grauenvoll inhaltsleer.
Und immer wieder findet man "reim Dich oder ich fress Dich"-Zeilen.
Ganz im Allgemeinen hab ich seit mitte/ende der 80er kein Lied mehr gefunden, was mir WIRKLICH so rundherum gefällt, dafür vorher umso mehr.

Ich kenne allerdings keine Lieder, wo ALLES schlecht ist. Aber es gibt eben  nicht so ausgereifte, es gibt welche, da wird auf niedrige Instinkte gezielt, es gibt welche, da macht es es sich leichter, als ich mir das wünschen würde - bzw ihm zutraue. Es gibt Lieder, die ein ziemlich schlechtes Frauenbild zeigen. Es gibt Lieder, die um's Verrecken nicht ankommen  - Kreisler sei positiv gehört da dazu. Das ist schweisstreibend, bei der Nummer einen Lacher zu holen. Aber irgendwas schönes ist glaube ich in jedem Lied drin, und seien es zwei Zeilen.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Johannes am 10. Januar 2004, 14:46:03
(Ich stimme Sandra oben absolut zu. @Sandra: Du bist mir auf gute Weise zuvorgekommen, vielen Dank.)

Ich möchte - ähnlich wie Sandra - zwischen "schlecht" und "schwach" unterscheiden.
Ich meine dabei die Texte; die Musik ist für mich hier nachrangig.
An Lieder-Texten von GK, die "schlecht" - oder gar "ärgerlich" sind -, fallen mir drei, vier Titel ein; "schwach" sind ein paar mehr; aber: Ein Wunder, wenn es das nicht gäbe! (Man muß ziemlich lange suchen, um solche Titel bei GK zu finden.)

Mit "schlecht" meine ich solche Lieder, die das Gegenteil dessen aussagen, was der der Autor/Verfasser eigentlich ausgedrücken will; also Mißverständliches.
"Schwach" finde ich solche Lieder, die mich langweilen, textlich oder musikalisch nervig sind, oder deren Aussage sich mir immer noch nicht erschließt.
Im zweiten Fall ("schwach") liegt der Fehler eher bei mir/einem selber - und die Zahl in dieser Lieder reduziert sich zunehmends.

Bei "schwachen" Liedern lohnt sich immer wieder ein Austausch mit anderen Leuten. Ich hab' nach solchem Austausch schon manches mit einem "Aha!" in anderem Licht gesehen. (So geht es mir gerade mit dem Reeperbahn-Lied, siehe oben. Ich mag das Lied trotzdem immer noch nicht, merke aber, daß ein "Mehr" hinter dem "Weihnachtsmann" ist.)

Ärgerlich finde ich ein Lied über die Frau (da singen noch ein paar andere Dodln mit), und schlecht wird das Lied "Kreisler, sei positiv" wegen der zwei Stellen,  über die wir uns hier in einem anderen thread ausreichend ausgetauscht haben - und die ich dem GK sooo gemeint nicht zutraue. Und über meine Meinung zum Lied "Der Sekretär" hab' ich mich hier im GKDF bereits ausreichend ausgelassen. Also "Schlechtes" ist sehr alt und zeitlich wie qualitativ nicht repräsentativ und ich glaube, daß GK (sowie die InterpretInnen seiner Lieder) das selber weiß (wissen), weil diese Titel kaum vervielfältigt wurden.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Bastian am 11. Januar 2004, 01:34:39
Ich finde es generell sehr schwierig ein Lied überhaupt zu bewerten. Manchmal dauert es länger, bis ich eins "verstanden" hab, manchmal kann ich ein Lied auch dann sehr schätzen, wenn ich es einfach nicht "kapiere". Oftmals kann ich anderen dann auch nicht erklären, warum es doch "gut" ist. Zum beispiel "zwei alte Tanten": Kaum einer findet das Lied schlecht, aber kaum einer "versteht's". Dem einen gefällt die Melodie, der andere findet sie stiltreiberisch. Wieder ein anderer steht auf penetrante Wortspiele. Ich für meinen Teil haue und drücke diese Akkorde einfach gern in mein Piano. Es hat also nicht zwingend etwas mit dem Verständnis zu tun, ob ein Lied "gut" ist oder nicht.

Dann gibt es noch Stücke, die nur eine kurze Halbwertszeit haben, wie die blauen Augen, Bidla Buh, Taubenermorden, Hey Jude, Can't buy me Love, Wanderniere und Yesterday. Aber sie sind deshalb nicht unbedingt schlecht, sie brennen etwas heller, dafür kürzer. Und gehen einem dann natürlich mächtig auf die Eier. Dann muss man weghören, wegrennen oder man spielt sie einfach nicht mehr.

Ich kann "Kreisler, sei positiv" übrigens wunderbar anhören, ich kann es auch umschreiben in "Deutsche, seid positiv" (geht sehr gut, wirkt aber sehr klugscheißerisch!), kann es spielen und mir meinen Teil dazu denken. Es gibt halt Stücke mit mehreren Möglichkeiten, und Lieder, die eindeutig und eindimensional sind.

Jetzt, wo ich so darüber nachdenke... "Wir sind alle Terroristen" mit Frau Peters an der Stimme ist ja nun wirklich grauslig, da läufts mir immer kalt den Rücken runter und ich bekomme goose pimpels, sogar in my Gesicht. Aber kann ich das dem Lied vorwerfen? Oder Frau Peters? Oder bin ich's?
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 11. Januar 2004, 12:26:17
Im letztgenannten Falle würde ich sofort sagen: Beiden. Dem Lied UND ihr. Sie schafft es ja nicht mal, GUTE lieder gut wirken zu lassen...  ;D Und das Lied ist nicht GANZ so schlecht, kein Geniestreich, aber sooo schlimm ist es nicht, rein inhaltlich hat es einiges für sich. Es ist allerdings, das muss ich konzedieren, in einer Zeit geschrieben worden, wo es eine Stimmung anspricht (die RAF-Panik der 70er) die schon wieder passé war. Heute allerdings - wo das mit dem Terrorismus eine andere Form angenommen hat - sich daher auch  das Wort "Terrorist" anders anfühlt - ist es nachgerade obszön. Denn es vergleicht nicht Vergleichbares.

Gute Lieder, finde ich, erkennt man auch daran, dass sie einen eben über längere Zeit hinweg faszinieren - und zwar vielleicht sogar immer wegen anderer Gründe.
Klar gibt es bei Liedern - wie bei Büchern oder Filmen - auch solche, die einen nur in einer bestimmten Stimmung oder Lebenssituation berühren. Das müssen dann ja auch keine schlechten Werke sein. Das Adagio von Albinoni kann in manchem Momenten einfach himmlisch sein, und in anderen nervender Kitsch...

Aber so richtig Hand und Fuss hat ein künstlerisches Werk, finde ich, wenn es einen über Jahre hinweg immer wieder trifft. Wenn es zeitlos ist, und einen nicht in einer bestimmten Stimmung treffen muss - sondern eben eine Stimmung ERZEUGT - egal in welcher man vorher war.

Für mich zum Beispiel sind die Tanten hervorragendes "Handwerk" - entstanden sind sie aus einem Nebensatz von Peter Wehle, der die Geschichte erzählt hat, von den alten Damen, die bei ihm gegenüber nachts getanzt haben. Aber dass daraus eine Parabel um die "sich aussen vor (und vorbei) drehende Welt" entstanden ist, ist schon ziemlcih genial - und die Musik ist auch klug.

"Die Augen von meiner Maschine" sind auch so eine abstrakte Geschichte, die mich über Jahre hinweg immer berührt, und die ich auch zeitlos finde (auch wenn das Wort "Dutt" fast schon unbekannt ist) Fast die gesamten "Seltsamen Liebeslieder" - es gibt -x Lieder, die mich (auch beim selbst singen) immer wieder auf's Neue treffen.

Aber es gibt auch  jede Menge Lieder, die sich nur anhand eines einzigen "Schmähs" aufbauen - wie das "Kreisler sei positiv" - noch dazu...  sagen wir: angelehnt an einen Kästner..
Auch "18 Jahre","Treten Sie näher Franz Josef" - ich kann sie garnicht alle aufzählen, die Lieder die Anlass-Lieder sind, oder jene, die in sich nicht stringent sind, die "nur" witzig und enorm vordergründig sind - und die, die eben einfach reines Handwerk sind: Nette Reime, saubere Musik, aus.

Wie ich hier bereits einmal ausführte: die genialsten "schlechten Lieder" sind nach wie vor von Gerhard Bronner. Nur er schafft es, in solcher Häufung Lieder zu schreiben, bei denen man erst nach etlichem anhören draufkommt, dass sie eigentlich nicht gut sind...
Aber auch Kreisler hat ein paarmal dieses Kunststück vollbracht.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Choirgirl am 11. Januar 2004, 18:47:50
Oh, das tut schon in der Seele weh  :'(... "Wir sind alle Terroristen" und "Ihr wisst gar nichts" gehören echt zu meinen absoluten Lieblingsliedern und Barbara Peters mag ich auch!

Dabei ist grad der Staat das größte Übel,
das alle Menschen seit Jahrhunderten versaut;
und jeder einzelne von uns ist nur ein Dübel,
in den der Staat den Nagel seiner Allmacht haut.


ist doch einfach genial.. wie kann man das anders sehen? *grübel*

Zitat
Dann gibt es noch Stücke, die nur eine kurze Halbwertszeit haben, wie die blauen Augen, Bidla Buh, Taubenermorden, Hey Jude, Can't buy me Love, Wanderniere und Yesterday. Aber sie sind deshalb nicht unbedingt schlecht, sie brennen etwas heller, dafür kürzer. Und gehen einem dann natürlich mächtig auf die Eier. Dann muss man weghören, wegrennen oder man spielt sie einfach nicht mehr.


Hmm, dem stimme ich voll zu. Ich kann auch nicht verstehen, wie manche sich bei solchen Liedern auch nach dem 500. Hören immer noch vor Lachen wegwerfen. Komisch finde ich auch, dass viele denken, wirklich jedes Georg Kreisler Lied sei lustig. Als bei "Adam Schaf hat Angst" Tim Fischer "Weg zur Arbeit" gesungen hat, haben tatsächlich ein paar Leute am Anfang des Liedes gelacht (sie kannten es wohl nicht).

Was ist an "Jeden Morgen gehe ich zirka acht Minuten lang,
Außer, wenn ich krank bin, von meiner Wohnung in meine Kanzlei" lustig?



Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Bastian am 12. Januar 2004, 01:31:30
an Choirgirl:
Zitat
Seele weh  
(https://www.georgkreisler.net/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.smiley-channel.de%2Fgrafiken%2Fsmiley%2Fliebe%2Fliebe002.gif&hash=6b0b384e5fb0bbf0173bba7fb43504cf462e6cb3) Das wollte ich nicht. Hoffentlich kommt nie jemand auf die absurde Idee, "Zu leise für mich" oder "Ich kann tanzen" zu kritisieren. Dann geht meine Seele flattern.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 12. Januar 2004, 10:22:59
Wenn jemand DIESE Lieder kritisiert....pfff...das kann man doch nicht ernst nehmen  ::)

Aber mir stellt sich jetzt ganz intensiv die Frage, wie sehr man jemanden ernst nehmen kann, der die Peters "begabt" findet....
Sorry, das geht echt über meinen Horizont. Das ist ähnlich wie wenn jemand die Schwarzwaldklinik als grosses Schauspiel bezeichnet...
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Peter Silie am 12. Januar 2004, 17:50:32

Zitat
...jemand..., der die Peters "begabt" findet...

Wer macht so etwas  ???  ;D
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Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Choirgirl am 12. Januar 2004, 22:33:49
Zitat
Aber mir stellt sich jetzt ganz intensiv die Frage, wie sehr man jemanden ernst nehmen kann, der die Peters "begabt" findet....


Hmmm, ich nehme an, da sprichst du mich an?? >:( ;D
Vielleicht ist sie keine große Sängerin (ganz gewiss nicht), aber ich finde die Art, wie sie die Lieder bringt ganz gut. Außerdem passt ihre z. T. dreckig berlinische Art oft zu den Texten ("Frau Schmidt", "Die Touristin"). Dass ich sie mag liegt wahrscheinlich auch mit daran, dass Georg Kreislers Stimme auf den letzten Alben nicht mehr so brilliant ist.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Peter Silie am 13. Januar 2004, 04:50:29
 Also moment, ich war total ueberrascht, wie ich die "juedische Gesellen"-CD zum ersten Mal gehoert habe, wie frisch er klingt!
Klar ist die Stimme aelter und ein bisschen heiserer als frueher - aber ich wuensche mir, dass ich mit 80 auch noch derartig in Schuss bin wie Herr Kreisler!!

Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 13. Januar 2004, 10:47:36
Naja, sorry, Choirgirl, aber dass jhemand "gut" klingt, bei Liedern, die genau sind wie man selber - das ist ja nicht schwer. Frau Schmidt und die Touristin liegen ihr, das gebe ich zu - diese Lieder passen einfach zu ihr und Ihrer Stimme, und sie muss nix "interpretieren" - SIE muss diese Lieder nur singen  - aber wenn Du Dir zB "Freiheit ist die Kneipe nebenan" anhörst, oder den Weihnachtsmann auf der Reeperbahn oder "Immer wenn immer dann" oder oder oder - eigentlich ALLES andere, dann kann man schnell merken, dass sie erstens immer gleich klingt, zweitens immer falsch singt (von der Qualität der Stimme mal Schwanz zu Geigen) und drittens nicht interpretieren kann. Zudem stolpert sie auf Bühnen, geht wie eine Ente, und sieht bei jeder Nummer gleich prätentiös und "full of herself" aus....

Bei Kreisler indes geht es weniger um die Stimme als um die Interpretation, er klingt immer unterschiedlich - zudem muss und soll ein Autor beim eigenen Vortrag anders klingen, als ein Interpret fremder Lieder...
Ausserdem hat Silie recht: Uns gewünscht die Kraft mit über 80
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Choirgirl am 13. Januar 2004, 14:28:20
Zitat
Naja, sorry, Choirgirl, aber dass jhemand "gut" klingt, bei Liedern, die genau sind wie man selber - das ist ja nicht schwer. Frau Schmidt und die Touristin liegen ihr, das gebe ich zu



Okay, ich merke, du hältst auch persönlich nichts von ihr. Dazu kann ich nichts sagen, weil ich sie nicht kenne.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 13. Januar 2004, 14:38:11
Stimmt, ich halte auch persönlich nicht viel von ihr - aber es gibt etliche Leute, von denen ich persönlich nichts halte, die ich aber künstlerisch schätze - ich bemühe mich SEHR, von persönlicher Meinung nichts in eine künstlerische Beurteilung fliessen zu lassen. Aber es gbit etliche Kreisler-Interpretinnen, die es weitaus besser machen, als die Peters. Ich kenne allerdings niemanden, der schlechter ist. Alle haben zumindest EINE Sache, die mich für sie einnehmen könnte, entweder Stimme, oder looks, oder Auftritt oder Intellekt - IRGEND was. Bei der peters finde ich nix. UND ich mag sie auch noch nicht besonders. Und das ist ein bisschen viel auf einmal, finde ich....
Und noch einmal: Ich bin mir sehr bewusst, dass es gerade für jemand, der selbst diese Lieder singt, viel einfacher ist, alles andere schlecht zu finden, und sehr naheliegend. Und ich gebe mir alle Mühe, dass ich da nichts vermische, und meine Beurteilung möglichst objektiv halte.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Guntram am 14. Januar 2004, 07:58:45
Und da ist er wieder der kleine Ausflug zu BP  ::)

Ob sie die Noten trifft kann ich nicht sagen - ich bin ein absoluter musikalischer Tiefflieger - aber ihre Stimme kann ich nur wohldosiert ertragen.

Noch was zur "Frau Schmidt", es gibt drei Aufnahmen mit BP, alle klingen für mich gleich (das zum Thema Interpretation) ob sie die Töne immer gleich falsch trifft überlasse ich den Fachleuten.

Und um noch etwas Salz in die Wunde zu streuen, es gibt auch zwei Aufnahmen mit Topsy Küppers (die ich leider nicht kenne), die ich gerne mal zum Vergleich heranziehen würde .....................



PS: Die gesanglichen Qualitäten von Topsy Küppers kenne ich und die sind Spitze.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Choirgirl am 14. Januar 2004, 19:11:48
Jaaaa, hackt ruhig alle auf mir rum  :( :'(

:) ;)

Ich habe mir jetzt mal viel von der Peters angehört und, zugegeben "Das Wort Verlassen" und "Was tut man um zu sein" sind wirklich grauslig. "Fürchten wir das Beste" habe mich mir extra wegen "Was tut man um zu sein" gekauft und war sehr enttäuscht. Wo ist dieses Lied von Georg Kreisler gesungen drauf? Ich hab's so leider bloß auf Kassette (Radiosendung).

Meine Güte :o, bin ich harmoniebedürftig, ich erkenne mich selbst nicht wieder. Womit ich aber nicht sagen will, dass nicht stimmt, was ich eben geschrieben habe.

So, jetzt von mir aus weiter im Text mit schlechten/schwachen Liedern. Kann mir jemand erklären, was an "Der Bluntschli" so toll ist?
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Choirgirl am 14. Januar 2004, 19:15:57
Übrigens, mir ist eben was Lustiges passiert. Eben hat meine Tante angerufen und gefragt, ob bei mir kreischende Kinder sind (habe "Was tut man um zu sein" mit BP gehört).  ;D ;D ;D
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 14. Januar 2004, 22:19:44
Ist das nicht auf den Purzelbäumen? Oder der Mutterseele- Platte? Bin ja schon ein älteres Weib, und habe daher das Meiste noch auf Schallplatten. So richtiges Vinyl, kaum zu glauben ;-)
Ist ein ziemlich geiler Text, dieses Was tut man um zu sein.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Peter Silie am 15. Januar 2004, 01:45:56
Zitat
Eben hat meine Tante angerufen und gefragt, ob bei mir kreischende Kinder sind (habe "Was tut man um zu sein" mit BP gehört).  
 ;D :D :D ;D  *rofl*
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Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Bastian am 15. Januar 2004, 01:53:59
Also, ich hab "Was tut man um zu sein" auf der CD "Vorletzte Lieder".
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Guntram am 15. Januar 2004, 08:37:05
@Choirgirl
Bitte faß es nicht als persönliche Kritik auf, wir sind eigentlich alle ganz lieb.

Du hast sicher schon in anderen Treads über BP gelesen. Dann kannst du dir ein Bild machen.

Ansonsten Geschmack ist was persönliches und darüber läßt sich gewöhnlich streiten, außerdem ist es schön wenn jemand eine andere Meinung hat, sonst wäre es ja langweilig.  ;) ;)

Übrigens "Was tut man um zu sein" ist auf

Vorletzte Lieder                  von 1972
Fürchten wir das Beste   von 1997
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 15. Januar 2004, 14:34:21
*schmilz* Guntram ist wieder sooo liiiiiiieeeeeb.... ;)

Jaja, hast eh recht. Aber ich denke, Choirgirl kennt uns böse Zungen schon: Wir meinens nicht so...
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Choirgirl am 15. Januar 2004, 14:54:15
Also echt, so ein Quatsch... ich fühle mich nicht im Geringsten angegriffen... in Zukunft höre ich auf rumzuheulen...


Zitat
Übrigens "Was tut man um zu sein" ist auf
 
Vorletzte Lieder   von 1972
Fürchten wir das Beste   von 1997


Danke, also "Vorletzte Lieder" - hoffentlich gibt's die CD noch.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: joelli am 15. Januar 2004, 16:45:54
Ein Lied, das Frau Peters noch recht gut interpretiert ist die Hexe (bitte keine Häme).
Schlechte Lieder?
Der Kanzler lacht
Der Max auf der Rax
Die Musicalprobe

Wie soll ich erklären, dass der Bluntschli und der Bundeskanzler irgendwer grossartig sind? Wer es nicht kapiert ist irgenwie selber schuld.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 16. Januar 2004, 01:02:44
Naja.
Also, ich finde die Hexe von ihr nicht besonders - aber das liegt daran, dass ich ja auch sprecherin bin, und es einfach fachlich nicht gut gemacht finde - dazu kommt, dass ich sie natürlich gut genug kenne, um genau zu hören, was "privat" ist - weil sie es eben nur so kann - und was "Kunst. Das höre ich also anders - und das gilt ja irgendwie nicht.
Die Musicalprobe ist auf die Marika Rökk gemünzt, und ihre Arbeit - war also ein aktuelles Thema, dass man heute nicht mehr versteht.
Max auf der Rax ist eine jiddische Wortspielerei - ich persönlich find's herzig, aber es ist auch Zielgruppen-gemünzt, und halt eine Blödelei. Ich glaube aber auch nicht, dass das Lied "mehr sein will" als es ist - und daher finde ich das legitim. Nur blödeln ist doch auch mal okay - so wie das "Lied über garnichts". Es muss ja nicht alles den Über-Anspruch haben...
Aber der Kanzler lacht - vor allem die erste Fassung - finde ich schon eigentlich eine gute Nummer. Diese lachenden Fratzen - in Zeiten wie jenen - und demgegenüber das tagtägliche Leben, so quasi im Raum schwebend immer dabei...also mir gefällt die Nummer schon gut.
Dafür finde ich die Wanderniere so eine ulk-nummer, und ich finde, da ist sogar beim RaxMax noch mehr drin, als in dieser Nummer - da bleibt keine Leerstelle, die man mit seiner Phantasie füllen kann, und für mich bleibt die bei den Wortspielen schon irgendwie. Aber das ist vielleicht kulturell oder mentalitäts- bedingt.
Über Geschmack lassen sich bekanntlich keine Messer wetzen.

Der Schluss von "Du hast ja noch Dein Grab"  ist schlecht - die Nummer muss ich gerade lernen, weil ich ein Konzert für eine Chirurgenversammlung habe und die haben sich das gewünscht. (*gg*)
Und ich komm immer mehr dahinter, dass die Nummer eigentlch schön ist - nur der Schluss ist verhatscht. Ein Notschluss, ohne Übergang, ohne dass man hingeführt wird. Schade.
Ganz herzlich schlecht ist auch "20 Jahre Sicherheit"... da ist sogar die Musik fad.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Guntram am 16. Januar 2004, 07:16:10
Bei "Zwanzig Jahre Sicherheit" muß ich dir zustimmen, das Lied geht gar nicht an mich.

Auf meiner persönlichen Skala ist "Vierzig Schilling" immer mehr auf dem absteigenden Ast. Ich habe jetzt die Version als "Sieben Euro" gehört. Er bringt auf "Wenn ihr lachen wollt" von 2001, die chem. Analyse so als wäre sie aktuell und nicht von 1968. Was nicht heißt die stimmt nicht mehr, aber es paßt einfach nicht mehr zusammen mit dem Lied, besonders  wenn man´s weiß.

Das mit dem Wortspiel mußt du mir jetzt aber noch erklären. ;D
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 16. Januar 2004, 10:55:41
Achje. Witze erklären.
Ich darf Dir dazu etwas zitieren, das GK vor Jahren schrieb, als er plante, ein Konversationslexicon zu schreiben:"Den Witz zu diskutieren heisst, ihn zu leugnen. Wohl haben sich grosse Männer wie Sigmund Freud oder Karl Kraus mit dem Witz befasst,  as was hat das zur Bewusstseinsveränderung beigetragen?
Leute, die sich über ernste Dinge lustig machen sind längst nicht so peinlich wie Leute, die lustige dinge ernsthaft zu diskutieren versuchen. Ersteres zeigt nur von Geschmacklosikeit, letzteres aber von Verfall."
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Guntram am 16. Januar 2004, 10:59:06
Klar, aber ich meine die jiddische Wortspielerei. Die kenn ich nicht und warscheinlich viele andere auch.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 16. Januar 2004, 16:22:51
Jaja, hätte ja gerne noch mehr zu dem Thema geschrieben - nur kam dann unser Studiotermin...
Anyway. Was ich sagen wollte: Diese Art von Wortverständnis, die verbuchselung von Wegstaben, das ist nichts, was man "haben" muss, zu VERSTEHEN ist das leicht - es werden im konkreten fall einfach die i's und die o's vertauscht, nix dabei. Aber dass man das nett findet - oder dass man zum Bleistift das Reh-Spiel lustig findet (Reh, das anfängt: Reaktion, Reh, das bedient: Reserve, Reh, das tief singt: Relativ, etc) - das muss man einfach nett finden, so quasi von Geburt an oder so...
Es gibt Leute, die sagen aus Prinzip Sankt Ufe - wenn sie Stufe meinen, es gibt Leute, die freuen sich daran. Und andere finden es einfach nur doof. ERklären kann man das nicht. Wie eben überhaupt Witze nicht erklärt werden sollen/können...
Es gibt tausende solcher Spielereien. Der Kategorische Imperativ, zum Beispiel: Hau, Degen! oder: Spring in's Feld! oder: Lach, Sack! oder: Wein, Flasche! und und und...
Von Schüttelreimen ganz zu schweigen:
Sehr schwer ist's mit dem Schwanz zu geigen -
Von einem Cello ganz zu schweigen.
Oder:
Hier stinkt es nie am Damenklo,
denn es sind stets Zyklamen do.
Oder:
In China isst man Wachtelscheisse
man fängt die Tiere schachtelweise
steckt sie in eine weisse Schachtel
und sagt zu ihr: jetzt scheisse, Wachtel.

Die "Tante Jolesch" ist voll davon, und es ist eigentlich eine Pflichtlektüre, dieses Buch...
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Dunkelblaue Dille am 16. Januar 2004, 18:01:56

Die "Tante Jolesch" ist vielleicht etwas erläuterungsbedürftig - es gibt mehrere Bücher (mit Anekdoten) von Friedrich Torberg, in denen eine Person dieses Namens vorkommt (Meinst Du die?)

Über solche Sprachspielereien (und andere Formen des Sprachwitzes) hat Hans Weigel übrigens ein sehr schönes Buch geschrieben: "Blödeln für Anfänger. Aussichtsloser Versuch der Bewältigung eines in dieser Form nicht zu bewältigenden Gegenstandes" Erschienen in den 60igern im Diogenes-Verlag und danach noch mehrfach neu aufgelegt (momentan leider nur noch antiquarisch zu bekommen) - absolut lesenswert, da amüsant und lehrreich ;D

Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Bastian am 16. Januar 2004, 22:37:34
Man könnte den Thread noch um seine Essays ergänzen. http://www.hagalil.com/archiv/2004/01/kreisler.htm Wie kommt es, dass ich nur so selten verstehe, worum es ihm in seinen Essays geht? Meist beginnt er mit einem Zitat und wabert dann in Assoziationen rum. Gegen Ende schließt er mit einer (natürlich) pessimistischen Frage oder Aussage...

Ich verstehe schon was er meint, und das letzte Essay ist auch verhältnismäßig stringent und sachlich bestimmt nicht verkehrt. Aber was oder wen will er damit bewegen? Er bringt doch nur längst bekannte Tatsachen, wie
Zitat
Man kann ebenso wenig Halbjude sein, wie man Halbkatholik oder Halbmoslem sein kann.
und ich frage mich: aus welchem Grund schreibt er dies? und: Zu welchem Zweck? Es liest sich immer so beliebig. Auch sein "Vorläufig die Amerikaner" http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2003/06/kreisler.htm ist eigentlich eine unsägliche Verwirbelung und Verzwirbelung von Antiamerikanismus, Theater, Antisemitismus und Fernsehkritik. Man könnte es ihm fast übelnehmen, so waberig ist das.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Bastian am 16. Januar 2004, 22:54:57
Oh, ich sehe gerade: über das eine Essay habt Ihr schon eimal diskutiert. Aber da ging es mehr um Frau Krienen. (Zumindest dachte Sie das). Lohnt nicht, das aufzuwärmen. He, Dille! Wenn ich das dort so lese,...
Hut ab! ...ehrlich tief beeindruckt.
Basti
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 17. Januar 2004, 01:12:15
Hihi,
ich nehme an, aus diesem Grund hat Dille auch einen neuen Thread eröffnen wollen - damit wir abseits dieser Dame reden.
Ich finde auch, Basti, dass Du recht hast - ich habe auf meiner Homepage mal polemisiert gegen seine Essays - auch bei diesem bin ich nur geteilt seiner Meinung, wie ich überhaupt finde, dass seine Prosa....

Als ich ein kleines Kind war, sassen wir alle mal am Mittagstisch - damals noch mit meinem geliebten Opa, Gk's Vater. Und Georg las ein Prosa-werk vor, dass er gerade geschrieben hatte.
Danach gab's eine kurze Pause, dann sagte mein 80-jähriger Opa: "Schuster, bleib bei Deinem Leisten" - was Georg natürlich ungemein geärgert hat.
ich hab das alles nciht verstanden, damals, aber irgendwie ist es mir in Erinnerung geblieben, und wie gesagt: Ich finde dass eigentlch in allen Prosawerken immer wieder grenzgeniale Sätze vorkommen - aber das Gesamte ist doch eher schwurbelig und unklar.
Und ein guter Satz - nur um des guten Satzes willen! - Das ist mir zu wenig. Das geht in Liedern, weil man das da auffangen kann - aber in einem Prosawerk oder gar politischen Essay sollte man doch einen gewissen Sinn finden können, der dahinter steht - ausser dem einen: Ich bin dagegen.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Andrea am 01. April 2004, 19:44:57
Sandra, du schreibst:
Aber mir stellt sich jetzt ganz intensiv die Frage, wie sehr man jemanden ernst nehmen kann, der die Peters "begabt" findet....
Sorry, das geht echt über meinen Horizont. Das ist ähnlich wie wenn jemand die Schwarzwaldklinik als grosses Schauspiel bezeichnet...

Ich fürchte, ein einziges Mal muss ich mir die Frau anhören. Ich kann mir durch den Vergleich mit der Schwarzwaldklinik nur schwer vorstellen, dass mir das, was sie macht, wie sie’s macht gefällt. Ich will aber mal mitreden können. Am Besten sollte ich mir von ihr „Das Wort verlassen“ anhören, dann hat sie wahrscheinlich bei mir schon verloren.

Zudem stolpert sie auf Bühnen, geht wie eine Ente,
bei dem Part musste ich schon sehr lachen...
und sieht bei jeder Nummer gleich prätentiös und "full of herself" aus....
Ojeee!!!

Und dann:
Ich bin mir sehr bewusst, dass es gerade für jemand, der selbst diese Lieder singt, viel einfacher ist, alles andere schlecht zu finden, und sehr naheliegend.

Weiß ich nicht. Für mich ist näher liegend, die anderen besser zu finden als sich selbst.

Choirgirl schreibt:
Eben hat meine Tante angerufen und gefragt, ob bei mir kreischende Kinder sind (habe "Was tut man um zu sein" mit BP gehört).
:
-)ber sowas passiert einem durchs Telefon manchmal leider auch bei wirklich guten Interpreten.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 01. April 2004, 22:43:47
Naja, waren harte Worte, die ich da gebraucht habe...ich mag sie halt nicht. Weder ihre Stimme, noch ihre Interpretationen. Aber ich bin in meiner Kritik trotzdem über's Ziel geschossen, denke ich, und möchte mich hier in aller Form entschuldigen!
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Zyankalifreund am 23. April 2005, 09:01:06
Ich glaube nicht, dass ein Künstler wie Georg Kreisler tatsächlich SCHLECHTE Lieder schreibt.
SCHLECHTE Kunst gibt es nicht.

Es gibt da aber schon ein Lied, mit dem ich recht wenig anzufangen weiß, "Der Sonttagsspaziergang".
Es tut mir leid, aber ich kann es mir nicht anhören. Es tut in meinen Ohren regelrecht weh.

Aber schlecht ist es trotzdem nicht. Sicher wollte Georg Kreisler genau diese seltsame Stimmung rüberbringen. Wenn dem so ist, dann ist das Lied genial, nur leider ungenießbar.  ;D
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 23. April 2005, 10:57:39
Sonntagsspazier ist eine grandiose Nummer. Aber sie ist nicht von ihm. sie ist von Tamar Radzyner. Nur die Musik ist von ihm.
Aber die Nummer ist schwer von Platte mitzukriegen, vor allem wenn man diese Stimmung, das, was die Nummer beschreibt, nicht kennt.
Live funktioniert sie hervorragend - ich mach sie mit dem Streichquartett, und man merkt total, wie sie im Publikum trifft. Sie ist eine Nummer für das westliche Bildungsbürgertum - denn die haben solche Sonntagspaziergänge in realiter und übertragen.

Es ist sehr deprimierend. Und sehr deprimiert. Und es sagt in etwa: Wir haben eine Stunde die Welt gerettet, Geld verdient, uns mit problemen herumgeschlagen, aber wir schalten jetzt ab, was um uns passiert, und sind eibne glückliche Familie. Es geht um Eskapismus. Und das ist das deprimierende daran - denn was es anklagt, ist zugleich auch eine Notwendigkeit.Jeder braucht eine Auszeit, egal, was ihn oder sie sonst so umtreibt.
Tamnar Radzyner war in etlichen KZ, und war - leider ist sie schon tot - eine grossartige Frau, die tolle Texte geschrieben hat, warmherzig, humorvoll und immer traurig. Der sonntagsspazier berührt irgendwie auch Adornos "Kann man nach Auschwitz Gedichte schreiben"
Aber ich gebe zu - er ist schwer zu verstehen, und sicher nicht für jeden.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Andrea am 23. April 2005, 14:26:11
Ich finde ihn sehr gut gemacht, weil er in wenigen Worten vielsagend ist und man als Hörer sich sein eigenes Bild dazu machen kann.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Thomas am 25. April 2005, 19:43:05
Zitat
Ich glaube nicht, dass ein Künstler wie Georg Kreisler tatsächlich SCHLECHTE Lieder schreibt.
SCHLECHTE Kunst gibt es nicht.

Aber Barbaraah Peters gibt es halt doch.

Und die Ausrede, das sei keine Kunst, lass ich nicht gelten. (Es IST eine Kunst, eine derart geniales Lied wie "Das tut man um zu sein" so zu verschandeln).

Man kann im übrigen von mir aus auch einen Kreidestrich am Boden zur Kunst erklären - manche tun dies und das akzeptiere ich problemlos. Aber keinesfalls würde ich mich der Freiheit berauben lassen, dieses Kunstwerk als mies zu taxieren.

Ach ja, nicht so dolle Kreislerlieder. Telefonbuchpolka? Macht irgendwie nicht so wirklich einen Punkt, und den auch nicht besonders gut, finde ich.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 26. April 2005, 01:17:02
Ja, ich finde ganz viele von seinen Hahaha-Liedern...naja, sagen wir eher: nicht meins. Ja, sie sind lustig - die Telefonbuchpolka ist, finde ich, schon gut gebaut, ganz nach dem klassischen Muster - wie schon seit Grünbaum unverändert. Aber das ist eben auch heute ein bissel veraltet. Und ich glaube, gerade daran beweist sich häufig, ob Kunst "gut" ist - jedenfalls gibt es für mich da vier Kriterien:
1.) es muss handwerklich gut gemacht sein - bzw muss merkbar sein, dass der Künstler sein Handwerk versteht, und es nicht ein Zufallstreffer ist
2.) Es muss berühren. Egal ob angenehm oder unanagenehm - es muss eine Seite im Betrachter zum Klingen bringen. Der Betrachter sollte es nicht sehen/hören und in der Sekunde wieder vergessen können.
Es muss entweder 3.) die im nachfolgenden künstlerischen Werke verändern, beeinflussen, (Beispiel: Andy Warhol)
oder 4.) auch noch nach zwanzig Jahren nicht antiquiert wirken. (Negativbeispiel: Salvador Dali)

Das sind sicherlich keine allgemein gültigen Kriterien - aber es sind MEINE.

Die Telefonbuchpolka ist heute antiquiert. Aber sie ist grossartig geschrieben, gebaut, und gebracht.
Sie ist natürlich auch für Österreicher noch lustiger, weil da ist das Telefonbuch WIRKLICH so. Die Namen stehen alle drin.

Dasselbe gilt  aber zum Beispiel auch für "der Überzieher" von Reutter. Heute nur noch lustig, wenn man es als "dieser Zeit zugehörig" anhört. Eine gute Nummer, sicherlich. Aber für mich gutes Handwerk, nicht Kunst.

Anders zu Beispiel: "Ich kann tanzen" - ich glaube nicht ,dass diese Nummer je antiquiert sein wird.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Thomas am 27. April 2005, 13:19:24
Spannendes Thema. Finde es jedenfalls schon mal sehr weise von dir, eigene Kriterien zu definieren. Es lebe die Subjektivität!  

Aber selbst subjektive Kriterien sind schwierig. Das handwerklich gut gemachte ist mir auch lieber, aber wenn eine Idee brillant ist, darf sie von mir aus auch mal etwas hölzern umgesetzt sein. Kennst Du z.B. den Schweizer Mundart-Barden Jack Stoiker? Der kann zwar weder singen noch Gitarre spielen, aber das tut er absolut brillant.

Und die Nachhaltigkeit finde ich auch heikel. Meist weiss ich heute nicht, was ich in 20 Jahren noch gut finden werde, möchte aber lieber nicht so lange mit meinem Urteil warten. Ausserdem lässt diese Forderung den historischen Kontext ausser Acht. Heutzutage wär das ziemlich lahm, aber wenn ich mir vorstelle, wie Dali in einem mit Blumenkohl gefüllten Rolls-Royce durch das New York der 20er Jahre gefahren ist, finde ich das schon eine Performance der besseren Art. Ausserdem würden seine Bilder wohl weniger abgelutscht wirken, wenn sie nicht seit 50 Jahren auf Postkarten, Tischsets, Mausmatten, Kravatten, Kondomen und was weiss ich wo zirkulieren würden.

Oder nehmen wir „40 Schilling“. Damals eine super Idee, wie ich meine, aber heutzutage vollkommen irrelevant. Für 40 Schilling bzw. 4 Euro bekommst Du ja nicht mal das Nierchen eines Moldaviers. (Diese Wertsteigerung des Menschen brüllt übrigens geradezu nach einer Neuinterpretation, nicht? Faszinierend, dass wir alle Millionenwerte mit uns herumtragen und trotzdem dauernd pleite sind.). Finde das Lied aber trotzdem gut.

Aber es sind ja auch deine Kriterien, und Regeln bestätigen die Ausnahmen oder so. Aber ich glaub für mich finde ich lieber situative Begründungen als allgemeine. Das macht es mir dann auch leichter, die Meinung zu ändern, wenns wieder mal dringend nötig wird.

Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 27. April 2005, 14:44:08
Das ist ein Missverständnis. ich glaube nicht, das etwas SCHLECHT ist, nur weil es den oben genannten Kriterien nciht entspricht.
Es muss auch deswegen nicht unkünstlerisch sein, es kann sehens- und hörenswert sein (siehe auch "der Überzieher" oder x Grünbaum-Lieder) - Aber ob ich es eher zu Kunst rechne, ist die Frage. Künstlerische Arbeit ist nicht notwendigerweise gleich Kunst. Es kann zum Beispiel Kulturgut sein, sogar wichtiges Kulturgut. Und grossartiges Handwerk.

Allerdings: ich bin ein Kritiker dessen, was ich "one trick pony" nenne. Wenn dieser Schweizer tolle Ideen hat, ist das grossartig, und ich höre es sicher gern (ich kenne ihn nicht) aber wenn die Ideen schlecht bringt, stellt sich die Frage, warum. Warum gibt er es nicht jemandem, der es besser kann? Oder vielleicht leben die Ideen gerade davon, dass sie schlecht gebracht sind? (Wie bei Funny van Dannen)?
ich mag es nicht, wenn Künstlerisch arbeitende Menschen die Arbeit zu schnell als "fertig" abgeben - wenn man daran noch hätte arbeiten können. Nur eine gute idee ist mir zu wenig - sie mus auch gut gebracht sein. Allerdings, wenn die Ideen eben davon leben, dass sie so gebracht werden, ist das okay.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Thomas am 27. April 2005, 16:30:09
Jetzt kenne ich den Funny van Dannen nicht, aber es ist bei Stoiker schon auch so, dass der schlechte Vortrag das Hörerlebnis bereichert. Und insofern kann man das dann auch wieder als gutes Handwerk bezeichnen.

Und zu "Künstlerische Arbeit ist nicht notwendigerweise gleich Kunst". Dem kann man an sich ja nur beipflichten. Ich hatte bloss schon zu viele Kunst-oder-nicht Diskussionen, die nirgendwo hinführten, weil das die Suche nach einer objektiven Wahrheit an einem Ort ist, wo's meist nur eine subjektive gibt. Da lass ich persönlich dann lieber alles Kunst sein und sage nur noch, was ich warum gut oder schlecht finde (den Kunstbegriff so fies abzuwerten fällt mir als bekennender Nichtkünstler allerdings wohl einfacher als dir). Genau darum hat mich natürlich auch das Statement von Theaterfreek, dass es keine schlechte Kunst gäbe, etwas aufgestachelt.

Nach all dem pseudokunstphilosophischen Gesülze übrigens noch was Handfestes: Mein 4-jähriger verlangt im Moment dauernd, dass ich ihm deine Lieder-CD abspiele, wenn ich ihn in die Spielgruppe fahre - vor allem den Max auf der Rax. Auch beim 6- und beim 8-jährigen haben Brittney und Konsorten momentan keine Chance gegen dich. Möge es so bleiben!
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 27. April 2005, 19:07:20
Ja, ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass gerade Kinder manchmal total auf Lieder abfahren, die sie eigentlich ncoh garnicht richtig verstehen. Die Kinder von einem Freund von mir mögen zB besonders gern die Nackten Mädchen auf der Streicher-Cd -  und Mein Mann will mich verlassen sowieso...
ich hab als Kind den Max auch geliebt, und viele andere Lieder, deren Sinn sich mir erst viel später erschlossen hat. Keine Ahnung, warum das so ist.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Thomas am 27. April 2005, 19:37:30
Ja, so wird das wohl sein. Zuerst fahren sie auf Lieder ab, die sie nicht richtig verstehen. Und dann auf solche, die ich nicht richtig verstehe.
(hier käme nun ein gutgelaunter Smiley, aber er will sich mir nicht einfügen)
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Dagmar am 27. April 2005, 20:08:19
Mein Sechsjähriger singt nach wie vor von morgens bis abends Brecht - ich bezweifle, dass er versteht, was er da singt, noch jedenfalls  ;)
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Thomas am 27. April 2005, 20:54:21
Das Kleinkind singt Brecht und die Mutter kann Smileys einfügen - in diesem Forum kriegt man Komplexe.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Dagmar am 27. April 2005, 22:12:50
Na ja also mit 6 ist man ja nicht mehr wirklich ein Kleinkind - das ist ja schon fast auf dem Weg zum Manne...und so eine rasend spannende Besonderheit ist das auch nicht: Das "Kleinkind" saß über ein dreiviertel Jahr mehrfach wöchentlich bei meinen Konzertproben dabei. Meistens unterm Tisch und hospitalisierte da so langsam vor sich hin. Da hat er sich dann doch entschlossen, irgendwann alle Lieder laut mitzusingen. Ab da durfte er dann zuhause bleiben, die Traumatisierung wirkt allerdings noch bis heute nach  ;)

Apropos: Smileys kannst Du ganz einfach auch einfügen. Wenn Du Dein Posting schreibst, ist über dem Kasten, in dem Du schreibst, eine Reihe mit Smileys abgebildet. Du klickst mit der Maus einfach auf das Smiley, das Du einfügen willst und schon steht es im Text.

Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Thomas am 27. April 2005, 22:47:53
 :) ;) :D ;D >:( :( :o 8) ??? ::) :P :-[ :-X :-/ :-* :'(

Ahhhh........welche Pracht. Jetzt nur noch Konzertproben organisieren und die Kleinen unter den Tisch schicken...

Für welche Konzerte probst Du denn?

Und wie kriegen wir diesen Thread jemals wieder zum Ursprungsthema zurück?
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Andrea am 27. April 2005, 23:03:22
Noch nicht. Ich hab mit elf Jahren alle möglichen englischen Lieder gesungen, die in der Hitparade liefen. Damals waren meine Verwandten aus Kanada auf Besuch. Sie sagten, phonetisch stimmt das alles. Ich wünschte, ich könnte noch so schnell wie damals englische Texte lernen.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Thomas am 28. April 2005, 01:44:09
Eigentlich der Idealfall: Beliebte Hits singen zu können ohne verstehen zu müssen, was man singt.

Die im Alter zunehmenden Fremdsprachenkenntnisse zerstören leider manche Illusion. Hrmpph... Lass es sein, lass es sei-iin, lass es sein, lass es sein, weise Worte sprechend, lass es sei-ei-eiiiiin etc.

(So gesehen gibt es auch keine schlechten Kreisler-Lieder, womit dieser Thread obsolet wäre und wir weiterhin über anderes diskutieren können.)
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 28. April 2005, 11:09:01
*kicher*
Let it be ist auch ein Sonderfall. So ein gutes schlechtes Lied ist selten zu finden.
Die Leute neigen ja sehr dazu, Lieder zu mögen, deren Text sie nicht verstehen.
Natürlich fällt mir jetzt wieder kein passendes Beispiel ein - aber es gibt etliche Lieder, die Hits wurden, ohne dass irgendwer den Inhalt hinterfragt hätte.
Ah, doch! Ein Beispiel: Diese Masochisten-Nummer (eigentlich total Frauenfeindlich) von der Madonna, Hanky-Panky - die war so was.
Ich höre in den biedersten Radiosendern Lieder, wo einfach völluig klar ist, dass sich niemand überlegt hat, was der Text ist.
Dafür gibt's Zeiten, da wird die Text-Betulichkeit dann wieder überstrapaziert. Könnt Ihr euch noch erinnern, dass während des ersten Irak-krieges alle Friedenslieder plötzlich verschwunden waren? In England sogar offiziell verboten, in Deutschland kamen sie stillschweigend einfanch nciht mehr vor...
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Bastian am 28. April 2005, 11:16:01
Im Übrigen verstehen beinahe alle Leute den Satz "Let it be" genau falsch, nämlich als "lass es bleiben". Statt, "lass es sein".

"Isn't she lovely" vom Stevie. Das handelt auch nicht von einer Frau, sondern von seinem Töchterchen...
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 28. April 2005, 11:25:55
Eecht? Das weiss man auch nicht? Ich dachte, das ist eh bekannt...
Für mich ist es oft erstaunlich, zu hören, was Leute alles nicht verstehen. Das kommt natürlich auch daher, dass ich zweisprachig aufgewachsen bin, und mir garnicht vorstellen kann, das manche Dinge für andere nicht klar sind.  (Klassisch egozentrisches Weltbild ;D)
Kürzlich war ein Bericht im Fernsehen, dass die Geschäftskette Douglas ihren Slogan "Come in and find out" geändert hat, weil zu viele Leute völligen Schwachsinn verstanden haben. Zum Beispiel: Komm rein und finde wieder raus. ;D
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Bastian am 28. April 2005, 11:28:50
"Sorry, maaama,... but tonight I'm cleaning up my closet."
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Sandra am 28. April 2005, 11:33:24
 ;D


@ Thomas: über Dagmars Konzerte schaust Du am Besten unter dem Thread Termine bei "Brecht-Konzert"
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Dagmar am 28. April 2005, 12:09:44
Oder hier: http://www.dagmar-anuth.de
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Dorian am 28. April 2005, 12:36:05
Zitat
Die im Alter zunehmenden Fremdsprachenkenntnisse zerstören leider manche Illusion. Hrmpph... Lass es sein, lass es sei-iin, lass es sein, lass es sein,...


Stimmt, das habe ich als 3-jähriger auch mitgesungen.  :D
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Andrea am 28. April 2005, 18:30:49
Zitat:
Dafür gibt's Zeiten, da wird die Text-Betulichkeit dann wieder überstrapaziert. Könnt Ihr euch noch erinnern, dass während des ersten Irak-krieges alle
Friedenslieder plötzlich verschwunden waren? In England sogar offiziell verboten, in Deutschland kamen sie stillschweigend einfanch nciht mehr vor...

Und nach der Flutkatastrophe "Die perfekte Welle" von Juli.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Burkhard Ihme am 30. März 2007, 12:55:55
Zitat
Die Leute neigen ja sehr dazu, Lieder zu mögen, deren Text sie nicht verstehen.
Natürlich fällt mir jetzt wieder kein passendes Beispiel ein - aber es gibt etliche Lieder, die Hits wurden, ohne dass irgendwer den Inhalt hinterfragt hätte.
Eines der bekanntesten Beispiele, bei denen die Leute keinen blassen Schimmer hatten, wovon das Lied handelt, war "Vamos ala playa". Soviel ich weiß gehts da um Umweltverschmutzung, trotz wurde es ein internationaler Sommerhit.
Titel: Re: Schlechte Lieder
Beitrag von: Arsenfreak am 05. Februar 2015, 21:24:51
Einige Lieder von GK wurden hier als "schwach" bezeichnet, z. B. "Taubenvergiften", "Biddla Buh" oder die "Wanderniere".
Dagegen kann ich nur entschieden protestieren. Sie sind für meine Frau und mich Klassiker und gehören zu unseren Lieblingstiteln.
Ebensosehr schätze ich auch heute noch "Achtzehn Jahre" und "Das Mädchen mit den drei blauen Augen". Es sind für mich einfach Perlen des genialen Nonsens, gewürzt mit der Prise typischen Kreislerschen schwarzen Humors.
Zum "Taubenvergiften" habe ich ja auch meine Parodie "Smogalarm im Revier" gedichtet, die an anderer Stelle im Forum zu finden ist.
Ich weiß nicht, ob Georg Kreisler meinen Limerick über die Taubenvergifterei noch zu Lebzeiten übermittelt bekam, das weiß vielleicht Bastian.
Hier möchte ich ihn vorstellen:

Auf der Bank saß im Park, kaum zu glauben,
Georg Kreisler mit Gift für die Tauben.
   In der "onderen Taschen"
   trug für sich er zum Naschen
eine Tüte mit griechischen Trauben.

Grüße

Arsenfreak