Der Nachlass in der Akademie der Künste

Begonnen von Hans, 21. Juli 2012, 22:56:50

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Hans

 In der Akademie der Künste in Berlin wurde der Nachlass von Georg Kreisler aufbereitet und geordnet. Zum Besuch im Lesesaal ist eine Anmeldung erforderlich.

Heiko

Hallo Urmel, welcome back!

ich ergänze mal einen dazugehörigen Link:
http://www.adk.de/de/archiv/archivbestand/literatur/index.htm?hg=literatur&we_objectID=7314

Habe zwar aktuell keinen Berlinbesuch vorgesehen, aber nun einen Grund mehr, diesen zu planen.

Gruß Heiko
"I would prefer not to."

Bastian

Ein etwas verspätetes Wilkommen h-j-urmel! Und vielen Dank für die Nachlass-Hinweise.
Leider hab auch ich dieses Jahr praktisch keine Zeit für einen Berlin-/bzw Wienbesuch. Und ein bisschen Zeit am Stück sollte man schon mitbringen, denk ich.

Ich fänd's aber fein, wenn jemand hier berichten mag! Ein paar Weaner und Baliner haben wir ja im Forum, vielleicht schaut ja mal jemand in einem der Archive vorbei und schreibt was darüber. Ich denke, gerade diejenigen, die es weit haben, würden sich darüber freuen- mich eingeschlossen.

Ja, die Zerstückelung ist sicher schade. Aber vielleicht ist sie in Anbetracht der Lebensführung nur konsequent. Und solange nicht noch ein Kistenfund aus Basel gemeldet wird,... Vielleicht können wir ja hier das ein oder andere zusammentragen.

Grüße und vielen Dank
Bastian

Holdger Platta

Können Sie mir helfen? - Ich habe in Erinnerung an Georg Kreisler zu seinem "Tauben vergiften" eine sogenannte Kontrafaktur verfaßt (Titel "Rentner vergiften" - kritisch gerichtet gegen die bundesdeutsche 'Sozialpolitik'), möchte das aber nur veröffentlichen, wenn die Rechte-Inhaber am Kreisler'schen Werk (Barbara Kreisler-Peters?) damit einverstanden sind.
Ob Sie mir mitteilen können, wer da anzusprechen ist - und wie?
Als Referenz nenne ich Konstantin Wecker, der mich persönlich kennt.
Mit herzlichen Grüßen und Dank schon jetzt,
Holdger Platta

Holdger Platta

Hallo,

ich danke Dir sehr für die enorm rasche Antwort! Ich probier's also...

Schönes Wochenende,
Holdger Platta

Holdger Platta

Lieber H-J- Urmel,

tja, das ist es ja gerade: ohne O.K. der Rechtserben - befürchte ich jedenfalls! - darf ich nichtmal hier den Text von mir veröffentlichen. Doch vielleicht antwortet Barbara Kreisler-Peters ja bald. Ansonsten müßte ich Dir direkt den Text zuschicken, but: wo/wie finde ich Deine höchstpersönliche Mailanschrift?

Stimmt: bin in der Medienwelt vor allem als Wissenschaftsjournalist unterwegs, aber es gibt auch zahlreiche literarische Veröffentlichungen von mir (Lyrik vor allem). Wer will, kann ja mal unter Platta Bücher rumgoogeln...

Schöne Sonntagsgrüße
Holdger

Bastian

Hallo Holdger,

ich nehme schon an, dass Du einen solchen Text auch ohne ein Placet hier veröffentlichen dürftest (eigene Schöpfungshöhe und Hinweis auf Original vorausgesetzt). Umdichtungen haben wir ja auch einige hier im Forum, da würde mich Deine natürlich auch interessieren. Hundertprozentig sicher bin ich mir da rechtlich aber nicht. Ich finde den Weg, sie zu kontaktieren, in jedem Fall anständig und gut. Mach das mal, bin gespannt, was kommt.

Du kannst dich auch gerne im Forum registrieren, dann kannst Du Privatnachrichten an andere Mitglieder schreiben und Dich austauschen.

Grüße
Bastian

Hans-Jürgen

Guten Abend Holdger,
bei google reicht er Hold einzugeben und der erste Vorschlag lautet Holger Platta. Interessante Bücher, die ich bisher entdecken konnte. Wird hoffentlich nicht zu lange dauern und ich werde eines davon in meinen Händen halten und natürlich dann auch lese. Eine Nachricht mit persönlichen Daten ist bei facebook hinterlegt. Beste Grüße, Hans-Jürgen

Holdger Platta

Lieber Bastian (und Ihr anderen),

heute bekam ich Antwort von Frau Kreisler-Peters, daß sie keine Veröffentlichung meiner Neuversion vom "Taubenvergiften" wünscht. Ich denke, das ist zu respektieren (obwohl ich' natürlich schade finde), und bitte, claro, auch Euch darum.
Herzliche Grüße nochmal (und Danke für die Adressenvermittlung!)
Holdger

Hans-Jürgen

Hallo Holdger,
und wenn Du Dich einfach an Tom Lehrer anhängst? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er etwas dagegen hat. Bei Georg Kreisler war er
doch auch sehr großzügig!
Gruß Habs-Jürgen

Burkhard Ihme

Vielleicht konnte er ja auch nicht nachweisen, daß sein Lied früher entstanden ist. Auf Platte gab es die Wiener Tauben ja drei Jahre zuvor.

Hans-Jürgen

Es war nicht meine Absicht und es ist nicht meine Absicht zu dem Thema Plagiate zu schreiben. Wer 1 und 1 zusammen zählen kann und wer logisch denkt, der wird zu einem eindeutigen Ergebnis kommen. Es soll hier nur eine Anregung sein, dass es nicht unbedingt erforderlich sein muss, in Salzburg eine Genehmigung für die Abwandlung des Liedes mit den Tauben und dem Vergiften zu holen. Man kann die englische Vorlage zu Grunde legen. - Noch kurz zu Daniel Kehlmann und seinen Bemerkungen zur Qualität der Werke des Georg Kreisler. In dem genannten Textbeitrag im "JÜDISCHER ALMANACH" schreibt Daniel Kehlmann an anderer Stelle: "In den späten sechziger und frühen siebziger Jahren erschienen dann Kreislers wichtigste Platten, mit denen er endgültig die Lieder seiner Anfänge wie........ - und auch Tom Lehrer - künstlerisch weit hinter sich ließ."  - Bei einem Vergleich von Georg Kreisler mit Tom Lehrer ist zu bedenken, Tom Lehrer war hauptberuflich Mathematiker und er nahm offensichtlich seine Tätigkeit, obwohl sehr erfolgreich, nicht so wichtig und ernst, dass er nicht, wie Georg Kreisler, bis ins hohe Alter schrieb und komponierte und auftrat. Er hörte auf und verschwand von der Bildfläche. Zwei Persönlichkeiten, die in der ganzen Art überhaupt nicht verglichen werden können, da nur zeitweise auf ähnlichem Feld tätig. Ich stelle mir vor, Tom Lehrer verschwendet keine Gedanken mehr an Tauben in Wien und sonst wo in dieser Welt. Und abschließend zu Georg Kreisler. Bei dem umfassenden Wirken auf sooo vielen Gebieten, spielen zwei, drei Lieder keine gewichtige Rolle, es sei denn Juristen finden ein Betätigungsfeld und es winkt Geld am Horizont.

Burkhard Ihme

#12
Zitat von: Hans-Jürgen am 15. März 2013, 18:31:05
Hallo Holdger,
und wenn Du Dich einfach an Tom Lehrer anhängst? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er etwas dagegen hat. Bei Georg Kreisler war er
doch auch sehr großzügig!
Gruß Habs-Jürgen
Wenn es dieses Interview wirklich gab (im Internet ist es nicht zu finden), war Tom Lehrer keineswegs großzügig, sondern im Gegenteil sehr verärgert.


Zitat von: Hans-Jürgen am 19. März 2013, 14:56:14
Es war nicht meine Absicht und es ist nicht meine Absicht zu dem Thema Plagiate zu schreiben. Wer 1 und 1 zusammen zählen kann und wer logisch denkt, der wird zu einem eindeutigen Ergebnis kommen.
Das halte ich für zu kurz gegriffen. Auch wenn Lehrer in dem verlinkten Interview behauptet, "Poisoning pigeons" schon einige Jahre gesungen zu haben: Ein genaues Veröffentlichungsdatung gibt er nicht preis.
So bewegt sich die Argumentation auf dem Niveau des Gerichtes, das Gary Moore wegen Plagiats im Fall von "Still got the blues" verurteilte:
Es gibt eine ziemlich ähnlich klingende und deutlich ältere Aufnahme eines deutschen Musikers, die nach dessen Aussage "mindestens einmal im Radio gespielt" wurde. Und da Gary Moore bekanntlich immer mal wieder in Deutschland war, ging das Gericht davon aus, er hab das gehört und deshalb 14 Jahre später ein Plagiat begangen.


Im Fall "Poisoning" ist die Argumentation, Lehrer habe das Lied schon vor 1956 geschrieben und Kreisler habe es bei einem Konzert gehört. Beides sind aber völlig unbewiesene Behauptungen.


Sollte ich mal vor Gericht stehen, würde ich von ganzem Herzen hoffen, daß da niemand auf diese Weise 1 und 1 zusammenzählt.

Hans-Jürgen

http://home.broadpark.no/~emeyn/tl/kreisler.html
Nur kurz nochmals zu diesem Thema der obige Link. Es geht ja hauptsächlich hier, ob "Rentner vergiften" einer Erlaubnis aus Salzburg bedarf.
Hier jetzt noch der Link zum "Rentner vergiften" von Detlef Schönauer:

Dieser Text ist natürlich so nah am Kreisler und Schönauer benennt Kreisler, da dürfte ein Kontakt zum Autor eher angebracht sein. Wäre interessant, ob Schönauer das wirklich tat. Es gibt aber so viele Abwandlungen der Originaltexte der unterschiedlichen Lieder, dass ich nicht annehme, die Künstler hätten alle um Genehmigung gebeten. Geäußert hat sich Kreisler öfters zu Vorträgen seiner Lieder durch andere Interpreten. Hatte nichts dagegen mit der Bemerkung, man möge die Gema-Gebühren nicht vergessen.
Einen schönen Tag!