Georg Kreisler Forum Georg Kreisler (2010)
Mit freundlicher Genehmigung
© Axel Hegmann

* Willkommen

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Hast du deine Aktivierungs E-Mail übersehen?

Letzte Beiträge

Witz des Tages von steffan
[Gestern um 23:15:17]


Fernseh-, Radio-Termine von h-j-urmel
[Gestern um 00:55:30]


Zwei alte Tanten Textinterpretation? von h-j-urmel
[14. November 2017, 12:29:00]


Comics (& Graphic Novels) von Burkhard Ihme
[13. November 2017, 21:01:42]


Heute Abend: Lola Blau von Burkhard Ihme
[02. November 2017, 12:50:21]

Herzlich willkommen im Georg Kreisler Forum!

Das Georg Kreisler Forum ist dem Werk des Satirikers, Dichters und Komponisten Georg Kreisler gewidmet. Das Georg Kreisler Forum ist ein Fanprojekt, Sie sind also herzlich eingeladen, Informationen zu Georg Kreisler beizusteuern und an den vielfältigen Diskussionen - auch weit über Georg Kreislers Werk hinaus - teilzunehmen.

"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")



Antworten

Name:
E-Mail:
Betreff:
Symbol:

Verifizierung:
Bist Du ein Spambot?:
Wieviel ist zwei mal zwei? (Wort):

Shortcuts: mit Alt+S Beitrag schreiben oder Alt+P für Vorschau


Zusammenfassung

Autor: Burkhard Ihme
« am: 26. Oktober 2009, 00:40:55 »

Quote (selected)
Vielleicht was für Dich, Burkhard?

"DIE BURG WALDECK FESTIVALS 1964-1969"

Hab ich natürlich (schließlich hat Stephan Rögner von der AG Song die alten Mitschnitte aufbereitet). Allerdings nur das Buch gelesen, die CDs noch nicht gehört.
Autor: Heiko
« am: 25. Oktober 2009, 12:55:15 »

Will nicht von Burg Waldeck ablenken,
aber es passt hier gerade:

100 Jahre Kabarett – 4 mal 3 CDs – umfangreiche Booklets (130-167 Seiten) - jede Menge Stücke von Hüsch - auch 2 von Kreisler (Taubenvergiften und Meine Freiheit, deine Freiheit)
ebenfalls bei Zweitausendeins.

http://www.zweitausendeins.de/suche/?ArticleFocus=1&ord=-1&alpha=1&cat=all&q=100%20jahre%20kabarett
Autor: Bastian
« am: 25. Oktober 2009, 00:14:43 »

Ich war gestern bei zweitausendeins, und sah dort diese Box stehen. Vielleicht was für Dich, Burkhard?

"DIE BURG WALDECK FESTIVALS 1964-1969

Über zehn Stunden bislang zum größten Teil unveröffentlichte Musik von mehr als 80 nationalen und internationalen Interpretinnen und Interpreten - von F.J. Degenhardt bis Reinhard Mey, von Odetta bis Phil Ochs, von Walter Moßmann bis Hannes Wader, von Lin Jaldati bis Perry Friedman, von Peter Rohland bis Hein & Oss Kröher, von Hedy West bis Guy Carawan, von Xhol Caravan bis zu Floh De Cologne, von Christof Stählin bis Schobert & Black, von Colin Wilkie & Shirley Hart bis Fausto Amodei, von Dieter Süverkrüp bis Rolf Schwendter. Als Bonustracks gibt es Interviewausschnitte sowie einen Auszug von der legendären Diskussion beim 1968er-Festival. Mit John Pearse, Aviva Semadar, Joan & José, H.D. Hüsch, Aleksander Kulisiewicz, Schnuckenack Reinhardt Quintett, Erich Fried, Ivan Rebroff & Das Balalaika-Ensemble Troika, Manolo Lohnes, Insterburg & Co. u.a. Plus 240-seitiges Buch im Schuber mit zahlreichen Fotos, Erinnerungen, Anmerkungen von Veranstaltern und Musiker/inne/n u.a.

Bear Family. 2008. 10 CDs plus Buch 89,99 €. Nr. 407557.
"

http://www.zweitausendeins.de/artikel/cds/pop/?cp=1&displayAtOnce=1&ArticleFocus=1&show=407557&ord=1&alpha=1&note=407557

Autor: Burkhard Ihme
« am: 27. August 2009, 18:01:08 »

Ja, die Nerother waren und sind ein seltsamer Verein. Aus dem verwandtschaftlichen Umfeld (Vater) dieser Lebensgemeinschaft (einmal Nerother, immer Nerother) kam allerdings auch eine schillernde Figure wie Baldur Buscher*, der 1968 bei Hollers Proklamation die Ho-Tschi-Minh-Fahne hochhielt. Später wurde er dann wieder etwas konservativer.
Das seltsame an den Nerothern ist ja auch, daß die zunächst völlig anti-bürgerlich waren, im 3. Reich explizit verfolgt (einer der Oelbermänner starb im KZ) wurden. Dabei wurde auch die Burg Waldeck, die den Nerothern gehörte, verstaatlicht. Nach dem Krieg kriegten sie sie nicht zurück, sondern mußten sie sich mit der ABW (Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck) teilen. Das sorgte von Anfang an für böses Blut. Warum sich das ausgerechnet bei den Festivals (die ja eigentlich der Tradition der Nerother sehr nahe waren) entlud, weiß ich nicht.

Korrigiert nach Baldurs Protest:
Quote (selected)
Zufälligerweise bin ich beim Surfen im "Georg Kreisler Diskussionsforum" gelandet.
Dort habe ich mit Erschrecken festgestellt, daß Du mich den Nerothern zuordnest.
Ich habe und hatte nichts mit ihnen zu tun!
Sicherlich, in der Waldeck-Zeit gab's Kontakte...
Aber zu sagen, die Nerother hätten mich hervorgebracht, grenzt an Verleumdung.
Das ist ungefähr so, als würde ich behaupten, Burkhard Ihme sei Mitarbeiter
beim alten Janetzki gewesen.

Im Gegenteil: die Masse der Nerother waren "unsere Feinde".
Auch später -bei den Festivals- waren die Nerother der Feind.
Aber vielleicht hab ich auch en Vater falsch in Erinnerung. Der Zusammenhang mit den Nerothern ist also, wenn überhaupt vorhanden, nur Anlaß, die geniale Aktion zu erwähnen. Zumindest ist Baldur nicht den angereisten Heidelberger Studenten zuzurechnen, die die Waldeck als ihre Spielwiese enteckten, sondern war schon vor den Festivals Gast auf der Burg. Auch Holler, der ja die Gitarren in die Ecke stellen wollte, war Festivalbesucher seit 1964.
Autor: Bastian
« am: 27. August 2009, 03:11:39 »

"[...] Auseinandersetzungen

Die Treffen auf der Waldeck verlaufen nicht nur harmonisch: zunächst kommt es von Anfang an zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem "Nerother Wandervogel", dem die Burgruine gehört, und der ABW*.
Der konservativ bis nationalistisch orientierte "Nerother Wandervogel" mag sich nicht mit der links gerichteten Intellektuellenszene abfinden, die ihr Zentrum plötzlich auf der Waldeck errichtet hat: es kommt nach einem Rechtsstreit zur hermetischen Abriegelung der Nerother auf dem Ruinengelände, der ABW fällt das Festivalgelände oberhalb der Burg zu.

Die Festivals der sechziger Jahre werden fortan begleitet von Sabotageakten, deren Urheberschaft immer wieder den Nerothern
zugeschrieben wird: Flaggen werden verbrannt, Stromkabel zerschnitten, Wassertanks gesprengt, die Holzbühne wird 1967 angezündet und brennt völlig nieder. 1969 wird auch die frisch gebaute Betonbühne von unbekannten Tätern mit 100 Kilo Sprengstoff zerstört. Zwar ist die Schuld der Nerother nicht bewiesen, allerdings streitet der Führer der Organisation, Karl Oelbermann, dies auch nicht ausdrücklich ab . Die Waldeck-Festivals werden durch die fortgesetzten Anschläge und die Auseinandersetzungen mit den Nerothern nicht zuletzt finanziell schwer geschädigt.
[...]"

http://www.detlev-mahnert.de/waldeck.html
*ABW= "Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck"
(Hervorhebungen von mir)


Ui, das war aber ein ziemlich unruhiges Plätzchen. Wusste ich gar nicht...
Autor: Burkhard Ihme
« am: 26. August 2009, 03:38:30 »

Diese radikale Diskussionsfreudigkeit hielt ja bei vielen nicht allzulange an. Eckart Holler, der das Manifest formuliert und verlesen hatte, nachdem man die Gitarren in die Ecke stellen und diskutieren solle (und nebenbei die weit abgelegene Burg Waldeck zum Zentrum des internationalen Widerstands erklärte), organisierte ab 1975 das Tübinger Folk- und Liedermacherfestival (da war ich dann auch schon dabei).
Hüsch erzählte bei einem AG Song-Treffen in Bonn (oder Mainz?) von seinen hintertriebenen Auftritten auf der Waleck und war sieben Jahre später noch wirklich tief davon getroffen (sieben Jahre erschienen mir damals eine lange Zeit – ich war 21).
Autor: Alexander
« am: 25. August 2009, 16:32:52 »

Quote (selected)
nein, sowas hat auch mal ein biograph von r. mey über mich zu meys vortrag behauptet. und mey hat dem widersprochen. der damals 19jährige dd war radikal aber nicht blöd. und hüsch habe ich geliebt und war mit ihm befreundet.

Dr. Diether Dehm, MdB
Europapolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.


Ja danke auch an Burkhard, das war die Quelle, wo ich das gelesen habe.

Reinhard Mey: Was ich noch zu sagen hätte. Mit Bernd Schroeder.
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005.

Zitat:

Schroeder: ... Den Hüsch haben sie da richtig beleidigt und fertiggemacht. Es war für ihn jahrelang ein Trauma. Der Wortführer war Dieter Dehm alias Lerryn.

Mey: Das kann sein. Mir ist eigentlich niemand besonders als Wortführer aufgefallen. ...

Zitat Ende.

Abgesehen davon, dass Schroeder Diether Dehm falsch schreibt (bzw. die Lektoren nicht berichtigt hat) - sieht irgendwie nach kleiner persönlicher Spitze von Schroeder gegen Dehm aus, aus welchen Gründen auch immer...

Mey spricht zwei Seiten davor übrigens über Hüsch (im Zusammenhang mit Waldeck):

Zitat:

Und ich lernte Hanns Dieter Hüsch kennen, der mich Greenhorn sehr liebenswürdig und sehr väterlich behandelt hat und mir Ratschläge gab - du mußt mal da und da hingehen und mit dem und dem reden. Er war wie ein guter Geist für mich.

Zitat Ende.
Autor: Bastian
« am: 25. August 2009, 15:59:47 »

Zu möglichen Interpretationen: Schön ist ja auch der Gedanke der Bilanzierung: "Ihr wart '68 beseelt von einem gemeinsamen Ziel, und jetzt schauen wir mal, was ihr heute so treibt. Ich war und bin immer noch der Hüsch."

Ohne es Hüsch in den Mund legen zu wollen, aber so ist der Focus auf das gegenseitige Abgrenzungsbedürfnis und die Verhüttelung in Nischenthemen leichter zu formulieren.

Nachtrag: Stimmt, man kann jetzt editieren. Danke, Alexander. Und danke für die Information, Burkhard.
Autor: Burkhard Ihme
« am: 25. August 2009, 15:43:09 »

Quote (selected)
Zu Dr. Diether Dehm: Mein "soll" ist da ganz wichtig. das ist ja auch nur ein Gerücht, über 1000 Ecken weiter getragen. (Habe gehofft, Burkhard würde genau so antworten, danke!) Dehm ist wie ich finde ein spannender Zeit-Genosse. Lesenswert etwa sein 2007 erschienenes Buch "Bella Ciao" (Vlg. Das Neue Berlin) zum politischen Kampf in Italien.
Ich hab Diether mal gefragt.
Quote (selected)
Hallo Diether!

Mir ist das Gerücht zu Ohren gekommen, du wärst auf der Burg Waldeck 1968 in vorderster Front daran beteiligt, Hanns Dieter Hüsch am Vortrag zu hindern. Warst du überhaupt auf der Burg und warst du bei bei dem Mob dabei?

Seine Antwort:
Quote (selected)
nein, sowas hat auch mal ein biograph von r. mey über mich zu meys vortrag behauptet. und mey hat dem widersprochen. der damals 19jährige dd war radikal aber nicht blöd. und hüsch habe ich geliebt und war mit ihm befreundet.

Dr. Diether Dehm, MdB
Europapolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.
Autor: Heiko
« am: 25. August 2009, 14:11:19 »

Ich glaub auch nicht wirklich, dass konkrete Liedermacher gemeint waren.
Die sadopoetische Überschneidung mit Wecker ist aber schon auffällig.
Möglicherweise hat Hüsch den Titel mal am Rande aufgeschnappt und sich davon teil-inspirieren lassen.
Das würde natürlich nichts an der Qualität dieses Stücks ändern.


_________________________________



Hey, man kann hier jetzt editieren!


Autor: Burkhard Ihme
« am: 25. August 2009, 13:10:08 »

Ich hab mich schon 1975 nicht gefragt, welche Liedermacher da konkret gemeint sein könnten, weil ich zu keinem einen Bezug fand. Das sind einfache witzige Überspitzungen, auch der Selbstwahrnehmung von Liedermachern.
Wecker war damals fast unbekannt (er  behauptet immer, von einer ersten Platte seien nur ein paar hundert verkauft worden, und auf dem üblichen Markt der Liedermacher – Clubszene, Festivals – trat er überhaupt nicht in Erscheinung).
Autor: Bastian
« am: 25. August 2009, 03:14:56 »

Quote (selected)
Aber wer,  verdammt nochmal,  macht bloß „Polit-gynäkologische Lieder“ ?

Dazu müsste man in beiden Bereichen kompetent sein. Gerburg Jahnke und Stephanie Überall mögen es mir verzeihen. Aber ich habe gerade zum ersten Mal in meinem Leben ihre Geburtsdaten nachgeschlagen...

Nunja, das Lied ist von '75, und ich bin es auch. Ich ziehe mich also besser auf die späte Geburt zurück und leg mich still ins Bett. Ganz flach. Ohne weiter nachzudenken. Ich habe keine Antwort.
Autor: Heiko
« am: 25. August 2009, 01:26:47 »

Ein tolles Lied!  
Typisch Hüsch!

„Heinz-Detlev macht sadopoetische Bekenntnislieder“ soll dann ja wohl eigentlich Konstantin sein, oder ist das bloß Zufall? Zeitlich müsste es hinkommen.
„Fritz-Otmar macht emanzipierte protestantische Lieder“ schreib ich daraufhin mal völlig unwissend dem Reinhard zu.

Aber wer,  verdammt nochmal,  macht bloß „Polit-gynäkologische Lieder“ ?




Autor: Alexander
« am: 24. August 2009, 16:19:57 »

Quote (selected)
Sorry, ich hab natürlich Alexander zitiert. Leider kann man in diesem Unterforum nicht editieren.

Off Topic:
Ich hoffe dass ich bald dazu komme all dies sofort im Sinne der Schreibenden zu korrigieren.
Habe heute mal kurz diesbezüglich nachgeforscht und leider noch nichts dazu gefunden, dafür aber das:

"Wählen Sie, welches Geschlecht Zugang zu diesem Forum haben darf:"

(Daneben steht, dass man aufpassen muss, dass Mitglieder nachträglich ihr Geschlecht ändern können...)

____________________

Zu Dr. Diether Dehm: Mein "soll" ist da ganz wichtig. das ist ja auch nur ein Gerücht, über 1000 Ecken weiter getragen. (Habe gehofft, Burkhard würde genau so antworten, danke!) Dehm ist wie ich finde ein spannender Zeit-Genosse. Lesenswert etwa sein 2007 erschienenes Buch "Bella Ciao" (Vlg. Das Neue Berlin) zum politischen Kampf in Italien.
Autor: Bastian
« am: 24. August 2009, 14:38:21 »

 :) Ach ja, und mein obiger Beitrag bezieht sich auf Burkhards:
Quote (selected)
Warum sollte Hüsch das Klavier nicht selber gespielt haben?
Autor: Bastian
« am: 24. August 2009, 14:35:10 »

Drum frug ich. Zuerst ging ich sogar davon aus, dass er es selbst spielt. Nur auf http://www.hüsch.org/html/liedermacher.html las ich dann:

"Mitwirkende: Hanns Dieter Hüsch (Gesang) und Studiomusiker"

, was mich stutzig machte. Aber wenn Du schreibst, dass auf der Live-Platte kein Klavier zu hören ist, verdichten sich die Hinweise darauf, dass der mysteriöse Klavierspieler gerade was anderes zu tun hat (gar am Örgelchen sitzt). Danke.
Autor: Burkhard Ihme
« am: 24. August 2009, 14:32:02 »

Sorry, ich hab natürlich Alexander zitiert. Leider kann man in diesem Unterforum nicht editieren.
Autor: Burkhard Ihme
« am: 24. August 2009, 14:30:29 »

Quote (selected)
Quote (selected)
Zu Waldeck: Da soll Liedermacherkollege Dr. Diether Dehm (damals Lerryn, jetzt "Die Linke") besonders dogmatisch gegen Hüschs Versuch, künstlerisch tätig zu sein, eingeschritten sein...
Ich glaub, Diether war gar nicht auf der Waldeck.
Erstmals trat er bei den Essener Songtagen in Erscheinung, als er einen zweiten oder dritten Platz bei einem Songwettbewerb belegte (erster war Roski, der dritte Preisträger blieb unbekannt) und bei einem Empfang der Künstler durch den Bürgermeister sich zum Sprecher der Draußengebliebenen machte.
1975 erzählte Hüsch davon, wie er auf der Waldeck instrumentaisiert wurde, und brach dabe – sieben Jahre danach – i fast in Tränen aus.
Autor: Burkhard Ihme
« am: 24. August 2009, 14:22:08 »

Quote (selected)
veraufnahmen und dies sind die Studioversionen[/i]"

Wenn er für die Live Aufnahmen das Playback verwendet hat, sind dann auf Deiner Platte die Studiomusiker wahrscheinlich nicht aufgeführt, oder? Würde mich nämlich mal interessieren, wer diese Piano-Fills eingespielt hat.
Das Piano fehlt auf der LP völlig. Nur Rhythmusgruppe, vor allem ein dominanter Baß, und Orgel sind zu hören.
Warum sollte Hüsch das Klavier nicht selber gespielt haben? Wenn man sehr frühe Aufnahmen von ihm hört, wird man genau diesen Stil entdecken.

Autor: Alexander
« am: 24. August 2009, 09:52:35 »

Quote (selected)
Weil er gedanklich gerade mal wieder präsent war...

Hüsch über Liedermacher:
http://www.youtube.com/watch?v=l67QxDjhJ9A&hl=de

Klassisches Beispiel dafür, wie sehr Konstantin Wecker Hüsch geschätzt hat. (Und Hüsch hat ihn auch sehr geschätzt, er hatte nichts gegen Plagiate von Wecker.)

Musik: Vgl. "Sexual Correctness" (K. Wecker 1994, CD "Wenn du fort bist") - wobei diese "Leierkastenmelodie" auch bei Hüsch schon von anderen inspiriert gewesen sein wird (Richtung Piaf, Brel)...

Text: Vgl. "Lösungslotterie" (K. Wecker 1978, Doppel LP "Live")

_____________________________

Zu Waldeck: Da soll Liedermacherkollege Dr. Diether Dehm (damals Lerryn, jetzt "Die Linke") besonders dogmatisch gegen Hüschs Versuch, künstlerisch tätig zu sein, eingeschritten sein...
Autor: Bastian
« am: 23. August 2009, 23:32:19 »

Quote (selected)
So richtig versteht das Lied wohl nur, wer die Liedermacherszene Anfang der 70er miterlebt hat.

Konkret ist da wohl Hüschs aufgezwungene Sonderstellung außerhalb der Linken ab '68 zu nennen. Sehr solidarisch ist man mit ihm auf Burg Waldeck und im Folgenden wahrlich nicht umgegangen.

aus http://www.hüsch.org/html/biographie2.html :
"[...] Allerdings wollte die Studentenbewegung seinerzeit von ihm mehr, als Hüsch ihr zu geben bereit war. Die Quittung für sein ‘sich nicht festlegen wollen’ kam, als seine Auftritte in den späten 1960er-Jahren, zuerst auf der Waldeck und danach auch anderswo, fast durchgängig chaotisch gestört wurden, so dass Hüsch sie abbrechen musste. Innerlich tief verletzt zog Hüsch sich daraufhin aus Deutschland zurück und trat bis Ende 1972 mit zwei Ausnahmen nur noch in der Schweiz auf. “Das ist einfach so, wenn man von den eigenen Genossen öffentlich hingerichtet wird und es waren öffentliche Hinrichtungen.” resumierte ein nun brillentragender Hüsch verbittert und reagierte, indem er 1970 das Programm ‘Enthauptungen’ schrieb, als seine Art der Abrechnung mit Ideologien jeglicher Art. [...]"

Zum Waldeck- "Tribunal" auch das:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burg-Waldeck-Festivals#Festival_1968:_.E2.80.9ELied_.E2.80.9968.E2.80.9C

Im Stil mag das Lied unverfänglich wirken, aber die Spitzen sitzen.
Autor: Bastian
« am: 23. August 2009, 20:25:40 »

Ah, ich glaub Du hattest den richtigen Riecher. Das dürfte sie sein:
http://www.hüsch.org/html/liedermacher.html

"Besonderheiten: Hüschs einzige Singleveröffentlichung als akustischer Vorgriff auf das kommene Album "mit großem Orchester", obwohl auf dem Cover steht, dass die Titel aus dem Livealbum ‘Nachtvorstellung’ stammen würden, was aber nicht ganz richtig ist, denn auf dem Album hört man Liveraufnahmen und dies sind die Studioversionen"

Wenn er für die Live Aufnahmen das Playback verwendet hat, sind dann auf Deiner Platte die Studiomusiker wahrscheinlich nicht aufgeführt, oder? Würde mich nämlich mal interessieren, wer diese Piano-Fills eingespielt hat.
Autor: Burkhard Ihme
« am: 23. August 2009, 16:33:10 »

So richtig versteht das Lied wohl nur, wer die Liedermacherszene Anfang der 70er miterlebt hat.
Ich hab nur die Version auf der Live-LP "Nachtvorstellung" (auch da mit Playback-Einspielungen – oder seine Orgel konnte 1975 schon Bass spielen), die hört sich allerdings anders an. Gab es eine Single von dem Lied?
Autor: Bastian
« am: 23. August 2009, 05:56:24 »

Weil er gedanklich gerade mal wieder präsent war...

Hüsch über Liedermacher:
http://www.youtube.com/watch?v=l67QxDjhJ9A&hl=de
Autor: Alexander
« am: 14. Dezember 2005, 18:22:10 »

HANNS DIETER HÜSCH UND KONSTANTIN WECKER

Marksteine einer Künstlerfreundschaft

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Konstantin Wecker:
Ich will noch eine ganze Menge Leben
Buch von 1978/79 (Ehrenwirth), 1981 (Rowohlt rororo TB)
Buchklappentext von Hanns Dieter Hüsch
(Diese Würdigung wurde ursprünglich in „Audio“ veröffentlicht.)
__________________________________________

Hanns Dieter Hüsch:
Hagenbuch hat jetzt zugegeben
LP von 1979 (Intercord)
Zwischenmusik von Konstantin Wecker, aufgenommen mit dem Team Musikon in Eching

___________________________________________

Auszug aus:
Konstantin Wecker im Gespräch mit Bernd Schroeder
C. Bertelsmann Verlag,, München 1981

Gegen diese Linke hat man es nicht schwer.
Einer, der dies auch weiß, einer, der auch seine Schwierigkeiten mit den Einordnungen in Kästchen hat, ist Hanns Dieter Hüsch. Er will nicht Liedermacher, Politsänger, Humorist oder Kabarettist sein. Nur Hüsch will er sein.
Konstantin sieht in Hüsch das Vorbild, den Entdecker. Er spricht voll Ehrfurcht und Bewunderung, wenn er von Hüsch redet. Ich will nicht sagen, dass da eine künstlerische Vaterfigur entstanden ist, obwohl Hüsch (Jahrgang 25) an Jahren der Vater sein könnte; es ist, glaube ich, vielmehr eine Seelenverwandtschaft. Keiner der beiden macht ein Hehl daraus, dass er den anderen bewundert. Es ist eine gar seltsam keusche Liebe. Wenn man dem einen von den lobenden Worten des anderen erzählt, dann reagiert er bescheiden verschämt. Hüsch verweist auf die Tatsache, dass er doch nur Kleinkunst mache und am Harmonium nur drei Akkorde zustande bringe. Wecker verweist auf die Weisheit des Hüsch und bezeichnet sich als dummen, nur zu lechzender Bewunderung fähigen Schüler. Wecker sieht in Hüsch aber auch den tapferen, standhaften Aufrichtigen, der sich nicht vereinnahmen hat lassen, der keiner Mode verfiel, der sich nie angepasst hat, der keiner Fahne folgte und keine Fahne trug, und das dreißig Jahre lang. Hüsch, in den fünfziger Jahren Kabarettist (Die Tolleranten und arche nova), Ende der sechziger Jahre von den Linken, denen er einen zu literarischen Anspruch hatte, ins Abseits gedrängt, reist heute im Stile eines Handlungsreisenden in Sachen Wort durch die Lande. Kleinkunst. Ein Auto, ein Student, der es chauffiert, ein Harmonium, das ins Auto passt, ein Mantel, ein langer Schal und Hüsch, das ist Hüsch, wie ihn Hüsch übers Land verteilt, häppchenweise, hinterlistig, schmunzelnd und doch bestimmt, wissend, wo die Feinde sitzen, manchmal ungewiß, wo die Freunde sind. Das wandernde Kabarett, eine moderne Einrichtung, die so alt anmutet. Wenn die Medien und Zuschauer nicht mehr in die Kabaretts kommen, dann kommt Hüsch eben zu ihnen.
Als ich dieses Buch plante beziehungsweise, genauer gesagt, in die Planung einstieg, war noch daran gedacht, dass sich Kollegen und Freunde zu Wecker äußern, in schriftlichen Statements. Gerhard Polt hatte mir das schon mit Erfolg ausgeredet, als ich Hanns Dieter Hüsch in Saarbrücken traf, wo er seinen Hüsch-Abend veranstaltete, eine regelmäßige Radiosendung mit Gästen. Auch den Wecker hat es hier schon als Gast gegeben. Am Abend reden wir über Konstantin. Hüsch hat viele stimmige, lobende, bewundernde Worte. Auch über Konstantins Art zu leben und zu arbeiten redet er. Das sei alles ganz anders als bei ihm. Viel aufwendiger, sperriger, unkontrollierbarer, voller Kraft und viel Kraft kostend. So habe er nie leben können. Sein Leben sei bürgerlicher, seine Kunst vergänglicher und schon gar nicht von der Kunst der Musik angehaucht. Das alles ist nicht Koketterie, wenn Hüsch das sagt, es ist einfache Verwunderung über Konstantins Bewunderung. Er selbst hält den Wecker für sehr, sehr wichtig. In so einfachen Worten sagt er es. In ein schriftliches Statement, spüre ich, mag er es nicht gerne fassen.
Ich verstehe sie beide, Polt und Hüsch. So ein Statement wäre ein Denkmal – ein Denkmal für einen Lebenden!

Unter denen, die du als Vorbilder nennst, ist Hüsch dabei. Können wir an deinem Verhältnis zu ihm das ausführen, was du als “wertfrei bewundern können“ bezeichnest? Ist er denn das einzige Vorbild unter den Lebenden?
Hüsch ist für mich der einzige Dichter unter den Liedermachern, was gegen manche von ihnen gar nicht spricht, weil zum Beispiel jemand wie der Georg Danzer gar kein Dichter sein will.
Es gab Zeiten, da hat man mir gesagt, du machst auf Hüsch, du imitierst Hüsch, du kopierst Hüsch. Da hab ich gesagt, ich mache nicht auf Hüsch, ich bewundere Hüsch, und wer bitte soll sonst mein Lehrer sein? Wenn man von jemandem lernt, dann übernimmt man vieles. Wenn man daraus kein Hehl macht, dann ist das nicht Aufjemandmachen oder so was. Ich hab mich mit Hüsch nie messen wollen, ich wollte lernen von ihm.
Wenn man jemanden bewundert, dann ist einem sein Urteil wichtig. Nicht immer stieß solche Bewunderung auf Gegenseitigkeit. Kleist ist daran zerbrochen, dass Goethe ihn ablehnte. Hüsch dagegen hat sich sehr positiv über dich geäußert. Erst neulich hab ich ein Interview im Fernsehen gesehen, wo sie den Hüsch fragten, warum wir keine solchen Dichter und Sänger mehr haben, wie es sie in den zwanziger und dreißiger Jahren gab? „Aber ihr habt doch den Wecker“, hat Hüsch gesagt.
Ehrlich? Du – das freut mich ungeheuer, ich – und ich muß dir ehrlich sagen, wenn mich der Hüsch damals, in dieser ersten Sache, die er über mich schrieb, völlig verrissen hätte, das hätte mich, glaube ich, sehr entmutigt.
Menschen, die wir bewundern, Vorbilder, hängen wir leicht sehr hoch, machen einen Rahmen drumrum. Ehrfurcht, kann man das nennen. Gibt´s das bei dir?
Also ich bin ja nun wirklich nicht gerad einer, der vor vielen Dingen Ehrfurcht hat. Und doch bin ich in gewissen Situationen ein Ehrfürchtiger. Wir haben vorhin einen zweiten Lebenden vergessen, den ich bewundere, Carl Orff. Den hab ich besucht, und da hab ich fast nichts geredet, sondern bin ruhig wie ein Mäuschen dagesessen und hab ihm voller Ehrfurcht zugehört.
Ähnlich geht es mir mit dem Hüsch, obwohl ich zu dem natürlich ein ganz anderes Verhältnis hab. Wir gehen miteinander saufen, in eine Bar oder so was. Und trotzdem möchte ich in seiner Gegenwart am liebsten nichts reden, sondern nur zuhören. Da hab ich einfach manchmal das Gefühl, was soll ich dem sagen? Ja, das ist eine Art von Ehrfurcht.

Ergänzende Anmerkung:
Bernd Schroeder hat 1985 im Arche Verlag (Zürich) auch ein Buch „Hanns Dieter Hüsch hat jetzt zugegeben …“ veröffentlicht.
____________________________________________


Hanns Dieter Hüsch:
Du kommst auch drin vor
Kindler, München 1990
Darin erinnert Hüsch an Konstantins ersten Auftritt 1976, und er unterstreicht die Freundschaft mit Konstantin.

__________________________________________________

Konstantin Wecker:
Sage nein!
Politische Lieder 1977 – 1992
Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993
Vorwort von Hanns Dieter Hüsch
__________________________________________________

Jürgen Kessler:
Hanns Dieter Hüsch – Kabarett auf eigene Faust
Karl Blessing Verlag, München 1997
(TB Goldmann, München 2000)
Enthält eine handgeschriebene Würdigung von Konstantin und zwei Fotos mit den beiden
_______________________________________________

Ein zärtlich Liebender – Konstantin Wecker gratuliert seinem Freund Hanns Dieter Hüsch zum 75.
Trierischer Volksfreund, 6.5.2000

________________________________________________


Hanns Dieter Hüschs Gesellschaftsabend
2 CD Conträr Musik (Mai 2000)
Enthält „Wiegenlied für Mütter“ (Duett Hüsch-Wecker), Liveaufnahme von 1991

________________________________________________

Hrsg. Jürgen Schmude und Wilhelm Brunswick:
„Untersteht euch – es wird nix gemacht!“
Hanns Dieter Hüsch zum 80sten
Brendow Verlag, Moers 2005-12-11 Enthält den Text „W. hat jetzt zugegeben“ von Konstantin Wecker sowie ein Foto vom Gesellschaftsabend am 9.6.2001

_________________________________________________

Hanns Dieter Hüschs Gesellschaftsabend – Die 2te
2 CD Conträr Musik (Mai 2005)
Enthält Dankesworte von Konstantin sowie „Questa nuova realtà“ aus dem Gesellschaftsabend vom 9.6.2001 und im Beiheft den Text „Wecker hat jetzt zugegeben“