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Autor Thema: Franz Josef Degenhardt ist gestorben  (Gelesen 2101 mal)

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Offline Bastian

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Franz Josef Degenhardt ist gestorben
« am: 15. November 2011, 18:12:34 »
Die Faz ruft nach:
Quote (selected)
Er setze auf die Enkel und Urenkel, antwortete Franz Josef Degenhardt auf die Frage, ob er nach dem Zerfall des Ostblocks noch an eine Zukunft des Kommunismus glaube. „Diese Schlacht ist verloren. Aber es geht weiter“ - der Satz, mit dem er seine Hoffnung begründete, charakterisiert auch den Mann, den Rechtsanwalt, den Schriftsteller und den Sänger Degenhardt; nie, in keiner dieser Positionen gab er auf, ließ er sich beirren oder dauerhaft entmutigen.
http://www.faz.net/aktuell/nachruf-auf-franz-josef-degenhardt-gegen-alle-buergerlichen-dressurakte-11529165.html


Offline Bastian

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Re: Franz Josef Degenhardt ist gestorben
« Antwort #1 am: 15. November 2011, 18:51:33 »
... und hier ein kräftiger, gemeinsamer Nachruf von Konstantin Wecker und Prinz Chaos II:

Auszug:
Quote (selected)
Erstaunlich positive Nachrufe

Und das wird bei den insgesamt erstaunlich positiven Nachrufen allerorten elegant unterschlagen: Degenhardt wurde mit einer organisierten Niedertracht bekämpft, die in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte ohne Beispiel ist. Zensur gibt es bekanntlich nur in China und Iran, aber Degenhardts Lieder in den öffentlichen Rundfunkanstalten zu spielen, war ab Ende der 70er verboten. Der Arm der Obrigkeit reichte weit hinein in die Branche der Konzertveranstalter. In Zeiten der Berufsverbote und der Sympathisantenhatz konnte sich mit dem Altmeister öffentlich gemein zu machen die eigene berufliche Stellung beschädigen.

An Degenhardt wurde, man muss das in dieser Deutlichkeit sagen, ein Exempel statutiert. Degenhardt war das Beispiel, an dem der Nachwuchs lernen sollte, dass politisches Engagement die Karriere keineswegs fördert - und diese Lektion wurde bis auf den heutigen Tag schrecklich gut verstanden.

Noch zu seinem 75. Geburtstag herrschte - von Freitag, taz, ND und junge Welt abgesehen - immer noch eisiges Schweigen im deutschen Blätterwald. Aber es formierte sich auch der Wille, die Front des Niederschweigens endlich zu durchbrechen.

http://www.freitag.de/kultur/1145-er-war-immer-schon-da

« Letzte Änderung: 15. November 2011, 19:00:56 von Bastian »

Offline Burkhard Ihme

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Re: Franz Josef Degenhardt ist gestorben
« Antwort #2 am: 16. November 2011, 02:44:02 »
Naja, Süverkrüp wurde auch nicht im Radio gespielt. So ganz ohne Beispiel ist der Vorgang also nicht gewesen. Laut meinen GEMA-Unterlagen wurde meine LP auch nur acht Mal gespielt, das hatte aber sicher andere Gründe.

Offline Clas

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Re: Franz Josef Degenhardt ist gestorben
« Antwort #3 am: 16. November 2011, 08:59:28 »
Moin, moin,

wenn man sich dann noch der großen Schimpflitanei, zusammengestellt aus Schreiben an den Dichter und Sänger (und Anwalt) erinnert und bedenkt, dass er wirklich zu den Großen gehörte und ein zahlreiches Publikum hatte, ist der Vorgang schon recht eigener Art...

Bei mir riss der, durch die Zwischentonablehnung eh geschwächte, Faden bei der Biermannausbürgerung, die er leider als Parteisoldat mittrug. Schweigen hätte ich hingenommen, das Richtig so! ging mir wider die Natur. So kam ich um die zeitnahe und unmittelbare Wahrnehmung seines Gesanges seither. Bei Hannes Wader war es auch so. Da hat es Konstantin Wecker mit den Wecker und Wader Konzerten überbrückt, und es war gut so. Bei Degenhard fragte ich mich immerhin schon wieder: Was macht nun der inzwischen? Jetzt ist es in gewisser Weise zu spät, schade. Ich sehe im Netz: Da habe ich viel versäumt.

Gruß Clas
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Offline Bastian

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Re: Franz Josef Degenhardt ist gestorben
« Antwort #4 am: 12. Dezember 2011, 22:27:42 »
Die Süddeutsche ruft etwas spät nach, unter dem Titel "Liedermacher sterben aus. Ende der Akkordarbeit".

Mit Seitenblicken auf Kreisler und Hirsch:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/liedermacher-sterben-aus-ende-der-akkordarbeit-1.1230822

Grüße
Bastian
« Letzte Änderung: 12. Dezember 2011, 22:58:33 von Bastian »

Offline Clas

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Re: Franz Josef Degenhardt ist gestorben
« Antwort #5 am: 13. Dezember 2011, 16:33:44 »
Moin, moin,

ach, mir ist das zu elegisch, zu sehr voller Trübsal. Klar, es sind diese Menschen gestorben, und sie sind sicher nicht zu ersetzen, und es kam knüppeldick, aber sie haben doch auch was erreicht, ein Werk hinterlassen und die Flamme wird weiter getragen. Auch heute machen Leute Lieder, nicht nur die sonst noch erwähnten. Übel ist sicher, dass die Leute, die heute Lieder machen, in Funk und Fernsehn nicht gesendet werden, aber diese Klage bestand auch damals schon und wenn was gut ist: was soll es dann im Fernsehn? Belegen, was man auch senden könnte?

Und dass es im Osten nur Biermann gab: was ist mit Pannach, zum Beispiel? Wer Mossmann lobt, sollte ihn wenigstens erwähnen, scheint mir.

Gruß Clas
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2011, 16:34:45 von CFL »
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

 

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Louise Martini ist gestorben

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von Bastian