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Zusammenfassung

Autor: Eric
« am: 02. August 2006, 16:42:32 »

Das ist schon richtig, verstehe ich auch, aber: Du musst ihn auch gar nicht beurteilen, denn um ihn geht es eigentlich nicht wirklich hier, sondern eher um die Sache  ;)
Autor: Maicha
« am: 02. August 2006, 14:30:04 »

Eric
ich frage dahalb nach, denn bevor ich mir eine Meinung über einen Menschen bilde, will ich mehr als nur eine Aussage gehört haben. So hat man eine ganz andere Auffassung von eimen Menschen und tut ihn nicht gleich verurteilen weil eine Person dies behauptet. Es kann ja sein das du auch private Probelme mit ihm hast oder hattest. Kann ich ja nicht beurteilen weil ich eure damalige Freundschaft nicht kenne und ich kann nicht beurteilen wie ihr von der persönlichen Seite her, euch verstanden habt.
Autor: Eric
« am: 02. August 2006, 13:55:33 »

Weißt du, ich habe keine Lust mehr über ekki zu reden, ich will nichtmal an ihn denken momentan. Ekki behauptet z.B., Auschwitz sei eine Lüge und habe niemals stattgefunden - ich denke man muss da nicht mehr zu ausführen, das ist rechtes Gedankengut. Es gibt soooo viele Diskussionen und Aussagen seinerseits die entweder a) sich gegen Juden richten oder b) Verschwörungstheorien sind, die eindeutig existieren, um rechtes Gedankengut zu stützen. Die Familie ist als nationalistisch bekannt, nicht nur hier - der Vater der Familie ist in Kärnten für seine Auschwitz-Verleumdungen und weiß der Geier bekannt wie ein bunter Hund.

Das einzige was zum Glück bisher meines Wissens nach von ihnen ausgelassen wird ist Gewalt gegen Ausländer, diese Form von Rechtsextremismus richtet sich mehr gegen die BRD und stattdessen für das Deutsche Reich, stockkonservativ...

Aber genug, warum willst du das eigentlich wissen ? Eigentlich tut das nichts zur Sache was wer ist, viel interessanter ist ja, dass es diese Bewegung an sich gibt.

Besonders widerprüchlich, und das soll heute meine letzte Bemerkung dazu sein, ist es allerdings dann, wenn einerseits zwar die BRD als völkerrechtlich illegaler und nichtexistenter Staat hingestellt wird, auf der anderen Seite aber selbige durch finanzielle Förderungen und ein nicht unwesentliches und auch noch zu Unrecht bezogenes Bafög den Lebensstil entsprechender KRR-Anhänger überhaupt erst ermöglicht und unterstützt. Ich frage mich wie man jeden Monat hunderte Euro Sozialmittel von einem Staat bekommen kann, den es gar nicht gibt und der Teil einer rieeeeesigen Verschwörung ist... *kopfschüttel* ::)
Autor: Guntram
« am: 02. August 2006, 13:16:11 »

Unser GG ist faktisch die Verfassung und sie wird auch als solche behandelt. Die Juristen die die sich mit dem GG auseinandersetzen werden auch als Verfassungsrechtler bezeichnet und unsere oberstes Gericht heißt auch Bundesverfassungsgericht.

Das das GG unsere Verfassung ist, daran ist nicht zu rütteln. Trotzdem haben unsere Politiker 1990/91 nicht im Sinne des GG gehandelt, als sie das GG überarbeiteten, anstatt eine Verfassung als Nachfolgewerk für das GG auszuarbeiten über das "alle Deutschen entscheiden können" so ähnlich stand es sogar im alten GG.
Autor: Maicha
« am: 02. August 2006, 13:08:47 »

Lieber Eric,
ich würde dir gerne Glauben was du da schreibst, denn ich habe nichts gefunden was bestätigt, dass das GG zur Verfassung wurde. Dieser Ekki woher weist du das er schlimmer ist als sein Vater? Kenst du beide so gut das zu sagen? Wie war er früher was hat den Anlass gegeben das er so recchtsradikal ist? Du fängst in einen an das es vermehrt Ankriffe auf Auländer gibt, hat dieser Ekki auch schon mal einen Angekriffen?
Autor: Eric
« am: 02. August 2006, 08:27:51 »

Ja und genau das greifen diese Leute auf, behaupten es sei keine Verfassung, da sie vom volk gewählt sein müsse und berufen sivch deshalb auf Hager Landkriegsrecht, was sagt, dass ein GG nur 50 Jahre lang Gültigkeit besitzt.
Dass das GG nur noch so heißt und sich als Verfassung aber etabliert hat übergehen die KRR-Anhänger nat., da sie das nciht wahrhaben wollen.
Ein weiterer Punkt ist, dass angeblich im GG nicht festgelegt sein soll, WO es gilt, da mit der wiedervereinigung der Artikel 21 rausgestrichen wurde. Dieser war geschaffen worden, um erstmal die Länder festzulegen in denen es früher galt (also alte Bundesländer). Mit der Wiedervereinigung und dem entsprechenden Vertrag war dieser Artikel 21 allerdings nicht mehr nötig, da das GG nun ja in Gesamtdeutschland, also allen 16 Bundesländern gilt. Damit ist Art. 21 überflüssig. Die Streichung eben jenes Artikels sehen die KRR-Anhänger allerdings als ausschlaggebend dafür an, dass das GG keinerlei Gültigkeit mehr hat, da sein Gültigkeitsbereich nicht festgelegt sei.

Wieder andere greifen drauf zurück wo es heißen soll, das GG gelte für das gesamte deutsche Volk. Man interpretiert es folglich dann auch gern mal so, dass es auch für Sudetenland, Schlesien u.s.w. gilt, was natürlich Humbug ist.

Aber das alles steht wie gesagt auf dieser Homepage erklärt - besser kann ich's auch nicht.  ;)
Autor: Guntram
« am: 02. August 2006, 08:17:48 »

@Maicha

ich bin kein Experte, aber ich weiß noch folgendes:

Die "Väter" des GG haben einige wenige Artikel des GG, aufgrund des Erfahrungen der Weimarer Verfassung, mit dem Vermerk der unabänderlichkeit Versehen. Ich krieg aber nicht mehr zusammen welche. Ich weiß auch nicht ob in der Fassung nach der Wiedervereinigung noch alle drin sind. Ansonsten besorg dir mal eine von vor 1990.

Das GG war als Provisorium für die drei Westzonen - sprich BRD - gedacht, das nach einer Wiedervereinigung mir der sowjetischen Zone von einer Verfassung für Gesamtdeutschland abgelöst werden sollte.

Über eine Verfassung - und so war es 1948/49 geplant - wird üblicherweise in einer Volksabstimmung von der Bevölkerung des Landes abgestimmt. Das GG hat natürlich den Charakter einer Verfassung. Trotzdem ist die damalige Regierung unter Kohl, aber die der SPD und Grünen - ich kann mich nämlich nicht daran erinnern, das sie protestiert hätten, nicht ihrem Auftrag laut GG nachgekommen und haben im Zuge der Wiedervereinigung eine Verfassung ausgearbeitet und zur Volksabstimmung vorgelegt.

Stattdessen wurde in einer Verfassungkommission das GG überarbeitet und im Parlament und Bundesrat abgestimmt. Als Argumente gegen eine "richtige" Verfassung wurde vorgebracht das GG habe sich bewährt und die Materie sein zu kompliziert um das Volk - also uns - darüber abstimmen zu lassen. Mit dem gleichen Argument sind auch alle Versuche Elemente einer Volksabstimmung ins GG reinzuschreiben abgeschmettert worden.
Autor: Eric
« am: 02. August 2006, 07:43:04 »

Hallo !
Ih muss sagen ich bin es leid mich noch näher mit dem Thema zu befassen. Du findest alle Thesen und deren Widerlegungen der KRR-"Spinner" unter der Homepage www.krr-faq.de .
Klar sollte man das prüfen wenn Menschen sowas behaupten, meine Prüfung der Sache sagt aber nichts anderes, als dass die Rechten sich da Sachen zusammenreimen, in Verbindung bringen was nicht in Verbindung zu bringen ist, Zusammenhänge konstruieren und das ganze obendrein noch auf Verschwörungstheorien aufbauen - ein gefährlicher Cocktail. Zweck der Sache ist in meinen Augen einfach nur, die BRD ohnmächtig machen zu wollen, das 2te Reich wiederzubeleben und die alten Grenzen wiederherzustellen, um so deutsche Gebiete zurückzugewinnen, indem man sich auf eine uralte Verfassung der Weimarer Republik beruft.
Nicht unbedingt sind alle KRR-Anhänger Rechte, aber sie spielen mit ihren Thesen den Nazis "Argumentationsmaterial" zu, was in deren Welt- und Wunschbild wunderbar passt und was sie wunderbar instrumentalisieren können, um die "alte Ordnung" wiederherstellen zu können.

Alles Humbug, wenn auch mehr oder weniger gefährlicher.
Alles weitere auf der Homepage www.krr-faq.de

Allgemein ist es ja eigentlich fast das einzige Mittel, um das verschobene Weltbild er Nazis aufrecht erhalten zu können: Sie BRAUCHEN Verschwörungen und sogenannte rechte Esoterik. Ein Beispiel dafür und für die Sinnlosigkeit des Ganzes findest du unter einer anderen Homepage "unglaublichkeiten.com". Google einfach mal danach, die Seite selbst würd' ich nichtmal unbedingt öffnen, da sie (zum Glück) soweit ich weiß auf dem Index steht.

Viel Glück.
Autor: Maicha
« am: 01. August 2006, 22:19:46 »

Hallo Eric,  
was sind das für Spinner und Reichsidiologen die du da kennst. Was weißt du genaueres über diese Reichsidiolgen und ihr Reich? Ich befasse mich auch mit Politik und setze mich auch für das Grundgesetz ein, nur einen Haken konnte ich mir nicht erklähren, wenn das Grundgesetz unsere verfassung ist, warum wird es ungültig, mit dem Tage an dem eine Verfassung in Kraft tritt. Wie im Art. 146 GG unter Geltungsdauer des GG steht. Was hat denn das Hager Landkriegsrecht mit unserem GG zu tun? Wir sind doch suväen!
Ich glaube es ist wichtig sich mit dem Thema zu befassen, nicht das wir die Spinner sind und uns der Boden unter den Füßen von den Reichsidiologen weggezogen wird. Über Infos würde ich mich freuen!!!
Autor: Eric
« am: 01. August 2006, 11:06:45 »

Oh, danke für den Link ! Sag mal, haben die das wirklich bis heute auf sich sitzen lassen ? Ich meine wenn mir damals der hart erarbeitete Doktortitel aberkannt worden wäre, dann hätte ich sicher schonmal im Laufe der Jahre da wieder angeklopft, da es ja nun wirklich selbstverständlich ist, dass diese Aberkennung nichtig ist...  :o
Aber es ist schon ein gutes Beispiel dafür, wie nach und nach alles in Ordnung gebracht wird - zumindest so weit wie es geht.
Autor: whoknows
« am: 01. August 2006, 11:00:39 »

Das liegt mehr daran, dass die Deutschen so sind wie sie sind - diese ganze Diskussion fing ja unter anderem damit an, dass die Polen sich eben ihrer Verantwortung nicht ausreichend stellen. Die Ösis auch nicht. Und immerhin: die Deutschen haben das alles angezettelt - obwohl natürlich der Boden dafür schon bereitet war.
Ich finde es ja grundsätzlich ein positives Zeichen, dass dieses Verantwortungsgefühl so intensiv zur Debatte gestellt wird - das zeigt ja schon von vornherein, dass man  ein Gefühl der Verantwortung hat. Viele Länder, die Schuld auf sich geladen haben, haben das überhaupt nicht, man denke an Russland und Armenier, Türken und Kurden und eben auch Polen oder Österreich und Juden. Oder die Schweiz, die ja immer an allem verdient und dabei völlig Schuldlos bleibt.... Da sind die Deutschen echt gut unterwegs im Vergleich. (was keine völlige Absolution meint) Es stimmt schon: WENN die Deutschen mal was machen, dann machen sie es durchdringend - nur WAS sie machen - da kommen sie selten selber drauf. ;)

Ich glaube übrigens ganz grundsätzlich, dass bei liberal gesinnten Menschen, so wie Du einer bist Eric, etwas wie "Zugehörigkeitgefühl" zu einem Land, einem Landstrich, einer Mentalität erst mit zunehmendem Alter rauskommt. Mit der Zeit spürt man, dass man Wurzeln hat, und wo die liegen - das hat man in jugendlichem Alter noch nciht so.

Was das
Quote (selected)
Mein Gott, was haben die damals nur verachtungswürdiges getrieben"-
vs das:
Quote (selected)
Oh weh, nun muss ich büßen und Verantwortung übernehmen".
Gefühl betrifft: ich glaube, Du polarisierst da etwas, was garnicht zu polarisieren ist. Es geht nicht um "büssen" sondern um "Richtigstellen".
Wenn du einen grauenvollen Verkehrsunfall siehst, dann denkst Du Dir: "Mein Gott, wie ist der nur blödsinnig gefahren", und dann übernimmst du die Verantwortung und sagst vor Gericht aus, was Du gesehen hast, fährst vielleicht die Verletzten in's Krankenhaus,  guckst, ob Du sonstwie helfen kannst.


Hier ein Artikel, der zeigt, in welche Verästelungen eine Aufarbeitung nicht oder mangelhaft stattgefunden hat: http://www.zeit.de/2006/31/C-Doktorgradentziehung

Das Hauptproblem bei der sogenannten "Aufarbeitung" ist ja eben, dass sie auch heute noch
Quote (selected)
verachtungswürdiges treiben
.
Autor: Eric
« am: 01. August 2006, 09:15:16 »

Ja du, es ist schon ein heikles Thema und viel Wahrheit in dem was du sagst. Es ist nun einmal so und nicht mehr zu ändern. Das größte Problem bei der ganzen Sache ist vermutlich halt auch, dass ich mich persönlich sehr wenig mit Deutschland und als Deutscher identifizieren kann. Ich bin in diesem Land geboren, aber das ist reiner Zufall, mehr nicht. Viel mehr betrachte ich mich (ob das nun gut ist oder nicht) einfach als Bürger dieser Erde, vielleicht höchstens noch als "Europäer", nur mit politischen Grenzen hab' ich es nicht so und genau da ist der Knackpunkt: In diesem Sinne ist es schwer zu verstehen, diese "Bürde der Geschichte" an Verantwortung anzunehmen, während 50 Kilometer von mir Menschen, nur weil sie in Tschechien geboren wurden, das nicht tun müssen, obwohl es da auch Nazis gibt, die genau so draus lernen sollten aus dem was geschehen ist, aber nein - da ist eine politische Grenze dazwischen und die sagt "Alles gut, du hast damit nix zu tun, lass mal die zufällig in Deutschland geborenen büßen".

Krasse Sache und sicher ist diese Meinung nicht richtig, eher so ein komisches Gefühl dabei. Was Gefühle betrifft überwiegt in dieser Problematik allerdings viel mehr das "Mein Gott, was haben die damals nur verachtungswürdiges getrieben"-Gefühl als das "Oh weh, nun muss ich büßen und Verantwortung übernehmen".

Autor: whoknows
« am: 31. Juli 2006, 22:54:56 »

Quote (selected)
Die Frage, die ich mir  in letzter Zeit immer öfter stelle, ist, ob nicht eh ein gewisses Maß an Rassismus in der Natur des Menschen liegt, ich meine das ist ja nicht nur ein Deutsches Problem! (Siehe Frankreich, Italien usw)
Man sollte nur aufpassen, daß solche Neigungen nicht durch die Politik instrumantalisiert werden, und dadurch ein falsches Feindbild aufgegbaut wird, um von aktuellen Problemen abzulenken, bzw einen Sündenbock zu finden!

Ganz sicher sogar: der Mensch ist ein Herdentier- und fühlt sich schnell im Rudel angegriffen.  Und genauso sicher ist, dass die Mächtigen (oder die Macht bekommen-woller) unserer Welt diese menschlichen Ur-rülpser gerne benützen, um von ihren Unzulänglichkeiten abzulenken. Aber genau das ist ja die Aufgabe: wofür nennt man sich "Zivilisation" wenn man nicht in der Lage ist, sich eben NICHT wie der Urmensch zu benehmen?  ::)

Und @Eric: Natürlich kann man nicht einzelne junge Menschen heute verantwortlich machen, für das was geschehen ist. Aber zwischen "verantwortlich machen" und "Verantwortung übernehmen" ist ein himmelweiter Unterschied. Ich bin  auch nicht verantwortlich zu machen, wenn zB mein Bruder (G*ttbehüte!!) einen Unfall hat, und ganzkörpergelähmt ist. Aber ich kann die Verantwortung übernehmen, mich um ihn  kümmern und ihn  betreuen.
Wenn Dein Grossvater ein Wiederstandskämpfer war, wäre er übrigens vermutlich auch der Erste, der es völlig ok findet, dass Konzerne bis heute Entschädigung zahlen müssen, dass deutsche Juden nicht zwingend zum Militär müssen und was es dergleichen mehr gibt.
Es geht letztlich um eine Art "Mitgefangen mitgehangen" Prinzip - nicht im Sinne von "Du bist ein Schuldiger" sondern im Sinne von: Dir wird mangelnde Sensibilität zu dem Thema mehr vorgeworfen als beispielsweise einem Grönländer, und eben auch: die Bürde der Vergangenheit kann man nicht abstreifen wie einen Handschuh, auch wenn man es möchte: Es ist einfach DA und Du musst damit UMGEHEN = Stellung beziehen. Einfach sagen: "jetzisabergenug" ändert eben nichts daran, dass es "da" ist. (und führt im Übrigen voraussichtlich viel schneller dazu, dass es "wieder mal soweit" ist - möglicherweise nicht für Juden, aber für irgendeine andere Minderheit sicher.) Das mag für Dich ungerecht klingen, aber Du kannst mir glauben: für die nachgeborenen Juden ist es nicht ungerecht. Ganz im Gegenteil: weil man es ja nicht "wirklich" gut machen kann, ist es nie gerecht genug. Blede Situation, aber so isses....

Übrigens: Du magst es nicht glauben, nicht merken und vor allem nicht wollen - aber Juden werden in Deutschland nach wie vor ausgegrenzt. Und zwar nicht nur von Glatzen, Ewiggestrigen und derartigem Gesocks - sondern ganz nebenbei und grundsätzlich - sehr häufig auch unbewusst, einfach weil man sich halt - und damit sind wir wieder beim "natürlichen Herdentrieb" - im Zweifelsfall für Seinesgleichen entscheidet, zB wenn es um politische Wahlen geht,  oder überhaupt um Ernennungen für irgendwelche Machtpositionen. Die meisten Menschen sind sich ziemlich bewusst, wenn sie Juden in ihrem Freundeskreis haben, DASS es Juden sind. Die können sofort sagen: Ich bin nicht antisemitisch, der Soundso ist ja auch Jude. Ebenso bei Muslimen übrigens, die haben's im Moment vermutlich noch schwerer, (jedenfalls: anders) denn da gibt's  kein ständig lauerndes "schlechtes Gewissen", aus dem heraus sich das Verhalten definiert. Aber "Mensch wie Du und ich" sind sie auch nicht.

Autor: Brainsaw
« am: 31. Juli 2006, 18:18:06 »

Quote (selected)
Es waren deutsche Konzentrationslager.

Ich fühle mich übrigens auch angepisst. Auch wenn ich weder deutsch, noch national veranlagt bin. Es war und ist beschämend, für jeden Menschen, der fühlt und denkt.

C'est ca.

Du hast das evtl. falsch aufgefasst!? (Oder ich habe es falsch verstanden!?)
"Angepisst", bedeutet für mich als Niedersachse (Hochdeutsch), beleidigt zu sein, bzw sich angegriffen fühlen!
Also:
Quote (selected)
Andererseits fühlen sich durch allgemein "deutsch" dann vielleicht auch die nicht - nazis beleidigt/angegriffen!?
(Man möge mich korrigieren, sollte ich da irgend etwas falsch verstanden haben!)
In sofern, da ich mich selber für den Mist der damals passiert ist schäme, warum auch immer, Baujahr ´72, kann ich mich in diesem Fall nicht wirklich angepisst fühlen!? Oder?
Wodurch ich mich viel mehr angepisst fühle, ist daß viele Leute hierzulande immer noch an eine grosse "Holocaust-Verschwörung" glauben!
Trotz allumfassender Aufklärung seitens der Medien und der Schulen!
Ich denke, wir Deutschen haben aber "unser Fett weg bekommen", und haben aus dieser Lektion auch gelernt.(Bzw, sind dafür sensibilisiert worden) So schnell, sollte so etwas hierzulande nicht wieder passieren! (Mein Wort in Gottes Ohr!^^)
Die Frage, die ich mir  in letzter Zeit immer öfter stelle, ist, ob nicht eh ein gewisses Maß an Rassismus in der Natur des Menschen liegt, ich meine das ist ja nicht nur ein Deutsches Problem! (Siehe Frankreich, Italien usw)
Man sollte nur aufpassen, daß solche Neigungen nicht durch die Politik instrumantalisiert werden, und dadurch ein falsches Feindbild aufgegbaut wird, um von aktuellen Problemen abzulenken, bzw einen Sündenbock zu finden!
(Opium fürs Volk halt!^^)
Ok, ich schweife ab, und poste hier wahrscheinlich völlig zusammenhangloses Zeug!^^

So long:
Björn
Autor: Eric
« am: 30. Juli 2006, 11:46:42 »

Vielleicht wäre es konstruktiver, wenn man über die Rolle seiner eigenen Vorfahren in dieser Angelegenheit genaueres wüsste. Also wenn ich wüsste, dass mein Uropa ein Nazi war und aktiv dran beteiligt, dann würde ich mich schon einer KONKRETEN Verantwortung stellen wollen, das wäre mir ein inniges Bedürfnis. So ist mir das allerdings etwas schwammig und mir fehlt wirklich der Bezug dazu bzw. zwischen mir und dem damals. Deswegen ist es auch schwer sich einfach mal eben "der Verantwortung zu stellen", wenn sie nicht ganz konkret ist. Wäre z.B. mein Uropa ein extremer Nazi-Gegner und hätte damals seinen Hals riskiert und versucht Juden zu retten, statt sich am grausamen Völkermord zu beteiligen, dann hätte ich auch wieder eine ganz andere Beziehung dazu.
Echt schwierig, man neigt bei solchen schwammigen Dingen gern dazu, auf Stammtischniveu zu sinken, das ist nicht gut.
Autor: Eric
« am: 30. Juli 2006, 11:02:19 »

Ich muss gestehen ich hab' noch nie vom "KZ-Syndrom" gehört, das ist ein ganz neuer Aspekt. Trotzdem ist es schwer das zu verstehen. Wenn mein Ur-Großvater ein Mörder gewesen wäre würde ich ja auch heute nicht mehr im Knast sitzen. Es ist schon kontrovers, zumal ich meine, dass man die Schäden am jüdischen Volk NIE reparieren kann, erst Recht nicht mit Geld.
Autor: whoknows
« am: 30. Juli 2006, 10:58:23 »

Quote (selected)
WARUM sollen wir dafür zahlen und büßen ?  

Oh, doch, das kann ich Dir erklären: weil nämlich die Kinder der Nachgeborenen Juden auch IMMER noch darunter leiden, und zwar ganz konkret. Es gibt zB ein sogenanntes "KZ-Syndrom", das heisst, die NACHGEBORENEN kriegen häufiger Depressionen, verschiedenste körperliche Gebrechen, Haarausfall, sogar häufiger Krebs. Das setzt sich fort. (mal ganz abgesehen davon, dass eine ganze Kultur untergegangen ist, dass die Reste dieser Kultur heute noch darum kämpfen, wieder vollwertig zu werden)
Das ist der eine Grund, der zweite ist der, dass durch die VORTEILE, die sich die Nazis damals geschaffen haben, wirtschaftlich, durch Enteignung und Arisierung  etc, die heutigen Menschen immer noch verdienen. Die Deutsche Bank, die Stahlwerke, zahlreiche Hausbesitzer und und und profitieren heute noch von dem damals begangenen Unrecht. Vieles kann man nicht mehr zurückdrehen - aber man kann die Verantwortung übernehmen.
Ich finde auch, dass Scham nicht gefragt ist. Aber man muss eine VERANTWORTUNG übernehmen, weil das damalige Geschehen sehr wohl in seinen Auswirkungen bis in die heutige Zeit reicht.

Ganz genauso wie es auch rechtens ist, dass die weissen Amerikaner BIS HEUTE für die indigenen Völker ihres Landes extra zahlen, und aktiv beitragen müssen, dass diese Kultur halbwegs "heilen" kann. Oder die Australier für die Aborigines. Wer ein Volk auslöschen will, der muss dafür in dem Sinne "büssen" dass dafür gesorgt werden muss, die Schäden seines Tuns so weit es geht zu reparieren. Und die Schäden am Jüdischen Volk sind bei Weitem nicht "repariert".
Autor: Eric
« am: 30. Juli 2006, 10:24:21 »

Tja... schwierige Geschichte. Es gibt einfach Dinge mit denen man nicht immer ganz optimal umgehen kann. Ich finde zum Beispiel NICHT, dass wir als Deutsche unbedingt vor Scham und Reue im Erdboden versinken sollten und auch nicht müssten, denn: Wir (also ich zumindest) sehe es als vergangen an. Ich kann als 1988 geborener rein GAR NIX dafür, was meine Vorfahren vor zig Generationen da angestellt haben. Deswegen sehe ich es nicht ein als Deutscher prinzipiell zu Scham verurteilt zu sein und vielleicht sogar noch für das was unsere Vorfahren getan haben zu zahlen. Zahlen wir, wo wir ja gar nichts damit zu tun haben, nicht immernoch Entschädigungsgelder ??? WARUM sollen wir dafür zahlen und büßen ?
Sowas wie Nazi-Deutschland und Auschwitz darf niemals wieder passieren, deswegen ist es unsere Pflicht so zu handeln, dass es nie wieder geschieht (zum Beispiel nicht wie viele aus "Protest" NPD zu wählen). Es ist aber nicht unsere Aufgabe dafür zu büßen, Reue- und Schuldgefühle zu entwickeln und zu zahlen. Das heißt konkret: Wir haben nichts mit dem alten Auschwitz zu tun, aber wir können und müssen draus lernen und es ist unsere PFLICHT dafür zu sorgen, dass es kein ZUKÜNFTIGES Auschwitz geben wird.

So sehe ich das zumindest.
Autor: Bastian
« am: 30. Juli 2006, 04:15:47 »

Es waren deutsche Konzentrationslager.

Ich fühle mich übrigens auch angepisst. Auch wenn ich weder deutsch, noch national veranlagt bin. Es war und ist beschämend, für jeden Menschen, der fühlt und denkt.

C'est ca.
Autor: Brainsaw
« am: 30. Juli 2006, 01:55:34 »

Quote (selected)
andererseits fühlen sich durch allgemein "deutsch" dann vielleicht auch die nicht - nazis angep*** ...öööhm diskriminiert, die da definitiv nichts für können. Zuviel stellvertretende Scham halte ich auch für sehr destruktiv.
Hmm, ich empfinde den Begriff "Nazi-Deutschland" als sehr "unangemessen"!
Ich meine, in welchem Deutschland leben wir denn jetzt?
Im "Nicht-mehr-Nazi-Deutschland"?
(Oder eher im "Nicht-mehr-ganz-so-Nazi-Deutschland-wie-damals"!?)
Das war Deutschland vor ca. 70 Jahren. Da müssen wir halt durch!
Finden wir uns einfach damit ab, und reiten nicht auf alten Geschichten rum.
Ich wüde mich, z. B. als links orientierter nicht angepisst fühlen!
Grüße
Björn
Autor: Bassmeister
« am: 29. Juli 2006, 21:23:47 »

andererseits fühlen sich durch allgemein "deutsch" dann vielleicht auch die nicht - nazis angep*** ...öööhm diskriminiert, die da definitiv nichts für können. Zuviel stellvertretende Scham halte ich auch für sehr destruktiv.
Autor: Brainsaw
« am: 29. Juli 2006, 12:09:57 »

Quote (selected)
Heute gefunden:
Quote (selected)
Am Mittwoch hat das polnische Kulturministerium verkündet, die UNESCO habe dem Antrag Polens auf Umbenennung des Vernichtungslagers in Auschwitz zugestimmt. Statt "Konzentrationslager Auschwitz" soll es nun "Früheres nazi-deutsches Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau" heißen und damit ein klarer Bezug zu Nazi-Deutschland hergestellt werden.

Doch die Aussendung erwies sich als voreilig. Die Entscheidung wurde vertragt. Die Mitglieder des Welterbe-Komitees hätten sich nicht einigen können, erklärten Vertreter der Vereinten Nationen und Polens am Mittwoch in Vilnius
orf.online


Was ist Eure Meinung? Sollen sie sich umbenennen dürfen?
Von mir aus ja, aber dann doch eher in "Ehemaliges deutsches Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau".
Dieses "nazi-deutsches", klingt für mich zu plump, bzw zu sehr nach Stammtischgeblubber!
Autor: whoknows
« am: 14. Juli 2006, 15:11:48 »

Nönö - Du hast nur das ursprüngliche Posting überlesen. Es ging darum, dass Polen Auschwitz umbenennen will - als "nazi-deutsches Konzentrationslager" statt einfach "Konzentrationslager" - weil sie meinen, dass es zu viel mit Polen in Verbindung gebracht wird.
Aber das hat die Unesco abgelehnt.
Autor: Bassmeister
« am: 14. Juli 2006, 11:46:08 »

Waldschlößchenbrücke? Rassismus?  Steh diesmal ich auf der Leitung?
Autor: Guntram
« am: 14. Juli 2006, 08:37:08 »

http://www.waldschloesschenbruecke.de/

um das mit der Brücke abzuschließen. Ich glaube die UNESCO hat mehr als recht. :-?