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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonflikt  (Gelesen 21045 mal)

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Offline Eric

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #100 am: 23. April 2006, 22:00:20 »
Bist ein Schatz, michael.  :-*

Offline triangel

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #101 am: 23. April 2006, 22:54:28 »
Michael, klar geht es primär um die Produktionsmittel: Weder Zwangskollektivierung noch Privatbesitz - auch und insbesondere von Menschen! (btw: Ich habe kürzlich noch einen langen Bericht über Zwangsehen von jungen Mädchen gesehen...!)

Ansonsten sollten wir uns wieder dem Thema zuwenden.

Was habt Ihr für praktischer Ideen zur Aufhebung des Konfliktes? Toll ist es auch, wenn palästinensisch-israelische Musiker gemeinsam auftreten. Da existieren scheinbar inzwischen auch sehr viele, oder?
« Letzte Änderung: 23. April 2006, 22:57:23 von triangel »

Offline Alex

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #102 am: 24. April 2006, 01:51:38 »
Ha! endlich wieder Thema!!  Hihi...
Zitat Kampmann:
1. der Monotheismus scheint im Iran entstanden zu sein, und zwar zurückgehend auf den alten Zarathustra, der heute dort von den Zoroastern noch prakiziert wird. Zeitlich war das wohl einzuordnen auf ca. 800 v.Chr.
Diese Information scheint im Gegensatz zu stehen zu dem ägyptischen Ursprung des Monotheismus. Aber vielleicht haben wir einen Archäologen oder Religionswissenschaftler in unseren Reihen, der das kompetent entscheiden kann!
 

Anscheinend liegt dies an verschiedenen Definitionen des Monothsms. (Wie die sich auch immer unterscheiden mögen) :-? Re bzw. dann Aton ist aber wohl der erste "geschichtsschreiberisch" festgehaltene Einzelgott als Staats- oder nahezu- Staatsreligion. Die von Angel eingereichte Nomadentheorie hab ich nirgends verifiziert finden können. Hmmm. Aber ich bin auch kein Experte in diesen Dingen, hab mich nur lange Jahre intensiv mit dem alten Ägypten beschäftigt. Immerhin wird unsere europäische Kultur und Historie nicht so sehr von den alten Griechen, sondern -ursprünglich- von den Ägyptern geprägt. Zeigt sich: in der Kunst/Design: goldener Schnitt, Astronomie -logie: Sternbilder (z. B. Osiris) Mathematik: da habens´ die Perser/ Araber zu uns weitergetragen, Medizin: auch hier waren die persischen/arabischen Heiler Nutznießer des alten Ägypten. Am klarsten sieht man dies jedoch im algemeinen Ästhetikverständnis: Schau Dir mal alte ägpt. Statuen/ Malereien an-- und dann`ne Calvin Klein Werbung: Das passt, wie Faust aufs´Gretchen :D Na ja, 3000 v. Chr. bis null ist ne´ lange Kulturzeit für ein Weltreich- (gegen z.B. 80 Jahre UDSSR) Das kann einen, trotz Umwege über Kleinasien- Griechenland, schon mal nachhaltig prägen...
OK, Abschweifung beendet. Es ärgert mich, aber sonst weiß ich auch nicht, ob es irgendeine schlüssige Theorie zum Beginn des Monotheismus gibt. Doof. Wer hilft? [smiley=old_huh.gif]

Offline Alex

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #103 am: 24. April 2006, 02:13:00 »
Zitat Kampmann:
2. Im Iran werden viele Religionen geduldet. Juden, Christen, Zoroaster ... Und was mich absolut umgehauen hat: dort können die Christen ihre Kirchen bauen, mit Türmen!!! und die Juden ihre Synagogen ... Das einzige, was nicht geduldet wird, sind Missionsartige Aktivitäten der Christen. Allerdings: diese Gruppierung umfassen iranweit jeweils nur einige zig-tausend (z.B. Christen: ca. 50.000)

Jep. Da hast Du wohl richtig gehört. Auch wenn es unter dem neuen Präsdt. wohl etwas schwieriger geworden ist. Im Med.studium gibts relativ viele Perser, die berichten, das der Iran ein großartiges Land- aber zweigeteilt ist. Öffendlich und privat sind zwei verschd. Dinge. Solange "abweichende" Lebenseinstellungen nicht zu offiziell weden, werden sie geduldet/unterstützt, (50.000 sind eine kleine Gemeinschaft) und z. B. in den Skigebieten Irans darf es zugehen wie in St. Moritz -mit Halligalli und Alkohol- nur nicht offiziell. Dieses schizoartige hat nicht wenige dazu gebracht zu fliehen. Neben der früheren, staatlichen Verfolgung, natürlich. Aber so schlimm, wie es grad hier bei uns gezeichnet wird, ists´ wohl nicht.

Offline Alex

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #104 am: 24. April 2006, 02:35:07 »
He, Maexl
Klasse!
 Zitat Maexl:
zum Thema Triangel: Herrlich kann man das exemplarisch an Franz Liszts frühen symphonischen Dichtungen und dem ersten Klavierkonzert ("Triangelkonzert") sehen... sie sind sicherlich nicht die dichtesten Werke der Musikgeschichte aber unterhaltsam sind sie schon... als geburtswerke dieses musikalischen formalen typus (sinf. dicht.) sind sie absolut hörenswert. es verhält sich zwischen ihnen und populären symphonien (Pastorale, 9te, Große D 944, mahler 4 usw.) wie mit den ungarischen rhapsodien und den bedeutenden klavierwerken der wiener klassiker (Appassionata, D960 usw.).
weiter fällt mir eine charakterisitische stelle bei mahlers symphonischen liederzyklen ein. ich weiss jetzt grad nicht, ob es in den kindertotenliedern oder denen des fahrenden gesellen vorkommt.... ich meine eher letzteres, der Text darauf heisst: "Ich halts nicht länger aus". könnte durchaus aus der 3ten passage die mit "ich hab ein glühend messer" stammen. dort stellt sie die dynamische übersteigerung der passage dar.

An den Liszt hab ich nun gar nicht gedacht... danke :D
Wunderbar aber auch immer wieder bei Debussy oder Dukat zu hören...

Offline Alex

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #105 am: 24. April 2006, 02:54:40 »
Thema "Wahrer" Kommunismus:  ja- nein, oder wie:

Das kommt mir vor, wie die Kinder, die an den "echten" Weihnachtsmann glauben. Sie wissen -irgendwann- sehr genau, daß es ihn nicht gibt -hoffen jedoch trotzdem, daß er (Papa) die Geschenke mitbringt. Obwohl sie wissen, daß die Eltern dann doch alles selber bezahlen müssen... ;D
« Letzte Änderung: 24. April 2006, 03:04:02 von Alex »

Offline triangel

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #106 am: 24. April 2006, 13:47:35 »
Hi Alex,
die Nomadentheorie hatte ich wegen diesem Absatz von Dagmar eingebracht:
"Es wurden, ich weiss nicht wieviele, Bibeltexte verlesen - sie alle handelten aber im Kern von der Verfolgung der Juden durch die Araber und deren "Rache" an den Ägyptern (zum Beispiel)."

Es lebten in Ägypten aber keine "Juden", die haben sich erst viel später aus den 12 Stämmen entwickelt bzw. es gab dann Israel und Juda. Dieser besagte Nomadenstamm, in den Moses eingeheiratet hat, scheint lt. dieser Theorie der Ursprung der Hebräer zu sein, die als Nomaden in ägyptische Sklaverei gepreßt worden sind und sich daraus befreit haben (das Pessach-Fest ist dem ja gewidmet).
siehe dazu auch hier:
"Ein indirekter historischer Beleg für den Aufenthalt der Israeliten in Ägypten könnte die Erwähnung von Volksgruppen Namens habiru in ägyptischen Urkunden aus dem 15. bis 12. Jahrhundert sein. Einige Forscher setzen diese habiru mit den hibri, den Hebräern gleich. Der Begriff stand aber vermutlich weniger für ein Volk als eher für einen sozialen Status (etwa die Fremden oder die Anderen) und muss nicht unbedingt die Israeliten gemeint haben."
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_j%C3%BCdischen_Volkes

Aber ich kann diesbezüglich Experten in den dementsprechenden Foren fragen.

Das mit der von Dagmar angedeuteten "Rache" verstehe und begreife ich nicht. Kann sie das noch etwas erläutern? Vermischt sie ggf. den Auszug der Hebräer aus Ägypten mit dem, was im Buch Esther steht und als Purim-Fest gefeiert wird?
http://de.wikipedia.org/wiki/Purim

Und nun sind wir bei "den Persern" (die im übrigen nicht als "Araber", sondern als "Arier" gelten). Es existiert ggf. eine sitzende Angst vieler Juden vor "Haman". Es mag sein, daß diese ggf. auf den heutigen Iran und seinen Präsidenten übertragen wird... ??? Dies insbesondere dann, wenn diese religiösen Menschen sehr stark in der Vergangenheit denken und leben...???

Und ist das ggf. der rationale Kern des (auch in Bezug auf die Realgeschichte) unziemlich irrational formulierten Postings von Dagmar. Oder irre ich mich?

Bezüglich der Entstehung des Monotheismus im Iran: Auch dieser entwickelte sich aus dem Polytheismus. Auch im Altertum der Theokratien gab es ja die Tendenz zur Zentralisierung des Staates unter EINEN Herrscher. Zusätzlich gab es ständige Kriege, die dem Zweck der Vergrößerung des eigenen Reiches mit Unterwerfung anderer Völker verbunden war.

Dies brachte es mit sich, dass in allen mächtigen Staaten und Völkern des Altertums sich die Tendenz und der Monotheismus durchsetzte. Im Iran war es ursprünglich die weibliche Gottheit Ardvisura Anahita, die dann durch Zarathustra mehr und mehr durch Ahura Masda ersetzt wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zarathustra
http://de.wikipedia.org/wiki/Zoroastrismus

Vor den patriarchalen Göttern wurden mehr weibliche Schöpfer- und Fruchtbarkeits-Gottheiten angebetet. Mitbedingt durch Naturkatastrophen (auch ausgedrückt in der "Sintflut") verloren die Menschen den Glauben bzw. das Vertrauen in diese Göttinnen.
« Letzte Änderung: 25. April 2006, 01:11:50 von triangel »

Offline triangel

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #107 am: 24. April 2006, 14:08:42 »
Quote (selected)
"Ich halts nicht länger aus"....

Aus diesem Gefühl kann vieles entstehen: Flucht, Autoaggression, gewalttätige Aggression gegen andere oder auch eindrucksvolle Kunstwerke. Gibt es nicht auch viele Künstler (Komponisten, Musiker), die als "geisteskrank" gelten oder galten bzw. mental krank gemacht wurden?

Mich beflügelte der Gedanke der Triangel und ich danke Dir sehr für Deine Ausführungen :)

Offline Maexl

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #108 am: 24. April 2006, 16:45:56 »
Quote (selected)
http://www.musiktext.de/texte/mah_gesell_txt.htm:

Vor dem Hintergrund einer offensichtlich unerwiderten Liebe scheint Mahler die Idee zu dem Zyklus der "Lieder eines fahrenden Gesellen" und dessen Gedichte gekommen zu sein. Denn, wie er später einmal schreibt: "So geht es mir immer: nur, wenn ich erlebe, 'tondichte' ich - nur, wenn ich tondichte, erlebe ich". Schon das hochsensible, phantasieerfüllte Kind schrieb mit 6 Jahren, wie Natalie Bauer-Lechner berichtet, eine Polka mit einem einleitenden Trauermarsch und erdichtete und musizierte bei verhängten Fenstern vor familiärem Publikum ganze Romane, über die es selbst bitterlich zu weinen begann.
Von den ursprünglich sechs Gedichten des Fahrenden Gesellen blieben schließlich vier übrig; welche Gedichte eliminiert wurden, ist ein Thema spekulativer Musikwissenschaft. Interessanter scheint die Frage, ob und wie weit es sich um originale Gedichte Gustav Mahlers handelt.

Quote (selected)
http://w3.rz-berlin.mpg.de/cmp/mahler_gesellen.html:

I
  
Wenn mein Schatz Hochzeit macht

Wenn mein Schatz Hochzeit macht,
Fröhliche Hochzeit macht,
Hab ich meinen traurigen Tag!
Geh ich in mein Kämmerlein, dunkles Kämmerlein!
Weine! Wein'! um meinen Schatz, um meinen lieben Schatz!

Blümlein blau! Verdorre nicht!
Vöglein süß! Du singst auf grüner Heide!
Ach! Wie ist die Welt so schön! Ziküth!

Singet nicht, blühet nicht! Lenz ist ja vorbei!
Alles Singen ist nun aus!
Des Abends, wenn ich schlafen geh,
Denk ich an mein Leid, an mein Leide!

II
  
Ging heut morgen übers Feld

Ging heut morgen übers Feld,
Tau noch auf den Gräsern hing;
Sprach zu mir der lustge Fink:
"Ei, du! Gelt? Guten Morgen! Ei gelt? Du!
Wird's nicht eine schöne Welt? schöne Welt!?
Zink! Zink! schön und flink!
Wie mir doch die Welt gefällt!"

Auch die Glockenblum am Feld
Hat mir lustig, guter Ding
Mit den Glöckchen klinge, kling,
Ihren Morgengruß geschellt:
"Wird's nicht eine schöne Welt? schöne Welt!?
Kling! Kling! Schönes Ding!
Wie mir doch die Welt gefällt! Hei-a!"

Und da fing im Sonnenschein
Gleich die Welt zu funkeln an;
Alles, alles, Ton und Farbe gewann im Sonnenschein!
Blum und Vogel, groß und klein!
Guten Tag, guten Tag! Ist's nicht eine schöne Welt?
Ei du! Gelt? Schöne Welt!?

Nun fängt auch mein Glück wohl an?!
Nein! Nein! Das ist mein, mir nimmer blühen kann!

III
  
Ich hab ein glühend Messer

Ich hab ein glühend Messer, ein Messer in meiner Brust.
O weh! 0 weh!
Das schneid't so tief in jede Freud und jede Lust, so tief!
Ach, was ist das für ein böser Gast!
Nimmer hält er Ruh, nimmer hält er Rast,
Nicht bei Tag, nicht bei Nacht, wenn ich schlief!
O weh! o weh!

Wenn ich in den Himmel seh,
Seh ich zwei blaue Augen stehn!
O weh! o weh!
Wenn ich im gelben Felde geh,
Seh ich von fern das blonde Haar im Winde wehn!
O weh! o weh!

Wenn ich aus dem Traum auffahr
Und höre klingen ihr silbern Lachen,
O weh! o weh!
Ich wollt, ich läg auf der schwarzen Bahr,
Könnt nimmer die Augen aufmachen!

IV
  
Die zwei blauen Augen

Die zwei blauen Augen von meinem Schatz,
Die haben mich in die weite Welt geschickt.
Da mußt ich Abschied nehmen vom allerliebsten Platz!
O Augen, blau! Warum habt ihr mich angeblickt?
Nun hab ich ewig Leid und Grämen!

Ich bin ausgegangen in stiller Nacht,
In stiller Nacht wohl über die dunkle Heide.
Hat mir niemand ade gesagt, ade!
Mein Gesell war Lieb und Leide!

Auf der Straße steht ein Lindenbaum,
Da hab ich zum erstenmal im Schlaf geruht!
Unter dem Lindenbaum, der hat
Seine Blüten über mich geschneit,
Da wußt ich nicht, wie das Leben tut,
War alles, ach, alles wieder gut!
Alles! Alles! Lieb und Leid!
Und Welt und Traum!

Quote (selected)
Die Kindertotenlieder sind eine Vertonung von fünf Gedichten aus der gleichnamigen Sammlung von Friedrich Rückert (1788-1866), die Gustav Mahler zwischen 1901 und 1904 komponierte.

In ihren Erinnerungen an Gustav Mahler drückt Mahlers Witwe Alma ihr Unverständnis über die Kindertotenlieder aus:

»Ich kann es wohl begreifen, daß man so furchtbare Texte komponiert, wenn man keine Kinder hat [...]. Ich kann es aber nicht verstehen, daß man den Tod von Kindern besingen kann, wenn man sie eine halbe Stunde vorher, heiter und gesund, geherzt und geküßt hat. Ich habe damals sofort gesagt: 'Um Gottes Willen, Du malst den Teufel an die Wand!'«

Tatsächlich erfreute sich Mahlers Familie zur Zeit der Entstehung dieses Liederzyklus bester Gesundheit, jedoch drei Jahre später verstarb seine ältere Tochter an Scharlach. In der Rezeption der Kindertotenlieder wurde daher viel darüber gemutmaßt, ob Mahler den Tod seines Kindes vorausgeahnt habe, oder ob es sich nur um einen unglicklichen Zufall gehandelt habe.


Text:
http://www.gopera.com/lieder/translations/mahler_kindertotenlieder.pdf

PS:
Thema "Wahrer" Kommunismus:  ja- nein, oder wie:
 
Das kommt mir vor, wie die Kinder, die an den "echten" Weihnachtsmann glauben. Sie wissen -irgendwann- sehr genau, daß es ihn nicht gibt -hoffen jedoch trotzdem, daß er (Papa) die Geschenke mitbringt. Obwohl sie wissen, daß die Eltern dann doch alles selber bezahlen müssen...  


kürzer, humorvoller und eleganter könnte ich es nicht formulieren!... ausgezeichnet!

Offline triangel

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #109 am: 24. April 2006, 17:07:09 »
Danke, Maexl, für Deine Ausführungen zu Gustav Mahler!

Quote (selected)
Thema "Wahrer" Kommunismus:  ja- nein, oder wie:
 
Das kommt mir vor, wie die Kinder, die an den "echten" Weihnachtsmann glauben. Sie wissen -irgendwann- sehr genau, daß es ihn nicht gibt -hoffen jedoch trotzdem, daß er (Papa) die Geschenke mitbringt. Obwohl sie wissen, daß die Eltern dann doch alles selber bezahlen müssen...  [/i]

kürzer, humorvoller und eleganter könnte ich es nicht formulieren!... ausgezeichnet!

Glauben - insbesondere der an den "Weihnachtsmann" oder "das Christkind" bzw. der christliche Geschenkkultus zu Weihnachten - entstammt der christlichen Religion. Der Glaube an den Osterhasen entstammt heidnischen Fruchtbarkeitskulten, die die christlichen Kleriker in ihrem Messianismus aufgenommen haben. Damit haben sie das Christentum popularisiert, jedoch keinesfalls die kommunistische Bewegung.

Hier aus unserem surrealistischen Schreiben an Ostern mit mehren Freunden zwei Verse:
(1) "Mein Osterei wurde schon zu Weihnachten als Tannenzapfen geschlachtet."
(2) Frohe Ostern, Du Weihnachtsmann! (R. Kunzelmann zu E. Diepgen)"

(interessant daran ist, dass Schreiber 2 nicht wusste, was Schreiber 1 geschrieben hatte, da das Blatt ja umgeknickt wird und der nachfolgende Schreiber nicht weiss, was seine "Vorschreiber" geschrieben haben)

Kennt hier jemand die Rockoper "Proletenpassion" der österreichischen Rockgruppe "Schmetterlinge"? Die hat mehr mit Kommunismus und Klassenkämpfen zu tun.

Aber natürlich existiert auch eine christliche Sozialethik sowie eine christliche Befreiungstheologie, die durchaus emanzipatorische Inhalte hat: "Es darf keine Herren und keine Sklaven mehr geben..." etc.
Auch das Urchristentum (eine Sklavenreligion; alle waren noch Juden/Jüdinnen) kämpfte gegen die Sklaverei sowie römische Barbarei. Es kämpfte auch für die Gleichstellung der Frau. Unter Konstantin wurden alle radikalen Inhalte "reformiert" und statt Frauengleichheit gab es als Ersatz den Marienkult.
Nun, der "Konstantinismus" bzw. die konstantinische Wende in der Geschichte des Christentums hatte nix mit Kommunismus, dafür aber umso mehr mit Idolatrie zu tun.
« Letzte Änderung: 25. April 2006, 01:14:57 von triangel »

Offline Alex

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #110 am: 25. April 2006, 01:14:05 »
Danke Maexl für die Mahlereien...
Klingt echt gruselig. [smiley=old_mata.gif] Bin zwar Mahler-fan, dies kannt´ ich aber noch nicht.
(Dank auch für den Weihnachtshonig...)
Gruß, Alex.

Offline Franz08

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #111 am: 08. Mai 2006, 11:26:07 »
Quote (selected)
[...] Kennt hier jemand die Rockoper "Proletenpassion" der österreichischen Rockgruppe "Schmetterlinge"? Die hat mehr mit Kommunismus und Klassenkämpfen zu tun. [...]

Mehr zu den "Schmetterlingen" findet sich an dieser Stelle:
http://espressorosi.hase.cc/schmetterlinge_menu.html

Neben der "Proletenpassion", die 1978 auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ORF gezeigt wurde,
http://espressorosi.hase.cc/radiotv/01_05_78.html
http://espressorosi.hase.cc/schmetter/proleten_buch.html

haben die "Schemetterlinge" 1977 am Eurovisions-Songcontest teilgenommen, und zwar mit dem Lied "Boom Boom Boomerang"
http://espressorosi.hase.cc/schmetter/texte/boomboom.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1977

Die "kommunistische Subversivität" scheiterte allerdings schon damals an der Lebens- und Medienrealität.

In Wikipedia werden die "Schmetterlinge" heutzutage so beschrieben:
"Die Schmetterlinge ist eine 1969 entstandene Band des Austropop (sic!) mit politisch-kritischen Texten."
http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlinge_%28Austropop%29
« Letzte Änderung: 08. Mai 2006, 11:30:43 von Franz08 »
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Offline whoknows

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #112 am: 08. Mai 2006, 14:45:02 »
Ja, war nett, damals, ist aber heute hoffnungslos veraltet in seiner PC.....
und hat im Übrigen nix mit Israel und Ralf Giordano zu tun  ;)
« Letzte Änderung: 08. Mai 2006, 14:45:31 von whoknows »

Offline Franz08

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #113 am: 08. Mai 2006, 20:48:07 »
Ja eh, whoknows, war nur als kleine Info gedacht  ::) Sorry für die Verfehlung des Themas im engeren Sinn!  :-[
Match as much as you can!

Offline whoknows

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #114 am: 09. Mai 2006, 00:33:59 »
 :-*
du hast nur mit dem zitierten Posting, und der Tatsache, dass du mehr Links als Text hattest, ein bissel einen wunden Punkt derwischt...

Offline Alex

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #115 am: 09. Mai 2006, 03:22:00 »
Hmmm... :question

Offline Franz08

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #116 am: 09. Mai 2006, 22:36:55 »
Schön langsam komme ich ja hinter die forumsinternen Empfindlichkeiten und tippe mal, dass ich da eine leichte "Engelphobie" angestoßen haben könnte  ;D

Ich halte mich ja normalerweise mit ausufernden Links zurück. Bei den Schmetterlingen war die Sache aber zu verführerisch, weil super-anachronistisch. Und als ich in Wikipedia noch die Charakterisierung als "Austropop" lesen musste, war's um meine Link-Disziplin gescheh'n  :o

Ich werd' auch nicht beginnen, jetzt ein paar Threads zu kapern und über die "Theorie sozialer Systeme" und andere System-Theorien zu posten, da könnte man nämlich auch absolut hermetisch argumentieren. Ich lass' es trotzdem bleiben, da hier nicht der Platz ist dafür.

Leider bin ich jetzt schon wieder vom eigentlichen Thema des Threads abgekommen! Ähem.
Und aus.
Und liebe Grüße an alle  :D
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Offline whoknows

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #117 am: 10. Mai 2006, 00:39:16 »
hermeneutische Grüsse zurück! ;D

Offline Alex

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #118 am: 10. Mai 2006, 02:18:50 »
Verspätet: auch von mir ein herzliches  Willkommen :D
Die Engel-Phobie ist echt; also keine (ungerichtete) Phobie.
Hermet.., hermeneut..., herakl..., herrisc..., herrlic..., Hera lind.. :-X  HERZLICHES WILLKOMMEN- HERRGOTTHIMMEL! Huch [smiley=thumbsup.gif]

Offline Dagmar

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #119 am: 13. Mai 2006, 00:45:33 »
Noch verspäteter von mir: Auch ein herzliches Willkommen an den Franzl  ;) :)
Je fester dir einer die Wahrheit verspricht, in Programmen und Predigten, glaube ihm nicht. Und geh' zu den Gauklern, den Clowns und den Narr'n: Dort wirst du zwar nix, doch das in Wahrheit erfahr'n.

Offline Bastian

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #120 am: 17. Mai 2006, 14:44:38 »
Bin gerade sehr irritiert, über das, was zur Zeit mit Ayaan Hirsi Ali geschieht. In Holland ist es ein Riesenthema, in Deutschland liest man nicht sehr viel darüber. Hirsi Ali hatte mit Theo van Gogh den Film "Submission" gedreht, worauf van Gogh von einem Fanatiker ermordet worden war. Sie saß bis vor Kurzem für die "rechtsliberale" Partei VVD im Parlament, und hat nun Probleme mit ihrer niederländischen Staatsbürgerschaft. Nach ihrer Flucht aus Somalia hatte sie im Jahre 1997 bei ihrem Einbürgerungsantrag falsche Angaben gemacht, und dies fiel der niederländischen Integrationsministerin jetzt ein, wo sie sich für die Wahl 2007 profilieren will.

Alle anderen Holländer wussten das schon seit fünf Jahren...

Ja, und nun will sie nach Amerika, um dort beim American Enterprise Institute (AEI) zu arbeiten. Das wiederum ist eine stockkonservative Einrichtung, die schon für Ronald Reagan und George Bush "gedacht" hat.
Ich sag ja, ich bin irritiert.
Aber diese Frau ist bestaunens- und bewundernswert, drum muss sie ins Forum.

http://www.nzz.ch/2006/05/17/al/articleE4P3F.html

und beim Spiegel brodert es auch zu diesem Thema. Auch wenn der Broder irrt, wenn er schreibt sie sei endgültig ausgebürgert... er brodert, und darauf kommt es an.:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,416522,00.html
« Letzte Änderung: 17. Mai 2006, 16:38:31 von Bastian »

Offline Andrea

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #121 am: 17. Mai 2006, 22:11:50 »
Das Fernsehen hat da wohl schlafende Hunde geweckt.
Die Frau hat doch zu ihrer eigenen Sicherheit den Namen nicht ganz vollständig angegeben. Das müssen vermutlich viele Frauen - auch hierzulande - tun, die ursprünglich zwangsverheiratet werden sollten. Diese Bürokratennummer hätte sich die Verdonk ersparen können, finde ich.
Zum Licht gehört der Schatten, zum Tag die Nacht. Das musst du dir so oft sagen, bis du es weißt und für selbstverständlich hältst. Dann kannst du nicht enttäuscht darüber sein. Denn leben heißt: Das

Offline Dagmar

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #122 am: 20. Mai 2006, 02:18:34 »
@Basti: Ich teile Deine Haltung zu Ayaan Hirsi Ali: Ich bewundere sie und beobachte länger schon so für mich und anhand dessen, was man in der Presse lesen kann, was sie so tut.

Sie hat in meiner Meinung wirklich grosse Verdienste erlangt für die Focussierung auf die Besonderheiten des Islams (um es mal ganz bewusst ganz wertfrei auszudrücken). Allerdings habe ich immer schon zu ihr wahrgenommen (in Interviews überwiegend, print oder FS), dass sie einen grossen Anteil Fanatismus in sich trägt. In diesem Fall entspricht der fanatisch vertretene Inhalt der Haltung Ayaan Hirsi Alis auch meiner persönlichen Haltung. Das interessiert aber gerade einmal im Moment nicht so wirklich: Jede Art von Fanatismus macht mich nämlich immer ziemlich vorsichtig und ziemlich skeptisch.

Nicht dass wir uns hier missverstehen: Ich teile die Haltung von Frau Ayaan Hirsi Ali. Aber es fiel mir halt auch immer auf, dass sie diese Haltung ziemlich dogmatisch vertritt.

Wenn sie jetzt anstrebt, für eine ebenfalls recht "extreme" und polarisierte oder polarisierende amerikanische konervative Bewegúng tätig zu werden, überrascht mich das jetzt nicht sooo rasend. Ich habe die Frau bislang konsequent konservativ wahrgenommen.
Je fester dir einer die Wahrheit verspricht, in Programmen und Predigten, glaube ihm nicht. Und geh' zu den Gauklern, den Clowns und den Narr'n: Dort wirst du zwar nix, doch das in Wahrheit erfahr'n.

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Re: Ralph Giordano über Israel/Palästinenserkonfli
« Antwort #123 am: 20. Mai 2006, 23:11:53 »
Ja, trotzdem ist natürlich diese Ausbürgerungsgeschichte ein reiner Stimmenfang, denn es war ja allen schon seit Jahren bekannt, was sie da "notgelogen" hat. Und es ist ein Skandal. Aber: Aiuswandern wollte sie schon vor ein paar Monaten, weil nämlich - auch eine bodenlose Frechheit - sie Probleme mit ihrer Vermieterin hatte: die hatte sie geklagt, weil sie sagte, durch die Bedrohung, die ihre Anwesenheit in der Wohnung darstellt (nach dem Mord an Van Gogh) mindert sich der Wert der Wohnung & Wohngegend, und deshalb soll sie ausziehen - und das gEricht gab ihr recht. Und DA - eben schon vor vier Monaten, hat Ali gesagt, dass sie auswandern wird.

 

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