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Zusammenfassung

Autor: whoknows
« am: 19. März 2006, 23:20:13 »

Ich sag Euch was - auch wenn Ihr mich erschlagt - so ganz prinzipiell hab ich nix gegen die Idee von einer Art Test. ABER.
Zunächst geht es eher darum, dass es eine Art Schulung sein sollte - und zwar europaweit und europaweit gleich für Aussereuropäer. Räumt erst mal mit der Lüge auf, dass es angeblich kein Muslim-Test ist. Dann muss es natürlich einige Zusatzfächer geben, die dann landespezifisch sind. Zum Beispiel Sprache, und dann diverse Regelungen, die unterschiedlich sind, wie zB Arbeitszeit, Steuer und Pensionsregelungen, landesspezifische Gesetze wie das Vorhandensein von Mindestlöhnen etc.

Also: man sollte lernen, was man hierzulande für Rechte hat, und was für Pflichten. Natürlich sollte man auch über den unterschiedlichen Umgang zwischen Frauen und Männern lernen - viele wissen das einfach nicht. In Cuba zB gilt es vielen als Kompliment, Frauen nachzupfeifen - hier eher nicht. Man kann gerne auch lernen, dass der europäische Grundtenor immer mehr in gleichstellung von homosexuellen Beziehungen geht -  das hat nichts mit der eigenen Meinung, aber alles mit dem öffentlichen Gebaren zu tun.
Und klar, Grundzüge der Landessprache sind auch hilfreich. Aber in erster Linie sollte man lernen, was es für Rechte gibt in europäischen Demokratien, und was man für Pflichten hat, wieviel Trinkgeld üblich ist, was als Ruhestörung gilt und wo man sich durchsetzen kann etc pp

Man sollte eine Hilfe bekommen, damit man sich einfach schneller heimisch fühlen kann.

Und: diese Schulungen sollten von Aussereuropäischen Zuwanderern, die bereits lange hier leben, ausgearbeitet werden, denn die wissen am Besten, was sie erst lernen mussten, und was für sie spannend & hilfreich war.

Und wenn die Deutschen es dann dringend für ihr Seelenheil brauchen, dann können diese Schulungen meinetwegen mit einem Test abgeschlossen werden.
Autor: Bastian
« am: 19. März 2006, 22:19:24 »

Quote (selected)
...und du sein kluges Ausländer, sonst du wärst nix hier gekommen
Du glaubs, das das war Zeichen von großem Klug? Für deutsche Verhältnis, du legst wirklich besondere Logik an den Tag. [smiley=happy.gif]
Autor: Dagmar
« am: 19. März 2006, 17:01:08 »

Wenn Du sein kluges Ausländer - und du sein kluges Ausländer, sonst du wärst nix hier gekommen - du haben längst den Test und du haben längst auswendig gelernt alle Antworten. Du müssen nur noch hinschreiben, und dann du müssen noch schauen Video mit Schweinkram, und dabei du müssen schreien "Yepeeh". Aber du müssen aufpassen - wenn du schreien zu laut, du müssen ins Gefängnis.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,406535,00.html
Autor: Bastian
« am: 18. März 2006, 19:02:17 »

Ich hab überlegt, wo ich das hinschreiben soll... Ich glaube, im Endeffekt ist es so etwas wie ein Hoax. Hessen hat sich einen Entwurf für einen Einwanderertest ausgedacht. Wenn du bist geboren aus andere Land, und willst du bürger dich ein bei Hessen, musst du beantworten von diesen Fragen von Test.

Kannst du auch super testen, wenn du schon zu lange bist einer Deutscher oder eine Deutscherin! Findest du raus, ob du überhaupt hast genug Versteh von Kultur und Politik, um wirklich zu sein Deutscher. Kannst du nähmlich nicht beantworten alle von die Fragen, bist du blöd wie Scheibe Toast mit Schäu... Scheiblette drauf. Dann musst du Deutsch Bürgerschaft wieder abgeben, und wirst selber zum Ausländerin oder Ausländerer! Passt du gut auf!

Lange zu Reden, kurz ist der Sinn. Hier das Test:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,406098,00.html
Autor: Sandra
« am: 14. Juni 2005, 01:29:02 »

In ganz SOAsien
Autor: Bastian
« am: 13. Juni 2005, 16:34:02 »

In Frankreich ist es tatsächlich noch eine Nummer extremer als hier. Gegen diese Riesensupermärkte die ich da in der franz. Pampa gesehen hab, ist der real ein wahres Würmchen. Und das gesamte Umland kauft nur in diesen Riesenmärkten ein, während kaum noch ein Dörfchen einen Boulanger hat... Wenn man so blöd ist wie ich, und dort umherwandert, verhungert man beinahe, weil man an keinem einzigen Bäcker vorbeikommt. Aber wenn man wie ich gottlob "Reservestoffe" angesetzt hat, kann man eine Zeit lang von denen leben. Ich sollte eigentlich dringend mal wieder nach Frankreich...

Natürlich gibt es vor allem den Unterschied zwischen rural und urban. Auf dem Land hat jeder ein Auto, und es ist in Europa beinahe unvermeidlich, dass diese Riesencenter in die Breite wachsen. Der große Blob.

Ja, Nestlé ist der Übermegamoguloman schlechthin. Ich war noch nie selbst in Indien, aber ich hab mir von einigen Leuten sagen lassen, dass man- von den eigenen Produkten abgesehen- in den Märkten praktisch ausnahmslos Nestlé- Produkte bekommt. Erschreckend!
Autor: Sandra
« am: 13. Juni 2005, 14:17:51 »

Quote (selected)
Einkaufsketten sind nicht unbedingt in deutscher Hand, da mischen weltweit arbeitende Konzerne mit

Hat wer was anderes behauptet?

Deswegen: die kleinen MÜSSEN noch so teuer sein, weil sie mehr Kosten haben. Also muss sich die Gesetzgebung zu ihren Gunsten ändern. Aber weil sie keine Lobby haben, funzt das nicht...
Autor: Guntram
« am: 13. Juni 2005, 13:17:41 »

Völkisch glaube ich nicht  ;)

Der Mensch allg. hat den Drang zu größerem.

Bei öffentlichen und anderen Einrichtungen ist tatsächlich eine Kostenoptimierung zu erkennen wenn kleine zu großen Einheiten zusammmengefaßt werden. Objektiv gesehen, aber zu ungunsten der "Menschlichkeit" hin zur Anonymität.

Einkaufsketten sind nicht unbedingt in deutscher Hand, da mischen weltweit arbeitende Konzerne mit. Habt ihr eigentliche eine Ahnung wie wenige Hersteller wirklich hinter der ganzen Produktvielfalt steht?
Was wird den eigentlich alles von Nestle, Henkel, etc. hergestellt und unter welchen Namen verkauft?

Selbst im kleinen ist das anzutreffen. Als ich gebaut habe, habe ich festgestellt: Gewehplatten eines Herstellers sind im Baumarkt (sehr billig) und beim Fachhändler (deutlich teurer) zu bekommen.
Auf Nachfrage (bei einem guten Freund mit Insiderwissen) kam folgendes raus: Der Hersteller hat zwei Produktlinien, einen für Baumärkte und eine für Fachhändler. die verschiedenen Plattentypen ähneln sich zwar sehr haben aber deutlich Qualitätsunterschiede in Farbechtheit, Beton, Haltbarkeit, etc. was den Preisunterschied erklärt. Im Gegensatz zu den Nonameprodukten aus dem Supermarkt die renomierten Herstellern produziert werden aber unter einem neutralen Hausnamen vertrieben werden, wo wir also den Markennamen der für Qualität bürgt nicht mitbezahlen.

Für die Gigantomani einiger Projekte im Osten ist nachweislich eine Geldschwemmen verantwortlich die über manche (die cleverer waren als andere oder die genug Lobby in Bonn hatten) Komunnen herein brach und die das Geld lieber zum vergolden der Türklinken benutzten (als richtig groß bauten) als ehrlich zu sagen es ist zu viel. Änhliches gilt ja für die paar wenigen wirklich reichen Kommunen im Westen, die lieber die Gewege mit Marmor pflastern als es sinnvoll auszugeben.
Autor: Sandra
« am: 13. Juni 2005, 13:10:31 »

Naja, das haben die Franzosen aber auch - dazu neigen Machthaber glaube ich ganz allgemein, dass sie wen sie Macht haben, dass auch gross zeigen wollen.


Quote (selected)
Große Schulen - keine Zwergschule mehr
Große Einkaufsketten - kein Tante Emmaladen  
Große Kläranlagen in den neuen Bundesländern  
...


...nicht mehr kleine Scheisse sondern grosse. Das wolltest du doch damit sagen, oder?
Autor: kampmann
« am: 13. Juni 2005, 12:38:42 »

@Sandra, Du sprichst mir aus der Seele!!

Ich  habe aus Bolivien von der GTZ (allerdings auf Spanisch) ein recht gut ausgearbeitetes Konzept für die Mikrofinanzierung. Bei meinem Aufenthalt dort bei den SOS-Kinderdörfern (in einem Ausbildungszentrum für junge Mädchen/Frauen in Sachen IT) war das genau ein wichtiges Thema. Denn im allgemeinen machen sich die Abgänger nach der Ausbildung selbstständig (microempresa - sic!) und dazu brauchen sie in der Regel Kapital, meist recht geringes. Und die großen Banken geben da nichts. Da gibt es so kleine Banken, ähnlich wie bei uns die Raiffeisen- und Volksbanken (inzwischen auch nicht mehr so klein ;) ), die das ganze organisieren. In den Dorfgemeinschaften gibt es dann immer Gruppen von 20 - 30 Leuten (und wirklich meist Frauen --- ), die dann Beurteilungen vornehmen. Manchmal geht das auch über mehrere Dörfer in Nachbarschaften. Der Zinssatz ist recht hoch, weil viel Verwaltung und Betreuung daran hängt, denn die Creditnehmer sind in der Regel AnfängerInnen, die langsam an das "Geschäftsleben" herangeführt werden müssen, und das ist aufwendig. Diejenigen, die diese Ausbildung durchführen, machen das nicht ehrenamtlich, also entstehen Kosten usw. usw.

Insgesamt aber ein recht gutes Konzept, da die anderen Banken eben gar nichts geben. Und das Geschäft blüht ganz gut.

Es gibt allerdings in Bolivien einen Haken (für andere Länder kann ich nicht viel sagen, außer vielleicht Kenia): Etwa geschätzte 50 Prozent des Wirtschaftsvolumens wird durch Schwarzmarktgeschäfte erbracht. In La Paz gibt es wahnsinnig viele Märkte, wo man im Prinzip alles bekommen kann. Viele Dinge sind Kontrabande, vieles erstellt worden, ohne z.B. Copyright-Dinge (software/Musik) zu beachten. Und keine Polizei greift ein ...

Aber: die Leute handeln ... und sie sind bescheiden. Ich selbst bin nicht allzu tief in die Problematik eingestiegen, als Ausländer hat man da wahrscheinlich sowieso seine Probleme, wenn man das will ... Also: nur Eindrücke, aber es lohnt sich vielleicht für uns Mitteleuropäer, einen Blick darauf zu tun angesichts der von Dir geschilderten Situation mit den "Ketten" ... die es dort nebenbei auch gibt!! aber nicht so ubiquitär wie bei uns.

Die GTZ in La Paz (wer es nicht weiß: Ges. f. technische Zusammenarbeit, untersteht dem BMZ - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit) hat gerade - noch - ein Projekt laufen mit eben diesem Thema der Mikrofinanzierung. Ich hatte den Eindruck, dass die beiden dortigen (deutschen) Mitarbeiter - sie hatten uns bei den SOS-Einrichtungen besucht - außerordentlich kompetent und vor allem auch mitfühlend waren ...

Da fällt mir noch was ein:

Wir Deutschen scheinen zur Megalomanie zu neigen, Beispiele:

Große Schulen - keine Zwergschule mehr
Große Einkaufsketten - kein Tante Emmaladen
Große Kläranlagen in den neuen Bundesländern
...

und: die von A. Speer (Speer und Er) konzipierten Bauten für Berlin etc.

Gibt es da vielleicht "völkische" Zusammenhänge ?? ?? ??
Autor: Sandra
« am: 13. Juni 2005, 09:48:55 »

Quote (selected)
in Bolivien ist gerade "in", sog. "microempresas"

gerade "in" ist gut: das wird in Afrika und Südamerika seit über 10 Jahren von Entwicklunghelfern praktiziert, es gibt eigene Banken, die nur für sowas zuständig sind, für diese Kleinkredite für Kleingründungen - aber schön, dass Du auch davon erfahren hast. ;) ;D

Es gibt auch Projekte, die das speziell für Frauen tun - weil sich Frauen als zuverlässigere Partner gezeigt haben, als Männer - die neigen dazu, wenn sie "unten" gelandet sind, das Geld zu versaufen. Frauen versuchen eher, sich wieder aufzubauen. Im gesamten südamerikanischen Raum, in Afrika und auch in Teilen SOAsiens gibt es diese Projekte schon länger.

In Berlin ist ja alles voll mit diesen Einzelhändlern - alles (oder fast alles) Türken, was Roger dazu gebracht hat, (polemisch, aber nicht unrichtig) zu sagen: Die einzigen, die in Deutschland wirklich arbeiten, sind die Ausländer.

Er hat nicht ganz unrecht: kein Wunder, dass es in Deutschland so viel Arbeitslose gibt: die einzigen, die wirklich harte Arbeit machen wollen, sind die Türken, die Deutschen leben lieber vom Arbeitslosengeld, als sich morgens um 5 auf den Grossmarkt zu stellen.

Österreich ist vergleichseweise gut dran. Vor etwa zwei Jahren gab es ein Architektursymposium mit dem Thema Städtebau in Wien, bei dem ziemlich viele deutsche Stadtplaner zu Besuch waren. Und sie waren alle überrascht, wieviel Einzelhandel es in Österreich ncoh gibt, wie viele Familienbetriebe: Boutiquen, Schraubenhandel, Tante Emma Läden (hierzulande Greißler genannt) etc - sie haben es als Vorbild gesehen, weil sie in Deutschland die Verkarstung der Städte und vor allem der Innenstädte nicht zu unrecht genau darauf zurückführen, dass es nur noch Ketten gibt.

Und nicht nur die Verkarstung der Städte, die gesamte schlechte Wirtschaftslage ist letztlich darauf zurückzuführen - darauf, und als Verstärker noch die hastige Wiedervereinigung, eh klar.

Und es stimmt schon: man muss sich unglaublich viel antun, wenn man heutzutage einen kleinen Laden aufmachen will - nicht nur reine Arbeitszeit, auch und vor allem Papierkram und Verordnungen. Die Ketten kriegen durch ihr Lobbying immer Erleichterungen, was zum Beispiel die Steuer betrifft. Dazu kommt, dass sich der Einzelhandel die rigiden Arbeitszeit- und Karenz-etc Bestimmungen nicht leisten kann - in Ermangelung einer eigenen Lobby aber nicht davon ausgenommen wird. Die Arbeitsgesetze sind gemacht für Menschen, die in Fabriken arbeiten - sie sind aber viel zu wenig spezifisiert. Es gelten die gleichen Gesetze, ob Du in einer Fabrik arbeitest, oder in einer Boutique. Das geht natürlich nicht.
Das einzige Fazit: Der kleine Einzelhandel braucht eine stärkere Lobby als die multis. Aber ein Zusammenschluss zwischen konkurrenzieren Betrieben - seien es jetzt Theater, Forschungseinrichtungen oder Geschäfte, das scheint nciht zu funktionieren. Die konkurrenzieren einander auf jedem Gebiet, zum eigenen Nachteil - anstatt Synergien auszunützen, siegt die Missgunst, der Neid. Und die grossen Konzerne lachen sich in's Fäustchen.
Wenn sie merken würden, dass die geballte Kraft der Einzelhändler (noch) stärker ist, als die Multis, und sich zusammenschliessen würden um eigene Lobbies zu gründen, und zwar welche mit Schlagkraft, könnten sie vielleicht noch einiges bewegen, was jetzt mit Riesenschritten in Richtung "Nur noch grosskonzerne" läuft. Aber sie kriegen's nicht gebacken, die Eitelkeiten stehen im Weg.

Europa wird aber nur überleben können, wenn sich das ändert. Sonst sind WIR nämlich in absehbarer Zeit die "dritte Welt".

Übrigens ist der Mechanismus "persönliche Eitelkeiten stehen im Weg, wirklich schlagkräftig zu werden" der gleiche, den wir derzeit in innerhalb der EU sehen.
Autor: kampmann
« am: 13. Juni 2005, 01:45:11 »

Quote (selected)
...Erinnert ihr euch daran, dass wegen der Discounter in den achzigern und neunzigern die Tante Emma- Läden verschwanden, und mit ihnen die betreffenden Existenzen und nebenbei auch der Bezug zur Kauffrau und der eingekauften Ware...?

Wenn ich heute durch Düsselstadt gehe, sehe ich sie wieder! Onkel Murat- Läden und (stadtspezifisch) Asia- Läden...usw. Sie machen es uns vor!! Ich kaufe Bulgur beim Türken mit der hohen Stimme, Kokosmilch bei der niedlichen schüchternen Chinafrau, Äpfel und Kohlrabi beim jungen Marokkaner... Und alles nicht teurer als beim Kaiser's, auch nicht immer besser, aber ich kaufe dort LIEBER. Weil dort das sklerotische Herzeli ein wenig mitkauft.

Deutschländer, hört mal für fünf Jahre auf zu dichten und zu denken! Ihr wart doch auch mal tüchtig und bodenständig, wo ist das alles hin? Und wo ist die Fähigkeit zum Genuss hin? Ihr müsst ja nicht gleich Österreicher werden, bloß nicht, seid froh, dass die das machen. Aber sich ein wenig über die schönen und guten Dinge freuen KOSTET über den Daumen gepeilt und verbucht: NIX.


Tja, wir gehen alle ein wenig rückwärts ... in Bolivien ist gerade "in", sog. "microempresas" (Kleinstunternehmen) zu gründen, oft basierend auf Mikrokrediten, teilweise in Form von USD 50 für 3 Monate, aber das funktioniert - das Schema hat Pate gestanden für die "Ich-AGs" hier in DE - obwohl manchmal schlecht realisiert.

Vor allem gilt in BO: dort sind es keine ICHs, die sich allein selbstständig machen, sondern das geschieht in kleineren Gruppen von 20 bis 30 Leuten einer Community (Dorf), von denen jeder (oder vielleicht zwei) eine ICH-AG ist, die aber irgendwie alle sich kennen und sich zusammengetan haben ... Merkt Ihr den Unterschied?

So versuchen die dort, einen breiteren Mittelstand aufzubauen. Bei uns hier in EU gab es ähnliche Strukturen vor einigen hundert Jahren ... scheint mir sehr interessant zu sein ...
Autor: Bastian
« am: 27. Mai 2005, 18:17:19 »

Ah, wofür haben wir denn die Wikipedia...
http://de.wikipedia.org/wiki/Archaea
Autor: Bastian
« am: 27. Mai 2005, 18:16:22 »

Das sind "Archaebakterien", oder "Archaea". Einzeller, die ohne Zellkern leben, und genau genommen nicht zu den Bakterien gezählt werden. Sie leben z.B. in Salzseen oder kochendheißen Schwefelquellen, wo jeder andere Mensch krepieren würde. Sie haben dort keinen Luftsauerstoff und kein im Wasser gebundenes CO2 und beziehen ihre Energie tatsächlich aus dem Abbau dieser grässlichen Stoffe.

Sie waren vor uns da, und sie werden nach uns weiterleben. Nur, ob die es "besser" machen, kann ich auch nicht beurteilen...
Autor: Bassmeister
« am: 27. Mai 2005, 17:53:03 »

Wer issn das? Das ist ja hoch spannend!
Autor: Sandra
« am: 27. Mai 2005, 17:43:55 »

Schlechter als wir könnten's die es auch nciht machen. ::)
Autor: Bastian
« am: 27. Mai 2005, 14:01:59 »

Quote (selected)
Wenn die Menschheit wirklich untergeht, dann gibt es vielleicht nach uns Wesen, die Schwefeldioxid unbedingt zum Atmen brauchen, eine hohe UV-Einstrahlung benötigen, um lebensfähig zu sein und riesige Mengen an Schlacke verzehren.

Kein Problem, sie sind schon da. Wollen wir denen wirklich die Evolution überlassen?
Autor: Sandra
« am: 27. Mai 2005, 10:31:27 »

Das kann gut sein, Bassmeister. Oder andersrum ausgedrückt: Die Natur kann Gegebenheiten irgendwie dann doch immer zu ihrem Nutzen verwenden - siehe die Viecher, die in extremer Kälte, Dürre, Hitze entstehen.

Und das mit den Vertretungen: ich weiss schon ,dass die hier auch zu tun haben. Aber: Ein teueres haus mit Tonnen an Angestellten, Reisen hin und her (trotz Internet und Konferenzschaltungen etc) Bediensteten und Riesigen Empfängen? Nimmt sich da nicht jemand a bissel zu wichtig?

Gestern hab ich in der Show gesagt , ein Innensenator ist ein Innensenator, (zum Beispiel) egal ob er einen Mercedes mit Chauffeur hat, oder selbst einen Twingo fährt. Nur SEINEM Selbstverständnis nach nicht.

Ich glaube schon, dass die Regierenden letztlich überfordert sind -weil sie durch diverse Zwischenträger abgekoppelt sind von den realen Gegebenheiten der "Ebene". Wenn man (zum Beispiel) nur mit Leuten redet, die NICHT  selbst einen kleinen Betrieb mit höchstens 2 Angestellten führen - sondern wenn, dann über 100 - dann kann man manche Probleme eben nur akademisch sehen.

Ich glaube, es müssten sich die Kleinen Betriebe zusammenschliessen, zu Loobying Verbänden, die dann locker ebenso mächtig sind, wie die der Multis. In 'Amerika gibt es bereits Ansätze dazu. Das ist halt schwierig, weil es so viele Beteiligten gibt. Aber ohne gemeinsame Schlagkraft, werden die jetzt schon gut organisierten "gewinnen" und die "Kleinen" verlieren.
die EU traut sich viel zu wenig, den Weg des Amerikanischen Wirtschaftsliberalismus aktiv zu konterkarieren - obwohl das meiner Meinung nach die Einzige Chance wäre, um im internationalen Wettbewerb längerfristig zu bestehen.
So wie die Entwicklung jetzt läuft, steht zu befürchten, dass im endeffekt die sogenannte "Erste Welt" auf den Stand der "Dritten" kommt. Und dann dreht es sich wieder um. (Rein Wirtschaftlich gesehen - wenn uns die Umwelt solange erträgt.) Denn zuerst produzieren die jetztigen Drittweltländer so billig, dass hier alle verarmen - dann müssen wir so billig produzieren - und so geht's hin und her.
Wenn Europa aber die Klein und Mittelbetriebe forciert, die Biobauern, die schrägen, kleinen Projekte - dann haben wir einen Stand gegen die grossen Multis. Das wird aber nur passieren, wenn die kleinen Betriebe der Macht der Konzerne etwas entgegensetzt. Denn wie gesagt, im Moment halte ich die europäischen Regierungen für überfordert. Sie sind im Griff der Multis.
Ich hoffe, ich konnte klar ausdrücken, was ich meine?
Autor: Bassmeister
« am: 27. Mai 2005, 08:19:48 »

Quote (selected)
Man weiß heute bereits absolut sicher (und es gibt unendlich viele Berechnungen darüber, die ebenfalls auf Fakten beruhen - das hat ein anderer Referent eindrucksvoll referiert), dass 2050 absolut keine einzige Ölquelle mehr auf der ganzen großen Welt existiert - unter der Annahme, dass weiter das Maß an Energie verbraucht wird, das heute weltweit täglich verbraucht wird.


Oh - seid Euch da mal nicht zuu sicher! Uns hat man auch erzählt, daß in der DDR die Braunkohle Ende der Siebziger ausgeht. Und jetzt? Auch heute wird fleißig weiter abgebaut, verschwinden ganze Dörfer und Landschaften, unter anderem, damit ich hier vor meinem Computer sitzen
und ins Kreislerforum schreiben darf.
Außerdem halten die Amis noch einiges an Öl zurück und kaufen fleißig bei den Arabern, damit, wenn dort alles alle ist, sie endlich auch die Macht über die Energie haben.

Im Grunde glaube ich aber an einen "göttlichen Ausgleich".
Will meinen, wenn es soweit ist (aber nicht eher!) wird man auch alternative Energieformen, wie Kernfusion, Brennstoffzellen und weiß der Fuchs was noch zur Serienereife entwickelt haben.

Und noch ein ganz verrückter Gedanke von mir, es ist das erste Mal, daß ich den anderen Menschen gegenüber äußere:
Wenn die Menschheit wirklich untergeht, dann gibt es vielleicht nach uns Wesen, die Schwefeldioxid unbedingt zum Atmen brauchen, eine hohe UV-Einstrahlung benötigen, um lebensfähig zu sein und riesige Mengen an Schlacke verzehren. In der Natur ist nichts umsonst und vielleicht ist das, was wir hier tun nur die Vorebereitung auf etwas kommendes...?
Autor: Bastian
« am: 26. Mai 2005, 21:17:27 »

Na, nicht schlappmachen, Guntram. Ich habs gestern immerhin bis drei durchgehalten. Ohne Vertretung. Allerdings doch mit den damit verbundenen Ausgaben... Jetzt bin ich offenbar schon seit einer Stunde im Forum, obwohl ich gleichzeitig im Volksgarten Joggen war. Jetzt geh ich aber.
Autor: Guntram
« am: 26. Mai 2005, 20:46:20 »

Vermutlich alle Bundesländer haben eine Vertretung in Berlin wegen der Lobbyarbeit. Deshalb unterhalten die auch eigene Vertretungen in Brüssel um direkt ohne Bund Lobbyarbeit für sich zu tun.

Geld anderer, für das man nicht persönlich haftet, auszugeben ist leicht. Jeder kleine Bürgermeister setzt sich in seiner Gemeinde ein Denkmal in Form eines Prestigebaues. Oder irgendein Beamter macht Mist der dann viel Geld kostet. Der jährliche Bericht des Bundesrechnungshofes über Steuerverschwendungen ist übervoll von solchen Beispielen. Aber ändern tut sich nichts, solange nicht eine gewisse Mithaftung kommt oder jemand der unfähig ist wirklich rausfliegt.

http://www.bundesrechnungshof.de/1024.html

Manchmal passierts aber nur wenn man kräftig übertreibt. Die Oberbürgermeisterin von Hanau ist ja geflogen. Sie hat sich z. B. im Dienstwagen vom Chauffeur nach Warschau in eine Schönheitsklink kutschieren lassen.

http://www.faz.net/s/Rub61EAD5BEA1EE41CF8EC898B14B05D8D6/Doc~E4FCA4A228C1144F6B9D6F97A466875C0~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Jetzt reichts aber, man könnte sicher noch stundenlang schreiben ...........................
Autor: Bastian
« am: 26. Mai 2005, 19:23:48 »

Quote (selected)
Wozu hat  Baden Württemberg eine ganze Vertretung in Berlin


Weil dort der Bundesrat tagt.
http://www.stm.baden-wuerttemberg.de/sixcms/detail.php?id=21051
Autor: Sandra
« am: 26. Mai 2005, 09:30:29 »

Unsere Cellistin hat erzählt: Sie war engagiert für ein Konzert bei einem empfang der Baden-württembergischen Vertretung (!!) in Berlin.
Super Glaskasten, viertelstunde spielen, 1000 Euro Gage (!!) und ein Buffet, bei dem die Hälfte stehen blieb, wo ihr (sie ist Französin, also von kulinarischen Genüssen nicht verschont) die Augen übergingen, für doppelt so viele Leute angerichtet, wie da waren, natürlich Scampi, Langusten, teure Weine etc.

Jetzt frage ich euch? Wozu hat  Baden Württemberg eine ganze Vertretung in Berlin, mit etlichen Beamten, in einem Riesen Haus, wozu geben die riesige Empfänge, warum zahlen die den Musikern so viel - wo dann eh keiner zuhört, wozu machen die solche riesen Buffets? (Nix gegen die Musiker, für die persönlich freut es mich - aber es ist ein weiterer Tropfen im Fass)

Das ganze ginge auch für ein Drittel des Geldes. Aber nein, das wär ja schlecht für's Renommee.
Drei solche Empfänge weniger, und das Geld stattdessen in den Tränenpalast gesteckt (der grade pleite geht, weil die Stadt zu blöd war, dieses renommierte Stückchen Land zu belegen). Dann gibt es dort weiter Theater, vielleicht kann man es sogar mit einem Büffet weniger im Monat regelmässig sponsern, so dass sie dort auch extrem Publikumsträchtige Sachen spielen können. Dann leben die Kneipen in der Umgebung, dann bringen die Künstler auch Touristen dahin - die nicht nur kurz mal am Bahnhof Friedrichstrasse vorbeilatschen, sondern in der Gegend bleiben, die Geschäfte dort ankurbeln etc.
Ein Beispiel von hunderttausenden. Klar, ein Theaterbeispiel, weil mir das Theater am Herzen liegt.
Aber es gäbe -x andere Möglichkeiten, wo man sparen könnte, und das Geld sinnvoll verwenden. Nur: bei sich selber fängt keiner an zu sparen. Das wird immer nur von "den anderen" erwartet.

Der Herr Rundfunkdirektor sagt: wir müssen sparen. Das bedeutet, dass 30 Redakteure für weniger Geld mehr arbeiten müssen, und dass die Kopfhörer in den Studios 10 Jahre auf dem Buckel haben. Aber der Lusxuswagen des Herrn Direktor bleibt, und sein Fahrer. Und wenn sie ein neues Format vorstellen, dann wird ein riesen Saal angemietet, es gibt ein Büffet um locker Achttausend Euro - für Leute, die garkeinen Hunger haben. Da würde es reichen, ein paar Getränke bereitzustellen - aber das Event selbst muss offenbar immer vom Drumherum in den Schatten gestellt werden. Nur die SACHE selbst, der neue Film, das Theater, der kleine Tante Emma Laden - die müssen  mit wenig Geld auskommen, und die Qualität halten - sonst sagt man: ja, kein Wunder, wenn die Qualität schlecht ist, verkauft es sich halt nicht.
Aber die (ja, Basti!) Herren Grosskopf dürfen weiter urassen.
Der Herr Innensenator von Berlin will in den nächsten Monaten 10.000 Polizisten abbauen, lese ich. Das sind 10.000 Leute, die arbeitslos werden, die, als Polizisten nicht rasend viele Möglichkeiten haben, was Neues zu beginnen. Aber der herr Innensenator verdient weiter seine Brötchen und hat weiter seinen Dienstwagen mit Chauffeur - obwohl er ja, wenn man es genau nimmt, mit einem Twingo und als Selbstfahrer nicht weiger Innensenator wäre, oder?

DA ist das ganze Geld. (weil da oben die Frage aufkam)

Da sagt jeder: naja, ob ich jetzt im Monat 2.000 Euro ausgebe für Auto mit Chauffeur oder 120.- für einen Twingo ohne Chauffeur, das macht das Kraut auch nciht mehr fett. Und vergisst, dass es ja ichweissnichtwieviele Innensenatoren und Obersenatoren und bla gibt - das würde sich schon mal zusammenläppern. Und DANN kann man an den Kleinen sparen.

Es geht nicht darum, einfach irgendwo zu sparen. Es geht darum, dass sie es nicht schaffen, das Geld so zu verwalten, dass es wieder zurück in die Wirtschaft fliessen kann.
Sie sparen falsch, und sie investieren falsch. Sie checken nicht, dass sie mit Ihrer Art zu sparen, die ganze Wirtschaft noch mehr runterziehen.
Und sie lernen nichts aus den Fehlern der anderen. Denn das alles haben wir schon vorgelebt gesehen, in Argentinien zum Beispiel.

Die Sparerei ist schon sinnvoll. Aber es kommt darauf an, wo das ersparte geld hinfliesst. Und solange man ausschliesslich an den kleinen Leuten spart, fliesst nix von dem Geld in die Wirtschaft. Denn es sind die Reichen, die nix ausgeben, die ihr Geld in andere Länder tragen, die es auf Schweizer Banken (sorry) vermodern lassen. Die Frau Busfahrer geht damit auf ein Bierchen oder kauft sich einen neuen Hut. Der Herr Direktor fährt auf die Seychellen.
Blöd nur, dass die Frau Busfahrer nicht entscheiden kann, wo in ihrem Betrieb gespart werden sollte.
Autor: Bastian
« am: 26. Mai 2005, 03:09:56 »

Ich werde dir nicht in die Hosen machen. Und ich werde schon 2007 absagen.
Autor: Dagmar
« am: 26. Mai 2005, 02:26:30 »

Quote (selected)
Na, mit dem Ackermann hast du mich wohl ein wenig missverstanden, aber gut...


Stimmt  :P

Quote (selected)
Also, wenn du demnächst einen Referenten brauchst...


Okay - nächster Zukunftskongress ist im Februar 2006 beim NDR. Aber mach' mir nicht in die Hosen und sei pünktlich...

;)