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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Die nächste, bitte  (Gelesen 13156 mal)

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Offline Bastian

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"Gesamtplagiatswahrscheinlichkeit"
« Antwort #50 am: 04. Oktober 2013, 21:41:14 »
Prof. D. Uwe Kamenz meinte im FOCUS, bei Steinmeiers Doktorarbeit eine "Gesamtplagiatswahrscheinlichkeit" von 63% gefunden zu haben. (Nicht Plagiate, bloß eine errechnete Wahrscheinlichkeit. Und das reicht für eine FOCUS-Schlagzeile. Ebenfalls ganz FOCUS-gemäß drückt man eine Wahrscheinlichkeit nicht durch einen Bruch <=1 aus, sondern in Prozent. Oder in Balken. Oder als Tortenstück. Ich will mich nicht verfransen... : Jedenfalls in Prozent.)

Prof. Dr. Hajo Funke hat stichprobenartig einige Verdachtsfälle überprüft (irre, was für einen Ausstoß an Falsch-Positiven Kamenz' Wahrscheinlichkeitsgenerator da produziert) und kommt zu einem vernichtenden vorläufigen Urteil.

Lesenswert. Am schärfsten finde ich aber die Frage-Antwort-Rubrik, die Kamenz auf seiner doch noch recht spartanischen Seite eingestellt hat.

Für mich der Schwurbel des Monats:

Quote (selected)
F: Laut Frau Prof. Dr. Weber-Wulff ist Ihre Software schlechter als die der anderen. Stimmt das?

A: Die Kollegin testet jedes Jahr die gewerblichen Software-Angebote zur Aufspürung einer Plagiatsquelle im Internet mit ein paar von ihr konstruierten Testfällen. Je nach Testfall schneiden die Anbieter jedes Jahr unterschieldich ab, obwohl diese ihre Software nicht geändert haben. Wir bieten keine solche gewerbliche Software an. Wir wollen Plagiate abschaffen. Deshalb müsste die Kollegin Weber-Wulff unser System mit anderen Systemen zur Abschaffung von Plagiaten vergleichen, was sie nicht tut. Die Anbieter der gewerblichen Plagiatssoftware wollen Plagiate nicht abschaffen, da sie nur Geld verdienen, wenn es weiterhin Plagiate gibt.

Soll heißen: Ja.

Man stelle sich analog vor, die Frage lautete:
F: Stimmt es, dass sie weniger Diebstähle aufgedeckt haben als die Polizei?
A: Die Polizei deckt jährlich unterschiedlich viele Diebstähle auf. Wir machen das Ganze aber nicht gewerblich, denn wir möchten Diebstähle abschaffen. Frau Weber-Wulff müsste unsere Methode also mit anderen Methoden zur Abschaffung von Diebstählen vergleichen, was sie nicht tut. Die Polizei möchte Diebstähle nicht abschaffen, weil sie nur Geld verdient, solange es Diebstähle gibt.

Mich zerreißt's fast, ich muss aufpassen...: Entscheidend für die Bewertung der Effektivität einer Methode sei, so verstehe ich Kamenz' obige Schwurbelwindhose, der Beweggrund zur Aufklärung. Nicht etwa der messbare Erfolg.

er sagt ja:
1. die anderen sind nur deshalb effektiver, weil sie nicht abschaffen wollen
und
2. abschaffen wollen und können wir. Es gelingt uns nur überhaupt nicht.

weiowei... Ich habe Steinmeiers Diss nicht gelesen und habe dazu auch keine Lust. Aber nachdem, was ich bis jetzt gelesen habe, könnte ich mir vorstellen, dass diejenigen, die es tun, durch das Abgleichen der Verdachtsmomente mit den realen Textstellen bald eine relativ robuste Aussage über den "Bullshitoutputskoeffizienten" von Kamenz' Programm treffen können werden.
Und zwar als Balken.

Nicht 100%ig, aber ich will das mal wetten...
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2013, 07:41:20 von Bastian »

Offline Clas

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Re: Die nächste, bitte
« Antwort #51 am: 06. Oktober 2013, 14:54:12 »
Nu ja, Wirtschaftswissenschaftler und dann Marktingspezialist und zwar für neue Medien... Da wäre Sorgfalt wohl eine paradoxe Forderung.

Das hier vorgelegte ist aber mit Sorgfaltsmängeln nicht nur behaftet: Es besteht daraus. Denn offenbar hat der ja die Hervorbringung nicht einmal selber gegengelesen... oder wenigstens einen Hiwi drangesetzt.  Sonst hätte doch das eine oder andere auffallen müssen.

Dass so jemand eine Professur inne hat: Bitter. Schwarz. Zappenduster. Man führe ihn hinweg von diesem Stein, um Morgenstern zu zitieren.

Ich bin wirklich kein Steinmeierfan; aber diese Kampagne kurz vor der Wahl... Dass Herr Funke da eine Zurücknahme vom Focus erwartet, zeigt aber auch, dass der in der Realität auch noch nicht lebt: Das ist kein Versehen, das ist Absicht und hat wahrscheinlich auch funktioniert. Die Wahl ist gelaufen.

Gruß Clas
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Clas

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Re: Die nächste, bitte
« Antwort #52 am: 06. Oktober 2013, 15:02:07 »
Moin, moin,

Prof Dr Kamenz bringt bei Google 398 Einträge, jetzt eben: Der sucht Publicity...

Gruß Clas
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Bastian

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Re: Die nächste, bitte
« Antwort #53 am: 08. Oktober 2013, 03:11:01 »
Soll er gerne haben. Und Geld sucht er wohl auch. Das unterscheidet ihn ja so von den gewerblichen Softwareanbietern...

Hehe, wer vom Kölner Stadtanzünder hat Frau Mösken denn da in die Tasten gegriffen? Bis zum 11.11. sind doch noch ein paar Tage.
Quote (selected)
Uwe Kamenz von der FH Dortmund sucht in Doktorarbeiten nach Plagiaten – und nimmt Geld dafür. Am liebsten will er so viele Prüfungsarbeiten wie nur möglich untersuchen. Steinmeier blickt der Überprüfung seiner Arbeit entlassen entgegen.
http://www.ksta.de/politik/-menschen-schreckgespenst--aller-abschreiber,15187246,24497528.html

Jrööß
Bastian

Offline Bastian

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Re: Die nächste, bitte
« Antwort #54 am: 30. Juli 2014, 16:47:19 »
Nun dreht Annette Schavan komplett am Rad und erfindet den temporären Doktorgrad:
Quote (selected)
"1980: Promotion zum Dr. phil. (gültig bis 2014)."

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/plagiatsaffaere-von-annette-schavan-doktorarbeit-im-lebenslauf-a-983488.html

Mittlerweile ist der Eintrag auf der Botschaftsseite allerdings geändert worden. Da steht nun:
Quote (selected)
1980 Promotion zum Dr. phil. (aberkannt 2014)
http://www.vatikan.diplo.de/Vertretung/vatikan/de/02/Botschafter__und__Abteilungen/Behordenleiter__CV__Seite__neu.html

 

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