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Autor Thema: Der Wulff im Präsidentenpelz  (Gelesen 3442 mal)

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Offline Bastian

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Der Wulff im Präsidentenpelz
« am: 16. Dezember 2011, 17:25:59 »
Gestern schrieb der Bundespräsident noch:

Quote (selected)
Bei den zitierten parlamentarischen Anfragen aus dem Niedersächsischen Landtag ging es darum, ob geschäftliche Beziehungen zwischen mir oder dem Land Niedersachsen auf der einen Seite und Herrn Egon Geerkens, einem weiteren Unternehmer oder Firmen, an denen diese beteiligt waren, auf der anderen Seite bestanden. Das war nicht der Fall. Dementsprechend habe ich die gestellten Fragen beantwortet und keine Veranlassung gesehen, den privaten Darlehensvertrag mit Frau Geerkens zu erwähnen.

Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte. Ich bedauere das. Es wäre besser gewesen, wenn ich auf die Anfrage der niedersächsischen Abgeordneten im Landtag über die konkreten Fragen hinaus auch diesen privaten Vertrag mit Frau Geerkens erwähnt hätte, denn in der Sache hatte und habe ich nichts zu verbergen.

Quelle: http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2011/12/111215-Erklaerung.html

Die Frau also, sagt Wulff.

Heute meldet sich Herr Geerkens zu Wort.
Irre ich, wenn ich da eine Watschn rauslese?

Quote (selected)
Der 67-Jährige sagte dem SPIEGEL, er selbst habe die Verhandlungen mit Wulff über das Darlehen geführt. Er habe sich auch überlegt, "wie das Geschäft abgewickelt werden könnte". Außerdem beruhe die freundschaftliche Verbindung in erster Linie auf dem Verhältnis zwischen Wulff und ihm.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804238,00.html

Und es soll nicht nur nicht die Frau gewesen sein. Geerkens legt noch einen drauf und legt offen, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war:

Quote (selected)
Bei der Ausreichung des Darlehens sei laut dem Unternehmer eigens ein Weg gewählt worden, bei dem die Namen der Beteiligten nicht auftauchen sollten. "Wir sind beide sehr bekannt in Osnabrück. Und ich wollte nicht, dass irgendein Bank-Azubi sieht, dass so viel Geld von mir an Wulff fließt", so Geerkens. Daher sei ein anonymer Bundesbankscheck ausgestellt und Wulff übermittelt worden, damit dieser ihn einlösen konnte.

Quelle: ebda

War Wulffs Fingerzeig auf Frau Geerkens ein Fingerzeig zuviel? Und ist der Geerkens ein Herr der alten Schule, der sich nun vor seine Frau stellt? Oder wird da aktiv gesägt?

(Hervorhebungen alle von mir)

Grüße
Bastian

Offline Bastian

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #1 am: 16. Februar 2012, 20:49:16 »
Ui, jetzt wird es dünne:

Quote (selected)
Der Vorsitzende des Bundestags-Immunitätsausschusses, Thomas Strobl (CDU), hat Beratungen über den Fall angekündigt. "Wenn ein entsprechender Antrag der Staatsanwaltschaft vorliegt, wird der Ausschuss beraten und eine Empfehlung für das Plenum des Bundestags abgeben, ob die Immunität des Bundespräsidenten aufzuheben ist oder nicht", sagte Strobl der Financial Times Deutschland.
http://www.sueddeutsche.de/politik/affaere-des-bundespraesidenten-staatsanwaltschaft-beantragt-aufhebung-von-wulffs-immunitaet-1.1286357

Wie ist das eigentlich bei einer solchen Abstimmung? Wird das Ergebnis in Anzahl der Stimmen bekanntgegeben? Müsste ja eigentlich.

Mein Tipp schon heute: Der Hintze war's.

Nebenbei: Wäre das Strafvereitelung (im Amt), wenn die Abgeordneten mit "nö" stimmten?
« Letzte Änderung: 16. Februar 2012, 20:49:54 von Bastian »

Offline Bastian

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #2 am: 18. Februar 2012, 15:28:21 »
Ok, ich seh's ein... :)

Case closed

Offline Heiko

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #3 am: 21. Februar 2012, 18:15:34 »
Huch, was wurde uns denn da vorgegauckelt?  :-?
Nur wer aus der Rolle fällt, rollt aus der Falle.

Offline Clas

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #4 am: 24. Februar 2012, 15:52:16 »
Moin, moin,

yes, indeed. Ein Bürgerrechtler und der Kandidat des Hauses Springer. Bertelsmann ist auch dafür. Gut, er ist ziemlich grausig, und es ist schlimm, dass er aufgrund seiner besinnungsaufsatzartigen Rhetorik gar als Intellektueller gehandelt wird, aber schlimmer finde ich noch die selbstzufriedene Merkelin und das Schäubchen, in ihren Stellungnahmen zu Griechenland, zum Beispiel. Und in der praktischen Politik.

Bürgerrechtler der letzten Stunde, scheint mir. Das einzige, womit ich kein Problem hätte, wäre sein Liebesleben. Ansonsten bedarf ich des moralischen Zeigefingers eines solchen Vaters der Nation nun wirklich nicht. Ich fand schon den Herzog anmaßend... Leider gibt es für so'ne Leute keine Ignorebuttons, und wenn es die gäbe, wären sie nicht nützlich.

Vielleicht aber, und das ist meine Hoffnung, wirken seine Sermone und Predigten ja paradox...
Gruß Clas
« Letzte Änderung: 24. Februar 2012, 15:54:10 von CFL »
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Burkhard Ihme

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Abwarten
« Antwort #5 am: 25. Februar 2012, 07:32:47 »
Warten wir doch einfach ab, wie sich Gauck als Präsident macht. Von Weizsäcker hatte sich in seiner Zeit als Berliner Bürgermeister ja auch mal in einer Talkshow mit Wolfgang Neuss als ziemlich humorlos präsentiert und dann doch einen guten Bundespräsidenten gegeben.
« Letzte Änderung: 27. Februar 2012, 12:23:37 von Bastian »

Offline Clas

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Re: Der Gauck im Bürgerrechtlergewand...
« Antwort #6 am: 25. Februar 2012, 12:09:21 »
Moin Burkhard,

es wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als zu sehen, was dann kommt.

Aber dagegen sein kann ich doch auch jetzt schon mal... Falls er dann positiv überraschen sollte, müsste sich plötzlich Substanz herausstellen, die bis jetzt nicht sehe, und welche, die ich deutlich zu bemerken meine, sich als Täuschung erweisen.

Wenn man aber nur abwartet, kann man nichts diskutieren, und dies ist ja ein Diskussionsforum...

Hier: http://www.dai-heidelberg.de/content/e1964/index_ger.html sind übrigens Georg Kreisler und Joachim Gauck in einer Kategorie geführt. Da ist Kreisler allerdings noch nicht gestorben und Gauck noch designiert...

Gruß Clas
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Offline Heiko

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Re: Der Gauck im Bürgerrechtlergewand...
« Antwort #7 am: 25. Februar 2012, 18:45:02 »
Moinmoin!

Die Person des Größten Anzunehmenden Ucks ist das eine. Streitbar? Ist doch großartig! Präsidenten sind, wie alle anderen Autoritäten auch, schließlich dazu da, sich an ihnen abzuarbeiten und nicht etwas sie in Ruhe zu lassen. Wenn denn auch gestritten werden dürfte und nicht Kritikverbote ausgesprochen werden, wie z. B. von Trittin, dem selbsternannten Gauck-Erstbenenner, der, bei Illner glaub ich, die taz aufforderte sich für einen Artikel zu entschuldigen ohne dabei auf den inhaltlichen Kritikpunkt einzugehen, dass Gauck nach eigenen Worten gegen eine „Überhöhung des Holocausts“ arbeitet. Nicht umsonst feiert die Junge Freiheit in der aktuellen Ausgabe „Wir sind Präsident“.

Das Andere ist, wie er überhaupt zum Praythem erkoren wurde. In dem Wissen, dass er nicht gewählt würde, von Rot-Grün im Juni 2010 nominiert, um das Regierungslager zu spalten, fällt er den Berufern nu auf die Füße, ohne dass sie sich dagegen wehren könnten.
http://www.blaetter.de/aktuell/ausser-der-reihe/2012/02/ein-stueck-machterhalt
Dass dabei kaum hinterfragt von einem Konsenskandidaten gesprochen wird, zeigt sehr deutlich, dass der gesellschaftliche Konsens in der demokratischen Mehrheitsdiktatur erst jenseits der parlamentarischen und gemäßigten Linken beginnt.

Wer wäre eigentlich eure erste Wahl?

Hätte mich über Georg Schramms Kandidatur gefreut, kann seine Absage für Linke und/ oder Piraten anzutreten aber absolut nachvollziehen. Verwundert haben mich hingegen die gegen ihn gerichteten Antisemitismus-Vorwürfe in diversen Blogs von Leuten, die offenbar die Figur Dombrowski mit Schramm gleichsetzen. Es geht dabei um eine durchaus dissonante „Wirtstier-Schädlings“-Metapher, die er Dombrowski bei dessen Kapitalismuskritik verwenden lässt.

« Letzte Änderung: 25. Februar 2012, 20:57:15 von heikoholic »
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Offline Clas

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #8 am: 25. Februar 2012, 20:07:48 »
Moin, moin,

das mit dem Antisemitismus ist mir auch schon aufgefallen, ich konnte das nicht so recht nachvollziehen. Nach reiflicher Überlegung und Beratschlagung ist Antisemit derjenige, der den Vorwurf gegen Schramm äußert, denn Schramm, oder auch Dombrowski sprach nur vom Finanzkapital und dessen parasitärer Existenzform. Die Verbindung zu Juden bringt erst der vorgebliche Philosemit dahinein. Wie kommt er darauf, wenn kein antisemitisches Klischee denkt?

Das Kapital muss ja wohl kritisierbar bleiben, wenn es sich derart kritikabel verhält. Da kann doch nun nicht jedesmal, wenn Finanzkapital kritisiert werden soll, darauf Bezug genommen werden, ähnliche  Kritik sei von Antisemiten schon mal an Juden  geäußert worden und damit jetzt auch ohne Bezug zu Juden tabu. Infam ist das eigentlich.

Streng genommen ist das Kapital kein Parasit, sondern ein Parasitoid.

-

Ansonsten finde ich schade, dass Schramm nicht wollte.

Gefallen hätte mir noch Herr Papier, und Frau Klarsfeld finde ich auch nicht schlecht.  Von beiden weiß ich vielleicht aber auch nicht genug. Frau Käßmann, wenn es denn durchaus eine Protestantin sein muss, oder Herr Drewermann, wenn vielleicht doch ein Katholik in Frage käme. Dadervon mal abgesehen: Ich persönlich käme vermutlich ganz ohne Bundespräsidenten aus. Ich erinnere mich nicht, schon mal einen wirklich gebraucht zu haben.

Wenn er aber und soll eine moralische Instanz sein, sieht mir das größte anzunehmende [size=24]ck[/size] nach Fehlbesetzung aus... Dass es nun, als taktischer Vorschlag gegen die neoliberale Tigerentenkoalition  den rot-grün-Neolibs auf die Füße fällt: Ich wünsche empfindliche Hühneraugen dazu und Kollateralschäden an den Schienenbeinen! Wohl bekomm's und möge es nützen!

Gruß Clas
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Offline Heiko

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #9 am: 25. Februar 2012, 20:59:44 »
Klarsfeld fände ich auch nicht schlecht: eine Bundespräsidentin, die schon mal einen Bundeskanzler geohrfeigt hat. Außerdem steht sie für echten Antifaschismus, statt einem relativierenden Antiextremismus.
Ansonsten denke ich auch, dass eine Gesellschaft ohne Präsident nicht zwangsläufig dem Untergang geweiht wäre
« Letzte Änderung: 25. Februar 2012, 21:04:18 von heikoholic »
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Offline Clas

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #10 am: 25. Februar 2012, 21:53:33 »
Moin Heiko,

wobei der relativierende Antiextremismus meist einhergeht mit etwas, das ich mal Mittextremismus mit rechtsdriftender Mittenverortung nennen möchte. Anderen Leuten, weil man sie als Linksextrem erkannt hat, die Daseinsberechtigung zu bestreiten, ist nämlich auch ganz schön extrem, und diese Marktradikalinskis von einer beachtlichen Bescheuklapptheit...

Einigen wir uns also auf Klarsfeld. Damit sind wir auch schön konträr zu einem anderen Stinkstiefel der Das-muss-doch-wohl-noch-gesagt-werden-dürfen!!!-Fraktion. Meinetwegen darf es das. Wenn einer seine Armut so deutlich machen muss... Demagogischer Stinkstiefel dann aber auch.

-

Und vielleicht täte sie es ja noch mal, Anlässe sehe ich des öfteren, nur keine Gelegenheit. Die hätte sie dann... Die Haltung zu Griechenland wäre eines Backenstreiches durchaus wert, scheint mir, und das deutsche Ansehen in der Welt würde ein solcher Vorgang wahrscheinlich steigern...

Gruß Clas
« Letzte Änderung: 27. Februar 2012, 15:25:01 von CFL »
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Offline Clas

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #11 am: 26. Februar 2012, 10:12:50 »
Moin, moin,

mir fällt gerade ein: man sollte eigentlich von "rechtslavierendem Antiextremismus" sprechen, eventuell auch gelegentlich mit einem r nach dem kleinen a...

Den Fakten entspräche das besser. Relativierend bedeutet doch irgendwie eine Verharmlosung...

Gruß Clas
« Letzte Änderung: 27. Februar 2012, 07:35:30 von CFL »
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Offline Bastian

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #12 am: 27. Februar 2012, 13:06:52 »
Quote (selected)
Wer wäre eigentlich eure erste Wahl?

Ich finde das schwer zu beantworten. Jenachdem, ob ich gerade der Auffassung bin, dass wir einen Grußhansel oder eine -Gretel brauchen oder nicht.

Georg Schramm möchte ich jedenfalls noch länger auf der Bühne sehen. Drum war ich beruhigt, dass er sich nicht als Sparringskandidat verbraten lassen- und es grundsätzlich schon gar nicht machen will.

Mit Beate Klarsfeld ginge für den Fall der Wahl eine engagierte Journalistin flöten. Wobei... der Gedanke, dass sie bei Antrittsbesuchen einfach mal dem ein oder anderen eine schallert, der hat was. Ansonsten schätze ich sie für ihr aufklärerisches Engagement zu sehr, als dass ich bei ihrer Auflösung in einer solchen Position zusehen möchte.

Vielleicht sollte es tatsächlich jemand machen, der anderweitig entbehrlich geworden ist. Wenn nicht Gauck, dann vielleicht jemand wie Otto Waalkes.
Oder Günter Wallraff: Er könnte sich ja als Präsident einschleichen und uns davon berichten, wie schlimm das so ist.

Unrasierte Gedanken.
Bastian
« Letzte Änderung: 27. Februar 2012, 13:08:31 von Bastian »

Offline Heiko

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #13 am: 27. Februar 2012, 21:00:44 »
Günter Wallraff  ^^ 
...  Griechenlandexperte ist er ja, Bild-Kampferfahrung hat er auch und bei den Buchtiteln tauscht man einfach alle „unten“ gegen „oben“:
Predigt von oben
Ganz oben
Günter Wallraff. Overcover
Ihr da unten, wir da oben.

.


Hallo Clas,
habe mal nachgeschlagen, dass ein Parasitoid den Wirt abschließend tötet, übertragend also das Kapital die Gesellschaft. Für mich entstehen Probleme mit diesem Bild. Beide sind ja nachweislich keine organischen Körper, können weder töten noch sterben. Es sind nach meinem Verständnis immer einzelne, konkrete Menschen, die als ideeninfizierte Kapitalträger ihre kapitalienbegründete Macht für die eine oder eben die andere Sache einsetzen.
Ich weiß, es ist nur ne Metapher und die hinken fast immer etwas, aber ob Parasit, Parasitoid oder, um bei Dombrowski zu bleiben, das scheue Reh: wenn wir von der Natur des Kapitals reden, reden wir von der (unergründlichen) Natur des Menschen.
Gruß Heiko
« Letzte Änderung: 27. Februar 2012, 21:21:06 von heikoholic »
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Offline Clas

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #14 am: 27. Februar 2012, 21:26:00 »
Moin Heiko,

ja, fast genau das ist der Unterschied. Der Parasitoid tötet aber nicht anschließend, er lässt nach seiner individuellen Entwicklung nichts lebensfähiges vom individuellen Wirt übrig. Das liegt in seiner Natur. Der Wirt muss irgendeine Strategie entwickeln, entweder dem Parasitoiden Einhalt zu gebieten und eine Koevolution zum Parasiten oder gar zum Symbionten ihm zu ermöglichen, oder er gleicht das durch höhere Vermehrungsraten aus und lebt als Art halt mit dem nachbleibenden Elend.

Im Falle des Kapitals halte ich die erste Strategie für sinniger, übrigens auch für die reichen Leute. Die könnten ja auch um ein nützliches und sozialverträgliches Leben bemüht sein. Das hieße, dass Banken für die Verwahrung von Guthaben und die Versorgung der realen Wirtschaft mit Krediten zuständig wären. Das sogenannte Investmentbanking, bei dem für die ganze Bank Eigenkapitalrenditen von 25% bei Leitzinsen von wenig über 0% angepeilt werden, kann doch aber nur auf Kosten anderer funktionieren, die da über den Tisch gezogen werden bei den Anlagen und auf Kosten derer, die mit dem Geld eigentlich wirtschaften müssten, es aber nicht kriegen, weil die Spekulation mehr verspricht: Das ist parasitär, und das sollte die Gesellschaft nicht dulden. Das sollte auch niemand mit Selbstachtung zu seiner Profession machen. Wenn er keine hat, die ihm das verbietet, ist halt die Fürsorge der Gesellschaft gefragt. Natürlich sind Leute, die Geld haben, auch Menschen, aber man muss sie gelegentlich daran erinnern und vielleicht sogar darauf verpflichten.

Was aber haben wir statt dessen? Die Gesetze zur Regelung der Finanzmärkte werden von Bankern geschrieben.

Gruß Clas
« Letzte Änderung: 28. Februar 2012, 07:19:26 von CFL »
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Offline Bastian

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #15 am: 29. Februar 2012, 23:56:31 »
[split] [link=http://www.georgkreisler.net/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1330445492/0#0][splithere][/link][splithere_end]

Offline Bastian

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lalaaa...
« Antwort #16 am: 07. März 2012, 01:35:57 »
Ganz versöhnlich möcht' er gehen, der Wulff im Schlafrock.
Und gewünscht hat er sich vom Musikkorps (Ebony and Ivory sei angeblich unspielbar) das Lied "Da berühren sich Himmel und Erde" von Laubach und Lehmann:

http://www.familien-feiern-feste.net/159d375.html
Quote (selected)
... 3. Wo Menschen sich verbünden,
den Hass überwinden, und neu beginnen, ganz neu,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns....

Noch die Melodei gefällig? So zur Einstimmung?
http://www.youtube.com/watch?v=GZW30sQXl-c

Kaum hat die letzte meiner Körperzellen sich glücklich ins Umgewebe hineingeschmust, lese ich im Focus (die obige Melodie im Hintergrund und -Kopf):

focus
Quote (selected)
Brüderle: „Ich bin nicht eingeladen“
Vier von fünf Fraktionen im Bundestag bestätigten FOCUS Online, dass ihre jeweiligen Vorsitzenden nicht eingeladen worden sind. „Ich bin nicht eingeladen. Ich geh´ auch nicht hin“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle. Bei den Grünen heißt es, dass Renate Künast und Jürgen Trittin ohnehin nicht hingegangen wären – nun aber leider auch nicht absagen dürfen. Lediglich bei der Union hielt man sich bedeckt. Nach Angaben aus Koalitionskreisen darf aber auch Volker Kauder (CDU) nicht kommen. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte, sie habe ebenfalls noch keine Einladung bekommen.

Schöön...

Was will uns Wulff eigentlich mit dem Lied sagen? Dass er nun wieder zu uns (Erde) heruntersteigt?

"...da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns"

Oder ist das gar gallisch gemeint (wir haben ja schließlich 2012)?
« Letzte Änderung: 07. März 2012, 01:36:20 von Bastian »

Offline Clas

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #17 am: 07. März 2012, 07:56:10 »
Moin Bastian,

der Mann ist Jurist und Haarspalter... Ich meine, bloß weil gesungen wird oder gar nur gespielt, was passiert, wenn, heißt dies jedoch noch nicht zwingend, dass er es so zu veranstalten verpflichtet wäre, und es dann also zu geschehen hätte. vielmehr zeigt das Lied eine Möglichkeit auf, die noch, durch eine Taskforce, vermutlich, zu einer Handlungsanweisung erst entwickelt werden muss... Die Melodie lässt dies nurmehr erst im Anklang aufscheinen.

-

Außerdem wird er sauer sein.

Frage an den Musiker: wieso ist Ebony and Ivory nicht spielbar? Wegen Habens von keinem Klavier in der Militärkapelle? Der gr. Schellenbaum schnulzt natürlich nicht so schön...

-

Ich wäre für den Max. Und einen Moderationstext, der den Max so verallgemeinert, dass Islamophobie, BILD, Bankenrettungsschirme und dergleichen da mit drunter fallen...

Gruß Clas
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Offline Bastian

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #18 am: 07. März 2012, 19:35:54 »
Quote (selected)
wieso ist Ebony and Ivory nicht spielbar?
Keine Ahnung, ich find es ja zum schießen. Natürlich ist es spielbar, aber angeblich traut es sich das Heeresmusikkorps nicht zu. Ist nicht für Trompete...

Aber "Smoke on the Water" haben Deep Purple natürlich für Trompete, Trömmelsche und Bassposaunen geschrieben. "Somewhere over the Rainbow" haben wir ja auch alle im Ohr. In der Radetzky-tschingbumm-Version. Und die obige Evangelenschnulze ist natürlich erst recht für Trompete geeignet und- nebenbei- wie für einen finsteren Soldatenfackelzug gemacht.
Damit nämlich "Friede werde unter uns"! Jawoll! Bumm-bumm!

Ich finde das mit Ebony und Ivory einfach nur irre. Hör ich da nicht sogar Fanfaren am Anfang? Gut, Synthi-Bläser, aber immerhin. Das kann man doch auch analog blasen, bitte. Die einzige Stelle, die da vielleicht eine Herausforderung sein könnte, ist das plok-plok-Gezupfel vom Stevie. Haben die kein Clavinet im Korps? Dann müssen sie den Teil eben singen.
Und gegen Ende, als Bonus, singen Wulff und Merkel im Wechsel "Ehebonyy!"... "Ihivory!". Das geht doch. Mit ein bisschen Willen geht das. Unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen, aber "Ebony and Ivory" nicht tuten können, irre ist das...

Du wärst für den Max?
Gar den auf der Rax?

Ich weiß, den meinst Du nicht, aber DAS hätte Stil. Stell Dir mal vor, wie schön das mit Trompeten und Trombonen gespielt klänge. Und dazwischen immer ein kräftig teutonisch gebrülltes "HALLI!".


Ein Traum
Bastian

Offline Clas

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Re: Der Wulff im Präsidentenpelz
« Antwort #19 am: 07. März 2012, 23:04:33 »
Moin Bastian,

musikalisch hast Du recht: der auf der Rax wäre besser. Und vom Sinn her auch: Der würde so schön die verworbelten Werte vierstellen... Ja. Den. Andererseits hat der andere auch was. Lasset uns denn also abwägen...

Evangelenschnulze? Ich erlebe da weiherauchschwangervollstes Katholentum und Kolpingbandgesänge. Modern, natürlich, da dürfen auch Frauen mitsingen. Priestern nicht, aber singen schon. Das war ein ökumenischer Kirchentag: I wanna fold your hands! Mein Bauch sagt: Das sind Katholen.

Was nun die Heeresmusizisten angeht: Vielleicht mögen sie das Lied einfach nicht? Oder es hat ihnen jemand den Text zugänglich gemacht?

Gruß Clas
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