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Autor Thema: Der Freiherr und seine Geschichten  (Gelesen 10769 mal)

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Offline Bastian

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Der Freiherr und seine Geschichten
« am: 24. Februar 2011, 00:17:55 »
Was les ich da gerade:

Merkel: "Die Entscheidung der Uni Bayreuth liegt auf der Linie dessen, was der Verteidigungsminister vorgegeben hat [...] Sie macht daher Sinn."

http://www.stern.de/news2/aktuell/aberkennung-von-guttenbergs-doktortitel-macht-sinn-1657145.html

My two cents...
« Letzte Änderung: 24. Februar 2011, 23:11:02 von Bastian »

Offline Clas

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Re: Eine Frau für die Männer
« Antwort #1 am: 24. Februar 2011, 07:51:27 »
Moin, moin,

diese ganze Causa weist KT(...)vuzGdJ doch als Anwärter auf die Verleihung des Großen Peinbeutels mit gekämmten Fransen am Bande aus. Wollen wir eine entsprechende Kommission gründen? Ich warte auf den Entwurf eines Prototypen, dessen Entwicklung ich in Auftrag gegeben habe...

Die Merkelin und Kanzelöse löst sich auch, was man ja kaum für möglich gehalten hätte, noch  immer mehr von der Realität... Nicht ungefährlich, aber eigentlich gut so, vielleicht trägt es dazu bei, die Wiederwahl zu verhindern. Sie folgt damit der Linie, die ich vorgegeben hätte...

Aber was auch für ein Pech! Da haben sie nun diesen Hohlkörper hochgeschrieben und er hatte sich einen Zierdoktor angeheftet, und dann kommt jemand und liest die Diss... Kann man das denn auch ahnen, eine juristische Doktorarbeit...! Da muss doch Neid als Motiv dahinter stecken oder böser Wille, sonst liest doch keiner sowas...

Nun tümelt er Volk und fragt oder lässt fragen, ob nicht alle schon mal abgeschrieben haben. Ich habe es einmal ausprobiert und fand es zu anstrengend und konzentrationsmindernd, ich habe abschreiben lassen. Andere meine Ergebnisse abschreiben lassen, um den möglichen Unterschied zu verdeutlichen.

Als Notwehr gegen anders nicht erfüllbare Ansprüche an Minderjährige oder wirtschaftlich abhängige Heranwachsende hat es eine gewisse Akzeptabilität. Der Vorwurf des "Betruges" schien mir da immer zu wuchtig, oder eben der schulische und elterliche Druck einen übergesetzlichen Notstand zu rechtfertigen... Außerdem hat es einen gewissen Reiz, die Kontrollen zu überlisten.

Wer aber hat von ihm denn verlangt, er müsse auch noch den Vornamen Doktor führen?

Gruß Clas
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Clas

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Re: Eine Frau für die Männer
« Antwort #2 am: 24. Februar 2011, 08:03:28 »
Moin, moin,

wo ist der Modifyknopf? Es muss natürlich heißen: "... am  Bande mit gekämmten Fransen".

In diesem kleinen Eingabefenster habe ich das leider übersehen, und mit Vorschauen habe ich in anderen Foren schon die Erfahrung gemacht, dass sie den Beitrag ins Nirwana schießen können...

Gruß Clas
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Offline Bastian

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Re: Eine Frau für die Männer
« Antwort #3 am: 24. Februar 2011, 09:38:54 »
Der Modifyknopf müsste da sein, wo er immer ist: oben rechts. Oder fehlt da wirklich was? Die Größe des Eingabefensters kann man übrigens auch verändern. Pack es mal beim rechten oder unteren Rand und zieh dran rum.

Gestern wurde bei "hart aber fair" Merkels Aussage eingespielt, nach der sie ja keinen wissenschaftlichen Mitarbeiter, Doktor, usw. eingestellt hatte, sondern einen Verteidigungsminister... Alexander Dobrindt hatte auf Plasbergs Frage, ob man damit nicht jeden Betrüger ins Kabinett rufen könnte, nur relativierendes Geschwafel übrig.

Da fand ich, dass Thomas Oppermann die Sache recht gut auf den Punkt brachte: Mit der selben Begründung könnte Merkel einen Menschen, der durch regelmäßige Trunkenheitsfahrten auffällt, ins Kabinett berufen- mit der Begründung, sie stelle ihn ja nicht als Fahrer ein.

http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Datei:Tastatur_Modell_KTzG.jpg

Offline Heiko

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Re: Eine Frau für die Männer
« Antwort #4 am: 24. Februar 2011, 14:17:18 »
Quote (selected)
wo ist der Modifyknopf?
Quote (selected)
Der Modifyknopf müsste da sein, wo er immer ist: oben rechts.
Zurzeit kann ich ausschließlich im Unterforum „die Lieder“ Beiträge editieren.


Quote (selected)
Aber was auch für ein Pech! Da haben sie nun diesen Hohlkörper hochgeschrieben und er hatte sich einen Zierdoktor angeheftet, und dann kommt jemand und liest die Diss... Kann man das denn auch ahnen, eine juristische Doktorarbeit...! Da muss doch Neid als Motiv dahinter stecken oder böser Wille, sonst liest doch keiner sowas...
Da glauben wirklich die meisten Koalitionskameraden noch, es ginge nur um eine Kampagne und stehen in fester Treue zusammen. Manchmal entwischt dabei einem wie Norbert Geis schon mal das „Stahlgewitter“, das auszustehen sei. Und sie merken nicht, dass jeder, der den Guttsherrrenzwerg weiter verteidigt, sich gleich mit unglaubwürdig macht. Mal schauen, wie lange sie im BILD-Bunker ausharren können.

Quote (selected)
Merkel: "Die Entscheidung der Uni Bayreuth liegt auf der Linie dessen, was der Verteidigungsminister vorgegeben hat [...] Sie macht daher Sinn."
 
Sprich, was Sinn macht, ist, dass die Uni nicht prüft, ob vorsätzliche Täuschung vorliegt. Brav!

Ich glaube nicht, dass Merkel den richtigen Zeitpunkt Karlchen zu entlassen schon verpasst hat. Sie wartet einfach den Prozess seiner Demontage noch weiter ab.
Nur wer aus der Rolle fällt, rollt aus der Falle.

Offline Bastian

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Re: Eine Frau für die Männer
« Antwort #5 am: 24. Februar 2011, 14:55:24 »
Quote (selected)
Zurzeit kann ich ausschließlich im Unterforum „die Lieder“ Beiträge editieren.
Ui, da läuft also tatsächlich was nicht richtig. Hab im Moment keine Ahnung, woran das liegen könnte, das muss ich mal in ner ruhigen Minute anschauen. Danke für die Meldung, Heiko.

Offline Bastian

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Re: Eine Frau für die Männer
« Antwort #6 am: 24. Februar 2011, 21:06:08 »
Quote (selected)
Ich glaube nicht, dass Merkel den richtigen Zeitpunkt Karlchen zu entlassen schon verpasst hat. Sie wartet einfach den Prozess seiner Demontage noch weiter ab. 
Da könnte was dran sein. Wenn man bedenkt, dass er in den eigenen Reihen (und wohl auch darüber hinaus) der bis dato aussichtsreichste Kandidat für- und Konkurrent im Rennen um das Kanzleramt ist. Aber allzulang darf sie sicher nicht warten, denn das Gift wirkt natürlich weiter und wird auch ihr zunehmend schaden. Ich denke, da wird irgendwann ein Entscheidungsfenster zugehen.

Über den weitläufigen Schaden, den Guttenbergs Verhalten anrichtet, habe ich gestern in dem ganzen Wust von Nachrichten einen wirklich lesenswerten, eher philosophisch angehauchten Artikel gefunden, der unter dem Titel "Causa zu Guttenberg - Mehr als nur ein Titel" im Tagesspiegel erschienen ist.
Soweit die Quellenangabe. Die Autoren Manuel Scheidegger und Johannes Schneider mögen es mir nachsehen, wenn ich ihn hier auszugsweise zitiere.
Vielleicht mögen sie es aber auch einfach. Ohne Nachsehen.
Falls nicht, muss ich Verteidigungsminister werden.
Und das kann ich nicht...

Auszug:
Quote (selected)
[...] Nein, das sei zunächst allen gesagt, die immer noch glauben, er habe nur falsch zitiert: Auch Fußnoten hätten Karl-Theodor zu Guttenbergs Dissertation nicht geheilt. Ein Doktor wird für intellektuelle Leistungen verliehen, nicht für Geschick am Kopierer. Und nein, es wäre nicht richtig, von diesem vermeintlichen Kavaliersdelikt angesichts der Revolution in Libyen, toter deutscher Soldaten in Afghanistan und der Existenz anderer Politiker, die genau so schlecht oder genau so gut sind wie zu Guttenberg, zu schweigen. Das alles ist kein Grund, am wenigsten die Soldaten, die wissen sollen und hoffentlich auch wollen, wie die Gesellschaft tickt, für die sie sich in Gefahr begeben.

Denn was immer am Hindukusch auch verteidigt wird, ist keine Hohlfrucht, es ist ein Staat, der auf die intellektuelle Mündigkeit seiner Bürgerinnen setzt und diese fördert.[...]


Offline Burkhard Ihme

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Re: Eine Frau für die Männer
« Antwort #7 am: 24. Februar 2011, 21:46:36 »
Quote (selected)
Der Vorwurf des "Betruges" schien mir da immer zu wuchtig, oder eben der schulische und elterliche Druck einen übergesetzlichen Notstand zu rechtfertigen...
Es ist allerdings schon pikant, daß ausgerechnet in einer juristischen Doktorarbeit die Grenzen des geistigen Eigentums stark strapaziert werden. Natürlich ist es Betrug, wenn man fremde Gedanken als eigene ausgibt und das auch noch schriftlich bekräftigt. Und wenn er das gegenüber einer staatlichen Einrichtung wie einer Universität tut, geht uns das alle an. Wenn andere Leute entlassen werden, weil sie ein paar vertrocknete Brötchen, die eh weggeschmissen würden, einstecken, ist ein Festhalten an vuz Guttenberg doch eine starke Verschiebung des geistig-moralischen Gesamtgefüges (das schon durch Kohls unverschämte Okkupation stark gelitten hat).

Offline Clas

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #8 am: 25. Februar 2011, 13:21:53 »
Moin, moin,

aah das gezupfte Fenster ist schon besser.

Um nochmal auf die Bitte um Nachsicht für den Gutten zurückzukommen: Dass die meisten in der Schule mal gemogelt haben, und er also wohl auch, wirft ihm ja keiner vor. Hier geht es nicht um Notwehr oder Nothilfe gegen unmenschlichen Druck, wie in der Schule, sondern um eine aus freien Stücken unternommene wissenschaftliche Arbeit eines doch hoffentlich mündigen und verantwortungsfähigen erwachsenen Mannes. Ich wollte also deutlich machen: Dies hat eine andere Qualität und ist eben nicht vergleichbar.

Auch das oft bemühte Bild mit dem ersten Stein liegt neben der Sache: es geht nicht ums Steineschmeißen, sondern um eine sachlich klar liegende Personalfrage. Für die Aufgabe geht sowas nicht.

Die machtpolitisch motivierte Bunkermentalität ist natürlich kein schöner Anblick, insofern hoffe ich, sie bleiben recht lange im Bildbunker sitzen und machen sich auch unmöglich.

-

Bayreuth ist ja eine Stadt, die, sagen wir mal, auch kulturell so ihren eigenen Ruf hat... Ich denke da an den Wagner Richard, dessen Schaffen man da festspielt. Guttiert wurde das ja auch schon vor Zeiten von propagandistisch überhöhten Lichtgestalten, die in Wahrheit krasse Finsterlinge waren.

Bayreuth hat auch eine Uni, die nicht nur promoviert und depromoviert, sondern einem Professoren einen Arbeitsplatz bietet, der folgenden Vorschlag äußerte:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e199390a69b16.php

Ich rege an, die Uni mal unter die Lupe zu nehmen und in die Kritik zu stellen und werde immer mal berichten.

Gruß Clas
« Letzte Änderung: 25. Februar 2011, 13:23:29 von CFL »
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Heiko

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #9 am: 26. Februar 2011, 04:12:48 »
Quote (selected)
Bayreuth hat auch eine Uni, die nicht nur promoviert und depromoviert, sondern einem Professoren einen Arbeitsplatz bietet, der folgenden Vorschlag äußerte:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e199390a69b16.php 
gruselig!

Materiell gesprochen
ist er Haut und Knochen
sieben Euro wert, ganz allgemein.
Für die Tortenkäufer
und die Starkbiersäufer
werd’n es sieben Euro zwanzig sein.

Und ich denke weiter,
doch ich werd nicht heiter,
denn es ist nicht lustig, wenn ich find,
daß der Mensch verkehrt ist,
wenn er nicht mehr wert ist,
als es seine Chemikalien sind.

(aus "Sieben Euro")
« Letzte Änderung: 26. Februar 2011, 04:13:14 von heikoholic »
Nur wer aus der Rolle fällt, rollt aus der Falle.

Offline Clas

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #10 am: 26. Februar 2011, 10:02:03 »
Moin Heiko,

da der nun aber Ökonom ist, und die Preise von Organen höher liegen, geht es da um einen echten Markt, den es in schwarz ja schon gibt, in Indien beispielsweise. Raus kommt sowas gelegentlich, wenn dort jemand was Infektiöses erworben hat und dann ein Hepatitisproblem schon wieder oder ein HIV mitgeliefert bekam...

Wieso läuft so einer frei rum?

7 Euro kannte ich noch nicht, oder nur als 40 Schilling. Dieser  Betrag führt wohl nicht so leicht dazu, Menschen als Wertstoff zu betrachten und in dieser Weise materiell auszubeuten. Das Lied beklagt ja auch eher den geringen Wert. Die Preise für Nieren und Leberlappen dagegen geben das schon her, ich bin aber sicher, dass die Zeile bei Kreisler über die Hoffnung auf steigende Menschenpreise durchaus anders gemeint war.

Gruß Clas
« Letzte Änderung: 26. Februar 2011, 11:53:34 von CFL »
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Burkhard Ihme

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #11 am: 27. Februar 2011, 01:48:12 »
Ich wollte ja immer ein Lied darüber schreiben, wie teuer es ist, Menschen umzubringen (wenn man mal die gesamten Wehretats durch die Anzahl der Kriegtoten teilt, ist das eine Menge. Geteilt durch die Gesamtzahl der Weltbevölkerung allerdings nicht ganz so beeindruckend). Hab aber nie den Zugriff gekriegt, weil ich wohl zu dicht an Kreislers Lied dran war.

Offline Bastian

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #12 am: 27. Februar 2011, 02:14:45 »
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Natürlich ist es Betrug, wenn man fremde Gedanken als eigene ausgibt und das auch noch schriftlich bekräftigt. Und wenn er das gegenüber einer staatlichen Einrichtung wie einer Universität tut, geht uns das alle an.
Auffallend finde ich dabei, wie schnell Guttenberg sich seines Doktortitels entledigt hat.
Mal angenommen, die Geschichte, er habe die Diss in mühevollster siebenjährigster Kleinstarbeit unter dem Ausnahmezustand von Familie (und sogar Beruf!) zusammengewerkelt, sei wahr: Wieso wirft er diesen hart erarbeiteten Titel innerhalb weniger Tage einfach weg?

Erklären könnte man das: Er wollte die ohnehin unvermeidbare Entscheidung der Uni Bayreuth vorwegnehmen. Wissend, dass man einen Doktortitel gar nicht ablegen kann. Aber auch wissend darum, dass die Flucht nach vorne und die gespielte Demut ihm zumindest noch einmal den flüchtigen Hauch des Ehrenmanns verleiht- also besser selbst die Reißleine ziehen. Mea culpa- die bild dankt's.

Aber was treibt einen Adelsmann, noch dazu rhetorisch gut bewandert und gar nicht mal unklug dazu, sich ein solches Luftschloss zu bauen? Wem wollte er etwas beweisen?
- Sich selbst? Wohl nicht, er wuste ja, dass er kopiert.
- Dem "Plebs"? Wozu der Aufwand? Ein guter Photograph und eine gut besetzte PR- Abteilung schlagen den "Dr." um Längen. Oder war der je Thema?
- Co- Adelige? Die stehen immer noch auf Substanz. Dann schon lieber die Gloria von T. und T. als Königin von Deutschland.

Ich steh wirklich auf dem Schlauch. Was sollte das?
Anscheinend misst er dem Titel keinen großen Wert bei. Wieso wollte er ihn dann tragen?

Hier läuft eine Aktion von Doktoranden, die noch wissen, warum sie promovieren und darum Frau Merkel zur Raison rufen:
http://offenerbrief.posterous.com/causa-guttenberg-offener-brief-von-doktorande
Wenn man sie unterstützen möchte, kann man seinen Hansel druntersetzen.

[spätes Edit: Hab nach mehreren schlaflosen Nächten ein "h" aus dem Beitrag entfernt. Dieser Fehler war mir einfach zu peinlich, den konnte ich einfach nicht stehenlassen. Mannomann... Bas]
« Letzte Änderung: 09. März 2011, 20:39:50 von Bastian »

Offline Bastian

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #13 am: 27. Februar 2011, 02:32:20 »
Quote (selected)
Ich wollte ja immer ein Lied darüber schreiben, wie teuer es ist, Menschen umzubringen
Wieso schreibst Du dann nicht eines darüber, wie billig es ist?

ich denke da spontan an so üble Dinge wie rottenneighbor.com...
« Letzte Änderung: 27. Februar 2011, 02:34:15 von Bastian »

Offline Clas

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #14 am: 27. Februar 2011, 11:19:35 »
Moin, moin,

was das sollte?
wer das wüsste...
was er wollte,
was er müsste...

Vielleicht ist einfach Deine Einschätzung, er sei gar nicht mal so unklug, im Hinblick auf ihre Fundamente zu hinterfragen. Er kann sprechen und einigermaßen reden, aber nicht weniges davon sind Allgemeinplätze in Wichtigstein an der Phrase... Den Ort habe ich bei Tucholsky gefunden.

Und eigentlich finde ich es nützlich, wenn recht konsequente Blender solange blenden, bis das Leuchtmittel versagt.

Gruß Clas
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Offline Burkhard Ihme

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #15 am: 27. Februar 2011, 20:23:18 »
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Ich wollte ja immer ein Lied darüber schreiben, wie teuer es ist, Menschen umzubringen
Wieso schreibst Du dann nicht eines darüber, wie billig es ist?
Dazu sind die Wehretats denn doch zu hoch. Insbesondere damals, als mir die Idee kam.
« Letzte Änderung: 27. Februar 2011, 21:56:21 von Burkhard_Ihme »

Offline Bastian

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #16 am: 27. Februar 2011, 21:23:51 »
Hey, das Bearbeiten klappt ja!

Vom Wehretat her betrachtet wird es natürlich teuer, da hast Du Recht. Sind natürlich zwei verschiedene Blickwinkel. In der Schweiz gab's ja gerade die Abstimmung darüber, ob die private Verwahrung der Militärwaffen abgeschafft wird. Das Sturmgewehr im Bett macht's bekanntlich leichter, die Gattin umzubringen...
Tatsächlich haben wir aber alle ein potentielles und verhältnismäßig preiswertes "Mordwerkzeug" vor Händen- den Rechner. Ich dachte, dass man darauf setzen könnte: Im Discounter gekauft, und nun vernichtet man rund um die Uhr und praktisch für Umme hier und dort eine Existenz, die man gar nicht kennt, oder vielleicht nur zu diesem Zweck mal flüchtig kennengelernt hat...

oder so...

Ich finde, das hätte was.
« Letzte Änderung: 27. Februar 2011, 22:32:27 von Bastian »

Offline Clas

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #17 am: 02. März 2011, 08:02:10 »
Moin, moin,

zur Erklärung des Freiherrn fällt mir ein: "Diese führenden Menschen,  sie sind so mies, ja sie sind so mies..." Die Quelle brauche ich hier wohl nicht anzugeben.

Der kann nicht anders, der ist im Innersten so, da hängt sein ganzes, aufrichtig empfundenes Herzblut. Oder so.

Als mildernden Umstand mag ich das aber nur begrenzt gelten lassen, als Erklärung aber wirkt es entlastend. Hier http://www.weissgarnix.de/2011/03/01/guttenbergs-iden-des-marz/ habe ich eine recht gründliche Analyse des Textes gefunden, die Iden sind zwar kalendarisch noch nicht ganz erreicht, das Bild passt dennoch nicht schlecht.

In der MOPO habe ich eine Visualisierung der Rede gesehen, die mich fragen lässt, ob man das Phänomen nicht auch mit Mitteln des Rap/Hiphop auch zu einem Guttirap collagieren könnte oder sollte... Wortfront, übernehmen Sie! Wenn die den wieder ausmotten wollen, haben wir dann zumindest schon die Hymne.

Gruß Clas
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Offline Bastian

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Re: Der Freiherr und seine Geschichten
« Antwort #18 am: 05. März 2011, 11:42:54 »
Angesichts der Fans und seiner Medienwirksamkeit kommt Gutti bestimmt wieder durch die Drehtür rein.

Da kann man nur dafür sorgen, dass sie sich wenigstens lange genug dreht:

Fischer-Lescano zur Plagiats-Affäre:
„Die Uni Bayreuth hätte Vorsatz feststellen müssen“

Quote (selected)
[...]Fehler, Nachlässigkeiten, kleinere Mängel, die diese Zulassungsvoraussetzungen betreffen, können darum ausschließlich dann zur Rechtswidrigkeit der Titelverleihung führen, wenn diese Mängel nicht durch das Bestehen der Prüfung geheilt wurden. Rechtswidrig erlangt ist der Titel also nach Paragraph 16 Absatz 3 der Promotionsordnung nur dann, wenn der Kandidat täuschen wollte. Nur in diesem Fall ist die Titelverleihung rechtswidrig und nur dann kann der Titel nach Artikel 48 des Verwaltungsverfahrensgesetzes zurückgenommen werden. Es muss also positiv nachgewiesen werden, dass der Kandidat täuschen wollte.[...]
Quelle: http://www.fr-online.de/wissenschaft/-die-uni-bayreuth-haette-vorsatz-feststellen-muessen-/-/1472788/7738518/-/view/asFirstTeaser/-/index.html

Offline Bastian

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Auf dem Durchflug...
« Antwort #19 am: 06. März 2011, 02:54:28 »

Offline Bastian

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na bravo...
« Antwort #20 am: 09. März 2011, 23:20:24 »
... KT wünscht sich zum Abschied (tatää!):

"Smoke on the Water"

Quelle

muäh...
Sowas tut man einfach nicht.
Als erfahrener Rocker.

...

Nein, ich komme gerade nicht drüber weg:
Kein Rocker von Rang und Namen wünscht sich diesen ausgelutschten "könntihrdenauchspielen?" Song!
Thomas Gottschalk, vielleicht, oder Kai Pflaume, die dürfen sich sowas wünschen. Aber doch nicht ein bekennender AC/DC- Head, der mehr als nur drei Rockscheiben im Regal hat. Es hätte auch wirklich jeder andere Deep Purple- Song sein dürfen, wirklich jeder. Aber das...?

Ich hatte natürlich immer schon meine Zweifel, aber auch hier ist die vorsätzliche Täuschung offensichtlich. Ich erkenne ihm nun auch den Rockergrad ab.
Definitiv, und mit sofortiger Wirkung.

Gut, ich soll mich ja nicht aufregen. Wir werden sehen, wie das Heeresmusikkorps die Nummer bringt. Ob es beim "mööp, mööp, mööp" bleibt, oder ob es ein "mööp, mööp, mööp" wird. Es wird bestimmt nicht an den Musikern liegen, wenn es schlicht ein "mööp, mööp, mööp" bleibt, denn so ward es nunmal geschrieben, und so will es der Herr haben.


Da müsst's doch was geben, das besser passt. Ad-hoc fällt mir da z.B. diese Nummer ein:
http://www.youtube.com/watch?v=ly79mkffp7M
« Letzte Änderung: 09. März 2011, 23:23:38 von Bastian »

Offline Heiko

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(Vor)letzte Lieder
« Antwort #21 am: 10. März 2011, 02:32:45 »
Letzte Lieder für Guttenberg?

1.  für den Verteidigungsminister:      
„bombtrack“ (Rage against the machine)

2. für den Akademiker:                  
„Doktor“       (Bots)

3. für den Menschen:                  
„zu geil“       (Fantas, besser noch Megavier)
Nur wer aus der Rolle fällt, rollt aus der Falle.

Offline Bastian

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Jau, Rage ist gut!
« Antwort #22 am: 10. März 2011, 21:51:04 »
Ich hab auch noch einen.
Stellt Euch das Stabsmusikkorps (nicht Heeresmusikkorps, wie ich Unkundiger fälschlich geschrieben hatte) vor. Die Fackelträger noch dazu, und natürlich den de Maizière und Frau Dr. Merkel.

Und alle machen mit!

...three and four:

Volker Rosin "Theo, Theo, ist fit"

Quote (selected)
... Jetzt geht’s los, mach dich riesengroß, das ist echt famos, wie man sieht.
Und dann mach dich klitzeklein, kriech ins Mauseloch hinein,
und dann geht’s mit viel Rabatz,
wieder hoch mit einem Satz...

Offline Heiko

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und natürlich ...
« Antwort #23 am: 11. März 2011, 01:51:25 »

für DEN Rockenroller des politischen Systems:

"The Great Rock´n´Roll Swindle" (Sex Pistols)


« Letzte Änderung: 11. März 2011, 01:51:36 von heikoholic »
Nur wer aus der Rolle fällt, rollt aus der Falle.


 

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