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Zusammenfassung

Autor: Dagmar
« am: 02. März 2006, 13:07:57 »

Quote (selected)
Im Düsseldorfer Karneval fuhren keine islamistenkritische Wagen mit

Ja in Köln und Bonn war das auch so. Bei Monitor in der ARD haben sie letzte Woche einen längeren Beitrag dazu gemacht. Es wurden u.a. die Wagenzeichner und Karrikaturisten interviewt. Und die sagten überwiegend, dass sie Angst um Leib und Leben hätten und deshalb auch nichts zeichnen wollten. Irgend so ein Obermac der Stunksitzung in Köln sagte, sie hätten eine sehr islamkritische Nummer im Programm, überlegen aber ob sie die aus Sicherheitsgründen heraus nehmen.
Autor: angel
« am: 01. März 2006, 16:17:56 »

Quote (selected)
Quote (selected)
provoziert zum Nachdenken
Find ich auch.

da kommt dann P(r)OST raus
ich saus
nach haus

warum nach und niemals vor?

in D-Land gehen die menschen
geduckt rück-wärts

ich seh' schon wieder roT ;)

ich LIEBE kunst als POESIE
und kuss der Musen

Autor: angel
« am: 01. März 2006, 15:57:45 »

mecker mecker mecker
mekkA meckA meckA

sach ma:

Wer hat "Tal der Wölfe" gesehen. Soll ein Kunst/produkt sein.
Schiller u. Beethoven
werden zu Micky / Maus im Haus
ohne Applaus

============================

Nu ja, die Muslime die ich kenne, lassen ihre Kinder zumindest
nicht verhungern und packen die leichen in tiefkühltruhen.

diese M's werden mir immer sympathischer,
wenn ich sie mit diesen deutschen Schlampen

vergleiche


=======

@ Rilke u. Basti:
Deine Dinge morde(te)n  W-ORTE

s' ist besser, einem auf den Schwanzersatz
zu hau'n
und keine waffen zu bau'n

w-orte kreieren
sollt' uns dann nicht mehr genieren

@ Basti und Magritte
ein bild ist keine pfeife

ich reife :)
 
und schenk Dir eine ge-dank-schleife: 8
Autor: Bastian
« am: 01. März 2006, 15:33:06 »

Es fällt mir als Karnevalsverächter sehr schwer, ihn als etwas künstlerisches anzusehen. Aber was soll's, man muss auch mal Dinge tun, die einem nicht gefallen. Also los...:

Im Düsseldorfer Karneval fuhren keine islamistenkritische Wagen mit. Auch von Seiten der hiesigen Religionsgruppen ist gefordert worden, auf religionskritische Wagen zu verzichten. Hat der rheinische Karneval jetzt einen seiner Hauptzwecke aufgegeben? Nämlich den, Adel und Klerus aufs Korn zu nehmen. Oder haben die Organisatoren Recht, wenn sie sich um die Sicherheit der Karnevalisten sorgten? Wie ist das, wenn man die Religion eines anderen aufs Korn nimmt? Gilt da dasselbe, wie für die Eigene? Ist es überhaupt möglich zu differenzieren, was "Gotteslästerung" ist und was Religionskritik?

http://www.wdr.de/themen/freizeit/brauchtum/karneval_2006/session/_themen/tilly/index.jhtml?rubrikenstyle%3Dpolitik

http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=773&sid=142
Autor: whoknows
« am: 01. März 2006, 10:54:07 »

Wenn du das "bloss" mit "zumindest" ersetzt, sind wir d'accord. Denn ich finde schon, dass es (auch) eine Aufgabe von Kunst ist, etwas ...äh..."aufzubrechen". Und das wird oft als "Skandalös" empfunden, oder? Viele sogenannte Skandale entstehen ja nur dadurch, dass jemand irgendwas nicht gewöhnt ist, dass irgendwo Grenzen verschoben werden. Im Übrigen ist in den meisten Fällen der Kunst-Skandal gerade etwas, dass ohne Investition nicht zu haben ist. Sehr selten gibt es Skandale bei unbekannten Künstlern.
Wenn wir zB---wasweissich--- der Gähnemeyer wären, dann wäre der Schwanzersatz ein Skandal geworden - und hätte sich riesig verkauft, oder? Und bei dem Schauspieler/Kritiker-Skandal waren auch eher prominente Protagonisten involviert.
Autor: Dagmar
« am: 01. März 2006, 02:15:11 »

Ganz im Gegenteil: Es muss "bloss" anregen zum Nachdenken, was ja heutzutage auch bereits eine sehr große Kunst ist....
Autor: whoknows
« am: 01. März 2006, 02:07:49 »

Quote (selected)
provoziert zum Nachdenken
Find ich auch. Wenn man sich anguckt, woher das Wort Provozieren kommt - pro - vocare,  dann ist klar, dass es nicht immer nur gleich skandalisieren heissen muss.
Autor: angel
« am: 01. März 2006, 00:41:52 »

Kunst sollte anregen und inspirieren und zur menschlichen Entwicklung beitragen.

Was ist Provokation?
Skandalisieren? Benutzen? Ionesco vernutzen?

Aber jetzt mag ich "wortfront" und "sommerkind" mit einem lieben freund hören!
Autor: Bassmeister
« am: 28. Februar 2006, 11:42:21 »

Provokation muß doch nicht immer nur negativ besetzt sein. "Hänsel und Gretel" provoziert zum Nachdenken. Auf eine Art, der man sich eigentlich nicht entzeihren kann.
Es ist eben was anderes als die Wald-Hexenhaus-Holzfäller-Idylle, es hat wieder Bezug zum Leben heute und hier und das ist es, was ich von guter Kunst erwarte.
Autor: angel
« am: 26. Februar 2006, 11:28:33 »

@ Bassmeister

Was hat das Theaterstück mit "Provokation" zu tun?
BTW: Ich habe gelernt, zwischen "Pädophilie", "Pädosexualität" und "Pädosadismus" zu differenzieren.

Ich finde das Thema sehr wichtig. Die Realität "provoziert" dazu, daß dieses oder ein ähnliches "Theaterstück gegen ERwachsene" wieder aufgeführt werden sollte.

Hier nur eine der brutalen (Vorsicht; Euphemismus!--->) "Kindesvernachlässigungen" mit Todesfolge:
http://www.tagesspiegel.de/brandenburg/archiv/20.02.2006/2365713.asp

Man könnte dieses "Stück" aus der Realität sarkastisch "heimliche Kindesvereisung" nennen. Auch unter dem Titel: "Der kleine Junge ohne Schwefelhölzer" eignet es sich nicht für ein "Märchen" ... - oder doch?
Autor: angel
« am: 26. Februar 2006, 03:00:34 »

@ whoknows

Ich fand auch in der FR was dazu:
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/feuilleton/?cnt=814751

Jetzt geht's also um das "geistige Eigentum", das von den Verlagsdirektoren bewacht wird?  :-?

Es gab auch eine humorvolle Aktion:

Vor dem Theater: Ein "Büro für theatrale Hygiene" überklebte den Namen der U-Bahn-Station "Willy-Brandt-Platz" mit dem Hinweis "Gerhard Stadelmaier-Platz" (Bild: dpa)

Ausführlicheres zum "Theaterskandal": http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5980&key=standard_document_18926486
Autor: Bassmeister
« am: 25. Februar 2006, 15:31:35 »

Ganz, ganz heiße Sache: "Hänsel und Gretel" von Giancarlo del Monaco.
Lief im Erfurter Theater. Weiß allerdings nicht, ob dieses Jahr und wenn, dann wann.

http://www.opernnetz.de/seiten/rezensionen/erf_haen.htm
Autor: whoknows
« am: 24. Februar 2006, 14:49:51 »

Quote (selected)
Die Frankfurter Inszenierung des Stücks "Das große Massakerspiel oder Triumph des Todes" von Eugene Ionesco wird künftig unter dem Titel "Being Lawinky" und ohne Nennung des Autors gespielt. Das teilte das Schauspiel Frankfurt heute mit.

lese ich in orf.online heute.
Aber da steht dann auch, dass das sehr willkommen war, da der Verlag monierte, dass höchstens 20% Ionesco in der Aufführung zu finden gewesen seien....

Autor: Eric
« am: 23. Februar 2006, 00:51:39 »

Quote (selected)
Ich hab bisher nur den artikel gelesen. Mir scheint, da haben einige Leute überreagiert. Wär interessant, was der Schauspieler selbst zu der Sache sagt. Jedenfalls finde ich es unangemessen, ihn wegen dieses Vorfalls zu kündigen. Hätte es jemanden aus dem Publikum getroffen, der KEIN Theaterkritiker wäre, hätte das nicht so eine Welle geschlagen.

Ach... In diesem Falle hat der Schauspieler das doch wohl getroffen, "Asyl" beim BE zu bekommen, kann einem denn etwas Besseres passieren ?   8-)

In Döbeln gab es auch mal eine Theaterproduktion, die aber in Schulklassenzimmer ging. Sie thematisierte den Holocaust und so gab es im Stück auch einen Teil in dem einer der Schauspieler das Schulfenster weit öffnen musste und sowas im Sinne von "Ich knall euch alle ab, ihr Judenschweine" schreien musste. Ich möchte mal nicht wissen was das den vorbeilaufenden Passanten für einen Eindruck vermittelt hat, die ja in diesem Moment nur passiv involviert waren.

Diese Sache da mit dem Kritiker in Frankfurt... Ich kann da aus diesem Artikel rein gar nicht klug werden über die Motivation des Schauspielers das zu tun und was das für eine Produktion so richtig war... entsprechend kann und will ich das nicht beurteilen. Im Falle eines interaktiven Theaters sollte es aber im Bereich des Möglichen liegen, den Zuschauer (und was anderes war er ja auch nicht) so in das Stück einzubeziehen. Schief gehen kann das natürlich, klar.
Autor: Dagmar
« am: 23. Februar 2006, 00:37:23 »

Tja, ich finde das auch extrem bemerkenswert, dass man nicht wirklich Hintergrundinfos kriegen kann. Ich habe heute mal einen Kulturfritzen der ARD (der eigentlich sonst immer sehr gut informiert ist) nebenbei in einem Satz zu der Angelegenheit befragt, was er so wüsste dazu, usw. Antwort: Wenig!

 :-?

Quote (selected)
sondern eher, dass es eine Art provokante Stehgreifgeschichte war, wo das Publikum nicht "einbezogen" wurde, sondern "benützt" um einen Punkt zu machen

DAS ist aber eigentlich ein relativ bedeutsamer und auch bekannter Teil interaktiven Theaters - insbesondere und gerade des Stegreiftheaters!
Autor: whoknows
« am: 23. Februar 2006, 00:30:36 »

Ich hatte beim Lesen der Artikel nicht den Eindruck, dass es sich in "Deinem Sinne" um Interaktives Theater handelte, sondern eher, dass es eine Art provokante Stehgreifgeschichte war, wo das Publikum nicht "einbezogen" wurde, sondern "benützt" um einen Punkt zu machen. Was ich für durchaus legitim halte, im Rahmen der Gewaltlosigkeit, eh klar.
Modernes theater darf viel - WENN (wie Du ja auch richtig sagst) man im Vorfeld weiss, worauf man sich einlässt, wenn man dahin geht. Und genau das ist mir bis jetzt nicht klar. Schade, dass da nur so wenige Informationen darüber rauskommen. Warum wohl?


Aber - nach allem, was ich über diesen Kritiker von Dir höre (ich kannte den nicht) habe ich schon etwas Schadenfreude, dass es ihn "erwischt" hat, und er sich jetzt so entlarven muss. Ich hoffe, das hat Konsequenzen der Entzauberung? Weiss irgendwer, wie's weiterging?
Autor: Dagmar
« am: 23. Februar 2006, 00:21:17 »

Jetzt habe ich mich mal so weit wie möglich über die ganze Sache informiert (Dank an alle, die hier diesbezügliche links hinein gestellt haben). Mir geht zu der Angelegenheit folgendes durch den Kopf:

Ich habe viele Jahre interaktives Theater gespielt und beabsichtige ja auch, das in Zukunft wieder verstärkt zu tun. In unseren Vorstellungen an der Kölner Playback-Bühne haben wir seinerzeit IMMER bei der Plakatierung usw. deutlich darauf hingewiesen, dass es sich um interaktives Theater handelte. Die Leute wussten also, worauf sie sich einlassen, wenn sie in die Vorstellung kamen, bzw. haben durch die Vorankündigung "gewarnt", die Möglichkeit gehabt, sich in ein kleines hinteres Eckchen zurück zu ziehen, wenn sie lieber nicht involviert werden wollten. Außerdem - und das war ein großer und aufwendiger Schwerpunkt meiner diesbezüglichen Ausbildung: Wir sind sehr trainiert worden darin, bereits mit Beginn der Vorstellung permanent die Reaktionen möglichst vieler Menschen im Publikum genau wahrzunehmen und richtig zu deuten. Es gilt im Bereich des Stegreif-Schauspiels eigentlich als unerlässlich für einen professionellen Anspruch, nur Leute zu involvieren, deren latente Bereitschaft man dafür auch wahrnimmt. Klar, man kann daneben hauen - das passiert. Aber in der Regel gilt doch: Wer dieses Genre vernünftig beherrscht, involviert nicht Leute aus dem Publikum, von denen zu erwarten ist, dass sie anschliessend schreiend das Theater verlassen. Ich spreche da aus vielen Jahren Theatererfahrung: Es kann passieren, dass man bei der Auswahl eines Menschen aus dem Publikum daneben greift, nobody is perfect. Eigentlich aber sollte da jeder Profi, der sich an diese doch eher schwierige Kunst interaktiven Theaters wagt, soviel Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen besitzen, dass er nicht jemanden in das Stück involviert, der anschließend deshalb ohnmächtig zusammen bricht. Dann finde ich, sollte man besser als Schauspieler diese sehr spezielle Theaterform nicht spielen. Aus Sicht derjenigen, die auf der Bühne stehen und die Vorstellung spielen, kann ich sagen: Das lernt man bei dieser Theaterform - eine vernünftige Ausbildung voraus gesetzt - : Genau und überwiegend richtig wahrzunehmen, wer im Publikum wie drauf ist (kleine und von diesem Thema völlig unabhängige Randbemerkung: DIESE Fähigkeit ist dann anschliessend sehr hinderlich, wenn man Chansons singen will - was ganz anderes - und bei jedem Augenzucken eines Menschen im Publikum dessen persönliche Reaktion auf die Nummer abschätzt   ::) - kI-) Selbst wenn ein "Eklat" im Stück geplant war, ist das im interaktiven Theater immer ein GEPLANTE Aktion - womit wir wieder bei geschulter Wahrnehmung der Schauspieler auf der Bühne für dies Art von Theater wären.

Fazit für mich: Ich frage mich schon, was der Schauspieler sich denn dabei gedacht hat, ausgerechnet diesen Stadelmaier auszuwählen, und ob er sich überhaupt etwas gedacht hat. Er müsste ihn erkannt haben - Stadelmaier gilt als sehr bekannter Kritiker, der alles in Grund und Boden schreibt, als arroganter, höchst narzisstischer Mensch, dessen eigene Profilierung sein einziges Interesse ist. Das muss der Schauspieler eigentlich gewusst haben. Unabhängig davon und egal ob er das gewusst hat oder nicht: Er hätte dessen persönliche Energie, Reaktion und Ausstrahlung WAHRNEHMEN müssen während der Vorstellung als guter interaktiver Schauspieler. Da ist ihm eine eklatante Fehleinschätzung unterlaufen, was mich zu der Frage bringt, ob er oder wahrscheinlich der Regisseur sich vielleicht ein wenig verhoben hat mit der ganzen Aktion (was generell meine Erfahrung ist *ärger  :( : Interaktives Theater traut sich jeder Provinz - Schauspieler und jeder Dorf-Regisseur zu, egal ob er je dazu was gelernt und trainiert hat. Das ist aber oft eine völlige Selbstüberschätzung, vor allem Regisseure inbegriffen!!!) Der Regisseur hat für mich schon die Verantwortung dafür, darüber nachzudenken, ob seine Schauspieler die geforderte Leistung überhaupt bringen können, und das auch professionell abschätzen zu können. An dieser Stelle frage ich mich also: Wenn überhaupt Entlassung, wieso hat man denn nicht den Regisseur entlassen???

Was die Intendantin betrifft: Ich bin nahezu entsetzt über ihre Statements dazu und frage mich, ob sie das Stück überhaupt je gesehen hat während der Proben? In ihren Statements findet sich keinerlei Bezug auf das Stück, auf die Intention, auf gar nichts diesbezüglich. Entweder kümmert sie sich nicht um die Stücke an ihrem Theater, oder aber ihre Amtszeit läuft aus und demnächst steht eine Wiederwahl an (ich vermute Letzteres). Dann braucht sie die Politik, um ihren Job zu behalten - es erklärt sich damit ihre Reaktion.

Fazit für mich: Als Intendantin ist sie allerdings damit eine Totalkatastrophe!

Was den Kritiker bertifft: Der Stadelmaier schreibt unsäglich seit Jahren. ich weiß nicht, wie oft ich mich über den schon geärgert habe. Als ich so seine Statements zu der ganzen Angelegenheit auf mich habe wirken lassen, dachte ich spontan und ehrlich erstaunt: "Sieh mal an, der hat das ganze Stück tatsächlich nullkommanull begriffen." Ich glaube ernsthaft, der hat einfach gar nichts verstanden. Der hat nicht kapiert, was das für ein Stück ist, den interaktiven Ansatz nicht, nix eben. Vor DEM Hintergrund ist ein Mensch natürlich schwer beleidigt, wenn er beschimpft wird. Ich habe immer mal wieder in der Vergangenheit beim Lesen irgendwelcher Stadelmaier-Kritiken gedacht: "Na, das hört sich aber komisch an. Ob der das verstanden hat, um was es da wirklich ging?" Ich dachte dann immer, dass ich ja nicht da war und mir kein wirkliches Urteil erlauben kann.

Fazit für mich: Der Stadelmaier hat weniger Ahnung als es scheint. Vielleicht ist er sogar ein Volltrottel, der nirgendwo nix kapiert und sich nur bislang äußerst geschickt verkauft hat.

Was die CDU - Tante betrifft: Ich verstehe ernsthaft nicht, wieso die sich da eingemischt hat. Es wäre nicht zu einem solchen Eklat gekommen, wenn die sich nicht ganz offiziell da in allen Medien zu geäußert hätte. Es wäre normaler Theaterdonner geblieben, ein wenig Presse hier und da, und das wäre es gewesen.

Also Fazit: Was war denn deren Interesse (normalerweise interessieren sich Oberbürgermeister null für Kultur)? Eine mögliche Antwort auf die Frage fällt mir nicht ein.

Dann noch: Es ist auch nicht auszuschliessen, dass die ganze Geschichte mit dem interaktiven Theater eine NACHTRÄGLICHE Erfindung ist, um eine emotionale Entgleisung eines Menschen auf der Bühne zu rechtfertigen. Es gibt nicht genügend Informationen über die Hintergründe für mich, um erkennen zu können, ob diese Vermutung auch eine Option oder völlig abstrus ist.

Insgesamt denke ich: Viel Fehlreaktionen und viel Profilierungsbemühen und viel Eigeninteressen und viel Unprofessionalität auf allen Seiten. Aber DAS ist nach meiner Erfahrung an Theatern so etwas von super - normal... :-?

Autor: angel
« am: 22. Februar 2006, 17:37:46 »

Auslegungssage oder Auslegware?  [smiley=old_huh.gif]
Das liest sich hintergründig jetzt, wie das "Zünglein an der Waage" ... - doch kommt es vielleicht eher darauf an, ob es jemand vermag, scharfzüngig zu argumentieren? Da mir diese Eigenschaft nachgesagt wird, werde ich mich mal wieder darin üben:

Also: dieser Theaterkritiker hätte wissen müssen, daß dies ein Provo-Stück ist, in das das Publikum mit involviert ist und es außerdem beschimpft wird. Aber er konnte scheinbar aus seiner starren Rolle als THEATERKRITIKER nicht heraus und wollte keinesfalls die Rolle des schnöden und banalen (scheinbar kritiklosen) PUBLIKUMS annehmen.  

Als Kinder haben wir solche Persönlichkeiten "Spielverderber" genannt. Und exakt diese Rolle scheint der Herr zusätzlich zu der als "THEATERKRITIKER" gespielt zu haben.

Er hätte ja auch - als er gefragt wurde, was er da geschrieben hätte - antworten können: "Ich habe geschrieben, daß das Stück eine Beleidigung von Ionescos Anliegen ist und Sie ein schlechter - da eitler - Provokateur sind".  ::)

Tja, in einem solchen Stück könnten die Individuen des Publikums zu Darstellern werden, d.h. Rollentausch praktizieren. Da hat ein Kritiker (s)eine Chance verpaßt, seine Kritik in den Mittelpunkt des Stückes zu stellen und hätte zum Star des Abends und damit wirklich zu einem STARKRITIKER werden können...  8-)
Statt dessen blieb er sturer Blockhalter und hat seine Rolle - sowohl als Publikum, wie auch als Kritiker - vermasselt bzw. zeigte mit seinem Verhalten seine ihm innewohnende Blockwartmentalität auf.

Wenn ich der Schauspieler wäre, würde ich genAU DAS sagen und damit die Bemerkungen der mit Lawinky sympathisierenden Intendanten sowie Schlingensiefs Kritik der Theaterkritik toppen...  ;)
Doch diese Kritik ginge zu weit. Sie würde das bürgerliche Theater und die Trennung sowie Hierarchie zwischen den Darstellern auf der Bühne und dem Publikum/Auditorium im Saal in Frage stellen und damit alle Rollen aufheben.

Insofern wird es bei dem wutschnaubenden Hufgescharre in den Ställen des Medien- und Kulturbetriebes bleiben und die Gestelle und Stellungen weder angetastet noch angekratzt.
Die beleidigten und eitlen Zungen werden bald verstummen und das Skandälchen der bornieren Egomanen verläuft  (sich) - wie gewohnt - im Alltagstrab und -trott des betretenen Grundrechts bzw. landet im ihm zugewiesenen Regal auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten im Kleinkrämerladen namens "Meinungsfreiheit".


Autor: whoknows
« am: 22. Februar 2006, 14:51:44 »

Kommt drauf an, wie Du sie auslegst. ;D
Autor: Has Been
« am: 22. Februar 2006, 14:15:46 »

Quote (selected)
Hengstbissigkeit und Profilierungssucht.  :P
Wem gilt denn jetzt die Zunge? *aggressiv schnaubend mit den Hufen scharr* ::)
Autor: whoknows
« am: 22. Februar 2006, 13:22:48 »

Für mich steht und fällt die ganze Sache damit, ob es inszeniert war jemanden aus dem Publikum irgendwie anzugehen oder nicht. Also: die Rechtmässigkeit der Entlassung.
Ich habe als Theaterdirektor und Regisseur das Recht, mich auf meine Schauspieler verlassen zu können, im sinne von: sie steigen nicht plötzlich aufgrund irgendeiner Regung aus dem Stück aus.

Klar, ich gehöre auch zu den Mitmach-HASSERN, und setze mich daher lieber nach hinten, um nicht plötzlich zum mitsingen oder sonstwie -tun aufgefordert zu werden. Aber das war offenbar ein modernes Stück, und da muss man mit sowas eben rechnen, und wenn's denn passiert, irgendwie gute Miene machen oder sich ärgern und punkt.
Alles andere ist Hengstbissigkeit und Profilierungssucht.  :P


Und ich finde es bemerkenswert, dass es offenbar kein Statement vom Schauspieler gibt.....
Autor: Andrea
« am: 22. Februar 2006, 12:45:16 »

Ich hab bisher nur den artikel gelesen. Mir scheint, da haben einige Leute überreagiert. Wär interessant, was der Schauspieler selbst zu der Sache sagt. Jedenfalls finde ich es unangemessen, ihn wegen dieses Vorfalls zu kündigen. Hätte es jemanden aus dem Publikum getroffen, der KEIN Theaterkritiker wäre, hätte das nicht so eine Welle geschlagen.
Autor: Has Been
« am: 22. Februar 2006, 11:59:11 »

Quote (selected)
Wobei ich auch dankbar wäre, nicht auf diese Art von der Bühne angegangen zu werden, ohne dass deswegen mein Kunstverständnis damit kompromittiert wäre...
Das ist ja eine gerade bei Kritikern sehr beliebte Technik:

Man formuliere einen Anspruch, möglichst pauschal, um ihm die Akzeptanz der Allgemeingültigkeit zu verschaffen, und weise dann nach, dass dieser Anspruch im ganz speziellen Falle grob missachtet wurde.
So wird der subjektiv selbstgesetzte Standard des Autors zum scheinbar objektiven Maßstab des Lesers.

Im Übrigen bin ich durch meine eigenen Erlebnisse mit Vertretern jener Zunft durchaus befangen in der Sache, frei nach Wolfgang Neuss "zu sehr MENSCH, um Humanist zu sein".

Mir wäre eine unkontrollierte öffentliche Entgleisung des Schauspielers sogar fast NOCH sympathischer weil menschlich verständlich, wenn sie im vollen Bewusstsein der möglichen Konsequenzen eben NICHT unter dem schützenden Deckmantel der Kunst stattgefunden hätte.

Ob dem so ist, da widersprechen sich die Berichte und scheiden sich folglich die Geister...
Autor: Bastian
« am: 22. Februar 2006, 11:47:07 »

Quote (selected)
Mich ärgert immer, wenn wichtige Grundrechte inflationär herangezogen werden in Geschichten, die es nicht verdient haben
Daran erkennt man ja meist den "Schuldigen". Wem das fachliche Argument abhanden gekommen ist, der hängt sich eben gleich ans Grundrecht.

Ich hab ebenfalls den Eindruck, dass da mehreren Leuten "die fachlichen Argumente" ausgegangen sind:
"forderte Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) das Vertragsverhältnis mit Lawinky sofort zu beenden. Das Verhalten des Schauspielers sei ein Angriff auf die Pressefreiheit und unverzeihlich."
Na das ist doch drollig. Welches Süppchen hat denn die Frau Oberbürgermeisterin da zu kochen... ;D
Autor: mmeixner
« am: 22. Februar 2006, 10:56:12 »

Quote (selected)
Interessant an der Debatte fand ich die Argumentation, Kunst hätte sich gefälligst ausschließlich auf den ihr zugewiesenen Raum - in diesem Falle die Bühne - zu beschränken und dürfe keinesfalls "belästigend" auf den geschützten Bereich des Publikums übergreifen...

Wobei ich auch dankbar wäre, nicht auf diese Art von der Bühne angegangen zu werden, ohne dass deswegen mein Kunstverständnis damit kompromittiert wäre...
(weiss nicht, ob das ein klarer Satz ist jetzt, aber ich bin zu faul neu zu formulieren jetzt gerade :-)