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Autor Thema: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend  (Gelesen 11156 mal)

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Offline Maexl

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #50 am: 16. April 2005, 03:12:04 »
*heul*  ;D Ihr mögt mich nicht mehr....

werde wohl eine Petition einreichen müssen gegen die abwertende Benutzung meines Namens für feige nicht näher definierte Personen...

Offline Bastian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #51 am: 16. April 2005, 03:25:11 »
Danke, Dagmar!
Da hast du dir mit der Analyse richtig Mühe gegeben, und ich hab nebenbei ein wenig Hirnfutter mehr. Nr 5 braucht input... input... input...
Chapeau!

Ich sehe auch einen Zusammenhang zwischen dem Konsumverhalten von Frauen und der Unterstützung dieser Flachwichse. Eigentlich kann man den Bogen noch weiter schlagen: Von Tupperware, Homeshopping, Faltencrèmes, dudeldei- Musik, bis hin- ja, zur nächtlichen Fernsehwahrsagerei oder solchen Dingen. Irgendwie scheinen mir diese Phänomene thematisch zusammenzuhängen. In den meisten Fällen wird ein Produkt angeboten- verbunden mit einer vielleicht gutaussehenden Frau- und diese Produkte appellieren allesamt an "typisch weibliche" Gefühle: Die Sorge um Familie (Tupperware gegen Nahrungsmittelvergiftung, Wahrsagerei für die Beziehung oder die Zukunft des Sohnes, Faltencrèmes für die eigene Attraktivität und dudeldei- Musik, weil man ja auch irgendwann mal entspannen muss)

Und da werfe ich noch einmal sie Frage auf: Für wen werden diese Lieder geschrieben? Und für wen werden die Videos gedreht? Wenn sie einen von Männersicht geprägten Frauentyp perpetuieren... Ist das nicht verkehrt gedacht? Denn es sind größtenteils Frauen, die diese Musik kaufen, weil sie sich davon angezogen fühlen. Nicht die Männer. Wenn Frau Aguilera ihre Brüste schwingt, tut sie es

1. Für mich, in meiner Funktion als Mann?
2. Für ihre weiblichen Fans? Oder
3. Für sich?

zu 1. Welchen Sinn hätte es, dass sie ihre sek. Geschl.- Merkm. vor meinen Augen schüttelt, wo ich doch nachweislich gar nicht zur Zielgruppe gehöre? Soll ich als Mann animiert werden, wider Erwarten ihr Produkt zu kaufen? Und schüttelt sie die Dinger dann marketingtechnisch nicht sogar ins Leere?

zu 2. Wenn sie es für ihre weiblichen Fans tut, ist es ja nicht der Sexappeal, der die Mädels überzeugt (zumindest nicht vordergründig). Wenn sie ihre Merkmale vor deren Augen herumschleudert, ist's auch wieder nix mit sexueller Anbiederei. Denn, wie schon Elvis sagte: "50 Million Aguilera Fans can't be lesbian"... Ist es in diesem Fall wirklich sinnvoll zu sagen: "Da wird ein, von Männern geschaffenes, Frauenbild aufgedrückt"? Das klingt schon sehr nach freiwilliger Selbstentmündigung. (Wie gesagt, ich glaube ja nicht, dass es so ist. Ich denke da laufen andere Mechanismen ab, die ich sogar in Teilen für positiv halte. Aber ich will mich mal der Argumentation stellen) Wenn es also so sei, dass Louisan... usw allesamt Männerphantasien seien, dann verstehe ich nicht, wieso beinahe ausschließlich Frauen diese Phantasien träumen. Das krieg ich nicht zusammen.

zu 3. Wenn sie es für sich tut, ist es schön und gut. Wenn ich ihr dabei zuschauen kann, störts mich auch nicht unbedingt  ::). Aber dann ist es gesellschaftlich nahezu irrelevant.

Also ich denke, dass es ein Zusammenspiel tradierter Rollen ist, aber auch, in einem vielleicht ebenso großen Maße, ein intrafeminines Problem. (Kann man das so schreiben, semantisch, und als Mann? :)) Ich meine, es ist ja auch nicht verwunderlich, dass sich Millionen, Millarden von Menschen nicht in jeder Einzelheit einig sind. Für die eine ist die bärtige Kämpferin die emanzipierte Frau, für die andere ist die sexy Draufgängerin die emanziperte Frau. Die dritte ist vielleicht froh, wenn sie zwischen all den Punkrockriffs mal eine zarte, weibliche Stimme hört. Und für diese letztere ist die Annett Louisan vielleicht "mal wieder eine echte Frau". Und dann kämpfen sie allesamt untereinander...

Völlig unabhängig davon:
Ich hab mir übrigens gestern in einer Bar mal "Can't get you out of my head" von Kylie noch einmal genau angehört. Das Stück finde ich kompositorisch genial! Nein, ich spreche nicht von ihrem Kleid und dem doppelseitigen Klebeband, das sie da braucht, sondern wirklich von der Musik! Erst einmal höre ich in der Strophe keinen Grundton. Dann dieser Ton auf dem Offbeat, das ist eine gesampelte Hammond oder so, dann ein Rodes Piano oder ein Wurlitzer mit den Akkorden. Und Wortspiel: "forever and ever, and ever, and ever (endeavour?)" Und natürlich: Ich krieg dich nicht aus meinem Kopf... Das spricht für sich. Ein geniales Lied. Ja, eine Frau, die um einen Kerl balzt, aber ein geniales Lied.
« Letzte Änderung: 16. April 2005, 03:41:50 von Bastian »

Offline Bassmeister

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #52 am: 16. April 2005, 07:23:26 »
Im Film sind die Männer eigentlich nicht wirklich besser dran:

[size=9]Nicht alles, was zwei Backen hat, ist ein Gesicht...[/size]

Offline Sandra

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #53 am: 16. April 2005, 09:05:48 »
Also, Andrea: Schon Sinatra hatte Liedschreiber, das ist nicht neu. (Bei Abba schreibt einer der Band, übrigens)

Dann: Basti, es ist ganz einfach: kurzfristig funktioniert das Weibchenschema - das hat Dagmar ja schon angesprochen. Und weil Strategien, bei denen man als Kind merkt, die funktionieren bei Pappa, das ganze Leben lang beibehalten werden (vor allem bei wenig reflektierenden Menschen) funktioniert das Kindchenschema, das Tittenschema etc bei Frauen: Die möchten das perfekt  umgesetzt sehen, bei dem sie schon als Kind gemerkt haben: das funktioniert bei Pappa.
Denn Frauen wollen genetisch die Männer halten können, als Versorger und Beschützer. Und bei den Meisten Männern funktioniert  das Tittenwackeln von der Aquilera sehr gut, die sind nämlich hormongesteuert und optisch gesteuert.
Die kaufen nicht ihre Musik, weil Männer an und für sich nicht die grossen Kaufschichten sind, sondern Frauen - aber sie hängen sich ihr Poster in den Spind.
Und Frauen kaufen das, von dem sie denken, es kommt bei Männern an. Sie schauen Soaps, von denen sie denken: so möchte ich auch leben, und sie kaufen Covergirls, von denen sie denken: so möchte ich auch sein. Und sie möchten so sein, weil es vordergründig funktioniert, weil ihnen von klein auf gezeigt wird: Das ist erstrebenswert.

Das sind Mechanismen des Unbewussten.

Übrigens hab ich kürzlich - ich glaub im Spiegel - gelesen, dass man herausgefunden hat, dass Affen sich gerne Bilder von Prominenten Affen anschauen - lieber, als nach der Banane zu greifen. Sie schauen sich an, was sie gerne wären. Weil sie glauben, erfolgreich heisst auch zufrieden und innerlich "rund".

Nena sieht man an, dass sie kapriziös und selbstherrlich ist. Das sieht man ihrem Gesicht an, finde ich. Aber ich denke auch, wenn man so umschwärmt ist wie sie, dann kriegt man automatisch Abwehmechanismen, und lässt nicht so leicht jemand an sich ran. Man kennt auch so viele Leute, dass nicht jeder interessant ist von vornherein, man hat die emotionelle Zeit nicht - insofern kann ich ihr Verhalten bei Dir gut verstehen, Andrea. Man muss abblocken, sonst wird man überschwemmt. Dass man dann manchmal bei den falschen Menschen abblockt...tja.

Ebenso sieht man der Aquilera an, dass sie ein sehr schlicht denkendes Mädel ist. Die verdient Geld, und macht, was ihre Produzenten sagen. Die rennt genauso simpel den Mechanismen des Marktes nach.
Der Markt verkauft nach simplen Strategien. Heute noch genauso wie bei Neanderthals.
(Nicht umsonst gibt es den schönen Spruch: Mädels, seid lieber schön als klug, Männer können besser gucken als denken - die meisten Männer funktionieren anders als unser geliebter Basti sehr wohl nach optischen Massstäben. Titten gucken, nachlaufen, Hirn ausschalten.)

Und ich glaube schon, dass es in den 80ern etwas anders war - nicht besser, für die Frauen, weil sie als männermordend verkauft wurden. Das hat ihnen keine Vorteile gebracht - kurzfristig. Sie haben deswegen nicht mehr mitgenascht am Kuchen. Längerfristig hat es aber schon dazu geführt, dass es jetzt ein bissel mehr gerade junge Männer gibt, die nicht mehr so das ich-Tarzan-Du-Jane-Ding spielen, und zum Beispiel nicht sofort eine andere Stimmfärbung bekommen, wenn sie mit Frauen sprechen.
Das ist tatsächlich  häufiger, als Mann das mitkriegt: Männer reden, gehen, denken, handeln anders, wenn sie mit Frauen umgehen, als bei anderen Männern. Und DAS ist meiner Meinung nach das grundlegende Problem. Klar, viele Frauen tun das Gleiche - aber das hat nciht so viel Auswirkungen auf die Gesellschaft. Denn wenn Frauen mal (nach unsäglich mehr Arbeit als bei Männern) in Führungspositionen gelandet sind, agieren sie genauso wie Männer, meistens: weil sie sich das Verhalten ihrer Mitkonkurrenten abgucken.

Aber diese Zeit, als "starke Frauen" propagiert wurden, hat auch dazu geführt, dass es jetzt plötzlich jede Menge "Männer wohin?"-Bücher gibt, dass Männer wieder versuchen, zurückzufinden zu ihrer Dominanz, und dass Frauen wieder verstärkt als hilflos dargestellt werden.

Dafür naschen sie jetzt eher mit, rein finanziell.
Und kriegen wieder weniger eigene Verantwortung.


Offline Bastian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #54 am: 16. April 2005, 11:30:25 »
Quote (selected)
Übrigens hab ich kürzlich - ich glaub im Spiegel - gelesen, dass man herausgefunden hat, dass Affen sich gerne Bilder von Prominenten Affen anschauen - lieber, als nach der Banane zu greifen.
Steht auch so ähnlich im "Magnaten und Primaten" vom Richard Conniff.

Ja, Männer werden durch Erfolg attraktiv, Frauen durch Unterwürfigkeit. Also bei den Affen, meine ich. Und wer die Banane hat, hat die Macht. Niemand hindert uns daran es anders zu machen. Mir fällt heute nix Geistreiches ein. Bis morgen.

Offline Dorian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #55 am: 16. April 2005, 12:14:19 »
Quote (selected)
aus dem letzten stern.... 3 1/2 seiten schon fast fanatistische worte

"Wenn du miz zwanzig deinen Hintern entdeckst
Und ihn fortan in jede Kamera streckst
dann passt dein tolles neues Selbstgefühl
perfekt in jedes Marketingkalkül"
(Helden) ^^


Hab heute gelesen das dieser Text sich speziell auf die hier bereits erwähnte Jeanette Biedermann beziehen soll.

Offline Maexl

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #56 am: 16. April 2005, 12:57:43 »
;D

gut zu wissen.
da sie im momment nicht so in den medien ist... (sie macht immer eine Herbstoffensive) dachte ich erstmal spontan an frl. catterfeld... (man glaubt es nicht, selbst von ihren billigsten covern suchen leute noten, die sich nicht belehren lassen wollen, dass es das gleiche lied mit besserem text schon in den 70ern gab)

Offline Andrea

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #57 am: 16. April 2005, 22:43:29 »
Zitat:
Also, Andrea: Schon Sinatra hatte Liedschreiber, das ist nicht neu.
Schon klar. Es gab immer Songwriter. All die Schlager-Herrschaften haben selten eigene Songs geschrieben. Was ich aber in dem Zusammenhang sagen wollte, ist, dass der Unterschied darin besteht, dass früher nicht so viel gecastet und geformt wurde wie jetzt und dass früher die eigenständig entstandene Musik mehr "Aufstiegschancen" hatte als das mittlerweilen der Fall ist.
Zum Licht gehört der Schatten, zum Tag die Nacht. Das musst du dir so oft sagen, bis du es weißt und für selbstverständlich hältst. Dann kannst du nicht enttäuscht darüber sein. Denn leben heißt: Das

Offline Andrea

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #58 am: 16. April 2005, 22:45:12 »
Zitat:
zu 1. Welchen Sinn hätte es, dass sie ihre sek. Geschl.- Merkm. vor meinen Augen schüttelt, wo ich doch nachweislich gar nicht zur Zielgruppe gehöre?
Wenn du der einzige Mann auf der Welt wärst, hätte es keinen Sinn. ;D
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Offline Andrea

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #59 am: 16. April 2005, 22:51:57 »
Zitat:
Nena sieht man an, dass sie kapriziös und selbstherrlich ist. Das sieht man ihrem Gesicht an, finde ich. Aber ich denke auch, wenn man so umschwärmt ist
wie sie, dann kriegt man automatisch Abwehmechanismen, und lässt nicht so leicht jemand an sich ran. Man kennt auch so viele Leute, dass nicht jeder interessant
ist von vornherein, man hat die emotionelle Zeit nicht - insofern kann ich ihr Verhalten bei Dir gut verstehen, Andrea. Man muss abblocken, sonst wird
man überschwemmt. Dass man dann manchmal bei den falschen Menschen abblockt...tja.

Ich kann ein solches Verhalten bei Fans verstehen, aber nicht bei Leuten, die mit einem am Abend auf der Bühne gestanden sind. Ich wollte nur höflich sein und "Guten Tag!" sagen, vonwegen: Wir kennen einander von... Sie erkannte mich auch. Sie wusste, woher. Sie wusste halt meinen Namen nicht, was ich nicht schlimm finde. Aber diesen blöden Satz - da konnte ich nur den Kopf schütteln und mir denken: Die hat sie nicht alle. - Sorry!
Ich hab schon andere Leute, die bekannt geworden sind, kennengelernt, und die haben nicht so bescheuert reagiert - auch auf Fans nicht. - Sandra, das ist echt Quatsch, dass man sowas verstehen können muss.
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Offline Dagmar

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #60 am: 17. April 2005, 01:02:47 »
Quote (selected)
Und Frauen kaufen das, von dem sie denken, es kommt bei Männern an. Sie schauen Soaps, von denen sie denken: so möchte ich auch leben, und sie kaufen Covergirls, von denen sie denken: so möchte ich auch sein. Und sie möchten so sein, weil es vordergründig funktioniert, weil ihnen von klein auf gezeigt wird: Das ist erstrebenswert.


Exakt! Basti: Frauen kaufen das nicht mehrheitlich, weil sie angeturnt von schwingenden Titten sind. Das ist ja albern. Frauen kaufen Produkte von anderen Frauen, die sie als erfolgreich erleben. Weil sie selber erfolgreich sein wollen, toll sein wollen. Das kannst Du bei jedem größeren Konzert von irgendwem erleben: Haufenweise Fans, die sich so anziehen und sich so geben wie der bewunderte Star. Das funktioniert nach dem uralten Mechanismus des Modell-Lernens nach Bandura: Wenn ich auch so bin wie dieunddie, bin ich auch ganz toll und erfolgreich und umschwärmt.

Und da schließt sich dann der Kreis!
« Letzte Änderung: 17. April 2005, 01:05:09 von Dagmar »
Je fester dir einer die Wahrheit verspricht, in Programmen und Predigten, glaube ihm nicht. Und geh' zu den Gauklern, den Clowns und den Narr'n: Dort wirst du zwar nix, doch das in Wahrheit erfahr'n.

Offline Andrea

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #61 am: 17. April 2005, 01:48:55 »
Deshalb werden ja auch so viele Mädels magersüchtig. Sie fühlen sich ungeliebt, wenn sie nicht so aussehen wie ihre Vorbilder, und  sie nehmen irgendwann ihr Selbstbild anders wahr als es ist. Das funktioniert übrigens auch bei Frauen, die blind sind, von denen man annehmen sollte, dass sie sich fühlend wahrnehmen.
Vorhin lief auf ARTE eine - für mich - sehr anschauliche Dokumentation über eine Schweizerin, die in Köln lebte und jetzt wieder in Zürich ist. Sie hatte einen Unfall, und ihr Gesicht musste wiederhergestellt werden. Sie hat alle Höhen und Tiefen durchlebt und so gut beschrieben, dass mir, die ich blind bin, klar geworden ist, was es ausmacht, wenn man eine Zeitlang entstellt ist, Schmerzen erleidet, viele Operationen hat, ehe man wieder (äußerlich) annähernd die Person wird, die man war. Und seelisch hinterlässt so ein Schicksalsschlag natürlich viel mehr Spuren als man anfangs für möglich hält. Die Frau ist irre stark, finde ich. Ich hab mir zwischendurch gedacht: Wär schon nicht schlecht, wenn ich mal mein Gesicht im Spiegel sehen könnte. Ich kann mich ganz gut auf andere verlassen (mich schminken lassen, mir Tipps zu Klamotten geben lassen), aber ich wüsste gern, welchen Geschmack ich hätte, wenn ich sehen könnte, und ob mir mein Gesicht gefallen würde. Früher hab ich mir über sowas nie Gedanken gemacht. Ich bin davon ausgegangen, dass mein Gesicht schon passt (sonst hätt's mir schon jemand gesagt, wenn's nicht so wär, hab ich gedacht). Aber wer würde jemand anderem schon sagen: "Dein Gesicht ist nicht schön."
Naja, und wenn ich mir schon solche Gedanken mache, wie ergeht es dann den Frauen, die sich selber immer im Spiegel sehen, die Vergleichsmöglichkeiten haben und denken: "Wau, die sieht schön aus. Ich würde auch gern so aussehen wie... Und in Wirklichkeit sehe ich schrecklich aus.", obwohl sie vielleicht gar nicht schrecklich aussehen, sondern das "nur" selbst empfinden.
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Offline Dagmar

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #62 am: 17. April 2005, 02:14:41 »
Genau! DAS ist der Punkt!
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