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Autor Thema: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend  (Gelesen 11163 mal)

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Offline Sandra

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Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« am: 11. April 2005, 09:55:27 »
Mir fällt auf, dass sich im Moment die Frauenbilder in Popmusik (aber auch im Film) immer mehr in eine Richtung entwickeln, die mir Sorgen macht.

Annette Louisan, Wir sind Helden, die Francoise Cactus - und im Film der Hype der jetzt um die Wokalek getrieben wird - das ist so der "ich bin vielleicht eine Frau, aber ich bin ja doch noch kindlich und schutzbedürftig"-Typ. Ganz im Gegensatz zu den 80ern, mit starken Frauentypen wie Grace Jones, Tina Turner und so.

Sogar die Männer vermitteln entweder Wurschtigkeit oder so sanftäugige Gläubigkeit wie der Naidoo.

Das zeigt mir, das heutzutage das Auflehnerische gegen die Strömungen der Zeit, gegen die herrschende Moral nicht ankommt, nicht gefragt ist als Vorbild, sondern eher ein "sich ergeben" in die schweren Zeiten, "wir haben Naturkatastrophen ohne Ende und Wirtschaftskrise und Krieg, und wir armen Kleinen sind mittendrin und flüchten uns in Kindlichkeit oder Romantische Fantasien"
Noch in den frühen 90ern war das nicht gefragt - da war zwar auch so eine Zeit des Backlash von all den emanzipations-gelüsten mit der girlie-mode und dem harten hiphop-Filmhelden-Getue, aber es gab auch hin und wieder harte Heldinnen wie Uma Thurman, und es wurde dafür in der Webung stark die weibliche Managerin gezeigt  - aber jetzt sind Männlein wie Weiblein in  Popkultur  und Werbung nur noch Spielball der bösen bösen Welt.

Wie kommt man da raus - und vor allem: wieso ist ein selbstbestimmtes Bild vom Menschen heute nur noch so zu erzielen, dass der Mensch Wurschtigkeit vorausschickt?
Entweder man klinkt sich aus, oder man wird beherrscht - ist das wirklich das Bild, das die Gesellschaft gerade in Zeiten wie diesen propagieren sollte?



« Letzte Änderung: 11. April 2005, 09:57:42 von sandra »

Offline Bassmeister

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #1 am: 11. April 2005, 11:11:47 »
Also mir gefallen Frauen wie diese hier

aus dem Film Bound sehr gut. Der ist von 1996. Und sehr zu empfehlen. Beide sind starke Typen, jede auf ihre - völlig verschiedene - Art und ohne "wurschtig" zu sein.
Ist vielleicht kein Mainstream, aber da es das Andere ja auch gibt, können Leute, denen das nicht paßt, nur immer wieder sich gegenseitig und auch nach außen darauf aufmerksam machen.
[size=9]Nicht alles, was zwei Backen hat, ist ein Gesicht...[/size]

Offline Bastian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #2 am: 11. April 2005, 12:23:48 »
Schon interessant, wie die selben Acts so unterschiedlich aufgenommen werden. "Ich will doch nur spielen" von der Louisan empfinde ich als ein offensichtlich gespielt- naives Lied, das sehe ich wohl ähnlich wie Sandra. Nur fällt mir da auch eine Form von weiblichem Machismus auf: "Ich bin so waahnsinnig verführerisch, und du verbrennst dich an mir... dabei will ich doch nur spielen." Also dieselbe Wegwerfnummer, die man Männern so gerne vorwirft, nur eben aus der weiblichen Position. Eben femininer Machismus, dazu muss man nicht mit den Muskeln spielen, oder im Herrensakko herumhüpfen.

Die von Wir sind Helden, die Anopheles Archimedes, oder wie sie heißt, ist- wie die ganze Band- ein verspieltes Ding. Die Musik auch, aber ich sehe nicht, dass sie Schutzbedürftigkeit signalisieren. Eher Selbständigkeit in dem was sie tun und Spaß daran. Dass sie nicht als die großen Weltveränderer oder Rebellen auftreten, ist m.E. nichts besonders Neues. (Obwohl "wir müssen nur woll'n..." tatsächlich rebellisch ist, auch wenn es kaum einer versteht.) Es ist (leider) auch nix Neues, dass die veröffentlichten Frauen in Musik und Film großenteils Verfügbarkeit signalisieren. Auf allen Sendern wird gebalzt, jeder in seiner Rolle, und das schon immer: Die Männer geben die Kings vom Block, die Mädels entweder die Jenny's vom Block oder die Diva.

Was ist mit Sabrina, Samantha Fox, Kylie Minogue, Bananenaroma, und wie sie alle hießen? Waren das die "starken" Frauen? Oder Chris de Burgh, Milli Vanilli, Terence Trent d'Arby, usw die starken Männer?

Wenn ich, sagen wir, Avril Lavigne und Christina Aguilera neben Tiffany und Kylie halte, dann könnte ich auch den umgekehrten Schluss ziehen. Oder Marylin Manson neben Chris de Burgh... Dass allerdings seit einigen Jahren auf allen Kanälen gewimmert wird, und wir dieses Gewinsel für Soul halten sollen, DAS ist wirklich katastrophal. Drei major 7- Akkorde und ein Bisschen huuuhuuaah drüber- und fertig ist der Catterfeld- Naidoo- Song. Unabhängig vom Geschlecht. Da lob ich mir doch den Stevie, der- wenn man genau hinschaut-  beinahe bei jedem Lied rebelliert, aber ohne Knarre, Block oder Machogetue auskommt.
« Letzte Änderung: 11. April 2005, 12:29:04 von Bastian »

Offline Dorian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #3 am: 11. April 2005, 13:01:58 »
Quote (selected)
Mir fällt auf, dass sich im Moment die Frauenbilder in Popmusik (aber auch im Film) immer mehr in eine Richtung entwickeln, die mir Sorgen macht.
Annette Louisan,  ...

Jau. Habe ich vor ein paar Tagen zum ersten mal gesehen. Dieses kokettieren mit dem Lolita-Image stiess mir auch sehr sauer auf.

Was "Wir sind Helden" anbelangt, würde ich allerdings widersprechen. (siehe nächster Beitrag)

« Letzte Änderung: 11. April 2005, 13:14:37 von Dorian »

Offline Dorian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #4 am: 11. April 2005, 13:11:25 »
Quote (selected)
Die von Wir sind Helden, die Anopheles Archimedes, oder wie sie heißt, ist- wie die ganze Band- ein verspieltes Ding. Die Musik auch, aber ich sehe nicht, dass sie Schutzbedürftigkeit signalisieren. Eher Selbständigkeit in dem was sie tun und Spaß daran.


Die "Helden" habe ich vorige Woche live gesehen. Die gaben einen Geheimgig in Essen unter dem unauffälligen Namen "Wo sind Helmet".  
Ich hatte auch Vorbehalte gegen diese Band, aber für 'nen Zehner, dachte ich mir, kann ich mir die ruhig mal anschauen, und ich bereue es nicht.
Judth ist wirklich eine klasse Frau,  sehr selbstbewusst und präsent auf der Bühne. und macht gar nicht auf Naivchen. Ihre Texte gefallen mir auch.
Ich find's auch mal gut, das es noch Bands gibt, die es ohne Casting aus eigener Kraft nach oben schaffen.
« Letzte Änderung: 11. April 2005, 20:53:49 von Dorian »

Offline Sandra

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #5 am: 11. April 2005, 13:47:07 »
Ich weiss nicht. Klar, die Texte von den "Helden" sind so husch-husch-Gesellschaftskritik - aber trotzdem machen sie doch einen auf jung und naseweis. Die Minogue mit ihren 80cm körperhöhe ist auch nciht gerade das, was ich als beängstigend für Männer bezeichnen würde. Da waren die Jones oder die Turner schon andere kaliber - klar, Sex sells  und alleallealle machen auf Sexy - aber ich kenne im Moment keine Frau im in der Mainstream-Popkultur bei der ich denke, das Männer Angst vor ihr haben könnten.
Dieses "ich nehm mir was ich will, und alle anderen kusch!" ist weg. Auch das "ich will doch nur spielen" ist gaaanz lieb, sie rutscht da irgendwie rein, und DER verfolgt sie halt, wird mir suggeriert.
Was ich meine, ist: weder die Männer noch die Frauen signalisieren WIRKLICH : "Ich weiss was ich will und das nehm ich mir egal was es kostet" oder auch nur "ich erkenne, was Sache ist". Eher so "hurra, spass haben & alles geht mir am Arsch vorbei"  sie klinken sich aus aus der gesellschaftlichen Debatte, in Wahrheit, auch wenn sie Dinge kritisieren ist es immer in der Form: Mir wurscht.
Versteht mich recht: ich mag Wir sind Helden ganz gerne - die neue CD nicht so rasend, aber okay - aber trotzdem stehen sie auch für eine richtung - kein Wunder, dass sie es geschafft haben, weil sie eben diesen zeitgeist gut repräsentieren.
Und dieser Zeitgeist besorgt mich eben zunehmend.

Offline Bastian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #6 am: 11. April 2005, 14:11:38 »
Quote (selected)
aber ich kenne im Moment keine Frau im in der Mainstream-Popkultur bei der ich denke, das Männer Angst vor ihr haben könnten.

Vor welchem Mann hattest du denn in den achtzigern Angst? Etwa Don Johnson?  ;) :-*

Kanns nicht sein, dass das ein echtes Dilemma ist? Ich versuchs mal ins Unreine zu tippen: Die Frauen von heute sind entweder totaal unabhängige Leck- mich- am- Arsch- Girlies mit enormem Brustbewusstsein, oder sie kopieren die überheblichen Manierismen der Machos, gegen die sie selbst sind... So hab ich früher zum Beispiel auch Grace Jones empfunden- muskuliert, aggressiv, offensiv- irgendwie völlig maskulinisiert. Zumindest in der Darstellung, wie sie privat ist, kann ich ja nicht beurteilen.

Und wenn heutige Frauen vielleicht nicht mehr den Kampf kämpfen, weil sie die erkämpften Freiheiten quasi "ohne Waffen" nutzen, und z.B. ein plumpes Liedchen wie "gekommen um zu bleiben" singen wollen, dann- schwupp- sind sie in den Augen vieler Leute wieder ein seichtes, leichtes Mädchen. Leider gerade in den Augen ihrer Mitfrauen!
Stimmtsoderhabichrecht?
« Letzte Änderung: 11. April 2005, 16:13:31 von Bastian »

Offline Sandra

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #7 am: 11. April 2005, 16:22:24 »
Quote (selected)
Vor welchem Mann hattest du denn in den achtzigern Angst?


Das kann man nicht vergleichen. Die Angst der Männer vor den Frauen ist eine andere - und hat eine wesentlich erotischere (und damit verkaufbare) Konnotation als andersrum.

Grace Jones hat allerdings nicht männliche Spiele gespielt, sondern sehr offensiv ihre Weiblichkeit eingesetzt.
Klar, diese Managerin-Schiene, die ebenfalls vor der Jahrhundertwende von der Werbebranche gespielt wurde, hat sehr klar Frauen diverse männliche Eigenschaften zugeordnet und vorgegeben, das sei Emanzipation.
(Und sehr oft war diese Art auch die Einzige, sich freizuspielen und im Beruf voranzukommen - ist es bis heute.)
Allerdings kannst du nicht mit gutem Gewissen behaupten, in der Emanzipation habe es zwischen den 80ern und heute einen Fortschritt gegeben, weil Frauen diese männliche Seite in sich heute wieder mehr weglassen.
Im Gegenteil, es hat einen ziemlcihen Rückschritt gegeben - zumindest in Österreich ist der deutlich zu belegen, an Arbeitnehmerinnen-Zahlen, erstarken der politischen Rechten, der konservativen Werte etc

Die Girlies und Aquileras unserer Zeit punkten sehr wohl wieder mit "Schwäche" mit  "Sex ohne Verantwortung" mit "Unterlegenheit".
Mit Hirn und starker Persönlichkeit ohne Sex kannst du so grossartige Lieder singen wie du willst, es geht in der Industrie nix weiter - siehe das Alter der Beteiligten. Auch nicht mit Sex&aggressivität, offenbar. Nämlich: als Frau.

Ich sage ja auch nicht, dass es keine Ausnahmen gibt - aber die grossen pop-Erfolge legen schon sehr nahe, dass  ein Bild "starke, eigenständige Frau" nicht mehr punktet.
Übrigens, wie ich oben sagte - auch das Klischee "starker, eigenständiger Mann" ist am Untergehen: Naidoo, Fanta 4, die diversen Stars im TV-Himmel sind alle eher weiche, oft hyperreligiöse in jedem Fall aber nicht unorthodox selbstbestimmte Typen. Als Bild, wohlgemerkt.
Obwohl es da auch die HipHop Ästhetik gibt, da ist Härte schon ein gewolltes Attribut - allerdings nicht gesellschaftspolitisch sondern eher gerade im Gegenteil: Am Arsch vorbei, nur in der Selbstbeschau lebend - und gerade hier zeigt sich überdies, was das "idealbild" der Frau wieder wird: Auswechselbare Tussi, die sich dem Mann an den Hals schmeisst.
Also wieder nix mit Emanzipation und Ernst genommen werden.

Rebellion, die noch in den 80ern ein Merkmal war, das die Popindustrie gefördert hat (und also einen Markt dafür erhoffte, baute, förderte, sah) ist heute eher einer Form desinteressierter Kritik gewichen.
Ich spreche vom Bild-Typus in der Pop-kultur, in TV&Film & Mainstream. Ich spreche von dem, was ich im Moment als "idealtypus" des zeitgeist empfinde.

Rebellion in jeder Form ist out. Sei es dass man emanzipatorische Schritte setzt, sei es, dass man sich offensiv gegen herrschende Zustände richtet, sei es auch nur dass man aktiv eine neue Mode anreisst - was immer offensiv auffällt  (eben zB Marilyn Manson) ist nicht gefragt.
« Letzte Änderung: 11. April 2005, 16:34:41 von sandra »

Offline Dagmar

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #8 am: 11. April 2005, 20:39:48 »
Mir fallen in Sachen Pop und Mainstram schon spontan Frauen ein, die überhaupt nicht Lolita-mäßig und "huch-bin-ich-süß" sind:

Diese russische Sängerin Swetlana, die letztes Jahr den europäischen Songcontest gewonnen hat, Gracia, die dieses Jahr den deutschen Songcontest gewonnen hat und die Frontfrau von Silbermond, Stefanie heißt die, glaube ich.
Je fester dir einer die Wahrheit verspricht, in Programmen und Predigten, glaube ihm nicht. Und geh' zu den Gauklern, den Clowns und den Narr'n: Dort wirst du zwar nix, doch das in Wahrheit erfahr'n.

Offline Maexl

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #9 am: 11. April 2005, 20:50:09 »
aus dem letzten stern.... 3 1/2 seiten schon fast fanatistische worte

"Wenn du miz zwanzig deinen Hintern entdeckst
Und ihn fortan in jede Kamera streckst
dann passt dein tolles neues Selbstgefühl
perfekt in jedes Marketingkalkül"
(Helden) ^^
« Letzte Änderung: 11. April 2005, 20:50:32 von Maexl »

Offline Sandra

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #10 am: 11. April 2005, 23:25:18 »
Quote (selected)
Gracia, die dieses Jahr den deutschen Songcontest gewonnen hat


Ist das nicht die, die nur gewonnen hat, weil ihr Produzent heimlich ihre Platten aufkaufen hat lassen?
;D ;D

Öh, tut mir Leid, aber gerade Silbermond ist Marketing pur und null Frauenpower.
« Letzte Änderung: 11. April 2005, 23:26:14 von sandra »

Offline Andrea

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #11 am: 12. April 2005, 01:40:33 »
Judith von den "Helden" hab ich mal in "Zimmer frei" gesehen. Da wirkte sie sehr selbstbewusst und überhaupt nicht tussinant auf mich. Aber die Stimmen z.B. von ihr, der Sängerin von "Juli", der Sängerin von "Silbermond" sind zumindestens auf den CDs sehr im Hintergrund abgemischt und auch sehr dünn. Das hätte man in den 80ern nicht durchgehen lassen. Auch noch nicht in den 90ern. Damals hatten die Sängerinnen kraftvolle Stimmen - sie waren eben Rockröhren. - Optisch kann ich nicht beurteilen, was da abläuft. Aber wenn die alle so aussehen wie sie klingen (Gracia klingt dagegen sogar kraftvoll, zumindestens war das zu Superstar-Zeiten so, das neue Lied hab ich noch nicht gehört).
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Offline Katinka Koschka

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #12 am: 12. April 2005, 12:33:09 »
Mir ist die ach-so-sexsistische Anette Louisan eigentlich sehr sympathisch. Endlich mal eine Stimme, die nicht klingt als ob sie gerade Zahnschmerzen hat.
Ich kenne zwar nur drei Lieder von ihr, aber mir gefällt ihre zarte feminine Stimme und äußerlich finde ich sie auch irgendwie niedlich. Nicht so ordinär wie die Aguilera oder so Barby-haft wie Kylie und co.
Was soll sie auch tun mit 1.53m und einem kullerrunden Kindergesicht? Sich orthopädisch strecken lassen und sich 'nen Igel schneiden??  ;)
Und was Wir sind Helden betrifft, die ist doch eigentlich viel zu legér angezogen um als Tusschen dazustehen. Und hinter der zarten Stimme steckt doch einiger Trotz, den ich z.B. bei der *pardon* Heulsuse von Silbermond SEHR vermisse, die klingt auch nur wie künstlich depressiv ::)

Viel bedenklicher als das weich feminine "männeranbiedernde" finde ich diese neue Weinerlichkeit, die ja oben auch schon erwähnt sehr treffend erwähnt wurde:

Quote (selected)
Dass allerdings seit einigen Jahren auf allen Kanälen gewimmert wird, und wir dieses Gewinsel für Soul halten sollen, DAS ist wirklich katastrophal. Drei major 7- Akkorde und ein Bisschen huuuhuuaah drüber- und fertig ist der Catterfeld- Naidoo- Song. Unabhängig vom Geschlecht.


Janz grünau! ;D
Gestalten wie R. Kelly und Whitney Juuhuuuhuhouston haben es ihnen vorgewinselt und nun wird nachgejault.
WENN ich musikalisches "Heulen" hören möchte, bevorzuge ich doch eher Supertramp mit ihrer seltsam bittersüß fröhlichen Melancholie oder den guten alten Peter Gabriel, der schon durch seine leicht angeschlagen klingende Stimme viel mehr Seele hat als diese ganzen auf Hochglanz polierten Popsänger(innen)

Und ich bin ganz froh, daß ich nie Naidoos Coverversion von "Don't give up" zu hören gekricht hab, denn Naidoo ist und bleibt ein Hochglanz-Bravling und keine aus der entsprechenden Szene von Naido kommende deutsche Sängerin hat soviel Magie in der Stimme wie Kate Bush ::)
Übrigens...irgendwie erinnert mich Anette Louisan ein klein wenig an Kate...winzig, sehr attraktiv, aber keine 0-8-15 Musik...Kate ist natürlich noch radikaler, wenn ich an ihr ziemlich wildes und schräges Werk "The Dreaming" denke.... ;D
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Offline Sandra

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #13 am: 12. April 2005, 15:08:36 »
Also, ich kann mir nciht helfen. Ich habe den Eindruck, Ihr sprecht hier ausschliesslich von Industrie-Massenware. Von der Plattenindustrie gemacht. Mit klarem Kalkül auf die Verkaufbarkeit. Keine Spur von freier, kreativer Gestaltung- nix is mit "Musik machen" - hier werden nur Musikalische Bausteine verwendet, um ein Produkt zu haben. Und die haben alle ganz klare Strategie dahinter - sogar (inzwischen) Wir sind Helden - obwohl die anders angefangen haben - ETWAS anders.
Ich finde, praktisch keiner von denen hat etwas zu sagen. Zu allerletzt Silbermond. Christina Stürmer in blasslila.
Und die Louisan ist auch eine Industrieware. Weder Texte noch Musik sind von ihr, sie ist einfach gecastet worden.
« Letzte Änderung: 12. April 2005, 15:09:29 von sandra »

Offline Andrea

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #14 am: 12. April 2005, 16:39:58 »
Zitat:
Mir ist die ach-so-sexsistische Anette Louisan eigentlich sehr sympathisch. Endlich mal eine Stimme, die nicht klingt als ob sie gerade Zahnschmerzen hat.
Genau Anette Louisans Stimme gefällt mir ÜBERHAUPT nicht. Sie kommt mir zu nasal. Die Frau passt nicht zu den texten, finde ich. Dafür ist sie viel zu jung. Ehrlich gesagt, als Roger mir die CD von ihr gab, hab ich - auch wenn's überheblich klingt - gedacht: Warum hat der Texter / die Texterin (ich weiß nicht, wie er/sie heißt) die Texte nicht mir geschenkt? "Ich will doch nur spielen" würde ich nicht singen wollen. Aber da sind ein paar andere Texte drauf, die ichh als sehr tief gehend empfinde. Aber eben die Frau passt nicht dazu.
Peter Gabriel? Der hat doch schon seine eigenen Songs gemacht, denke ich. Cate Bush? Weiß ich nicht.
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Offline Bastian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #15 am: 12. April 2005, 17:31:15 »
Hallo, meine Damen. Grad gestern hab ich durch Zufall die Louisan, die von Juli und die von Silbermond beim Silberfischchen Reinhold Beckmann sitzen sehen. Und unser ehemaliger Bundespräsident Richard von Weizsäcker war auch dort. Silberhaarig. Hab aber nur einen kleinen Teil davon gesehen, weils mich nicht interessiert hat.

Ja, es ist alles POP! Wen wunderts, dass da nicht die große Rebellion ausbricht...? Aber wann war das denn je anders? Wenn man selbständige Künstler finden will, muss man wahrscheinlich woanders suchen. Entweder in der Vergangenheit oder eben nicht im Pop. Hab mal auf die Seite von Grace Jones geguckt und einen Satz gefunden. "MEN ARE TERRIFIED OF ME. I CAN EASILY STEP INTO STEP INTO THE MAN’S SHOE, AND THAT PUTS THE MAN IN A POSITION WHERE HE HAS TO BECOME THE FEMALE. THAT'S WHAT SETS OFF THE TENSION. BUT MY IMAGE IS SUPPOSED TO FRIGHTEN MEN - SO ONLY THE GOOD ONES COME THROUGH "

Sonst finde ich nix über das, was sie geMACHT hat... Nur lauter Fotos von Grace. So hab ich sie auch in Erinnerung: Fotos, Fotos, Fotos. Und ein Hit, "Slave to the Rhythm". Und böse/ kalt gucken. Mehr ist mir nicht im Gedächtnis geblieben. Bis auf das eine Foto von ihr in Ketten, wo's die Klage von Alice Schwarzer gegen den Stern gegeben hat.

Sonst macht sie auf mich seither schlicht einen agressiven Eindruck. Ich finde das thematisch sehr eng. Und Angst hab ich vor ihr auch nicht. Was mach ich da nur falsch?  :)
« Letzte Änderung: 12. April 2005, 18:07:25 von Bastian »

Offline Bastian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #16 am: 12. April 2005, 21:05:45 »
Was ich nebenbei noch interessant finde, ist, dass man die anderen Bandmitglieder nie kennt. Die Sängerin von Silbermond, sie Sängerin von Juli, Judith Holofernes und Wir sind Helden...  ... Avril Lavigne + Band. All diese Acts sagen von sich, dass sie als Bands entdeckt worden sind, aber verkauft werden sie als Gesicht plus Band.

Als ich noch aktiv gerockt hab, kannte ich z.B. den Bassisten von the Who, den Drummer von Led Zeppelin und den Gitarristen von Jane's Addiction mit Namen. Natürlich nicht persönlich, aber ich wusste wer sie waren. Und, vor Allem: sie waren wer! Ich hab mit anderen Leuten über das sture Gewummer von John Entwistle gesprochen, über die genialen Schlagzeugfills am Anfang von "Good Times Bad Times" von John Paul Jones, über die irren Soli von Dave Navarro. Die haben mich alle interessiert.

Wieso kenne ich den Bassisten von "Him" nicht, oder den Gitarristen von den Helden? Liegt das nur daran, dass ich mich für die heutigen Acts nicht so interessiere, oder kann es sein, dass sie allesamt musikalisch/instrumental langweilig und somit entbehrlich geworden sind. Es gibt ja auch keine Soli mehr. Weil sie nicht ins Sendemaximalformat von drei Minuten passen, oder auch weil sie einfach keiner mehr spielen will/kann.

Musik ist reine Gebrauchsware geworden, nichts mehr mit dem man sich auseinandersetzt. Und wenn man die aktuellen Stücke hört, versteht man auch, wieso man sich nicht mit ihnen beschäftigen will. Sie geben es größtenteils nicht her. Reine Stimmungsmusik, ob man fröhlich ist, oder traurig, ob man ein bisschen bös ist, oder... ja, was denn eigentlich noch? Wo sind die Themen? Ich sehe nur diese drei emotionalen Grundfarben, die nach bekanntem Schema bedient werden. Und zwar blank, in Reinform. Ich sehe keine Mischfarben mehr. Geschweige denn Themen. Und "Fuck the System" ist ein belächelnswertes zum albernen Zitat verkommenes Relikt, das noch auf dem Schulranzen steht, den man vom großen Cousin geerbt hat.

Ich höre auch, wo ich geh und steh, nur noch "Gut produziert..." nicht mehr "Geiler Song!". Sogar die Aufmerksamkeit der Konsumenten richtet sich mittlerweile auf die Maschine statt auf die Idee. Und Madonna wird bewundert für ihre "guten Produktionen", statt dass man sie für ihre berechnende Wellenreiterei kritisiert. Sie setzt keine Trends, sie schiebt ihre belanglosen Liedchen vor die Welle und reitet dann vorne quasi als Galionsfigur auf der Welle herum.

Ansonsten wird gecasted, notfalls gleich eine ganze Band, denn die können dann sagen "Wir haben als Band angefangen." und das wirkt credibler. Sie werden auch Rockbands casten. Weil der Pop nun selbst den seichtesten Gemütern zu seicht geworden ist. Von nun an wird Härte simuliert. Denn es gibt noch genügend Konsumenten, die bei lauten Gitarrenteppichen sagen werden: "Gut produziert"...
« Letzte Änderung: 12. April 2005, 21:18:51 von Bastian »

Offline Bassmeister

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #17 am: 12. April 2005, 22:38:34 »
war doch in der Klassik auch so. Bis etwa Haydn oder Beethoven war das Stück interessant, hat aufgerüttelt, was bewegt. Dann später kam die "Wunderkind"-Welle: Interessant war Virtuosität ("Produktion"), Höher...schneller...weiter...Paganini.
Irgendwann verkommt ein System und wird dekadent. Und dann kommt etwas Neues.

Was ich frappierend fand: Der Produzent unserer Band hat von einem Auftritt von Jeanette Biedermann erzählt, sie hatte ein Headset im Ohr, durch das ihr Manager ihr jeden Schritt, jede Bewegung ("jetzt den Po rausstrecken"!) jeden Blick ("schau verführerischer"!) vorgeschrieben hat. - brrr, gruselig.

http://www.probertencyclopaedia.com/CZJB.HTM

Hier kann man das Headset sogar sehen.
« Letzte Änderung: 12. April 2005, 22:45:02 von Bassmeister »
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Offline Katinka Koschka

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #18 am: 13. April 2005, 09:10:16 »
Quote (selected)
. Sie werden auch Rockbands casten


Vorstufe: Nu Pagadi, zwei Tussen, zwei Typen, alle nicht talentlos aber langweilig und posig ::)

Ich höre übrigens normalerweise am liebsten Musik die ihr selbst bei den öffentlich rechtlichen extrem selten zu hören kricht, nämlich Progressive Rock mit einer durchschnittlichen Liedlänge von 7 Minuten (aber ich glaub, das wißt ihr schon von der Diskussion über den Wissenskanon)
Anett Louisan ist Anfang 20 und klingt wie 16. Ich finde es recht reizend, diesen Gegensatz, ist wohl dieser Lolita-Effekt.
Daß sie die Texte bis auf eine Ausnahme nicht selbst geschrieben hat weiß ich. Aber sie hat sich mit den Texten intensiv beschäftig und mal gesagt, wenn die Texte ihr nicht zugesagt hätte, hätte sie sie nicht gesungen.
Vielleicht war sie ja gecasted, gut, aber dann war es sicher ein seriöseres Casting als Superstar, Popstar und ähnliche Kreuzungen aus Zirkus, Big Brother und Musikhochschulauswahl ::)
Die Musik ist ja auch schon ganz anders. Kein wummernder Rhythmuscomputer, kein Pseudosoulgewimmer, keine SuperÄhkschn.
Eher wirklich Chanson im alten Sinne. Nachdenklich, zurückhaltend und schon eher zum Zuhören.
Vielleicht gar kein so schlechter Trend. Zurück zum Lied. Ist vielleicht nur die brave Vorstufe, aber wer weiß...die Beatles haben auch mit leicht mitsingbaren Liedchen angefangen und landeten irgendwann da, wo die Progressive-Leute in den 70ern weitermachten... :)
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Offline Dorian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #19 am: 13. April 2005, 09:57:07 »
Also, die komplette Louisan hab ich mir gestern mal 'reingetan bei 'ner Bekannten. Die Texte wären teilweise noch OK. Wenn die bloß jemand anders singen würde. Aber dieses Kinderstimmchen kommt bei mir vom Nervfaktor gleich hinter Schnappi.

Allerdings hab' ich mir heute 'ne Mandoline gekauft.....
« Letzte Änderung: 13. April 2005, 10:01:49 von Dorian »

Offline Bastian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #20 am: 13. April 2005, 10:18:57 »
 :D Ja, die Mandoline ist hibsch. Kannst ja beim nächsten K-Treffen "Slave to the Rhythm" auf der Mandoline geben. Du Mandolierst, Maexl singt und Dagmar und ich zerreißen im Takt Telephonrechnungen.
« Letzte Änderung: 13. April 2005, 10:46:34 von Bastian »

Offline Bastian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #21 am: 13. April 2005, 10:45:06 »
Aber mal ganz ehrlich, wieso sprechen wir bitte von diesen Frauen, wenn es um kraftvolle Frauen im Pop geht? Sind doch bestenfalls einäugige... allerallerbestenfalls. Also ich finde keinen dieser Acts wirklich provokant oder speziell eigenständig. Im Gegenteil. Viel zuviel der Ehre, für meinen Begriff.

Worum es mir geht: Ich sehe das selbe wie Sandra. Aber, wenn ich überlege, waren die provokanteren Gruppen immer in der Minderheit. Ich halte das nicht für etwas Neues. Auch in den achtzigern und neunzigern war die große Masse der Sängerinnen und Sängern gefällig bis zur Belanglosigkeit. Frauen wippten mit den Brüsten, Männer wippten stehend am Keyboard oder hüpften mit den Frauen synchron zwischen irgendwelchen Stellwänden rum.

Hier ein Songtext von der Aguilera, der doch ziemlich gegen die Männer und an die Frauen gerichtet ist. Und im Video dazu setzt sie ihre Weiblichkeit auch ein. Also es gibt sie schon, nur nehmen wir es im Pop vielleicht nicht mehr so wahr, weil wir nicht so drin sind. Auf der anderen Seite provoziert ein solcher Text leider auch nicht mehr, weil man ihn so oder anders schon oft gehört hat...

Can't hold us down
"So what am i not supposed to say what i'm saying
Are you offended with the message i'm bringin'
Call me whatever 'cause your words don't mean a thing
Cuz you ain't even a man enough to handle what i sing
If you look back in history it's a common double standard of society
The guy gets all the glory, the more he can score
While the girl can do the same and yet you call her a whore
I don't understand why its OK,
The guy can get away with it while any girl gets named
All my ladies come together and make a change

Start a new beginning for us,everybody sing:
Nobody can hold us down"
« Letzte Änderung: 13. April 2005, 10:55:54 von Bastian »

Offline Sandra

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #22 am: 13. April 2005, 13:30:01 »
Quote (selected)
Die Frau passt nicht zu den texten, finde ich. Dafür ist sie viel zu jung.

Andrea, das ist ja der Trick dabei: wenn sie ernstzunehmend klingen würde, hätten ihre Texte mehr Gewicht. Und dann würde es schon viel mehr polarisieren. Dito bei dem zitierten Text von der Aquilera.
(im Übrigen ist das ja eh nur noch eine Platitüde, was sie da singt, jeder quatscht es nach, aber wenn es um konkrete Situationen geht, checkt es trotzdem keiner.) Wenn jemand wie die Grace Jones (never heard la vie en rose von ihr, Basti? Das war auch ein riesen Hit. Und in Filmen hat sie auch mitgespielt - ihre "Kunst" war ja genau dieses Frauenbild auf die Spitze zu treiben, sie ist weniger Musikerin, sie ist mehr Kunstobjekt, immer schon gewesen.) wenn also jemand wie die Jones den von Dir zitierten Text singen würde, dann wäre es sicherlich kein Hit geworden - weil es dann einfach die Message zu deutlich rübergebracht hat. Im Fall der Aquilera ist es aber keine Message, sondern eine Art Vorzeige-blabla, damit man sich, wenn es denn sein muss, rechtfertigen kann dafür, dass man sie gut findet - es nimmt einfach eine grössere Zielgruppe mit.
Wenn einer sagt: sie hopst nur rum und zeigt Titten, dann kann man darauf sagen, aber nein, sie hat auch gesellschaftspolitisch relevante Texte. Auch wenn es Platitüden sind. Und das Gros der Leute hört eh nciht auf den Text - die haben aber auch nciht das Gefühl, dass sie sich rechtfertigen müssen.

Das mit dem Produzieren sehe ich etwas differenzierter. ja, es stimmt, dass man kaum noch sagt: geile Gitarre, weil die Gitarre ja meistens im Computer eingespielt wurde. Der Produzent ist inzwischen der Musiker.
Da gibt es eine Begriffsverwirrung. Denn die Produzenten für Bühnenshows sind meistens die Geldgeber. Aber die Produzenten bei den Aufnahmen von CDs, das sind die, die entscheiden, welche Instrumente was spielen, und wie laut sie sein müssen, und wie alles gemischt ist - das ist klar ein musikalischer Job.
Wenn ich also von einer Nummer sage, sie ist gut produziert, dann ist mir klar, dass es keine Musiker waren, die da gespielt haben, sondern dass ein Produzent  (ein Musiker vor dem Computer) im Studio gesagt hat: hier muss noch ein Saxophon hin, und zwar in den vordergrund, nein, nehmen wir nicht diesen Bass, sondern diesen, nehmen wir hier keine Congas sondern eine Bassdrum etc.

Und ich glaube, dass deshalb auch oft die Musiker von diesen Bands uninteressant sind - die sind austauschbar - und werden auch oft genug ausgetauscht, die Frontmen und women sind die "Band".

Offline Bastian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #23 am: 13. April 2005, 17:01:22 »
Quote (selected)
(never heard la vie en rose von ihr, Basti?
Mais oui! Maintenant, wo du's sagst... stimmt! Ein Cover.  Und mir fiel noch ein: "Pull up to my Bumper", oder so. Das war doch auch von ihr.
« Letzte Änderung: 13. April 2005, 19:43:08 von Bastian »

Offline Dorian

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Re: Frauenbild im Pop zeigt Gesellschaftstrend
« Antwort #24 am: 13. April 2005, 17:05:09 »
Und "I've seen that face before". Da hat sie Astor Piazzolas "Libertango" zu einem Reggae verwurstet.  "La vie en rose" von ihr finde ich aber toll.
« Letzte Änderung: 13. April 2005, 17:06:34 von Dorian »

 

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