Register
Georg Kreisler Forum Georg Kreisler (2010)
Mit freundlicher Genehmigung
© Axel Hegmann

* Willkommen

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Hast du deine Aktivierungs E-Mail übersehen?

Letzte Beiträge

Witz des Tages von steffan
[17. November 2017, 23:15:17]


Fernseh-, Radio-Termine von h-j-urmel
[17. November 2017, 00:55:30]


Zwei alte Tanten Textinterpretation? von h-j-urmel
[14. November 2017, 12:29:00]


Comics (& Graphic Novels) von Burkhard Ihme
[13. November 2017, 21:01:42]


Heute Abend: Lola Blau von Burkhard Ihme
[02. November 2017, 12:50:21]

Herzlich willkommen im Georg Kreisler Forum!

Das Georg Kreisler Forum ist dem Werk des Satirikers, Dichters und Komponisten Georg Kreisler gewidmet. Das Georg Kreisler Forum ist ein Fanprojekt, Sie sind also herzlich eingeladen, Informationen zu Georg Kreisler beizusteuern und an den vielfältigen Diskussionen - auch weit über Georg Kreislers Werk hinaus - teilzunehmen.

"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")



Antworten

Name:
E-Mail:
Betreff:
Symbol:

Verifizierung:
Bist Du ein Spambot?:
Schreibe das folgende Wort: Bluntschli:

Shortcuts: mit Alt+S Beitrag schreiben oder Alt+P für Vorschau


Zusammenfassung

Autor: Bastian
« am: 30. August 2009, 12:57:14 »

Quote (selected)
Winters Werk Nordrach aus dem Jahre 1974 war nicht auf Tonträgern erhältlich, sondern lediglich in Konzerten seiner Band Jud's Gallery und mindestens einmal im Radio zu hören.

so ab Minute 9:
http://www.youtube.com/watch?v=hqudqHsrQaY

Ja, wirklich dämlich. Wenn ich mir vorstelle, man legte mir diese Akkordfolge von mollen und maj7en vor, und ich sollte eine Melodie drüberlegen, würde ich nach einigem Feilen wahrscheinlich zu einem sehr ähnlichen Ergebnis kommen. (Da ich die Songs kenne, natürlich erst recht...)

Noch so einer, der an diesem Tag das Radio angehabt hat. Er hat nur nicht aufmerksam genug hingehört, drum hakt die Melodie ein wenig...:
Carlos Moore spielt "Still got the Nordrach"

Nachtrag:
(Hehe, achtet mal drauf, wie hilflos er dasteht und immer aufs Griffbrett schielt, dieser Kopist! Und wie er sich zu den anderen umdreht! Er will "Nordrach" kopieren, weiß aber nicht mehr wie's geht. Drum wurde es nie ein echtes Plagiat.)
Autor: Burkhard Ihme
« am: 30. August 2009, 10:44:13 »

Quote (selected)
ch glaube, Du, Burkhard, hattest irgendwo im Forum mal einen "My Sweet Lord"-Variante erörtert.
Das war in diesem Thema, Beitrag 44:
Quote (selected)
Bei Texten kann man wohl eher von Klauen ausgehen, aber bei Musik ist das meist ein unglücklicher Zufall. Wecker stand z.B. bei Kir Royal unter Zeitdruck, nachdem Dietl alle seine Vorschläge abgelehnt hatte und pfiff ihm eine Melodie vor, die ihm grad durch den Kopf ging.

Oder glaubt wirklich jemand ernsthaft, George Harrison habe bewußt "My Sweet Lord" bei "You're so Fine" abgekupfert? Der hatte sicher einfach den netten Akkordwechsel E-moll - A-Dur gefunden und darauf herumimprovisiert.

Man sollte übrigens mal versuchen, Tom Lehrer zu befragen, wann er "Poisoning Pigeons" geschrieben hat. Würde eventuell einiges klären.

Der arme Gary Moore ist ja gerade wegen eines Plagiats verurteilt worden. Das Gitarrensolo in "Still got the blues" soll geklaut sein. Und das mit der dämlichen Begründung, daß Stück sei vor dreißig Jahren mindestens einmal im Radio gespielt worden und Moore sei ja immer wieder in Deutschland unterwegs ...
Autor: Bastian
« am: 30. August 2009, 01:39:03 »

Was Akkordfolgen angeht, ist es natürlich kaum möglich, noch nie Dagewesenes zu fabrizieren (Ich glaube, Du, Burkhard, hattest irgendwo im Forum mal einen "My Sweet Lord"- Variante erörtert. Ich weiß nur den Zusammenhang nicht mehr.) In Punkto Melodien sieht es unwesentlich besser aus. Hat man die berühmten drei Akkorde, kann man davon ausgehen, dass jeder Melodieweg bereits von jemand anderem begangen worden ist. Die schiere Menge machts, dass man Ähnlichkeiten findet.

Hat man eine etwas kuriosere Akkordfolge, wird es insgesamt weniger an Vergleichbarem geben. Da aber die Variationsbreite der möglichen (einigermaßen lauschbaren) Melodien durch die Akkordfolge eingeschränkt wird, werden Ähnlichkeiten wiederum umso deutlicher. Da mag man eher ein echtes Plagiat vermuten, aber möglicherweise ist die Ähnlichkeit genau so unbeabsichtigt. Unser Gehör beherrscht Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Noch vor vierzig Jahren hat es eine ziemliche Weile gedauert, bis beispielsweise eine amerikanische Platte Europa erreichte. Heute, durchs Internet, ist alles ad hoc verfügbar. Letztlich kann man den Plagiatsvorwurf konstant aufrechterhalten, es wird immer etwas geben, das ähnlich klingt. Man muss nur lange genug suchen...

Ich bin dafür, das "retrograde Plagiat" (AT) einzuführen. Ich kann gar nicht sagen, was Gernhardt und Kreisler schon bei mir geklaut haben. Außerdem würde "Twist and Shout" gegenüber "La Bamba" rehabilitiert.
Autor: Burkhard Ihme
« am: 29. August 2009, 20:45:03 »

Das  oder es ist ihm gar nicht aufgefallen.
Ich hab auch mal ein Lied komponiert (es ging dabei um Bundeswehrveteranen) und nach 20 Jahren (!!!!) fiel mir plötzlich auf, daß die Bridge aus "Der Graben" von Kurt Tucholsky/Hanns Eisler war. Musikalische Ähnlichkeiten sind manchmal wie diese Vexierbilder, wo man entweder die Vase oder die Mädchenköpfe sieht.
Autor: Katinka Koschka
« am: 29. August 2009, 16:33:54 »

Wie sagte doch schon Harald Nielsen? Wo alles klaut kann ich allein nicht dichten [smiley=old_grin.gif]
Ich finde es immer wieder faszinierend wie Musiker es anstellen Melodien zu schreiben, die offenbar noch nicht geklaut sind. Oder wenn Lieder untereinander Ähnlichkeit haben, wo man so ziemlich genau weiß, dass die jeweiligen Interpreten sich eigentlich nicht kennen dürften. Ich glaube z.B. nicht, dass Semisonic je von den Puhdys gehört haben, dennoch erinnert mich der Gitarrenlauf in "Chemistry" irgendwie an die Keyboardmelodie in "Rockerrente" :mata
Oder wie erzählte Guy Garvey; er hat mal eine schöne Textzeile gedichtet: "Kiss me like a final meal, kiss me like we die tonight" und hat gegooglet was das Zeugs hielt um herauszufinden ob es das schon gibt. Er fand nix. Nachdem der Text vertont worden war und nun "One day like this" heißt (übrigens zu meinem leichtem Befremden musikalisch ziemlich heftig bei "Hey Jude" von den BEATLES bedient!!) merkte er beim Ipodhören mit Schrecken, dass Howe Gelb von Giant Sand etwas sehr ähnliches gedichtet hatte, es diese Textidee also doch schon gab!
Nun würde mich bloß noch interessieren, ob die frappierende Ähnlichkeit des Liedes zu "Hey Jude" eine Hommage ist, denn Guy Garvey mag die Beatles... :o
Autor: Stroganoff
« am: 29. August 2007, 23:21:34 »

Vom Thema abweichende Antworten wurden in [link=http://www.georgkreisler.net/cgi-bin/yabb/YaBB.cgi?num=1188422495]dieses Thema verschoben.[/link]
Autor: Anke
« am: 29. August 2007, 22:42:48 »

Quote (selected)
Falsch Anke - schreib so viel wie du willst und noch mehr - es ist der pure Neid. Zeit ist etwas was whoknows deutlich zu wenig hat.
Moanst?  :-?

Also, es hat alles seinen Preis im Leben, youknow.  8-)

Es ist wie mit dem Glück im Spiel und dem Glück in der Liebe. ;) Man kann nicht beides haben. Sagt man jedenfalls.  
Autor: Guntram
« am: 29. August 2007, 22:23:13 »

Falsch Anke - schreib so viel wie du willst und noch mehr - es ist der pure Neid. Zeit ist etwas was whoknows deutlich zu wenig hat.
Autor: Anke
« am: 29. August 2007, 20:44:40 »

Quote (selected)
Klingt irgendwie ungarisch für mich.

Anke, Du faszinierst mich: hast Du sooooo viel Zeit? :o

Möchtest du damit andeuten, whoknows, dass dich mein Geschreibsel zu viel dünkt?

Das würde mich ehrlich betrüben ... :'(
Autor: whoknows
« am: 29. August 2007, 16:24:08 »

Klingt irgendwie ungarisch für mich.

Anke, Du faszinierst mich: hast Du sooooo viel Zeit? :o
Autor: Anke
« am: 29. August 2007, 14:02:47 »

Woher ist diese Aufnahme denn geklaut?  8-)

http://www.youtube.com/watch?v=m0oKYVHGw8Y

Autor: Anke
« am: 29. August 2007, 13:25:34 »

Quote (selected)
Wer kennt heute noch Leo Fall?

Ich, ich, ich!  8-)

Und zum Glück gibt es noch andere, die ihn sogar noch aufführen, hier z.B.:
http://www.theater-erfurt.de/repertoire/content_dollar.html
http://www.neukoellneroper.de/archiv/rosevonstambul/pressemappe.pdf
http://www.dillingen-saar.de/kultur/ktermin.htm

Aber du hast sicher Recht, ein normaler und vermutlich sogar ein musikalisch überdurchschnittlich gebildeter Jugendlicher wird nicht im Regelfall den Namen Leo Fall kennen.  :-? Dabei sind einige der populärsten Operettenarien von ihm.
Autor: Anke
« am: 28. August 2007, 11:38:53 »

Hallo Marlene,

du hast natürlich leider Recht mit dem, was du über die "musizierenden Insassen von KZs" schreibst.  :'(

Ich hatte das etwas verkürzt - aber zugegeben missverständlich - dargestellt:

Quote (selected)
Leni Riefenstahl rekrutierte aus dem „Zigeunerlager Maxglan“ Komparsen, so auch den dreizehnjährigen Josef Reinhardt und den zwölfjährigen Engelbert Schöpf, dem gestattet wurde, sich auf eigene Kosten bei einem Salzburger Trödler eine gebrauchte Ziehharmonika zu kaufen.

Gruß,
Anke
Autor: Marlene
« am: 27. August 2007, 14:57:15 »

Hallo, ich will hier zwar gar nichts zum Thema schreiben, aber den Satz

 Dass in dem KZ musiziert werden durfte, geht ja aus dem Bericht hervor.

kann ich in gar keinem Fall hier unommemtiert stehen lassen: Ich kenne zwar nicht die detaillierte Geschichte dieses KZs, aber ich weiß aus vielen anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern, daß es dort Häftlingsorchester gegeben hat. Dies hatte allerdings mit "musizieren dürfen" rein gar nichts zu tun: diese Orchester waren quasi Arbeitkommandos, in denen Häftlinge dazu gezwungen wurden, Musik aufzuspielen, während andere Häftlinge zur Arbeit getrieben wurden oder von dort zurückkamen. Vor allem am Abend ging es dabei um Häftlinge, die teilweise ihre toten Mithäftlinge mit ihrer letzten Kraft ins Lager trugen (damit man sie beim Apell mitzahlen konnte...) Diese Orchester waren Teil des Vernichtungsprogramm und eine besonders perfide Art, die Häftlinge zu quälen und zu ernierigen. Die Überlebende Fania Fenelon hat ein Buch dazu geschrieben: Das Mädchenorchester von Auschwitz
Autor: whoknows
« am: 27. August 2007, 10:22:42 »

Karsten Troyke hat eine ganze CD gemacht mit Liedern, die ihm eine alte Frau, die kaum noch einen Ton getroffen hat, vorgesungen hat - diese Frau hatte die Lieder noch in Erinnerung von ihrer Grossmutter - die sie als kleines Kind verloren hat. Das ist ebenso "weit hergeholt" - aber es gibt ganze Archive, die davon leben, dass sich irgendwo Grosseltern an Lieder erinnern, die deren Grosseltern gesungen haben. Lieder wurden bekanntlich über Jahrhunderte mündlich tradiert. Wie sehr sie dann tatsächlich mit dem "Original" übereinstimmen, ist jedem klar, der als Kind "stille Post" gespielt hat - trotzdem.

Und dass ein Nazi-Mitläufer ausgerechnet mit etwas Erfolg hat und reich wird, dass von Juden stammt - auch das gibt es in jeder erdenklichen Variante. Disney hat schliesslich Bambi auch von einem Juden - und Disney war vielleicht kein Nazi, aber immerhin sehr sehr weit von einem Philosemit und Sozialdemokrat entfernt.

Ich denke, es ist schon sinnvoll, immer wieder auf die Herkunft von Liedern hinzuweisen - und ich finde es durchaus ehrenwert und schön, so wie Karsten Troyke eine Cd mit "vergessenen Liedern" zu machen. Aber andererseits ist es eben immer wieder der Lauf der Dinge, dass Lieder ihr "Elternhaus" verlieren. In Europa ist diese verlieren  dann aufgrund der Geschichte des Kontinents immer wieder nachgerade ein perfider Treppenwitz der Geschichte. Wer kennt heute noch Leo Fall? Aber seine Wienerlieder werden von allen Mündern gesungen, ungeachtet der Gesinnung des Sängers.
Autor: Anke
« am: 26. August 2007, 23:13:13 »

Quote (selected)
Versteh ich das richtig? Reiser soll das Lied über den Zaun gehört haben? Ein Lied, dessen Existent nur im Rückschluß postuliert wird? Das halte ich wirklich für gewagt.
Es soll dafür auch quasi Zeugen gegeben haben, soweit ich das verstanden habe.

Immerhin benannte TR diesen Marsch ja "Zigeuner" sowie nach dem Ort "Maxglan", in dem das Zigeuner-KZ stand. Warum sollte er das sonst gemacht haben, wenn er es nicht von Zigeunern und aus diesem Ort hatte? Dass in dem KZ musiziert werden durfte, geht ja aus dem Bericht hervor. In dem o.z. Artikel steht "entdeckt" - falls das nicht eine reine Interpretation des Autors ist, dann ...
Autor: Burkhard Ihme
« am: 25. August 2007, 22:13:29 »

Versteh ich das richtig? Reiser soll das Lied über den Zaun gehört haben? Ein Lied, dessen Existent nur im Rückschluß postuliert wird? Das halte ich wirklich für gewagt.
Autor: Anke
« am: 25. August 2007, 20:22:39 »

Gestern gab's im Radio einen Beitrag über Tobi Reiser (mir bis dahin unbekannt und vermutlich auch kein echter Verlust :o ),
da ging es um eine seines wohl bekanntesten Stücke, den Zigeunermarsch.

http://www.br-online.de/land-und-leute/sendungen/landundleute/

„Maxl Glan aus Maxglan
Nachdenken über einen „Zigeuner-Faschingsmarsch“
Von Ulrich Enzensberger

Er gehört zu den beliebtesten Melodien der österreichisch-bayerischen Volksmusik - der „Maxglaner Faschingsmarsch“, der „Maxglaner“ oder „Max Glaner Zigeunermarsch“, oder auch der „Maxlglaner“. Entdeckt hat ihn der berühmte Schöpfer des „Salzburger Adventsingens“, Tobi Reiser. Er hat ihn 1971 unter dem Namen „Maxglaner Zigeuner-Faschingsmarsch“ bekannt gemacht.

Bei der Eröffnung der Fußball-WM 2006, beim Einzug der Nationen, wurde eineinhalb Milliarden Zuschauern der „Max-Glaner-Marsch“ als bayrisches Brauchtum, als Marschplattler, präsentiert. Zünftigen Musikern war peinlich bewusst, dass die für den alpenländischen Raum ungewöhnliche Weise in Moll nicht aus Bayern, sondern aus dem Salzburger Vorort Maxglan stammt.

Wer aber weiß, dass dort 1940 ein Konzentrationslager errichtet wurde? Von „Zigeunern“ und für „Zigeuner“? Leni Riefenstahl rekrutierte aus dem „Zigeunerlager Maxglan“ Komparsen, so auch den dreizehnjährigen Josef Reinhardt und den zwölfjährigen Engelbert Schöpf, dem gestattet wurde, sich auf eigene Kosten bei einem Salzburger Trödler eine gebrauchte Ziehharmonika zu kaufen. - 1943 wurde das Lager aufgelöst. Die Sinti und Roma wurden in Marsch gesetzt, in das KZ Lackenbach und nach Auschwitz-Birkenau, Abschnitt B IIe ...


Es wird von manchen Leuten angenommen, dass er sein Zigeunerlied über den Zaun dieses KZ gehört und aufgenommen habe.
Darin sehe ich eigentlich gar kein Problem, denn das hat er ja schließlich in der Namensgebung zum Ausdruck gebracht.

Schlimmer finde ich dabei, dass er offenbar während der ganzen Nazizeit ein Mitläufer und gewissermaßen auch Mittäter war, der gegen alles Fremde gewettert hat. Und später wurde er dann ausgerechnet mit dem Zigeunerlied so berühmt, dass es sogar für den bayerisch-österr. Raum auf der WM gespielt wurde ...  >:(

http://www.drehpunktkultur.at/txt07-3/0197.html
Autor: Burkhard Ihme
« am: 29. Juni 2007, 22:20:37 »

Grad im NDR gesehen: Maria Helwig hat 1966 einen hochdeutschen Jodler gesungen, den später der Fredl Fesl wortwörtlich übernommen hat.
Ich bin sicher nicht der einzige, der geglaubt hat, Fesl habe das selber "übersetzt" (ob die Kredits auf der Platte korrekt sind, weiß ich nicht - wahrscheinlich weiß er gar nicht, wo es herkommt. So wie Tucholskys "Auf Wiederseh'n Marie" ins Volksliedgut eingegangen ist.). Übersetzer war offenbar der Mann von Maria Helwig.
Autor: whoknows
« am: 29. Juni 2007, 11:43:20 »

Quote (selected)
Bei Texten kann man wohl eher von Klauen ausgehen, aber bei Musik ist das meist ein unglücklicher Zufall

Das halte ich für etwas blauäugig - auch aus eigener Erfahrung. Nicht nur dass man sich natürlich beim Komponieren, wenn man wo ansteht,  erst mal andere Sachen anhört, und dann ganz bewusst eine Phrase übernimmt und halt einen Ton daran ändert,oder es einfach in Moll setzt oder so  (zum Teil extrem dreist: ein Wiener Tonstudiobesitzer hat ein Vermögen verdient mit der Werbesignation von "You are the Sony of my life" - die nichts anderes als "Samba pa' ti" von Santana  mit einem anderen Ton ist), inzwischen werden in der Popmusik zum Beispiel ganze Basslinien übernommen. Klar kann es auch passieren, dass man eine Musik irgendwie im Ohr hat, und nicht merkt, dass es die schon gab - aber wenn ich mir heute Pop im Radio anhöre, ist so etwas eher die Ausnahme - den Unterschied hört man nämlich schon, ob etwas bewusst ist oder nicht - jedenfalls meistens. Und heute höre ich IRRE viel, wo man genau mitkriegt, von welchem Lied die Basslinie, das Schlagzeug oder die Bläser geklaut wurden.

Nicht nur das allerdings, ich bin ziemlich verblüfft, wie viele neue Bands sich nicht entblöden, einfach irgendeinen Hit aus den 60ern eins zu eins neu aufzunehmen - nicht mal Rythmus oder so verändern - und es wird sofort wieder zum Hit gestyled. Die machen nicht mal was Neues, und die Radiomoderatoren sagen dann: Wir spielen jetzt "A Lovely Day" von der Gruppe Blabla - kein Hinweis auf den Ursprung. Nach dem Motto: das blöde Publikum erinnert sich eh nicht....

Bei dem vorliegenden "Streit" Lehrer vs Kreisler kann ich allerdings nur wiederholen: beide Künstler haben so dermassen viel unbestritten Eigenes und richtig Gutes geschrieben, dass es mir jedenfalls wirklich wurscht ist, ob und wer jetzt was geklaut hat.
Autor: Franz08
« am: 29. Juni 2007, 09:43:30 »

Quote (selected)
[...] Man sollte übrigens mal versuchen, Tom Lehrer zu befragen, wann er "Poisoning Pigeons" geschrieben hat. Würde eventuell einiges klären.
Aber warum denn?
Alle Seiten leben doch vom "Streit" recht gut und so bleibt jede/r im Gespräch  8-)
Autor: Burkhard Ihme
« am: 29. Juni 2007, 00:39:01 »

Bei Texten kann man wohl eher von Klauen ausgehen, aber bei Musik ist das meist ein unglücklicher Zufall. Wecker stand z.B. bei Kir Royal unter Zeitdruck, nachdem Dietl alle seine Vorschläge abgelehnt hatte und pfiff ihm eine Melodie vor, die ihm grad durch den Kopf ging.

Oder glaubt wirklich jemand ernsthaft, George Harrison habe bewußt "My Sweet Lord" bei "You're so Fine" abgekupfert? Der hatte sicher einfach den netten Akkordwechsel E-moll - A-Dur gefunden und darauf herumimprovisiert.

Man sollte übrigens mal versuchen, Tom Lehrer zu befragen, wann er "Poisoning Pigeons" geschrieben hat. Würde eventuell einiges klären.
Autor: whoknows
« am: 28. Juni 2007, 21:51:42 »

Suppé - aber sonst hast du glaube ich Recht. Ausserdem: gut geklaut ist auch gut. solange ein "eigenes Kreatives" dabei ist, oft genug merkt man die Inspiration gar nicht, und trotzdem ist sie von woanders - wo will man denn die Grenzen ziehen? Übrigens sind ja noch dazu Zitate nicht geklaut, sondern zitiert. 8-)
Autor: whoknows
« am: 28. Juni 2007, 21:49:08 »

Und auch ein schönes Beispiel für "geklaute Kunst" - die Dreigroschenoper meine ich. Obwohl das ja noch dazu sozusagen "offiziell geklaut" ist, verbindet es kein Mensch mehr mit dem Ursprung.....
Autor: Burkhard Ihme
« am: 27. Juni 2007, 11:08:57 »

Quote (selected)
Nagut. Kreisler hat auch gestohlen. Aber er hat auch vieles bewusst kopiert, und vieles Kreisleresk verarbeitet.
Das Traurige ist - v.A. - dass er heute meines Erachtens für ein einziges Lied aus seinem vielfältigen und abstrusen Werk bekannt ist - ein Lied, mit dem er immer wieder verbunden wird - und just dieses ist von Lehrer. )
Da streiten wir ja schon in einem anderen (dem Lehrer-) Thread.
Lehrer ist deutlich jünger als Kreisler, hat 1953 eine LP herausgebracht, auf der das Lied nicht enthalten ist, die, auf der es drauf ist, erschien 1959 ("Taubenvergiften" 1956)
Kreisler verließ Anfang 1955 die USA und Lehrer trat nie (?) in New York auf.
Die Indizien sind also ebenso dünn, wie die Behauptung, Groucho Marx könnte bei Grünbaum/Farkas geklaut haben.

Allerdings ist "Die Hand" (bei Lehrer 1953, bei Kreisler 1956 veröffentlicht) eine wörtliche Übersetzung von "I Hold Your Hand in Mine".

Ich "entdecke" übrigens grad Dylan für mich (da mein Englisch zu schlecht ist, um Sprachebenen zu erkennen, hab ich mich nie sonderlich mit ihm befaßt). Zumindest hab ich die Autobiographie gelesen. Dort nennt der Meister auch "Die Dreigroschenoper" als großes Vorbild (immerhin vier Seiten lang - Phil Ochs wird im ganzen Buch nicht nicht einmal erwähnt). Vielleicht ist ja "When the Ships Comes in" seine Bearbeitung der "Seeräuberjenny" ...