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Autor Thema: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?  (Gelesen 8648 mal)

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Offline Bastian

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Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« am: 13. Oktober 2005, 03:56:37 »
Hallo zusammen,
ich hab überlegt, ob dieses Thema zu "Wissenschaft und Forschung" gehört, oder doch eher zu "Kunst", und hab mich dazu entschlossen schlicht ein neues Thema zu eröffnen. Für diejenigen, die sich dafür interessieren, und für diejenigen, die noch nie etwas davon gehört haben. Ich komme gerade jetzt darauf, weil ich heute zugesagt habe, vom 31. Oktober an, an einer Studie der Universität Düsseldorf zum Thema Synästhetiker teilzunehmen.

Da muss man wohl den Begriff erläutern. Synästhesie ist keine Krankheit, sondern eine seltene, alberne neuronale Disposition, die ungefähr bei einem von 2000 Menschen auftritt. Und ausgerechnet ich bin dieser eine. Ich zitiere: "Das Wort Synästhesie ist abgeleitet von den altgriechischen Wörtern syn (= zusammen) und aisthesis (= Empfinden), laut Duden die Miterregung eines Sinnesorgans bei Reizung eines anderen. Synästhesie ist ein zusätzlicher Kanal der Wahrnehmung. Manche Synästhetiker können Buchstaben fühlen oder Worte schmecken. Andere können Töne in bunten Farben sehen ("Farbenhören"), was auch die häufigste Synästhesieform ist." Quelle: http://www.synaesthesieforum.de/

Und genauso verhält es sich bei mir. Ich z.B. habe Farbempfindungen bei Vokalen und Ziffern. Seit ich denken kann, haben bestimmte Buchstaben und Zahlen klar definierte Farben, die quasi vor meinem "geistigen Auge" auftauchen, sobald ich sie höre oder mir vorstelle. So ist beispielsweise das "A" grün, ein sattes grün. Oder die "sieben" ist weißlich- gelb. Und die Kopplung dieser Farbempfindungen an den Buchstaben/ die Zahl ist ein Leben lang konsistent, ein "A" würde für mich z.B. niemals rot werden...

Vielleicht kennt ihr dieses Phänomen auch und haltet es für selbstverständlich, oder ihr haltet es wie die meisten für völlig bekloppt und nicht nachvollziehbar. Beides ist blöderweise richtig, und man kann sich das jeweils andere nicht vorstellen. In jedem Falle glaube ich, dass es beeindruckend ist, wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Leider steht die Forschung zu diesem Thema noch immer in den Kinderschuhen, und man weiß noch zuwenig über die physiologischen Ursachen dieses Phänomens. Und dies, obwohl das Prinzip der Synästhesie schon seit Jahrhunderten bekannt ist. So waren viele Komponisten und Maler Synästhetiker und haben in ihren Werken darauf Bezug genommen.

Es gibt eine Hypothese, die besagt, dass sich bestimmte Hirnareale im Laufe der Entwicklung nicht vollständig voneinander abgrenzen und bestimmte Verbindungen bestehen bleiben, die dann zur Folge haben, dass z.B. die Sehrinde aktiv ist, sobald der Hörsinn gereizt wird. Das bedeutet, dass also Säuglinge ursprünglich allesamt Synästhetiker sind, und sich mit der Zeit zu normalen Menschen entwickeln. Einige wenige werden dann zu sowas wie einem Basti. Tja, und diese These scheint auch noch unterstützt zu werden, durch Messungen mit bildgebenden Verfahren. Man kann in Tomographen feststellen, dass die "falsch" verschalteten Hirnareale tatsächlich "feuern", obgleich sie es nicht sollten. Es gäbe unglaublich viel zu schreiben, ich verweise aber aus Klugheit auf diese lange Linkliste:

http://www.sensequence.de/proj/projde.html

Ich kann leider noch nicht sagen, welche Tests ich bei dieser Studie durchlaufen muss. Da hält sich die Uni bedeckt. Ich hab nur soviel erfahren, als dass ich KEINE CT machen muss/darf, und dass es kein EEG geben wird. Offenbar beschränken sich die Versuche auf "'Dunkelversuche', um herauszufinden, ob Synästhetiker den Normalos dort überlegen sind." So ähnlich hat es die Dame am Telephon formuliert- ziemlich blöd, aber Näheres weiß ich noch nicht, weil sie nicht mehr verraten, aber ich werde euch mitteilen, was die dort mit mir veranstalten.

Ich war noch nie selbst Gegenstand von Forschung. Aber es interessiert mich selbst, und ich stelle es mir witzig und interessant vor, da mitzumachen und vielleicht etwas Neues zu kapieren. Ich werde euch von den Versuchen berichten, mal schauen, wie's wird.
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2005, 14:32:25 von Bastian »

Offline whoknows

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #1 am: 13. Oktober 2005, 10:24:40 »
Roger ist ja auch so ein halber Synästhetiker - es scheint also auch Zwischenformen zu geben. Roger sieht geographische Formen bei Worten - nur teilweise abhängig von Buchstaben.
Mich würde interessieren, ob die Farben häufig bei verschiedenen Synästhetikern gleich sind, ob also mehrere das A grün sehen, oder ob das völlig individuell ist.
Und vor allem würde mich interessieren, was das für ein Gefühl ist, sich als Synästhetiker mit anderen Synästhetikern zu unterhalten - fühlt man sich in einer Familie, gibt es sofort einen Sympatico, oder sind einem da die Leute so fremd oder so nah wie alle anderen auch, die man kennenlernt.

Gibt es Worte, die Du aufgrund der Farben einfach HASST? gibt es auch hässliche Farben? Nur die Farben unserer Grundfarbskala, oder auch so viele Zwischenfarben wie zB oben rechts auf dem Bildschirm bei den Farbblöckchen , für's Posting schreiben? Mehr? Weniger?
Und: du sagst, die Farben sind absolut. ein a ist grün. Was ist mit dem schwedischen a, dem mit dem Kringelchen drauf. Ist das ein anderes grün, oder ganz was anderes?

Und wie ist das, wenn man zum Beispiel Geschmäcker empfindet, bei Farben? Wie ist das dann andersrum: findet man, eine Erbeere müsste eigentlich blau sein?
Findest DU, das WORT "Grün" müsste eigentlich ein a drin haben?

Überhaupt: Welche Formen der Synästhesie gibt es:
Geschmack bei Farben,
Farben bei Buchstaben
und was noch?

Hättste damit nur nicht angefangen: ich hab tausende Fragen.  ::)
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2005, 10:26:13 von whoknows »

Offline whoknows

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #2 am: 13. Oktober 2005, 13:16:10 »
Und noch etwas würde mich interessieren:
Was bewegt/beschäftigt Dich denn mehr: Dass Du jetzt ein wissenschaftliches Forschungsobjekt wirst, und wie das abläuft? (Wie sind die eigentlich auf Dich gekommen?)
Oder dass Du andere Synästhetiker kennenlernst (kennst du schon welche?)
Oder dass Du dich jetzt quasi als Synästhetiker "outest"?

Offline Bastian

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #3 am: 13. Oktober 2005, 14:15:48 »
 Mich interessiert dabei am meisten, was die dort für Tests machen. Und welche neuen gesicherten Informationen es darüber gibt, die ich noch nicht kenne. Ich bin da schon sehr fürs Neuronale. Ich bin auch nicht waahnsinnig an anderen Syn. interessiert, sie sind ganz normale Menschen, mit Gemeinsamkeiten, die sie aber nicht wirklich teilen können. Das ist ein wichtiger Punkt. Es gibt einige Bücher, in denen verschiedene leute ihre Eindrücke schildern, aber das wird schnell langweilig. Oder ein Gespräch: "Mein O ist blau, zeig mir mal dein O." "Oh, dein O ist aber rot." ein dritter: "Redet doch nicht so kegelförmig daher!"- das stelle ich mir nicht besonders ergiebig vor.

Aber was natürlich schon interessant ist- ich bin bis jetzt noch der einzige Mann! Traraa! Also interessant nicht nur deswegen, sondern interessant, weil Männer wohl wesentlich seltener so veranlagt sind als Frauen. Und das zeigt sich schon vor den ganzen Tests- schon lustig. Die hatten in der Rheinischen Post annonciert, und ein Freund schickte mir die Tel- Nr zu. Da hab ich mich bei denen gemeldet- so bin ich zum Kaninchen geworden.

Ich kenne keine Worte die ich hasse. Aber es kommt vor, dass ich mir Worte besser oder auch schlechter merken kann. Es kann mir passieren, dass ich die Namen Jens, Sven und Ben verwechsele. Oder Hans, Marc und Lars. Aber nur die Namen, und nur dann, wenn ich die Personen nicht persönlich kenne- die merke ich mir dann schon. Auf der anderen Seite ist es auch eine Eselsbrücke. Ich kann mir Straßennamen noch dann merken, wenn ich sie schon wieder vergessen hab. Dann weiß ich meistens noch mit ziemlicher Sicherheit, welche Farbe der Name hatte, und ich biege selbstsicher in den Elberfelder Feldweg ein, statt in die Achenbacher Landstraße- das hatte ich schon öfter, wenn ich als Beifahrer den Lotsen machen konnte und wier den Straßennamen vergessen hatten.

Quote (selected)
Findest DU, das WORT "Grün" müsste eigentlich ein a drin haben?
Ja, das ist komisch. Daran hab ich mich wohl gewöhnt, aber es stimmt. Manche Worte sind "richtiger" als andere. "Wald", zum Beispiel, ist ein Superwort. Oder "Gras". Hingegen "Wiese" ist schon etwas seltsamer, aber wenn auf ihr Gänseblümchen wachsen, stimmt's wieder. :) Oder "Blutwurst"- passt super, weil "U" tiefrot ist. Würde sie "Blätwärst" heißen, müsste man die betreffende Wurst, äh, Wärst neu konzipieren, dass sie gelblich- pastellgrün würde. Aber so eine Wärst will dann niemand mehr essen. Auch interessant ist, dass bei mir die Umlaute ä, ö und ü, abgeschwächte Pastellvarianten der Vokale a, o und u sind. Da scheint es bei mir eine Regel zu geben, aber bei anderen Syn. kann das völlig anders sein.

Ich habe oft gelesen, dass viele Syn. das A rot sehen sollen. Da soll es wohl eine Häufung geben, aber ich bin da skeptisch. Es gibt eigentlich keine Gemeinsamkeiten, bezüglich der Belegung der Farben. Aber jeder hat "seine" Farben- von der Wiege bis zur Bahre rennt er mit denselben Synästhesien rum. Die einzige Gemeinsamkeit die man hat, ist DASS man Synästhesien hat, aber die einzelnen Empfindungen kann man nicht teilen. Das ist auch der Grund, aus dem ich denke, dass ein Treffen mit anderen S. sich nicht waahnsinnig unterscheidet von einem Treffen mit Nicht- S. Es gibt eben kein "In- Group"- Gefühl, das ist sehr charakteristisch. Wir sin uns nur darin gleich, dass wir uns von anderen unterscheiden. Aber das selbe gilt eben auch untereinander. :)
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2005, 14:21:15 von Bastian »

Offline whoknows

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #4 am: 13. Oktober 2005, 16:07:23 »
Die Blätwärst ist gut!!!  ;D
(Danke für die klaren Antworten - ich glaube, jetzt weiss ich mehr.)

Offline Dagmar

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #5 am: 13. Oktober 2005, 18:00:35 »
Wooowww! Das ist ja mal spannend! Ich weiß gar nix darüber, und das will bei mir als alter Psychotante was heißen: Von diesem Phänomen habe ich noch nie gehört. Ich bin sehr interessiert an den neuronalen Zusammenhängen - berufsbedingt sozusagen - und wirklich extrem gespannt, was Du uns dazu noch erzählen wirst. Ich habe natürlich auch ganz viele Fragen:
Weißt Du schon wie die Studie aufgebaut ist, welche Hypothesen sie haben, ist es doppelbind? Das sagen sie Dir aber wahrscheinlich nicht vorher oder? Nein sicher nicht, denn das würde ja Deine Testergebnisse beeinflussen können. Weiß man eigentlich, warum die Neuronen aus zwei Hirnarealen feuern, also warum sich die Reizschwelle in der frühkindlichen Entwicklung nicht irgendwann geschlossen hat? Ist das eine genetische Disposition oder spielen auch Umwelteinflüsse eine Rolle? Weißt Du etwas über die prozentuale Verteilung von Syn. in der Bevölkerung? Gibt es Betroffene, die sich durch dieses Phänomen beeinträchtigt fühlen, es sozusagen als eine Art "Behinderung" erleben, oder ist es immer eine Erweiterung des Wahrnehmungsspektrums, die als angenehm oder zumindest hilfreich erlebt wird? Siehst Du eigentlich auch Farben bei Tönen, denn die haben ja auch Buchstaben. Also ist der Ton "a" grün für Dich? Und was ist dann mit Halbtönen wie z.B. dem "as"? Kannst Du Dir deshalb so viele Stücke merken und sie auswendig spielen oder hat das nichts damit zu tun?

Tja, das haste jetzt davon: Basti unser lebendes Wissenschaftsobjekt  :-* ;)
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2005, 18:00:57 von Dagmar »
Je fester dir einer die Wahrheit verspricht, in Programmen und Predigten, glaube ihm nicht. Und geh' zu den Gauklern, den Clowns und den Narr'n: Dort wirst du zwar nix, doch das in Wahrheit erfahr'n.

Offline Bastian

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #6 am: 13. Oktober 2005, 18:20:05 »
Tja, interessante Fragen. :D
Quote (selected)
doppelbind
Achtung, ein IchhabAhnungvonPsychotanten-Scherz: Meinst du "doublebind" oder doppelblind, höhö.

Quote (selected)
also warum sich die Reizschwelle in der frühkindlichen Entwicklung nicht irgendwann geschlossen hat? Ist das eine genetische Disposition oder spielen auch Umwelteinflüsse eine Rolle?
DAS wäre wirklich das Interessanteste daran- ich weiß es nicht sicher. Der eine sagt, es hat eine erbliche Komponente. Der nächste meint, Syn. könnten erworben werden. Schau dir mal die Links durch- man weiß noch sehr wenig. Die Dame von der Uni ist der Auffassung, dass Kleinkinder auf jeden Fall zunächst alle S. sind. Wie sie darauf kommt, weiß ich allerdings nicht... Bildgebende Verfahren wahrscheinlich.

Zur Prozentualen Verteilung: Die Zahlen schwanken tierisch, weil viele S gar nicht mitbekommen, dass sie anders sind- sie halten sich für normal. Aber man geht z.Zt. von einem Verhältnis von 1: 2000 aus. Also 2000 Freaks auf einen Synästhetiker. [smiley=rolleyes.gif]

Quote (selected)
Gibt es Betroffene, die sich durch dieses Phänomen beeinträchtigt fühlen,
Ja, gibts. Ich kenne es auch. Wir hatten ja hier vor langer Zeit eine Diskussion über Musikhören in Bars. Mir geht es oft so, dass Musik mich so in Beschlag nimmt, dass ich mich stärker konzentrieren muss, um im Gespräch aufmerksam zu bleiben. das kann aber auch eine reine Musikerkrankheit sein. Ich kann die S. auch fast ausblenden, aber sie verschwinden eben nur aus dem Bewusstsein, das Gehirn arbeitet aber wahrscheinlich genauso weiter. Wenn man sich vorstellt, dass zu jedem akustischen Reiz noch eine- wenn auch leichte optische Empfindung dazukommt, dann ist das Gehirn natürlich ziemlich am rattern...
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2005, 18:44:54 von Bastian »

Offline Dagmar

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #7 am: 13. Oktober 2005, 18:34:13 »
Quote (selected)
Meinst du "doublebind" oder doppelblind, höhö.

Ähhm, und DAS mir *kicher - Freud läßt grüßen *hihi

Und was ist mit den Tönen? Siehst Du auch die Farben bei Tönen?
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Offline Bastian

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #8 am: 13. Oktober 2005, 19:08:55 »
Nicht dass der TON A grün wär oder das E gelb. Ich hab auch kein absolutes Gehör, das müsste ich ja dann eigentlich haben, denke ich. Aber Klänge und Geräusche von Instrumenten haben eine Art von visueller Struktur. Ein Cembalo schillert leicht silbern- golden mit so Spitzen obendran. Oder mehrstimmige Streicher ziehen wie fein-rauhe Bänder vorbei. Ich kanns nicht klar beschreiben- klingt ulkig, oder?

Aber keine Angst- es sind KEINE Halluzinationen. Wenn ich die Farben sehe, dann erscheinen sie etwa so intensiv, wie wenn ich mir eine Farbe vorstelle. Wenn du dir jetzt türkis vorstellst, siehst du die Farbe vor deinem geistigen Auge. So vage ist die "visuelle" Empfindung, die ich hab. Für die Formen gilt das gleiche. Nimm die Pastorale von Beethoven, oder Bilder einer Ausstellung in der Orchesterversion- das sind Musikstücke, die voller solcher Sinneseindrücke sind. Oder die Sgt Peppers- die nimmt mich auch total in Beschlag. ich kann mir übrigens nicht vorstellen, wie es ist Klänge zu riechen. Es gibt ein paar wenige S., die das tun. Auf mich wirkt das genau so surreal, wie mein Geschreibsel vermutlich auf euch.

Ich weiß auch, wie meschugge das alles für euch klingt, hehe, aber ich kann einfach nichts dagegen machen. Es ist vollkommen real und nicht eingebildet. Ich lache mich gerade darüber kaputt, wie seltsam das klingen muss, was ich hier schreibe. Und alle, die mich bis jetzt noch nicht für gaga gehalten haben,... haben jetzt endlich einen hinreichenden Grund, haha. Na bitte, wieso auch nicht? Ich bin in überaus guter Gesellschaft mit Kandinsky, Scriabin, Rimbaud, B. Bargeld... 8-) Da kann man sich doch solche Albernheiten locker leisten.
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2005, 19:10:41 von Bastian »

Offline Bastian

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #9 am: 13. Oktober 2005, 19:21:05 »
Ich möchte noch etwas nachtragen zu Sandras Frage, wegen des "outings" [smiley=happy.gif]: Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir hier im Forum oder darüberhinaus noch mehr S. haben, die einfach nicht wissen, dass es dafür einen Namen gibt. Die nicht einmal wissen, dass es ungewöhnlich ist, wenn man Farben hört oder Ähnliches. Denn sie kennen es gar nicht anders.

Das ist neben dem wissenschaftlichen Interesse an der Studie der Hauptgrund für diesen Thread. Es haben auffallend viele Künstler diese Veranlagung, also bin ich vielleicht nicht der einzige...
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2005, 19:22:00 von Bastian »

Offline whoknows

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #10 am: 13. Oktober 2005, 21:32:15 »
Quote (selected)
Ich lache mich gerade darüber kaputt, wie seltsam das klingen muss, was ich hier schreibe. Und alle, die mich bis jetzt noch nicht für gaga gehalten haben,... haben jetzt endlich einen hinreichenden Grund, haha.

Ich weiss nicht, vielleicht bin ich ja komisch, aber ich habe den Eindruck, Du überschätzt die Wirkung, die Synästhesie auf "Freaks, die das nciht haben" hat. Für mich hat das sowenig mit meschugge zu tun, wie eben jemand, der absolutes Gehör hat. Es ist eine Gabe.
Ganz anders hingegen bei Koprolalie - da tu ich mir sehr schwer mit dem Verständnis, soll heissen, natürlich ist mir klar, dass diese Menschen letztlich völlig "normal" denken - sie können nur nicht so wirken. Aber da ist die Verständnisschwelle doch etwas höher.
Synästhesie ist für mein Gefühl so wie musikalisch sein oder unmusikalisch sein, oder humorvoll und humorlos. Man ist so, oder eben nicht. Und die jeweils einen können die jeweils anderen zwar als völlig normal akzeptieren, aber so richtig nachvollziehen, be-greifen  können sie die Denke eben nciht.

Übrigens kann ich mir nicht vorstellen, dass man Synästhesie lernen kann - auch Musikalität oder Humor kann man nicht lernen. (oder absolutes Gehör, for that matter) Man kann sich vielleicht etwas irgendwie vergleichbares antrainieren - aber das Wahre ist das dann nicht, und das ist immer merkbar. Man IST es, oder man IST es nicht. Sei froh.

Aber ich gebe zu - Du bist schon ein Sonderfall: humorvoll UND musikalisch UND Synästhetiker - das ist schon viel auf einmal. ;D

Aber beim entweder Musikhören oder Gespräch führen kann ich Dich gut verstehen. ich kann auch sehr sehr schwer Musik nebenbei hören - und wenn, dann wirklich nur leises Hintergrundgedudel. Aber zum Beispiel ein Barpianist - da hör ich schon mehr auf die Musik. Bei Musik muss ich  ZUhören...


gibt's dieses geniale Augenbrauenheb und Kicher-Smiley bei UNS?
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2005, 21:33:10 von whoknows »

Offline Dagmar

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #11 am: 14. Oktober 2005, 00:48:12 »
Also Basti, ich erlebe das auch ganz und gar nicht gaga. Ich finde das super interessant, was Du hier schreibst und ich wünschte, mir ginge das auch so wie Dir. Bin fast ein wenig neidisch  [smiley=old_rolleyes.gif]. Vorhin fiel mir ein, dass Du mir das schon mal in einem Nebensatz erzählt hast. Aber das war nur so nebenbei, und ich habe das da gar nicht so richtig realisiert, was das eigentlich heißt.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf weitere Informationen und Erfahrungsberichte von allen zu dem Thema. Wenn ich etwas ausgeschlafener als gerade jetzt bin, lese ich mal in Ruhe die links, da bin ich auch schon sehr gespannt drauf!
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Offline Suse

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #12 am: 19. Oktober 2005, 22:08:24 »
Das ist ja total spannend! Wie konnte mir dieser Thread bisher entgehen? Irgendwie hat mein Compi ein Paralleluniversum, aus dem er ab und zu mal was rüber schiebt. Ich werde mir morgen auch die Links ansehen. Ich bin neidisch. Welch ein Reichtum!
Ich hab grundsätzlich ein Problem, mir Zahlen zu merken, auch wenn´s mal wichtig wäre. Haben Zahlenfolgen aber einen Rhythmus für mich, kann ich sie nicht mehr vergessen. Ist bestimmt was ganz anderes, weil die Verbindung nicht direkt von selbst entsteht, aber die Verknüpfung hilft mir manchmal über dieses eigentliche Defizit hinweg.
Sollten die Dich bei den Untersuchungen nicht gut behandeln, werden wir Dich befreien!!!!

Offline Andrea

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #13 am: 19. Oktober 2005, 23:59:42 »
Zitat:
Für mich hat das sowenig mit meschugge zu tun, wie eben jemand, der absolutes Gehör hat. Es ist eine Gabe.
Genau.
Basti und ich haben vor langer Zeit schon mal über all das geredet. Ich finde diese Bereicherung in dir auch sehr spannend.
Ach, warum nur bin ich kein halber S.? Dann würde ich wenigstens die Farben HÖREN ;D

Zitat:
Ganz anders hingegen bei Koprolalie
Was ist das genau? Bewegen sich die Leute irgendwie anders und wirken dadurch irgendwie daneben? Oder wie?
Zum Licht gehört der Schatten, zum Tag die Nacht. Das musst du dir so oft sagen, bis du es weißt und für selbstverständlich hältst. Dann kannst du nicht enttäuscht darüber sein. Denn leben heißt: Das

Offline whoknows

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #14 am: 20. Oktober 2005, 00:16:01 »
Koprolalie, wörtlich: Abfall-Zunge. Eine Krankheit, bei der Menschen anfallsartig schwere Flüche und Beschimpfungen ausstossen müssen. Müssen! Sind eigentlich normal intelligente Menschen, und es ist einfach eine Art sprachlicher Tic. Diese Menschen können niemals an normalem Leben teilnehmen, weil sie halt herumlaufen und die schlimmsten grauslichsten Beschimpfungen ausstossen - ohne das zu wollen oder auch nur ähnliches zu denken. Aber damit sind sie natürlich von Kino, Lokalen, Theater, häufig auch normalen Schulen etc ausgeschlossen.
Diese Krankheit bricht häufig auch erst mit der Pubertät aus, so dass sie sich serh wohl vorstellen können, wie es anders wäre....

Offline Bassmeister

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #15 am: 20. Oktober 2005, 00:33:42 »
Eine Freundin von mir (Musikerin) hat eine Verbindung zwischen Tönen und Farben. In beide Richtungen. Das finde ich hochgradig spannend und keinesfalls bekloppt!
[size=9]Nicht alles, was zwei Backen hat, ist ein Gesicht...[/size]

Offline Andrea

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #16 am: 20. Oktober 2005, 00:45:30 »
Zitat:
Koprolalie, wörtlich: Abfall-Zunge.
Meinst du das Turett-Syndrom, oder unterscheiden sich diese beiden Krankheiten voneinander?
Zum Licht gehört der Schatten, zum Tag die Nacht. Das musst du dir so oft sagen, bis du es weißt und für selbstverständlich hältst. Dann kannst du nicht enttäuscht darüber sein. Denn leben heißt: Das

Offline Choirgirl

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #17 am: 20. Oktober 2005, 09:23:20 »
Ich finde es bekloppt.  :D - Nee, aber ich kann mir nicht vorstellen eine Farbe mit einem Buchstaben zu verbinden. In Musik hatten wir Tonartenpsychologie, also dass Es-Dur blau sein soll usw. Das habe ich auch nicht kapiert. Mir ist schon klar, dass einige Tonarten z.B. auf der Geige gespielt heller klingen als andere, weil viele Saiten mitschwingen, was aber beim Klavier wiederum nicht funktioniert.

Also ich nehm das als gegeben hin, dass es so etwas gibt, aber ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen.  :o 8-)  

Computer says no.

Offline Dorian

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #18 am: 20. Oktober 2005, 11:23:03 »
Quote (selected)
Zitat:
Koprolalie, wörtlich: Abfall-Zunge.
Meinst du das Turett-Syndrom, oder unterscheiden sich diese beiden Krankheiten voneinander?
Das erste ist ein mögliches Symptom des Zweiten. Ese ibt aber auch Tourettis die nur motorische Tics haben, also keine verbalen.

Offline whoknows

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #19 am: 20. Oktober 2005, 11:56:09 »
Genau. Touret ist der Oberbegriff. Das heisst, da kann man auch unwillkürliche Zuckungen von diversesten Körperteilen haben. Gesicht, Arme, Beine, Zunge - ich hatte mal eine Freundin, die hatte Zuckungen im Zwerchfell - dadurch musste sie dann immer komische Schreie und Urlaute ausstossen. Auch nciht rasend witzig.

Offline Suse

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #20 am: 20. Oktober 2005, 14:14:14 »
Hi Bastian,
danke für die Links; hatte jetzt Zeit, mal in Ruhe nachzulesen. Wirklich sehr interessant. Hab immer noch den Eindruck, mir entgeht da was. Andrerseits kann die Reizüberflutung bestimmt auch oft sehr anstrengend sein. Jedenfalls ein spannender neuer Blick in die Welt.
Danke!

Offline Bastian

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #21 am: 20. Oktober 2005, 14:35:01 »
Na, schreibt es doch wenigstens richtig: "Tourette- Syndrom" heißt es. Und Koprolalie ist, wie Dorian sagt, die eine Form des Tics, bei dem die Betroffenen obszöne Worte ausstoßen müssen. Eine liebe Bekannte von mir hat es auch ("f*ck d*ch *ns Kn*e"), und ich fragte sie kürzlich auf einer Party, was sie sagt, wenn sie mal wirklich mit jemandem ins Bett will. Sie lächelte und antwortete kurz und knapp: "F*cken!" ;)

Ja, das ist wirklich eine nicht so witzige Abweichung von den Normalos. Weil diese Tics dazu führen, dass die anderen den Betroffenen ausgrenzen. Und Nervosität kann es noch steigern... Aber man kann sich verblüffend gut daran gewöhnen, wenn man sich kennenlernt, also ich sehe über ihre Tics hinweg.
« Letzte Änderung: 20. Oktober 2005, 14:45:03 von Bastian »

Offline Andrea

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #22 am: 20. Oktober 2005, 14:44:58 »
"Tourette- Syndrom"
Danke, Basti! Endlich weiß ich, wie man das schreibt. :-)
Das ist bei uns Blinden immer so. Wir hören Worte, und wenn wir sie nirgendwo gelesen haben, schreiben wir sie nach unserem Gehör, und das ist oft falsch.  Straßennamen usw. lasse ich mir deshalb gern buchstabieren.
Ich hab mal einen Touretti getroffen, allerdings einen, der nicht flucht. Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn jemand zusammenhanglos vor sich hin flucht, ob ich mir das Grinsen am Anfang vielleicht nicht unterdrücken könnte, oder ob ich es sofort schaffe, gar nicht darauf zu achten?
Zum Licht gehört der Schatten, zum Tag die Nacht. Das musst du dir so oft sagen, bis du es weißt und für selbstverständlich hältst. Dann kannst du nicht enttäuscht darüber sein. Denn leben heißt: Das

Offline Bastian

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #23 am: 20. Oktober 2005, 15:15:03 »
Suse wrote:
Quote (selected)
Andrerseits kann die Reizüberflutung bestimmt auch oft sehr anstrengend sein.
Ich denke ja. Ich kann es nicht sicherer sagen, weil mir wahrscheinlich nicht bewusst bin, was mein Gehirn alles ausblendet. Denn manchmal nehme ich meine S. gar nicht wahr. Wenn mir dann einfällt, dass ich sie eigentlich haben müsste, schwupp- sind sie wieder da. Es scheint so ähnlich zu sein, wie bei Leuten mit einem Tinitus: Manchmal haben sie zeitweise das Glück, ihn nicht zu bemerken, aber sobald sie dieses Glück verlässt, macht es wieder "tüüüüt"... Aber das Gehirn ist ja während der gesamten "tinituslosen" Zeit damit beschäftigt, ihn zu unterdrücken oder zu verdrängen. Da werden Schwellen erhöht, Synapsen blockiert, oder andere Mechanismen aktiviert mit denen ich mich nicht gut auskenne. Also arbeitet es an der Sache, selbst wenn es dem Betroffenen nicht bewusst ist, und das verbraucht natürlich ATP. :) (Hehe, soweit reicht mein Fachwortschatz noch aus)

Aber es belastet mich nicht wie ein Tinitus. Dazwischen liegen, was den Terror angeht wirklich Dimensionen. Ich empfinde es nicht als störend. Und für die unterdrückenden Abläufe in der Birne haben ja unsere Dagmar. Die kann uns bestimmt erklären, was für Mechanismen daran beteiligt sind. "Verdrängung" im psychoanalytischen Sinn ist ja etwas anderes als das "Ausblenden" von Sinneseindrücken auf der neuronalen Ebene.

and Bassmaster wrote:
Quote (selected)
Eine Freundin von mir (Musikerin) hat eine Verbindung zwischen Tönen und Farben. In beide Richtungen. Das finde ich hochgradig spannend und keinesfalls bekloppt!
Ah, super. Das ist schon sehr interessant. Auch umgekehrt? Bemerkenswert, wie das alles zusammenpasst- lustig, wie die Faust aufs Auge. Nach heutigem Kenntnisstand sollen 80% der S. Frauen sein. Und die meisten S. arbeiten in künstlerischen Berufen. Das ist, was ich drüber gelesen hab, und es scheint sich sowohl in der Studie zu bestätigen, als auch in deinem Beispiel.
« Letzte Änderung: 20. Oktober 2005, 15:39:24 von Bastian »

Offline Suse

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Re: Synästhetiker, bekloppt und doch normal?
« Antwort #24 am: 20. Oktober 2005, 22:09:49 »
Ja, Tinitus ist nicht so klasse. hab seit der letzten Otitis externa (sowas doofes hab ich häufiger) einen netten Piepston links (hab ich auch schon häufiger gehabt, ging aber immer wieder weg) und ganz neu: rechts ein zwei Töne mit ´nem Halbton Differenz. Nicht wirklich schön aber zumindest leise und somit leicht zu unterdrücken. Hab mal jemanden kennengelernt, der immer Wanderlieder hörte. DAS ist schon sehr viel übler. Ich krieg jetzt Akupunkturnadeln gegen den Tinitus, aber eigentlich rechne ich - trotz sehr guter Akupunkturerfahrungen bei andren Indikationen- damit, daß die Töne bleiben. Würdest Du, Bastian, denn die Synästesien lieber nicht haben wollen? Beim Tinitus ist die Störung schon klar, aber das, was Du beschreibst, liest sich für mich wirklich eher wie eine zusätzliche Gabe als wie eine Beeinträchtigung.

 

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