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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie  (Gelesen 13540 mal)

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Offline Eric

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #50 am: 28. August 2006, 18:11:37 »
Das wäre der eleganteste Weg für diesen konkreten Fall... Okay, es war ein nicht ganz treffendes Beispiel. Was machst du aber wenn es dir um eine klare Personengruppe geht ?

Neues Beispiel: "Juden empfinden viel Schmerz wenn sie an die Schandtaten der Nazis denken" vs. "Unsere jüdischen Mitbürger empfinden viel Schmerz beim Gedanken an die Schandtaten der Nazis" ???

Da wir ja eh nun einmal Haare spalten wäre es interessant zu untersuchen, ob nicht die Mitbürgerversion respektvoller ist !? Ich würde denken, dass vor allem Nazis sich so ausdrücken würden, zu sagen "Juden", der respektvolle Mensch nutzt (in meinen Augen) die Mitbürgerversion "jüdische Mitbürger" - oder nennt sie beim Namen  ;).

Offline whoknows

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #51 am: 28. August 2006, 18:19:09 »
Eric, überleg Dir doch mal, ob Du dich in Berlin wohlfühlen würdest, wenn die Leute Dich nicht als "Eric" kennen, sondern Dich als Ostdeutscher Mitbürger bezeichnen.
Ich finde zB kann man sagen: türkischstämmiger Deutscher. Oder deutscher Türke. - Aber "mit" ist in dem Zusammenhang eher als "bei" zu verstehen, wenn Du verstehst, was ich meine.
Übrigens geht es mir mit dem Mitmenschen ähnlich - da kommt's auch auf den Zusammenhang an. Wenn man ALLE anderen meint, ist es okay, aber wenn man sagt: Türkische Mitmenschen...hm. für mich ist das schon komisch. Es grenzt aus.

Offline Eric

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #52 am: 28. August 2006, 18:30:46 »
Es geht doch beim (ostdeutschen) Mitbürger nicht um einen einzelnen konkreten (Eric). Ich persönlich jedenfalls verwende es höchstens um tatsächlich eine allgemeine Personengruppe zu benennen und Personengruppen gibt es ganz natürlich (Ärzte, Metzger, Ostdeutsche, Westdeutsche, Berliner, Hamburger, Pforzheimer, Jugendliche, Senioren, u.s.w.)

Ich halte den "Mitbürger" einfach für ein Hintertürchen um etwas weich und respektvoll klingen zu lassen anstatt sich einer so harten Sprache zu bedienen (wie es vermutich Nazis tun würden). Jedenfalls erkläre ich mir so, dass man besonders wenn es um fremde Nationalitäten oder Kulturen geht, gern auszuweichen versucht um sich sprachlich klar durch einen respektvollen Ton von z.B. den Nazis abzugrenzen. Deswegen verwendet auch kaum einer den Mitbürger für Ostdeutsche oder Westdeutsche oder "Berliner Mitbürger" - das ist kein so sensibles Gebiet wie wenn es sich um Türken, Juden, Russen oder wen auch immer handelt.

Wie gesagt, das ist meine Schmalspurerklärung dafür. es grenzt, zumindest in meinem Verständnis, nicht AUS, sondern AB - nämlich nicht die Gruppe auf die es zielt, sondern den der von ihr spricht.

Kurz und gut: Der "Mitbürger" ist vermutlich ein sprachliches Mittel um sich von z.b. Nazis ABzugrenzen, denn die haben (meines Wissens nach) den "Mitbürger" nicht in ihrem Wortschatz, sondern verwenden vorzüglich die direkte unverblümte Sprache...

Oder habt ihr schonmal einen Nazis "Ausländische Mitbürger raus!" schreien hören ? EBEN !

Offline Bastian

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #53 am: 28. August 2006, 19:34:02 »
Ach Eric, es fällt dir vielleicht nicht auf, aber du bist auf der Suche nach einem Begriff, der
1. Ausländer ausgrenzt, aber
2. dir nicht so vorkommt

Das wird nicht funktionieren. ;D

Mach dir doch nicht diese Probleme!

Herr Özgür ist Türke. Er weiß selbst am besten, dass das kein Problem ist, also darfst du ihn getrost einen Türken nennen. Ein Mitbürger ist er nicht, denn er hat die türkische Staatsangehörigkeit. Also ist er "Ausländer". Auch diese Bezeichnung ist für ihn kein Problem. Das einzige Problem sind für ihn diejenigen, die damit ein Problem haben. Hätte er aber einen Deutschen Pass, wäre er Deutscher. Dann dürftest du ihn einen "Mitbürger" nennen, "ausländisch" wäre er dann aber nicht mehr.

Michel Friedman ist Jude. Er würde nie etwas anderes von sich behaupten. Er ist auch Deutscher, also kannst du ihn als "jüdischen Mitbürger" bezeichnen. Es bleibt aber sprachlicher Schwampf, der bei ihm (wie bei Herrn Ozgür auch) keinesfalls Beruhigung sondern vielmehr Misstrauen hervorufen wird. Denn so schwampfen nur diejenigen, die ein Problem mit Juden, Türken, Behinderten u a haben.

Wolltest du den gleichen Fehler, wie beim "ausländischen Mitbürger" begehen müsstest du bei Michel Friedman von einem "jüdischen Mitchristen" sprechen. Das wäre genau so falsch.

Der "ausländische Mitbürger" ist weder politisch korrekt, noch sanft, noch integrativ... er ist falsch.
« Letzte Änderung: 28. August 2006, 20:13:38 von Bastian »

Offline Eric

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #54 am: 28. August 2006, 20:13:05 »
Meinst du ? Ich weiß es nicht, ich weiß auch nicht ob er wirklich ausgrenzt. Das was mich vor allem interessiert ist, WARUM man ihn so gern verwendet. (Und es verwendet im Grunde (fast) jeder), dabei kann ja nicht jeder Ausländer ausgrenzen !!!

Offline Bastian

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #55 am: 28. August 2006, 20:17:37 »
Doch, das kann jeder.
(Hab mein Posting noch weiterentwickelt)

Kennst du die Folge von Southpark, wo -ich glaube- Cartman Stan besänftigen will? Mit den Worten: "Aber nein, du bist kein Jude..." :)
« Letzte Änderung: 28. August 2006, 20:23:57 von Bastian »

Offline Eric

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #56 am: 28. August 2006, 22:40:34 »
Nein, die kenne ich nicht. Vielleicht sollte ich etwas mehr TV kieken ;-)
Nun ja, dann ist es vielleicht falsch, der "Mitbürger"... hab mir da nie so wirklich Gedanken drüber gemacht. Aber mag es auch Schwampf sein, so klingt es (für mich zumindest) ganz angenehm.

Man kann auch sagen: "Entschuldigt mich bitte kurz, ich komme gleich wieder" oder eben "Ich muss mal eben aufs Scheißhaus" - Der Effekt ist der selbe: Man ist für ein paar Minuten weg und kommt gleich wieder.  :P
Also liebe Mitbrügerinnen und Mitbürger, werte Genossen: Hütet euch vor sprachlicher Schwampferei, sagts unverblümt wie es ist.  :)

Aber Spaß beiseite, ist schon wahr - man sollte öfter mal so Sachen hinterfragen die sich, schlicht weil sie usus sind, so eiingebürgert haben und vielleicht nicht immer ganz korrekt oder vielleicht sogar falsch sind. Ich zumindest werde mich vor "Mitbürgern" von nun an sehr hüten. Hab mich mit dieser Diskussion schon angesprochen gefühlt, weil ich merkte "Hoppla, das sagst du ja selbst gern einmal ohne es zu hinterfragen".
« Letzte Änderung: 28. August 2006, 22:44:51 von theaterfreek »

Offline whoknows

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #57 am: 29. August 2006, 00:11:49 »
Aber ganz unbewusst hast Du selbst gerade das beste Argument geliefert:
Quote (selected)
Man kann auch sagen: "Entschuldigt mich bitte kurz, ich komme gleich wieder" oder eben "Ich muss mal eben aufs Scheißhaus

so sagt man, weil man "Scheisshaus" als minderwertigen Begriff, als minderwertiges Ding betrachtet.
Juden und Türken und Muslime empfinden sich selbst aber nciht als minderwertig - die verstehen garnicht, wieso man über den Begriff stolpern kann - Man  stolpert  nur dann über den Begriff "Jude, Muslim, Türke" wenn man ihn insgeheim als anstössig empfindet- und also auch  den Mensch, der nun mal nicht der Begriff ist, sondern der Muslim, der Jude, der Türke, als "irgendwie anders". so wie ein Scheisshaus als anstössig empfunden wird, weil man dort eben scheisst. *gg*

Herr Özgür ist anders, weil er Herr Özgur ist, so wie Du anders bist, weil Du Eric bist. Aber wenn du als anders empfunden wirst, weil Du einer von einer undefinierbaren, aber bittenetterweise  rücksichtsvoll zu bezeichnenden Gruppe bist, dann ist das ausgrenzen.
Vastehst? ;) :-*

Mir fällt persönlich immer unangenehm auf, wie oft die Deutschen fast unmerklich zögern, bevor sie das Wort "Jude" sagen. Dieses "sich-winden" ist das erste Zeichen für fehlende Normalität. Und ich entwickle dann sofort eine "anti-Haltung" wenn ich das mitkriege, es stellen sich mir die Haare auf, denn es zeigt, dass die Gruppenzugehörigkeit ein stärkeres Signal ist als ich als Person.

Die Schweizer unter uns werden dieses Gefühl kennen. :P ;D
« Letzte Änderung: 29. August 2006, 00:18:07 von whoknows »

Offline Bastian

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #58 am: 29. August 2006, 00:45:35 »
Wat?
« Letzte Änderung: 29. August 2006, 00:46:42 von Bastian »

Offline Eric

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #59 am: 29. August 2006, 09:18:17 »
Quote (selected)
Aber ganz unbewusst hast Du selbst gerade das beste Argument geliefert:
Zitat:
Man kann auch sagen: "Entschuldigt mich bitte kurz, ich komme gleich wieder" oder eben "Ich muss mal eben aufs Scheißhaus
 
so sagt man, weil man "Scheisshaus" als minderwertigen Begriff, als minderwertiges Ding betrachtet.
Juden und Türken und Muslime empfinden sich selbst aber nciht als minderwertig - die verstehen garnicht, wieso man über den Begriff stolpern kann - Man  stolpert  nur dann über den Begriff "Jude, Muslim, Türke" wenn man ihn insgeheim als anstössig empfindet- und also auch  den Mensch, der nun mal nicht der Begriff ist, sondern der Muslim, der Jude, der Türke, als "irgendwie anders". so wie ein Scheisshaus als anstössig empfunden wird, weil man dort eben scheisst. *gg*
 

Ich denke das leuchtet ein. Wogegen ich mich allerdings wehre ist die "Minderwertigkeit" im Begriff "Türke" z.B. zu sehen und deswegen einen anderen Ausdruck zu suchen. Anstößigkeit... das isses ! Und warum es anstößig ist, das hatte ich ja bereits erklärt - da waren wir bei der Abgrenzung vom Nazis-Geschwafel gewesen. Ja, das gibt schon ein Bild...

Quote (selected)
Herr Özgür ist anders, weil er Herr Özgur ist, so wie Du anders bist, weil Du Eric bist. Aber wenn du als anders empfunden wirst, weil Du einer von einer undefinierbaren, aber bittenetterweise  rücksichtsvoll zu bezeichnenden Gruppe bist, dann ist das ausgrenzen.
Vastehst?  

Nun ja, mag schon im Großen und Ganzen stimmen. Die Frage ist, ob denn dann ausgrenzen überhaupt so schlimm ist, denn es gibt logischerweise unter den 6 Milliarden Menschen auf dieser Erde viele tausende verschiedenste Gruppen von Personen, von denen einem mindestens die Hälfte so wahnsinnig fremd ist ! Wenn dieses Fremdsein aber rücksichtsvoll benennen schon allein ausgrenzen sein soll - na Prost Mahlzeit.

Für mich persönlich ist Ausgrenzen etwas anderes: Wenn im Kindergarten oder in der Schule z.B. ein Kind immer von den anderen links liegen gelassen oder respektLOS behandelt wird, wenn es nie mitspielen darf und am besten nix sagen, sich klein fühlt - DAS ist für mich ausgrenzen- Das bedeutet, dass man um ausgegrenzt zu werden schonmal überhaupt nicht wirklich "fremd" sein muss - das funktioniert auch so prima - und zweitens hängt es für mich in direktem Zusammenhang mit Respektlosigkeit und Ausschluß von der Gruppe.

Aber gut, so gehen Meinungen halt auseinander. Schön, wenn man sowas mal diskutieren kann ! Man muss ja nicht zwingenderweise zu einem Konsens kommen. :-*

Offline whoknows

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #60 am: 29. August 2006, 10:57:28 »
Quote (selected)
Wenn dieses Fremdsein aber rücksichtsvoll benennen schon allein ausgrenzen sein soll - na Prost Mahlzeit.

Das IST es doch, Eric!! "rücksichtsvoll benennen" - das ist doch nur ein Euphemismus. Es wird eben nciht benannt. es wird drumherum geschwafelt - als ob es schlimm wäre, es einfach zu benennen. Und noch etwas: damit spricht man dem Ausländer nicht nur das dazugehören HIER ab, sondern auch das dazugehören DORT - er ist nicht mal einfach nur Türke. Er ist irgendwas dazwischen....

Rücksichtsvoll benennen wäre zB "in Deutschland lebende Türken" oder "türkischstämmige Deutsche". Auch noch nicht das Gelbe vom Ei- letztlich wäre "Herr Özgur, der seit blabla hier zu Hause ist" schon besser - aber das ist ein bissel lang, das gebe ich ja zu...

"Ausländische Mitbürger" - das ist ein Nirgends-Platz.
« Letzte Änderung: 29. August 2006, 10:57:50 von whoknows »

Offline Bastian

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #61 am: 29. August 2006, 11:04:37 »
Quote (selected)
Wogegen ich mich allerdings wehre ist die "Minderwertigkeit" im Begriff "Türke" z.B. zu sehen und deswegen einen anderen Ausdruck zu suchen. Anstößigkeit... das isses !

Eric!
Der Begriff "Türke" ist nicht anstößig. "Bergtürke" statt "Kurde" schon.
Der Begriff "Jude" ist nicht anstößig. "Drecksjude", oder "der ewige Jude" schon.
Der Begriff "Exilkubaner" ist nicht anstößig. "Zigarrenfresser" schon.

Anstößig sind nur deine Assoziationen dazu.

Und das Argument "Nazis nennen Türken 'Türken'" ist Blödsinn. Wenn ein Nazi Rudolf Hess "Rudolf Hess" nennt, bezeichnest du ihn doch auch nicht aus vorauseilendem Relativismus als "ehemaligen Vize- Übergangskanzler der Zwischendemokratie"...

Wenn Herr Özgür dich tatsächlich zum Essen einladen sollte, dann komm vorher runter von deiner falschen Scham!

Sonst nennst du seine Böreks noch "Scheinfrikadellen",
seinen Bulgur "beinahe- Griesbrei"
und das Fladenbrot "Flachstulle".

Quote (selected)
Die Frage ist, ob denn dann ausgrenzen überhaupt so schlimm ist, denn es gibt logischerweise unter den 6 Milliarden Menschen auf dieser Erde viele tausende verschiedenste Gruppen von Personen, von denen einem mindestens die Hälfte so wahnsinnig fremd ist !
Deswegen gibt es ja auch tausende von verschiedenen Bezeichnungen, wie "Jude", "Araber", "Muslim", die man allesamt verwenden kann. Es gibt keinen Grund die "-Mitmenschen"- Suppe drüberzukippen, es sei denn, du zweifelst daran, dass dein Gegenüber diese als Menschen ansieht...

..., oder du selbst müsstest es dir immer wieder vor Augen führen, dass es sich z.B. bei Juden um Menschen handelt. Aber das glaub ich nicht.
« Letzte Änderung: 29. August 2006, 11:09:00 von Bastian »

Offline Eric

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #62 am: 29. August 2006, 11:15:09 »
Quote (selected)
Deswegen gibt es ja auch tausende von verschiedenen Bezeichnungen, wie "Jude", "Araber", "Muslim", die man allesamt verwenden kann. Es gibt keinen Grund die "-Mitmenschen"- Suppe drüberzukippen, es sei denn, du zweifelst daran, dass dein Gegenüber diese als Menschen ansieht.

Ja, is wahr. Im Übrigen ist mir aufgefallen, dass die "Mitmenschen"-Suppe vor allem in der Schriftsprache drübergekippt wird - mündlich verwendet es kaum einer. Und: Ja, sie IST überflüssig. In der deutschen Sprache ist eh sehr viel überflüssiges Zeugs drinnen, da find' ich muss man sich an diesem einen nicht so aufgeilen.

"Entschuldigen Sie, können Sie mir bitte zufällig sagen wie spät es ist" vs. "Pardon, wie spät ist es ?"... Man könnte all diese "Suppen" auf eine Papierrolle schreiben, die würde von hier bis zum Nordpol reichen.  8-) Jaja, so sind sie, die Deutschen  ;)
« Letzte Änderung: 29. August 2006, 11:15:25 von theaterfreek »

Offline whoknows

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #63 am: 29. August 2006, 17:31:49 »
Quote (selected)
Sonst nennst du seine Böreks noch "Scheinfrikadellen",

*kicher* (Den ollen Flachländer herauszukehren - weiter oben - war übrigens auch ziemlich komisch)

@ Eric:
Quote (selected)
Im Übrigen ist mir aufgefallen, dass die "Mitmenschen"-Suppe vor allem in der Schriftsprache drübergekippt wird - mündlich verwendet es kaum einer.

CDU-Politiker verwenden den Ausdruck auch gerne.
- Aber Deine Uhrzeit-analogien....das firmiert für mich nicht unter unnütz, sondern unter Höflichkeit. Es ist ja keine Umschreibung aus Unsicherheit, sondern eine Höflichkeitsform.
« Letzte Änderung: 29. August 2006, 17:33:56 von whoknows »

Offline Eric

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #64 am: 29. August 2006, 19:01:54 »
Klar ist es höflich, aber gleichzeitig auch Unsicherheitsschwafelei ! Dabei beziehe ich mich auf das ZUFÄLLIG, obwohl man den Mann / die Frau ja eh grad auf die Uhr schauen gesehen hat und deswegen weiß, dass es rein gar kein Zufall ist. Da ein ZUFÄLLIG reinzubauen ist also nicht nur höflich sondern gleichermaßen unnütz und falsch - genau wie der Mitbürger.

Offline Guntram

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #65 am: 30. August 2006, 09:31:48 »
Ich habe eure Diskussion jetzt mal eine Weile verfolgt. Ich finde ihr streitet euch um Begrifflichkeiten die ich für Korinthenkackerei halte.

Ich spinn das erst mal weiter:
Ob jemand Katholik, Jude oder Buddhist ist???? Ich würde nie jemanden als meinen katholischen Mitbürger bezeichnen. Die Religion ist mir egal. Klar wenn man einen Menschen jüdischen Glaubens bezeichnet – gerade das fällt bei uns auf. Aber hier die Vermischung Jude (Religion) und Türke (Herkunft)!!! Auch das ist Korinthenkackerei von mir. Was ich mich noch interessehalber frage: gibt es auch nichtjüdische Israeliten (Staatsbürger von Israel)?

Warum soll ich den Italiener, Türken, Engländer (komisch auf denen habt ihr bisher nicht rumgeritten, aber hier zeigt sich die statistisch erwiesene Tendenz Nord-/Mitteleuropäer eher als Nachbarn zu akzeptieren als Südeuropäer, Osteuropäer, Südamerikaner, Asiaten, Afrikaner (ungefähr in dieser Reihenfolge) sind halt keine germanischen Verwandten) die seit 20 Jahren in Deutschland leben nicht als Mitbürger zu bezeichnen. Seit wann ist das an die Staatsangehörigkeit gebunden? Gibt es da eine Vorschrift? Würde mich in Deutschland nicht wundern.

Jeder Provinzbürgermeister (aber auch alle anderen Politiker) würde sich hüten alle Nichtdeutschen seines Wahlbereichs als auszugrenzen. Das kostet Wählerstimmen.

Ich kann mich auch nicht erinnern jemanden den ich kenne oder auch nicht als Mitbürger oder Nichtmitbürger bezeichnet zu haben. Auch ich nenne jemanden Türken wenn es einer ist und dabei kann ich erst mal nicht die Unterscheidung treffen ob er türkischer Staatsbürger ist und bei uns arbeitet – sei es in der ersten oder fünften Generation - oder zu Besuch ist oder ob er Deutscher türkischer Abstammung ist. Wenn ich ihn besser kenne kann ich ihn immer noch anderes bezeichnen und hier ist die Auswahl groß.
Das gilt für alle (nicht nur Türken) die ich kenne , z. B. Freund, Kumpel, Bekannter, Herr/Frau …., einfach der Vorname, Kollege, Idiot oder Arschloch …………………..

Ich halte es für übertrieben jedes Wort auf die Goldwaage legen zu wollen. Auch ich habe meine Vorurteile, derer ich mir hoffentlich aller bewusst bin, ich Pflege und korrigiere sie, aber ich versuche meinen Mitmenschen vorurteilsfrei gegenüber zu treten. Das finde ich besser als philosophische Scheindiskussionen ob jemand einer bestimmten Gruppierung angehört oder nicht und ob ich ihn diskriminieren darf oder nicht. ;-)

Von Dieter Nuhr gibt’s übrigens eine schöne Nummer zu dem Thema darin bringt er unter anderem (sinngemäß): Er setzt sich auch zu dem Ausländer ins Zugabteil, auch wenn der ganze Zug leer ist weil es ja eine politische Demonstration der Solidarität mit dem Ausländer ist gegen Ausländerfeindlichkeit.

Also nicht reden - handeln!
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Offline whoknows

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #66 am: 30. August 2006, 10:04:56 »
Quote (selected)
Was ich mich noch interessehalber frage: gibt es auch nichtjüdische Israeliten (Staatsbürger von Israel)?

Klar, Kopten, Christen, Muslime...was Du willst...

Offline Guntram

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #67 am: 30. August 2006, 10:21:21 »
Gut zu wissen. Bisher stellte es sich mir immer als quasi Staat mit "Staatsreligion" dar. Zumindest habe ich noch nie von einem z. B. Muslimen mit israelischer Staatsbürgerschaft gehört.
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Offline whoknows

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #68 am: 30. August 2006, 15:11:15 »
Es gibt im Gegenteil sogar eine strikte Trennung von Religion und Staat - also, so strikt, wie sie vermutlich auch in Bayern ist ;) Die Jüdische Religion ist ganz einfach nur die Religion von der Mehrheit der Bürger, eben so wie in Bayern das Christentum. (Wobei zB gerade in Jerusalem stimmt das zB nicht so - da sind Juden nur sehr knapp in der Mehrheit.)
Es herrschen Religionsmässig eigentlich ganz ähnlich Zustände, Bayern ist garnicht so ein schlechtes Beispiel  - alle 'Religionen sind erlaubt, alle haben ihre Bethäuser, Schulen etc , es ist von den Gesetzen her säkular,  trotzdem führt die CSU gerne das Wort "Christlich" im Munde, Bayern ist ein "Christlicher Staat".

Aber ich meine, auch das ist ein Ausdruck der latent antisemitischen Berichterstattung, dass das so untergeht - Israel wird hier als "Der Judenstaat" begriffen, (vielleicht , weil es ein ungewöhnlicher Gedanke ist, dass auch jüdisch glaubende Menschen sich gemeinsam mit Minderheitsreligionen  in Staaten zusammenfinden können?) in Israel ist es "der israelische Staat", so wie der deutsche Staat mehrheitlich christlich, aber nicht "der Christenstaat" ist.
Aber ich denke, es liegt sicher auch an der Singularität: es gibt viele Staaten mit Buddhistischer, viele mit Christlicher oder Muslimischer Mehrheitsreligion - aber nur einen einzigen mit Juden.
« Letzte Änderung: 30. August 2006, 15:13:35 von whoknows »

Offline whoknows

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #69 am: 30. August 2006, 15:15:07 »
Übrigens gibt es im Libanon eine ziemlich starke Minderheit von Christen - die allesamt ebenso auf "Seite" von Israel in diesem Konflikt stehen.

Offline Guntram

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #70 am: 30. August 2006, 15:30:18 »
Bayern sind keine Christen, sondern Katholiken. Sieht man mal von einigen Gebieten im Fränkischen ab, von die Evangelischen in der Mehrheit sind, aber das zählt nicht, weil Franken eher Preußen als Bayern sind (liegt nördlich der Donau)  ;) :-*
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Offline michael

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #71 am: 31. August 2006, 00:04:57 »
Nördlich der Donau...
Bayern ist doch alles südlich der Mainlinie....

Aber das Wetter muss wohl überall so toll wie hier sein, wenn das Forum wieder so lebendig ist. komme nicht mehr mit lesen nach- wenigstens ein Lichtblick (das lebendige, nicht meine Leseprobleme!).
« Letzte Änderung: 31. August 2006, 00:24:18 von michael »

Offline michael

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #72 am: 31. August 2006, 00:08:15 »
Zitat:
[highlight]Was ich mich noch interessehalber frage: gibt es auch nichtjüdische Israeliten (Staatsbürger von Israel)?
 
Klar, Kopten, Christen, Muslime...was Du willst...[/highlight]


Nicht zu vergessen: Bahais.

Offline Guntram

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #73 am: 31. August 2006, 08:59:25 »
Glaube mir: alle die nördlich der Donau wohnen sind Preußen. So die Ansicht der Altbayern (Nieder- und Oberbayern)   ;)

Im Nürnberger Raum (Mittelfranken) gibt es die Frankenpartei, die fordern ein eigenes Bundesland Franken. Also wer im Bundesland Bayern wohnt ist nicht automatisch Bayer, es gibt auch Schwaben Franken und Oberpfälzer  :-? Und nicht zu vergessen noch heute gibt es bay. Politiker die bezeichnen die Sudetendeutschen (es leben noch welche) als den fünften Stamm Bayerns.
« Letzte Änderung: 31. August 2006, 09:00:50 von guntram »
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Offline Franz08

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Re: Rechtsradikalismus, KRR-Ideologie
« Antwort #74 am: 31. August 2006, 10:12:08 »
Ja, es ist schwer: Allein in unserem kleinen Land Österreich gibt es in einem auch slowenischsprachigen Bundesland einen oberösterreichen Mitösterreicher, den die meisten Mitkärntner gewählt haben, und der  Urteile des Verfassungsgerichtshofes ignoriert und sich über Verfassungsrichter lustig macht, weil er meint, ein Mitösterreicher solle keinen slawischen Namen tragen, denn damit könne er keine Urteile über Mitkärntner fällen.

Nun aber hat dieser Landeshauptmann vor ein paar Jahren seine ehemalige Partei - genannt "die Freiheitliche Partei" - verlassen und eine neue gegründet; die läuft aber nicht so gut, weil das nunmehrige "BZÖ" ("Bündnis Zukunft Österreich"; war gedacht als Berlusconi-Modell in der ukrainischen Revolutionsfarbe Orange) mit den Mitchristen der ÖVP in der Regierung sitzt und man dort versucht hat, sich nicht mehr als "rechts", sondern als "wirtschaftsliberal-konservativ" zu verkaufen. Das hat aber selbst von den österreichischen Mitbürgern kaum eine(r) geglaubt.  Kurz vor der in diesem Oktober 2006 stattfindenden Nationalratswahl hat also das BZÖ beschlossen, wieder "Freiheitlich" sein zu wollen. Nun haben wir zwei extrem rechte Parteien, die sich "Freiheitliche" nennen, und um die Stimmen entsprechend denkender Mitösterreicher und Mitösterreicherinnen buhlen.

Um eine Chance zu haben, überhaupt wieder ins Parlament zu kommen, muss der oberösterreichische Mitkärntner nun in einem Wahlkreis mindestens 20 Prozent der Stimmen erreichen - das versucht er damit zu erreichen, dass er die "Urangst" der südlichen Mitkärntner bedient, und zwar jene der "deutschen" südlichen Mitkärntner, die er permanent gegen die "slowenischen" südlichen Mitkärntner auszuspielen versucht. Der Rest der Mitösterreicher hält den Mann für nicht mehr voll zurechnungsfähig und versteht nicht ganz, warum die kärntnerischen Mitösterreicher ihn mehrheitlich immer wieder gewählt haben. Aber wir sollten auch nicht alle Kärntner und Kärntnerinnen in einen Topf werfen. Sind ja auch nur Mitbürger.

Also selbst in unserem kleinen Land ist es nicht einfach; weder "Mit-" noch ohne.

Franz
Match as much as you can!

 

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