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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Peak Oil und der Wandel  (Gelesen 16505 mal)

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angel

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #50 am: 12. Oktober 2005, 00:31:27 »
Strog,

und was ist mit dem Beitrag von Guntram #36, samt Bastis und meiner Reply darauf? Gehören die nicht auch in den verschobenen Thread? Natürlich könnte man sie auch als Dokumentation dafür nehmen, daß man  - trotz kleiner Polemik zwischendrin - auch wieder zum Kern des Thread zurückfinden kann  8-)




« Letzte Änderung: 12. Oktober 2005, 00:44:50 von angel »

Offline whoknows

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #51 am: 12. Oktober 2005, 00:55:32 »
Och, Kinders, mit dieser Verschieberei kann man kein Gespräch mehr in seiner Ganzheit verfolgen. Das ist verwirrend. Man kann doch auch mal abschweifen - haben wir doch bisher auch immer wieder gemacht, und dann doch irgendwann zum thema zurückgefunden, oder?

DAS ist ein Thema, das an das alles anschliesst, und auch erweitert - und das mich ziemlich beschäftigt:
Bereits 2010 werden laut einer aktuellen UNO-Studie 50 Millionen Menschen aus Umweltgründen aus ihrer Heimat flüchten. Bereits jetzt treiben Klimawandel und Bodenerosion genauso viele Menschen in die Flucht wie politische oder soziale Unruhen. Experten warnen, dass das Problem der Umweltflüchtlinge bewaffnete Konflikte und einen Massenexodus aus Afrika und Asien in Richtung Westen auslösen könnte.

Offline Bastian

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #52 am: 12. Oktober 2005, 04:21:00 »
Quote (selected)
Woran liegen die "Funktions"hindernisse? Sind sie in der Technologie begründet? In welchen Fällen ist es möglich sie einzusetzen und ich welchen Fällen nicht?
Es ist doch Deine Idee, dann denk sie doch durch. Stell dir mal vor, wie Städte, wie Stuttgart oder Freiburg samt Umland aussehen, wenn aus den Kesseln in alle Himmelsrichtungen Seilbahnen und Sessellifte aufsteigen. Dazu kommen riesige Parkplätze luv- und leeseits der Hänge, sowie betonierte Parkplätze auf den Gipfeln, für diejenigen, die auf dem Bergrücken weiterfahren wollen. Wie gelangt eine Lastwagenladung Käse in die Stadt? Wie gut tut es den Hängen? Wie zieht man samt Hausrat nach Freiburg? Wie gelangen Pendler in die Stadt?
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2005, 04:23:33 von Bastian »

angel

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #53 am: 12. Oktober 2005, 04:47:38 »
Quote (selected)
Das haben sie in den Staaten schon lange versucht - und jetzt fahren die Städtebauexperten nach old Europe, und lernen Strategien, wie sie die alten Zentren wieder beleben können - die sind nämlich drüben zu Slums verkommen, es gibt nur noch Shopping-Center, kein Einzelhandel, Los Angeles, "concrete Jungle" wird es auch genannt, ist ein Paradebeispiel dafür.
Kurz: Das halte ich für eine höchst gefährliche Entwicklung, dieses Dezentralisieren, denn man macht die Rechnung ohne die Bequemlichkeit der Menschen und ohne die Anpassungsfähigkeit der transnationalen Konzerne. Menschenmassen sind ähnlich wie Wasser (in Paniksituationen wird übrigens erstaunlicherweise zähe Brühe verwendet, um die Menschenströme zu symbolisieren) - sie suchen sich immer den zunächst einfachsten Weg, und fluten den.

Das ist doch wieder eine Bestätigung von Adornos Aussage: "Es gibt kein richtiges Leben im falschen". Ich sprach doch gar nicht von einer Dezentalisierung unter Beibehaltung des Kapitals und der Ware-Geld-Beziehung, sondern von Transformationsprozessen jenseits des Kapitals.
Aber wahrscheinlich bezog sich ja auch dieser Beitrag gar nicht auf mich. Ich verstehe nur nicht, daß Du auf der einen Seite die transnationalen Konzerne auch als für die Menschheit schädlich ansiehst, aber doch an ihnen festhältst. Ist es Bequemlichkeit? Macht des Gewohnten? Oder einfach nur Ohnmacht?
Vielleicht ist die Ohnmacht die Macht der Bequemlichkeit?
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2005, 05:39:14 von angel »

Offline whoknows

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #54 am: 12. Oktober 2005, 10:48:34 »
Ich halte die übergrosse MACHT der transnationalen Konzerne für schädlich, und für einen Fakt. Diese Macht wirkt nämlich auch auf Prozesse ein, die letztlich mit der reinen "Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern" nichts mehr zu tun haben. Sie wird zur politischen Macht, zur Gesellschaftlichen, zur Zivilisatorischen. Vor allem: sie ist ein Fakt. Man kann darauf hinweisen - aber man kann heutzutage nicht mehr in einer Stadt leben, ohne sie zu stützen, egal wie sehr man das möchte.
Versuch mal, nur zum Beispiel, amerikanische Produkte zu boykottieren. Das GEHT garnicht mehr. Allein schon, weil man gar nicht mehr weiss, wo überall amerikanische TNK mitverdienen. Bei jedem Bioapfel aus Brandenburg hat irgendwo  - wasweissich, zB - ein amerikanischer Traktor mitgetan, bis der auf dem Markt war. Man müsste in Sack und Asche gehen, nicht mehr lesen, nicht mehr öffentliche Verkehrsmittel nützen, auch keine Fahrräder, keine Schuhe tragen - überall mischen transnationale Konzerne mit - Du stehst auf, stellst den Wecker ab und kochst dir einen Kaffee, und schon hast du zum konsumistischen, ausbeuterischen Ablauf unserer Gesellschaft beigetragen, ob es Dir nun passt oder nicht. Und zwar auch, wenn Du "Fairtrade" - Kaffee gekauft hast.

Und ich glaube mit Basti, dass man nicht mehr (ohne zB nach einer Megakatatrophe) zurück kann zu einem Warenverkehr wie vor 500 Jahren. Nenn es Ohnmacht, wenn Du willst, aber ich glaube nun mal daran, das MACHBARE zu propagieren.
Man könnte evtl etwas einschränken, durch Umlegung auf Schiene, durch Bewusstseinsbildung, vielleicht auch dadurch, dass man den Subventionswahnsinn mal durchforstet. (Manche Dinge fahren hin und her durch die EU, bevor sie zum Endverbraucher kommen, einfach um verschiedene Subventionen zu kassieren.) Aber ich halte es für müssig, sich Dinge zu überlegen, die einfach nicht machbar sind, bzw wo wir keinen Einfluss haben, weil man dafür nie eine relevante Mehrheit findet. Ich glaube, wenn man bewusstseinsbildende Prozesse in den Mitmenschen anregen möchte, sollte man nicht mit Forderungen beginnen, die einfach zu weit gehen für ihr Verständnis und ihren Willen um Veränderung.

Wenn man mit dem Kopf durch die Wand will, geht meistens der Kopf kaputt, sagte mein Vater immer.
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2005, 10:59:39 von whoknows »

Offline Bassmeister

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #55 am: 12. Oktober 2005, 10:59:07 »
Quote (selected)
...weil man dafür nie eine relevante Mehrheit findet...

Das ist der Knackpunkt. Und das fängt schon im ganz kleinen Umkreis an. Aktuelles Beispiel:
Wir freie Musiker sind aus Kostengründen dazu angehalten, Fahrgemeinschaften zu bilden.
Da ich kein großer Freund der intensiven Nutzung des Autos bin, versuche ich, wann immer es geht, auch den eigenen Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Nun gibt es seit einiger Zeit die schöne Einrichtung der Bahn, auch hier Fahrgemeinschaften zu bilden: Das Wochenendticket / Länderticket.
Dies aber meinen KollegInnen schmackhaft zu machen, das ist schwierig bis unmöglich.
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Offline whoknows

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #56 am: 12. Oktober 2005, 11:02:05 »
Ja. Man kann - meiner Meinung nach - aber letztlich nichts anderes machen, als zu versuchen, bewusstseinsbildend auf seine persönliche Umgebung einzuwirken. Jeder lebt in einem Ghetto. Und man kann versuchen, dieses sein Ghetto halbwegs menschlich zu gestalten.


Übrigens: Respekt! Gerade Du als Bassist hast es mit Schiene besonders schwer! Finde ich toll, dass Du da stur bleibst.
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2005, 11:03:25 von whoknows »

angel

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #57 am: 12. Oktober 2005, 12:58:49 »
@ whoknows #54

Ich stimme Dir in der Beschreibung und Darstellung zu. Eben deshalb schrieb ich ja, daß die Produktion die Priorität vor der Konsumtionssphäre hat. Wo schrieb ich davon, daß ich zu einem einfachen Warentausch zurück will? Die Negation der Ware-Geld-Beziehung impliziert auch die Negation der Ware-Ware-Beziehung.

Eben deshalb sympathisiere ich mit der aus der Linux-Community entstandenen Idee der "SchenkÖkonomie".

« Letzte Änderung: 12. Oktober 2005, 13:59:48 von angel »

Offline Bastian

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #58 am: 12. Oktober 2005, 13:23:19 »
Bassmeister
Quote (selected)
Da ich kein großer Freund der intensiven Nutzung des Autos bin, versuche ich, wann immer es geht, auch den eigenen Verkehr auf die Schiene zu verlagern.
Das finde ich auch bewundernswert. (Für einen Bassisten ist ja Mitfahrgelegenheit.de ebenfalls ziemlich schwer. Es ist ja schon mit Gitarre blöd genug.) Ich sehe hie und da Bassisten in Großraumwagen stehen- dort am Ende bei den Gepäckfächern. Und dort stehen sie dann rum, halten ihr Riesencase umarmt und blicken zum Himmel hoch. Die kommen nicht mal dazu sich zu setzen- das ist schon ziemlich blöd.

Manchmal denke ich, ich sollte einen dieser Bassisten ein wenig aufmuntern und ihn durchkitzeln, oder so. Aber ich glaube, das ist nicht auchnicht ganz das Wahre...

@angel: Ich denke auch, diese Linux- Ideen werden immer mehr wachsen. Auch gerade deswegen, weil jeder am liebsten alles gratis hat. Vielleicht hat diese Haltung seltsamerweise auch zur Folge, dass Menschen bereitwilliger auch etwas abgeben. Ich habs noch nicht durchdacht, aber vielleicht gibt es da einen Zusammenhang.
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2005, 13:24:31 von Bastian »

Offline whoknows

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #59 am: 14. Oktober 2005, 01:22:32 »
Eine gute Nachricht für alle: In Frankreich gibt's gerade riesen-Remmidemmi, weil die Regierung Plastiktüten verbieten will. Na, endlich.

Offline Bastian

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #60 am: 14. Oktober 2005, 15:35:07 »
Das ist ja unerhört!
 ::)
« Letzte Änderung: 14. Oktober 2005, 15:35:53 von Bastian »

Offline Bassmeister

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #61 am: 14. Oktober 2005, 21:04:54 »
Quote (selected)
Und dort stehen sie dann rum, halten ihr Riesencase umarmt und blicken zum Himmel hoch

Die wollen bestimmt nur nicht zum xxxten Mal gesagt bekommen, daß sie lieber  hätten Flöte lernen sollen...   :P
« Letzte Änderung: 14. Oktober 2005, 21:05:39 von Bassmeister »
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angel

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #62 am: 20. Oktober 2005, 00:59:42 »
Quote (selected)
Es muss ein Wandel sein, für den in der Geschichte keine Vergleichsmöglichkeit sind, ein weltweiter Pakt, ehrliche, gemeinsam zielstrebige Zusammenarbeit um die schmerzhafte Übergangsphase (ich sach nur: Arb0itslosigkeit!!) hinzu zu einem nachhalten globalen Wirtschaftssystem zur Geburtsstunde des zweiten Zeitalters der Menschheit werden zu lassen.

Was kann Otto Normalbürger da eigentlich so tun, außer die richtige Partei zu wählen, Konsumverzicht zu betreiben und jeden überschüssigen Euro in etwas Nachhaltiges investieren (vor allem dicke Solarzellen auf'm Eigenheim) oder die Weltherrschaft an sich zu reißen?


Hi Strog,

ich verstehe nicht, was ein "Otto Normalbürger" ist und warum der "die richtige Partei wählen" soll/kann/muß und ob es außer Konsumverzicht (zu dem ein Großteil der Arbeiter eh aufgrund der Sparbarei [Hartz, Agenda 2010] gezwungen wird.... (sorry, ich kenne keinen, der ein Eigenheim besitzt und sich "dicke Solarzellen" leisten kann).... und wiewaswowerbitte reißt die "Weltherrschaft" mit welcher Intention an sich?

Ich scheine die einzige hier im Forum zu sein, die diese Ausführungen nicht so ganz kapiert hat und ich bitte um Nachsicht aufgund meiner Dummheit. Aber vielleicht kannst Du mich bzw. könnt Ihr mich etwas schlauer machen?

Insofern danke ich im Vorab um weitere Erläuterungen.

MfG,
angel

Offline whoknows

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #63 am: 20. Oktober 2005, 09:26:39 »
Quote (selected)
wiewaswowerbitte reißt die "Weltherrschaft" mit welcher Intention an sich?

also, hier würde ich mit dem Allgemeinplatz: "Geld kommt zu Geld" antworten.
Das Problem mit dem Begriff der Weltherrschaft ist mE Fogendes: Klar, das Kapital, die grossen Transnationalen Konzerne streben nach immer mehr Macht - immer mehr heisst per definitionem "irgendwann mal alle macht der Welt" - andererseits ist es so, dass der Begriff "Weltherrschaft" auch impliziert, dass die jeweiligen Welt-Machthaber miteinander kommunizieren - dass es eine Art "Verschwörung zur Weltherrschaft" gibt. Und die gibt es nicht.
Aber wenn man den Begriff mal von dieser ideologie oder dieser Konnotation befreit, dann kann man zum Beispiel mit Fug und Recht behaupten, dass zB Nestlé eine Firma mit Weltherrschaft ist - denn sie ist weltumspannend in ihrer Präsenz, und darum auch übermächtig in ihrem Einfluss auf die jeweiligen nationalen Regierungen.

Ansonsten klafft  auch in Deutschland  die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr (Was in zB Polen oder Südafrika ein alter Hut ist, aber für die Deutschen doch eine relativ neue Entwicklung - oder eine "Neue Rückentwicklung", wenn wir genau sind) - insofern sind die "Armen" Otto Nomalverbraucher.
Konkret aber würde ich als "Otto Nomalverbraucher" jeden verstehen, der als Privatperson gehandelt wird. Das heisst: Herr Ackermann ist in seiner Funktion keiner, als Privatmensch aber schon. Und Herr Müller von nebenan hat keine Funktion, die so mächtig ist, daher ist er immer Otto Normalverbraucher.

Und natürlich wird der Begriff auch häufig nachgerade hoffärtig eingesetzt: "Jeder, der nicht so super-reflektiert ist wie ich, der ist Otto Normalo"

Aber das mit der "richtigen Partei" versteh ich auch nicht. Die liegt doch immer im Auge des Beschauers. Und Parteien können per definitionem nicht einheitlich "richtig" sein, denn in ihren Programmen (und nicht zuletzt auch in der Machbarkeit des von ihnen als Anzustrebendes behauptetes) (Urgh: ich rede schon wie Angel ;D) sind sie zu divers, um dem Gechmack&Weltbild eines Einzelnen vollinhaltlich zu entsprechen.

Dazu kommt: In der Parteienwahl geht es letztlich um Ideologie - nicht um Tatsachen. Einer Ideologie liegt unter anderem eine als wahrscheinlich angenomme Entwicklung zugrunde - eine Theorie.
Wir hier glauben (zumindest nehme ich das jetzt mal an) dass der Neoliberalismus eine Sackgasse ist, und menschenfeindlich. Wir haben auch etliche Entwicklungen gesehen, die diese Theorie untermauern. Trotzdem ist es eine Theorie. Und andere haben leider andere Theorien.
« Letzte Änderung: 20. Oktober 2005, 09:34:01 von whoknows »

angel

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #64 am: 21. Oktober 2005, 23:49:30 »
Quote (selected)
Quote (selected)
wiewaswowerbitte reißt die "Weltherrschaft" mit welcher Intention an sich?

also, hier würde ich mit dem Allgemeinplatz: "Geld kommt zu Geld" antworten.
Das Problem mit dem Begriff der Weltherrschaft ist mE Fogendes: Klar, das Kapital, die grossen Transnationalen Konzerne streben nach immer mehr Macht - immer mehr heisst per definitionem "irgendwann mal alle macht der Welt" - andererseits ist es so, dass der Begriff "Weltherrschaft" auch impliziert, dass die jeweiligen Welt-Machthaber miteinander kommunizieren - dass es eine Art "Verschwörung zur Weltherrschaft" gibt. Und die gibt es nicht.

Hi Sandra,

was Du beschreibst, ist der Zwang zur Kapitalakkumulation der Unternehmen. Es ist eine ohnmächte Macht, da sie die Gesetzmäßigkeiten ihrer Wirtschaft nicht durchschauen und dementsprechend durch die sich verschärfende Krise des Kapitals mit ihrer Ohnmacht und der Irrationalität ihrer Wirtschaft konfrontiert werden. Allerdings findet in Krisenzeiten mit der Tendenz hin zur Zerstörung von immer mehr Kapital (auch durch Kriege) auch "Geheimdiplomatie" statt, die auf Außenstehende als "Verschwörung" betrachtet werden kann (wie war dies z.B. mit den Geheimverträgen zwischen dem Gröfaz und Stalin und dem fingierten Überfall auf den Sender Gleiwitz am 31. August 1939?) ...

Quote (selected)
Aber wenn man den Begriff mal von dieser ideologie oder dieser Konnotation befreit, dann kann man zum Beispiel mit Fug und Recht behaupten, dass zB Nestlé eine Firma mit Weltherrschaft ist - denn sie ist weltumspannend in ihrer Präsenz, und darum auch übermächtig in ihrem Einfluss auf die jeweiligen nationalen Regierungen.
Du hast das "Schwarzbuch Markenfirmen" gelesen?  [smiley=old_mata.gif]
Aber BAE ist auch nicht "ohne..." ....  [smiley=old_shocked.gif]

Quote (selected)
Ansonsten klafft  auch in Deutschland  die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr (Was in zB Polen oder Südafrika ein alter Hut ist, aber für die Deutschen doch eine relativ neue Entwicklung - oder eine "Neue Rückentwicklung", wenn wir genau sind) - insofern sind die "Armen" Otto Nomalverbraucher.
Konkret aber würde ich als "Otto Nomalverbraucher" jeden verstehen, der als Privatperson gehandelt wird. Das heisst: Herr Ackermann ist in seiner Funktion keiner, als Privatmensch aber schon. Und Herr Müller von nebenan hat keine Funktion, die so mächtig ist, daher ist er immer Otto Normalverbraucher.

Wenn aber z.B. Herr Müller zwar keine "Funktion" hat, aber ein Arbeiter z.B. bei Siemens ist? Dann ist er auch Produzent und hat mehr potentielle Macht als Ackermann, der jenseits des Produktionsprozesses steht. Herr Müller ist sogar jemand, der seinen Konsum produziert, d.h. er könnte jederzeit zusammen mit seinen Arbeitskolleg/innen aus dem Normsoll ausbrechen. Dies haben z.B. kürzlich noch viele Arbeitende in Argentinien gezeigt, die Fabriken besetzten und ander(e)s produzierten.

Quote (selected)
Und natürlich wird der Begriff auch häufig nachgerade hoffärtig eingesetzt: "Jeder, der nicht so super-reflektiert ist wie ich, der ist Otto Normalo"
Nu ja - eben dies mag ich gar nicht: Elitedünkel, der sich über die Verachtung der Arbeiter speist.   >:(

Quote (selected)
Aber das mit der "richtigen Partei" versteh ich auch nicht. Die liegt doch immer im Auge des Beschauers.
Uiui.... - da kömmt mir doch gerade der Guy Debord recht mit "Die Gesellschaft des Spekaktels" ...

Quote (selected)
Und Parteien können per definitionem nicht einheitlich "richtig" sein, denn in ihren Programmen (und nicht zuletzt auch in der Machbarkeit des von ihnen als Anzustrebendes behauptetes) (Urgh: ich rede schon wie Angel ;D) sind sie zu divers, um dem Gechmack&Weltbild eines Einzelnen vollinhaltlich zu entsprechen.
Und ich rede schon wie Adorno, wenn ich wieder darauf hinweise, daß es keine richtiges Leben im falschen gibt. Ich habe von Kindheit an gelernt, daß Politik ein schmutziges Geschäft ist und dies bestätigt sich täglich.

Quote (selected)
Dazu kommt: In der Parteienwahl geht es letztlich um Ideologie - nicht um Tatsachen. Einer Ideologie liegt unter anderem eine als wahrscheinlich angenomme Entwicklung zugrunde - eine Theorie.
Wir hier glauben (zumindest nehme ich das jetzt mal an) dass der Neoliberalismus eine Sackgasse ist, und menschenfeindlich. Wir haben auch etliche Entwicklungen gesehen, die diese Theorie untermauern. Trotzdem ist es eine Theorie. Und andere haben leider andere Theorien.

Die politische Ökonomie des Bürgertums basiert auf Ideologie. Doch wer gibt schon zu, daß er Ideologe ist? Also wird der Ideologie der Mantel von Wissenschaft umgehängt, die jedoch nur instrumentelle Vernunft und Handlungsutilitarismus ist.

Offline kampmann

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #65 am: 15. Juli 2007, 20:17:55 »
Ich habe eben mal in den alten Threads gestöbert ... und fand folgendes ...:

Bastian schrieb:
Quote (selected)
hat sich schon mal irgendwer überlegt, was passiert, wenn in der Erde, also in der Kugel selbst, plötzlich kein oder kaum noch Öl ist? Wer weiss, in welchem Zusammenhang das zB mit der Festigkeit der Kugel steht, oder mit irgendwelchen anderen Prozessen, die wir noch nicht kennen. Dieses Öl ist ja nicht GRUNDLOS da. Ich meine, bisherige Erfahrungen zeigen doch, dass es nichts, was es gibt, GRUNDLOS gibt. Also hat es eine Funktion, die nichts damit zu tun hat, dass wir auch Tabletten, Bettzeug, Plastik und Autos damit machen bzw fahren. Und was geschieht, wenn das Öl zu wenig wird? Vielleicht passiert dann auch etwas, wo es völlig WURSCHT ist, ob wir jetzt andere Brennstoffe entdeckt oder verarbeitbar gemacht haben. Und vielleicht geschieht das schon, wenn es zwar noch jede Menge Öl gibt - unserem Verbrauch nach gemessen - aber einfach zu wenig, für dessen ursprüngliche Funktion, die wir noch gar nciht kennen? Vielleicht haben wir morgen schon den Minimalpunkt für diese unbekannte Erdfunktion überschritten?
Was wollt Ihr machen, wenn das so ist: Diskutieren? Mit dem Fahrrad fahren? Wohin?

Ja und da gibt es neuerdings etwas, was zwar nicht mit Öl sondern mit einem anderen Stoff zusammenhängt:

[size=14]Methanhydrat[/size][/color]

Das ist in Wasser - in großer Tiefe - gebundenes Methan - riesige Mengen. Könnte ein Mittel gegen die Energiekrise sein.
Das ganze hat nur einen Haken: es ist nicht sonderlich stabil - siehe Bermuda-Dreieck - und kann nach oben kommen beim Abbau - ungewollt und damit zum Treibhauseffekt massiv beitragen ... Oh wir unseligen Menschen ...

Wen es mehr interessiert:

http://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=3114425;offset=40
« Letzte Änderung: 15. Juli 2007, 20:35:32 von kampmann »
Ein Außenseiter, der sehr neugierig ist!

Offline whoknows

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #66 am: 15. Juli 2007, 20:50:53 »
Hach, ich finde es immer wieder nett, wenn ich auf Vergangene Klugheiten von mir aufmerksam gemacht werde. ;)

Ich halte es bei solchen Dingen am Liebsten mit Murphy's Law: "Anything that can go wrong, will go wrong"
Und ich will nicht begreifen, warum man nicht mehr in Wasser- Sonne- und Windenergie investiert - wo wir bei denen doch immerhin wissen, dass sie nicht schaden....
Es gibt auch schon seit über 20 Jahren sinnvolle Autos, die ohne Benzin fahren - aber natürlich müsste die Industrie mehr in die Erforschung investieren, damit sie den gleichen Komfort bieten können wie die derzeitigen Modelle - was sie können werden! Aber dann müsste natürlich die Industrie ALL ihre Anlagen komplett umrüsten und die alten auf den Müll schmeissen - also lassen sie derartige Pläne lieber in der Schublade verschwinden.....
« Letzte Änderung: 15. Juli 2007, 20:54:58 von whoknows »

Offline kampmann

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Re: Peak Oil und der Wandel / Neues vom Club of Rome
« Antwort #67 am: 11. Oktober 2008, 01:26:43 »
Tja, jetzt hat sich der Club of Rome wieder gemeldet. Ein Prof. Radermacher aus ULM erläutert bei YouTube hochinteressante Gedanken.

http://www.youtube.com/watch?v=VnExIewXC6s

Dauert zwar ca. 35 Minuten, ist aber höchst interessant ...

PS: ich bin wieder da ...
Ein Außenseiter, der sehr neugierig ist!

Offline Burkhard Ihme

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #68 am: 11. Oktober 2008, 16:44:49 »
Gruß an die Tochter. Nur kurz erwähnt, aber immerhin:
www.comic-i.com/Kampmann.pdf
Leseprobe zum Artikel hier



Offline kampmann

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Re: Peak Oil und der Wandel
« Antwort #69 am: 23. Oktober 2008, 16:26:53 »
Quote (selected)
Gruß an die Tochter. Nur kurz erwähnt, aber immerhin:
www.comic-i.com/Kampmann.pdf
Leseprobe zum Artikel hier


Burkhard, vielen Dank, das ist ja eine prächtige Nachricht. Ich werde sie Tochter Stefani weiterleiten...
Schönen Gruß Jörg
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