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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Mütter  (Gelesen 6876 mal)

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Offline Anke

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Mütter
« am: 15. September 2007, 18:38:54 »
Was haltet ihr von Eva Hermans

- Gedanken über die Mutterrolle http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Herman :question

- Aussage, die Wertschätzung der Mütter im Dritten Reich sei ne ganz gute Sache gewesen :question

- Entlassung beim NDR http://www.focus.de/politik/deutschland/nazi-vergleich_aid_132244.html
  http://www.abendblatt.de/daten/2007/09/10/792071.html  :question

-----------

Übrigens hörte ich heute von Auge zu Auge und Ohr zu Ohr von einer  ehemaligen, betagten, geistig noch aber sehr fitten Grundschullehrerin die Aussage, die Nazis hätten sehr Verdienstvolles für die Kultur sowie kulturelle Bildung der Jugend geleistet, denn damals gab es Frei- und Billigkarten für alle Theatervorstellungen, wie Goethe, Schiller, Kleist usw. Ohne diese wären viele junge Leute, auch sie selbst, niemals mit dem Theater in Berührung gekommen. Diese Aussage wurde mit ausdrücklichem Respekt und Dankbarkeit getroffen.  :o

Meinem Hinweis, dass damals ein großer Teil der Kulturschaffenden jüdischer Abstammung waren und diese alle aus dem Kulturleben entfernt wurden, so dass das Kulturleben dramatisch verarmte, wurde mit "natürlich, das war Mist" geantwortet, jedoch blieb die positive Erinnerung hörbar vorherrschend.
So sind die Menschen offenbar.  :-/ Wer einem Gutes getan hat, hat einen dicken Stein im Brett - da kann er sonst gemordet haben, wie viel er wollte, das wird ausgeblendet. Genau wie z.B. bei den meisten SS-Familienmitgliedern, v.a. den Ehefrauen. Kann man das den Menschen wirklich verdenken?

Allerdings ist Eva Herman wohl keine Angehörige - oder doch?  :-?
Blond genug wäre sie ja dafür ...  :-?
« Letzte Änderung: 15. September 2007, 18:39:33 von Anke »

Offline Guntram

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Re: Mütter
« Antwort #1 am: 17. September 2007, 11:25:23 »
Blond, na klar und hat vielleicht ein paar Geschichtsstunden verpaßt.

Darf ihr mit ihrem beruflichen Hintergrund nicht passieren. Ist vielleicht sogar zu spät geflogen. Tut ihr aber sicher nicht weh, da sie anderweitig genug Geld verdient.

Zu deiner Lehrerin, paßt zu der Generation die immer noch versucht was gutes in dem ganzen Schlamm sucht, warum auch immer.
« Letzte Änderung: 17. September 2007, 11:28:44 von guntram »
Träume sind nicht Schäume, sind nicht Schall und Rauch,
sondern unser Leben so wie wache Stunden auch.
Wirklichkeit heißt Spesen, Träume sind Ertrag. Träume sind uns sicher schwarz auf weiß wie Nac

Offline Lanie

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Re: Mütter
« Antwort #2 am: 18. September 2007, 11:56:30 »
Einfach zu sagen sie wäre dümmlich bzw. "blond" haut bei Eva Hermann (leider) nicht hin. Zum Einen möchte ich behaupten dass die Dame so rechtsnational ist, dass sei sich eh die Haare Blond färben würde, hätte sie schwarze zum anderen sei vieleicht auch zu erwähnen, dass dies nicht ihr "erster Ausrutscher" war. Im DLf Gespräch mit dem Programmchef ihres Sender konnte man sehr deutlich rauslesen, dass Frau Herrmann bereits früher ähnliche Kommentare und ja sogar ganze Sendungen mit nationalistischem Einschlag einbringen wollte. Der damalige Chef meinte schlichtweg das Frau Herrmann diese Sache zu Hause sagen drüfte aber nicht in ihrem Programm - was anscheinend auch eine Weile gut funktioniert hat, ihr Familienbuch über die schönen Seiten des NS Staates hat sie jedenfalls weitreichend ohne mediales Echo veröffentlich und lässt sich heute in diversen NPD Bücherregal wie anno dazumal sogar im Weltbildverlag finden.

Interessant wie weit der Revesionismus bereits fortgeschritten ist. Dass Programmchefs da nicht eher reagiert haben ist ein weit größeres Problem als die durchgedrehte Blonde. Denn hier war ja sicherlich eher die Quote, der "EVA Herrmann" Faktor als eine antifaschistische Meinung am Werk. Man hat irgendwie das Gefühl: Wenn die Zeiten andere wären hatte der Intendant auch Frau Herrmann ihre ganzen Formatvorstellungen durchziehen lassen - nur im Moment lässt sich das halt (noch) nicht verkaufen.

Edit: Grad draufgestoßen, Lesenswert. http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=a1
« Letzte Änderung: 18. September 2007, 12:46:02 von Lanie »

Offline whoknows

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Re: Mütter
« Antwort #3 am: 18. September 2007, 20:08:52 »
Woher hast Du das, dass sie für Nazi-Affine Blätter geschrieben hat? Und vor allem: warum ist das noch nicht so ein Aufschrei in den Medien, wie jetzt der saublöde Sager?

Offline Franz08

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Re: Mütter
« Antwort #4 am: 18. September 2007, 23:58:31 »
Quote (selected)
Woher hast Du das, dass sie für Nazi-Affine Blätter geschrieben hat? Und vor allem: warum ist das noch nicht so ein Aufschrei in den Medien, wie jetzt der saublöde Sager?

Das stimmt eben nicht, dass Eva Herman selbst in "nazi-affinen Blättern" oder Verlagen veröffentlicht.
Dass "nazi-affine" Buchversender Hermans letzte Bücher im Programm führen, ist eine andere Geschichte, die weder von Herman noch von ihrem Verlag beeinflussbar ist.

Apropos: Der Pendo-Verlag ist alles andere als ein "nazi-affiner" Verlag: http://www.pendo.de/
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Offline whoknows

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Re: Mütter
« Antwort #5 am: 19. September 2007, 14:39:21 »
Quote (selected)
die weder von Herman noch von ihrem Verlag beeinflussbar ist.  
Das verstehe ich nicht. Wer hat denn die Rechte an den Büchern? Wer die Rechte hat, kann durchaus bestimmen, wer die Bücher vertreibt und wohin.

Offline Franz08

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Re: Mütter
« Antwort #6 am: 19. September 2007, 21:23:28 »
Du kannst leider nicht verhindern, dass Deine Bücher z.B. im Rahmen von "Verlagsprospekten" Dir völlig unbekannter Organisationen abgebildet und "empfohlen" werden. Vielleicht noch mit dem Hinweis: "Zu bestellen bei Amazon."
Du kannst auch nicht von vornherein verhindern, dass jemand eine größere Anzahl Bücher (über Amazon oder beim Händler nebenan) ganz regulär kauft und sie dann in einer eigenen Info bewirbt und weiterversendet. Shit happens.
« Letzte Änderung: 19. September 2007, 21:25:27 von Franz08 »
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Offline Lanie

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Re: Mütter
« Antwort #7 am: 19. September 2007, 23:43:16 »
Ich habe nicht geschrieben, dass Frau Hermann in einem Naziverlag veröffentlicht hat, sondern dass sich ihre Bücher gut in Naziregalen machen würden und eben: machen. Daher wundert es mich dann auch wenig wenn sie halt ebenso hier wie da vertrieben werden. Ob da nun eine Stellungnahme von Frau Hermann und des Verlages ausreicht um ihre politische Blindheit wettzumachen halte ich des weiteren für fraglich. Den Kritikern aber vorzuwerfen, dass sie unbedacht Presse machen wollen, halte ich für gefährlich.

Zitat Pendo-Verlag:
Quote (selected)
Der Pendo-Verlag mit allen seinen Mitarbeitern bedauert zutiefst die Missverständnisse, die sich im Anschluss an eine Pressekonferenz ergaben, in der unsere Autorin Eva Herman ihr neues Buch Das Prinzip Arche Noah. Warum wir die Familie retten müssen vorstellte. Dieses Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die dringend notwendige Rückbesinnung auf Werte, wie sie in der Familie gelebt werden: Liebe, Verantwortung, Gemeinsinn. Es ist eine engagierte Reflexion über gesellschaftliche Missstände, die uns alle angehen. Nie ist es die Absicht des Verlags oder der Autorin gewesen, in irgendeiner Weise die Ideologie des Nazi-Regimes zu verharmlosen oder sogar gutzuheißen. Schlagzeilen wie „Eva Herman lobt Hitlers Familienpolitik“ sind daher irreführend und entsprechen absolut nicht der Intention von Autorin und Verlag. Im Gegenteil: Ausdrücklich stellen wir fest, dass wir gegen Rassismus, Rechtsradikalismus und jede Art der Diskriminierung Stellung beziehen. Sowohl Eva Herman als auch der Pendo-Verlag wehren sich daher gegen tendenziöse Berichterstattungen, die Frau Herman fälschlicherweise in den Kontext von Hitler-Sympathisanten rücken. Wir fordern eindringlich dazu auf, sich mit den Inhalten des Buchs differenziert auseinander zu setzen, statt bei Vorverurteilungen stehen zu bleiben.


Ich hänge mich hier aus dem Fenster. Denn es ist 23:35, ich hatte einen miesen Tag und leide gerade an Kopfschmerzen. Morgen kann ich mich immernoch distanzieren. (zumal ich nur Auszüge aus dem Buch kenne)

Klar ist für mich, dass Eva eben nicht nur zufällige Schnittmengen mit Stockkonservativen und NPDlern hat, sondern weitläufige Paralellen. Diese Paralellen mögen nun ungewollt sein, ich behaupte einfach sie hat die Ursprünge jener Paralellen nicht erfasst bzw. fundamental verstanden, denn wer heute noch an so einem Familienbild festhält, ist entweder ein (verklärter?) Utopist oder hat schlichtweg noch nicht gemerkt, dass das alte Bürgertum aufgelöst ist, ja sich unwiderbringlich zu etwas transformiert hat, das seine eigenen Probleme an der Wurzel nicht adäquat angreifen kann. Es bring immer mehr eher verwachsene als erwachsene Menschen und Bürger hervor.
Dem heutigen geschichts- und systemimmanenten Versagen von einem überalterten Bild von Familie hilft eben nicht ein Appell auf alte Werte sondern nur ein grundlegendes Verständniss der Dialektik von Familie und Moderne. Ob es nun Madame Eva schlichtweg an Verständnis oder an Interesse fehlt, ist schwer zu sagen. Jedenfalls macht sie sich wahrscheinlich gut darin, zu ignorieren, dass viele dieser alten, so heimischen Familienwerte auf Patriachart gründeten. Da hilft es auch nicht wenn man so tut als sei man emanzipiert. Sexistische Frauen gibt es eben trotzdem zu hauf. :)


Lanie
« Letzte Änderung: 19. September 2007, 23:52:58 von Stroganoff »

Offline Anke

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Re: Mütter
« Antwort #8 am: 21. September 2007, 10:22:59 »
Hat eigentlich eine/r von euch "das" Buch von Eva Herman über die Mütter gelesen?

Ich nicht, muss ich gestehen. Aber vielleicht sollte man da doch erstmal reinsehen, bevor man sie in Grund und Boden stampft. Ihr Verlag jedenfalls verneint jegliche faschistische u.ä. Absicht. Es wäre immerhin nicht das erste Mal, dass über Bücher geurteilt wird, ohne dass sie überhaupt gelesen wurden.

Wenn ich da nur an "den Knigge" denke ...  ::)  ;)
http://www.amazon.de/%C3%9Cber-den-Umgang-mit-Menschen/dp/3458319735
http://www.freiherr-von-knigge.de/gedichte/biographie.htm

Ein Autor mit einem mutigen, freiheitsliebenden, ungewöhnlich aufrechten Charakter und eines der schönsten Bücher, die ich kenne, null komma nix drin von Messer und Gabel, aber JEDER denkt, er/sie kenne das Buch praktisch und redet darüber, als hätte er/sie jemals auch nur 1 Blick auf den Umschlag des echten Knigge-Buches geworfen.  >:( Das macht mich wütend und vorsichtig bei möglicherweise ähnlichen Fällen.
« Letzte Änderung: 21. September 2007, 10:24:10 von Anke »

Offline Lanie

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Re: Mütter
« Antwort #9 am: 21. September 2007, 12:39:38 »
Ein guter Beitrag zum Thema Eva.

http://lanie.microsklaven.de/eva.mp3

Wurde in einem leipziger freine Radio gesendet. Beitragt erstellt von Grex.
« Letzte Änderung: 21. September 2007, 12:41:39 von Stroganoff »

Offline Anke

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Re: Mütter
« Antwort #10 am: 21. September 2007, 22:50:38 »
Stimmt, very good.  :)

Wer ist denn "Grex"?
« Letzte Änderung: 21. September 2007, 22:51:37 von Anke »

Offline Lanie

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Re: Mütter
« Antwort #11 am: 23. September 2007, 20:03:26 »
Ein Forenmitglied und ein Leipziger. :) Mehr Informationen sind bei Herrn Schäuble zu erfragen.

Offline Lanie

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Re: Mütter
« Antwort #12 am: 09. Oktober 2007, 22:44:19 »
Aus gegebenen Anlass.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,510469,00.html

Sie hat es wieder getan. Rumhermant.

"Doch Herman wich mehrfach aus und ergänzte: Wenn man nicht über Familienwerte der Nazis reden dürfe, könne man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden."

« Letzte Änderung: 09. Oktober 2007, 22:54:13 von Stroganoff »

Offline whoknows

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Re: Mütter
« Antwort #13 am: 09. Oktober 2007, 23:19:49 »
 *kicher* Kann man eh nicht.
Ich finde das inzwischen eigentlich nur noch ne Lachnummer.
Apropos Mütter: die immerhin 76-jährige Mutter von Sandra hat jetzt ne Kästner -Cd aufgenommen, die ausgesprochen nett geworden ist. Bei den Wortfrontlern. Hatte ich das schon erzählt? Sandra ist megastolz auf die Mama. Sie sagt, die Cd sei zwar stellenweise doch für ein eher älteres Publikum, aber im Grunde war es verblüffend, was die alte Dame noch kann.
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2007, 23:21:00 von whoknows »

Offline Stroganoff

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Re: Mütter
« Antwort #14 am: 10. Oktober 2007, 18:40:28 »
Gesprächsprotokoll

Und hier die komplette Sendung zum Download:
Rechtsklick -> Ziel speichern unter
(am besten mit VLC abspielen)

"Was bist du und wozu brauchen wir dich?"
Herman erzählt, sie kenne die Diskussion in der Mediensphäre, dann: "Bei den Menschen draußen.. wird anders diskutiert."
Schreinemakers stammelt dann noch: "Sorry, wir mögen dich, aber das geht nich, ich krieg erhöhten puls, sorry aber.."

Alles in allem also sehr witzig, wenn auch wenig erkenntnisreich für beide Seiten. Herman fühlt sich wahrscheinlich mal wieder bestätigt in ihrer Annahme, Familie im NS sei prinzipiell ein Tabu-Thema.

Quote (selected)
der reinste kindergarten
haben die nichts anderes zu tun als über dinge zureden wovon sie kein plan haben
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2007, 11:44:26 von Stroganoff »

Offline Anke

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Re: Mütter
« Antwort #15 am: 11. Oktober 2007, 00:08:14 »
Ich hab mir das mal runtergeladen und angeschaut - was sehr mühsam war, da es sehr stockend lief, ist das bei euch auch so, oder ist mein PC inzwischen schon wieder zu klein?  :-[ - und ich habe, glaube ich, die Herman jetzt verstanden, also was damals mit ihrem ansonsten verkorksten Satz sagen wollte:

Sie wollte und will offenbar sagen, dass die 68-er die früheren, althergebrachten Familienwerte abgeschafft haben, weil diese Werte durch die Nazis gebraucht und missbraucht worden waren.

Insofern kann ich ihr sogar durchaus folgen.

Nicht folgen kann ich ihr darin, dass sie anscheinend nicht kapiert, dass sie durch ihren damaligen verkorksten Satz die Leute einfach zu dem umgekehrten Verständnis gebracht hat, nämlich, dass die 68-er leider die Nazi-Werte abgeschafft hätten.

Anstatt dass sie sagt: "Jawohl, ich habe mich da missverständlich ausgedrückt, anscheinend kommt das beim Hören/Lesen falsch an - ich meinte es anders, nämlich so: .... ", bleibt sie stur dabei, dass der Satz als solcher total klar und eindeutig sei, was er eindeutig nicht ist. Und das hat - zu meinem Erstaunen - die Schreinemakers tatsächlich korrekt analysiert.

--------

Im übrigen kann ich es nicht ändern, aber die Frau Senta Berger geht mir immer absolut auf den Zeiger. Ich finde sie einfach fürchterlich affektiert.  :-? Aber damit stehe ich wohl alleine. Alle scheinen sie zu lieben.

Offline whoknows

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Re: Mütter
« Antwort #16 am: 11. Oktober 2007, 09:43:20 »
Also, ich hab sie mal persönlcih kennengelernt, und da war sie ungemein herzlich, normal und unprätentiös. Kann es sein, dass Du mit der süddeutsch/wienerischen Art einfach nicht zurechtkommst?

Aber hier:
Quote (selected)
dass die 68-er die früheren, althergebrachten Familienwerte abgeschafft haben, weil diese Werte durch die Nazis gebraucht und missbraucht worden waren.  

Da kann ich auch nur sehr sehr bedingt folgen. durch die Nazis wurden zwar tatsächlich die althergebrachten Familienwerte pervertiert - die wollen das bissel "Aufbruch" was in Sachen Frauenrechten passiert war, wieder rückgängig machen. Aber die sogenannten "alten Familienwerte" sind und waren nie etwas anderes als völlig antiquierte, menschen- und frauenfeindliche Unterdrückungszustände die absolut nix mit "Familienfreundlichen Werten" zu tun haben oder hatten. Es war eine Lebensform, die schon längst unter die Lupe gehört hätte, und die letztlich nicht nur die Frauen sondern auch die Männer klein machte und macht.


Ausserdem denke ich mal, dass die Herman vermutlich Tonnen an Briefen mit "jawoll, endlich traut sich einer!" bekommt, erstens, und zweitens werden ihr ihre Instinkte und ihre Medienberater ganz richtig sagen, dass alle Öffentlichkeit in der Sekunde beim Teufel ist, wenn sie den Sager zurücknimmt, damit auch die Verkaufszahlen des Buches. So Blöd wird sie nicht sein, das jetzt zurückzunehmen....
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2007, 09:47:30 von whoknows »

Offline Alexander

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Re: Mütter
« Antwort #17 am: 11. Oktober 2007, 10:58:53 »
Genau. Die haben zwei Fliegen mit einem Schlag derklatscht. Kerners Quote wurde hochgepuscht und das Buch einmal mehr großflächig beworben.
Ich glaube NICHTS was uns aus der Medienwelt "angeboten" wird, hat keinen einzig finanziellen, profitlichen Hintergrund.
Alles andere ist völlig nebensächlich. (Ob Herr Carpendale gerne wieder live spielt oder Frau Herman was auch immer sagt.)
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2007, 11:06:03 von Alexander »
„Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage – sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein.“ (Nikolaus Harnoncourt)

Offline Anke

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Re: Mütter
« Antwort #18 am: 11. Oktober 2007, 20:34:44 »
Baah, wat seid ihr für zynische fiese Möppes.  ::)  

Aber ich fürchte, ihr könntet Recht haben.  :-/  



Hmm, ob ich mit der weanerischen Art nicht zurecht komme ... könnte sein, bei den Frauen vielleicht tendenziell. Aber im Prinzip stößt es mir nur immer bei der Senta Berger so krass auf. Und ein bisschen bei Romy Schneider.

Dabei müsste ich das eigentlich in den Genen haben ...  8-)

--------

Übrigens, nur by the way: Es gibt in meiner Umgebung ein Geschäft, in dem ich öfter einkaufe. Jedes Mal, wenn ich an die Theke trete und einer bestimmten älteren Verkäuferin gegenüberstehe, stockt mir der Atem. Ich sehe quasi eine Zwillingsschwester von Christiane Hörbiger vor mir. (Die mir überwiegend sympathisch ist, genau so wie diese Verkäuferin.)
Als ich sie mal darauf ansprach, sagte sie, das habe man ihr schon öfter gesagt, und ihrer Mutter sei früher oft gesagt worden, sie sehe aus wie Paula Wessely.  :)
Irgendwie aufregend. Wer weiß, wo sich die Herren Vorfahren so herumgetrieben haben..?

Offline whoknows

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Re: Mütter
« Antwort #19 am: 11. Oktober 2007, 23:19:33 »
Österreicher sind ja bekanntlich ziemlich promisk. Ich habe kürzlich mit einem der Professoren von der Wiener Serologie gesprochen, und auch anhand der Blutwerte kann man wie er mir sagte, wohl Verwandtschaftsbeziehungen herausfinden. Er sagte mir, es sei ein offenes Geheimnis, dass bei gut 80% der eingegangen Proben nachzuweisen wäre, dass keiner von ihnen drei Generationen zurück seine Familie wirklich kennt..... Insofern: gar nicht so weit hergeholt, was du sagst.

Offline Anke

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Re: Mütter
« Antwort #20 am: 12. Oktober 2007, 20:26:36 »
Quote (selected)
Österreicher sind ja bekanntlich ziemlich promisk.
:o  :o   ::)

Offline Anke

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Re: Mütter
« Antwort #21 am: 12. Oktober 2007, 22:57:34 »
Hab mich grad gekringelt, weil er m.E. so Recht hat: http://www.stern.de/unterhaltung/tv/599924.html

Quote (selected)
E-Mail von Till
[size=12]Kerners Quotenposse[/size]

Von Till Hoheneder

Endlich mal Spannung im deutschen Promi-Talk! Schön geplant von Kerner, sich Eva Herman, die Mutter der Nation mit den reaktionären Familienansichten, einzuladen, um die Zuschauer einmal wach zu halten.
[...]
Der ebenso langweilige wie spießige Weicheiplauderer Johannes ...[...]... Kerner, der sein schwiegermuttiges Bubigesicht für peinliche Geflügelwurstwerbung und Charterbomber hergibt, wollte wenigstens einmal in seinem Leben eine interessante Sendung machen. Also lädt er Eva Herman in seine Schlaftabletten-Sülzbude ein, in der Hoffnung, sie möge sich tränenreich und quotenwirksam entschuldigen für ihre dummen Äußerungen. Was John Boy natürlich auch einkalkuliert ist, dass sie genau dieses nicht tut. Denn das hätte Frau Herman ja schon längst erledigen können, wenn sie gewollt hätte.
[...]
usw.  ;D

Offline Anke

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Re: Mütter
« Antwort #22 am: 12. Oktober 2007, 23:40:08 »
Hier eine andere Facette unserer teilweise durch Mütter überdominierten Welt:

http://www.stern.de/unterhaltung/buecher/599696.html?nv=ct_cb

Quote (selected)
Keine Chance für Kerle

5.000 Bücher erscheinen jedes Jahr im Kinder- und Jugendbuchsektor. Der Trend ist eindeutig: starke Frauen, schwache Männer - ein Grund, dass Jungs immer weniger lesen

Von Rolf-Herbert Peters

In Frankfurt beginnt die Buchmesse und eine Bevölkerungsgruppe wird stark vernachlässigt: männliche Kinder und Jugendliche. Für die gibt es keinen adäquaten Lesestoff mehr. Denn die Destruktion des Männerbildes in der Jugendliteratur schreitet voran.

[...]

Warum sind die neuen Klischees so verbreitet? Weil rund 80 Prozent der Autoren weiblich ist, sagt Professor Ewers: "Hier schreibt eine bestimmte Frauengeneration, die eigene Wunschvorstellungen bezüglich des gesellschaftlichen Rollenwechsels in ihren Texten verarbeitet. Ich entdecke immer wieder weibliche Allmachtsphantasien, die oft mit einer Destruktion der Männer einhergehen." Jungenspezifische Belletristik komme kaum mehr in die Buchhandlungen, kritisiert auch Verlagsmann Willberg. "Diese wird - ganz objektiv gesehen - von der Lektorin bis zur Bibliothekarin von Frauen dominiert. Frauen bestimmen, was Männer lesen sollen."

Das ist ein sehr interessanter Gesichtspunkt, finde ich, dass die Verlags-/Lektoratsszene in der Tat faktisch von Frauen dominiert wird, und diese jetzt dazu neigen (können), die Jungen und Männer zu benachteiligen.  8-)

Offline whoknows

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Re: Mütter
« Antwort #23 am: 13. Oktober 2007, 00:57:13 »
Quatsch. Es gibt immer noch wesentlich mehr Autoren als -Innen, und vor allem: wesentlich mehr Verlagsleiter als Innen. Die Welt ist männlich geprägt, nach wie vor, in den leitenden Positionen (auch in Radio, TV - in allen Medien und allen anderen machtausübenden Schnittstellen) sind nach wie vor viel mehr Männer.  Und Vorbildfunktionen haben auch immer noch mehr Männer als Frauen.
Solche Artikel lese ich eher unter dem Gesichtspunkt: Das Imperium schlägt zurück.

Bücher  - vor allem Romane!! - wurden immer schon mehrheitlich von Frauen gelesen. Das ist doch nix Neues.
Aber es freut mich, dass Doris Lessing den Nobelpreis hat - ich finde, jede junge Frau sollte das Goldene Notizbuch gelesen haben, oder zumindest ein Buch von ihr. Perfekte Literatur für Heranwachsende.
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2007, 00:58:57 von whoknows »

Offline Franz08

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Re: Mütter
« Antwort #24 am: 13. Oktober 2007, 14:39:06 »
Warum ist das "Quatsch", dass die Inhalte der Kinder- und Jugendliteratur der Lebenswelt der männlichen Kinder und Jugendlichen immer weniger entsprechen? Warum stimmt es nicht, dass die Produzent/innen und Entscheider/innen über das, was gedruckt wird und über das, was zum Verkauf im Laden angeboten wird, in erster Linie Entscheiderinnen sind? Hast Du da eigene Recherchen angestellt oder gibt's entsprechende Ressourcen, die man/frau sich ansehen kann?

Die Tatsache, dass "die Verlagsleiter" in den Jugendbuch-Verlagen mehrheitlich Männer sind (ist das so?), hieße noch lange nicht, dass es deshalb keinen Mangel an jungengerechten Kinder- und Jugendbüchern geben könnte. Vor allem dann, wenn sich "Mädchen-Bücher" besser verkaufen. Business-Männern geht es ja in erster Linie um's Geschäft, und da ist es egal, aus welchen Gründen sich etwas gut verkauft. Sollte frau meinen.  

Apropos: In diesem Thread geht's auch um Eva Herman und das Bild der Mutterschaft im NS-Regime. Hier kann man/frau nachlesen, was Eva Herman dazu schreibt: http://www.eva-herman.de/downloads/Auszug_Eva_Prinzip.pdf
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