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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Macht im Alltag  (Gelesen 3400 mal)

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Offline Heiko

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Macht im Alltag
« am: 17. Juni 2012, 02:45:21 »
"Respektiert meine Autoritääh!!" (Eric Cartman)

Möchte dieses Thema nicht unter der Grass´schen Überschrift  führen, aber trotzdem noch ein paar Gedanken los werden.

Quote (selected)
Was wäre eigentlich im Sinne eines Gleichgewichts der Kräfte erstrebenswerter: "Keine Macht für Niemand" oder "Keine Macht für Alle"?
Quote (selected)
Meine These: Macht kumuliert sich aus der Kompensation von Schwäche, Machtgier ist ein Charakterfehler, also eher Schwäche, als Stärke. Macht ist eigentlich Ersatzstoff für Schwäche...
Hallo Clas,
hinsichtlich meiner Eingangsfrage würde ich dein Machtverständnis als eine Antwort zugunsten keiner Macht für Alle auslegen. Wenn Machtausübung bloß auf Kompensation von Schwäche zurückzuführen wäre, ließe sich umstandslos auf Macht verzichten, wenn nur eben niemand etwas zu kompensieren hätte.
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Macht und Autorität sich als Charakterfehler tatsächlich so einfach auf die stille Treppe setzen lassen würden. Was hätte ich ohne Kompensationsbedürfnis hier eigentlich zu schreiben? Ehrlich gesagt glaube ich, dass jede Handlung als Kompensation für irgendetwas ausgelegt werden könnte.

Zweitens frage ich nach defensivem Machtgebrauch, vielleicht Notwehr zu nennen. Was ist eigentlich mit Macht zur Befreiung und ist Nichtvorhandensein von Macht überhaupt denkbar? Was ist mit Foucault und feministischen Theorien, die auffordern Macht aus emanzipatorischen Gründen nicht nur anzuerkennen, sondern ihre Anwendung sogar zu genießen?
Natürlich sollte Macht niemals unhinterfragt bleiben. Ein vorbehaltloses Bueb´sches Gebet: "Wir müssen uns dazu durchringen, legitime Macht als Autorität anzuerkennen, die Macht Gottes, die Macht des Staates und die Macht der Erziehungsberechtigten." (Bueb, Lob der Disziplin, S.60.) ist selbstmurmelnd keine Option!

Ich frage ja nur: darf Machtgebrauch generell verurteilt werden? Ich möchte, wenn ich mich mit Ämtern, Gerichte, vermeintlichen Gläubigern auseinandersetzen muss oder gegen Polizisten, Professoren und Ex-Partner, mich wehren können dürfen.

Oder nicht!?




[Edit: Link erneuert.]
« Letzte Änderung: 29. Juli 2014, 14:29:46 von Heiko »
Nur wer aus der Rolle fällt, rollt aus der Falle.

Offline Clas

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #1 am: 18. Juni 2012, 12:25:31 »
Moin Heiko,

Notwehr sehe ich nicht als Machtgebrauch an, sondern es kann sich höchstens um legitime Gewalt handeln. Macht über den anderen schließt eigentlich die Not, der zu wehren wäre, aus. In dem Moment, wo der Angreifer am Boden liegt und nicht mehr angreifen will, hat der Angegriffene die Macht über ihn, und er sollte nicht die Macht über sich selber vergessen, es mit der Ausübung genug sein zu lassen. Das braucht Stärke. Also eher: Jeder wolle keine Macht über andere für sich. Denn diese anderen Forderungen setzen immer eine Machtverwaltung voraus, an die sie sich richten...

Diese feministischen Theorien fühlen sich aus Sicht des praktischen Opfers ziemlich doof an... Machtausübung emanzipiert nicht, sie korrumpiert, jedenfalls, wenn man sie genießt. Auch theoretisch scheinen sie mir nicht recht klug. Mädchenfußball eben, wo die Abschaffung des Fußballes eigentlich weiterführen würde. Frauen in der Armee...

Günstigsten Falles wird sie widerwillig und der Notwendigkeit folgend eingesetzt, um Macht zu brechen. Meist aber ist das Ergebnis unbefriedigend, möglicherweise, weil das nicht gelingt.

Klar darfst Du dich wehren können, aber doch nach Möglickeit nicht, in dem Du die anderen unterwirfst. Manchmal geht es nicht anders, aber überzeugen hat meist nachhaltigere Wirkung...

Gruß Clas
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Offline Heiko

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #2 am: 19. Juni 2012, 14:13:25 »
Moin Clas,

ja sicher, aber ist Überzeugungskraft nicht selber Macht? Die Fähigkeit andere rein argumentativ dazu bringen zu können, fremden und nicht eigenen Interessen nachzukommen, ist doch nur eine sanftere Form, die es eben nicht nötig hat Zwangsmittel, gar physische, einzusetzen. Die von dir beschriebene Form der Stärke, ein (vermeintlicher) Verzicht auf Macht, können sich nur diejenigen erlauben, die sich der Autorität ihrer impliziten, kulturellen Macht sicher sein können.

Quote (selected)
Jeder wolle keine Macht über andere für sich.
Uneingeschränkte Zustimmung!! Und wolle bitte auch keiner Macht für andere über sich und führe diese damit in Versuchung. Halte eine Genießbarkeit beider Zustände für eine wenig hilfreiche Sexualisierung in der Machtanalyse. Vielleicht insofern hilfreich, da hinweisend auf den triebhaften Charakter vieler Machtgebräuche.

Also: Jeder wolle Macht für sich, aber nicht über andere. Wobei
Macht über sich: Kontrolle und Reflexion des eigenen Willens (Eigenmächtigkeit)
Macht über andere: Kontrolle fremder Willen (Herrschaft)
heißen würden. Die Techniken bleiben unerwähnt.

Im Übrigen halte ich trotz der Brisanz dieser Diskussion eine Abschaffung des Fußballs für erlässlich.

Gruß Heiko
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Offline Clas

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #3 am: 20. Juni 2012, 12:24:05 »
Moin Heiko,

überzeugen ist nicht Machtausübung. Überreden, bequatschen, belämmern und belatschern ja. Überzeugen kann ja eigentlich auch nur die Einsicht, dass es eigenen Interessen entspricht, so oder anders zu handleln.  Stärke kann sich auch der leisten, der dann eben nicht kämpft und siegt, weil er nicht kämpfen und siegen will. Tertium datur, mindestens. Die Welt ist nicht binär. Er muss sie nur aufbringen, diese Stärke, keine Macht zu wollen und auszuüben. Das gelingt nicht immer...

-

Erlässlich?! Dem kann ich nicht folgen, zumal nicht vor dem Hintergrund dieser patriotischen Wallungen und totalitären Schäumungen, die er doch immer wieder und gerade jetzt auch evoziert, und die, meinem Dafürhalten nach, seinem Wesen entsprechen und entspringen...

Und in der Schule war er auch immer ein Machtmittel: Wer durfte wählen, wer wurde in welcher Reihenfolge gewählt und wie sollte ich das Spiel verletzungsfrei überstehen? Hinter dem Tornetz, wenn es dicht und dahinter genügend Platz war.

Die Mädchen, wenn man mal zu sehen kriegte, waren viel ästhetischer anzuschauen in dem Sport, den sie trieben, schwangen Reifen oder Bänder und pöbelten einander nicht die ganze Zeit an... rannten nicht als donnernde Herde rücksichtslos einem Ball hinterher.

Wenn es da um Gleichbehandlung gehen sollte, war mir eigentlich klar, dass nur die Abschaffung des Fußballes und die Zivilisierung der Jungs der vernünftige Weg waren.

Leider wurde statt dessen auf Mädchenfußball gesetzt...

Gruß Clas
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Offline Heiko

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #4 am: 21. Juni 2012, 12:59:47 »
Hallo Clas,

ich finde, im Wort "überzeugen" steckt bereits das höher stehende und gewinnen wollende drin.

Wie überzeugst man beispielsweise ein Kind, dass es sein eigenes Interesse wäre, ab und mal das eigene Zimmer aufzuräumen, wenn es doch selber dieses Bedürfnis so gar nicht spürt? Wie sähe das Argument einer reinen Vernunft dazu aus?

In der Regel finden doch eher narrative "Wenn du dich so verhältst, verhalte ich mich folgendermaßen, also liegt es in deinem Interesse das Zimmer aufzuräumen."-Verknüpfungen statt. Zum Beispiel ist es auch das Interesse des Kindes, dass mein Wille keinen cholerischen Anfall bekommt. Daher ist es nicht schwer mit aufgesetzter Autorität zu überzeugen. "Du machst es, weil ich es sage!"
Natürlich gibt es ein Recht auf bessere Begründungen und freundlichere Umgangsformen. Also wird versucht den elterlichen Willen zu verschleiern und zu zivilisieren. Warum denn immer Strafe, wenn man auch mit Belohnung überzeugen kann? Etwas geschickter wäre es, beiläufig Erinnerungen anzusprechen, Assoziationen zu erzeugen oder Affirmationen und ähnlichen Manipulationsquark, um einen Aufräum-Willen durchzusetzen.

In meinen Augen gibt es für echte Überzeugung, also in dem herrschaftslosen Sinn, den du wahrscheinlich auch meinst, nur den Weg, das eigene vorzuleben. Entweder habe und lebe ich selber gerne Ordnung. Dann transportiere ich ganz automatisch Positivitäten, die zu überzeugen vermögen. Oder aber nicht - dann kann ich es auch kaum von anderen erwarten.

-

Fußball führt zu identitätsstiftender Gruppenbildung führt zu Gegnertum führt zu Feindschaften ...

Sehe ich im Prinzip auch so. Unter den konkreten gesellschaftlichen Begebenheiten trifft es sicherlich zu. Ob es jedoch schon in seinem Wesen steckt, möchte ich vorerst bezweifeln.

Aus deiner Rückblende schließe ich deswegen auch nicht die Abschaffung des Fußballs, sondern die der undemokratischen Strukturen an Schulen: alle Schüler müssen unter einem nicht selbstgewählten Lehrer mit einer nicht selbstgewählten Gruppe einen nicht selbstgewählten Sport ausüben. Warum das denn? Nach Auflösung von Klassenstrukturen hin zu einer freien Wahl des sportlichen Umfelds, wäre dir Fußball nicht derart machtvoll erschienen.

Hinsichtlich meiner lokalen Herkunft wird ja stets eine Positionierung zugunsten einer der hiesigen Vereine verlangt. Nun ist man hier in der privilegierten Lage eine echte Wahl zu haben zwischen der einfallslosen Raute und des unzivilisierten Totenschädel. Man darf inzwischen auch, anders noch als vor 20 Jahren, ohne größere Diskussionen für beide sein. Was man aber nicht darf, ist für Werder zu argumentieren. Das gehört sich irgendwie nicht, wieso denn überhaupt, kommst du von dort? Macht gerade deswegen Spaß. Werde aus Gründen der Komik morgen auch für Griechenland sein wollen.

Gruß Heiko
« Letzte Änderung: 21. Juni 2012, 14:02:00 von heikoholic »
Nur wer aus der Rolle fällt, rollt aus der Falle.

Offline Clas

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #5 am: 21. Juni 2012, 14:33:49 »
Moin Heiko,

vorleben, genau. Alles andere macht Dich zum Vollstrecker fremder Zwangsvorstellungen und dem so traktierten Kind den Zugang zu Ordnung schwer bis unmöglich bis ins hohe Alter. Und diese Verknüpfungen bleiben ja nicht narrativ, sie werden natürlich geprüft, und schon ist der Clinch da. Oder sie sind als Geschwafel entlarvt, was Deiner Wahrnehmung als authentisch auch nicht wirklich gut tut...

Sonntag, Thema gehma Brötchen holen. - Wieso muss ich denn Brötchen holen?  - Brauchst Du nicht. Du darfst, und ich gebe Dir das Geld dafür, und wir können sie dann essen. Du musst überhaupt nicht. Ich habe selber keine Zeit dazu. - Ok, was willst Du für welche? Und Du? Wieviele denn?

Sowas nenne ich überzeugt.

-

Bei echter Entscheidungsfreiheit hätte der Fußball ohne mich und weit weg von mir stattgefunden, wie überhaupt der Schulsport. In der Oberstufe habe ich das auch weitgehend so gehalten.

Für Griechenland, nein, für die meisten Griechen, bin ich sowieso, nicht in erster Linie in Fußballfragen, aber deswegen eine Ausnahme machen? Warum? Nur fehlt mir das fußballerische Grundwissen, um das auch zu artikulieren.

Vor der Wahl barmten alle Medien, ob wohl die radikale Linke gewinnen würde und postulierte dieses mögliche Ereignis als Katastrophenszenario. Wie würden die Märkte darauf reagieren, und wären sie wohl jemals wieder zu beruhigen? Könnten dann die Griechen im Euro bleiben?

Und nun haben sie staatstragend die Neademokratia mit einer Mehrheit versehen, und die Pasok und... Die hatten noch nicht mal eine Regierung gebildet, da sagten nun die Märkte allbereits: Griechenland muss raus aus dem Euro... Jedenfalls irgendsoein Bankhausschnösel, der im Radio gestern dazu befragt wurde, sagte so. Soweit da Staatsraison als wahlentscheidender Grund eine Rolle spielte, muss sich so ein Wähler doch als umsonst geschleimt habend vorkommen.

Gruß Clas
« Letzte Änderung: 21. Juni 2012, 14:35:50 von CFL »
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Heiko

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #6 am: 22. Juni 2012, 13:37:10 »
Hallo Clas,

Find ich klasse! Hätte bei uns häufiger zu keinen Brötchen geführt.
ok, dann mach ich mir was anderes zu essen - na, dann mach ma und guten Appetit! und sag, wolltest du noch dein Zimmer aufräumen, bevor Besuch kommt? - *ächz* muuuss ich? - nein, du musst nicht, du darfst ...

ähh, wie funktioniert das gleich?

-

Gut, für Griechenlands Fußball fällt mir jetzt auch nicht soo viel ein. Und was die Komik betrifft, vielleicht stuft Moodys die Teams vor dem Spiel ja noch ab. Ansonsten werden die Euro-Euro-Vergleiche allerorten reichlich überstrapaziert. Doch nach der ganzen Vorgeschichte in Sachen Griechenland, wäre ich durchaus neugierig, wie ein deutsches Ausscheiden die nationale Stimmungslage entlarven würde, auch wenn das wohl nicht wirklich komisch werden würde.

Gruß Heiko
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Offline Heiko

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #7 am: 23. Juni 2012, 13:03:42 »
Nach hallender Betrachtung meiner thematischen Fixierung auf Ordnung und einem zimmerlichen Umguck, hab ich mir der Evidenz folgend ne Kreisler-CD geschnappt und statt Fussi zu gucken ...  erst mal gaaanz kompensatorisch aufgeräumt.
Danach ging es besser. Habe jetzt kein Bedürfnis mehr nach Beobachtung nationalen Missmuts. Die derzeitigen Teer-Blut-Urin-farbenen Wummerungen sind entlarvend genug. (Jaja, die Biologen im Forum würden mir gerne die Larven-Metapher um die Ohren hauen, stimmts?)

Sich ein paar Tage zurückziehend grüßt
Heiko

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Offline Clas

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #8 am: 23. Juni 2012, 13:41:09 »
Moin Heiko,

bei den Brötchen ist es halt echte Überzeugung gewesen... und hat funktioniert.

Beim Zimmer aufräumen ist das anders. Das kann ich selber nicht.

Und die Larve, die von der Fratze des nationalen Monsters gerissen wird, ist eine andere, als die Jugendform eines Insektes, Weichtieres oder Amphibiums...

Einfach hässlich finde ich diese Überheblichkeit. Meine Tochter war mit Freunden zum PV in der Stadt. Sie sagt, für Griechenland zu sein, hätte sie sich bei der Veranstaltung nicht getraut... Ich habe gearbeitet, und auf dem Heimweg erzählte dann das Radio vom deutlich besseren Fußball der deutschen Manschaft, bei einem Stand von 1:1.  Da haben wir es doch wieder: Fußball ist eben nicht Sport, sondern angewandter Chauvinismus. Und für Fußballerwitze braucht man auch Humor und profunde Kenntnis der Nationalcharaktere. Sonst versteht man das nicht... Die Polen haben den Ball geklaut, und die Griechen können sich keinen neuen kaufen...

Gruß Clas
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Offline Heiko

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« Antwort #9 am: 26. Juli 2013, 00:23:53 »
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a.  Pierre-Joseph Proudhon: "Die Autorität ist also die erste soziale Idee des menschlichen Geschlechts. Die zweite hat darin bestanden, unmittelbar an der Abschaffung der Autorität zu arbeiten."
(Bekenntnisse eines Revolutionärs, S. 18, Rowohlt 1969)


-1.  Max Stirner: "Es ist zwar nicht zu leugnen, dass Mich mein Vater erzeugt hat; aber nun Ich einmal erzeugt bin, gehen Mich doch wohl seine Erzeugungs-Absichten gar nichts an, und wozu er Mich auch immer berufen haben mag, Ich tue, was Ich selber will."
(Der Einzige und sein Eigentum, S. 122, Reclam 1972)


§.  Kurt Zube: "Anarchismus liegt nicht schon dann vor, wenn jemand die Herrschaft anderer über sich selbst ablehnt; denn das tun ja auch alle, die andere beherrschen möchten. Ein Anarchist ist vielmehr, wer freiwillig darauf verzichtet andere beherrschen zu wollen".
(Anarchismus 2.0, S. 298, Schmetterling 2009)

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Offline Burkhard Ihme

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #10 am: 26. Juli 2013, 16:22:46 »
Ich habe gearbeitet, und auf dem Heimweg erzählte dann das Radio vom deutlich besseren Fußball der deutschen Manschaft, bei einem Stand von 1:1.  Da haben wir es doch wieder: Fußball ist eben nicht Sport, sondern angewandter Chauvinismus.
Du hast das Spiel nicht nur nicht gesehen, sondern offenbar auch wenig Ahnung vom Fußball. Natürlich kann auch beim Stand von 0:0, 1:1 und sogar bei Rückstand eine Mannschaft den deutlich besseren Fußball spielen. Griechenland hätte bei besserer Chancenauswertung der deutschen Mannschaft 1:8 hintenliegen können. Der Ausgleich war die die einzige Chance der Griechen und zudem regelwidrig.



Eine korrekte Berschreibung ohne Kenntnis der Tatsachen als Chauvinismus abzutun, ist ein ähnliches Phänomen, wie es beim Fußball selber auch ständig auftritt: Gewinnt die deutsche Mannschaft, ohne den Gegner an die Wand gespielt zu haben, gilt der Sieg sofort als glücklich und unverdient.

Offline Clas

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Re: Macht im Alltag
« Antwort #11 am: 27. Juli 2013, 11:37:05 »
Moin Burkhard,

natürlich habe ich das Spiel nicht gesehen. Wie denn? Fußball gehört nicht zu den Phänomenen, die ich differenziert wahrnehmen kann. Ich sehe keine positiven Aspekte und im Sportunterricht wurde mir leidvoll deutlich, dass es um Erziehung zu Rohheit und Brutalität ging, um das schiere Überleben dieser 90 Minuten; das ist alles, was mir daran wesentlich erscheint. Und um Tore. Und um Fanatismus, Chauvinismus und faschistoides Gruppenverhalten. Mobbing. Inzwischen weiß ich: es geht überdies um Geld. Um viel Geld, aber nicht so viel, dass ich mich dafür als Zuschauer in eine solche Arena auch nur einmal begeben würde...

Dieses Bild bestätigte sich bei der gelegentlichen Zurkenntnisnahme real existierender Fußballenthusiasten und Spieler. Nimm, zum Beispiel, die, die da in Holland ihren Linienrichter totgeschlagen oder -getreten haben. Oder die Fans, die ich mal fahren sollte, am Steuer eines Taxis, und die anfingen, sich über das Abstechen von Taxifahrern zu unterhalten... Mit den Springmessern klickender Weise. Oder welche, die zu fünft über eine Reihe am Straßenrand wartender Taxen liefen, bis sie an einen Kollegen kamen, der sie da runter zog und mit 5 Maulschellen abstrafte... Da lagen sie und riefen nach der Polizei, sie wären körperverletzt worden. "Körperverletzt!" knurrte der Kollege. "Wegen so'ne mach ich doch keine Faust."

Worin also, wenn nicht im Ergebnis, sich ein besseres oder weniger gutes Fußballspiel zeigen können sollte: Ich weiß das nicht. Und wenn es darum ginge, könnten ja Experten darüber befinden, welche Mannschaft die beste sei, oder es könnte abgestimmt werden... Schon die Feststellung, was nun als Tor gilt, ist doch aber offenbar schwierig.

Gruß Clas
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Begonnen von Andrea

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von Guntram