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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: IG-Metall und die Muecken -  (Gelesen 1547 mal)

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Offline kampmann

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IG-Metall und die Muecken -
« am: 15. Mai 2005, 23:56:07 »
Hallo, eben werde ich aufmerksam auf einen massiven Fault-Pax der IG-Metall in DE:

http://www.igmetall.de/metall/mai05/titel_voll.html

http://www.igmetall.de/metall/mai05/images/bild_titel.jpg

Hier werden  Amerikanische Firmen - sie moegen sicher nicht sehr moralisch handeln - mit blutsaugenden Muecken verglichen.

Als die Hutus gegen die Tutsis losschlugen, wurden diese als Kakerlaken (cockroaches) bezeichnet (siehe Film "Ruanda Hotel") .

Wenn sich Muente und die IG-Metall jetzt mit Vergleichen aus dem Tierreich abgeben (Heuschrecken und Muecken), dann ist eine Holocaust-Stimmung nicht mehr fern !!!

Also Leute: aufgepasst und wachsam sein
Ein Außenseiter, der sehr neugierig ist!

Offline Bastian

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Re: IG-Metall und die Muecken -
« Antwort #1 am: 16. Mai 2005, 01:48:45 »
Ich verstehe was du meinst, aber... ach, das sind doch allesamt Stürme in Wassergläschen. Ihrerseits übrigens ebenfalls Propaganda. Soviel Aufregung wegen ein paar schlechten Vergleichen. Da sitzen sie alle bei der Christiansen und winseln und drohen mit Abwanderung, weil irgendein SPD- Funktionär sie Grashüpfer genannt hat. Ist doch absurd.
« Letzte Änderung: 16. Mai 2005, 01:58:38 von Bastian »

Offline Dagmar

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Re: IG-Metall und die Muecken -
« Antwort #2 am: 16. Mai 2005, 01:50:03 »
@Kampmann: Du sprichst mir aus der Seele! Letzte Woche war irgendein Titelblatt (ich glaube es war der Focus) solchen Gefahren nachempfunden: Manager wurden analog den Plakaten, die es von Juden schon einmal gab, abgebildet (es wurde im dazu gehörigen Artikel dann auf die Gefahr solcher Analogien hingewiesen): Als Heuschrecken im Frack mit Eurozeichen in den Augen. Es sind eben nicht irgendwelche Grashüpfer, sondern Münte greift zu einem Vergleich, den es historisch in anderen und zwar antisemtischen Zusammenhängen schon einmal gab.

Ich möchte nicht der besinnungslosen Globalisierung oder hedge-fond-Managern das Wort reden, wirklich nicht. Ich finde deshalb einiges von Müntes Hauruckrede wichtig und nicht blöde. Allerdings sind Vergleiche mit Heuschrecken mehr als nur ein Griff in die Wahlkampfpropaganda:  Ich halte das auch nicht nur für durchschaubar in der Zielrichtung sondern für gefährlich und unzulässig.
« Letzte Änderung: 16. Mai 2005, 01:52:34 von Dagmar »
Je fester dir einer die Wahrheit verspricht, in Programmen und Predigten, glaube ihm nicht. Und geh' zu den Gauklern, den Clowns und den Narr'n: Dort wirst du zwar nix, doch das in Wahrheit erfahr'n.

Offline Sandra

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Re: IG-Metall und die Muecken -
« Antwort #3 am: 16. Mai 2005, 10:56:53 »
Es ist  meiner Meinung nach zwar ganz sicher ein Fauxpas (so schreibt man das, übrigens :-* ;))  aber meiner Empfindung nach gerade in Deutschland nicht so "gefährlich" wie ich es finden würde, wäre das in Österreich oder England oder so passiert. Ich sehe eine derartige Aufmerksamkeit gegenüber solchen "klassischen" Fehlern in Germanien, da mach ich mir wenig Sorgen. Gerade die Heuschrecken-Metapher wurde in ALLEN Artikeln verglichen mit gleichartigen Entmenschlichungen der Nazi-zeit  (komischerweise wurde mit allem Möglichen verglichen, nur die berühmte kartoffelkäfer-rede wurde nie erwähnt)es regen sich wirklich Krethi und Plethi darüber auf, und sagen, wie Du, Dagmar: In der Sache nicht verkehrt, in der wortwahl bedenklich. Sie weisen darauf hin, dass man Menschen- tiervergleiche schon mal hatte, und wo das hinführen könnte.
In Ländern, die eine weniger durchdringende Aufarbeitung der Mechanismen die zur Ausgrenzung von Menschengruppen führen haben, würde mich sowas mehr schrecken.
Ich gehöre nicht zu denen, die die Hand dafür in's Feuer legen, dass es in Deutschland nie mehr Blutvergiessen geben wird - aber ich bin überzeugt, dass das nächste Mal nicht dieselben Wege dorthin führen. Die Gefahr kommt von einer Richtung, in die keiner schaut - in DIESE Richtung schaut hier aber jeder.

In England, wie gesagt, wo der Antisemitismus ziemlich unverblümt fröhliche Urständ feiert, oder in Österreich, wo man traditionell "alles" reden darf, (und nix sagt) da ist das was anderes. Aber in einem Wortverliebten Land wie Deutschland, wo ALLES analysiert wird und jede Möglichkeit erst mal besprochen und zerredet werden muss - da ist es bestenfalls ein Zeichen schlechten Geschmacks, finde ich.

Offline Andrea

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Re: IG-Metall und die Muecken -
« Antwort #4 am: 16. Mai 2005, 12:40:53 »
Gut, dass hierzulande auf solche Aussprüche geachtet wird. In Österreich hielte man derlei Vergleiche vielleicht sogar für "zulässig".
Zum Licht gehört der Schatten, zum Tag die Nacht. Das musst du dir so oft sagen, bis du es weißt und für selbstverständlich hältst. Dann kannst du nicht enttäuscht darüber sein. Denn leben heißt: Das

Offline Sandra

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Re: IG-Metall und die Muecken -
« Antwort #5 am: 16. Mai 2005, 13:32:35 »
Vermutlich. Mehr noch: wenn in Österreich jemand so eine Kritik wie Münte formuliert, dann interessiert das sowieso keinen, weil alle sagen: das ist nur wegen der Wahl. Ein Typ von der IndustriellenVereinigung würde sich "verwahren" und Ende der Debatte.

Offline kampmann

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Re: IG-Metall und die Muecken -
« Antwort #6 am: 16. Mai 2005, 20:31:01 »
Ich moechte noch einmal nachlegen:

Interessant ist, wenn Ihr das Bild bei der IG-Metall anschaut - so meinte ein Bekannter von mir - dass die Muecken dort evtl. einen "judaischen" Gesichtsausdruck haben. Ich persoenlich fand das nicht so - aber wenn ich mich an Abbildungen aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg erinnere - davon gibt es ja eine ganze Menge - dann koennte man das so interpretieren: Juden mit amerikanischen Hueten als fliegende blutsaugende Muecken ... Grrr!!

Aber grundsaetzlich: Vergleiche mit dem Tierreich sollten Politiker, aber auch Normale, vermeiden. Die Heuschrecken haben nebenbei sicherlich einen biblischen Hintergrund: die sieben Plagen des alten Testaments (pardon Sandra: ich sage AT, weil wir Christen auch ein NT haben ::) ::) )
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Offline kampmann

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Re: IG-Metall und die Muecken -
« Antwort #7 am: 16. Mai 2005, 20:47:37 »
Und noch etwas zur "Kapitalismus-Kritik":

Hier sollte es weniger eine Kritik des Kapitalismus geben, sondern es geht ja wohl um den moralischen Anstand einiger (wie viele??)  Manager.

Ich persoenlich denke, es muss kapitalkraeftige Firmen geben, es muss aber auch kleinere Firmen geben.

Warum kapitalkraeftige (oder Grossindustrie)?  Ganz einfach gesehen: wenn es Krisen gibt, hat eine Firma mit viel Kapital auch die "Puste", durch zu halten. Eine kleine kann dabei schon mal "hops" gehen ... Sicher ist das ein einfaches Bild, aber durchaus ein Ansatzpunkt. Die Alternative dazu, naemlich der Staatskapitalismus a la DDR oder SU, hat sich zu Tode buerokratisiert, ist also keine Alternative.

Frueher war ich grundsaetzlicher - fast marxistisch - und ich war gegen die Grossindustrie. Irgendeinmal aber kam mir die "Erleuchtung" s.o. ...

Aber: hier geht es ja um moralische - eigentlich: unmoralische -  Auswuechse einzelner Personengruppen.

Auch: als Kleinaktionaer waere ich schon an einer Dividende interessiert, aber viel interessanter ist ja wohl die Kurssteigerung, die voellig unabhaengig davon ist, z.B. gibt es amerikanische Firmen, die ueberhaupt keine Dividenden bezahlen ... und trotzdem steigende Kurse haben ...

Die Heuschrecken/Muecken-Debatte zeigt ja nur, dass hier ein Gleichgewichtszustand verlassen worden ist ...



@Sandra: Danke fuer fauxpas ....  :D
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