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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Freiheit vs. Sicherheit  (Gelesen 1124 mal)

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Offline Bassmeister

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Freiheit vs. Sicherheit
« am: 28. März 2006, 11:13:32 »
Ein ganz heißes Eisen zur Zeit für mich.
Wie bekommt man die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit gut hin?
Das fängt schon in der frühesten Kindheit an: Wo ist es absolut unvermeidbar, daß ich mein Kind vor sich selbst schütze, wo ist das sinnvoll und wo ist es absolut fehl am Platz, weil man durch "einmal richtig auf die Schnauze fallen" viel mehr und besser lernt, als durch 1000e durch Worte weitergegebene Erfahrungen? - - -
Bis hin zur großen Politik im "Kampf gegen den Terrorismus" - Wie weit zollen wir der Angst Tribut und lassen uns unsere Freiheit zugunsten der Sicherheit beschneiden?
In meinen Augen ist beides - jedes für sich genommen - eine Illusion. Es gibt keine Sicherheit. Und es gibt auch keine Freiheit. Es gibt ein Gefühl von Sicherheit oder Freiheit.
Aber auch im "privaten" Leben kann es sinnvoll sein, sich durch ein wenig Selbstdisziplin die eigene "Freiheit" einzuschränken, möglicherweise ist der Gewinn an Lebensqualität es wert. Wie erkennt man es, wie bringt man es in Einklang?
[size=9]Nicht alles, was zwei Backen hat, ist ein Gesicht...[/size]

Offline Bill

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Re: Freiheit vs. Sicherheit
« Antwort #1 am: 26. September 2006, 11:54:17 »
Quote (selected)
PRESSESTELLE

DEUTSCHE OPER BERLIN

Stiftung Oper in Berlin

2006 | 2007

25. September 2006

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

aus gegebenem Anlass wende ich mich heute einmal persönlich und ohne eine offizielle Form einer Pressemitteilung an Sie. Dieses Schreiben ist NICHT zum Abdruck bestimmt.

Ich bitte Sie, dieses Anschreiben in aller Ruhe und entgegen der stets vorherrschenden journalistischen Zeitnot und gewisser Andrucktermine zu lesen und zu verinnerlichen. Darüber hinaus wäre es wunderbar, wenn Sie meine Worte nicht gleich wieder zum Abdruck verwenden würden.

Wir bitten - auch auf Anraten der Polizei - Sie dringlichst darum, davon abzusehen, in Ihren Meldungen über den Sachverhalt der Inszenierung zu berichten, der dazu geführt hat, dass wir uns dazu entschieden haben, die Oper IDOMENEO aus unserem Spielplan zu nehmen.

Um es ganz deutlich zu sagen: Dadurch, dass Sie die Geschichte unnötig hochspielen und ein vermeintlich religiöses Statement unsererseits publizieren, erhöhen Sie nicht nur die Gefahr für uns, unser Haus und somit unser Publikum erheblich, sondern letztendlich auch für sich selbst.

Wir kennen die Auswirkungen des Karikaturen-Streits. Wir sind der Meinung, dass damit auf keinen Fall gespaßt werden darf und hoffen auf Ihre Unterstützung.

Bitte beachten Sie nun die angehängte Pressemitteilung zur Spielplanänderung!

Auch eine Form, das Thema zu missbrauchen.
Denn zuverlässig tun die Medien genau das, wovor sie hier in provokantem Ton so hochdramatisch gewarnt werden: prompt und tabulos blühen die Schlagzeilen.
Gut so? Aber sicher!
Wenn nicht ein Geschmäckle bliebe.
Die krisengebeutelte und an Zuschauerschwund leidende Deutsche Oper ist plötzlich wieder im Gespräch, ihre von Entlassung bedrohte Intendantin empfiehlt sich political correct für den Verbleib im Amt, und wenn man dann irgendwann dem "Druck der Öffentlichkeit" nachgibt und das Stück doch wieder auf den Spielplan setzt, sind ausverkaufte Vorstellungen garantiert.
Insofern ist "Freiheit vs. Sicherheit" vielleicht der falsche Thread dafür, aber hier war es noch so schön übersichtlich! ;)

http://www.tagesspiegel.de/kultur/archiv/26.09.2006/2800639.asp
« Letzte Änderung: 26. September 2006, 12:09:52 von Bill »

Offline whoknows

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Re: Freiheit vs. Sicherheit
« Antwort #2 am: 26. September 2006, 14:51:33 »
Quote (selected)
Wie erkennt man es, wie bringt man es in Einklang
Ich glaube, das "man" ist in diesem Zusammenhang der Fehler an der Frage.
"Man" schätzt von Fall zu Fall ab, was einem in der jeweiligen Situation als das höher zu bewertende Gut scheint - und das muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Ein Beispiel: ich persönlich lasse meine Hunde fast immer ohne Leine laufen. Sie sind relaitv strassensicher - aber man kann nie wissen. Heute ist einer bei Rot über eine Kreuzung gedonnert, die ich gerade überquerte - einer der beiden Hunde wäre um's Haar Matsch gewesen. Trotzdem ist mir lieber, ihr Leben ist kürzer und dafür erfüllter - wenn ich die beiden Möglichkeiten gegeneinander abwäge. IMMER geht das nicht, manchmal ist die Gefahr des kürzeren Lebens dermassen akut, dass ich sie lieber trage oder an die Leine nehme, auch wenn sie das nicht mögen.

Aber: Grundsätzlich geht mir persönlich zwar meistens Freiheit vor Sicherheit - ich kenne aber genügend Menschen, die genau andersrum empfinden. Bei einem Kind muss man - denke ich - auch abwägen, was das Kind in dem Moment höher schätzt - auch da gibt es ja durchaus Charaktermerkmale, die einem da helfen können. Wo ist es Wissens- oder Freiheitsdurst, wo jugendliche Unvernunft.
Und, wie Du richtig sagst: beides ist Illusion, beides gibt es nicht wirklich, sondern nur simuliert.

Im Bezug zur Oper kann ich nur sagen: die Gesetze des Marktes klug erkannt und ausgenützt - und noch dazu feige und rückgratlos gehandelt - auch das ist eine Kunst.

 

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