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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Facebook, Google und der Zwang  (Gelesen 3689 mal)

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Offline Bastian

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Facebook, Google und der Zwang
« am: 21. Juni 2012, 19:00:24 »
Mittlerweile begeben sich schon Schulen in Facebook-Abhängigkeiten.

Irre: Da hat eine Schule in Braunlage sechs Schüler von einer Unterrichtsstunde mit einem Geschichtenerzähler ausgeschlossen, weil deren Eltern der Veröffentlichung von Bildern Ihrer Kinder auf Facebook nicht zugestimmt hatten:

http://www.golem.de/news/facebook-warum-kinderbilder-nicht-in-soziale-netzwerke-gehoeren-1206-92627.html

Laut Schulleiterin war die Geschichtenerzählstunde eine Sponsorenveranstaltung. Und dieser Sponsor (ein Versicherungsunternehmer) hatte wohl die Bedingung gestellt, dass die Eltern Ihre Einwilligung für eine Veröffentlichung auf Facebook geben.

Was sind das für Verschränkungen? Und wie erklärt man das seinen Schülern?

Nein, Hanna, du bleibst draußen. Verstehst du nicht? Ich erklär' dir das mal: Der Erzähler da drin tut das doch nicht für dich. Er liest nur deswegen vor, weil ein anderer ihn dafür bezahlt. Das ist der Unternehmer. Und der bezahlt nicht nur den Geschichtenerzähler, der bezahlt auch uns. Und der bezahlt uns nicht etwa, weil er uns damit helfen möchte. Nein, der tut das auch nur, weil er selbst etwas damit verdienen will. Und damit er Geld verdient, braucht er ein Foto von deinem Gesicht. Ohne ein Foto von Dir kann er sein Geld nämlich nicht verdienen. Denn dieses Foto stellt er auf eine Internetseite von einem noch größeren Unternehmen und macht dann mit Deinem Gesicht Werbung für sich selbst. Und das größere Unternehmen verdient auch Geld mit deinem Gesicht, drum heißt es ja Facebook. Das aber nur so nebenbei.

Tja, vielleicht verstehst du jetzt, warum nur diejenigen dem Geschichtenerzähler zuhören dürfen, die sich auf Facebook vorzeigen lassen.

Es hätte so einfach sein können, aber deine Eltern mussten ja nein sagen.

Sag mal, ist dir eigentlich klar, was das bedeutet?! Wofür erklär ich dir das denn alles? Stell dir nur mal vor, wenn alle das so machen würden und keine Bilder von sich machen lassen! Dann kann der Unternehmer kein Geld verdienen, der Geschichtenerzähler kommt dann auch nicht mehr, und auch unsere Schule bekommt kein Geld mehr vom Unternehmer. Alles nur wegen so 'nem blöden Foto und Leuten wie deinen Eltern. Kannst Dich bei denen dafür bedanken, dass du nicht reinkommst. Und sag ihnen mal schöne Grüße von mir. Die sollten sich mal ein Beispiel an den anderen nehmen! Die haben nämlich alle zugestimmt, drum dürfen sie rein. Du darfst jetzt mit Luca und Carolin für 'ne Stunde zu Frau Makramee-Zopf in den Erdkunderaum.

So, hab jetzt aber wirklich wichtigeres zu tun. Muss rauf ins Rektorzimmer, 'ne Mail an Golem.de schreiben...




Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bedauere den Vorfall sehr und wir haben daraus gelernt. Wir werden noch sorgfältiger bei der Auswahl von Sponsoren sein. Wir wollten auch kein Kind diskriminieren...

http://www.golem.de/news/kinderbilder-grundschule-bereut-facebook-aktion-1206-92673.html
« Letzte Änderung: 21. Juni 2012, 21:40:36 von Bastian »

Offline Clas

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #1 am: 22. Juni 2012, 11:04:31 »
Moin, moin,

was ich nun nicht verstehe, ist: Warum hält man den Versicherungsstrolch, der solche Sachen überhaupt verursacht, jetzt so anonym? Der wollte doch eigentlich bekannt werden? Mit dieser und für diese Wohltat?

Ansonsten: so war Schule und Medien schon früher. Fernsehn hieß das damals, und man kriegte die Hausaufgabe, Nachrichten zu sehen und zu wissen, was es da gab. Zeitung hatten wir, kam aber erst gegen Mittag, auf dem Land. Fernseher hatten wir nicht; also wußte ich zunächst auch nicht, dass das die selben Nachrichten sind, wie in der Zeitung, nur dass man zusätzlich und teils an Stelle der besprochenen Fragen Herren aus dunklen Limosinen steigen und durch Drehtüren verschwinden sieht. Eventuell tauchen sie auch aus diesen auf und verschwinden in jenen.

Das Bekenntnis, so einen Zyclopen nicht im Wohnzimmer zu haben, hatte ein Sozialverhalten seitens der Mitschüler, teils auch der Lehrer, zur Folge, dass heute heute wohl Bossing/Mobbing genannt würde...

Gruß Clas
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Offline Bastian

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #2 am: 25. Juni 2012, 15:30:31 »
Was mich an der ganzen Sache stört ist das Primat der Verwertbarkeit; und das im Zusammenhang mit Kindern und Schule.
Analog zu der aktuellen Geschichte wäre wohl eine Fernsehproduktion o.ä., bei der die Schule sich genauso das Placet der Eltern einholen müsste, und so gab es auch in desem Fall eine solche Standardvereinbarung. Anscheinend bedauert die Schulleiterin ihren Fehler, und es hat- wie ich anderswo las- auch keine Fotos von der Veranstaltung auf Facebook gegeben. Mein Eindruck ist, dass sie sich schon Gedanken machen. So ist es vielleicht auch zu verstehen, dass das Versicherungsunternehmen nicht genannt wird- ein Shitstorm oder dergleichen wäre da wohl unverhältnismäßig und würde die Beteiligten noch mehr in die Öffentlichkeit ziehen.

Eine Alternative zum Ausschluss der Kinder wäre es ja, wenn sie mitmachen dürften und einzelne Gesichter ggf. gepixelt würden. Das könnte aber auch doof sein für die Gepixelten, die das dann von den anderen immer wieder vorgehalten bekommen. Oder man nimmt Bilder, auf denen die Gesichter nicht zu erkennen sind (in der Gruppe oder von hinten). Oder man zeigt nur den Geschichtenerzähler vor der Wandtafel, oderoderoder... All das wäre möglich, aber anscheinend haben Verwertungsrechte heutzutage einen höheren Stellenwert als Persönlichkeitsrechte.

Das Recht am eigenen Bild gilt selbstverständlich auch für Kinder. Tja, und wahren sollen das die Eltern. Eigentlich. Leider sind es aber meist die Eltern selbst, die ihre Kinder "verwerten" und in die Öffentlichkeit ziehen. Weil die Kleine ja "soo süüß" ist. Oder weil der Kleine sein erstes schiefes Türmchen mit Lego gebaut hat. Oder das erste schiefe Häufchen. Dann möge die ganze Welt es erfahren und vor diesen Eltern niederknien, deren Sproß in der Lage ist, solche sagenhaften Leistungen zu vollbringen.

Interessant finde ich da diese Initiative. Auf Facebook:
https://www.facebook.com/Keine.Kinderfotos.im.Social.Web

Grüße
Bastian

Offline Bastian

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #3 am: 08. August 2012, 19:25:33 »
Brav!

Jetzt hier weiterlesen, loslos!
Quote (selected)
Ein neues Feature für Facebook-Gruppen könnte für neuen Verdruss über den Umgang mit der Privatsphäre im weltgrößten Social Network sorgen - und gleichzeitig die Wünsche mancher neugierigen Nutzer erfüllen. Künftig wird den Mitgliedern von Facebook-Gruppen angezeigt, wer von ihnen einen Beitrag oder ein gepostetes Foto bereits angesehen hat. Unter den Einträgen erscheint ein Häkchen, beim Darüberfahren mit dem Mauszeiger wird angezeigt, wer genau den Beitrag schon gelesen, das Foto betrachtet hat. Die Funktion, die sukzessive bei allen Gruppen eingeführt wird, lässt sich nicht deaktivieren.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/neues-facebook-feature-keine-anonymitaet-mehr-in-gruppen-a-848828.html

Gibt's eigentlich keine Falschparker mehr?

Grüße
Bastian

Offline Burkhard Ihme

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #4 am: 09. August 2012, 11:40:53 »

Offline Clas

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #5 am: 10. August 2012, 16:38:10 »
Moin, moin,

Experten, die irgendeinen Unsinn von sich geben, gibt es natürlich leicht und offenbar zu jedem Thema. Ganz klassisch die Wirtschaftsexperten. Rote oder orange Haare hätte man früher auch Experten gefunden, die das verdächtig gefunden hätten, und ich habe den Eindruck, die Boulevardpresse knüpft daran an.

Ernsthaft: Wieso qualifiziert ein Studium einen Experten dazu, irgendwas über einen Probanden zu sagen, den er nur aus der Presse kennt? Der Umstand, dass er da was sagt, spricht doch eigentlich schon Bände, gegen ihn und jedenfalls gegen seine Expertise.

Gruß Clas
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Offline Bastian

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #6 am: 10. August 2012, 17:29:49 »
Aus dem von Burkhard verlinkten Artikel:
Quote (selected)
Einige Experten gehen gar so weit, nicht existente Social-Media-Accounts als mögliches Anzeichen für Psychopathen zu bezeichnen.

Einfach ganz oben auf "Registrieren" klicken!

;)
Bastian

Offline Bastian

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #7 am: 29. März 2013, 21:16:47 »
http://www.sueddeutsche.de/digital/stopp-google-glass-diese-brille-sieht-nichts-rosarot-1.1635562

Wieviele Google-Brillen braucht's wohl, um den öffentlichen Raum vollständig auszulesen?

Bin ich paranoid, wenn ich überlege, mir eine Schein-und Wasserwerfer-Brille zu bauen?

Grüße
Bastian

Offline Bastian

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #8 am: 30. März 2013, 11:34:30 »
Eine interessante Seite mit einigen lesenswerten Artikeln:
http://stopthecyborgs.org/

Offline Weichler

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #9 am: 16. Mai 2013, 11:40:39 »
Hast du die Seite durch Google gefunden? ;)
Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber verweilen kann er dort nicht lange.

Offline Bastian

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Passwörter auf dem Silbertablett serviert
« Antwort #10 am: 18. Juli 2013, 11:14:59 »
Ja. So wie den gleich verlinkten Artikel auch.

Auf vielen Android-Geräten ist standardmäßig aktiviert, dass App-Daten und WLAN-Passwörter auf Google-Server gesichert werden sollen (bei mir unter: Einstellungen -> Sichern und zurücksetzen -> Meine Daten sichern).

Anscheinend speichert Google diese Daten unverschlüsselt auf seinen Servern.

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich beim Einrichten des Gerätes auf diese Option hingewiesen worden wäre. Wenigstens verschlüsseln könnte man das doch.
« Letzte Änderung: 18. Juli 2013, 13:43:06 von Bastian »

Offline Anke

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #11 am: 18. Juli 2013, 17:38:09 »
Neuer sozialer Zwang:

http://www.pressetext.com/news/20120808018
Das sehe ich wirklich schon so. Die total vernetzten Leute betrachten andere, die sich da raushalten, schon als Freaks.  >:(   Vor noch nicht allezu langer Zeit war es genau umgekehrt.

Ich bekomme seit Monaten ständig E-Mails von "LinkedIn" oder meinem Mail-Provider (oder gehören die eh zusammen?), dass dieser und jener jetzt bei LinkedIn sei, den ich "vielleicht" auch kenne. In der Tat kenne ich die meisten davon - sie sind in meinem Adressenspeicher und als Adressen in meinen E-Mails enthalten! Mit anderen Worten, da wird fleißig und hemmungslos "verlinked", was das Zeug hält,  ohne zu fragen. Fragen ist ja eigentlich auch gar nicht mehr nötig, da diese Daten zwangsweise bei denen anfallen und sie diese entweder weitergeben (dann SOLLTEN sie jedenfalls fragen) oder eben da diese Unternehmen alle miteinander verwandt und verschwägert sind.  :-\

Ich habe jetzt erstmal meinen Adressenspeicher geleert. Wird aber wohl nicht viel helfen.
Modern Times.  :o

P.S. an Bastian: Ich bin eingeloggt und habe auf "Zitat" geklickt, bekomme aber trotzdem keine Smilies angeboten, sondern erst, nachdem ich "Vorschau" angeklickt habe. Komisch, oder? Angeblich könnte man die doch sogar in der Schnellantwort nutzen.

Offline Bastian

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Re: Facebook, Google und der Zwang
« Antwort #12 am: 20. Juli 2013, 14:24:28 »
Hab die technischen Fragen mal in "Neues und Ankündigungen" verschoben.

 

Bei der Schnellantwort kannst du Bulletin Board Code und Smileys wie im normalen Beitrag benutzen.

Name: E-Mail:
Verifizierung:
Wieviel ist zwei mal zwei? (Wort):
Schreibe das folgende Wort: Bluntschli:

Google hat Humor!!

Begonnen von Sandra

Antworten: 23
Aufrufe: 3945
Letzter Beitrag 23. September 2003, 01:41:27
von grex
Einflussnahme bei Google

Begonnen von immernochsaurier

Antworten: 0
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Letzter Beitrag 11. Januar 2009, 00:03:43
von immernochsaurier