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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund  (Gelesen 7163 mal)

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Offline Anke

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Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« am: 21. September 2007, 10:47:47 »
Ich muss mich mal kurz ausweinen   :-? :'(:

Dies hier bekam ich eben im Internet zu lesen und musste mir den Satz nach 2xigem Lesen noch 2x laut vorsagen, ohne auf den Bildschirm zu schauen, um dahinterzukommen, was gemeint ist:

Quote (selected)
Originelle Künstler werden weder indeckt noch langfristig aufgebaut und finanziell unterstüzt.

Sowas ist ja leider kein Einzel-, sondern der Normalfall! Was geht nur in den Köpfen der Leute vor!?? Nichts?  :o :o :o

Mich wundert es in keinster Weise (ja, absichtlicher Über-Superlativ  >:(), dass Deutschland bei PISA inzwischen auf dem 22. Platz gelandet ist. Der Bildungsstand, der Wille oder die Fähigkeit zum Verstehen, ist vor allem bei der Generation unterhalb von ca. 30 Jahren einfach grauenvoll. Eigentlich schon unterhalb von 40 Jahren, soweit ich das im Internet sehen kann.
« Letzte Änderung: 21. September 2007, 10:50:18 von Anke »

Offline Lanie

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #1 am: 21. September 2007, 12:22:08 »
Asche über mein Haupt. Mir geht es z.B. folgendermaßen: Rechtschreibfehler, Kommafehler und grammatikalische Verstümmelung. Ja und fragt nicht nach das/dass. Erstaunlicherweise ist das meiste davon nur im Digitalen zu finden - seltener im Analogen. Zum einen hängt das damit zusammen, dass (?) ich auf einer Tastatur ungleich schneller schreibe und damit auch oft unbedachter in Sachen Orthographie zum anderen an Tippfehlern. Stroganoff behauptet ich wäre ein Legastheniker, da ich, angeblich, so unheimlich viel gelesen hätte und dabei immernoch Anfängerfehler im Schreiben mache. Das stimmt, mit Fremdwörtern  kann ich manchmal besser arbeiten. Ob die sprache in der Krise steckt? Im Allgemeinen? Ich glaube ja, denke es aber nicht zu wissen.

schwähre Zait3n.

Offline Guntram

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #2 am: 21. September 2007, 18:41:33 »
Hier empfehe  diese Kolumne

http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,332092,00.html

Dazu noch die Buchform "Der Dativ ist den Genitiv sein Tod" Band 1-3


Noch am Rande:
Heute mittag war unser Verkehrsminister im Radio zu hören - Auszug aus seiner Rede zur Bahnprovatisierung im Bundestag. Er sprach immer von "die Verkehre der Zukunft" sollte wohl die Mehrzahl von Verkehr sein. Ich lerne gerne dazu, aber ich dachte immer Verkehr wäre schon die Mehrzahl weil es keine Einzahl gibt. Ähnlich wie "Leute" oder "Eltern" wobei ich Zugebe in der Wissenschaft wird in bestimmten Fällen der Ausdruck "Elter" verwendet wenn es bei ungeshlechtlicher vermehrung nur ein Elternteil gibt.
« Letzte Änderung: 21. September 2007, 18:46:53 von guntram »
Träume sind nicht Schäume, sind nicht Schall und Rauch,
sondern unser Leben so wie wache Stunden auch.
Wirklichkeit heißt Spesen, Träume sind Ertrag. Träume sind uns sicher schwarz auf weiß wie Nac

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #3 am: 21. September 2007, 22:42:16 »
Quote (selected)
Hier empfehe  diese Kolumne

http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,332092,00.html

Am besten gefällt mir der Suppenwolf  von Hermann Hesse ;D

Aber das Kommasaufen ist auch nicht von schlechten Elter(n), nä?  :D Vielleicht ist das sogar ganz gut, mal so richtig Kommas zu saufen, dann kann man die in den nächsten Monaten großzügig in die Texte einstreuen, braucht dabei nicht allzu sparsam zu sein, das erhöht die Lesefreundlichkeit.  8-)

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #4 am: 21. September 2007, 23:53:17 »
Quote (selected)
Asche über mein Haupt. Mir geht es z.B. folgendermaßen: Rechtschreibfehler, Kommafehler und grammatikalische Verstümmelung. Ja und fragt nicht nach das/dass. Erstaunlicherweise ist das meiste davon nur im Digitalen zu finden - seltener im Analogen. Zum einen hängt das damit zusammen, dass (?) ich auf einer Tastatur ungleich schneller schreibe und damit auch oft unbedachter in Sachen Orthographie zum anderen an Tippfehlern.
Einzelne Tippfehler finde ich im Internet, solange sie nicht überhandnehmen, durchaus tolerierbar. Vor allem, wenn es in manchen Foren gar keine "Ändern/Edit"-Funktion gibt und man keine Zeit für die Vorschau hatte.

Es gibt übrigens einige Foren, in denen bereits in den allgemeinen Regeln darum gebeten wird, Tippfehler möglichst nicht zu machen, da es eine Form von Höflichkeit sei, die Texte sorgfältig und gut lesbar zu halten. Das finde ich in der heutigen Zeit echt beachtlich.  8-)


Quote (selected)
Stroganoff behauptet ich wäre ein Legastheniker, da ich, angeblich, so unheimlich viel gelesen hätte und dabei immernoch Anfängerfehler im Schreiben mache.

Das hört sich so an, dass Stroganoff dein Vater oder großer Bruder ist, stimmt das?   :)

Ich habe nicht den Eindruck, dass du Legastheniker bist  :), sondern dass du "nur" durch unser Schulsystem so versaut bist wie die meisten anderen Schüler.   8-) (Aber gehörst, soweit ich sehen kann, keineswegs zu den ärgsten.  :) Ich sage es überhaupt nur, weil du es hier selber über dich geschrieben hast. Mir ist es nicht besonders aufgefallen, obwohl ich da recht sensibel bin.)

Aber auch mir ist es ein Rätsel, wie Leute Wörter 100x z.B. direkt vor ihren Postings korrekt geschrieben lesen und trotzdem munter weiter ihre total absurde falsche Schreibung fortführen können.  >:(  :o Das kann m.E. nur etwas mit der Art zu tun haben, wie unsere Schüler die Rechtschreibung lernen, aber vielleicht überhaupt Aufmerksamkeit für Details oder sowas lernen, bzw. nicht lernen.  :-?

Quote (selected)
Ob die sprache in der Krise steckt? Im Allgemeinen?
Wenn es dabei nur um die Sprache ginge, würde mich das nicht weiter besorgt machen. Sprache darf sich ja verändern. Ich meine darin aber eine zunehmende Nachplapperei von Unverstandenem, Unverdauten zu sehen, und das macht mir Sorge für die Zukunft. "Sie indecken keine Künstler." WAS bitte soll "indecken" bedeuten - warum fragt die Person sich das nicht?  ???

Quote (selected)
schwähre Zait3n.
Ja, auf Platz 22. Die Finnen sind in mehreren Diszplinen auf Platz 1. Die spinnen nicht, die Finnen.  8-)
« Letzte Änderung: 21. September 2007, 23:56:21 von Anke »

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #5 am: 22. September 2007, 00:00:08 »
In einem anderen Forum schrieb kürzlich jemand ständig etwas von "Beforderung".  Stress kam von ihrer Beforderung, sie war sehr befordert, usw. Dass es sich dabei um "Überforderung" handelte, war der mitteljungen Dame bis dato offenbar völlig entgangen.  :-/

Sowas überfordert mich.  :D

Offline whoknows

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #6 am: 22. September 2007, 09:39:21 »
Man merkt ja auch sehr oft, wann die fehlerhafte Schrift deutlich davon abhängt, dass die Menschen einfach auch undeutlich sprechen - was im Umkehrschluss aber auch bedeutet,  dass die Falsch-Schreiber eben  nicht genug lesen!!!
Das Falsch Schreiben  - ich meine jetzt, RICHTIG falsch, nicht Tippfehler, oder Bedeutungsfehler wie beispielsweise, dass ich, wenn ich im Netz "rede", gerne Worte gross schreibe, die gar nicht gross gehören - oder "garnicht" zusammen hänge, einfach, weil es Gefühlsmässig so für mich besser passt -

Also: das Falsch Schreiben passiert auch angeblich studierten Germanisten - zum Teil hängt es von irgendwelchen reinen Merkfunktionen oder Hirnverbindungen ab - aber ab einem gewissen Grad merkt man einfach: ist das jetzt reine Unbildung, wenig Lesen, wenig Interesse, oder sind das "Fehlleistungen".

Und die reine Unbildung - da gebe ich Anke Recht - nimmt erschreckend überhand.

Allerdings kann man das Lanie sicher nicht vorwerfen, daher neige ich zur Ansicht seines älteren Bruders  ;) - man kann durchaus beispielsweise ein latenter Legastheniker sein, das gibt's (MEIN grosser Bruder, der das tatsächlich ist, nannte das als Kind so: "ich bin ein patenter Legastheniker".

Das Legastheniker-Dasein bedingt  ja nicht, dass man SCHLECHT mit Worten umgehen könne, oder dass man nur Fehler macht, weil man sich die richtige Schreibweise nicht merkt - das sind viel kompliziertere Zusammenhänge. Roger Stein von Wortfront ist übrigens auch Legastheniker. UND latenter Synästhetiker. Trotzdem schreibt er toll, finde ich.

Diese Unbildung, die sich in der mangelnden (auch schriftlichen) Sprachberherrschung ausdrückt, kommt vom überhand nehmenden Irrglauben  es sei besser, ganz vieles nur ein bisschen zu kennen, als weniger, und das dafür tiefgehend.

Medien - und leider inzwischen auch immer öfter die Schulen - wollen sich keine Zeit mehr nehmen, Inhalte zu hinterfragen, tiefer zu forschen, Hintergründe aufzudecken, NACH - zu denken. Denn es gibt ja noch sooo viel, was man ebenfalls lernen, kennen, wissen "muss".
Aber es ist die ZEIT, die Bildung fördert, nicht die Quantität.

Offline Dorian

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #7 am: 22. September 2007, 14:59:13 »
Deutschland hat aber auch wirklich schwere Zeiten.

Zum Beispiel "Futur II"

Eine Zukunft, die bereits vergangen ist.

Da werd' ich niemals mit klargekommen haben werden worden haben können sein.

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #8 am: 22. September 2007, 15:24:35 »
Das ist aber m.E. genau das Problem. Auch andere Sprachen haben ein Futur II. Das hat nämlich kaum etwas mit der Sprache an sich zu tun, sondern mit logischen Abläufen, die ausgedrückt werden müssen/sollen/wollen.  :-?

In Futur II ist die Zukunft noch nicht vergangen. Sondern ein bestimmtes zukünftiges Ereignis wird vor einem anderen zukünftigen Ereignis eintreffen. Beispiel: Wenn du in Rente gehen wirst, Dorian, werde ich wohl schon gestorben sein.  ;)

Die Deutschen bilden sich - sorry - tatsächlich ein, die deutsche Sprache sei besonders schwer. Dabei gehört sie nach meiner Erfahrung eher zu den leichteren Sprachen; ich kenne mind. 6 Sprachen gut genug, um das beurteilen zu können.  8-) Aber die anderen beklagen sich nicht über ihre "schwere" Sprache, sondern lernen sie ganz selbstverständlich. Ich nehme an, meist von den Eltern bzw. der Mutter, dann in Kindergarten und Schule. Von der Uni ganz zu schweigen - da gebe ich dir leider völlig Recht, whoknows, auch viele heutige Germanisten reden und schreiben falsches Deutsch.  :'(

Woran liegt es also, dass bei uns teilweise sogar grundlegende Dinge der Muttersprache nicht gelernt werden? Zum Teil sicher an den Schulen, in denen auf Details nicht mehr Wert gelegt wird, sondern nur noch auf "das große Ganze" - so als hinge die Tragfähigkeit einer Brückenkonstruktion oder Hallendecke nicht davon ab, dass alle kleinen Berechnungszahlen stimmen und alle kleinen Schrauben wirklich zugedreht sind.  :o Dass die Schulabgänger heute selbst einfachste Rechenarten nicht beherrschen, ist genau derselbe Skandal und m.E. aus derselben Quelle.

Es scheint mir auch, dass die Lehrer es nicht mehr lernen, Sachverhalte verständlich mitzuteilen.  :( Alles wird künstlich verwissenschaftlicht aufgeplustert, selbst wenn es eigentlich ganz einfach ist. Ich habe mal eine englische Grammatik für 14-jährige Realschüler in der Hand gehabt, von der ich buchstäblich nichts verstanden habe, obwohl ich ziemlich gut Englisch kann. Aber wenn die Grammatik selber (auch die deutsche übrigens) in komplizierten lateinischen Begriffen und substantivierten Sätzen erklärt wird, dann kommt die eigene Sprache einem wie Chinesisch vor.  >:(

Und offenbar reden viele Mütter (= Kinder der 68-er Generation  :-?) mit ihren Kindern ebenfalls nicht deutlich genug, so dass die Kinder viele Wörter gar nicht erfassen können. In der Schule geht es dann so weiter.

Kürzlich erlebte ich in einem Forum einen User-Streit: Einer der User schrieb: "Du hast ja keine Beziehung." Der angesprochene User ging auf wie ein Kuchenteig, er sei bereits 30 Jahre glücklich verheiratet und der andere sei ein aggressiver Ignorant usw.  Andere ahnungs-/verständnislose User hängten sich mit in den Streit rein, je nach Sympathie. Es stellte sich schließlich nach einigen Streitpostings für einen analytisch begabten Leser heraus: Der erste User wusste nicht, dass es heißt "Du hast ja keine Beziehungen" - womit er das sog. Vitamin B meinte.  :D Und lesen tat er wohl auch nie, oder nicht aufmerksam genug, womit sich der Kreis wieder schließt.

Natürlich gibt es auch einfach patente Legastheniker, die sind aber nicht das Problem.  ;D
« Letzte Änderung: 22. September 2007, 15:33:35 von Anke »

Offline Dorian

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #9 am: 22. September 2007, 17:05:50 »
Quote (selected)
auch viele heutige Germanisten reden und schreiben falsches Deutsch.  :'(

Stimmt. Das ist schon Standart.

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #10 am: 22. September 2007, 18:20:22 »
Quote (selected)
Stimmt. Das ist schon Standart.

Jetzt kommt der Prüfstein, ob ich hier bleiben kann/darf - oder nicht.  8-)

http://www.k-faktor.com/standart/

 8-) ;) :-[ :-*

Offline whoknows

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #11 am: 22. September 2007, 21:40:59 »
hihi.


Offline Franz08

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #12 am: 23. September 2007, 00:22:57 »
Und was noch dazukommt: Mangelnde Sprachkompetenz heißt auch mangelnde Medienkompetenz.  
Match as much as you can!

Offline Dunkelblaue Dille

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #13 am: 23. September 2007, 11:13:35 »
Quote (selected)
http://www.k-faktor.com/standart/
Da kann ich whoknows nur zustimmen: Hömm :-)

Es reizt mich ziemlich, in diesem Zusammenhang "Denkverheerungen, Gefühlverschiebungen und virtuelle Autogramme" ins Spiel zu bringen, aber das lass ich wohl lieber bleiben 8-)


Offline Lanie

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #14 am: 23. September 2007, 20:07:30 »
Ein großartiges Buch: Vom Kainszeichen zum genetischen Code | Kritische Theorie zur Schrift
Autor : Christoph Türcke

Stroganoff und ich sind Freunde. (und seit einer Weile zusammen in einer Wohnung)

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #15 am: 23. September 2007, 23:24:21 »
Quote (selected)
hihi.
:)
« Letzte Änderung: 23. September 2007, 23:24:33 von Anke »

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #16 am: 23. September 2007, 23:27:10 »
Quote (selected)
Ein großartiges Buch: Vom Kainszeichen zum genetischen Code | Kritische Theorie zur Schrift
Autor : Christoph Türcke
Hast du das gelesen!?  :o

Quote (selected)
Stroganoff und ich sind Freunde. (und seit einer Weile zusammen in einer Wohnung)
Aah so, danke.  :)
Dann hab ich aber noch ne Zusatzfrage - auch wenn ich mich damit vielleicht höllisch blamiere: Bist du das auf
deinem Avatar-Foto?
(Oder ist das jemand, den "man" kennen müsste, aber ick nich kenn  ::))
« Letzte Änderung: 23. September 2007, 23:27:52 von Anke »

Offline Andrea

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #17 am: 24. September 2007, 06:14:29 »
Hihi! Der Standart gefällt mir *kicher*. Schließe mich Knowhows äh Whoknows und der Dille an ;-).
Das ist überhaupt MEIN THREAD. Ich liebe die deutsche Sprache, und es tut mir weh, wenn jemand überhaupt nicht weiß, wo er die Komas äh ... setzen muss. Ich korrigierte kürzlich drei Briefe einer Freundin, die an den Mieterverein usw. gehen sollen, da hat sie tatsächlich jedes Komma unwillkürlich irgendwohin gesetzt, wo keines hin gehörte, und die, die ich (laut alter Rechtschreibregelung) setzen würde, fehlten. Da haben sich dann ganz schön die Kommas im Dokument gestritten. Meine haben gewonnen. Ich war rigoros.
Mir passiert es öfter, dass ich nicht weiß, wo ein v oder ein w hin gehört: Individuum z.B. hab ich immer wieder falsch geschrieben (ich glaub auch hier), bis ich es dann richtig mit v gelesen habe. Aber so geht es mir öfter mit VW-Wörtern. Negativ hab ich früher IMMER!! mit gg geschrieben. Relativ mit ll. Das spricht sich österreichisch so aus, und ich hab's deshalb so nachgeschrieben. Aber ungebildete Österreicher können z.B. den dritten und den vierten Fall nicht voneinander unterscheiden. Ich hatte Telefonisten-Kolleginnen in Wien, die fragten immer: "Wem möchten sie sprechen?" "Möchten Sie ihm sprechen?" usw. Da hat's mir die Nackenhaare aufgestellt. Englisch konnten sie gar nicht. "Yes moment!" war ihre Standard-Ansage. Und obwohl sie mich nicht mochten, weil ich einer von ihnen gemobbten Kollegin die Stange gehalten hatte, wussten sie immer, wer ihre Gespräche auf englisch übernehmen würde... ;D War eine schräge Zeit damals.
Am Geilsten fand ich in meinem Ex-Job in Köln, als meine Chefin mir eine Mail schrieb, in der stand: "Du musst Dich in der Endgeldabteilung melden." ;D ;D :mata: Und das von jemandem die mir schlampiges Telefonverhalten vorwarf, um mich rauszumobben ;D.
Zum Licht gehört der Schatten, zum Tag die Nacht. Das musst du dir so oft sagen, bis du es weißt und für selbstverständlich hältst. Dann kannst du nicht enttäuscht darüber sein. Denn leben heißt: Das

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #18 am: 24. September 2007, 12:27:49 »
Quote (selected)
Am Geilsten fand ich in meinem Ex-Job in Köln, als meine Chefin mir eine Mail schrieb, in der stand: "Du musst Dich in der Endgeldabteilung melden."

Damit meinte sie doch sicher die letzte Auszahlung deines Gehalts, bevor sie dich feuerten?  8-)

Dann war das völlig korrekt so.  ;D  ;)

Offline michael

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund, aber
« Antwort #19 am: 25. September 2007, 18:31:33 »
Erschreckt nicht, aber in einem Forum zu einer eigentlich sehr anspruchsvollen Scriptsprache finden sich öfter Beiträge wie dieser:

[highlight] Brauch Hilfe
Also ich hab ein Ordner der Liegt jetzt aufen Desktop! wie sag ich jetzt dem Script das es eine .exe datei aus dem Ordner lesen soll und wenn es so was gibt, das man den ordner x beliebig (/verschieben ) kann das die .exe trotzdem ausgeführt werden kann !

gibs den da i-wie ein lösung ?
Sry aber kenn mich in dem Feld nicht aus ![/highlight]

Und hier ist klar, was der Schreiber wissen will...
Es gibt noch bessere Stellen...

Also macht euch keine Gedanken über Tippfehler.... Oder doch.....

Michael

PS: Wer sich gruseln will, ich liefere gerne einen Nachweis für ausgiebiges Quellenstudium
PS2: Hinweise anderer, doch bitte die gröbsten Tippfehler zu beseitigen, verhallen ungehört
PS3: Oder das war das Ergebnis danach.....

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #20 am: 25. September 2007, 20:46:51 »
Das ist wirklich etwas gruselig, aber ich finde, das geht sogar noch. Dass in Fachkreisen eine gewisse Kurzsprache benutzt wird, halte ich für legitim, und dieser Schreiber kann im allgemeinen sogar Substantive von anderen Wörtern unterscheiden, was heutzutage schon eine echte Leistung ist.  :)

Ich habe eine Zeitlang besondere Knüller aus Foren aufgeschrieben und gesammelt, weil ich es sonst einfach nicht mehr vor dem PC ausgehalten hätte.  :o Hier nur ein paar kleine Beispiele, die genau zeigen, dass es sich nicht um Tippfehler, nicht um eine eigens verkürzte Sprache und auch nicht um mangelhafte Sprachkenntnisse eines Ausländers handelt, sondern um blankes Nichtverstehen der Muttersprache und innere Konfusion:'( :

der fährt wier ne gesenkte sau  ///  nicht so leicht zu reinigen ist wie metallische Öperflachen   ///

gibt es mortz stress   ///  Sonst wehrer ein schlechter Anwalt  ///  bis mitte 19. Jahundert  ///  

besser, als sich den kopf zu zertmattern  ///  also gesetz dem fall   ///  dafür bin ich zu junk (16 Jahre)  ///  

ich bis fast vom sofa gefall.   ///  wie flekmatisch sie ist   ///  ja vielleicht, erdraistest dich doch    ///  

gehe ich noch bischen schmöckern   /// Es gab immer etwas, was uns verbannt    ///  Nicht nur Jugendliche leiden unter diesem Proplem.  ///

ganz doll ich gehabt haben tue   ///   tatsächlich soviel Fachliteratur gewälst   ///  Ich sahs am Donnerstag im Wartezimmer  ///  

erst vor ein paar Tagen vom Rechner geschmießen  ///  und das mein freund sich da zwischen rein gedränkt hat    ///  


aber ich vergrieche ich mich lieder und sule mich ne runde mit Selbstmitleid  ///  die ultimative Lobpudelei


u.v.a.m.!


Wenn's nich so traurich wär, könnt man sich totlachen, oda  :'( :-/ :o
« Letzte Änderung: 25. September 2007, 20:53:51 von Anke »

Offline whoknows

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #21 am: 25. September 2007, 22:38:24 »
Wau.  Die Lobpudelei ist ziemlich gut.   ;D

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #22 am: 25. September 2007, 22:48:36 »
Ja, wauwau.  ;D

Offline Clas

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #23 am: 11. Januar 2011, 13:03:29 »
Moin Anke,

wenn er vielleicht dieses Fahrzeug http://www.youtube.com/watch?v=NPXpaJgo0gk fährt, finde ich die gesenkte Sau sogar treffend...

Da man ja heute keine Säue in der Öffentlichkeit oder in bedingt schweinedichten Ställen mehr sengt mit zu heißem Futter, auch versehentlich nicht, ist das diesbezügliche Fluchtverhalten dieser Tiere den meisten Leuten nicht mal mehr aus der Kindheit bekannt.

Ansonsten habe ich Schwierigkeiten,  gelegentliche Rechtschreibefehler zu sehen, wenn ich den Text lesen will und bin immer wieder erstaunt, was ich, von dem, was da gemeint ist, aber nicht steht, dennoch lesen kann. Die von Dir gebrachten Beispiele auf Anhieb, und auch noch wüstere Sachen. Wenn dann noch böswillige Kleinschreibung und
Interpunktionsverweigerung  hinzukommt, fühle ich mich nicht wirklich höflich in die Diskussion hineingebeten; andererseits geht sie mich ja dann auch nichts weiter an.
Schlimmer finde ich eigentlich, wenn Bücher überarbeitet werden, um sie auf den Grundwortschatz nach Klett zu reduzieren und die Sprachkonstruktion derjenigen der Bildzeitung anzugleichen und womöglich noch pc hineinzuzwingen. Ein Lektorat, das dann die sprachliche Korrektheit noch mal prüft, kann man sich bei der Verwurstung des Gemeinfreien offenbar nicht leisten. Toppen tun das dann die Designer, die unter den Text irgendwelche graphischen Tapetenmuster oder Fotoschatten legen, damit das Buch interessanter oder jedenfalls bildschirmfensterähnlicher wird...

Dabei kommen dann Jugendliche heraus, die sowas wohl schon mal in der Hand gehalten haben, aber außerstande sind, einen hundertjährigen Text in deutscher Sprache zu lesen und zu verstehen. Von Fraktur ganz zu schweigen.

Grammatikschnitzer, Aussprachemängel und stimmliche Substanzarmut bei Radiosprechern  sowie den sprachlichen Kreativismus, in den WetterberichtformuliererInnen verfallen, habe ich lange und folgenlos jedesmal vor mich hingerügt, bis ich des Murrens überdrüssig wurde. Die lernen's doch nicht mehr, sie lehren aber, und keiner hält sie auf...

Gruß Clas
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Anke

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Re: Die deutsche Muttersprache - am Abgrund
« Antwort #24 am: 11. Januar 2011, 17:42:15 »
Wie Rächt du hast, Clas ...  >:( ::) ;)

Aber hast du uns wirklich den richtigen youtube-Link gegeben? Ich sehe da nur dauernd einen Pinguin stehen - weder gesenkt noch ne Sau, auch kein Auto ...  :D

Aber das muss man sich auch noch mal ansehen:
http://www.google.de/search?q=gesenkte+sau&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

Die ersten beiden Treffer. Muss man nichma aufmachen.  :o
"Heisst es gesengte oder besegnte Sau? Und warum?"

"Woher kommt die Redensart "der fährt wie eine gesenkte Sau ...
5. Juni 2008 ... "Besenkte Sau" wenn mich nicht alles täuscht."

 :D :D :D
Immerhin wollte sich da jemand weiterbilden, das kann man ihm/ihr hoch anrechnen. Mit der nachfolgenden Aufklärung hat's inhaltlich gut, sprachlich aber auch nicht so geklappt. Wie der Erklärer, der doch eine wirklich korrekte Erklärung abgegeben hat, dabei zu dem Schluss kommt, es hieße "Besenkte Sau", ist mir allerdings vollkommen schleierhaft. Das ist eben der Punkt: nicht vorhandenes sprachliches Verständnis.

 

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