Register
Georg Kreisler Forum Georg Kreisler (2010)
Mit freundlicher Genehmigung
© Axel Hegmann

* Willkommen

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Hast du deine Aktivierungs E-Mail übersehen?

Letzte Beiträge

Witz des Tages von steffan
[17. November 2017, 23:15:17]


Fernseh-, Radio-Termine von h-j-urmel
[17. November 2017, 00:55:30]


Zwei alte Tanten Textinterpretation? von h-j-urmel
[14. November 2017, 12:29:00]


Comics (& Graphic Novels) von Burkhard Ihme
[13. November 2017, 21:01:42]


Heute Abend: Lola Blau von Burkhard Ihme
[02. November 2017, 12:50:21]

Herzlich willkommen im Georg Kreisler Forum!

Das Georg Kreisler Forum ist dem Werk des Satirikers, Dichters und Komponisten Georg Kreisler gewidmet. Das Georg Kreisler Forum ist ein Fanprojekt, Sie sind also herzlich eingeladen, Informationen zu Georg Kreisler beizusteuern und an den vielfältigen Diskussionen - auch weit über Georg Kreislers Werk hinaus - teilzunehmen.

"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Castor...  (Gelesen 1953 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Clas

  • Mitglied
  • Beiträge: 484
  • Bluntschlis: 0
Castor...
« am: 27. November 2011, 17:59:54 »
Moin, moin,

dieses Wochenende rollt, mehr oder weniger, der Castor nach Gorleben ins Wendland. Dort soll er und seine 10 Geschwister, die es dieses Jahr sind, zwischenglagert werden, in der Kartoffelscheune.

Es gibt bunte und phantasievolle, auch künstlerische Proteste dagegen. Wir waren am Sonnabend zum Auftakt da und seit gestern abend verfolge ich die Vorgänge über den http://www.castorticker.de/ , wo sich gut formulierte, prägnante Textstückchen finden.

Bei sonstiger Lektüre fand ich dies hier:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,800156,00.html
….Im Gegensatz dazu ist es in Metzingen in der dritten Nacht in Folge zu Auseinandersetzungen gekommen. Etwa 50 schwarz gekleidete Personen sollen brennende Strohballen auf eine Kreuzung gezerrt und Polizisten mit Steinen attackiert haben, wie ein Polizeisprecher sagte. Bereits am Donnerstag und Freitag waren dort Polizisten und Einsatzkräfte aneinandergeraten….

Am Ende stimmt es sogar. Es gibt beamtete Steineschmeißer.

Erschreckend dagegen fand ich die Horde faschistoider Trolle, die da die Kommentarseiten zuspammen. Grausig. Dumpfestes ultragesundes Volksempfinden. War nicht mal der Spiegel eine Lektüre für Demokraten?

Gruß Clas

"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Clas

  • Mitglied
  • Beiträge: 484
  • Bluntschlis: 0
Re: Castor... oder Nachhilfe in Demokratie...
« Antwort #1 am: 30. November 2011, 16:27:28 »
Moin, moin,

hier der Bericht der Sanitäter: http://www.bi-luechow-dannenberg.de/chronologisch/pressemitteilungen/die-sani-zentrale-muss-ihre-zahlen-korrigieren

Und passend zum anderen Faden: http://www.contratom.de/2011/11/06/kretschmann-setzt-weiter-auf-gorleben/

Sowie dies hier: http://www.ausgestrahlt.de/presse/artikel/a4ac4f4f3c/bundesregierung-will-in-gorleben-fak.html .

Es geht ganz offenbar nicht um demokratische Mitwirkung, sondern um Durchsetzungsstrategien.

Es gibt die Legislative, die Exekutive, die Judikative und über allem die Manipulative, scheint mir.

Gruß Clas
« Letzte Änderung: 30. November 2011, 16:29:35 von CFL »
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Bastian

  • Administrator
  • Beiträge: 3393
  • Bluntschlis: 3
    • Georg Kreisler Forum
Re: Castor...
« Antwort #2 am: 01. Dezember 2011, 00:28:33 »
Hallo Clas,

nur das hier wundert mich ein wenig:
Quote (selected)
Sowie dies hier: http://www.ausgestrahlt.de/presse/artikel/a4ac4f4f3c/bundesregierung-will-in-gorleben-fak.html.

Dort heißt es:
"Das Bundesamt für Strahlenschutz erwartet für die Erkundung alternativer Standorte für ein Atommüll-Endlager Kosten von jeweils 400 Millionen Euro. In Gorleben wurde bisher mit 1,6 Milliarden bereits das Vierfache ausgegeben. Besser lässt sich nicht beweisen, dass in Gorleben nicht nur erkundet, sondern für Unsummen bereits ein Endlager ausgebaut wird"

Ich würde sagen, das lässt sich doch sicher noch besser beweisen, als nur durch das Einwerfen einer Summe xy, ohne Angabe darüber, wie sich die Kosten zusammensetzen.

Ist den Initiatoren bekannt, dass in Gorleben nicht bloß erkundet wird, sondern bereits einige Anlagen gebaut und in Betrieb genommen worden sind? Wundert mich nicht, dass das bis dato mehr gekostet hat.
Das aber nur nebenbei.

Ich finde ja mitterweile den Gedanken spannend, das Zeug nicht irgendwo auf ewig in unerreichbaren Tiefen zu verbuddeln, also "end"zu lagern, sondern es oberirdisch und gut zugänglich aufzubewahren. Korrosion, Erdbeben, Verwerfungen hielten sich dann in Grenzen, und man kann zu jedem Zeitpunkt x oder y entscheiden, was mit dem Zeug zu machen ist. Und man muss in Zukunft nicht fürchten, irgendwelche Stollen blind auszugraben, ohne zu wissen, welch verrosteter strahlender Schrott einen erwartet.

Spallation ist wohl noch Zukunftsmusik. Aber es würde mich wundern, wenn künftige Generationen völlig ideenlos wären und nicht noch etwas aus dem Zeug rausholen, bzw es unschädlich machen könnten. Der Begriff "Endlagerung" unterstellt aber, dass wir das heute schon einschätzen können. Wissen wir es?

Grüße
Bastian

Offline Burkhard Ihme

  • Mitglied
  • Beiträge: 931
  • Bluntschlis: 2
  • Erschienen im November 2017: COMIC!-Jahrbuch 2018
Re: Castor...
« Antwort #3 am: 01. Dezember 2011, 03:46:06 »
Ich wäre für unterirdisch UND gut erreichbar. Das Lagern in Wellblechbaracken ist nicht der Weisheit letzter Schluß.

Offline Clas

  • Mitglied
  • Beiträge: 484
  • Bluntschlis: 0
Re: Castor...
« Antwort #4 am: 01. Dezember 2011, 07:36:20 »
Moin, moin,

Salzstock unterhalb des Grundwassers scheint mir jedenfalls nicht beherrschbar. Salz ist geologisch enorm beweglich und  wasserlöslich dazu. Eine Einlagerungsdauer von etwa einer Million Jahre ist überhaupt nicht zu verantworten. Gut, verantworten tut das ja auch keiner. Dann also sollte man es auch nicht erzeugen, und das dennoch erzeugte nicht so einlagern.

Natürlich ist den Initiatoren des Widerstandes klar, dass da ein Endlager gebaut wird. Deswegen ja die kritische Haltung dazu.  Röttgen jedoch spricht von einer ergebnisoffenen Standortsuche, was eh zu früh ist, weil man ja zunächst mal einig sein sollte: Standort für was denn eigentlich genau? Diese Frage wäre zunächst zu klären, und der Abwägungsprozess ist alles andere als simpel. Rückholbarkeit bedeutet natürlich auch, dass politische Stabilität für diese Zeit Bestand haben müsste, was für 10 Jahre schon nicht wirklich gewährleistet werden kann und auch nicht können sollte. Gewährleistet nicht, angestrebt vielleicht schon.

Spallation: Zukunftsmusik scheint mir da eine aber wirklich äußerst wohlwollende Einordnung zu sein. Einfach Neutronen auf den Müll schießen und dann gibt es gewinnbare Energie und stabile Kerne und man kann das Ergebnis in den Sandkasten geben? Wenn er eine Milliarde auf dem Konto hätte, gäbe es diese Lösung bereits?

-

?

.

 Ich gleube, Leute, die sowas so simplifiziert vorschlagen, sollte man unzugänglich einlagern. Schon oberirdisch, mit freundlicher Betreuung, aber doch, ohne ihm die echte Milliarde oder den wirklichen Müll zum Spielen zu geben.

Wenn ich Wikipedia zum Begriff der Spallation bemühe, finde ich die Aussage, der Restkern sei in der Regel instabil und radioaktiv. Nu ist Wikipedia in fachlichen Fragen nicht die letzte Instanz, aber das passt zu meiner Schulbildung, und die apodiktische Behauptung  eines praeapoplektisch anmutenden... nee, ich lass das jetzt. Jedenfalls ist das in dem Filmchen gezeigte nicht wirklich geeignet, das Problem zu lösen. Es überzeugt mich nicht.

Gruß Clas
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Clas

  • Mitglied
  • Beiträge: 484
  • Bluntschlis: 0
Re: Castor...
« Antwort #5 am: 01. Dezember 2011, 08:16:47 »
Moin, nochmal,

nee, Wellblech ist ein vielseitiger Werkstoff, aber für den Zweck sicher ungeeignet. Salz ist aber auch kein geeigneter Baugrund. Nördlich der Elbe gibt es den Rudower See, der sich aus einer saalezeitlichen Subrosionsenke ergibt. Es handelt sich um den nördlichen  Teil des gleichen Salzstockes, der in Gorleben als Endlager erkundet wird... Südlich gibt es den Arendsee, mit zwei Erdfällen von mehreren ha (etwa 20?) in geschichtlicher Zeit. Nach dem einen dabei zu Schaden gekommenen Müller heißt er nun. Es gibt das Zwischenahner Meer, das Sager Meer, den Segeberger See und den Kalkfelsen dort. Auch die Verteilung der ja ursprünglich horizontal abgelagerten Salze im Sediment zeigt ja hohe Beweglichkeit und Plastizität und macht deutlich, dass man sich auf dieses Material nicht verlassen sollte.

Wohin damit, ist natürlich wirklich eine Frage, die dringend diskutiert und beantwortet gehört. Soviel ich aber weiß, kann man die Castoren schon wegen der Wärmeentwicklung  bis auf weiteres nicht unterirdisch einlagern. Immerhin stehen die Dinger auf dem fahrenden Zug recht gut gekühlt und die Thermographien weisen dennoch 30 Grad aus... Gut gedämmt unter der Erde bräuchte man eine sicher funktionierende Wärmeabfuhr... Bei der Wellblechscheune reicht ja wohl der Wind.

Gruß Clas

« Letzte Änderung: 01. Dezember 2011, 08:18:18 von CFL »
"Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

Offline Bastian

  • Administrator
  • Beiträge: 3393
  • Bluntschlis: 3
    • Georg Kreisler Forum
Re: Castor...
« Antwort #6 am: 01. Dezember 2011, 17:54:37 »
Quote (selected)
Ich wäre für unterirdisch UND gut erreichbar.
Oder in einem massiven Granitklotz wie dem Gotthard. Da verschschiebt sich so schnell nichts. Muss man halt noch nen weiteren Tunnel bohren und das Zeug dort reinstopfen. Das führt dann aber zu bilateralen Verwerfungen zwiuschen CH und D, besser wäre also, man fände für deutschen Müll auch nen deutschen Klotz.

Obwohl, was ist in 10 000 Jahren noch deutsch...?

*duck und weg*
Bastian

tabato89

  • Gast
Re: Castor...
« Antwort #7 am: 20. April 2012, 14:17:19 »
Quote (selected)
Erschreckend dagegen fand ich die Horde faschistoider Trolle, die da die Kommentarseiten zuspammen. Grausig. Dumpfestes ultragesundes Volksempfinden. War nicht mal der Spiegel eine Lektüre für Demokraten?

ja, das muss ich dir Recht geben, es ist wirklich teilweise erschreckend was man so an Kommentaren lesen kann... :-?

 

Bei der Schnellantwort kannst du Bulletin Board Code und Smileys wie im normalen Beitrag benutzen.

Name: E-Mail:
Verifizierung:
Bist Du ein Spambot?:
Wie heißt Georg Kreisler mit Vornamen?: