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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Noten abschreiben  (Gelesen 5620 mal)

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Offline Peter Silie

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Noten abschreiben
« am: 14. April 2003, 01:17:41 »
Sitze schon seit längerem über der Notation von
"Wie wunderbar ist doch Musik".
Eigentlich wäre es ja nicht so schwer zum abschreiben, aber es tauchen ab und zu so groteske Harmonien auf.
Ich bin nie sicher: Hat er sich jetzt verspielt, oder ist es so gemeint?
Mein Respekt vor dem Genie GK und nicht zuletzt die Kenntnis des "Aufstands der Schmetterlinge" lassen mich vermuten, daß die eigenwilligen Griffe durchaus authentisch sein könnten.
Auf der anderen Seite habe ich mal gehört, daß GK eine Platte zu Hause am Pianino aufgenommen hat. Vielleicht ließ man da weniger Sorgfalt walten als im Studio.
Dazu kommt noch, daß GK Wiederholungen bestimmter Passagen in der Klavierbegleitung öfters leicht unterschiedlich behandelt.
Hier stellt sich die Frage für den Notensetzer: nehme ich das als bewußte Variation in den Satz auf oder glätte ich es konsequent im Sinne eines übersichtlicheren Notenbildes ???
Was meint ihr?
Wer kennt solche Probleme?
Schreibt mir mal! :)
lg
Peter Silie
« Letzte Änderung: 16. April 2003, 22:46:39 von Stroganoff »

Offline Sebkra

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #1 am: 18. April 2003, 04:26:43 »
Hallo Peter S.,

ich habe mich mit Kreislers Liedern recht genau befasst, u.a. auch einige (um die 15) Lieder abgehört, und kann Dir also vielleicht ein paar Anhaltspunkte geben.

1. Groteske Harmonien in "Wie wunderbar ist doch Musik": Für meine Begriffe sind diese Harmonien auf jeden Fall gewollt und bewußt eingesetzt, zumal sie die Irrealität der Schlußaussage des Liedes bestens untermalen. Ich weiß natürlich nicht genau, welche Harmonien Du als grotesk empfindest, aber meine Empfehlung:
a) "Die nahm ich unlängst MIT mir...": Diesen Akkord würde ich genau abhören (müßte G-Dur mit b ganz oben sein).
b) "zuERT war SIE toTal verSTÖRT...": Bei diesen Akkorden kommt es meiner Meinung nach nur darauf an, dass die oberste Linie stimmt. (d-c-b-as, wenn Du in C notierst.)
c) Der Schluß. Hier kommt es allerhöchstens auf die oberste+unterste Linie an, wenn überhaupt. Evtl. tun es sogar die berühmten senkrechten Balken der Moderne. ;-)

(Die Platte, die am Pianino aufgenommen ist, heißt "Taubenvergiften für Fortgeschrittene" - Kreisler selbst berichtet, die Lieder "wurden 1984 in meiner damaligen Berliner Wohnung aufgenommen". Sie seien technisch mangelhaft, sind es aber nicht musikalisch (letzteres kann ich bezeugen, ich habe die Platte).

2. Variationen im Klaviersatz. Das ist eine sehr spannende Frage, deren Beantwortung stark von Deinem Anspruch abhängt: Liegt Dir daran, mit Deiner Note ein wissenschaftliches Zeitdokument zu schaffen? Dann solltest Du die Variationen genau in die Note übernehmen, müßtest allerdings von manchen Liedern fünf verschiedene Fassungen herstellen, denn: Ich kenne eigentlich kein Lied, dessen Klavierbegleitung auf zwei verschiedenen Aufnahmen identisch ist. Sie unterscheiden sich wenigstens im Satz (z.B. "Als der Zirkus in Flammen stand": Everblacks - Lieder zum Fürchten), manchmal sogar in der Harmonisierung ("Warum": Everblacks - Die heiße Viertelstunde). Ich glaube eben, dass es bei seinen Liedern nur auf Melodie und Harmonie wirklich ankommt, wie dies aber umgesetzt wird, bleibt dem Pianisten irgendwie selbst überlassen. Insofern ist eigentlich die Herstellung von Kreisler-Noten an sich ein fragwürdiges Unterfangen; man sollte in meinen Augen einfach eine gut spielbare und schöne Version herstellen und sich (soweit wie es sinnvoll ist) immer an das Original halten, dabei aber immer im Hinterkopf haben, dass ein Großteil desselben eben aus Improvisation besteht. (Seine eigenen Arrangements, die man als Notenbände bei kip kaufen kann, hat er selbst so eigentlich nie gespielt - ich finde, das spricht für sich.)

Apropos Notenbände noch eine Bemerkung am Rande: Ich hatte einmal kurzen Briefkontakt mit Kreisler, als der fünfte Band erschien, den ich erstellt habe, und da schrieb er mir u.a.: "Ich habe ja jahrelang nur das Nötigste aufgeschrieben, vieles in einer nur mir verständlichen Kurzschrift, und jetzt versuche ich, das langsam nachzuholen."

Also, meine Empfehlung: Ermuntere den, der aus Deinen Noten spielt, zur Improvisation, stelle ihm ein Gerüst zur Verfügung, und versuche nicht, wirklich jede Note aufzuschreiben!

Bestens -

Sebkra

Offline Peter Silie

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #2 am: 18. April 2003, 17:34:45 »
Hi Sebkra!

:D O.K., ich werde mich zur Improvisation ermuntern! ;)
Danke für die interessanten Infos über die Wohnzimmer-Platte usw.
Stimmt genau: die kip-Noten im Eigenverlag hört man so nicht auf den Aufnahmen.
Teils sind sie vereinfacht, teils - so scheint mir - sogar mit neuen Ideen für die Begleitung versehen.
Was ich beim Setzen im Hinterkopf habe, sind leider Erfahrungen mit Pianisten, die zur Improvisation unfähig sind und ein komplett ausgesetztes Notenbild brauchen. Ich selbst bin eher einer, der gerne nach Akkorden spielt, und den Rest selbst nach Gehör bzw. Gedächtnis ergänzt, wenn man das Lied kennt. Aber als Interpret war ich halt schon öfters in Situationen, wo man un- oder unterprobt eine Bühne betritt und einem Korrepetitor, den man noch nie gesehen hat, Noten in die Hand drückt, die der Korrepetitor noch nie gesehen hat. Da zahlt sich gutes Notenmaterial aus.
Meine Theorie ist ja, daß GK eigentlich immer ein komplettes Arrangement im Kopf hat, das er zu einem, wie du sagst, improvisierten Klavierauszug reduziert.
Zum Glück gibt es ein paar Aufnahmen, auf denen wir die Partitur hören. "Wenn die Mädchen nackt sind" z.B. oder "Max auf der Rax".
Um auf die wunderwunderwunderwunderbare Musik zurückzukommen: die von dir erwähnten Stellen waren zwar knifflig, aber die sind OK. (Die "verstörte" Stelle ist *genial* :o und konsequent wiederholt!) Meine Interpretation ist übrigens anders. G7b10 höre ich erst bei "einfach MANCHmal zwischenDREIN".
"MIT mir ins KonZERT" ist meinen Ohren nach Abm7/9b5, d.h. rechte Hand bleibt gleich, aber linke spielt Ab und gb! Klingt lustig und so wie auf der Aufnahme, die mir vorliegt. Probiers mal aus!
Was mich irritiert hat, sind z.B. die 2 Takte Zwischenspiel nach "störn mich die paar Überstunden nie."
Für mich hört sich das etwa so an:


Könnte ja sein, daß ich es falsch notiert habe und die linke Hand mehrmals schnell umgreifen muß. Dadurch könnten beim Spielen (gewollte?) Ausrutscher entstehen.

Was meinst du dazu?

Kann man noch detaillierter fachsimpeln?
Ich bin der Meinung: ja! und erwarte freudig dein nächstes Posting ;D

Viele Grüße

Peter Silie
« Letzte Änderung: 18. April 2003, 19:02:39 von Peter_Silie »

Offline Bassmeister

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #3 am: 03. September 2003, 22:47:28 »
Solche "Ausrutscher" gibt es in der Tat. Sogar beim recht durchsichtigen "Tauben vergiften" kommt es auf "Everblacks" vor und ist - glaube ich - der Musik gar nicht abträglich. Auch im Opernboogie hab ich so was gehört und bei "Wie wunderbar ist doch Musik" verstärkt es die Stimmung eher noch...
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Offline Bastian

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #4 am: 11. Dezember 2003, 17:19:15 »
Ah, schön dass es hier Leute gibt, die Kreislerstücke aufdröseln. Ich habe da seit langem ein Problem mit "Was tut man um zu sein". Diese Schlusspassage von "haste was..." bis "leuchtet jedem ein". Einfach nur chromatisch scheint das nicht zu sein...Wahrscheinlich ist es sogar leichter als ich denke, aber ich kann die CD nicht anhalten und Pausedrücken, während ich am Klavier sitze.

Hat einer von Euch da eine Idee? Also den Schlussakkord bekomme ich wunderbar hin, da macht mir keiner was vor, aber dieser Aufgang davor, der macht mich langsam wütend.

Kann mich wer beruhigen?

Gruß,
Basti

Offline Bassmeister

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #5 am: 27. Dezember 2003, 18:52:24 »
Spiels doch mal als *.wav datei in Deinen Computer, dann kannst Du, ein gutes Soundprogramm vorausgesetzt, "A->B" Schleifen basteln, die Dein Rechner Dir dann immer wieder vorspielt (manche teure CD-Spieler können das auch) und Du kannst das dann auch langsamer (und eine Oktave tiefer) abspielen, dann hörst Du besser durch.
Grüße - Bm
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Offline Georg

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #6 am: 07. Juni 2004, 20:10:35 »
Ich glaub, das ist der richtige Thread:
Ich probiere gerade das Lied "Es wird alles wieder gut, Herr Professor" abzuschreiben und da ist die erste Frage: Was ist das für ein Takt? Ich galube es ist ein 2/2 Takt, aber es schaut komisch auf dem Notenpapieraus, mit den ganzen halben Pausen. Kann jemand helfen? Danke.

:)

Georg

Offline Bastian

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #7 am: 02. September 2004, 21:27:05 »
Hab bei google gerade ein Bild einer Autobahn gesucht, und dabei dies gefunden. Schaut mal wie leicht man es haben kann, wenn man Stücke von Kraftwerk raushören muss:
Autobahn
« Letzte Änderung: 02. September 2004, 21:27:42 von Bastian »

Offline Maexl

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #8 am: 02. September 2004, 21:39:01 »
tja und mit solchen synthesiserauszügen verdient man wohl noch geld und dreht ambitionierten pianisten einfach nur mist an oder wird das noch anspruchsvoller.... das stück erinnert mich etwas an die grundbegleitung vom Hauptthema des Phantoms der Oper (dm,dbm usw. bbm - glaube ich oder ist ist auch mal Dur dazwischen, ohne klavier kA ^^ hab den riff nur in den fingern nicht im kopf)

Maexl

Offline Dorian

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #9 am: 02. September 2004, 23:30:38 »
Quote (selected)
Schaut mal wie leicht man es haben kann, wenn man Stücke von Kraftwerk raushören muss:


Trotzdem genial und der Zeit um Lichtjahre voraus (1974)
« Letzte Änderung: 02. September 2004, 23:32:09 von Dorian »

Offline Sandra

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #10 am: 03. September 2004, 08:02:07 »
Ich muss Dir Recht geben. In einer gewissen Weise jedenfalls: ich finde, etwas muss nicht kompliziert sein, um Qualität zu haben - es gibt auch die geniale Einfachheit. Wecker zB komponiert immer in den gleichen 3 höchstens 4 Akkorden - trotzdem packt einen die Musik.
Und Kraftwerk haben etwas von Andy Warhol: Es ist im Nachhinein gesehen superschlicht und nachgerade doof - aber wenn man bedenkt, was es damals für Tabus brach, was es für Türen öffnete; wenn man bedenkt, dass es einfach radikal neu war - dann kann man die Genialität nicht absprechen.
Obzwar ich selbst eher auf dem Standpunkt stehe, dass wirklich grosse Kunst nur unabhängig vom Schöpfer und von der Zeit der Entstehung bewertet werden sollte - und erst so ihre Grösse so richtig beweisen kann - dennoch sind derartige Grenzensprenger ganz wesentlich für die kulturelle Entwicklung.

andererseits: Nicht zuletzt dank Kraftwerk gibt es auch "katzeklo" und dergl. :P ;D
« Letzte Änderung: 03. September 2004, 08:04:04 von sandra »

Offline Georg

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #11 am: 07. September 2004, 16:31:37 »
Ist das Katzenklo nicht von Helge Schneider?
:)
Georg

Offline Maexl

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #12 am: 07. September 2004, 17:15:49 »
sie meint das wohl eher als entwicklung in der musik...

wie einige leute auch immer sagen: ohne mozart hätte es den und den nie gegeben

auch wenn ich das für schwachsinn halte, hätte es mozart nicht gegeben dann hieße der typ eben anders  ;)

Offline Bastian

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #13 am: 07. September 2004, 17:38:23 »
An Maexl: Du meinst, die Musik war prinzipiell da, aber musste halt noch von irgendwem geschrieben werden? Egal wie er heißt?  :D Zum Beispiel Alois Brunzenbichler, oder Henk van de Achterkant?
« Letzte Änderung: 07. September 2004, 17:39:11 von Bastian »

Offline Maexl

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Re: Noten abschreiben
« Antwort #14 am: 07. September 2004, 18:25:24 »
nein, ich glaube dass die notwendige technik, die ja angeblich verantwortlich sein soll von dem nächsten klaviervirtuosen entwickelt worden wäre...

 

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Noten abschreiben

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