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"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")



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Autor: Heiko
« am: 23. Juni 2015, 14:07:29 »

Hallihallo Amantey,

vielen Dank für deine vielen in Fragen verpackten Antworten. Ich hab mir noch nicht so viel Gedanken um dieses Stück gemacht, würde aber vermuten, dass er wie schon in anderen Liedern und Texten einfach die Traumhaftigkeit des Daseins betont. Ein Versuch aus der dessen relativer Sinnlosigkeit herauszutreten, (also aus dem Bett aufzustehen,) würde Gefahr laufen, sich unangemessenem Ernst wie beispielsweise mechanistischer Weltdeutung hinzugeben. Darum scheint auch egal, wer was gesagt hat. Dein Hinweis zu Oblomow find ich trotzdem gut.

Grüße Heiko

... und sei so nett und duze uns! :)

Ach, und wäre es schlimm, wenn ich den Admin bitte, das Thema von den Büchern zu den Liedern zu verschieben?
Autor: Amantey
« am: 22. Juni 2015, 19:31:54 »

Sehr geehrter Herr Ihme,

danke für Rückmeldung! Haben Sie vllt auch eine Idee zum Titel "Bett-Philosophie" an sich?

Das Bett als philosophischer Rückzugsort (marionettenfreie Zone); hier kann man noch sich selbst sein. Oder ist es gar eine ironische Anspielung an Personen wie Gonscharows "Oblomow"?

Ich komme auch nicht drumherum an Büchners "Lenz" zu den, der unbeweglich und gelangweilt im Bette liegt und jeglichen Lebenssinn verloren hat.

Oder meint Kreisler einfach nur, dass der einzige Sinn im Leben darin besteht sich fortzupflanzen (natürlich mit einem Augenzwinkern)?

Vllt gibt's noch ein paar andere Ideen.

Viele Grüße, Amantey
Autor: Burkhard Ihme
« am: 22. Juni 2015, 12:41:03 »

Kreisler wird die Permutation von Sterben zu Streben nicht entgangen sein, andererseits ist diese Permutation kein Erfolg der Natur. Das verweist dann eher auf eine Umwandlung der Stofflichkeit und Fortbestehen im Kreislauf der Natur.
Autor: Amantey
« am: 22. Juni 2015, 11:55:03 »

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zu Kreislers Lied "Bett-Philosophie". Folgende Passage:
 
"Und unsere Angst vor dem Sterben wäre nichts als eine Chimäre, weil ja das Sterben kein Sterben eigentlich wäre - sondern Permutation: Ein Erfolg der Natur, ein Streben nach mehr. Das wusste schon Kant - oder war es Voltaire?"
 
Was könnte Kreisler mit "Sterben wäre Permutation" meinen? Soll es bedeuten, dass nach biologischen Zerfall unseres Körpers, die Atome sich neu anordnen und wir auf der anderen Seite (Totenreich) fortbestehen?
 
Oder bezieht er sich bei der Umstellung auf "Sterben/Streben"? Also aus dem "Sterben" wird ein "Streben nach"?
 
Zuletzt noch: warum heißt das Lied Bett-Philosophie? Was bedeutet diese Anspielung möglicherweise?
 
Vielen Dank im Voraus!