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Das Georg Kreisler Forum ist dem Werk des Satirikers, Dichters und Komponisten Georg Kreisler gewidmet. Das Georg Kreisler Forum ist ein Fanprojekt, Sie sind also herzlich eingeladen, Informationen zu Georg Kreisler beizusteuern und an den vielfältigen Diskussionen - auch weit über Georg Kreislers Werk hinaus - teilzunehmen.

"Wenn sich wer öffnet, mach' ich doch nicht zu. Noch einmal frag ich: Was sagst Du?" (Georg Kreisler, "Was sagst Du?")


Autor Thema: Bleibendes und Verschwindendes  (Gelesen 2107 mal)

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Offline Alexander

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Bleibendes und Verschwindendes
« am: 24. April 2006, 10:52:49 »
Liebe MitschreiberInnen im Georg Kreisler Diskussionsforum,
nach den "Umwegen" der letzten Wochen schlage ich ein wohl in dieses Forum passendes "Originalthema" vor.
Ausgangspunkt: Ich möchte jemandem Georg Kreislers Werk nahe bringen.
Was soll ich dieser Person vorstellen? Das Gesamtwerk? Einzelne Platten? Einzelne Lieder? Einen bestimmten Sampler? Welche Lieder sollten unbedingt dabei sein? Welche Texte, Bücher, Bühnenwerke?
Wieviel Prozent von Georg Kreislers Schaffen sollte "jeder Interessierte" kennen?
Kann durchaus auch in die Richtung laufen: Was gefällt Euch am besten? (Derzeitiger Stand.)
Dieser jemand bin durchaus auch ich selber (was Georg Kreisler betrifft bin ich alles andere als ein wirklicher Kenner, bis auf "Heute Abend: Lola Blau").
Freue mich auf Euren Georg Kreisler Enthusiasmus!
Herzlicher Gruß
Alexander
„Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage – sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein.“ (Nikolaus Harnoncourt)

Offline Guntram

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Re: Bleibendes und Verschwindendes
« Antwort #1 am: 24. April 2006, 12:56:46 »
@Alexander
Wenn ich dich richtig verstehe meinst du eine kurzes GK-für-Anfänger. Gute Idee.

Hier mein Beitrag.

Bei der Musik erst mal die 3 Everblackalben. Die geben einen guten Überblick. Dazu kommen dann vielleicht die "vorletzten Lieder" und was spätes z. B. "Taubenvergiften für Fortgeschrittenen" Je nach Vorliebe kann man sich dann einzelne "Schaffensphasen" rauspicken. Wobei die nicht so klar getrennt sind wie man es auf Grund der Kommentare auf den Everblacks-Alben glauben könnte. hier muß man sich das Entstehungsdatum der einzelnen Lieder genauer anschauen. Da hilft das Werksverzeichnis.

Will man (fast alles an Musik kennen) braucht es so. ca. 50-60 CDs (wobei manche Aufnahmen nicht auf CD erhältlich sind.

Bei den Büchern wird es schwieriger. "GK gibt es gar nicht" ist letztendlich Pflicht - aber erst wenn man die Musik lieben gelernt hat, sonst könnte einer verschreckt werden. ;)

Dann würde ich einen seiner Prosa-Bücher empfehlen, hier tu ich mir schwer, weil ich kenne nur "Worte Ohne Lieder" (von der CD her). Leider sind die meisten seiner Bücher vergriffen. Deshalb kommt man an einige sehr schwer ran. Außerdem sind sie eigenlich nichts zusammenhängendes wie seinen Musik. Jedes Buch steht für sich. Von den 31 Bücher im Werksverzeichnis sind das meiste Textbücher seiner Lieder, aber auch Bühnenstücke, Satiren, Romane, Autobiografisches etc. Da kann man sich rauspicken was man - ich muß sagen - noch kriegt.

Die Bühnenstücke sind eher ein Schwarzes Loch. Die meisten wurden nie aufgeführt oder nur einmal. ein paar gibt es auf CD. Nur die "Lola Blau" hat überlebt. Auch ein muß. Der Rest ist, weil so rar, für die Fortgeschrittenen die sich intensiv darum bemühen.

Im Internet ruhig seine Originalseite durchstöbern, das gkif.de und unser Forum natürlich (aber erst mal bei den GK-spezifischen Themen bleiben).

Dann noch alles schön nach und nach wohldosiert, sonst wird der Neueinsteiger erschlagen von so viel Georg Kreisler.
Träume sind nicht Schäume, sind nicht Schall und Rauch,
sondern unser Leben so wie wache Stunden auch.
Wirklichkeit heißt Spesen, Träume sind Ertrag. Träume sind uns sicher schwarz auf weiß wie Nac

Offline whoknows

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Re: Bleibendes und Verschwindendes
« Antwort #2 am: 24. April 2006, 17:43:45 »
Ich würde es auch ganz anders angehen, jemandem GK nahezubringen. (Ich würde in jedem Fall die Bücher weglassen, bzw erst gaaanz, wenn der eh schon alles kennt, na, dann halt zur Komplettierung....)

ich würde mir erst mal die Person angucken, der ich GK nahebringen will. und demgemäss dann zwei oder drei Lieder auswählen, von denen ich annehme, dass sie seinen Geschmack treffen. Wenn jemand gerne Sprachspiele hat, dann welche mit guten Reimen, wen jemand gerne Inhalt hat, dann eher die, die wirklcih Sinn machen - die Romantischen den Romantikern so in etwa.
Dann würde ich - wenn der erst mal "angezündet" ist, langsam zu den etwas für den potentiellen Adepten sperrigeres hervorholen.

DIR,Alexander, würde ich zB erst mal die Platte "Liebeslieder am Ultimo" empfehlen, und die "Purzelbäume". oder, alternativ, die ganz alte "Seltsame Liebeslieder" und "Allein wie eine Mutterseele".
Ich würde aber jedenfalls praktisch niemandem (ausser Cabaret-undWort-SEHR-Ungeübten) die Everblacks als Erstes geben, weil ich die Lieder (fast alle) extrem altmodisch - zumindest in ihrer Zeit verhaftet -  finde. Die sind "süss". Aber sie treffen nicht so sehr in's Mark, finde ich. Sie berühren nicht mein heutiges Lebensgefühl.

Offline Alexander

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Re: Bleibendes und Verschwindendes
« Antwort #3 am: 24. April 2006, 17:58:21 »
Das freut mich, so völlig unterschiedliche Antworten!
Werde mich demgemäß in den nächsten Wochen und Monaten einkreislern ...
„Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage – sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein.“ (Nikolaus Harnoncourt)

Offline triangel

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Re: Bleibendes und Verschwindendes
« Antwort #4 am: 25. April 2006, 09:31:14 »
Quote (selected)
ich würde mir erst mal die Person angucken, der ich GK nahebringen will. und demgemäss dann zwei oder drei Lieder auswählen, von denen ich annehme, dass sie seinen Geschmack treffen. Wenn jemand gerne Sprachspiele hat, dann welche mit guten Reimen, wen jemand gerne Inhalt hat, dann eher die, die wirklich Sinn machen - die Romantischen den Romantikern so in etwa.
Dann würde ich - wenn der erst mal "angezündet" ist, langsam zu den etwas für den potentiellen Adepten sperrigeres hervorholen.

Diese Herangehensweise finde ich zunächst GUT, da sie intersubjektiv ist und das Subjekt und Individuum Mensch und dessen Vorlieben berücksichtigt und ihm nicht die eigenen Interessen und Wahrnehmungen sowie Vorlieben aufzwängt.

Das Werk von Georg Kreisler eignet sich vorzüglich dazu, das "menschlich-allzu-menschliche" nicht nur an sich selbst, sondern auch an seinem Gegenüber zu studieren und zu hinterfragen. Es ist so reichhaltig, dass fast alle menschlichen Empfindungen und Verhaltensweisen: Ängste und Feigheit, Buckelei, Neid und Hinterlist, die Trauer über die "organisierte Unmenschlichkeit" incl. Wut auf die Mächtigen, aber auch Sehnsucht nach einem menschlichen und würdigen Leben, also fast alle Facette/Farcetten des gesellschaftlichen Lebens darin thematisiert sind und zum Ausdruck kommen.
Und das Schöne dabei ist, dass die Ironie darin den Zuhörer dazu bringt, sich seiner eigenen Schwächen bewußt zu werden bzw. dem eigenen "inneren Schweinehund" auf die Schliche zu kommen und sich ihm zu stellen. Witz entfaltet eine therapeutische Wirkung und löst die Abwehr vor Erkenntnis.

Eine kleine Nachfrage oder ggf. Korrektur dazu: Ich würde eher nach "Berührungspunkten" suchen statt zu sagen ... "...dass sie seinen Geschmack treffen..."
Und weisst Du auch warum? Weil ein Künstler mittels der "Geschmacksfrage" wie ein Dienstleister ansonsten dazu aufgefordert wird, "den Geschmack" ... des Publikums zu bedienen und er damit zum Objekt/Spielball des Geschmacksmarktes wird. Das sollten wir NICHT auch noch fördern, da die Künstler als schöpferische Subjekte doch Freude an ihrem Werk aus sich/ihnen selbst und ihrer schöpferischen Kreativität heraus entwickeln und weiter entfalten sollen. Sie sollen auf Basis ihrer Produktivkraft musische Kreativität arbeiten können und diese entfalten können. Wenn sie gut  - also Künstler sind - können sie (und Kunst heisst auch "Können") den Geschmack und das Niveau der Ästhetik heben. Orientieren sie sich aber am Vorgefunden bzw. dem Markt, dann fesseln sie ihre Produktivität und Schaffensfreude.

Den "Geschmack bedienen" hat Georg Kreisler nur widerwillig gemacht. Warum? Weil der "schlechte Geschmack" vorherrscht(e)! Warum herrschte der vor? Weil die gesellschaftlichen Individuen inmitten einer Leidkultur existieren, die sie deshalb umso mehr nach "HUMORIGEM" gieren ließ und läßt.
Davon zeugt das Lied "Ich soll immer was Lustiges schreiben..." und das ist auch das Lied der "flehenden Tauben".  "Kreisler-sei positiv" damit verglichen ist bedeutend ärgerlicher formuliert...

Viele der Lieder von Georg Kreisler - so wie ich ihn empfinde - gehen unter die Haut und berühren sanft, andere stärker.

Nun ja, manche Menschen wollte ich auch mit Georg-Kreisler-Liedern ärgern und wunderte mich dann, dass sie gar nicht verärgert waren, sondern lachten... und wir uns plötzlich sogar gut verstanden... :)

Nu ja, mit seinen Liedern habe ich schon viel Interessantes er-sie-lebt...

Noch was apropos "Geschmack": Es existiert keine Konstante, weil ja die Lieder die Emotionalität ansprechen. Und je nach der emotionalen Disposition können vorhandene Empfindungen mit einem Lied verstärkt oder ggf. völlig verändert werden. Es kann bei sensiblen Menschen sehr viel auslösen und das Leben verändern....

Nun, einige Lieder sind auch direkt für bestimmt Berufe geeignet... ;)

@ Alexander,
Es ist gut, dass Du uns mit Deinem Beitrag - wahrscheinlich unbeabsichtigt - daran erinnerst, dass dies ein Forum ist, das dem Werk von Georg Kreisler gewidmet ist.
Ich wünsche Dir Freude beim Kreislern!  

« Letzte Änderung: 28. April 2006, 01:51:57 von triangel »

Offline Alexander

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Re: Bleibendes und Verschwindendes
« Antwort #5 am: 27. April 2006, 17:11:02 »
Vielen Dank für die spannenden Tip(p)s!
Nächste Woche kauf´ ich mir die "Liebeslieder am Ultimo".
Bin schon total neugierig ...
„Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage – sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein.“ (Nikolaus Harnoncourt)

 

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