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Bildung ist Schande (Read 31083 times)
Dorian

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Borbeck bei Essen
Re: Bildung ist Schande
Reply #320 - 03.04.2006 at 18:09:38
 
Stimmt. Erdkunde hiess es. Jetzt erinnere ich mich auch wieder, das ich so Dinge lernen musste wie "Thünen'sche Ringe".
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« Last Edit: 03.04.2006 at 18:10:02 by Dorian »  
 
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whoknows

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Re: Bildung ist Schande
Reply #321 - 03.04.2006 at 18:23:33
 
Shocked WOW. An was Ihr Euch aller erinnert! Ich habe von meiner Schulzeit so praktisch ALLES vergessen.
Ich könnte aber auch wenn ich mich an mehr erinnerte nix beitragen, denn in der amerikanischen Schule war ja alles gaaanz anders, die Hälfte Eurer Ausdrücke habe ich noch nie im Leben gehört. Bei uns hiess jedenfalls Soziologie, Gemeinschaftskunde und Geographie "Social Science" und war ein Fach.
Aber wie gesagt: gelernt habe ich eigentlich erst nach der Schule....
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Maexl
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Re: Bildung ist Schande
Reply #322 - 03.04.2006 at 19:35:29
 
Bastian wrote on 03.04.2006 at 17:06:28:
Stimmt, ihr habt ja Zentralabi. Völlig vergessen.
Ganz so schlimm wie du sagst ist es in NRW nicht, wenn auch blöd genug. Du musst schon eine Naturwissenschaft oder Mathe mit drin haben, Deutsch oder eine Fremdsprache und eine Gesellschaftswissenschaft.
Ich hatte im Abi:
Englisch
Biologie
Chemie und
Geographie

frag mich jetzt nicht, welches davon die Gesellschaftswissenschaft sein soll. Aber es ging so durch, also muss sie irgendwo unter ihnen sein... Latinum ist lange her, ich meine, meines ist sogar noch ein "großes", aber spürbar ist das ehrlich gesagt nicht.

wow, wie fies ist das denn.... es stimmt also wirklich, ich mache im falschen land abi *heul*
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Bastian
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Re: Bildung ist Schande
Reply #323 - 03.04.2006 at 20:10:12
 
Na, was gibts denn da zu *heulen*?!
Du kannst mit deinem Baden Württemberger Abi Bundespräsident werden! (siehe Köhler)

Ich hab damals in der Schule versagt, hab ackern müssen und musste später mein Abi nachholen. Zweiter Bildungsweg, also allenfalls Kanzler (Schröder).

Na gut, dafür könnte ich mich natürlich in der Schweiz sonnen und Zigarre rauchen, während ich in Russland Geld verdiene ... hast Recht, da tät ich an deiner Stelle schon heulen!
Cool
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« Last Edit: 03.04.2006 at 20:10:59 by Bastian »  
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Guntram

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Re: Bildung ist Schande
Reply #324 - 04.04.2006 at 06:50:51
 
In Bayern gibst für alle Schulabschlüsse landeseinheitliche Prüfungen, das hat zur Folge, das alle Lehrer gezwungen sind sich an den Lehrplan zu halten und ihn auch vollständig durchzubringen (klingt schon negativ).

Als ich dann in Hessen zur Berufsschule ging, habe ich das erste mal mitgekriegt, das dort jede Schule ihre eigenen Prüfungen macht. Mit der (noch negativeren Folge) das den Lehreren egal war wieviel sie ihren Schülern vermittelt haben, da sie Themen die sie im Unterricht nicht gemacht haben aus der Prüfung drausen gehalten haben. Das nenne ich dann einheitliches Bildungsniveau.



[grübel] vielleicht sollte ich doch noch versuchen Kanzler zu werden ... oder besser Außenminister, das geht auch ohne Schulabschluß, also bin ich mit Mittlerer Reife schon überqualifiziert  Cheesy
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Träume sind nicht Schäume, sind nicht Schall und Rauch,&&sondern unser Leben so wie wache Stunden auch.&&Wirklichkeit heißt Spesen, Träume sind Ertrag.&&Träume sind uns sicher schwarz auf weiß wie Nac
 
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Dagmar

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Re: Bildung ist Schande
Reply #325 - 04.04.2006 at 08:26:49
 
Toi toi toi weiterhin, Maexl - ich halte die Daumen. Was mein Abi betrifft, kann ich mich auch nur noch dunkel erinnern: Zentralabi gab es damals noch nicht. Ich habe in Mathe, Deutsch, Geschichte und Bio Abi gemacht, das weiss ich jedenfalls noch. In Deutsch und Geschichte lief es grossartig, in Mathe und Bio hatte ich Glück, dass ich nicht durchgeknallt bin, damit war der NC hin. Daran erinnere ich mich auch noch gut. Und an die tagelange Party hinterher... Wink
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Je fester dir einer die Wahrheit verspricht, in Programmen und Predigten, glaube ihm nicht. Und geh' zu den Gauklern, den Clowns und den Narr'n: Dort wirst du zwar nix, doch das in Wahrheit erfahr'n.
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Maexl
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Re: Bildung ist Schande
Reply #326 - 04.04.2006 at 19:16:55
 
hmm, nachdem Deutsch gestern schon so gut funktioniert hat (ich gehe von 12 bis 15 Punkten aus) habe ich heute das gefühl eine 15 Punkte-Mathe-Klausur hingelegt zu haben. In der letzten vorm abi (die doppelt zählt) hatte ich schon unerwartet 14... aber heute war alles perfekt - und nicht nur ich sage, dass die arbeit für mathe-begabte ein geschenk war. mal sehn, wies weiter geht  Wink
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Suse

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Re: Bildung ist Schande
Reply #327 - 06.04.2006 at 15:15:30
 
Maexl, ich wünsche Dir alles Gute für die Prüfungen. Wenn alles so weiter läuft, kann ja nix mehr schiefgehen!
Drück Dir sämtliche Daumen.
Von meinem Abi schweig ich lieber, der Bundeslandwechsel in der 10ten war ziemlich schwierig. Naja, jetzt kräht da kein Hahn mehr nach. Und das große Latinum hab ich eigentlich auch geschenkt bekommen; ich mußte nach dem "kleinen" nur noch ein halbes Jahr aus den Reklam- Übersetzungen abschreiben. Hab dann noch ein halbes Jahr drangehängt, weil ich mal gucken wollte, ob es, wenn der Druck vorbei ist, nicht doch noch Spaß macht. (dem war übrigens nicht so) Helfen tut es bei medizinischen Fachbrgiffen und dem Erlernen einiger Fremdsprachen.
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Maexl
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Re: Bildung ist Schande
Reply #328 - 06.04.2006 at 22:29:59
 
Quote:
Insgesamt 42.461 Schülerinnen und Schüler (29.152 an allgemein bildenden Gymnasien, 13.309 an beruflichen Gymnasien) haben am heutigen Montag (3. April) mit den schriftlichen Abiturprüfungen begonnen. Das Abitur startete traditionell mit dem Fach Deutsch.

Von 8.00 bis 13.30 Uhr saßen die Prüflinge der allgemein bildenden und beruflichen Gymnasien an ihren Aufgaben. Für deren Bearbeitung, einschließlich Einlesezeit, standen 330 Minuten zur Verfügung.

Zur Wahl standen folgende Themen:

     1.  Interpretation eines Dialogs zwischen Präsident von Walter und dessen Sohn Ferdinand aus „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller. Daran schließt sich eine Teilaufgabe an, die verlangt, das Verhältnis zwischen Vater und Sohn in Schillers „Kabale und Liebe“ mit dem Verhältnis zwischen Mutter und Tochter in Fontanes „Effi Briest“ zu vergleichen.
   2. Eine gestaltende Interpretation zu Theodor Fontanes „Effi Briest“ setzt an der Abreise Instettens zu einem Aufenthalt nach Berlin an. Die Schülerinnen und Schüler sollen von der fiktiven Annahme ausgehen, dass Effi an ihren Vater einen Brief über ihre widerstrebenden Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte schreibt und kurze Zeit später einen Antwortbrief erhält. Die Aufgabe verlangt das Verfassen beider Briefe.
   3. Eine literarische Erörterung greift ein Zitat aus dem Werk Erich Fromms „Haben und Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Stuttgart 1979“ heraus. Das Zitat lautet: „Lieben ist eine produktive Tätigkeit, es impliziert, für jemanden (oder etwas) zu sorgen, ihn zu kennen, auf ihn einzugehen, ihn zu bestätigen, sich an ihm zu erfreuen – - sei es ein Mensch, ein Baum, ein Bild, eine Idee. Es bedeutet, ihn (sie, es) zum Leben erwecken, seine (ihre) Lebendigkeit zu steigern.“ Die Schülerinnen und Schüler sollen sich anhand von Schillers „Kabale und Liebe“ und Fontanes „Effi Briest“ mit dieser Auffassung von Liebe auseinander setzen.
   4. Eine vergleichende Interpretation zu den Gedichten „Die fremde Stadt“ von Irmgard Keun (1909-1982) und „Kommt einer von ferne“ von Nelly Sachs (1891-1970).
   5. Erörterung eines Aufsatzes von Rüdiger Safranski zum Thema „Heimat“ (in: du – Zeitschrift für Kultur, Heft 750, Oktober 2004, S.89). Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst den Heimatbegriff Safranskis herausarbeiten. Daran schließt sich eine Erörterung der Auffassungen des Autors an. Alternativ dazu können die Schülerinnen und Schüler einen fiktiven Kommentar über den Text Safranskis für eine Lokalzeitung schreiben.

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Beim Abitur dominiert der schwäbische Klassiker

Bei der Deutschprüfung setzte sich gestern weit über die Hälfte der Schüler mit Schillers „Kabale und Liebe“ auseinander

NÜRTINGEN. Das Schillerjahr ist eigentlich vorbei. Dennoch: Als gestern zum Auftakt der diesjährigen Abiturprüfungen den 42 000 baden-württembergischen Möchtegern-Absolventen die fünf Deutsch-Aufgaben zur Auswahl vorgelegt wurden, griffen die meisten tief in die Klassikerkiste. Zumindest in Nürtingen und Umgebung. Von den 513 Prüflingen beschäftigten sich 333 mit Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe“. Den Ruhm muss sich der Dichterfürst in beschränktem Maße mit Theodor Fontane teilen, denn in einem Teil der Aufgabe musste ein Vergleich mit dessen „Effi Briest“ angestellt werden.


ANDREAS WARAUSCH

Ob es nur die Strahlkraft des olympischen Marbachers war, die die Schüler ihre Entscheidung treffen ließ? Oder doch die vermeintliche Zeitlosigkeit des Schillerschen Gesellschaftsdramas? Sicherlich trieben die (Bald-)Abiturienten auch ganz nüchterne Gründe um. „Kabale und Liebe“ war wie „Effi Briest“ Pflichtlektüre. Heere von Germanisten haben bereits mehr oder weniger Erhellendes zur Geschichte der Luise Miller von sich gegeben.

Sekundärliteratur en masse, ein relativ überschaubarer interpretatorischer Ansatz: Da schien so mancher auf Nummer sicher gehen zu wollen. Zu verdenken ist es den jungen Menschen nur schwer, Deutsch ist im Einheitsabitur seit einigen Jahren zumindest eine Pflichtaufgabe.

Schillers „Kabale und Liebe“ ist ein bürgerliches Trauerspiel. Verlassen wird die Welt des Hochadels, nun gehören auch Bürgerliche auf die Weltenbühne. Ferdinand liebt Luise. Und umgekehrt. Des Buben Vater allerdings hat hochtrabende Pläne am Fürstenhof für ihn, will ihn mit der Mätresse des Chefs vermählen. Klar, dass alles tragisch endet. Vorgelegt wurde den Schülern die siebte Szene aus dem ersten Akt, der Herr Präsident nimmt sich den aufmüpfigen Sohnemann zur Brust.

Fünfeinhalb Stunden Zeit hatten die Schüler, um die Szene einzuordnen, zu interpretieren und letztlich das Vater-Sohn-Verhältnis mit „Effi Briests“ Mutter-Tochter-Konstellation zu vergleichen. Den prozentualen Spitzenwert auf der Schiller-Skala gab’s am Nürtinger Max-Planck-Gymnasium (64 von 76), auch am Hölderlin-Gymnasium (82 von 120) und in Neckartenzlingen (67 von 85) gab’s satte Zwei-Drittel-Mehrheiten. Die starke Hälfte war’s am Wendlinger Robert-Bosch-Gymnasium (33 von 62). An den berufsbildenden Gymnasien auf dem Säer ein ähnliches Bild: an der Albert-Schäffle-Schule griffen von 79 Schülern 45 zu Schiller, an der Fritz-Ruoff-Schule war es nicht ganz die Hälfte: 37 von 78.

Lediglich an der Nürtinger Rudolf-Steiner-Schule zog die Mehrheit der 13 Schüler (acht zu fünf) eine gestaltende Interpretation zu Fontanes „Effi Briest“ Schiller vor. Zu einem Auszug aus dem Kapitel 20 galt es zwei Briefe zu schreiben. Diese Aufgabe schaffte es in Neckartenzlingen noch auf Rang zwo (neun), am HöGy auf Platz drei (acht) und in Wendlingen immerhin auch noch auf den zweiten Platz (16).

Keine Lust auf Gedichte

Gar nicht gut landen in der Gunst der Probanden konnte die literarische Erörterung. Hier sollte Erich Fromms Auffassung von Liebe aus seinem Psychologie-Klassiker „Haben oder Sein“ anhand von „Effi Briest“ und „Kabale und Liebe“ diskutiert werden. So frei erscheinen wollte kaum einer, insgesamt waren es sechs.

Auch der an den allgemein bildenden Gymnasien angebotene Gedichtsvergleich kam nicht so an. Lediglich 20 Prüflinge wollten insgesamt Irmgard Keuns „Die fremde Stadt“ mit Nelly Sachs’ „Kommt einer von ferne“ vergleichen. Beide Gedichte sind 1947 entstanden und befassen sich mit den Begriffen Heimat und Fremde.

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REIFEZEUGNIS / AUCH 54 ABITURIENTEN DES ALFRED-AMANN-GYMNASIUMS STELLTEN SICH DER DEUTSCHPRÜFUNG

Gut vorbereitet und bestens gestärkt

Schwerpunkte sind Schillers „Kabale und Liebe“, „Effi Briest“ von Fontane sowie das Lyrikthema Heimatverlust

BÖNNIGHEIM. Die Zeit der intensiven Vorbereitung ist für die Schülerinnen und Schüler der 13. Klassen nun vorbei. Gestern starteten im Landkreis Ludwigsburg 1400 in den allgemein bildenden Gymnasien und 395 in den beruflichen Gymnasien mit der Abiturprüfung. In der Festhalle Bönnigheim stellten sich 54 Gymnasiasten des Alfred-Amann-Gymnasiums dem ersten Prüfungsfach Deutsch.

Brezel und Schokowaffel, Literatur und Nachschlagewerk – die Deutschprüfung kann beginnen.

Foto: Jürgen Kunz
Auf den 54 Einzeltischen in der Festhalle lagen gestern Morgen um 7.50 Uhr das Arbeitspapier – für Korrektur und Reinschrift – und der „Wortprofi“ als erlaubtes Nachschlagewerk sowie die Reclam-Ausgaben von Schillers „Kabale und Liebe“ und „Effi Briest“ von Theodor Fontane bereit. Die Elftklässler hatten traditionell eine Laugenbrezel, einen halben Liter Apfelsaftschorle und eine Schokowaffel für die Abitursprüflinge ausgelegt. So gut umsorgt konnten sich die Bönnigheimer Abiturienten einer der fünf Deutschaufgaben in den kommenden fünfeinhalb Stunden widmen. Schulleiter Steffen Prill freute sich gestern Morgen, dass alle 54 zur Prüfung zugelassenen Gymnasiasten kurz vor 8.00 Uhr in der Festhalle eingetroffen waren und sich nach der – in der Prüfungsordnung vorgeschriebenen – Frage nach ihrem gesundheitlichen Befinden, durchaus wohl fühlten. Traditionell beginnt das Abitur mit dem Fach Deutsch. An den allgemein bildenden Gymnasien konnte zwischen fünf Themen gewählt werden.

Der Interpretation eines Dialogs zwischen Präsident von Walter und dessen Sohn Ferdinand aus „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller. Daran schloss sich eine Teilaufgabe an, die verlangt, das Verhältnis zwischen Vater und Sohn in Schillers „Kabale und Liebe“ mit dem Verhältnis zwischen Mutter und Tochter in Fontanes „Effi Briest“ zu vergleichen. Das zweite Thema war eine gestaltende Interpretation zu Theodor Fontanes „Effi Briest“, die an der Abreise Instettens zu einem Aufenthalt nach Berlin ansetzt. Die Schülerinnen und Schüler sollten von der fiktiven Annahme ausgehen, dass Effi an ihren Vater einen Brief über ihre widerstrebenden Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte schreibt und kurze Zeit später einen Antwortbrief erhält. Die Aufgabe verlangt das Verfassen beider Briefe. Eine literarische Erörterung, die ein Zitat aus dem Werk Erich Fromms „Haben und Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Stuttgart 1979“ herausgreift, war die dritte der fünf möglichen Prüfungsaufgaben. Das Zitat lautete: „Lieben ist eine produktive Tätigkeit, es impliziert, für jemanden (oder etwas) zu sorgen, ihn zu kennen, auf ihn einzugehen, ihn zu bestätigen, sich an ihm zu erfreuen – sei es ein Mensch, ein Baum, ein Bild, eine Idee. Es bedeutet, ihn (sie, es) zum Leben erwecken, seine (ihre) Lebendigkeit zu steigern.“ Die Schülerinnen und Schüler sollten sich anhand von Schillers „Kabale und Liebe“ und Fontanes „Effi Briest“ mit dieser Auffassung von Liebe auseinander setzen.

Eine vergleichende Interpretation zu den Gedichten „Die fremde Stadt“ von Irmgard Keun (1909 bis 1982) und „Kommt einer von ferne“ von Nelly Sachs (1891 bis 1970) sowie die Erörterung eines Aufsatzes von Rüdiger Safranski zum Thema „Heimat“ waren die Aufgaben vier und fünf der diesjährigen Deutsch-Abiturprüfung. Die Schülerinnen und Schüler sollten zunächst den Heimatbegriff Safranskis herausarbeiten und eine Erörterung der Auffassungen des Autors verfassen. Alternativ dazu konnten die Schülerinnen und Schüler einen fiktiven Kommentar über den Text Safranskis für eine Lokalzeitung schreiben.

Am heutigen Dienstag folgt nun die Prüfung im Fach Mathematik dem sich am Mittwoch, 5. April, Englisch und am Donnerstag, 6. April, Französisch anschließt. Am Freitag, 7. April, finden die schriftlichen Prüfung in Bildender Kunst, Musik, Physik, Chemie, Biologie und Sport, Geschichte, Geschichte bilingual, Gemeinschaftskunde, Erdkunde sowie Evangelischer und Katholischer Religionslehre sowie Ethik statt. Die Lateiner werden am Montag, 10. April, Griechisch, Spanisch, Italienisch Portugiesisch und Russisch wird am Dienstag, 11. April, schriftlich geprüft.

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Die erste Etappe auf dem Weg zum Abitur

Mit Deutsch fängt alles an: In Marbach haben Schüler gestern Punkte für die Hochschulreife gesammelt

Marbach. Doping mit Traubenzucker oder

vor Aufregung Essen und Trinken vergessen: Abiturienten in Marbach haben gestern morgen von 8 bis 13.30 Uhr mit der schriftlichen Deutschprüfung den ersten Teil des Abiturs hinter sich gebracht. Aufgeregtheit danach war nicht zu sehen.

Von Sandro Mattioli

Zwei Fragen hört man am Montagmittag vor dem Friedrich-Schiller-Gymnasium ziemlich oft: "Was geht?" und "Welche Aufgabe hast du genommen?" Während die erste Frage unbeantwortet stehen bleibt, tauschen sich die Marbacher Gymnasiasten über die zweite rege aus. Allerdings in ruhigem Ton - weder Euphorie noch Wut sind auf dem Platz vor der Schule zu hören. Und das laute Entkorken von Sektflaschen erst recht nicht. Manche steigen dann auch recht bald in den Bus.

Ein Heimspiel hatte die erste Abitursaufgabe. Die Schüler sollten einen Dialog aus "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller interpretieren und das Verhältnis zwischen Kind und Elternteil in Schillers Stück sowie in "Effi Briest" von Theodor Fontane vergleichen. In einer anderen Aufgabe konnten die Schüler sich ihre Kenntnisse im Briefeschreiben bewerten lassen. Man solle ein Schreiben von Effi Briest an ihren Vater sowie dessen Antwort verfassen, lautete die Aufgabe. Komplex gestaltete sich die Erörterung, das dritte Wahlthema: Hier war ein Zitat Erich Fromms, demzufolge Lieben eine "produktive Tätigkeit" ist, auf die Stücke von Schiller und Fontane zu beziehen. Gedichte von Irmgard Keun und Nelly Sachs mussten für die vierte Aufgabe vergleichend interpretiert werden. Auch der Schiller-Biograf Rüdiger Safranski und dessen Begriff von Heimat waren gestern Thema. "Wir hatten vier Stunden Zeit dafür", sagt Roman Schmidt. "So lange war ich noch nie am Stück im Klassenzimmer."

Nach der Abi-Prüfung in Deutsch bleibt dann auch kaum eine Pause für die Schüler. "Ich gehe gleich erst mal nach Hause und lerne", sagt Alex Klemm. "Morgen fängt das Abi mit der Mathe-Prüfung erst richtig an", erklärt sein Freund Roman. Die Matheprüfung sei die schlimmste, ist sich Michael Blum sicher. "Da muss man am meisten darauf lernen." Deutsch- und Mathematikprüfungen müssen alle Gymnasiasten schreiben. Danach kommen noch eine Fremdsprache und ein Fach nach Wahl dazu. "Wir haben uns für Sport entschieden und sind am spätesten fertig", sagt Roman Schmidt. Erst im Mai legen Alex und er die letzte Prüfung ab.

Gefeiert wird davor trotzdem schon. Abiball, Abifest, Abischerz - die Liste ist lang. Allerdings wurde eine Party auf oder neben dem Schulgelände den Schülern verboten. "Es hieß, feiert zu Hause im Garten", sagt Alex Klemm. Im Garten wird der Party-Marathon wohl kaum steigen, vielleicht aber auf einem Grundstück am Neckar.


zu meinem thema:

text ist leider nicht frei zugänglich: http://www.dumag.ch/bisher.php?id=199

aber safranskis auffassung findet sich besonders hier: http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1119175

und teilweise zitate aus dem abiaufsatz hier: http://www.siebenbuerger.de/sbz/sbz/news/1053815069,51550,.html

gestern war Englisch - nicht so besonders, war aber zu erwarten... nicht zu erwarten war allerdings dass Paul Austers Moon Palace fast ausnahmslos thema war... (frage eines freundes von mir vor öffnen der mappen: Herr Gabel, lässt sich Moon Palace denn umgehen?) - ein nettes buch, aber als klausur ist es eher postmoderner murks. dem bin ich wo es ging nur aus dem weg zu gehn ausgewichen (sprich: eine übersetzung, die nicht besonders gut gelang und ein essay über globalisation)
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« Last Edit: 06.04.2006 at 23:04:17 by Maexl »  
 
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whoknows

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Re: Bildung ist Schande
Reply #329 - 11.07.2007 at 10:07:41
 
Ich weiss, wir haben auch einen Buchempfehlungs-thread - aber den finde ich grad nicht, und hier passt das eigentlich auch sehr gut hin:
Konrad Paul Liessmann (Philosoph) "Theorie der Unbildung"
Er stellt die These auf,  (und beweist auch grossteils schlüssig) dass unsere angebliche Wissensgesellschaft eher in ihr Gegenteil verkommt, weil das Wissen industrialisiert wird, und damit an der Oberfläche bleiben muss. Liest sich spannend, gescheit - in weiten Teilen gab es bei mir einen: "Meine Rede!!!" - Effekt, was ja ein nettes Gefühl ist.
Ebenso unterzieht er die Universitäts- und Schulreformen einer sehr kritischen Analyse, die zu dem Schluss kommt, dass es immer mehr darum geht, die alten Eliten wieder aufzubauen, und das Wissen eben genau NICHT zu demokratisieren. Höchst Interessant!!!!
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Franz08

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Re: Bildung ist Schande
Reply #330 - 11.07.2007 at 11:23:02
 
Hallo whoknows,

der Liessmann liest sich wie immer nicht nur dann gut, wenn man/frau ihm zustimmen kann. Die Kernthesen des Buches finden sich auch hier: http://science.orf.at/science/liessmann/144545 Keine Angst: Das Buch ist beileibe mehr als affirmative Bestätigunsgliteratur für Spät-Achtundsechziger...

THEORIE DER UNBILDUNG
Die Irrtümer der Wissensgesellschaft
Zsolnay Verlag, Wien 2006
http://www.amazon.de/gp/product/3552053824/
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Match as much as you can!
 
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Bastian
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Re: Bildung ist Schande
Reply #331 - 14.08.2008 at 03:24:25
 
Gerade gelesen, und schon steht es hier:
Ein Beispiel für den Drang der Idiotie, sich selbst zu reproduzieren: Eine Lehrerin, die alle Schüler mit redlich guten Noten durchbringt, scheint eine Gefahr für das Schulsystem zu sein. Was tun wir, wenn es keine Verlierer gibt?

Genau.
Wir erfinden sie:


"Wenn die Kids zu gut sind
Bitte nicht für Schüler engagieren

Eine bayerische Lehrerin fördert ihre Kinder so gut, dass sie exzellente Noten haben. Grund genug für Schulämter und -leiter, zu fragen, was da falsch läuft.
[...]
Auch Sabine Czerny fühlt sich inzwischen genötigt, so zu unterrichten und Testaufgaben derart zu konstruieren, dass mit Sicherheit ausreichend Vierer, Fünfer und Sechser herauskommen und ihre Rektorin sie nicht weiterhin behandelt wie einen störrischen Esel. Ihr ist schmerzlich bewusst, dass sie Versager produziert, wenn sie sich an die Anweisung ihrer Vorgesetzten hält."



Mehr unter:
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/bitte-nicht-fuer-schueler-engagiere...

Gruß
Bastian
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« Last Edit: 14.08.2008 at 03:42:48 by Bastian »  
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Burkhard Ihme

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Gratis Comic Tag 2010:
Die grüne Eisbombe

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Re: Bildung ist Schande
Reply #332 - 14.08.2008 at 08:15:08
 
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michael

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Re: Bildung ist Schande
Reply #333 - 14.08.2008 at 23:09:52
 
Kam eben auch in "Monitor".

Unfassbar: Aussieben als Pflicht (inoffizielle) der Lehrer.

Sie animiert Schüler zum freiwilligen Lernen, zum Spass am Lernen - und wird strafversetzt.

Eine Republik auf dem Weg zur Elite.
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Anke

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Re: Bildung ist Schande
Reply #334 - 15.08.2008 at 21:44:15
 
Und das alles nach und trotz PISA. Angeblich sollte die Schule ja jetzt besser werden. Stattdessen werden LehrerInnen bestraft, die gute Noten bei ihren SchülerInnen produzieren.

Anstatt dass die LehrerInnen ihrer Parallelklassen dazu verdonnert wurden, bei ihr das Unterrichten abzugucken!

Man halte fest: Die Prüfungen waren in allen Parallelklassen GLEICH, d.h., sie hat nicht etwa zu leichte Aufgaben gestellt, damit ihre SchülerInnen besser abschnitten, sondern sie hat definitiv besser unterrichtet.

Und da heißt es vom Schulamt: "Sie haben den Schulfrieden gestört" - und sie wird versetzt.

Wohin eigentlich? Sind die Kollegen in der nächsten Schule bessere Lehrer? Oder geht das Schulamt davon aus, dass sie jetzt so eingeschüchtert ist, dass sie ab sofort tatsächlich schlechteren Unterricht machen wird? Smiley

Man könnte da glatt zum Amokläufer werden. Unfähigkeit der Beamtenschaft ... das ändert sich wohl nie?!?  Smiley
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« Last Edit: 08.11.2008 at 01:19:24 by Anke »  
 
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Heiko

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Re: Bildung ist Schande
Reply #335 - 09.03.2010 at 00:20:44
 
whoknows wrote on 11.07.2007 at 10:07:41:
(...)
Konrad Paul Liessmann (Philosoph) "Theorie der Unbildung"
Er stellt die These auf,  (und beweist auch grossteils schlüssig) dass unsere angebliche Wissensgesellschaft eher in ihr Gegenteil verkommt, weil das Wissen industrialisiert wird, und damit an der Oberfläche bleiben muss. Liest sich spannend, gescheit - in weiten Teilen gab es bei mir einen: "Meine Rede!!!" - Effekt, was ja ein nettes Gefühl ist.
Ebenso unterzieht er die Universitäts- und Schulreformen einer sehr kritischen Analyse, die zu dem Schluss kommt, dass es immer mehr darum geht, die alten Eliten wieder aufzubauen, und das Wissen eben genau NICHT zu demokratisieren. Höchst Interessant!!!!

Franz08 wrote on 11.07.2007 at 11:23:02:
(...) der Liessmann liest sich wie immer nicht nur dann gut, wenn man/frau ihm zustimmen kann. Die Kernthesen des Buches finden sich auch hier: http://science.orf.at/science/liessmann/144545 Keine Angst: Das Buch ist beileibe mehr als affirmative Bestätigunsgliteratur für Spät-Achtundsechziger...


Jawohl, lies Liessmann, Mann!
Auch wenn er humanistische Bildung - sprich: Altgriechisch und Latein - als die einzig richtige betrachtet.

Fundiert-kritisches zu der Bologna-Hochschulreform gibt es auch hier:
http://life.epb.uni-hamburg.de/node/4467
http://www.amazon.de/Bachelor-bolognese-Erfahrungen-neuen-Studienstruktur/dp/386...
außerdem dies für alle Studenten, Schüler und Nichterziehbare:
http://www.bildungsstreik2009.de/


Schule und Hochschule beinhalten unter anderem eine systemerhaltende, also elitäre Funktion, die durch Selektion einen wesentlichen Teil der Bevölkerung von der Partizipation am Wohlstand ausschließt.

Aufklärung kann nur a-pädagogisch erfolgen!
... weil jeder Versuch (pädagogisch) einzuwirken einem subjektiven Zweck (des Pädagogen) dient.

Widerworte erwünscht!



________

edith nötig für Verentprovozierung
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« Last Edit: 10.03.2010 at 21:30:32 by Heiko »  

Der ist ein echter Schweinehund,
dem jeder Sinn für Heine schwund!
 
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