Quote:Insgesamt 42.461 Schülerinnen und Schüler (29.152 an allgemein bildenden Gymnasien, 13.309 an beruflichen Gymnasien) haben am heutigen Montag (3. April) mit den schriftlichen Abiturprüfungen begonnen. Das Abitur startete traditionell mit dem Fach Deutsch.
Von 8.00 bis 13.30 Uhr saßen die Prüflinge der allgemein bildenden und beruflichen Gymnasien an ihren Aufgaben. Für deren Bearbeitung, einschließlich Einlesezeit, standen 330 Minuten zur Verfügung.
Zur Wahl standen folgende Themen:
1. Interpretation eines Dialogs zwischen Präsident von Walter und dessen Sohn Ferdinand aus „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller. Daran schließt sich eine Teilaufgabe an, die verlangt, das Verhältnis zwischen Vater und Sohn in Schillers „Kabale und Liebe“ mit dem Verhältnis zwischen Mutter und Tochter in Fontanes „Effi Briest“ zu vergleichen.
2. Eine gestaltende Interpretation zu Theodor Fontanes „Effi Briest“ setzt an der Abreise Instettens zu einem Aufenthalt nach Berlin an. Die Schülerinnen und Schüler sollen von der fiktiven Annahme ausgehen, dass Effi an ihren Vater einen Brief über ihre widerstrebenden Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte schreibt und kurze Zeit später einen Antwortbrief erhält. Die Aufgabe verlangt das Verfassen beider Briefe.
3. Eine literarische Erörterung greift ein Zitat aus dem Werk Erich Fromms „Haben und Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Stuttgart 1979“ heraus. Das Zitat lautet: „Lieben ist eine produktive Tätigkeit, es impliziert, für jemanden (oder etwas) zu sorgen, ihn zu kennen, auf ihn einzugehen, ihn zu bestätigen, sich an ihm zu erfreuen – - sei es ein Mensch, ein Baum, ein Bild, eine Idee. Es bedeutet, ihn (sie, es) zum Leben erwecken, seine (ihre) Lebendigkeit zu steigern.“ Die Schülerinnen und Schüler sollen sich anhand von Schillers „Kabale und Liebe“ und Fontanes „Effi Briest“ mit dieser Auffassung von Liebe auseinander setzen.
4. Eine vergleichende Interpretation zu den Gedichten „Die fremde Stadt“ von Irmgard Keun (1909-1982) und „Kommt einer von ferne“ von Nelly Sachs (1891-1970).
5. Erörterung eines Aufsatzes von Rüdiger Safranski zum Thema „Heimat“ (in: du – Zeitschrift für Kultur, Heft 750, Oktober 2004, S.89). Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst den Heimatbegriff Safranskis herausarbeiten. Daran schließt sich eine Erörterung der Auffassungen des Autors an. Alternativ dazu können die Schülerinnen und Schüler einen fiktiven Kommentar über den Text Safranskis für eine Lokalzeitung schreiben.
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Beim Abitur dominiert der schwäbische Klassiker
Bei der Deutschprüfung setzte sich gestern weit über die Hälfte der Schüler mit Schillers „Kabale und Liebe“ auseinander
NÜRTINGEN. Das Schillerjahr ist eigentlich vorbei. Dennoch: Als gestern zum Auftakt der diesjährigen Abiturprüfungen den 42 000 baden-württembergischen Möchtegern-Absolventen die fünf Deutsch-Aufgaben zur Auswahl vorgelegt wurden, griffen die meisten tief in die Klassikerkiste. Zumindest in Nürtingen und Umgebung. Von den 513 Prüflingen beschäftigten sich 333 mit Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe“. Den Ruhm muss sich der Dichterfürst in beschränktem Maße mit Theodor Fontane teilen, denn in einem Teil der Aufgabe musste ein Vergleich mit dessen „Effi Briest“ angestellt werden.
ANDREAS WARAUSCH
Ob es nur die Strahlkraft des olympischen Marbachers war, die die Schüler ihre Entscheidung treffen ließ? Oder doch die vermeintliche Zeitlosigkeit des Schillerschen Gesellschaftsdramas? Sicherlich trieben die (Bald-)Abiturienten auch ganz nüchterne Gründe um. „Kabale und Liebe“ war wie „Effi Briest“ Pflichtlektüre. Heere von Germanisten haben bereits mehr oder weniger Erhellendes zur Geschichte der Luise Miller von sich gegeben.
Sekundärliteratur en masse, ein relativ überschaubarer interpretatorischer Ansatz: Da schien so mancher auf Nummer sicher gehen zu wollen. Zu verdenken ist es den jungen Menschen nur schwer, Deutsch ist im Einheitsabitur seit einigen Jahren zumindest eine Pflichtaufgabe.
Schillers „Kabale und Liebe“ ist ein bürgerliches Trauerspiel. Verlassen wird die Welt des Hochadels, nun gehören auch Bürgerliche auf die Weltenbühne. Ferdinand liebt Luise. Und umgekehrt. Des Buben Vater allerdings hat hochtrabende Pläne am Fürstenhof für ihn, will ihn mit der Mätresse des Chefs vermählen. Klar, dass alles tragisch endet. Vorgelegt wurde den Schülern die siebte Szene aus dem ersten Akt, der Herr Präsident nimmt sich den aufmüpfigen Sohnemann zur Brust.
Fünfeinhalb Stunden Zeit hatten die Schüler, um die Szene einzuordnen, zu interpretieren und letztlich das Vater-Sohn-Verhältnis mit „Effi Briests“ Mutter-Tochter-Konstellation zu vergleichen. Den prozentualen Spitzenwert auf der Schiller-Skala gab’s am Nürtinger Max-Planck-Gymnasium (64 von 76), auch am Hölderlin-Gymnasium (82 von 120) und in Neckartenzlingen (67 von 85) gab’s satte Zwei-Drittel-Mehrheiten. Die starke Hälfte war’s am Wendlinger Robert-Bosch-Gymnasium (33 von 62). An den berufsbildenden Gymnasien auf dem Säer ein ähnliches Bild: an der Albert-Schäffle-Schule griffen von 79 Schülern 45 zu Schiller, an der Fritz-Ruoff-Schule war es nicht ganz die Hälfte: 37 von 78.
Lediglich an der Nürtinger Rudolf-Steiner-Schule zog die Mehrheit der 13 Schüler (acht zu fünf) eine gestaltende Interpretation zu Fontanes „Effi Briest“ Schiller vor. Zu einem Auszug aus dem Kapitel 20 galt es zwei Briefe zu schreiben. Diese Aufgabe schaffte es in Neckartenzlingen noch auf Rang zwo (neun), am HöGy auf Platz drei (acht) und in Wendlingen immerhin auch noch auf den zweiten Platz (16).
Keine Lust auf Gedichte
Gar nicht gut landen in der Gunst der Probanden konnte die literarische Erörterung. Hier sollte Erich Fromms Auffassung von Liebe aus seinem Psychologie-Klassiker „Haben oder Sein“ anhand von „Effi Briest“ und „Kabale und Liebe“ diskutiert werden. So frei erscheinen wollte kaum einer, insgesamt waren es sechs.
Auch der an den allgemein bildenden Gymnasien angebotene Gedichtsvergleich kam nicht so an. Lediglich 20 Prüflinge wollten insgesamt Irmgard Keuns „Die fremde Stadt“ mit Nelly Sachs’ „Kommt einer von ferne“ vergleichen. Beide Gedichte sind 1947 entstanden und befassen sich mit den Begriffen Heimat und Fremde.
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REIFEZEUGNIS / AUCH 54 ABITURIENTEN DES ALFRED-AMANN-GYMNASIUMS STELLTEN SICH DER DEUTSCHPRÜFUNG
Gut vorbereitet und bestens gestärkt
Schwerpunkte sind Schillers „Kabale und Liebe“, „Effi Briest“ von Fontane sowie das Lyrikthema Heimatverlust
BÖNNIGHEIM. Die Zeit der intensiven Vorbereitung ist für die Schülerinnen und Schüler der 13. Klassen nun vorbei. Gestern starteten im Landkreis Ludwigsburg 1400 in den allgemein bildenden Gymnasien und 395 in den beruflichen Gymnasien mit der Abiturprüfung. In der Festhalle Bönnigheim stellten sich 54 Gymnasiasten des Alfred-Amann-Gymnasiums dem ersten Prüfungsfach Deutsch.
Brezel und Schokowaffel, Literatur und Nachschlagewerk – die Deutschprüfung kann beginnen.
Foto: Jürgen Kunz
Auf den 54 Einzeltischen in der Festhalle lagen gestern Morgen um 7.50 Uhr das Arbeitspapier – für Korrektur und Reinschrift – und der „Wortprofi“ als erlaubtes Nachschlagewerk sowie die Reclam-Ausgaben von Schillers „Kabale und Liebe“ und „Effi Briest“ von Theodor Fontane bereit. Die Elftklässler hatten traditionell eine Laugenbrezel, einen halben Liter Apfelsaftschorle und eine Schokowaffel für die Abitursprüflinge ausgelegt. So gut umsorgt konnten sich die Bönnigheimer Abiturienten einer der fünf Deutschaufgaben in den kommenden fünfeinhalb Stunden widmen. Schulleiter Steffen Prill freute sich gestern Morgen, dass alle 54 zur Prüfung zugelassenen Gymnasiasten kurz vor 8.00 Uhr in der Festhalle eingetroffen waren und sich nach der – in der Prüfungsordnung vorgeschriebenen – Frage nach ihrem gesundheitlichen Befinden, durchaus wohl fühlten. Traditionell beginnt das Abitur mit dem Fach Deutsch. An den allgemein bildenden Gymnasien konnte zwischen fünf Themen gewählt werden.
Der Interpretation eines Dialogs zwischen Präsident von Walter und dessen Sohn Ferdinand aus „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller. Daran schloss sich eine Teilaufgabe an, die verlangt, das Verhältnis zwischen Vater und Sohn in Schillers „Kabale und Liebe“ mit dem Verhältnis zwischen Mutter und Tochter in Fontanes „Effi Briest“ zu vergleichen. Das zweite Thema war eine gestaltende Interpretation zu Theodor Fontanes „Effi Briest“, die an der Abreise Instettens zu einem Aufenthalt nach Berlin ansetzt. Die Schülerinnen und Schüler sollten von der fiktiven Annahme ausgehen, dass Effi an ihren Vater einen Brief über ihre widerstrebenden Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte schreibt und kurze Zeit später einen Antwortbrief erhält. Die Aufgabe verlangt das Verfassen beider Briefe. Eine literarische Erörterung, die ein Zitat aus dem Werk Erich Fromms „Haben und Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Stuttgart 1979“ herausgreift, war die dritte der fünf möglichen Prüfungsaufgaben. Das Zitat lautete: „Lieben ist eine produktive Tätigkeit, es impliziert, für jemanden (oder etwas) zu sorgen, ihn zu kennen, auf ihn einzugehen, ihn zu bestätigen, sich an ihm zu erfreuen – sei es ein Mensch, ein Baum, ein Bild, eine Idee. Es bedeutet, ihn (sie, es) zum Leben erwecken, seine (ihre) Lebendigkeit zu steigern.“ Die Schülerinnen und Schüler sollten sich anhand von Schillers „Kabale und Liebe“ und Fontanes „Effi Briest“ mit dieser Auffassung von Liebe auseinander setzen.
Eine vergleichende Interpretation zu den Gedichten „Die fremde Stadt“ von Irmgard Keun (1909 bis 1982) und „Kommt einer von ferne“ von Nelly Sachs (1891 bis 1970) sowie die Erörterung eines Aufsatzes von Rüdiger Safranski zum Thema „Heimat“ waren die Aufgaben vier und fünf der diesjährigen Deutsch-Abiturprüfung. Die Schülerinnen und Schüler sollten zunächst den Heimatbegriff Safranskis herausarbeiten und eine Erörterung der Auffassungen des Autors verfassen. Alternativ dazu konnten die Schülerinnen und Schüler einen fiktiven Kommentar über den Text Safranskis für eine Lokalzeitung schreiben.
Am heutigen Dienstag folgt nun die Prüfung im Fach Mathematik dem sich am Mittwoch, 5. April, Englisch und am Donnerstag, 6. April, Französisch anschließt. Am Freitag, 7. April, finden die schriftlichen Prüfung in Bildender Kunst, Musik, Physik, Chemie, Biologie und Sport, Geschichte, Geschichte bilingual, Gemeinschaftskunde, Erdkunde sowie Evangelischer und Katholischer Religionslehre sowie Ethik statt. Die Lateiner werden am Montag, 10. April, Griechisch, Spanisch, Italienisch Portugiesisch und Russisch wird am Dienstag, 11. April, schriftlich geprüft.
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Die erste Etappe auf dem Weg zum Abitur
Mit Deutsch fängt alles an: In Marbach haben Schüler gestern Punkte für die Hochschulreife gesammelt
Marbach. Doping mit Traubenzucker oder
vor Aufregung Essen und Trinken vergessen: Abiturienten in Marbach haben gestern morgen von 8 bis 13.30 Uhr mit der schriftlichen Deutschprüfung den ersten Teil des Abiturs hinter sich gebracht. Aufgeregtheit danach war nicht zu sehen.
Von Sandro Mattioli
Zwei Fragen hört man am Montagmittag vor dem Friedrich-Schiller-Gymnasium ziemlich oft: "Was geht?" und "Welche Aufgabe hast du genommen?" Während die erste Frage unbeantwortet stehen bleibt, tauschen sich die Marbacher Gymnasiasten über die zweite rege aus. Allerdings in ruhigem Ton - weder Euphorie noch Wut sind auf dem Platz vor der Schule zu hören. Und das laute Entkorken von Sektflaschen erst recht nicht. Manche steigen dann auch recht bald in den Bus.
Ein Heimspiel hatte die erste Abitursaufgabe. Die Schüler sollten einen Dialog aus "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller interpretieren und das Verhältnis zwischen Kind und Elternteil in Schillers Stück sowie in "Effi Briest" von Theodor Fontane vergleichen. In einer anderen Aufgabe konnten die Schüler sich ihre Kenntnisse im Briefeschreiben bewerten lassen. Man solle ein Schreiben von Effi Briest an ihren Vater sowie dessen Antwort verfassen, lautete die Aufgabe. Komplex gestaltete sich die Erörterung, das dritte Wahlthema: Hier war ein Zitat Erich Fromms, demzufolge Lieben eine "produktive Tätigkeit" ist, auf die Stücke von Schiller und Fontane zu beziehen. Gedichte von Irmgard Keun und Nelly Sachs mussten für die vierte Aufgabe vergleichend interpretiert werden. Auch der Schiller-Biograf Rüdiger Safranski und dessen Begriff von Heimat waren gestern Thema. "Wir hatten vier Stunden Zeit dafür", sagt Roman Schmidt. "So lange war ich noch nie am Stück im Klassenzimmer."
Nach der Abi-Prüfung in Deutsch bleibt dann auch kaum eine Pause für die Schüler. "Ich gehe gleich erst mal nach Hause und lerne", sagt Alex Klemm. "Morgen fängt das Abi mit der Mathe-Prüfung erst richtig an", erklärt sein Freund Roman. Die Matheprüfung sei die schlimmste, ist sich Michael Blum sicher. "Da muss man am meisten darauf lernen." Deutsch- und Mathematikprüfungen müssen alle Gymnasiasten schreiben. Danach kommen noch eine Fremdsprache und ein Fach nach Wahl dazu. "Wir haben uns für Sport entschieden und sind am spätesten fertig", sagt Roman Schmidt. Erst im Mai legen Alex und er die letzte Prüfung ab.
Gefeiert wird davor trotzdem schon. Abiball, Abifest, Abischerz - die Liste ist lang. Allerdings wurde eine Party auf oder neben dem Schulgelände den Schülern verboten. "Es hieß, feiert zu Hause im Garten", sagt Alex Klemm. Im Garten wird der Party-Marathon wohl kaum steigen, vielleicht aber auf einem Grundstück am Neckar.
zu meinem thema:
text ist leider nicht frei zugänglich:
http://www.dumag.ch/bisher.php?id=199aber safranskis auffassung findet sich besonders hier:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1119175und teilweise zitate aus dem abiaufsatz hier:
http://www.siebenbuerger.de/sbz/sbz/news/1053815069,51550,.htmlgestern war Englisch - nicht so besonders, war aber zu erwarten... nicht zu erwarten war allerdings dass Paul Austers Moon Palace fast ausnahmslos thema war... (frage eines freundes von mir vor öffnen der mappen: Herr Gabel, lässt sich Moon Palace denn umgehen?) - ein nettes buch, aber als klausur ist es eher postmoderner murks. dem bin ich wo es ging nur aus dem weg zu gehn ausgewichen (sprich: eine übersetzung, die nicht besonders gut gelang und ein essay über globalisation)