Georg Kreisler Forum

andere Künstler => Bühne frei! => Thema gestartet von: Katinka Koschka am 01. August 2003, 08:10:48

Titel: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 01. August 2003, 08:10:48
So...ich versuch hier mal meine Erlkönig-Parodie zusammenzu klamüsern...

DER METZGER

WER REITET SO SPÄT DURCH DEN NÄCHTLICHEN HAIN
ES IST EIN BAUER MIT SEINEM SCHWEIN
ER TRÄGT ES SICHER IN SEINEM ARM
ER HÄLT ES TROCKEN ER HÄLT ES WARM

"MEIN SCHWEIN WAS VERBIRGST DU DEIN RÜSSELGESICHT?"
"SIEHST BAUER DU DEN METZGER NICHT?
DEN METZGER MIT DEM BEIL IN DER HAND?"
"MEIN SCHWEIN ES IST EINE NEBELWAND"

"DU LIEBES SCHWEIN KOMM GEH MIT MIR
GAR SCHÖNE WÜRSTE MACH ICH AUS DIR
MEIN SCHWAGER IST DER BESTE VERKÄUFER IM LAND
MEINE FRAU IST FÜR SCHMERZARMES SCHLACHTEN BEKANNT"

"MEIN BAUER MEIN BAUER UND HÖREST DU NICHT
WAS DER METZGER MIR LEISE VERSPRICHT?"
"SEI RUHIG BLEIB RUHIG MEIN SCHWEIN
DAS KANN DOCH NUR EIN IRRTUM SEIN!"

"WILLST SCHÖNES SCHWEINERL DU MIT MIR GEHEN?
MEINE TÖCHTER WERDEN DICH WÜRZEN SCHÖN
MEINE TÖCHTER WARTEN DA VORN AM HAIN
UND PFEFFERN UND SALZEN DICH BESTENS EIN"

"MEIN BAUER MEIN BAUER UND SIEHST DU NICHT DORT
DES METZGERS TÖCHTER AM FINSTEREN ORT?"
"MEIN SCHWEIN MEIN SCHWEIN ICH SEH ES GENAU
ES SCHEINEN DIE BLEICHEN BIRKEN SO GRAU"

"DU BIST SO LECKER WIE REIZT MICH DEIN FETT
UND BIST DU NICHT WILLIG DANN FANG ICH DICH WEG"

"MEIN BAUER MEIN BAUER JETZT FÄNGT ER MICH EIN
UND KLAUT MIR MEINE INNEREIN!!"

DEM BAUER GRAUSTS ER REITET SCHNELL HEIM
IM ARME HÄLT ER DAS QUIEKENDE SCHWEIN
ERREICHT DEN HOF MIT HUNGER UND DURST
IN SEINEM ARM STATT DES SCHWEINS
EINE WURST...
;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Georg am 01. August 2003, 11:56:36
Super  :D *applaus*
Hast du das alles selber gemacht oder einen Teil übernommen ;).
Aber warum wird der Erlkönig so oft umgeschrieben und vorgetragen( Heinz Erhardt, KatinkaKoschka ;)).
Liegt es daran, dass es ein so ernstes Gedicht ist? Ursprünglich, meine ich.
Hat GK eigentlich auch mit dem Erlkönig gearbeitet?

:)
Georg
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 01. August 2003, 14:26:51
Hoch auf dem Gelben Wagen.

Hoch auf dem Stahlwagen, sitzt ich beim Führer vorn.
Vorwärts die Panzer fahren, laut schmettert die Atellerie.

etc.

Irgendwie ist mir das zu ..naja.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 01. August 2003, 15:13:53
Katinka, das ist echt grenzgenial! Toll. Gefällt mir wirklich SEHR! Vor allem die Pointe ist herrlich.

Kreisler hat meines Wissens den Erlkönig nur in dem Zensur-Sketch mal kurz angesprochen - ich glaub das ist auf der "Anders als die Anderen"-Platte, bin aber nicht sicher - so ganz parodiert hat er dann ein anderes Gedicht, Schillers "Bürgschaft".
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Georg am 01. August 2003, 21:51:22
Danke, weist du in welchem Lied?

:)
Georg
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 02. August 2003, 01:07:39
Nicht in einem Lied, in einem Sketch. Danach kommt glaub ich sogar das Lied "Anders als die Andern" - er will ein altes Gedicht vortragen, und wird ständig von einem TV-Menschen unterbrochen, der sagt, dass das nciht mit der Rechtsabteilung abgesprochen ist...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: joelli am 02. August 2003, 20:44:40
Ich hab die Schüttelreimverion schnell augeschrieben von einem gewissen Franz Billa (oder so ähnlich).

Wer reitet so spät in friedlicher Nacht?
Es ist der Vater mit niedlicher Fracht.
Er wärmt seinen Sohn, dass ihm ehrlich er helf’.
Da erscheint dem Knaben ein herrlicher Elf.
„Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?“
„Hörst, Vater, du denn nicht sein Gedicht?
Und siehst nicht Erlenkönigs Säbel, nein?“
„Mein Sohn, es wird ein Nebel sein!“
„Du liebes Kind, komm zu mir her!
Nebst vielen Spielen gibt’s vieles hier mehr.
Manch bunte Blume an der Woge Strand.
Und güldene Kleider statt Strohgewand.“
„Mein Vater, mein Vater, man schwerlich es hört,
was Erlenkönig mir herrlicher schwört.“
„Sei ruhig, bleib ruhig, ein wenig nur Kind!
Es säuselt nicht Erlkönig, nur Wind!“
„Erscheinst, feiner Knab, wenn ich deute du hier,
meine Töchter eroberst noch heute du dir.
Meine Töchter, nächtens sie führen den Rhein,
dann singen und tanzen die rührenden fein.“
„Mein Vater, und siehst nicht am derben Ort
du Erlkönigs weibliche Erben dort?“
„Mein Sohn, du siehst im Grauen Feen!
Doch lass die Gedanken an Frauen geh’n!“
„Ich liebe dich, mich reizt deine wendig Gestalt!
Doch brauch ich, bist du dicht verständig Gewalt!“
„Sei, Vater, wenn ich von dir scheide belehrt,
Erlenkönig hat mir ein Leide beschert!“
Der Vater reitet, wie ein Kitz geschwind.
Er hält in den Armen das schwitz’ge Kind.
Doch endlich am Hof er zu toben droht.
Das Kind war am Pferde droben tot.      

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 02. August 2003, 21:20:06
Boh. *staun* Das ist wirklich toll. Billa? Never heard.

Ich kenn nur den Schüttelreim von den Bisexuellen (von G.K, übrigens)
Er verwechselt den Penis mit Scheiden
und sagt sich: Scheen is mit Beiden...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Martin am 03. August 2003, 11:46:05
Hab hier auch eine Eigenverzapfung, die mir grad in einem Anfall kreativer Blödheit eingefallen ist (inspiriert von einem Text über die Schwierigkeit bestimmte Worte im Deutschen zu reimen. Ich weiß leider nicht mehr von wem der ist, jedenfalls hat ihn der Bronner gestern vorgetragen).

Der Mensch fällt in die Sup-pensch-üssel
Er steigt hinauf gar viele Stufen
und hört von fern die Freunde rufen.
Er klettert flink auf das Gerüst
so froh und munter, wie ers ist.
Dann sinkt hinab er in die Donau
nur mit dem Satz: "I have to go now."

Na ja, ich hab schon einfallsreichere Texte geschrieben, aber ich wollts trotzdem irgendwie anbringen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Georg am 03. August 2003, 14:26:14
Weil wir grad beim Erlkönig sind.
Hier die Fassung von Heinz Erhardt:

Der König Erl
(Frei nach Johann Wolfgang von Frankfurt)

Wer reitet so spät durch Wind und Nacht?
Es ist der Vater. Es ist gleich acht.
Im Arm den Knaben er wohl hält,
er hält ihn warm, denn er ist erkält'.
Halb drei, halb fünf. Es wird schon hell.
Noch immer reitet der Vater schnell.
Erreicht den Hof mit Müh und Not ---
der Knabe lebt, das Pferd ist tot!

Quelle:http://www.heinzerhardt.com/

Kennt jemand hier eigentlich Heinz Erhardt?

:)
Georg
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 03. August 2003, 20:15:13
"Das Leben kommt auf alle Fälle
aus einer Zelle.
Doch manchmal endet's auch - bei Strolchen! -
in einer solchen"
...soviel zum thema Heinz Erhard.
Auch ein ziemlich genialer Mensch, leider viel zu vergessen, heute...

Und der Text, den Bronner vortrug - der mit Donau und I have to go now endet ist von Farkas. Karl Farkas - es gibt noch einen Emigranten Text, der mit englischen Endungen spielt - alles nachzulesen im Band "Weit von Wo" - Emigrantenlyrik.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 06. August 2003, 12:38:54
Ich würde ja so gern mal einen Chanson selber schreiben...einen Refrain hab ich schon, aber da müssen ja noch originelle Strophen herumgebastelt werden...

"WANJA ACH WANJA
SCHENK MIR EINEN PIRANHA
ICH HAB DIE DUMMEN GUPPYS SATT
WEIL JEDER AFFE GUPPYS HAT
UND AUCH DIE BUNTEN BARSCHE
GEHN MIR VORBEI AM A :-X :-X "
:-[

Und dann will ich noch das Gedicht "Fußball nebst Abart und Ausartung" vertonen. Es gibt zwar schon eine Vertonung im 3/4 Takt (hat zumindestens der Pianist vom Berlin-TingelTangel gesagt) aber ich will das Ding so nach der "Poli-Ticker"- Masche vertonen (flotter 2/4 Takt) ,weil es in dem Gedicht ziemlich hektisch zugeht... ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Zuzy am 06. August 2003, 17:39:28
Hallo zusammen,

bin neu hier und stelle gleich mal die Frage, was ihr eigentlich vom Willy Astor in Sachen "lustige Dichtungen" haltet, der in Vergleich zu G. Kreisler u. anderen hochbegabten, intellektuellen  Menschen eher eine leichtere Kost seinem Publikum vorwirft. (?)

Von Willy Astor:
(erinnert mich an das Lied "SCHLAG SIE TOT" von G. Kreisler, auch wenn es inhaltlich nicht unbedingt vergleichbar ist)

ALL DAS SCHLAG ICH
(aus: Merci Mausi)

Ich schlag manchmal etwas vor
Schlag die Hasen hinters Ohr
Schlag die Zwiebel bis sie weint
Und die Sonne bis sie scheint

Ich schlag Schlagersänger auch
Mir mit Essen voll den Bauch
Schlag Räder wunderschön
Und die Uhren bis sie stehn

All das schlag ich
Und ganz doll mich
Schub-dubidubidu dubidubidu
Schubidi dub-didu dub-didu

Ich schlag Steine klein zu Sand
Schlag den Reis bis an den Rand
Schlag mir vieles aus dem Kopf
Und die Blumen aus dem Topf

Ich schlag Sahne bis sie steht
Schlag in' Wind rein bis er weht
Schlag die Bäume bis sie blühn
Und die Würmchen bis sie glühn

All das schlag ich
Und ganz doll mich
Schub-dubidubidu dubidubidu
Schubidi dub-didu dub-didu
__________________________

Ich bin der Meinung, dass der Willy Astor nicht unbedingt ein Abkömmling von Heinz Erhardt ist, aber er macht seine Art von Comedy bzw. Kabarett sehr gut u. auch manchmal sehr gesellschaftskritisch (ohne Vergleiche mit irgendwelchen Genies wie E. Kästner od. G.K. usw. anstreben zu wollen).

Ciao.
Z u Z y
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Stroganoff am 06. August 2003, 21:20:09
Bis auf dieses Lied kenne ich von Astor noch nichts, aber dieses hier gefällt mir eigentlich schon recht sehr. Ich mag vor allem den letzten Vers.

Ach ja: Willkommen im Forum. :)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: joelli am 06. August 2003, 21:43:28
Quote (selected)
Ich würde ja so gern mal einen Chanson selber schreiben...einen Refrain hab ich schon, aber da müssen ja noch originelle Strophen herumgebastelt werden...


Strophen sind mir leider keine eingefallen, aber Variationen.

"WANJA ACH WANJA
SCHENK MIR EINEN PIRANHA
ICH HAB DIE DUMMEN GUPPYS SATT
WEIL JEDER AFFE GUPPYS HAT
UND AUCH DIE BUNTEN BARSCHE
GEHN MIR VORBEI AM A   "

Ulla, ach, Ulla
Schenk mir einen Schnuller.
Ich hab den blöden Vodka satt
Der Vodka bringt mich noch ins Grab.
Und trink ich zu viel Biere
wird hin mir meine Niere.

„Abel, ach, Abel
jetzt halt endlich den Schnabel!
Ich hab jetzt dein Gerede satt
schalt endlich deine Schnauze ab.
Und stell dein Quatschen ein!“
So sprach einstmals der Kain.

Schüssel, ach, Schüssel
oh schleich dich doch nach Brüssel.
Dein Antlitz ist ganz weiss und matt,
du machst auch alle Armen platt.
Ich sag’s jetzt auch ganz barsch
Du bist ein A...


Gunter, ach, Gunter
hol’  mir doch einen runter.
Ich hab das onanieren satt,
weil ich keinen Orgasmus hab.
Und auch mit wilden Tieren
trau’ ich mich’s nicht probieren.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 07. August 2003, 07:56:15
 ;D
Übrigens, das Stück von dem Astor erinnert mich irgendwie an so ein Lied was von Kindern gesungen wurde "all das mag ich und ganz doll mich..." Muß wohl eine Parodie sein... ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 07. August 2003, 10:43:11
Hi Zuzy! (Ich find's schön, dass wir immer mehr werden!!) Ich hab imLeben noch nie von dem Willy Astor gehört. Ist das jetzt superungebildet, oder ist der nur in Deutschland bekannt? Wo kann man denn was hören von ihm?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Georg am 07. August 2003, 12:38:14
Zu diesem Willy Astor.
Kenn ich, ist ja ein Bayer   ;).
Vorallem gefallen mir seine Wortspiele und Parodien.
Eine sehr bekannte Reihe an Wortspielen sind die Länderspiele:
z.B. Alle sind still, der Tom, der Steffan und ganz zu schweigen von Karl's Ruhe (Karlsruhe).

Der hat schon was drauf und die Lieder die er schreibt, begleitet er dann auf seiner Gitarre. Hat der nicht kürzlich ein Solo-Gitarrenprogramm gemacht?

:)
Georg
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Martin am 07. August 2003, 21:56:58
Bei allem Respekt vor seinen Kabarett-Programmen (ein Lichtblick im deutschen Fernsehen, leider viel zu selten), ist das beste von Willy Astor seine Gitarrenmusik ("Sound Of Islands I-II"). Hab einen Live-Mitschnitt mal auf 3sat gesehen und werd mir irgendwann die CDs kaufen. Wirklich gut!!!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Martin am 07. August 2003, 22:01:01
Stimmt. Die Wortspiele sind genial! Mir fällt zwar grad keins ein, aber ich kann mich erinnern, dass er ganze Nummern nur aus Wortspielereien zusammen gesetzt hat (und die waren gut). Vielleicht nicht die tiefsinnigsten, aber wirklich klasse
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Zuzy am 07. August 2003, 23:30:53
@ sandra:

Superungebildet, wenn das so sagen darf, bin eher ich, weil bis vor wenigen Wochen kannte ich nicht mal den Herrn G. Kreisler ! Wirklich ! Aber Spass bei Seite. Ich kann mich am Willy Astor schon seit einigen Jahren begeistern. Und ich habe auch bereits einige Live-Auftritte des "bayerischen Liedermachers" (dabei porodiert er meist bekannte Musiklieder, aber auch viele "akustische Gitarrenspiele") sehen können. Besonders gefällt mich beim Astor, dass er auch das "kleine Publikum" honoriert u. daher nicht nur in Großstädten wie München od. Nürnberg, sondern auch in kleinen Städten wie Amberg od. Weiden (Bayern / Oberpfalz, liegt für mich vor der Tür, wobei man betonen muss, dass hier das Kabarett nicht unbedingt großgeschrieben wird) seine Künste zum Besten gibt.

Infos über Willy Astor:
http://www.willyastor.com
http://www.willy-astor.de
Lebenslauf v. W. Astor:
http://willy-astor.allmusic.de/portraet.htm

Liedtexte gibt's unter:
http://www.willyastor.com/index2.html -> Unter Downloads kann man die Texte lesen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 08. August 2003, 01:17:55
Danke schön. Hab mal ein bisschen geguckt - klingt alles ziemlich gut - erinnert mich irgendwie an Josef Hader... kennt Ihr den? Der ist auch oft sehr skurril und hinterfotzig in seinen Texten - wenn auch weniger musisch.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Martin am 11. August 2003, 21:09:44
Hader ist genial. Ich kenne kaum jemanden der so wie er einen Lacher an den anderen reihen kann ohne dabei in die Niveaulosigkeit abzufallen. Hab ihn erst einmal gesehen (im Salzburg Stadttheater), aber auch in den Filmen, in denen er dabei ist (also in jeder zweiten österreichischen Kabarettverfilmung) ist er unvergleichbar.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 09. Dezember 2003, 22:53:38
Hat zwar mit Kreisler nichts zu tun, aber für entspannende Stunden, die auch jeder Kreisler-Fan zuweilen erlebt, ist meine Bass-Musik vielleicht auch ganz gut...
Kostenloser Download hier:

http://www2.mp3.de/musik/bands/de/1/225816?param=28|125
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Nilepile am 21. Mai 2004, 12:24:01
Über Haustiere und die menschliche Liebe zu denselben ist ja von Kreisler schon einiges schwer zu überbietende gesagt worden (Tauben, Hunde,…)
Katinkas Text über Wanjas Piranha inspiriert dennoch ungemein - ob sich die nachfolgenden Zeilen allerdings als Strophen zum Refrain eignen, sei dabei aber dahingestellt:

Neulich sammelte ein Mann an meiner Wohnungstüre
für das Leben in den Meeren, und er hatte 'ne Broschüre,
die mich informierte über Müll, Chemie und Sprit,
und so gab ich ihm ein paar von meinen Guppies mit.

Auch in China hungern Menschen, das war mir schon längst bekannt,
doch zum Glück kann man ja spenden. Deshalb hab' ich kurzerhand
den Schäferhund des Nachbarn viermal säuberlich geknickt
und als Sperrgut dann den hungernden Chinesen geschickt.

Nilepile.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 14. Juni 2004, 19:15:35
Wo ich gerade in Gedichten lese....kennt jemand die "Gedichte " von 14 Jährigen Girls, total verliebt und naiv. Ich hasse sie, ich habe mich immer gefragt wie Jungfrau auf den Gedanken kommt das so etwas Jungmann imponiert, noch dazu sind sie stylistisch eher mau. Mit 16 kommt dann bei den meisten noch eine vorgetäuschte Tiefe hinein. Ja, ich muss es offen zugeben, ich hasse 95% aller Gedichte.  Es sind meistens die gleichen Themen (bzw Abwandlungen), trotzdessen respektiere ich die Arbeit...naja, es wird wohl keinen 2. Heinrich Heine geben. (z.B!)


Edit:

Ich überlege gerade ob ich diese Woche noch einen "schlechte Liebesbriefe und schlechte Liebesbeweise" Thread aufmache, hab frischen Material.  ... Aber nur wenn ihr auch was einschickt und über meinen Sarkasmus hinweg sieht, im Grunde bin ich romantisch, ich find nur Girlieromantik abtörnend.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Atello am 14. Juni 2004, 20:36:39
Hey Lanie
in den meisten Fällen ist die gesellschaft dran schuld, das Teenies Pseudoliebesgehabe labern. Mediale Dinge, (z.B. GZSZ, Marienhof, die Gerichtssendungen, Talkshows, Bravo TV etc.) dass alles lässt sie verhunzen. Mit 18 kommt Verstand dazu.
Ich empfehle mal in http://www.liebes-forum.net reinzulesen. Für Soziologen ein breites Betätigungsfeld.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Nase am 14. Juni 2004, 21:04:49
Lass sie doch sich austoben  :D

Was stören dich 14-jährige Pubertätspoetinnen?

Und lass dich bitte nicht zu Vorurteilen hinreißen! Nur weil sich die meisten Gedichte nicht reimen, und du nach Zeile 7 echt merkst, dass der Weberknecht an der Decke mehr Interesse weckt als die restlichen 12 Seiten...
...


Ach, mein Leidensbruder!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 14. Juni 2004, 21:16:02
Hey, Ihr junges Gemüse. Ihr werden Euch noch danach sehnen, dass Euch 16-jährige Mädels Liebesgedichte schreiben... ;D ;D ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 14. Juni 2004, 21:23:54
Aua..immer uff dit schlimme!! Ick valieb mich imma in zu Junge Tüpn... :'( ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 15. Juni 2004, 01:13:33
Quote (selected)
Hey, Ihr junges Gemüse. Ihr werden Euch noch danach sehnen, dass Euch 16-jährige Mädels Liebesgedichte schreiben...


Oh ja - dann werdet Ihr halbglatzig und dickbäuchig in den Sesseln hängen und *lechz *lechz *lechz dem jungen weiblichen Gemüse, das heute noch gar nicht auf der Welt ist, hinterher stöhnen.

Haha: Und dann robbt Ihr auf den Speichern rum und sucht in den verstaubten Kartons die alten Gedichte. Ach, was werdet Ihr traurig sein, dass Ihr sie verschmäht und weggeschmissen habt  ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 15. Juni 2004, 01:54:43
Jaa, das wird bestimmt eine schöne Zeit... ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Guntram am 15. Juni 2004, 08:01:48
Muß ich mir jetzt den Kopf rasieren und einen Bauch ansaufen ??? Oder darf ich bleiben wie ich bin auch wenn ich kein BiVi (Bis Vierzig) sondern ein UHu (Unter 100) bin  ???

;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 15. Juni 2004, 08:06:01
Quote (selected)
BiVi (Bis Vierzig)

den Uhu kannte ich ja schon aber den BiVi....(http://www.solsburyhill.org/forums/images/smiles/rotflol.gif)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 15. Juni 2004, 11:17:51
Ich glaube nicht das ich mich nach denen Sehnen werde, immerhin gibt es ja genug Alternativen (!) und wenn gar nix mehr läuft kann ich immernoch mit der Männertruppe zum Thailand Urlaub.   ::)

Das Alter hat meiner Meinung nach nix mit dem Style zu tun, wie man so etwas schreibt, schließlich schützt Dummheit auch nicht vor dem Gesetz nicht und Unwissenheit nicht vor Strafe. Diese "Girlies" werden oder laufen Gefahr zu den Menschen zu werden, die ich später für ihre Naivität und für Spießbürgerlichkeit hasse. ATELLO hat Recht, die Girlies sind nicht unbedingt aus ihrem natürlichen Bewusstsein so, sondern es wird ihnen impletiert, da muss ich mir doch nur die Bravoleserbriefe anschauen etc etc.

Dummheit kann man nicht verbieten.
:/
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 15. Juni 2004, 12:46:01
tja dann mach mal den thread auf; bin gespannt, ich hab allerdings leider keine zu veröffentlichenden liebesbriefe da.... hmm könnt aber ja selber welche erschaffen.

Maexl
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 16. Juni 2004, 12:13:41
Like: Wer macht die besten pubertären Liebeserklärungen. :D ^^
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 16. Juni 2004, 14:15:44
Quote (selected)

Oh ja - dann werdet Ihr halbglatzig und dickbäuchig in den Sesseln hängen und *lechz *lechz *lechz dem jungen weiblichen Gemüse, das heute noch gar nicht auf der Welt ist, hinterher stöhnen.

Haha: Und dann robbt Ihr auf den Speichern rum und sucht in den verstaubten Kartons die alten Gedichte. Ach, was werdet Ihr traurig sein, dass Ihr sie verschmäht und weggeschmissen habt  ;)



DAS kann ich mir wahrlich nicht vorstellen.
Eine sehr schöne geschichte dazu ist Dario Fos "Offene Zweierbeziehung"
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 16. Juni 2004, 19:02:12
Quote (selected)
DAS kann ich mir wahrlich nicht vorstellen.


Tja - das ist die Tragik von Euch Mannsbildern  ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Atello am 22. Juni 2004, 19:02:15
Man könnte doch ein Lied drüber schreiben. Den genaueren Textinhalt möchte ich dann doch Euch überlassen.

Mal eine Frage an die ältere Gesellschaft hier: Lasst Ihr Euch auf Jungkraut ein?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 22. Juni 2004, 19:05:57
nö eigentlich nicht... höchstens 1 jahr jünger ^^.  Und auch das ist schon ein Vergehen *hmpf*
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 22. Juni 2004, 19:30:19
 ;D Aber gerne doch!! (Die Frage ist nur: Ab wann ist man Jungkraut? Und ab wann ist man alt?)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 22. Juni 2004, 21:34:32
@Maexel: In deinem Alter ist das ja auch noch anders. Da ist "Jungkraut" 14 oder so. Aber bei uns, die wir ab 40 sind- die drei alten Tanten (Dagmar, Sandra und ich) - da ist das anders. Da nimmt man gerne auch die unter 30 ;-)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 22. Juni 2004, 22:16:17
Quote (selected)
Aber bei uns, die wir ab 40 sind- die drei alten Tanten (Dagmar, Sandra und ich) - da ist das anders. Da nimmt man gerne auch die unter 30


Oh Gott nee - da bin ich aber ganz anders drauf. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel ( ;D), aber davon abgesehen, steh' ich weniger auf Jungkraut, weil die's meist nicht so richtig gut im Bett gebacken kriegen. Ich mein', die mit Bierbauch und Halbglatze kommen auch nicht in Frage, das ist ja mal klar. Aber eine gehörige Portion Erfahrung ist mir als alte Tante da schon sehr wichtig  ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 22. Juni 2004, 22:17:38
Na, und mit 29 kannstes Dir aussuchen  (http://www.click-smilies.de/my_smileys/smileys1/liebe_rosen.gif)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 22. Juni 2004, 23:56:06
Und wenn sie's nicht können - in dem Alter sind Jungs noch recht gelehrig ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 23. Juni 2004, 10:52:11
Und gelenkig!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 23. Juni 2004, 11:06:21
 ;D ;D ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 23. Juni 2004, 11:15:12
 ;D
;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Guntram am 23. Juni 2004, 11:37:29
Wenn die Sauerreien jetzt nicht größer werden melde ich mich ab
;D ;D ;D ;D ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 23. Juni 2004, 12:31:24
*lechz sabber lechz*  ;D

Aber lass' mal, kann ich verstehen! Bist ja auch kein Jungkraut mehr sondern ein alter Onkel  ;).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Guntram am 23. Juni 2004, 12:39:30
Richtig ich kann mich bei euch drei alten Tanten - ähh, kann man Tango auch zu dritt tanzen - unauffällig einreihen ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 23. Juni 2004, 12:46:27
Ach in DIE Richtung soll das gehen  :o

Für meinen Geschmack musste dann zum Tangoeinreihen (sooo heißt das jetzt?) aber noch ein paar Onkels mitbringen, sonst wird's mir langeweilig werden  ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 23. Juni 2004, 13:09:50
Quote (selected)
Danke schön. Hab mal ein bisschen geguckt - klingt alles ziemlich gut - erinnert mich irgendwie an Josef Hader... kennt Ihr den? Der ist auch oft sehr skurril und hinterfotzig in seinen Texten - wenn auch weniger musisch.

Klar kenn ich Hader - er ist ja mit meinem Schulfreund Otto Lechner gut befreundet. - Ich hab ihn aber schon länger nicht gehört. Otto wird Papa, hab ich gehört - oder ist schon? -
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 23. Juni 2004, 13:15:33
Ach ja, zu dumm, dass so ein Thread auch 3 bis mehr Seiten haben kann. Den Hader und den Astor hab ich grad völlig zusammenhanglos von Seite 1 hervor gekramt. Egal. Ich lass das jetzt trotzdem drinn. :-)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Nase am 23. Juni 2004, 17:09:48
Quote (selected)
Wenn die Sauerreien jetzt nicht größer werden melde ich mich ab


noch größe? ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Guntram am 24. Juni 2004, 07:21:28
Klar,

meine Erfahrungen haben gezeigt, egal was, wenn man glaubt es kann nicht noch schlimmer, größer usw. werden .....


ES KANN!!!!! ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Atello am 24. Juni 2004, 09:37:40
Da brauch man keine Erfahrungen machen, dass kann man sich auch denken.
Nur zur Relation für den Menschen verwendet man dieses Sprichwort.
Man kann dies auch andersrum drehen.
Und wenn es nicht schlimmer gworden ist, dann sagt man, dass man Glück gehabt hat.
Aber je tiefer es geht, desto höher kann es auch gehen und für meinen Begriff kann es gar nicht tief genug gehen. Denn so größer ist die Erkenntnis/Erleuchtung. Buddhismus lässt grüßen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 24. Juni 2004, 10:33:15
Bei den Juden sagt man: "G*tt soll abhüten vor allem, was Noch a Glück ist"
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 24. Juni 2004, 10:38:29
Quote (selected)
Aber je tiefer es geht, desto höher kann es auch gehen und für meinen Begriff kann es gar nicht tief genug gehen. Denn so größer ist die Erkenntnis/Erleuchtung. Buddhismus lässt grüßen.


Ich glaube nicht das tiefe Depression die Möglichkeit vom hohen "echten" Glück erhöht. Das widerspricht doch eher dem Weg der goldenen Mitte denn es sind ja nur Extreme und das ist das eher was typisch unbuddistisches. ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 24. Juni 2004, 13:01:47
Naja - aber wer Tiefen KENNT, weiss Höhen zu schätzen ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 24. Juni 2004, 13:49:24
Auf jeden Fall!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Atello am 24. Juni 2004, 15:23:04
Quote (selected)

Ich glaube nicht das tiefe Depression die Möglichkeit vom hohen "echten" Glück erhöht. Das widerspricht doch eher dem Weg der goldenen Mitte denn es sind ja nur Extreme und das ist das eher was typisch unbuddistisches. ;)


Wer redet hier eigentlich von Depressionen? Hab ich dies geschrieben? Nein. Also Lanie, nochmal neu überdenken.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 24. Juni 2004, 22:40:03
Quote (selected)
Aber je tiefer es geht, desto höher kann es auch gehen und für meinen Begriff kann es gar nicht tief genug gehen.



hihihihi  ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Nilepile am 24. Juni 2004, 22:54:58
Quote (selected)
Naja - aber wer Tiefen kennt, weiss Höhen zu schätzen
Es lebe der seelische Extremismus!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Atello am 28. Juni 2004, 17:23:07
Quote (selected)


hihihihi  ;D



Richtig, lachend geht die Welt zu Grunde. Wer zu letzt lacht, macht das Licht aus. Danke.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 28. Juni 2004, 19:34:30
Quote (selected)

Wer redet hier eigentlich von Depressionen? Hab ich dies geschrieben? Nein. Also Lanie, nochmal neu überdenken.



Battle on, Angel.

1. Du stellst "tiefe Gefühle" im Gegensatz zu "hohen Gefühlen". Die logische Konsequenz kann also nur sein gute und schlechte Laune, oder flache und tiefgründige Gefühle, letzteres wäre aber ein Widerspruch in sich. Also steht das "tiefe Gefühle" in diesem Falle für etwas "nicht gutes" ergo für etwas das traurig, unfreudig oder auch depremiert ist. Keine Frage, die Grenze schwimmt, aber deinen Argumentation ist abgesoffen.
2.Es ist trotzdem nicht Buddhistisch.
3. :P
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 06. Juli 2004, 23:51:14
Zum Thema: Es gibt auch
Quote (selected)
Jungkraut
-geile Weibsen...
(http://www.katzundgoldt.de/zutatenarchiv/witz_biologische_kuckucksuh.gif)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 07. Juli 2004, 20:01:41
achja, ich habe die 25 Seite BK-Arbeit von mir noch auf dem PC.
Mich würde interessieren, wie ihr die Zusammenstellung beurteilt. Wer sie sich ansehen möchte kann das PDF-File von mir per Mail oder ...... haben.

Maexl
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 07. Juli 2004, 20:12:42
BK? Wer oder was ist das? Das bin doch nicht ich, oder?  :D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 07. Juli 2004, 20:17:01
tut mir leid, nein, damit ist bei uns auf der Schule Bildende Kunst gemeint.

Hast jetzt übrigens dein persönliches Exemplar (sie haben post ^^)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 07. Juli 2004, 21:14:42
Oh, danke schön! Hab erst kurz reingeschaut. Schöne Bilder, schönes Thema sowieso. Dürft ihr in der Schule eure Arbeiten/Referate usw. als Pdf oder Word- Dok präsentieren? Gut wir hatten diese Möglichkeit ja gar nicht. Und wenn, dann h ä t t e   e s   w i e  a u s ' m   e d i t o r   a u s g e s e h e n ... C-64- style  ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 07. Juli 2004, 21:57:43
naja ich habs ausgedruckt abgegeben; aber das Dokument habe ich nat. noch gehabt.
das layout is nat. nich so gut (der inhalt is auch nich besser; is das was rauskommt, wenn man einige Stunden mit Word kämpft). Wollt es eigentlich in OpenOffice machen, weil das viel besser layoutet aber das war dauerhaft zu instabil.

^^
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 08. Juli 2004, 01:29:56
Mein Tip: Versuch's mal mit Power point: Das sieht excellent aus.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Atello am 08. Juli 2004, 17:37:25
Quote (selected)


Battle on, Angel.

1. Du stellst "tiefe Gefühle" im Gegensatz zu "hohen Gefühlen". Die logische Konsequenz kann also nur sein gute und schlechte Laune, oder flache und tiefgründige Gefühle, letzteres wäre aber ein Widerspruch in sich. Also steht das "tiefe Gefühle" in diesem Falle für etwas "nicht gutes" ergo für etwas das traurig, unfreudig oder auch depremiert ist. Keine Frage, die Grenze schwimmt, aber deinen Argumentation ist abgesoffen.
2.Es ist trotzdem nicht Buddhistisch.
3. :P


Quarx Lanie. Deine eigene subjektive Interpretation bringt Dich zu dieser Schlussfolgerung.
Außerdem erkläre erstmal, warum es ein Widerspruch ist und stell's nicht einfach in Raum.
Also, versuch's nochmal.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 02. September 2004, 17:45:50
"Vieleicht sollten wir einen Sexthread aufmachen." schoss mir beim durchlesen des Threds so durch den Kopp.

Naja hier ist eine eigene Verzapfung, dieser Punksong ist heut whärend BWL endstanden, ich habe mich prächtig übers das Wortspiel "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" gefreut :).

----------------------

GmbH    
   
IHR versprecht, brecht, hofft und zerstört - ihr dogmatisiert und reißt es wieder ein und schreit das soll die (neue) Entwicklung sein.    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch nur ne Gesellschaft mit beschränker Haftung.      
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch nur ne Gesellschaft mit beschränkter Haftung.    
   
IHR verwerft, wählt, träumt und lügt dabei - ihr collaboriert und (wieder) aus Gewohnheit und schreit, das soll(alterbedingte) Entwicklung sein.    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch ne GMBH! Brecht den Willen über Jahre,  
(-ist doch wahr!)    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch nur ne Gesellschaft mit Beschränkter Haftung.    
   
Jaja, der kleine Vogel, bricht aus dem goldenen Käfig aus, er frisst sich voll mit dem neuen Fleisch und STIRBT, - an seinem fetten Herz.    
Jaja, der kleine Vogel, bricht aus dem goldenen Käfig aus, er frisst sich voll mit dem neuen Fleisch und STIRBT, - er war das Korn gewohnt .    
Jaja, der kleine Vogel, bricht aus dem goldenen Käfig aus, er frisst sich voll mit dem neuen Fleisch und STIRBT, - an seiner DEKANDENZ.    
   
IHR demonstiert, boykottiert, konsumiert und zitiert - macht es wieder nur (prost! ossi) auf nem andern weg - und schreit das soll die Entwicklung sein.    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch ne GMBH! Ich kann selber denken, kann mir Mittleid schenken!    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr doch nur ne Gesellschaft mit Beschränkter Haftung! Mit beschränkter Haftung.    

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 02. September 2004, 17:49:29
man merkt, dass es punk ist/sein wird (wertungslos)

aber heißt es nicht "euch voll und sterbt" ???

du hattest wohl vorher "man" dort stehen

;) weiter so, bin an all' solchem interessiert
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 02. September 2004, 17:54:20
Oh, verschrieben. Sollte "er" sein.
Schön, so hab ich den Text leider im falschen an die Band geschickt. :/
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 16. September 2004, 11:06:26
Schade ich hatte mir inhaltliche Kritik einigen Mitgliedern erhofft.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 16. September 2004, 11:11:36
Inhaltlich. na bitte: ich finde es, ehrlich gesagt, ein bissel platt argumentiert. Es sind so ein bissel Milchmädchenargumente - nicht wirklich ausgereift. Mehr wut als inhalt.
Und Gesellschaft mit beschränkter HALTUNG würde mir besser gefallen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 16. September 2004, 11:17:13
"Platt Argumentiert" passt ja in dem Sinne nicht weil ich ja nicht alle Behauptungen wie :"dogmatisiert, zerstört" etc, in dem Lied auf einmal belegen kann bzw auch nicht möchte denn dann wär das Lied ja schlichtweg ein anderes. Mehr Wut als Inhalt kann sein.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 16. September 2004, 11:18:36
Mit Platt meine ich aber nicht die Wortwahl sondern die Argumentation an sich. ich finde es etwas schwarz-weiss-gemalt, und vor allem: das sind die gleichen Argumente der 86er - und ich mag es halt wenn man ein bissel differenziert. Und nicht gleich den nächstliegenden Schuss zieht.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 16. September 2004, 11:21:49
Ich hab's erst jetzt gelesen.
Das mit dem Vogel  kommt für mich etwas zusammenhanglos daher. Versuche das Ding vielleicht mal zu überarbeiten. Du sagst, es ist innerhalb einer Unterrichtsstunde entstanden. Während man eigentlich irgendeinem Prof zuhört, schreibt man nebenbei. Und wenn man so ein Gedicht oder Ähnliches dann nicht noch überarbeitet, dann wirkt es nebenbei geschrieben. Die Ansätze sind gut.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Lanie am 16. September 2004, 11:30:20
:D
Danke, mal sehen wenn ich Zeit und Lust hab bestimmt aber vieleicht lass ich auch einfach verrotten.
Ja das "86"er Argument war geil. ^^ . Das geht mir bei vieles Texten durch den Kopf. :mata:  
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 16. September 2004, 23:39:40
Okay - meine Rückmeldung:

Ich find' den Text mäßig. Nicht schlecht auf der einen Seite, weil schöne Wortspiele (versprecht, brecht, hofft und zerstört  - u.ä.) drin sind. Andererseits ist mir der Text zu disharmonisch. Wenn ich mir eine Musik dazu vorstelle, kommt in meinen Kopf sofort etwas Kreischendes, Lautes, Aggressiv-Disharmonisches. Das gefällt mir nicht.

Das geht etwa in eine ähnliche Richtung, wie das auch schon die anderen gesagt haben: Das wirkt auf mich wie der Wutausbruch eines frustrierten Schülers (sorry  :-* - ich hab' das bislang nicht gepostet, aber Du fragst ja nun gezielt danach).

Du müsstest es "runder" machen und den "mich-kotzt-hier-alles-an-ihr-Wichser-Tonfall" da komplett raus nehmen. Ich würde Dir mehr Distanz zu dem Thema empfehlen, dann bekäme der Text mehr Gelassenheit und Souveränität (ohne deshalb an Kraft zu verlieren).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 23. Oktober 2004, 23:38:57
Ein Liedtext:

KATJUSCHKA

Katjuschka, komm und tanz mit mir.
Ich liebe dich so sehr.
Mein ganzes Leben schenk ich dir
und noch ein bisschen mehr.

Katjuschka, du hast Ja gesagt.
Das Glück hat seine Zeit.
Ich gebe uns ganz ungefragt
die ganze Ewigkeit.

Katjuschka sag, was machst du heut´?
Mich hindert ein Termin.
Willst ins Theater, weil´s dich freut
und fährst alleine hin.

Katjuschka, kommst du nicht nach Haus?
Was bildest du dir ein?
Das Stück ist doch schon lange aus
und ich sitz´ hier allein.

Katjuschka, Warten wird zur Qual.
Ich schalt´ das Fernseh´n ein.
Rebellen stürmten in den Saal.
Mein Lieb muss Geisel sein.

Katjuschka, ich hab Angst um dich.
Doch ich kann gar nichts tun.
Die oben werden sicherlich
zur Zeit das Beste tun.

Katjuschka, wie wird dieser Tag?
Da handelt das System.
Man löst durch einen stillen Schlag
mit Giftgas das Problem.

Katjuschka, musstest Opfer sein.
Man nahm dich auch in Kauf.
So schlug das Schicksal wieder ein.
Das Spiel nimmt seinen Lauf.

Die Phantasie führt mich zu dir.
Sie öffnet Zeit und Raum.
Katjuschka, komm und tanz mit mir.
Ab heute nur im Traum.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 23. Oktober 2004, 23:53:48
gratulation

gefällt mir gut...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 24. Oktober 2004, 01:35:54
SEHR schön! Gratulation. Wirklich feine Nummer. hast du auch Musik dazu gemacht?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 24. Oktober 2004, 01:55:04
Mir gefällt der Text auch sehr gut. Gratulation!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 24. Oktober 2004, 13:03:37
Wunderbar! Endlich mal was aktuelles UND finsteres!
Klasse.

Nur mit Reimen wie diesen

Katjuschka, ich hab Angst um dich.
Doch ich kann gar nichts tun.
Die oben werden sicherlich
zur Zeit das Beste tun.

komme ich nicht so recht klar.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 24. Oktober 2004, 13:13:33
Quote (selected)
Wunderbar! Endlich mal was aktuelles UND finsteres!
Klasse.

Nur mit Reimen wie diesen

 Katjuschka, ich hab Angst um dich.
Doch ich kann gar nichts tun.
Die oben werden sicherlich
zur Zeit das Beste tun.

komme ich nicht so recht klar.


Katjuschka, ich hab Angst um dich.
Ich kann jetzt gar nicht ruh'n.
Die oben werden sicherlich
das für sie beste tun.

oder:

Katjuschka, ich hab Angst um dich.
Ich kann jetzt gar nicht ruh'n.
Die werden aber sicherlich
das für sie beste tun.

??? ;-) Mäx
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 24. Oktober 2004, 15:52:19
Vielen Dank für die positiven und konstruktiven Reaktionen.
Mit der "kritisierten" Strophe wollte ich bewußt die "Naivität des Einzelnen" herausstreichen.
Eine Musik gibt es natürlich. Das geht ja leicht. Man setzt sich mit dem Text zum Klavier, dann ist sie da. Vielleicht ein (unbewußtes) Plagiat.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Nase am 24. Oktober 2004, 19:40:34
Ich bin sehr angetan. Ein hieb- und stichfester Text.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 24. Oktober 2004, 23:07:34
Klasse - der Text geht unter die Haut! Kompliment!

Quote (selected)
Eine Musik gibt es natürlich. Das geht ja leicht. Man setzt sich mit dem Text zum Klavier, dann ist sie da.


Wow! Nochmal Gratulation zum Talent.

Kann man denn das Stück auch mal mit Musik hören?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 24. Oktober 2004, 23:47:30
Ich auch bitte!
Kaum ist Alexander da, geht die mp3-Schickerei los - traritrara! ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 25. Oktober 2004, 01:21:37
sofern vorhanden mp3 bitte auch an mich respektive Maexl@web.de (account auf 4MB beschränkt, falls größer splitten, mir per icq/aim/irc zukommenlassen oder mir auf einem ftp hinterlegen)

gruß Mäx

PS@alexander: bzgl. der Namen im Internet, getauft bin ich auf Maximilian, ein schöner name wie ich finde aber für den alltagsgebrauch zu lang also max.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 25. Oktober 2004, 16:25:59
Es tut mir leid, eine "mp3-Schickerei" wird es von mir aus nicht geben.
Ich "gelobe das Loblied" auf die Errungenschaften der Technik und auf die Einfachheit allen Musikversendens heute, aber in manchem bin ich eigen.
Ich werde am 5.11. u.a. das Lied "Katjuschka" in einem Studio aufnehmen.
Weitere Anfragen diesbezüglich beantworte ich nur privat, über Kurznachrichten.
Grundsätzlich ist es praktisch, mit mp3 zu arbeiten.
Für mich gehört zur Kunst aber mehr, viel mehr.
Für mich ist es nicht dasselbe, ein Lied am Computer oder in anderer Form zu hören.
Natürlich ist es toll, das "Zeit"-Lied von Roger Stein sofort hören zu können, auch die Hörproben zu den CD´s von Sandra (um nur naheliegende Beispiele zu nennen), aber dabei eine LP- oder CD-Hülle vor sich liegen zu haben, schafft für mich noch mehr Bewußtheit.
Mit einem Klick in eine Welt und dann wieder raus - o.k., aber etwas Faßbares dazu bewußt aus einem Regal nehmen, sich bewußt hinsetzen, sich bewußt der Musik widmen, danach die CD (LP) bewußt wieder ins Regal stellen - das zählt für mich nach wie vor mindestens genauso viel.
(Das betrifft natürlich auch den Konzertbesuch usw . - die Beliebigkeit möchte ich von mir abwehren, dieses "Alles geht", dieses "Zappen" am Computer, diese Desillusionierung des Traums, diese Machbarkeit ...)
Nicht daß ich hochnäsig erscheinen will, und nicht daß es jemand falsch versteht, und schon gar nicht vergleichend mit irgendjemand anderem: aber es täte mir (und vielleicht nur mir, ich möchte niemanden kränken) weh, ein eigenes Lied als mp3-Datei durchs Netz rasend zu wissen.
(Es gibt ja auch noch den Postweg. Der mag nicht ganz verläßlich sein, aber für mich ist er persönlicher. Wahrscheinlich "verwerflich" heutzutage: Da kann man  handgeschriebene Zeilen beilegen ...)
(Bitte den Zynismus zu verzeihen - bin etwas "geschädigt" nach drei Jahren Erfahrung mit Foren, e-Mails etc.)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 25. Oktober 2004, 16:57:42
Ich bin hin-und hergerissen. Zum Einen verstehe ich Deine Argumentation sehr gut und ein Teil von mir will auch ganz sehnsüchtig "zurück" - es gibt kein Zurück, also lieber: hin zu mehr Einfachheit - Natürlichkeit - .... (wie heißt das gegenteil zu Dekadenz?)

Ein anderer Teil von mir ist ganz heiß auf alles, und zwar ALLES, was Drähte, Leiterplatten, elektronische Bauteile enthält und irgendwie Klang erzeugt (!) blinkt, flimmert, sich bewegt und "irgend was macht". Wie krieg ich das untern Hut?

(Auch die Post ist inzwischen ein komplett computergesteuertes Netzwerk.)

Und mit keinem anderen Gerät habe ich so viel Bewußtheit gelernt, wie vom Rechner: Ich war (und bin) ein großer Chaot. Jedoch die Beschäftigung mit Datenstrukturen, Hierarchien und Ordnungen hat mich plötzlich auch in der "realen" Welt Dinge sehen lassen, wie ich sie ordnen kann, wie ich einen gewissen Überblick bekomme, das hat vorher niemand geschafft.
In das allegemeine Gejammer "unser Feind, der Computer" kann ich also nicht mit einstimmen, zumal ich ja immer noch die Wahl habe, dennoch einen "richtigen" Brief zu schreiben..


Liebe Grüße - BM
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 25. Oktober 2004, 18:33:54
Quote (selected)
Ich bin hin-und hergerissen. Zum Einen verstehe ich Deine Argumentation sehr gut und ein Teil von mir will auch ganz sehnsüchtig "zurück" - es gibt kein Zurück, also lieber: hin zu mehr Einfachheit - Natürlichkeit - .... (wie heißt das gegenteil zu Dekadenz?)

Ein anderer Teil von mir ist ganz heiß auf alles, und zwar ALLES, was Drähte, Leiterplatten, elektronische Bauteile enthält und irgendwie Klang erzeugt (!) blinkt, flimmert, sich bewegt und "irgend was macht". Wie krieg ich das untern Hut?

(Auch die Post ist inzwischen ein komplett computergesteuertes Netzwerk.)

Und mit keinem anderen Gerät habe ich so viel Bewußtheit gelernt, wie vom Rechner: Ich war (und bin) ein großer Chaot. Jedoch die Beschäftigung mit Datenstrukturen, Hierarchien und Ordnungen hat mich plötzlich auch in der "realen" Welt Dinge sehen lassen, wie ich sie ordnen kann, wie ich einen gewissen Überblick bekomme, das hat vorher niemand geschafft.
In das allegemeine Gejammer "unser Feind, der Computer" kann ich also nicht mit einstimmen, zumal ich ja immer noch die Wahl habe, dennoch einen "richtigen" Brief zu schreiben..


Liebe Grüße - BM


dito

achja.... eigentlich habe ich alle cds die ich besitze auf meinem pc in mp3s mit 192-320 vbr vorliegen und liebe es von bach über mozart, beethoven und schubert zu meinen lieblingen liszt und chopin zu springen und nebenbei "moderne musik dazwischen zu haben. klar höre ich auch oft einige meiner platten aber die CDs rühre ich nach dem rippen nicht mehr an.
mir war es außerdem immer eine besondere ehre ein seltenes album oder der gleichen perfekt in die freecddb-services einzubinden. werde ich aber aus respekt falls mir eine deiner cds in die finger gerät unterlassen ^^.

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 25. Oktober 2004, 18:42:31
Zitat:
Für mich ist es nicht dasselbe, ein Lied am Computer oder in anderer Form zu hören.
Darin stimme ich dir zu, Alexander. Aber für den ersten Eindruck, fürs Reinhören, ob's mir gefällt - wie ich es auch in einem Plattenladen tun würde - ist der Computer für mich ein passendes Medium. Vielleicht hätte ich mir einige CDs nie gekauft, wenn ich keine Hörproben auf Internetseiten gehört hätte.
Ich bin froh, wenn mir mal niemand einen handgeschriebenen Zettel schickt. Ich versuche, wo ich kann, meinen Schriftverkehr auf E-Mails zu verlegen. Wenn man die Buchstaben nicht sehen kann und immer fremde Hilfe - oder mühsam einen Scanner - braucht, dann wird das Papier dein Gegner.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 25. Oktober 2004, 19:14:22
Ich ging von meinen persönlichen Erfahrungen und Empfindungen aus. Genauso wie ich diese empfinde, respektiere ich die jedes anderen Menschen (außer er will ein Neonazi sein und haut auf Ausländer ein etc.). Euren  Argumenten folge ich nur allzu gern (bzw. beherzige sie ja ohnedies teilweise).
(Wenn man sich dann doch die Zeit nimmt und die Homepages mancher Forumteilnehmer kennen lernt, versteht man Einträge und Reaktionen hier gleich noch viel besser.)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 25. Oktober 2004, 19:41:36
Nicht zu vergessen: Klar kann man auch CDs einscannen und verbreiten - aber bei einem  mp3 ist sowas noch viel schneller geschehn.... Und immer ist einem das auch nicht so recht.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 25. Oktober 2004, 19:57:31
CYBERKASPERL

1

Surfen Sie zu Forschungszwecken
über Zeugen, Zangen, Zecken?
Schreiben Sie im Netz Gedichte
oder Konferenzberichte?

Maus-O.K.-Klick ist mein Code.
Schon sind Sie in größter Not.
Meine Existenz kriegt Sinn,
weil ich der Cyberkasperl bin.

2

Wollen Sie die Zeit vertreiben
und den Freunden e-mails schreiben?
Oder finden Sie wen Netten
kommunikativ beim Chatten?

Ich werd´ Ihre Freuden kürzen,
lass Computer gern abstürzen.
Schlimmstenfalls ist alles hin,
weil ich der Cyberkasperl bin.

3

Sitzen Sie zur Nacht beizeiten
vor den geilsten Pornoseiten?
Pflegen Sie die Perversionen,
die sonst tief im Herzen wohnen?

Ich hab´ Ihre Daten alle –
und schon sind Sie in der Falle,
reicht das Wasser an Ihr Kinn,
weil ich der Cyberkasperl bin.

4

Heute sorg´ ich für ein Schwipserl,
morgen fürs Apokalypserl.
Übermorgen - Freund, du lernst -
mache ich als Satan ernst!

Wer am Datenhighway rollt,
merkt nicht, wie er mit mir tollt.
Ach wie gut, dass niemand weiß,
dass ich Cyberkasperl heiß!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 25. Oktober 2004, 21:36:37
An dich werd ich denken, du Schuft, wenn mein PC wieder spinnt.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 25. Oktober 2004, 21:42:06
überzeugt, wo gibt es deine cds zu bestellen?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 26. Oktober 2004, 01:32:56
Du machst sehr schöne Texte, Alexander. Ich bin sehr gespannt auf Deine Musik dazu (auf welchen Wegen auch immer  ;) )
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 26. Oktober 2004, 19:01:23
@ Cyberkasperl: ist das geil! ENDLICH konnte ich mal so richtig über mich selber lachen!

@ Alexander - Du bist genial!


und: ein Live-Konzert ist durch nichts zu ersetzen. Nicht durch eine Schallplatte, nicht durch eine CD und erst recht nicht durch mp3.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 27. Oktober 2004, 14:24:08
Hehe, sehr schön, Alexander. Noch ein verspätetes WILLKOMMEN von meiner Seite.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 17. Januar 2005, 23:10:01
MEIN ENGEL VON HAMBURG

Hamburg werd´ ich bald verlassen,
doch mein Zug ist noch nicht da.
Schlendre durch die Seitengassen,
spür: Das Leben will ein Ja.

Du stehst ruhig an einer Ecke,
wunderschön und jung und rein.
Und das Ja, das ich entdecke,
wird heut´ Hamburgs Engel sein.

Deine Anmut ist betörend,
alles Leben gibt hier Sinn,
ganz egal, ob – Dir gehörend –
zahlend ich nur Kunde bin.

Und wir gehen auf das Zimmer,
einfühlsam bist Du mir nah.
Vieles ist wohl so wie immer,
trotzdem spüre ich das Ja.

Eine Viertelstunde Leben
mit Dir, Engel – welch ein Lohn!
Unverfälscht kann ich mich geben
jenseits meiner Konvention.

Mag schon sein, dass ich verkläre,
was hier barer Alltag ist.
Doch mein Leben ärmer wäre
ohne was Du für mich bist.

Ich erwach´ im Menschentrubel,
Hamburg Hauptbahnhof bei Nacht.
Was mir bleibt ist stiller Jubel,
denn Du hast mich wahr gemacht.

Leb wohl Engel ohne Namen,
Dich zu fragen ich vergaß.
Dass wir zueinander kamen,
war mir Glück im Übermaß.


Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 17. Januar 2005, 23:17:18
*klatsch*

wunderbar... schön, was bleibt sonst noch zu sagen? - vll. bleibend. alles spricht so wunderbar für sich.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 17. Januar 2005, 23:21:06
Sehr schöner Text! Hast Du ihn vertont?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 17. Januar 2005, 23:30:48
Mir gefällt der Text auch.
Nur: Statt Ja könnte man im Lied Jahr verstehen, weil Jahr schlampig gesungen wie Ja klingt.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Nase am 18. Januar 2005, 08:19:50
Gefällt mir sehr sehr gut!! Ein Text der, glaube ich, bei jedem sehr intensive Bilder erzeugt.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 18. Januar 2005, 09:24:29
Ganz herzlichen Dank für die Rückmeldungen.
Ich persönlich möchte diesen Text sicher nicht vertonen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 18. Januar 2005, 11:21:20
Also, wenn ich das mal sagen darf: Mir gefällt an diesem Text die Geschichte, und die Stimmung, die er erzeugt. Das sit echt schön.
Aber: Mir gefällt nicht, dass so unglaublich viele Satzstellungs-verdrehungen drin sind, damit es sich reimen kann. Ich hab kein Problem damit, wenn man ein oder zwei mal diesen Kniff benützt, aber hier ist er in fast jeder Strophe, und das mag ich nicht so. :-[
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: kampmann am 18. Januar 2005, 12:10:27
@Cyberkasperl:

Das ist ja köstlich - ich habe mich gebogen vor Lachen -- wirklich!

Die Wortkonstruktion "CK - der Cyberkasperl" - absolut gelungen, wirkt sogar, ohne dass man das Gedicht liest!!

Toll
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 18. Januar 2005, 12:37:22
(Die Sandra findet immer was,
drum macht ihr´ Meinung b´sond´ren Spaß.)
Wer diesen Thread vom Anfang liest,
sieht, wie so manche Knospe sprießt.
Hier wird auch kritisch hinterfragt.
Und doch: kein "Dichter" je verzagt.
Man spürt den gut gemeinten Rat
und schreitet bald zu neuer Tat!
Denn Lob spornt an, Kritik schärft Geist,
und: wie Du, lieber Leser, weißt,
ist alles konstruktiv gemeint
(auch wenn es "knüppeldick" erscheint).


Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 18. Januar 2005, 14:39:08
Zitat:
(Die Sandra findet immer was,
drum macht ihr´ Meinung b´sond´ren Spaß.)
Wie kann einem Meinung besonderen Spaß machen? Ich meine, es kann einem wichtig sein, seine Meinung zu äußern und die Meinung des anderen oder mehrere anderer zu hören. Aber mit Spaß hat das nichts zu tun. Schreib doch nicht etwas nur um des Reimes Willen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 18. Januar 2005, 15:34:55
Ooch Andrea ::), was ist los?
Dichterei ist doch famos!
(Ausserdem, und nebenbei:
die Korinthenkackerei. ;))

Auch ich selber lieb' es sehr,
Kack ich zwei Rosinen mehr.
Und den Alex freut nunmal,
Dass das Gedichtlein seiner Wahl

Sandra nur bedingt gefällt.
Dabei hat sie doch klargestellt,
dass es doch im großen Schein
rühren tat ihr Herzelein.

Bremse doch nicht seinen Drang,
Dichten geht nur ohne Zwang.
Was ist an dem Wörtchen "Spaß"
derart kritikabel, dass

Du sein Reimen kritisierst?
Wär's nicht schön, wenn du probierst,
Ebenfalls zu dichten hier,
(Schließlich ist's der Thread dafier)
:-*
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 18. Januar 2005, 15:35:21
@ Andrea: nukomm, leg doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage.

Das ist doch MEIN Job :mata:

zum beispiel:
Quote (selected)
auch wenn es "knüppeldick" erscheint


ich hoffe, ich hab dich nicht verletzt?
Das täte mir Leid!!!!
und soeben les ich jetzt
für das Reimen ist hier Zeit
nicht um kalt zu kritisieren,
eher, uns zu inspirieren
seien die Ergüsse hier.
Umso leider tut es mir!!!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 18. Januar 2005, 15:39:27
Den Job teilen wir uns doch schon länger. ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 19. Januar 2005, 20:45:28
DER STUMME SCHREI

(Ein Liedtext)

Sie ist jung, sie ist schön,
ist ein Bild von einer Frau,
voll mit Herzensgüte und voll Heiterkeit.

Geistig auch souverän
sieht sie in die Welt genau,
scheint für sie gemacht das Leben dieser Zeit.

Deutlich älter als sie
tritt er in ihr Dasein ein.
Und er weiß sehr gut was Leben wirklich heißt.

Es ist Liebe wie nie
und sie wird unsterblich sein.
Es gibt nichts was diese Bande je zerreißt.

Doch im Werden ist zugleich der Tod.
Und im Glück zeigt sich die größte Not.
Unauslöschlich, stets dabei
íst der stumme Schrei.

Was ist los mit ihm?
Warum ist er so still?

Sie versucht zu versteh´n.
Ihre Wärme gibt ihm Halt.
Die Gefühle reichen ganz unendlich tief.

Und es kann manchmal geh´n,
dann ist ihm ganz kurz nicht kalt,
dann blüht auf, was verborgen in ihm schlief.

Wie ein Traum, magisch rein
löst die Wirklichkeit sich auf,
finden sie, wie man sich zu zweit verliert.

Doch Glück darf niemals sein,
kranker Schmerz der Lebenslauf,
weil der stumme Schrei den Alltag dominiert.

Denn im Werden ist zugleich der Tod ...

Lass ihn doch.
Lass ihn doch, wenn er so schwierig ist.
Such dir einen anderen!
Was kümmern dich seine Probleme?

Dieser Schmerz an ihr zehrt,
er zerfrisst ihr ganzes Sein.
Nur die tiefe Liebe hält sie beide wach.

Die Beziehung verklärt
Wirklichkeit und grellen Schein
kurze Zeit, dann mahnt der Schrei wieder zum Schach.

Mit den Jahren die Kraft
dieses Lebens fällt ihm schwer.
Dann weiß er nicht mehr bewusst von Raum und Zeit.

Dass die Liebe es schafft,
ahnen sie nur ungefähr,
aber spüren lässt es sich unendlich weit.

Schon im Werden ist zugleich der Tod ...

Dachau 1943.
Warum mein Vater, warum nicht ich.
Warum meine Mutter, warum nicht ich.
Warum meine Schwester, warum nicht ich.

Und sie trägt diese Last
seines Lebens mit sich fort
weil sie liebend allezeit zu ihm gehört.

Und es fällt ohne Hast
irgendwann das letzte Wort,
das den stummen Schrei für beide dann zerstört.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 20. Januar 2005, 01:25:10
Mein Engel von Hamburg hat mir ja riesig gut gefallen - hab' ich ja weiter oben schon geschrieben.

Leider leider gilt das für den stummen Schrei nicht. Für meinen Geschmack holpert der Text sehr, das Versmaß ist so wenig konsequent, dass ich wirklich in den einzelnen Zeilen hängen bleibe. Der Text ist mir zudem für einen Liedtext viel zu lang.

@Alex: Ob dieser Kritik nicht wieder schimpfen, okay ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 20. Januar 2005, 01:35:47
Das mit dem Versmass stört mich weniger - aber ich finde, Du SAGST zuviel. Man muss doch nciht immer alles erklären - daher der letzte Absatz: wozu? Ohne ihn wird es allgemeingültiger.  - ja , ich finde es zu lang.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 20. Januar 2005, 10:48:25
Danke wie immer für die konstruktiven Anregungen!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 21. Januar 2005, 15:34:49
VIER LIMERICKS
(Sprachspiele am Freitagnachmittag)

1

Man bemüht sich und schreibt einen Text,
stellt ihn rein und es ist wie verhext.
Jede/r sieht andre Dinge.
Bis das Reimen gelinge,
gibt´s verbal Pro und Kontra zu sechst.

2

Die CDs werden hier diskutiert,
auch nach harter Kritik mancher giert.
Selbst ein „I-Dipfl-Reiter“
bringt uns tiefgehend weiter,
was zu nützlicher Reflexion führt.

3

Dieses Forum, ob tiefernst, ob Witz,
bietet sprachlich so mancherlei Hits.
Das gescheite Palaver
mit gar viel Wenn und Aber:
Ja erreicht es auch Oldies und Kids?

4

Jetzt ist Dabbelju echt „zweite Wahl“.
Und die Welt guckt zu. Welch ein Skandal!
Doch was hilft mir das Motzen,
wem nützt mein Ekelkotzen?
Aber wartet nur: Bald wird´s fatal!

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 22. Januar 2005, 01:08:22
Hey! die sind super!! Machst du sowas öfter? Solltest Du!!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 01. Februar 2005, 21:16:20
Quote (selected)
"Naja hier ist eine eigene Verzapfung, dieser Punksong ist heut whärend BWL endstanden, ich habe mich prächtig übers das Wortspiel "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" gefreut :).

----------------------

GmbH    
    
IHR versprecht, brecht, hofft und zerstört - ihr dogmatisiert und reißt es wieder ein und schreit das soll die (neue) Entwicklung sein.    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch nur ne Gesellschaft mit beschränker Haftung.      
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch nur ne Gesellschaft mit beschränkter Haftung.    
    
IHR verwerft, wählt, träumt und lügt dabei - ihr collaboriert und (wieder) aus Gewohnheit und schreit, das soll(alterbedingte) Entwicklung sein.    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch ne GMBH! Brecht den Willen über Jahre,  
 (-ist doch wahr!)    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch nur ne Gesellschaft mit Beschränkter Haftung.    
    
Jaja, der kleine Vogel, bricht aus dem goldenen Käfig aus, er frisst sich voll mit dem neuen Fleisch und STIRBT, - an seinem fetten Herz.    
 Jaja, der kleine Vogel, bricht aus dem goldenen Käfig aus, er frisst sich voll mit dem neuen Fleisch und STIRBT, - er war das Korn gewohnt .    
Jaja, der kleine Vogel, bricht aus dem goldenen Käfig aus, er frisst sich voll mit dem neuen Fleisch und STIRBT, - an seiner DEKANDENZ.    
    
IHR demonstiert, boykottiert, konsumiert und zitiert - macht es wieder nur (prost! ossi) auf nem andern weg - und schreit das soll die Entwicklung sein.    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr seid doch ne GMBH! Ich kann selber denken, kann mir Mittleid schenken!    
ICH sage NEIN DANKE! Ihr doch nur ne Gesellschaft mit Beschränkter Haftung! Mit beschränkter Haftung.


Quote (selected)
Inhaltlich. na bitte: ich finde es, ehrlich gesagt, ein bissel platt argumentiert. Es sind so ein bissel Milchmädchenargumente - nicht wirklich ausgereift. Mehr wut als inhalt.
Und Gesellschaft mit beschränkter HALTUNG würde mir besser gefallen.


Quote (selected)
Im Frühling 2005 kommt eine Duett CD mit Roger Stein
unter dem Titel: "Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung" heraus
(quelle: sandrakreisler.de)

ui, schien dir ja wirklich gefallen zu haben ;) .... so spitze fand ich die drei vorschläge jetzt aber auch nicht  ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 01. Februar 2005, 23:36:25
Hihi. Ist mir noch garnicht aufgefallen. Aber die "Ges m b Hoffnung" ist schon älter. Das wissen wir schon lange - nur die "Veröffentlichung" der Idee kam erst später.
Übrigens bin ich inzwischen draufgekommen, dass es eikn paar Bücher gibt, mit dem Titel. aber das sit mir jetzt auch wurscht, wir wollen uns auf unserer CD schon so lange so nennen, jetzt bleiben wir dabei.

Aber zwei Dinge versteh ich jetzt nicht: 1.) Welche drei Vorschläge?
und 2.)
Quote (selected)
ich habe mich prächtig übers das Wortspiel "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" gefreut .

Welches Wortspiel?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 02. Februar 2005, 14:46:39
Haftung, Haltung und Hoffnung...

das andere hat Lanie geschrieben - ich hab das nur aus dem zusammenhang heraus zitiert
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Nase am 04. Februar 2005, 17:36:55
Quote (selected)
Aber die "Ges m b Hoffnung" ist schon älter


Meinst du jetzt den "Sinn des Lebens" von den Monty Pytons? Da kommt das ja auch vor.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 22. Februar 2005, 17:22:19
PERPETUUM MOBILE

„Guten Morgen, bin ich hier richtig bei Schilling?“
„Was wollen Sie?“
„Darf ich hereinkommen? – Oh, Sie haben wohl noch geschlafen.“
„Sagen Sie erst, was Sie wollen.“
„Ich komme wegen Ihres Sohnes.“
„Was ist mit meinem Sohn?“
„Wenn Sie mich hereinlassen, kann ich es Ihnen erklären.“
„Warten Sie kurz, ich muss mich erst ankleiden. So, bitte, kommen Sie. Es ist nicht aufgeräumt. Möchten Sie eine Tasse Tee?“
„Nein danke, ich fasse mich kurz.“
„Argh …“
Ins Handy: „Auftrag ausgeführt.“

„Guten Morgen, bin ich hier richtig bei Meier?“
„Was wollen Sie?“
„Darf ich hereinkommen? – Oh, Sie haben wohl noch geschlafen.“
„Sagen Sie erst, was Sie wollen.“
„Ich komme wegen Ihrer Tochter.“
„Was ist mit meiner Tochter?“
„Wenn Sie mich hereinlassen, kann ich es Ihnen erklären.“
„Warten Sie kurz, ich muss mich erst ankleiden. So, bitte, kommen Sie. Es ist nicht aufgeräumt. Möchten Sie eine Schale Kaffee?“
„Nein danke, ich fasse mich kurz.“
„Argh …“
Ins Handy: „Auftrag ausgeführt.“

„Guten Morgen, bin ich hier richtig bei Faber?“
„Was wollen Sie?“
„Darf ich hereinkommen? – Oh, Sie haben wohl noch geschlafen.“
„Sagen Sie erst, was Sie wollen.“
„Ich komme wegen Ihrer Mutter.“
„Was ist mit meiner Mutter?“
„Wenn Sie mich hereinlassen, kann ich es Ihnen erklären.“
„Warten Sie kurz, ich muss mich erst ankleiden. So, bitte, kommen Sie. Es ist nicht aufgeräumt. Möchten Sie ein Glas Wein?“
„Nein danke, ich fasse mich kurz.“
„Argh …“
Ins Handy: „Auftrag ausgeführt.“

„Guten Morgen, bin ich hier richtig bei Weber?“
„Was wollen Sie?“
„Darf ich hereinkommen? – Oh, Sie haben wohl noch geschlafen.“
„Sagen Sie erst, was Sie wollen.“
„Ich komme wegen Ihres Vaters.“
„Was ist mit meinem Vater?“
„Wenn Sie mich hereinlassen, kann ich es Ihnen erklären.“
„Warten Sie kurz, ich muss mich erst ankleiden. So, bitte, kommen Sie. Es ist nicht aufgeräumt. Möchten Sie Mineralwasser?“
„Nein danke, ich fasse mich kurz.“
„Argh …“
Ins Handy: „Auftrag ausgeführt.“

„Guten Morgen, bin ich hier richtig bei …?“
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 22. Februar 2005, 19:18:45
Hehe, das ist ein ziemlich gefährliches Perpetuum Mobile. Heißt das, dass es nicht mehr aufhören kann? Und kommt es deswegen vielleicht auch irgendwann zu...


... Moment! Es hat grad geklingelt.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 12. Mai 2005, 01:30:50
Es gibt wieder mal einen neuen Track von <lambda> zum kostenfreien Download.

www.mp3.de/home/lambda

Es geht recht langsam voran mit der CD, darum habe ich mich entschlossen, die Musik, die es schon gibt, zunächst übers Netz unters Volk zu bringen.
Wenig Zeit und Ruhe und zeitweise aussetzende Kreativität machen die Sache derzeit recht schwierig.

Enjoy it...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 12. Mai 2005, 01:41:18
Bei mir scheint irgendwas mit der Tonqualität nicht zu stimmen: es eiert.
Mach Dir keine Sorgen wegen der "zeitweise aussetzenden Kreativität" - das muss sein, da sammelt sich was.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 12. Mai 2005, 01:51:24
Abschied von Lohra ist total schön! Wow! Bei mir eiert es auch nicht.

Das mit der Kreativität ist völlig normal. Das lässt sich nicht befehlen oder planen. Als ich jetzt in Holland war, habe ich einen der Songtexte für meine neue CD ganz leicht überarbeitet bekommen - zack zack - und schon fertig. Ein neuer Text, für den ich nur die Idee hatte, ging auch in der ersten Fassung ganz leicht. Prima, dachte ich, machen wir doch gleich weiter. Und dann bin ich am dritten Song sofort am Anfang völlig hängen geblieben und das ganze Wochenende nicht weiter gekommen.

Jetzt liegt das Fragment da herum, und ich muss warten, bis mir was einfällt. Wann das ist, weiß keiner. Das ist so mit kreativer Arbeit.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 12. Mai 2005, 13:36:47
Uff! Ich bin derzeit total unkreativ. Zumindestens war das in den letzten Monaten so. Jetzt, wo sich mein Urlaub nähert und ich für ein Musical schreiben soll, kriege ich den Kopf langsam dafür frei. Manchmal geht gar nix und dann gibt's Phasen, wo's richtig flutscht. Und wenn gar nix geht, glaubt man, man kann gar nicht mehr schreiben. Und man ist erleichtert, wenn's wieder klappt.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 12. Mai 2005, 18:04:07
Was denn für ein Musical - hört sich gut an. Erzähl' doch mal, oder ist es noch "geheim"?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 12. Mai 2005, 19:17:45
Es geht um die Geschichte der Blindenbildung und wird von lauter blinden musikern geschrieben. Wahrscheinlich haben sich die anderen längst die besten Szenen gezockt ;D, weil i h immer noch nicht weiß, ob oder was ich da überhaupt schreiben soll. ;D Wie gesagt: Ich finde die Idee zwar gut, aber ich weiß nicht, ob mir zu so einem Thema überhaupt Texte einfallen. Mal schau'n.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 12. Mai 2005, 23:01:41
Na hör mal, Dir nix einfallen!!  ::) Du erzählst doch ständig, was dir alles passiert, und wie dich die Leute blöd anreden und was sie für blöde Fragen stellen. Das einfach ein bissel überzeichnen, und auf witzig machen und schwarzhumorig, und geht schon. Einfach: Andrea geht einkaufen im Supermarkt. Und da sind lauter Weibsen mit Lockenwicklern in den Haaren, die sich vor verdummter Nettigkeit und Neugierde und nicht wissen wie umgehen überschlagen. Zum Beispiel kannst du es auch so überzeichnen, dass sie ich ständig übereinander derstessen, und grande Chaos produzieren, bis der Supermarkt abfackelt, und nur Du kommst unbeschadet raus - weil du nciht auf die hörst, sondern nur auf Deinen Hund. Oder sowas in der Art.

Oder, auf traurig, wenn dir das lieber ist. Du lässt Smokey im Park laufen - und stehst ganz allein da. Da kann irre viel passieren, an Gedanken, an Tönen an einsamkeit und Hilflosigkeit - und es kann sich dann auch alles wieder in Wohlgefallen auflösen, wenn du magst.
Dir und nix einfallen! Pah!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 12. Mai 2005, 23:46:33
@ Dagmar: Danke für das schöne Kompliment!

@ Sandra: Was "eiert" denn da? Kannst Du das genauer beschreiben? Gerde Dein Urteil würde mich nämlich auch interessieren
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 13. Mai 2005, 10:26:28
Hast Du schon mal auf die Musik geachtet, die aus dem Fernsehen kommt, wenn sie sehr alte Filme spielen? die eiert auch so - weil die Maschinen, auf denen die Filme abgespielt werden, nicht die sind, die ursprünglich vorgesehen waren - und daher gibt es Tempoverschiebungen. Genauso klingt's. Es läuft unrund, daher ist die Intonation manchmal schief, und manchmal "schleift sich der ton" so rein in die "richtige lage". Verstehst Du? Aber ich habe es ja komplett downgeloaded, es kann also nicht an der übertragungsrate liegen, oder?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Alexander am 13. Mai 2005, 12:12:28
Quote (selected)
Es gibt wieder mal einen neuen Track von <lambda> zum kostenfreien Download.

www.mp3.de/home/lambda

Es geht recht langsam voran mit der CD, darum habe ich mich entschlossen, die Musik, die es schon gibt, zunächst übers Netz unters Volk zu bringen.
Wenig Zeit und Ruhe und zeitweise aussetzende Kreativität machen die Sache derzeit recht schwierig.

Enjoy it...



Was für wunderschöne, zeitlose, meditative Musik!
Bitte weiter so! Und alles Gute für die weitere CD-Produktion!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 13. Mai 2005, 14:23:45
Du meinst aber nicht zufällig das Vibrato und die (ganz leichen) Portamenti?
Ich höre gerade noch mal ganz kritisch drüber.
So gaaaanz hundert Pro sauber ists nicht alles. Aber wie ein alter Film klingt es allerdings auch nicht. Bekomme fast Lust, Dir die Werke zum Vergleich mal zu brennen...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 13. Mai 2005, 15:50:27
Nein, ich meine nicht Portamenti etc. (bin doch nich bled.) Aber vielleicht liegt's doch an meinem Netz, wenn es alle anderen normal gehört haben.
Ja, ich habe Riesenohren, und bin extrem genau, gerade bei Streichern - aber was ich gehört habe, war wirklich auffällig, das hat mit leichten Intonationsproblemen nix zu tun.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 13. Mai 2005, 15:54:48
Ich hab gar nix gehört. Irgendwie geht's bei mir nicht, obwohl alle anderen mp3s gehen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 13. Mai 2005, 16:01:39
@Sandra: Deine Geschichte GEHT NICHT, denn 18hundertirgendwann gab's weder Supermärkte, noch Blindenführhunde. ;D Und Lockenwickler? Weiß ich nicht.
Sobald diese ekelhafte Erkältung durch ist und ich konzentrierter bin, überleg ich mir, welche von den Szenen ich gerne hätte und dann arbeite ich dran. Die erste Szene gefällt mir ganz gut, da könnte man so ein Etschbetsch-Lied machen. "Etschbetsch, du bist blind und hast keinen job und taugst zu nix... Sowas in der Art.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 13. Mai 2005, 16:06:37
Zu der Eierei:
Meinst du das gewiggel beim Titel "Ober- Töne". Das ist ein Delay, das MUSS wiggeln, damit man mit sich selbst spielen kann ("Halli?!"...   ..."Hallo."). Feine Musik, übrigens. Ich bin beinahe weggeflogen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 13. Mai 2005, 16:52:08
Könnt Ihr's mir bitte mailen? Bei mir kam nur ein kurzes Geräusch und danach nix mehr.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 13. Mai 2005, 16:57:47
...ist unterwegs ... 5% ...... 10% ..... 15%...... ->

Quote (selected)
Ich bin beinahe weggeflogen.


das war der Sinn der Übung  :)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 13. Mai 2005, 17:03:50
Falls es nicht bei mir ankommt - das passiert manchmal, dann schick's bitte an: andrea@blindzeln.de dann müsste es auf jeden Fall klappen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 14. Mai 2005, 07:06:30
Ich hör's auch eiern. Es eiert verstärkt, wenn's mit Begleitung kommt.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 14. Mai 2005, 11:55:50
DAs hinwiederum hör ich nicht - und wär ja auch komisch- ich glaube, es sind nicht mehr Daten, nur weil mehr Instrumente sind, oder? Sound ist sound, nein? (ich kenn mich da nicht aus)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 14. Mai 2005, 14:12:59
Ich kenn mich da auch nicht aus, denn bisher hatte ich das mit dem Eiern noch nie auf einer mp3.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 14. Mai 2005, 17:03:40
Hallollallollallo? ::) Habtabtabt ihrihrr schonononn einmalnmalnmal wasasvonasvon Effektenktentenenn gehörtört? ... :-*
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 14. Mai 2005, 18:55:22
Bast. *zurordnungruf* Meinst du nicht, ich kennte da den Unterschied?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 14. Mai 2005, 20:12:12
Wieso soll das an den Efekten liegen? Dann würd's ja gleichmäßig und nur an denselben Stellen eiern.
@Sandra: Der ist kein Zwirn. ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dunkelblaue Dille am 15. Mai 2005, 11:58:35
Ich glaube, Basti hat recht, das "Eiern" hört sich nach Effekt-Wirkung an...Effekte kann man an jeder beliebigen Stelle (im zeitlichen Ablauf/auf verschiedenen Spuren) verwenden.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 15. Mai 2005, 12:40:29
Wären aber komische Effekte, wenn sie ein Stück,dass eigentlich schön ist, verhässlichen. Und die nach klarem Fehler in der Abspielung klingen.
Verschlimmbesserung nennt man sowas.
Klar, man kann (und tut) auch Schallplattenrauschen nachträglich einfügen, wieso nicht auch ein Eiern ála alte Filmmusik - nur hässlicher - möglich ist es schon, aber:Bassmeister? Ich kenne Dich als jemand, der das NICHT will.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 15. Mai 2005, 12:45:32
Ich glaub auch nicht, dass du, Baßmeister, absichtlich Efekte einbauen würdest, die das Stück zum Eiern bringen. ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dunkelblaue Dille am 15. Mai 2005, 13:03:35
Vielleicht würde es ja weniger "eiernd" klingen, wenn der "Hall-Effekt" im Vergleich zur Originalstimme leiser wäre, d.h. mit dieser nicht so stark konkurrieren würde?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 15. Mai 2005, 20:45:14
Der Delay-Effekt macht die Harmonie und ist daher absolut gleichberechtigt. Das Problem besteht für mich darin, daß er leider zu einförmig ist. Da suche ich noch nach geeigneten Lösungen und guter Hardware, vor allem für den Live-Einsatz. Denn an sich ist das Live-Musik.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Eric am 15. Mai 2005, 23:36:26
Könnte ich eigentlich guten Gewissens ein paar eigene Arrangements / Orchestrationen von GK-Chansons veröffentlichen oder wäre das eine Verletzung der Urheberrechte von GK?

Ich würde euch so gern mal ein paar Noten hören lassen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 15. Mai 2005, 23:36:37
Ich habe mir das Stück jetzt noch einmal herunter geladen und extern gespeichert und mehrfach noch einmal gehört: Bei mir eiert nichts. Vielleicht höre ich ja auch bloß schlecht. Dann war der ganze teure Kursus für Gehörbildung nix. *schluchz  ;)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 16. Mai 2005, 15:54:02
@Bassmeister: Stichwort "einförmig". Ich weiß nicht, welches Delay du hast. Fußpedal/ Kombi... usw. Ich, als alter Rock- Veteran, könnte mir sehr gut vorstellen, dass ein Kompressor auf den Delays helfen könnte. Also, ein Kompressor, der den Attack in den Wiederholungen unterdrückt, so dass der Ton hineinfährt, statt eins zu eins wiederholt wird.

Statt: "tää... tää... tää..." machts dann "tää... 'ää.. 'ää" Und das ganze ist dann in der Regel noch regelbar. Dann wird es auch den empfindlicheren oder ungewöhnten Öhrchen nicht mehr so schnell schwindelig, weil die Wiederholungen bedeutend flacher reinkommen. Es gibt viele Multieffektgeräte, die du so programmieren kannst. Erkundige dich mal bei dem Shop deines Vertrauens. Oder du schaust mal beim OBI der Musikläden, dem Musik Produktiv nach:
http://www.musik-produktiv.de

Es gibt regelrecht geniale Stücke, die auf diese Art entstanden sind. Wer kann und hat, der höre sich mal den "Prophet's Song" auf der "A Night at the Opera" von Queen an- ein Wahnsinnsstück. Da singt der Freddie minutenlang mit sich selbst im Kanon und im Chor. Habs leider nur auf Platte, sonst tät ich's reinstellen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bassmeister am 16. Mai 2005, 19:13:35
@ Sandra und alle Anderen, bei denen es "eiert":
Aus rein technischem und künstlerischem Interesse würde ich Euch das auf CD brennen und per Post rübersenden, damit alle eventuellen Gehör-Unzulänglichkeiten (an die ich bei Euch nicht wirklich glaube) ausgeschlossen werden können.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Eric am 16. Mai 2005, 20:42:08
http://www.theaterfreek.de.vu


Sooooooo. Ich hab nun mal das aktuellste Schmankerl aus meinem kleinen Homestudio hochgeladen.

"Nature Boy" ist im Original der Opener des Musicals "Moulin Rouge". Diese Version ist mein eigenes Orchesterarrangement, welches just am Sonntag fertig geworden ist.

Obwohl? Fertig? Naja, falls ihr Verbesserungsvorschläge haben solltet, kann man diese ja noch mit einbeziehen. Ansonsten Viel Spaß damit.

Falls es einer von euch einsingen möchte: Kurzer Kontakt per Mail. Ich bin selbst noch nicht dazu gekommen.

Wie schon vorher erwähnt würde ich auch gern ein paar meiner Kreisler-Arrangements online setzen. Ich habe das aber lieber erstmal gelassen, weil ich nicht weiß, wie das mit solchen - ich nenne es einfach mal Covern - rechtlich gesehen ist. Vielleicht kennt sich jemand von euch ja mit solchen Dingen aus.



Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 16. Mai 2005, 21:46:46
Oh, sehr schön! Das Stück kenne ich leider nicht im Original. Was mich interessieren würde: Gehst du beim Arrangieren nach Noten, oder eher nach Gehör?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Eric am 16. Mai 2005, 22:13:57
Ich benutze als Grundlage meist die Akkorde, die ich mir aus dem Internet ziehe oder von freunden bekomme. Als Grundgerüst versuche ich dann, einen bestehenden klavierauszug oder Vergleichbares zu bekommen.

Den Titel habe ich vorher nat. schon einmal gehört. Die Betonung liegt auf "einmal". Den daraus resultierenden Höreindruck versuche ich dann anhand des Textes mit Hilfe der einzelnen Instrumente des Orchesters und der Synthesizer textgetreu umzusetzen.

Mir kommt es nicht darauf an, ein zweites Original zu erstellen, sondern die Story mit meinen Instrumenten neu zu erzählen.

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 16. Mai 2005, 22:59:57
Gute Arbeit. Auch die Tatsache, dass du sie dir machst find ich gut. Ich hab früher auch sehr viel so gearbeitet und Stücke rausgehört, alles quasi "auf Klavier gepresst", oder eben auch mit Synthis herumexperimentiert. Leider immer nur mit Synthis von anderen, weil ich selbst "nur" ein Klavier hatte. Das Schöne an dieser Arbeit ist, das man all diese Stücke nie wieder vergisst, weil man sie durch und durch kennengelernt hat, und dass sie einem irgendwann das Hirn verstopfen (wie du an mir sehen kanst). Aber bis es soweit ist, machts Freude.

Zu den Kreislerarrangements: Tät mich ja schon interessieren, was du da gemacht hast. Stells doch ruhig rein. Ob du jetzt ein Musicalarr. oder ein Kreislerarr. in den Äther stellst ist doch rechtlich gesehen wurscht. Und du verkaufst sie ja nicht, nur weil du sie irgendwo hinstellst. Also sehe ich kein Gema- Problem o. Ä. Wenn du magst kannst du sie mir natürlich auch emailen. An den hoppkopp@web.de
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 16. Mai 2005, 23:13:26
Ich bin sehr interessiert an Deinen Kreisler-Arrangements. Wie das mit den Rechten aussieht, weiß ich allerdings auch nicht. Bitte maile mir die sonst doch.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 17. Mai 2005, 01:12:06
Man kann arrangieren, was man will - solange man nicht den Intentionen des Komponisten in der Bearbeitung grob zuwider handelt - und das ist ein sehr schwammiger Rechtsbegriff. Aber solange Du den komponisten nennst, ist alles okay, und Du kriegst auch keine ´Kohle dafür. Die kriegst du nur für ein Arrangement, wenn du einen Auftrag des Komponisten hast.
Melde mich nach den gigs in der Schwyz wieder!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dagmar am 17. Mai 2005, 01:35:52
Toi toi toi  :-* :-* :-*
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 17. Mai 2005, 01:42:24
Toi toi toi toi  :-* :-* :-* :-*
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Andrea am 17. Mai 2005, 01:01:31
In der Hoffnung, dass Sandra das tatsächlich aus Neugier morgen früh noch liest, spuck ich auch nochmal: Toi toi toi!!!! Kiss
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 17. Mai 2005, 10:07:54
Ich kann doch nicht losfahren, ohne meine tägliche Dosis Forum. :-* (wird schon schiefgehen...)

@theaterfreek
Das arrangement vom Wandersmann (deutscher Titel von Nature Boy) gefällt mir gut, den Wechsel zwischen orchestrierung und sparsamkeit finde ich schön gelungen - was mir weniger gefällt, wenn ich das so sagen darf, ist, dass es rythmisch so total begradigt ist.
Da hätte ich mir ein wenig mehr Bewegung gewünscht.
Ist schwer, mit Computer, aber trotzdem.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Eric am 17. Mai 2005, 14:57:01
Stimmt, Sandra. Das ist mein Fehler, weil ich nicht so perfekt Klavier spiele und deshalb teiweise die Noten Stück für Stück eingespielt habe. Dann schaltet sich nämlich eine böse Funktion ein, die Quantisierung.

Dagegen können nur noch ein paar Klavierstunden oder manuelle und sehr aufwendige Nachbearbeitung helfen.

Ich bin mir aber sicher, dieses Probem früher oder später auch noch in den Griff zu bekommen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Guntram am 07. Juni 2005, 13:01:25
Am anfang des Treats wurden tauchten mal ein paar Versionen vom Erlkönig auf. Ich habe noch eine Version eines unbekannten Verfassers gefunden.


BSE

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Das ist der Wahnsinn mit seinem Rind.
Er hält das Tier recht fest und stark,
er will ins Hirn und Rückenmark.
"Du liebes Rind, komm spiel mit mir,
gar schöne Erregung verschaff' ich Dir!
Erreger, wie Du sie nie gekannt
frisch importiert aus Engeland.
Doch sag, was birgst Du so bang Dein Gesicht?"
"Kennst, Wahnsinn, Du den Funke nicht?
Der redet schon seit eh' und jeh',
in Deutschland gibt's kein BSE."
"Du dumme Kuh, und hörtest Du nicht,
wie Andrea Fischer sich laufend verspricht?
Erst hat sie auf deutsche Würste geschworen,
jetzt redet Sie nur noch von Separatoren."
"Ach, bleib ganz ruhig", sprach da das Rind.
"Im Blätterwald, da säuselt der Wind.
Was scheren mich BSE und EU?
Ich bin und bleibe 'ne glückliche Kuh."
"Und so verarscht Ihr alle Leute?
Ihr seid ja des Wahnsinns fette Beute!
Doch wartet, auch Dich errege ich bald,
und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt!"
"Jetzt reicht's! Verlasse sofort meinen Stall!
Sonst schmeiß ich Dich in den Schlachtabfall.
Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf:
Du wirst zu Tiermehl, ich fress Dich auf!"
Dem Wahnsinn grausets, er flüchtet geschwind
zurück nach England. Das glückliche Rind
erreicht des Bauernhofes Gestade
und ward tags drauf schon zur Roulade.


Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Sandra am 07. Juni 2005, 15:19:25
Ziemlich süss. Aber gab's in Deutschland kein BSE?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 07. Juni 2005, 15:29:40
Natübrlich schon! Aber niemniemniemand wolte es warharHARRhaben!!

Mäh!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Dorian am 07. Juni 2005, 16:01:32
Ich hab mich nur mal an einer Parodie der englischen Version versucht ... ;D


"Come now dear child, come now with me!
Wonderful games I shall play with thee;
Colourful flowers grow on the strand,
down at my place called Neverland."
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 25. März 2007, 04:11:24
Mein "kreislerischstes" Lied ist übrigens das folgende:

Fast biographischer Lebenslauf

Ich hatte schon als Kleinkind diese ausgeprägte Neigung,
wobei sich Neigung mit Talent sehr rasch verband.
Ich entdeckte diese Neigung bei einer Turmbesteigung,
bei der mein Onkel Karl sein Ende fand.

Mein weitrer Lebenslauf ist sicher ohne dies Erlebnis
schwer verständlich. Man verkennt mich leider sehr.
Denn das traurige Begebnis von Onkel Karls Begräbnis
rührte nur von meinem alten Rollschuh her.

Nicht daß ich Onkel Karl nicht leiden mochte,
bei Opa wars schon eher zu verstehn.
Und daß die Köchin so entsetzlich kochte,
ist allenfalls als Zweitmotiv zu sehn.

Für den Gasmann las man eine ganz besonders schöne Messe.
Jetzt kommt er in den Himmel, ganz gewiß.
Mit technischer Finesse und aus reinem Interesse
baute ich ihm eine Bombe ins Gebiß.

Ich erschlug den Babysitter mit der Wald- und Wiesen-Zither
und den Geigenlehrer mit dem Metronom.
Für Tante Lisa war es bitter, denn bei jenem Herbstgewitter
stand ihr Nachtgeschirr ganz plötzlich unter Strom.

Ich gebe zu. beim Geigenlehrer war es Rache.
Doch Tante Lisa hatte ich fast lieb.
Meist war es doch mein Faible für die Sache,
das mich zu dieser Handlungsweise trieb.

Unser Nachbar stand zu Hause in der Brause, da entglitt die
Seifendose mit dem Nitroglyzerin.
Tags drauf warf ich Tante Kitiy durch das Klo des Intercity
auf der Strecke zwischen Heidelberg und Wien.

Dem Schornsteinfeger bohrte ich fünf Gabeln in die Rippen,
meiner Freundin einen Leichtathletik-Speer,
mischte Pfeilgift in den Lippenstift und warf sie von den Klippen,
und am nächsten Morgen lebte sie nicht mehr.

Ich bin nun einmal nicht der Durchschnittsbürger,
der kleine Zyankali-Brötchen bäckt.
Mir stand seit je der Sinn zum Massenwürger.
So wurde ich dann schließlich Architekt.

Doch ich baue keine Bungalows und Einfamilien-Villen,
keinen Luftkurort mit Dusche und Balkon,
auch kein Gartenhaus im Stillen und schon gar nicht Wohnidyllen.
Ich bau nur graue Klotze aus Beton.

Ich stelle große Wohnbehälter an die Wiesenränder,
einen Sender und das Goethe-Institut.
Ich bin bekannt als prominenter Architekt für Bürger-Center
nach dem Motto: schön, quadratisch, praktisch, gut.

Meine Bauten werden immer funktioneller;
mit dem Beton, den ich bei Zwischenwänden spar,
bau ich noch einen Parkplatz und den Keller
und zehn Etagen, zwölf Garagen und die Bar.

Sie werden jetzt wohl denken, meine Sicht sei etwas eigen,
und: das führt doch alles nur vom Thema fort.
Doch die Selbstmordraten steigen, und die Unfallzahlen zeigen:
nur der Wohnungsbau ist der perfekte Mord.

Ich brauch kein’ Speer mehr, kein Gewehr mehr, um die Leute umzubringen.
Ich bau ein Hochhaus, und dann wart ich auf den Tag,
an dem sie Abschiedsbriefe schreiben
und sich mit Arsen entleiben,
die Hand ins Bügeleisen halten
oder sich den Schädel spalten,
sich mit Ehepartnern nerven
und mit Küchenmessern werfen,
sich von der Terrasse schwingen
oder aus dem Fenster springen,
und manche trifft beim Anblick schon der Schlag.

Noten gibts auch (http://www.burkhard-ihme.de/Lebenslauf_Noten.jpg).
Ich hab allerdings meine Lieder noch nicht digitalisiert, muß also alle erst Scannen und mit OCR bearbeiten (oder abtippen). Gedruckt gibt es sie in

"...weil ein Reim hinten steht"
"Ewige Liebe" (Texte und Noten
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: whoknows am 25. März 2007, 10:27:13
Das gefällt mir sehr gut, und es verliert die "geklaute Note" (ich meine: das Bidla Buh-ische) weil die dritte Strophe einen anderen Succus ergibt - und damit das ganze Lied umdreht - das finde ich sehr fein!
Ich würde allerdings vermutlich - wenn ich es interpretieren müsste auf einer Bühne - die Strophen umdrehen: ich würde ziemlich schnell in die Strophen kommen, wo erklärt wird, WIE ich die Menschen umbringe - und DANN erst die Aufzählung, WER alles starb - um dann am Schluss in die Hochhausgeschichte zu gehen. Denn in der ersten Strophe, mit Onkel Karl, wird irgendwie offen gelassen, ob es ein Unfall war oder nicht - deshalb würde ich zuerst mit den Erzählungen der Morde weitergehen - wobei, natürlich: es käme auf die Musik an....
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 26. März 2007, 21:14:16
Ich hab auch wieder was verzapft (zumindest zwei Strophen, ich denke es müßte noch eine Dritte dazu)
Was ziemlich böses
(passt irgendwie zu Burkhards Lied in dem Sinne, was in den von dem mörderischen Architekten gebauten Häusern noch so passiert...)
Ich fürchte nur, bis ich das Lied fertig habe, hat es seine "Halbwertzeit" schon wieder überschritten ("Jedes Ding hat seine Halbwertzeit, immer nur so weit, bis kein Hahn mehr danach schreit...und jeder Horror nur begrenzte Haltbarkeit..." :-/ )

TIEFKÜHLTRUHE

MEIN JÜNGSTES HAT DEN PSEUDOKRUPP
DAS ÄLTESTE DAS ROTZT
UND'S MITTLERE HAT MIR GERAD' INS CHEMISETT GEKOTZT
VOM AMT KOMMT KEINE KNETE MEHR
UNS HILFT NICHT MAL DER BECK
KURZ GESAGT, MEIN LIEBCHEN, WIR STECKEN ECHT IM DRECK

Ref.: LIEBLING STECK DIE KINDER IN DIE TIEFKÜHLTRUH
DANN GEB'M SIE ENDLICH RUH

MEIN ALLERERSTES BALG DAS HABE ICH NOCH RASCH ERSÄUFT
DOCH MANCHMAL MERKT SOGAR DAS JUGENDAMT WAS DA SO LÄUFT
JETZT HABE ICH DREI GÖRN AM HALS SO NÜTZLICH WIE EIN KROPF
UND KRICH ICH NOCH EIN VIERTES KOMMTS IN DEN BLUMENTOPF

LIEBLING STECK...


Angedachte Musik: ein flotter 4/4 in Dur...

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 26. März 2007, 21:19:23
Und noch eines. Leicht autobiographisch.
Ist bestimmt noch viel "reim dir oder ick fress dir" drin :-[

Platonisch melancholisch
ich liebe nur von fern
Ob groß ob klein ich habe
nur Ungreifbare gern

Ein Bild das kann nicht flüchten
Ein Poster sagt nicht nein
Doch können sie nciht schwatzen
und zärtlich zu mir sein

ich hätt schon gern was echtes
Bin nicht mehr gern einsam
Doch auch bei meinen Schwärmen
Bin ich stets monogam

Verstopft der Weg zum Herzen
Die Seele ist blockiert
Es ist nur ein Phantom
Was diesen Weg passiert

Platonisch und neurotisch
Das Kissen fest im Arm
ich denk' es ist der Liebste
Der große ferne Schwarm

Ob er noch reizend wäre
wenn er wirklich mein
ich werd es nie erfahren
denn es wird nie so sein

Angedachte Musik nachdenklich aber nicht zu traurig, weil ich sonst statt zu singen zu heulen anfange... :-[
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 31. März 2007, 20:53:55
Quote (selected)
Danke schön. Hab mal ein bisschen geguckt - klingt alles ziemlich gut - erinnert mich irgendwie an Josef Hader... kennt Ihr den? Der ist auch oft sehr skurril und hinterfotzig in seinen Texten - wenn auch weniger musisch.
Naja, Willy Astor mit Hader vergleichen ... Da sollte zumindest als Resumee stehen, daß Hader um Welten besser ist. Astor ist nur unglaublich platt. Niveaumäßig etwa Peach Weber, spielt nur besser Gitarre (Astors große Leidenschaft, aber auch da nur Mittelmaß, zumindest mit Gitarristen verglichen).

Quote (selected)
Hey, Ihr junges Gemüse. Ihr werden Euch noch danach sehnen, dass Euch 16-jährige Mädels Liebesgedichte schreiben... ;D ;D ;D
Wenn sie einem gelten .. Nach meinem einzigen Fernsehauftritt kriegte ich zwanzig Seiten von solch grauenhaftem Geschreibsel zur Begutachtung geschickt.

Die Qualität dieser "Gedichte" hängt vielleicht auch von fehlenden Vorbildern ab. Die Kids kennen ja nicht Heine und Kreisler, sondern werden mit Rolf Zuckowski und anderen Meistern der Kinderlyrik sozialisiert. Und da scheint sich ja keiner große Mühe zu geben, sauber zu reimen und die Syntax nicht mehr als notwendig zu vergewaltigen.

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: whoknows am 01. April 2007, 00:37:08
Aber ...äh....auf alte Postings von Sandra zu antworten, entbehrt nicht einer gewissen Sinnlosigkeit. Sie ist schon lange nicht mehr hier. ;D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 01. April 2007, 03:11:52
Quote (selected)
Aber ...äh....auf alte Postings von Sandra zu antworten, entbehrt nicht einer gewissen Sinnlosigkeit. Sie ist schon lange nicht mehr hier. ;D
Und du kannst gewährleisten, daß sie hier nicht heimlich mitliest?

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: whoknows am 01. April 2007, 08:46:28
*Kicher* Nein, da hast Du natürlich Recht.  Wobei "Mitleser" hier ja noch nicht mal heimlich sein müssen.  8-)
Titel: Urlaub mit Meckermann
Beitrag von: Burkhard Ihme am 15. Mai 2007, 07:27:28
"Urlaub mit Meckermann" ist eines meiner Lieblingslieder. Vielleicht, weil ich es nie öffentlich aufführen konnte, da erstens für eine Frau und zweitens für Klavier geschrieben. Würde mich ja freuen, wenn das jemand ins Repertoire nehmen würde!


Urlaub mit Meckermann

Mein Mann und ich, wir waren heuer wieder auf Ibiza,
denn vergangnes Jahr in Nizza
war das Wetter viel zu schön.
Die Kinder sind wie jedes Jahr bei Onkel Paul in Bochum.
Wir schicken sie dort hoch, um
mal was anderes zu sehn.

Und so sagten wir uns: Fahren
wir doch zu den Balearen,
denn seit sieben Jahren waren
wir nicht dort.
Und mit großem Marschgepäck er-
klommen wir den Doppeldecker,
und dann flogen wir mit Mecker-
mann vor Ort.

Ich sag ja nichts, wenn ab und zu ein Luftloch etwas jäh is,
doch mein Mann und ich, wir kamen aus dem Ärgern nicht mehr raus:
Da freut man sich seit Wochen auf den Blick auf die Ägais,
und dann sieht man nichts als Wolken. Wolken ham wir auch zu Haus.

Nach der Landung auf lbiza teilten wir uns eine Taxe
mit zwei Damen aus Bad Bracksee
und zwei Herrn aus Liebenzell.
Der Taxifahrer drehte noch zwei kurze Ehrenrunden,
und nach knapp dreiviertel Stunden
warn wir endlich im Hotel.

Doch der Service war noch schlechter
als in Overath und Vechta,
und auch der war schon in Echter-
dingen mies.
Die Matratzen hart wie Steine!
Selbst das Gastehaus in Peine
war dagegen noch das reine
Paradies.

Die Gardinen waren grau. Man konnte nur den großen Baukran
und zwei Bagger, doch kein Meer und keine Abendsonne sehn.
Mein Mann und ich, wir schaun uns sowas immer sehr genau an,
damit wir nichts vergessen, wenn wir uns beschweren gehn.

Denn es gelten als Kriterien für die idealen Ferien
nicht nur Sonne und bakterien-
freies Wasser im Absinth.
Wir wolln nicht nur auf allen Meeren Sekt und Kaviar verzehren,
nein, wir wolln uns auch beschweren,
wenn der Zahnputzbecher rinnt.

Und wir schaun in alle Ritzen,
und wir machen uns Notizen,
die beim Reklamieren nützen
als Beweis:
Alte Laken auf den Betten,
kein Papier in den Toiletten,
der Wein zu kalt und die Kroketten
viel zu heiß ...

Vor zwei  Jahren in Barletta war vier Wochen schlechtes Wetter,
und die Steaks in der Taverne waren zu Briketts verkohlt,
die Lassagne war zu fett, da tobten wir wie Rachegötter.
Kurz gesagt: wir haben uns so gut wie nie zuvor erholt.

Mein Mann schafft als Erfinder in der Autoindustrie, da
kann er höchstens hin und wieder
in der Kneipe sich beschwern.
Doch am Arbeitsplatz, da hält er brav den Mund. Man wird ja älter,
und als kleiner Angestellter
engagiert man sich nicht gern.

Und drum fahren wir nach Nizza,
nach Mallorca und Ibiza
und notieren jeden Schnitzer
voller List.
Denn zu Hause muß man schweigen,
vor dem Chef sich stumm verneigen,
doch im Urlaub kann man zeigen,
wer man ist!

Ja, im Urlaub kann man sich als Mensch von Grund auf neu begreifen,
wenn man endlich alle Skrupel, alle Scheu beiseite schiebt.
Nicht mehr vor dem Meister kneifen,
sondern selber jemand schleifen,
mit dem Liftboy diskutieren
und beim Kellner reklamieren,
nicht mehr betteln, nicht mehr beten,
nicht mehr buckeln, sondern treten!
Darum sind wir auch im Ausland so beliebt.
Denn Meckermann machts möglich, daß man ohne Heuchelein
einmal tief im Herzen fühlt: Hier bin ich Mensch, hier darf ich schrein!


Musik: Friedbald Rauscher


Und ich hab sogar die Klaviernoten:

Seite 1 (http://www.burkhard-ihme.de/Meckermann_1.jpg)
Seite 2 (http://www.burkhard-ihme.de/Meckermann_2.jpg)
Seite 3 (http://www.burkhard-ihme.de/Meckermann_3.jpg)
Seite 4 (http://www.burkhard-ihme.de/Meckermann_4.jpg)
Seite 5 (http://www.burkhard-ihme.de/Meckermann_5.jpg)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 09. Juli 2007, 19:36:23
Hat schon mal einer unserer Pianisten hier einen Blick auf die Klaviernoten geworfen?
Mich würde eure Meinung interessieren.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 09. Juli 2007, 23:19:54
zwar würde ich mich nicht als pianist bezeichnen allerdings spiele ich doch hin und wieder etwas klavier ^^.
ich hab es mir mal ausgedruckt und ein bisschen geklimpert. allerdings finde ich das spielen aus faksimiles grundsetzlich etwas schwierig (und bei sprüngen/coda usw. sowieso - man spielt so vor sich hin und merkt irgendwann, dass man sicher wo anders hätte weiterspielen müssen). das was dort notiert ist wird aber wahrscheinlich auch nicht alles sein, was der pianist bei diesem stück so spielt - oder (die Akkordnotation beim Intro lässt eine art improvisierten generalbass vermuten? sonst käme mir die begleitung an manchen stellen doch ein bisschen dünn vor - allerdings macht es an manchen das tempo wieder etwas wett.
aber gratulation, dem, der es aufgeschrieben hat für die mühe. die machen sich sicherlich wenige.
trotzdem würde mir eine version zum anhören etwas helfen.

lg, Max
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 10. Juli 2007, 09:30:03
Die Akkord-Notation ist meines Wissens nur für Gitarristen etc. gedacht.
Ich bin kein vom Blatt-Leser geschweige denn -Denker, aber ich glaube, das ist schon der komplette Klaviersatz (die Basslinie als Boogie-Woogie gespielt.). Das Intro beginnt sehr zurückhaltend.
Hörbeispiel hab ich nur auf Senkelband.



Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: niels am 10. Juli 2007, 13:15:06
Bin auch nicht sicher, ob die Partitur vollständig herausgehört ist. Scheint mir stellenweise auch etwas dünn. Gut möglich, dass im Original breitere Umkehrungen der rechten, Verdoppelungen oder Akkordergänzungen der linken Hand vorkommen, was man ja alles nicht so gut hört. Lässt sich aber auch gut ad hoc ergänzen.

Die Akkordnotationen sind m.E. schon (auch) für den Pianisten gedacht. Ich arbeite oft damit, gerade bei Begleitungen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 10. Juli 2007, 16:12:56
Quote (selected)
Bin auch nicht sicher, ob die Partitur vollständig herausgehört ist.
Herausgehört ist sie eigentlich gar nicht, da der Komponist die Noten geschrieben hat.
Aber es kann natürlich gut sein, daß die Bässe oktaviert sind oder im Boogie-Woogie-Stil gespielt werden. Die Aufnahme ist zwanzig Jahre alt und mein Tonbandgerät, wie anderweitig erwähnt, kaputt.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 22. Oktober 2007, 16:48:09
Da ich schon mal nach 10jähriger Pause einen Text (http://www.georgkreisler.net/buehne-frei!/eigene-verzapfungen/msg1746/#msg1746) geschrieben hatte, hier gleich noch ein zweiter

Phantomschmerz

Ich fühl nicht, was ich fühle,
Ich spür nicht, was ich spür,
alle Nervenenden, die zu meiner Seele führn, sind blind.
Ich seh nicht, was ich sehe
und kann selber nichts dafür:
Die Welt ist so verändert, daß ich nichts mehr wiederfind.

Ich glaub nicht, was ich glaube,
ich denk nicht, was ich denk,
Jede Wahrheit gibt es doppelt oder drei- bis vierfach. Schon
sind alle Zweifel, die ich hege
nur noch kleinliches Gezänk.
Das Glück gibt's nur im Internet und Gott als Klingelton.

Ich habe mich verirrt in engen Räumen,
in einem fensterlosen Zimmer ohne Tür
Denn die Wirklichkeit ist längst nicht mehr real,
doch in Wirklichkeit ist mir das längst egal.
In meinen Träumen bist du immer noch bei mir.

Ich kann nur lachen über Sachen, die nicht komisch sind,
die ökonomisch sind und vor der Welt bestehn
Ich kann nur grinsen über Binsen, wenn sie weise sind
und wie der leise Wind durch die Synapsen wehn.

Ich mein nicht, was ich meine,
ich vertraue nicht der Zeit.
der Phantomschmerz in den Schläfenlappen läßt mein Hirn vibriern.
Ich kann nicht weinent, wenn ich weine,
denn ich tu mir nicht mehr leid.
Liebe hat es nie gegeben, Liebe wird nie existiern.

Ich hab mich eingelebt in meinen engen Räumen,
in einem Kerker, der einst unserm Zimmer glich.
Die Wirklichkeit ist mir schon längst egal.
Denn in Wirklichkeit ist gar nichts mehr real.
In meinen Träumen bin ich glücklich ohne dich.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 10. Januar 2008, 07:30:53
Ein bißchen Gewalt
 
 
Unsre Erde ist in keiner sehr beneidenswerten Lage, 
sie versinkt schon bald in Terror und Gewalt.
Und so stellt sich nun die Frage: wie vermitteln wir die Werte,
die uns Jesus einstmals lehrte und die Dylan schon besang
an unsre Kinder ohne Folter oder Zwang.
 
Unsre Kinder sind die Zukunft dieses sterbenden Planeten,
sie bestimmen sein Verderben und Gedeihn.
Drum nehmt den Kindern die Pistolen aus der Hand und lehrt sie treten,
wo ein Fußtritt völlig reicht, da muß ein Kopfschuß doch nicht sein!
 
Ein bißchen Hauen, doch nur Größere und Stärkre,
ein bißchen Hauen in gerechtem Zorn und Grimm,
ein bißchen Hau'n, wenn ich mich ärgre, ist im Grunde legitim,
ein bißchen Hauen ist doch gar nicht mal so schlimm.
 
Ein bißchen Bomben, nur auf ausgewählte Ziele
Ein bißchen Bomben, wenn du unzufrieden bist.
Ein bißchen Bomben, nicht zu viele und in angemessner Frist
Ein bißchen Bomben, wenn es unvermeidlich ist.
 
Ein bißchen Krieg, doch nur für eine gute Sache!
Ein bißchen Krieg, nur für das Wohl der ganzen Welt!
Ein bißchen Krieg, doch nicht aus Rache, nicht aus Angst und nicht für Geld:
Ein bißchen Krieg, damit der Frieden länger hält! 
 
Ein bißchen Tod, doch nur für die auf unsren Listen,
Ein bißchen Tod, dem, der nach Angriffwaffen strebt,
Ein bißchen Tod für den Statisten, der die Sterberate hebt,
ein bißchen Tod, damit die Menschheit überlebt.
 
Ein bißchen Hölle, aber nicht in meinem Garten,
ein bißchen Hölle, nicht auf unserm Kontinent.
Ein bißchen Hölle, denn wir warten schon so lang aufs Happy end,
ein bißchen Hölle, daß der Himmel nicht verbrennt.

 

Ich hab den Text jetzt vertont (unter teilweiser Verwendung einer 30 Jahre alten Melodie allerdings, die bei mir ungenutzt rumlag, weil der dazugehörige Text ersten für Frauen - und damit für mich nicht aufführbar - und auch nicht ganz so toll war).
Die Phrasierungen hab ich  in den Noten (http://www.burkhard-ihme.de/Noten_Gewalt.jpg) nicht notiert, würde mein bescheidenes Grundwissen auch überfordern.
Mich würde die Meinung der Musiker hier im Forum (Bassmeister, Bastian z.B.) interessieren.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 07. Februar 2008, 22:18:35
Zusatzstrophe (leider nicht so dolle):

Ein bißchen Folter unter ärztlicher Kontrolle,
ein bißchen Folter für die Wahrheit über Nacht.
Ein bißchen Folter, daß der olle Terrorist uns nicht verlacht,
ein bißchen Folter zur Erhaltung unsrer Macht.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 11. Februar 2008, 14:36:09
Ich bin genau wie du,
wenn du so wärest, wie ich gern wäre.
Doch du schwebst fern in einer andren Sphäre,
drum hör ich dir schon lange nicht mehr zu.

Du bist genau wie ich
weil du nur sein kannst, wie ich selbst schon bin
drum bleib auch ich in meiner Sphäre drin
und wenn ich etwas hören kann, dann mich.

Wir sind uns beide fremd,
weil wir uns nur im eignen Spiegelbild erfassen.
Wir können uns nicht finden und nicht lassen,
weil unsre Eigenliebe sich dagegen stemmt.


Die zweite Strophe ist von Edith Jeske (für die Tim-Fischer-Fans: die Texterin von "Rinnsteinprinzessin).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 18. März 2008, 02:45:24
Und noch mal als Sonett:

Ich bin genau wie du,
wenn du so wärest, wie ich gerne wäre.
Doch du schwebst fern in einer andern Sphäre,
drum hör ich dir schon lange nicht mehr zu.
 
Du bist genau wie ich,
gesetzt den Fall, ich gliche jenem Bildnis,
das du von dir erschufst, das stark und wild is'
und das nicht still aus meinem Leben schlich.
 
Wir sind uns beide fremd,
weil wir uns nur im eignen Spiegelbild erfassen.
Wir können uns nicht finden und nicht lassen,
weil unsre Eigenliebe sich dagegen stemmt.

Was immer auch uns auseinandertreibt
und doch zusammenhält – die Sehnsucht bleibt.
Titel: Rationelles Lied
Beitrag von: Burkhard Ihme am 14. Dezember 2009, 14:51:34
Nach langer Zeit mal wieder was neues (und metrisch excellent (http://www.celler-schule.de/indexsite.php?nav=4) ausgearbeitetes):

Ich hab ein Liebeslied geschrieben, nur für dich, mein süßer Spatz,
denn ich hab den ganzen Tag an dich gedacht.
Aber leider, lieber Schatz, war all die Mühe für die Katz,
denn ich hab den Text vergessen über Nacht.

La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la
La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la

La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la
La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la

La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la
La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la

La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la
La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la

La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la
La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la

La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la
La lalalala lalalala lalalala la
La lalalala lalalala la


Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 14. Dezember 2009, 17:38:53
Quote (selected)
metrisch excellent
Und ne plausible Storyline.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 14. Dezember 2009, 22:22:40
Im Sinne dieser Diskussion (http://forum.rollingstone.de/showthread.php?p=2038886#post2038886): unbedingt!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 15. Dezember 2009, 17:48:23
Wobei man sich begründet die Frage stellen kann, ob es wirklich ein Liebeslied ist. Nicht wegen der... äh... ziemlich auffälligen Redundanzen (die sind ja eher typisch für Liebeslieder, siehe "ooh, baby, baby" und "I love you, I love you, I love you"). Sondern aufgrund der Tatsache, dass Dein lyrisches Du seiner Liebsten volle sechs Strophen (vielleicht auch Refrains) feinster Verse zusammengedichtet haben will, sich aber an rein gar nichts mehr erinnert.

Kein künstlerischer, aber ein sozialer Einwand: Nicht jeder Spatz lässt eine hunderprozentige Erinnerungslücke als Liebesbeweis durchgehen. Leiderleider. Je nach Spatz, oder dessen Laune, kann das auch ziemlich nach hinten losgehen. Um etwas weniger vom Goodwill des Spatzes abhängig zu sein, könnte man das Lied noch vor dem Frühstück notdürftig zusammenzimmern und die Lücke gekonnt kaschieren.

Eine solche Version könnte etwa so beginnen (muss man natürlich überzeugend Vortragen, damit es nicht auffällt):

Ich lalalala ganzes Leben lalalala la
La Rosenblätter lalalala rot
La lalalala lalalala immer für Dich da
La lalalala bis zu Deinem la
...

Ich gebe aber zu, dass ich mich auch mit einer solchen Version nicht herauswagen würde.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 15. Dezember 2009, 19:06:54
Die Idee hatte ich auch. Hat mir Edith Jeske (http://www.musenlust.de/) ausgeredet.

Lalala Lalalala lala lala Lalalala La
Lala Lalalala lal die ganze Nacht.
Lala Lalalala Herz Lalala Lalalala Schmerz
Lala Lala was die Liebe aus mir macht.


Von meinen "Fortsetzungen" fand sie die zweite Strophe "sinnfrei".

Ich hab dein Negligée gebügelt, nur für dich, mein süßer Spatz,
denn ich hab es gleich an der Figur erkannt.
Aber leider war, mein Schatz, die ganze Liebe für die Katz,
denn ich hab ein großes Loch hineingebrannt.

Ich hab den Yeti heut gefüttert, nur für dich, mein süßer Spatz,
denn er heulte schon den ganzen Abend lang.
Aber leider war, mein Schatz, das ganze Füttern für die Katz:
der blöde Yeti hat die Gnocchi nicht vertrang.

Auf "Katze" umgedichtet macht zwar die zweite Strophe in der Tat mehr Sinn, aber schon, daß das Füttern der Katze für die Katz ist, ist grenzwertig. Und die Jetis und Jockis klingen einfach besser.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Anke am 16. Dezember 2009, 00:14:59
Bei Würdigung der exzellenten  [smiley=2vrolijk_08.gif]  Metrik  [smiley=thumbsup.gif]

möchte ich doch - als Vertreterin des weiblichen Geschlechts, das bekanntlich sehr logisch denken kann -  meiner Verwunderung darüber Ausdruck verleihen,
wie man etwas Geschriebenes so vergessen kann, dass man es nicht mehr lesen kann?  :o :D
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 16. Dezember 2009, 12:28:24
Anke:
Quote (selected)
wie man etwas Geschriebenes so vergessen kann, dass man es nicht mehr lesen kann?
Ja, darüber musste ich auch kurz nachdenken, bis mir einfiel, dass ich ja selbst auch schon Lieder "geschrieben" habe, ohne sie je aufzuschreiben (manches hab ich dann auch vergessen, mancher Quark will sich aber auch nach Jahren einfach nicht vergessen lassen). Du hast natürlich Recht, "to write a song" und "ein Lied schreiben" sind, wenn kein Stift oder Zettel im Spiel sind, natürlich vollkommen unlogisch, aber ich kenne- außer "erdenken", "erdacht"- keine brauchbare Alternative. Feststehende Begriffe haben auch ihre Nachteile, I blame it daher on the language...

@Burkhard:
Ah, jetzt wo ich auch die beiden anderen Strophen kenne, würde ich Edith Jeske bezüglich des reinen "Lala"s sogar zustimmen. Der Kerl mag vielleicht gute Absichten haben, aber anscheinend war's das dann auch schon. Wenn das so ist, scheint auch mir das klare und reine Lala konsequenter. Die gespickten Herz- Schmerz- Rosenblätter- Versionen würden da eher die Aussage verwischen.

Nachtrag: Der wunderbare Denny Laine kann sogar Briefe lesen, die nie jemand geschrieben hat. Das ist auch höchst erstaunlich.
http://www.youtube.com/watch?v=4iedR4qrfCs
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Anke am 17. Dezember 2009, 00:36:40
Nun ja, ähm ...
z.B. hier http://www.manfred-huth.de/fbr/unterricht/sek/cris.html sieht man ausgerechnet beim "Kreativen Schreiben": ein Gedicht erfinden.  

Weitere Möglichkeiten: gemacht, entwickelt, kreiert, mir ausgedacht, erdacht, erschaffen, geschaffen, erfunden, gedichtet  ...
Ich gebe zu, alles etwas weniger glatt als "geschrieben", aber dafür weniger falsch und paradox.   8-)

Aber die Idee des Gedichts gefällt mir trotzdem gut!  :)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 12. April 2010, 16:47:43
Damit in diesem erstaunlich oft besuchten Thread (externe Verlinkung, Suchmaschinen?) auch mal wieder was neues steht, zwei Gelegenheitspoeme:

Ein Frettchen
lag mit Bettchen
mit seinem Mädchen.
Wißt ihr warum?
Da stell'n wir uns ganz dumm
und fragen die Kollegen,
weswegen.
Denn die verraten uns die Pointe der Geschichte:
Das Frettchen las zu viele Morgenstern-Gedichte.


Und ein literarisches Werk zum Gebrauch von Blumen, das sich mit der kleinen Hilfe von Freunden zu einem Opus Magnus auswachsen könnte:

Wenn man sich Blumen schenkt, so ist das meist ein Zeichen
für wahre Liebe oder auch mal ein geheimnisvoller Code.
Wenn man sich Blumen schenkt, so will man was erreichen
oder warnt vor dem Verhängnis, das uns droht.

Schenkt man sich Rittersporn in Rom,
heißt das: Vergiß nicht das Kondom!

Schenkt man Magnolien in Madrid,
dann kommt die Schwiegermutter mit.

Schenkt man sich Primeln in Paris
fühlt man sich wie im Paradies.


Edith Jeske steuerte bereits einen Zweizeiler bei:

Schenkt man Kakteen in Kabul
heißt das: "Vergiss es - ich bin schwul!"


Alle heimlichen und bekennenen Dichter und Verseschmiede sind hiermit aufgerufen, das Blumenalphabet zu komplettieren!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 12. April 2010, 16:52:51
Eine kleine Hilfe könnte diese Liste (http://www.blumen-fotos.de/blumen-fotos.php) sein.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 19. Mai 2010, 21:22:04
Schenkt man in Petting Pimpernellen,
Braucht man sich nicht lang vorzustellen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Maexl am 20. Mai 2010, 18:57:47
du haderst mit thomas bernhards salzburg?
es is scho wider wos passiert
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 12. August 2010, 22:17:31
Schenkt man sich Pflaumen mit der Bahn,
Heißt das: "Verdammt! Hab mich vertan!"
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 12. August 2010, 23:50:56
Schenkt man in Hamburch sich Unkraut,
Heißt das: Hey, zu lang gekaut!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 11. Oktober 2010, 18:25:06
Und zur Feier des 17.000sten Hits mal endlich wieder ein neuer Text:


IN MEINEN TRÄUMEN

In meinen Träumen liegst du auf der Totenbahre
mit einem Blumenstrauß in deiner kalten Hand
als ein Symbol für als das Gute, Schöne, Wahre,
das man bei dir, mein Schatz, nur leider niemals fand.

In meinem allerschönsten Traum wird deine Asche
aus einem Flugzeug über Reykjavik verstreut,
denn dann liegst du mir nicht mehr auf der Tasche.
Ach, käm' der Tag doch bald. Am liebsten heut.

Und dann stehst du vor der hohen Himmelspforte,
und Sankt Petrus macht dir auf und läßt dich ein
und zeigt dir gleich die Himmlischen Aborte,
denn die müssen stündlich frisch gereinigt sein.

Deine Seele ist dank Gottes großes Gnade
nun gerettet, deine Laster sind besiegt,
und zum Lohn gehörst du jetzt zur Putzbrigade,
weil man vom Manna immer starken Durchfall kriegt.

So wie andere an einer Weihestätte
in tiefer Andacht stehen, stehst nun du
in den geheiligten Gewölben der Toilette.
Und dann scheißen dich die andern Engel zu.

(mit freundlicher Unterstützung von Fabian Lau und Edith Jeske)
Titel: Und noch was altes
Beitrag von: Burkhard Ihme am 20. Oktober 2010, 21:44:27
Es war in einer Sommernacht,
da hab ich dich nach Haus gebracht,
und vor dem Frühstück sagtest du: "Bleib doch bei mir!"
Ich nahm dich pflichtbewußt beim Wort,
ging nach dem Frühstück nicht mehr fort,
doch jetzt verläßt du mich, und ich sitz einsam hier.

Wir waren ein verliebtes Paar
und wirklich glücklich für ein Jahr,
nie gab es Streit, und wenn, behielt ich immer recht.
Heut schau ich dir mit Wehmut nach,
sag mir, woran das Gluck zerbrach.
War unsre Liebe denn nicht groß und rein und echt?!

Komm doch zurück zu mir
und bring das Glück zu mir
und bleib bei mir und laß mich nie mehr so allein wie diese Nacht.
Denn ich verzeihe dir,
mein Schatz, und weihe dir
mein ganzes Leben, wenn dein roter Erdbeermund mir wieder lacht.

Du warst die Königin im Haus,
da hielt ich mich doch völlig raus,
du warst die Herrin über Küche und Parkett.
Jetzt ist dein Platz am Herd verwaist
und unser Kühlschrank ganz vereist.
Komm doch zurück, mir fehl'n zwei Knöpfe am Jackett!

Komm doch zurück, denn unser Haus
sieht ohne dich so öde aus,
du brachtest Glanz in unser schlichtes Domizil.
Das macht: Du bist so zart und schön.
Du mußt den Rasen endlich mähn,
Mensch, ich verlang damit von dir doch nicht zuviel!

Komm doch zurück zu mir,
denn schon ein Blick von dir
fällt wie ein Sonnenstrahl in mein von wildem Schmerz zerrissnes Herz.
Komm und bedenke doch,
mein Schatz, ich schenke doch
dir einen neuen, im Safari-Kaufhaus selbst geschossnen Nerz.

Du bist die einzige Frau für mich,
sag, warum läßt du mich im Stich,
ich hab dich schließlich doch geliebt, so oft es ging.
Und stießest du mich mal zurück,
dann zwang ich dich zu deinem Glück.
Schätzt du die Liebe, die uns einte, so gering?!

Mein Schatz, ich bin nun mal ein Mann,
der sich nicht immer zügeln kann.
Ein kleiner Klaps ist hin und wieder ganz gesund.
Die Sonnenbrille hat perfekt
dein blaues Auge dann verdeckt,
doch jetzt verläßt du mich, so plötzlich, ohne Grund!

Komm doch zurück zu mir,
mein Schatz, dann schick ich dir
zwölf rote Rosen und als Pfand der Liebe einen Diamant.
Ich schenk dir Flieder, erst,
und wenn du wiederkehrst
den Erste-Hilfe-Kasten, Mull und einen neuen Streckverband.


(http://www.burkhard-ihme.de/Komm_doch_zurueck_zu_mir.jpg)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Anke am 22. Oktober 2010, 01:43:33
WOW  [smiley=tekst-toppie.gif]

Gruselig guter Text!



Verstehe ich doch richtig, das ist von dir?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 22. Oktober 2010, 15:39:18
Yep!
Aber nicht jeder (http://forum.rollingstone.de/showthread.php?p=2294682#post2294682) findet den Text toll:

Quote (selected)
The Imposter;2294682]
(der Text ist allerdings schonmal ziemlich schrecklich)

Quote (selected)
The Imposter;2295514]
ich fand nur die Reime etwas zu steif und ungeschmeidig, jetzt den ganzen Text zu sehen macht's auch nicht unbedingt besser, nach hinten raus wird's einem sogar ein bisschen mulmig
Quote (selected)
The Imposter;2295651][/b]mir wird dabei mulmig, insbesondere in den letzten drei Versen, und reimtechnisch ist das in meinen Augen / Ohren ein einziges Geholper
Quote (selected)
The Imposter;2296263][/b]
kannst ja mal ner Frau vorsingen, die in ihrer Beziehung ähnliches erlebt hat, da kommt bestimmt Freude auf
und Metrum hin oder her, finde der Text grooved nich, könnte ja in sich auch schon einen gewissen Rhythmus und Melodie haben, das spür ich da beim Lesen eben nicht
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 24. Oktober 2010, 21:52:52
Musste erstmal die Gitarre zur Hand nehmen, um es mal durchzuspielen. Danke für das Sheet.

Ich denke- mal so als Schnellschuss- Du hättest z.B. schon früher im Lied auf die Gewalt setzen können. In Ansätzen ist sie ja da, wie in "nie gab es Streit, und wenn, behielt ich immer recht.", oder das freche "Denn ich verzeihe dir". In dem Kontext hätte man weiterspinnen und die Sache steigern können. Leider schieben sich da die Strophen mit dem Haushalt (Frau am Herd, Er zu unselbständig zum Rasenmähen) dazwischen, wodurch das blaue Auge gegen Ende wieder recht unvermittelt kommt. Obwohl es vorher vorbereitet worden ist... Ich sehe da eigentlich zwei Themen. Sprachlich hänge ich eigentlich nur an dieser Stelle:
"Das macht: Du bist so zart und schön."
Da findet sich aber sicher ein Ersatz.

Schön ist natürlich die leichte Melodie über dem Bossa- Groove. Die hätt ich mir auch bei Klitschko vs. Briggs gewünscht...

Ich sollte mal wieder was zurückdichten. Ich komme im Moment nur nicht dazu...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 24. Oktober 2010, 21:56:06
Na gut... (im Sinne des vorherigen Projekts):

Schenkt Euch "rhodesische Rhododendren"!
(Ihr müsstet den Reim und das Versmaß ändren)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 24. Oktober 2010, 22:46:59
Nachtrag: Der Refrain gefällt mir immer besser, je mehr ich an ihm knabbere. Hat was Beatle-eskes.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 26. Oktober 2010, 06:53:06
Die Melodie ist für mich vielleicht auch eher untypisch. Sollte eigentlich ein bißchen in Schlagerhafte gehen. Und dann fand ich keine Harmonien für die ersten zwei Zeilen bzw. nur was ganz schrecklich klingendes) und hab das dann als a-capella-Stück komponiert. Das mußte dann also erstens leicht singbar sein (keine komplizierten Intervalle) und möglichst wenig Tonwiederholungen enthalten (sonst pfriemle ich mir halb-schräge Akkorde zusammen und bastle die Melodie drüber – das kann dann schon mal was "Another-Day"- resp. "Night and Day"-haftes haben), deshalb das bewegte Auf und Ab.
Das Lied hab ich so auch beim SDR-Sprungbrettl gesungen (Anfang der 80er Jahre muß das gewesen sein, beim 10. Sprungbrettl. Ich war auch beim allerersten, noch ohne Rundfunk, dabei).
Als ich dann das Text-Notenheft rausgab, hab ich Friedbald Rauscher um Akkorde gebeten. Und da ist dann musikalisch etwas ganz andres draus geworden (diese Dur-Moll-Wechsel waren was ganz Neues für mich).
Ich vergeß zwar ständig die komplizierten Griffe und muß immer wieder mal nachschlagen (kann ich nur spielen, wenn ich unfallfrei durchkomme. Wenn ein Griff fehlt, bin ich raus), mag es aber sehr. Spiel es aber mit Gitarre deutlich schneller als ohne). Vielleicht mach ich noch eine Aufnahme und stell sie auf Youtube (hab ich kürzlich mal mit "In meinen Träumen" gemacht. Bisher noch 0 Aufrufe).

Das Notenbuch kann man übrigens bei mir gegen Rückumschlag beziehen (hab mal 500 gedruckt und sicher noch 400 da).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Anke am 26. Oktober 2010, 23:00:14
Quote (selected)
Er zu unselbständig zum Rasenmähen
nicht zu unselbständig - sondern zu faul!

Das finde ich gerade das Geniale an dem Gedicht und auch an dieser Strophe - "sie ist so zart und schön", soll aber gefälligst trotzdem all die schwere Drecksarbeit machen. Der perfekte Macho.  :D


Oder war diese Kritik etwa auch nicht ernst gemeint, lieber Basti?  8-)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 27. Oktober 2010, 02:30:55
Quote (selected)
Musste erstmal die Gitarre zur Hand nehmen, um es mal durchzuspielen. Danke für das Sheet.

Ich denke- mal so als Schnellschuss- Du hättest z.B. schon früher im Lied auf die Gewalt setzen können. In Ansätzen ist sie ja da, wie in "nie gab es Streit, und wenn, behielt ich immer recht.", oder das freche "Denn ich verzeihe dir". In dem Kontext hätte man weiterspinnen und die Sache steigern können. Leider schieben sich da die Strophen mit dem Haushalt (Frau am Herd, Er zu unselbständig zum Rasenmähen) dazwischen, wodurch das blaue Auge gegen Ende wieder recht unvermittelt kommt. Obwohl es vorher vorbereitet worden ist... Ich sehe da eigentlich zwei Themen.
Eigentlich ist nach dreißig Jahren mein Ehrgeiz, an dem bereits abgedruckten Text noch rumzufeilen, gering. Aber wenn es jemand ins Repertoire nehmen will ...

Quote (selected)
Sprachlich hänge ich eigentlich nur an dieser Stelle:
"Das macht: Du bist so zart und schön."
Da findet sich aber sicher ein Ersatz.

Z.B. "Mein Schatz, Du bist so zart und schön"?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 27. Oktober 2010, 18:42:16
Ja, wieso eigentlich nicht. Inhaltlich bewegt sich durch "mein Schatz" natürlich wenig (obwohl: es wird natürlich viel freundlicher. Man bedenke, wie unhöflich "Muss I denn..." ohne "mein Schatz" wäre...) , aber für meine Ohren wäre zumindest eine Lücke gefüllt.

@Anke: Sicher, ich verstehe die Strophe genauso, und hab- für sich genommen- an ihr gar keine Kritik. Erzähltechnisch, über das ganze Lied gesehen, finde ich aber, dass das Lied in den mittleren Strophen zu wanken beginnt. Auch das Bild des Machos, der sich ja gegen Ende als Schläger herausstellt. Der Schlägertyp wird ja schon in der zweiten Strophe vorbereitet ("nie gab es Streit, und wenn, behielt ich immer recht."), da wird der Zuhörer bereits ganz Ohr. Da ist es schade, dass nach dem ersten Refrain nicht weiter am Aufbau dieser Spannung gearbeitet wird:

"...unser Kühlschrank ganz vereist.
Komm doch zurück, mir fehl'n zwei Knöpfe am Jackett!"
Das liest sich eher hilflos, als resolut. Bestenfalls ist er da noch ein Pascha, der zu faul ist, Nadel und Faden in die Hand zu nehmen. Will man den Macho, darf er nicht flehen. Doch durch das "doch" fällt er in sich zusammen (denk es mal weg, dann ist er wieder da). Erst recht wird es schwierig, in diesen Zeilen den Schläger wiederzufinden/aufzubauen, den man am Ende haben möchte. Für meinen Geschmack hängt das Lied, was die Entwicklung des Gewalttäters angeht, in der Mitte etwas durch. Das meinte ich.

Ist sicher keine große Sache, und das Lied funktioniert auch so. Im Grunde kann man das durch die Art des Vortrags auffangen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 12. Januar 2011, 00:47:44
"In meinen Träumen" hat jetzt sogar eine richtige öffentliche Weltpremiere erlebt: "Emmi und Herr Willnowsy" (http://www.youtube.com/watch?v=ETQUFjda3WI&feature=related)* haben es in der Mitternachsshow im Hamburger Schmidt-Theater gesungen (und dabei festgestellt, daß meine Melodie zu ihrer Stimmlage nicht voll kompatibel ist – jetzt überarbeiten sie sie erst mal).

* das ist natürlich keine Aufnahme meines Liedes. So schnell geht das nicht. Dafür kann man eine ziemlich grauslige Version von mir auf Youtube (http://www.youtube.com/watch?v=CCxRF1jFdM0) sehen (meine Stimme ist eh dahin, dazu kam noch die Wintergrippe).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 13. Januar 2011, 23:52:17
Quote (selected)
Dafür kann man eine ziemlich grauslige Version von mir auf Youtube (http://www.youtube.com/watch?v=CCxRF1jFdM0) sehen (meine Stimme ist eh dahin, dazu kam noch die Wintergrippe).
Ich vermisse deinen Norwegerpulli.   ;)

Hattest du den Text hier eigentlich schon mal gepostet? Er kommt mir gleichermaßen so bekannt und unbekannt vor.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 14. Januar 2011, 01:53:20
Quote (selected)
Ich vermisse deinen Norwegerpulli.   ;)
Wo hast den denn schon mal gesehen (abgesehen vom Foto auf meiner Website, das von 1978 ist)?

Quote (selected)
Hattest du den Text hier eigentlich schon mal gepostet? Er kommt mir gleichermaßen so bekannt und unbekannt vor.
Schade (http://www.georgkreisler.net/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1059718248/200#214), dann kann nicht viel hängenblieben sein.

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 15. Januar 2011, 02:45:08
Quote (selected)
Wo hast den denn schon mal gesehen (abgesehen vom Foto auf meiner Website, das von 1978 ist)?
Im Fotointerview mit dir (Reino Bd. 2, S. 44).
Ansonsten in den Zeichnungen:  z. B. Reino 4, S. 8 und S. 47, sowie als Kameramann bei Mick Baxter (sehr deutlich auf S. 14).
Ist natürlich alles lange her.

Quote (selected)
Schade (http://www.georgkreisler.net/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1059718248/200#214), dann kann nicht viel hängenblieben sein.
Sieht so aus! Eigentlich wollte ich gratulieren zu den überaus eigenwilligen Interpreten, die deinem Lied sicherlich die angemessene Schrägheit verleihen.
Titel: Hähä!
Beitrag von: Bastian am 20. Januar 2011, 20:33:17
Saagemol, Burkhard,
häsch Dei Lürig scho ouf schwäbisch g'läse?

http://www.georgkreisler.net.schwobify.parallelnetz.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1059718248/200

Ein schwäbisches Paralleluniversum, mich hat's fast umgehauen!
Titel: muahaha...
Beitrag von: Bastian am 21. Januar 2011, 12:15:56
... hm, anscheinend ist die Seite hin und wieder etwas schwach auf der Brust und "vorübergehend nicht erreichbar". Probiert es selbst einmal. Man kann dort ganze Seiten (und anscheinend auch die Links!) schwabifizieren, oder auch saxophonisieren lassen...:

http://www.parallelnetz.de/
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Anke am 21. Januar 2011, 14:29:28
Das stimmt, mal sind die Seiten erreichbar, mal nicht. Vielleicht zu kleiner Server. Aber meist innerhalb von ein paar Sekunden wieder erreichbar.

Zum Wegschmeißen witzig!  ;D  Und wirklich hervorragend gemacht - super umgesetzt und wahnsinnig schnell. Da sind echte Perfektionisten am Werk gewesen.  [smiley=tekst-toppie.gif]
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 23. Januar 2011, 14:55:15
Und ich habe jetzt endlich "Urlaub bei Meckermann" singen können:
www.myspace.com/katinkakoschka
 :)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 25. Januar 2011, 20:03:57
Schöne Grüße von Friedbald Rauscher (dem Komponisten). Er schreibt:

Quote (selected)
Katinka Koschka hat irgendwie eine liebenswerte Art und eine "positive Ausstrahlung", wenn man so sagen darf, der Witz kommt leicht und pfiffig rüber.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 26. Januar 2011, 18:50:58
Gratuliere!
Ich stell mir das Stück auch gar nicht so leicht vor, weil man sich den Atem über zwei Zeilen gut einteilen muss (wie nett von Friedbald Rauscher, dass er hie und da eine Achtel mehr hineinkomponiert hat).
Coole Sache, das. Mir gefällt auch, wie Du Deine Klamotten nachher zusammenpackst. :) Auch wenn das wahrscheinlich mehr mit der Vorspiel-Situation zu tun hat, oder? Das Packen könnte man ja als Programmpunkt beibehalten (die Coda ist ja eh ziemlich lang), dann kämst Du eben gerade von diesem Urlaub zurück...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 26. Januar 2011, 18:55:59
(http://www.georgkreisler.net.schwobify.parallelnetz.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1059718248/200)
Quote (selected)
Bags: 1 ... 7 8 9 10
Send Dobic Brind
‹ No Dobic | Nexd Dobic ›
:)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 04. Mai 2011, 02:55:07
Nach Monaten mal wieder was neues:

Gullivers Reisen

Ich hab Gipfel erklommen,
alle Meere durchschwommen.

Hab Kontinente erkundet,
den ganzen Erdkreis umrundet.

Hab in fernesten Landen,
nackt im Regen gestanden.

Ich sah Troja in Flammen,
hörte Rammstein beim rammen.

Hab mit Chronos gerungen
und Tyrannen bezwungen.

Hab das Feuer gestohlen,
traf in Genf Dieter Bohlen.

Hab mit dem Teufel gewettet,
die Titanic gerettet.

Hab mit Kaisern getafelt,
über Hegel geschwafelt.

Hab in Tibet gegrübelt
und im Baumarkt gedübelt.

Hab Vermögen erstritten,
einen Bullen geritten.

Hab Millionen verschleudert,
kaufte Koblenz zum Neuwert.

Hab Geschichte geschrieben,
bin zu Hause geblieben.

Hab Zitronen gefaltet
und Atome gespaltet.

Hab die Götter beleidigt,
den Fauvismus verteidigt.

Hab Kanonen geschmiedet
und die Menschheit befriedet

Hab Harpyen gestreichelt,
starken Frauen geschmeichelt.

Ich hab neunundneunzig Thesen an das Kanzleramt gepinnt,
und du weißt nicht einmal, wo meine Autoschlüssel sind.


Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 04. Mai 2011, 08:07:41
Moin, moin,

das ist einer der berechtigsten Vorwürfe, die ich seit langem gelesen habe...

Gruß Clas
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 11. Mai 2011, 01:39:41
Ich schließe mich an. Unerhört ist das.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 12. Mai 2011, 13:08:51
Ich hingegen finde es überaus nachvollziehbar dieser offensichtlich verwirrten und aggressiven Person - einer Gefahr für den Straßenverkehr! - die Autoschlüssel vorzuenthalten.  Dass die zweite Person behauptet nicht zu wissen, wo die Schlüssel sind, ist deswegen wahrscheinlich nur eine Schutzbehauptung.

(Die neunundneunzig Thesen würde ich übrigens gerne mal zu Gesicht bekommen.)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 18. Mai 2011, 12:46:17
Huch...wenn man eine Weile nicht hier ist... :-[

Quote (selected)
Schöne Grüße von Friedbald Rauscher (dem Komponisten). Er schreibt:

Quote (selected)
Katinka Koschka hat irgendwie eine liebenswerte Art und eine "positive Ausstrahlung", wenn man so sagen darf, der Witz kommt leicht und pfiffig rüber.

 :D Dankeschön!

Quote (selected)
Gratuliere!
Ich stell mir das Stück auch gar nicht so leicht vor, weil man sich den Atem über zwei Zeilen gut einteilen muss (wie nett von Friedbald Rauscher, dass er hie und da eine Achtel mehr hineinkomponiert hat).
Coole Sache, das. Mir gefällt auch, wie Du Deine Klamotten nachher zusammenpackst. :) Auch wenn das wahrscheinlich mehr mit der Vorspiel-Situation zu tun hat, oder? Das Packen könnte man ja als Programmpunkt beibehalten (die Coda ist ja eh ziemlich lang), dann kämst Du eben gerade von diesem Urlaub zurück...
Gute Idee! :) Im Allgemeinen sind solche Situationen bei mir der Balanceakt zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Komik. Meine Mutter erinnert sich noch mit Vergnügen, wie ich der Familie mal zu Hause was vorgetragen habe und wegen Computerproblemen im schicken Abendkleid unter den Computertisch kroch ;D

Inzwischen habe ich das Lied übrigens auch auf der Schwerdonnerstags-Party meiner Behörde vortragen können. :)
Die Wanderniere übrigens auch, allerdings traue ich mich aus GEMA-Gründen nicht, das Teil online zu stellen... :o
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 10. Juni 2011, 15:37:52
Forumsaufschrei...

Neien!
Neien!

Ich könnte schreien!

Ich wollte nicht replyen!
Ich wollte modifyen!

und es liegt nicht am Weien...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 10. Juni 2011, 17:05:17
Hallo Clas.

Ich höre Dein Klagen, ich ahne Dein Wehen.
Ach, magst Du mir sagen: Was ist nur geschehen?

Spinntse wieder?
... die Forum?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 10. Juni 2011, 19:03:24
Moin Bastian,

nein, nix schlimmes, der Dichter ermahnt sich selber zur konsistenten Buttonnutzung. Spinnen tun andere, zumindest partiell, scheint mir, und leider auch punktuell heftig... Aber das schrieb ich schon.

Gruß Clas
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 10. Juni 2011, 20:00:16
Ah, dann bin ich beruhigt. Ich schraube ja wegen der Gastschreibrechte wieder an der alten Tante rum. Und da dachte ich, sie hätte was in den falschen Hals bekommen.
Sehr gut, dann schraub ich mal weiter...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 26. Juni 2011, 11:08:03
Quote (selected)

Das Notenbuch kann man übrigens bei mir gegen Rückumschlag beziehen (hab mal 500 gedruckt und sicher noch 400 da).
Und noch keine einzige Bestellung.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Anke am 26. Juni 2011, 23:32:55
Quote (selected)
Quote (selected)

Das Notenbuch kann man übrigens bei mir gegen Rückumschlag beziehen (hab mal 500 gedruckt und sicher noch 400 da).
Und noch keine einzige Bestellung.

Ein bisschen Werbetechnik gehört schon dazu!  8-)

--> http://www.georgkreisler.net/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1059718248/204

Vielleicht auch mal ein diesbezüglicher eigener Thread mit aussagekräftigem Titel?

Titel: Philomericks
Beitrag von: Heiko am 05. November 2011, 01:06:52
#1
Es appelliert der alte Kant
Komm, benutze dein Verstand
Entsprechend macht Immanuel
Voll auf intellektuell
Gibt die passenden Schriften zur Hand

#2
Auch der smarte Bertrand Russell
Löst selbstgeschaffenen Schlamassel
Vertritt Exzentrik mit Biss
Fühle Dich keiner Sache gewiss
Letztlich führt ´s zu mehr Gequassel

#3
Da wär dann noch der Habermas
Philosophisch upper class
Glaubt sich in Linie von Adorno
Auf den sich nun so gar nichts reimen will, verdammt
- Ja, allen macht Gelaber Spaß!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 07. November 2011, 13:40:08
Metrisch sind das allerdings einfach Fünfzeiler, keine Limericks (die ja nicht in Jamben sondern in Daktylen daherkommen).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 07. November 2011, 22:13:47
Da kann man ja noch weiterbasteln.
Die Ideen find ich gut.

Ich frag mich oft, ob ich Beta- Versionen von Gedichten rauslassen soll, oder ob ich sie, wenn alles stimmt, bis auf xy, quasi als Mangelexemplare gelten lassen darf. Ich kann die Frage für mich kaum beantworten...

An Heikos Gedichten kann man ja noch arbeiten: eindicken, kürzen, umstellen, Metrum glätten... Ich hatte mich, durch Heikos Gedichte animiert, übers Wochenende auch an einen Philomerick gewagt, dann aber immer wieder mal an ihm herumgebogen und -gedrückt, dass ich ihn jetzt nicht mehr auseinanderbröseln kann. Es ist gelaufen.
Was soll ich jetzt mit dem Klumpen machen? Soll ich ihn für mich behalten?

...

Da wär noch der feine Herr Schlotterdeich
(Vom Äußeren eher nem Otter gleich).
Wie ein Frühstücksei
Seine Philosophei:
Das Klare gestockt, doch der Dotter weich.


Naja,... an die Wand würd ich den nicht hängen.
Titel: manchmal geht's einfach nicht...
Beitrag von: Bastian am 07. November 2011, 22:19:55
Auf Ari (http://de.wikipedia.org/wiki/Ari_Trausti_Gu%C3%B0mundsson), geboren in Reykjavik,
Gibt's sicher gar keinen Philomerick...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 08. November 2011, 00:25:30
Moin Bastian!

Mit dem gleichen Vorbehalt und als Replik die zweite Strophe...

Also, bitte, also bitte: Der Schlotterdeich
der lobet doch gerne die Rotte Reich
Statt Steuer nur Spende
viel besser er fände
Der Vielosoff, dass ich seiner nur spotte gleich...

Gruß Clas
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 08. November 2011, 17:26:28
Quote (selected)
#3
Da wär dann noch der Habermas
Philosophisch upper class
Glaubt sich in Linie von Adorno
Auf den sich nun so gar nichts reimen will, verdammt...


"Lyrik nach Adorno" (http://www.georgkreisler.net/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1085256819)

:)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 09. November 2011, 09:21:17
Moin Bastian,

reimen tut sich da schon was, aber wenn dann auch noch Sinn gefragt ist, dann weiß auch nicht, wie es weitergehen kann... mit dieser Einschränkung dann, vielleicht:

...läs diese beiden man von vorn... Oh!
viel Worte gäb's und wenig Spass.

Gruß Clas
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 09. November 2011, 15:08:54
Hallo Bastian, hallo Clas,
vielen Dank fürs Weiterspinnen!

@ Burkhard Ihme
Berechtigte Kritik, mit der ich aber gut leben kann. Bin selber schuld, dass ich nicht die ursprüngliche Schreibweise ‚Philomerixe‘ beibehalten habe, die eine naive Distanz besser betont hätte. Eine vergleichbare Bedeutungsdifferenz gibt es ja auch zwischen ‚Comics‘ und ‚Comix‘.
Witz schlägt Format! Wer´s anders sieht, hat auch recht.


Wähle der Form halber mal Giorgio Agamben (http://de.wikipedia.org/wiki/Agamben)
Weder Didaktylen interessieren, noch Jamben
Weniger Metrum geht
Wenn Met rumgeht
Werde auch künftig beim Reimen rumschlampen


Quote (selected)
"Lyrik nach Adorno" (http://www.georgkreisler.net/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1085256819)

:)

Toller Thread!!
Und „Storno“ hätte mich glatt verleiten können, Adorno trotz A … llem zu bereimen.

Titel: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 19. Dezember 2011, 19:21:21
1976 hab ich im Gitarrenunterricht "Moonlight in Vermont (http://www.youtube.com/watch?v=zND70DDaYGo&feature=related)" gelernt (hatte damals aber irgendwie eine leicht andere Melodie).
Der Text (http://www.sing365.com/music/lyric.nsf/Moonlight-in-Vermont-lyrics-Ray-Charles/1A5BE6DE7EF51C0F48256C24000B6B64) ist ja auch etwas seltsam (fallende Blätter im Sommerwind). Hier die große ultimative Nachdichtung (ohne Mondlicht, Blätter und Vermont):


Käse auf dem Brot
Wurst im Schrank und Bier im Glas
Küchendienst für Paul

Kehre den Korridor, wasch die Gardinen,
putze die Pfannen im Herd.
Sammle die Socken und feudel die Fliesen,
flick den Flokati und freu dich auf

Käse auf dem Brot
Wurst im Schrank und Bier im Glas
Küchendienst für Paul
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 20. Dezember 2011, 14:07:10
Warum liegt die gute Wurst im Schrank?
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 21. Dezember 2011, 08:35:27
Das ist übrigens mein erster Haiku. Sofern man den Zeilen konzidiert, daß sir diese Forderung erfüllen: "Unverzichtbarer Bestandteil von Haiku sind Konkretheit und der Bezug auf die Gegenwart. " Aber wahrscheinlich ist die Wurst im Schrank zu unkonkret ...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 22. Dezember 2011, 21:18:24
Ich finde Schrankwurst kann so abstrakt oder konkret sein, wie sie will. So lange sie da drin rumliegt, ist sie nicht gegenwärtig und de facto eine Nullwurst. Kannst Du sie nicht aus dem Schrank rausholen und sie zu den Anderen legen?

Ich freu mich ja auf Käsebrot und Bier. Aber wenn man dann die Wurst vor mir wegsperrt, frustriert mich das. Nein, ich kann mich da nicht freuen, oder nur zu zwei Dritteln. Vielleicht stimmt das ja auch gar nicht, und im Schrank ist gar keine Wurst. Kann ja jeder behaupten, da sei welche drin. Muss ich selbst aufstehen und nachschauen?

Vielleicht stehe ich ja auch thematisch auf dem Schlauch, und der Schrank hat seine Berechtigung. Wenn Du da einen Schrank haben möchtest, dann soll da natürlich einer hin. Und dann soll da natürlich auch die Wurst rein.

"Küchendienst für Paul" finde ich jedenfalls um Längen stärker als "Moonlight in Vermont".

(Wieso eigentlich Vermont? Aber das ist wohl ein anderes Thema. Und mein Hirn will gerade nicht so, wie es sollte. Müde, zu kurze Nächte... )

Grüße
Bastian
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 23. Dezember 2011, 20:51:56
Ich muss gestehen, ich hatte einfach einen tierischen Appetit. Heute, genaugenommen jetzt, nach zwei Landjägern, bin ich etwas weniger wurstfixiert und sehe klarer.
Damit ich nicht nur als Mopperer dastehe, und als respektvolle Hutlupfung vor Deinem Werk, hab mich auch an einer Umdichtung versucht. Ob es ein Haiku ist, mögen Experten entscheiden, ich verstehe davon zu wenig. Melodie ebenfalls "Moonlight in Vermont", (s.o.):

(herangezogene Sekundärliteratur:
http://www.bad-toelz.de/tourismus/uebernachtung/camping/wohnmobilhafen.html )


Stellplatz in der Stadt
Kurbeitrag ist inklusiv
Camping in Bad Tölz

Ganzjährig offen, mit Starkstromanschlüssen,
Ausgangspunkt für Spiel und Sport.
Autobahn München, die Ausfahrt Holzkirchen,
gut ausgeschildert findest Du hier:

Stellplatz in der Stadt
Kurbeitrag ist inklusiv
Camping in Bad Tölz

------------------------------

Mit diesen besinnlichen Worten möchte ich mich bei allen Schreibern und Lesern bedanken. Es hat sich in diesem Jahr einiges bewegt und geregt. Auch wenn im November der Tod Georg Kreislers viele betrübt hat, und wir seine Stimme vermissen: Wir, die wir leben, haben unsere Stimmen noch. Und so möge jeder in seiner Tonlage, knurrend oder quietschend, stotternd oder krächzend seine Klappe aufreissen, solange es noch geht. Es ist es wert. (Und vielleicht wird ja aus dem ein- oder anderen stillen Leser ein Schreiber- ich würde mich jedenfalls darüber freuen.)
[size=12]
Ich wünsche allen, die es feiern, ein schönes Weihnachtsfest![/size]

Bastian
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 02. Januar 2012, 01:19:55
Schon seit längerem hatte ich dieses Lied in der Pipeline (läßt sich – bis auf das Intro – auf "Lullaby of Birdland (http://www.youtube.com/watch?v=cPHQC-z1ouU)" singen). Hab ich nun über Weihnachten endlich fertiggestellt.


Birdland


Ich hab dich vor einem Jazzlokal getroffen
und lud dich ganz spontan auf ein Glas Bier ein oder Wein.
Der Laden war als einziger noch offen
und ich von deiner Schönheit halb besoffen,
drum trat ich ein.

Jetzt sitze ich im Birdland, trink mein Bier,
warte hier
auf einen Blick von dir.
Doch du hast nur Augen
für diesen saugen-
ialen Tastenvirtuosen am Klavier..

Immer diese Scheiß-Melodien,
die sich eh kein Mensch merken kann.
Ich hab dir vieles verziehen,
auch dieses Jazzlokal verzeih ich dir bestimmt irgendwann.

Ich sitz jeden Tag im Birdland, wart auf dich,
langweil mich
ganz fürchterlich.
Denn die Musik ist öde
und ich verblöde
wie Foto, das im Sonnenlicht verblich.

Ich sitz seit Jahren hier im Birdland, grau und trist,
weil mich hier
kein Mensch vermißt.
Es gibt hier auch kein' Jazz mehr,
Boogie oder Klezmer,
weil der Club längst eine Techno-Disco ist.

Immer diese Scheiß-Melodien,
die sie einem in die Ohren spei'n!
Ich hab dir vieles verziehen,
doch diesen Techno-Schuppen werd ich dir bestimmt nie verzeih'n ...



Diese Version (http://www.youtube.com/watch?v=GwM4bCbYgXA&feature=related) ist übrigens auch ganz knackig, wenn auch die Melodiestimme fehlt.

Und diese Tänzer (http://www.youtube.com/watch?v=8fcJE0Smrnk&feature=related) muß man sich natürlich auch noch dazudenken.
Mina – da war doch was? "Heißer Sand und ein verlorenes Land und ein Leben in Gefahr" ... Ein Text, den man inhaltlich nicht hinterfragen sollte!
Titel: Aktzeichnen
Beitrag von: Burkhard Ihme am 28. Juni 2012, 06:15:28
Da das Lied nirgendwo im Netz zu finden ist und ich es gern gelegentlich verlinken möchte, hier also mal ein ganz neuer Text von 1976.


Aktzeichnen

Das Aktmodell wird schräg von links gebraten,
und tropisch glüht der Grill, die Wildnis ruft!
Die Atmosphäre ist enorm geladen,
zwar nicht mit Sex, jedoch mit schlechter Luft.

Ja, so ein Akt ist überaus vertrackelt,
das kann man deutlich am Ergebnis sehn:
Jetzt hat mir das Modell das Bild verwackelt!
Ach, wär es doch schon zwölf – jetzt ist es zehn.

So sitz ich jeden Vormittag im Aktsaal
und ringe mit dem Mief und der Natur.
Und wenn ich dann Frau Dobler wieder nackt mal,
dann frag ich mich, wenn auch im Stillen nur:

Warum ist denn ein Busen nicht quadratisch,
ich tu mich doch mit Rundungen so schwer.
Quadratisch wär der Busen mir sympathisch
und mit vier rechten Winkeln noch viel mehr.

Warum ist denn ein Busen nicht quadratisch,
dann zeichnete ich ihn mit dem Lineal,
denn nur im strengsten Sinne mathematisch
entspricht er meinem Schönheitsideal.

Der Kandidat, der dann zu einem Quiz muß,
der hätte mit der Kunst ein leichtes Spiel:
Dann hieße der Kubismus Realismus
und der Naturalismus Jugendstil.

Warum ist denn ein Busen nicht quadratisch,
so geht mir stets beim Zeichnen durch den Sinn.
Das muß sich ändern, und homöopathisch
kriegt man das eines Tages sicher hin.

Ja, um die hohe Schule zu erlernen
ist Akt nur ein bescheidener Behelf.
Man lernt nun mal die Kunst nicht in Kasernen.
Ach, wär es doch schon zwölf – jetzt ist es elf.


Aktzeichnen (https://www.youtube.com/watch?v=QKHo1B1M5bM) auf YouTube
Titel: Antw:Eigene Verzapfungen... Aktzeichnen
Beitrag von: Burkhard Ihme am 25. Oktober 2012, 18:18:48
Hab ich jetzt auch im Vorwort zum COMIC!-Jahrbuch 2013 zweitverwendet, da es dort einen Themenschwerpunkt zu Schulen und Kursen gibt und Schwarwels Titelbild ähnlich ausbildungsfeindlich anmutet.

(http://www.icom-blog.de/attachment.php?attachmentid=1621)
Titel: Antw:Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 26. Oktober 2012, 13:02:06
Riesenlob (und stellvertretender Applaus) für Scharwel!
Das Bild ist in verstörender Weise faszinierend: Das versteckt alienhafte des Edukantors und die physische Manipulation, die schon beim Anschauen schmerzt.

Der Inhalt des Themenschwerpunktes dürfte aber wohl nicht ganz so schulkritisch sein, oder?


Grüße Heiko
Titel: Re:Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 26. Oktober 2012, 15:33:45
Hier der ganze Text

Quote (selected)
DAS COMIC!-JAHRBUCH 2013
VORWORT
VON BURKHARD IHME

AKTZEICHNEN   

Das Aktmodell wird schräg von links gebraten,
und tropisch glüht der Grill, die Wildnis ruft!
Die Atmosphäre ist enorm geladen,
zwar nicht mit Sex, jedoch mit schlechter Luft.

Ja, so ein Akt ist überaus vertrackelt,
das kann man deutlich am Ergebnis seh’n:
Jetzt hat mir das Modell das Bild verwackelt!
Ach, wär es doch schon zwölf – jetzt ist es zehn.

So sitz ich jeden Vormittag im Aktsaal
und ringe mit dem Mief und der Natur.
Und wenn ich dann Frau Dobler wieder nackt mal,
dann frag ich mich, wenn auch im Stillen nur:

Warum ist denn ein Busen nicht quadratisch,
ich tu mich doch mit Rundungen so schwer.
Quadratisch wär der Busen mir sympathisch
und mit vier rechten Winkeln noch viel mehr.

Warum ist denn ein Busen nicht quadratisch,
dann zeichnete ich ihn mit dem Lineal,
denn nur im strengsten Sinne mathematisch
entspricht er meinem Schönheitsideal.

Der Kandidat, der dann zu einem Quiz muß,
der hätte mit der Kunst ein leichtes Spiel:
Dann hieße der Kubismus «Realismus»
 und der Naturalismus «Jugendstil».

Warum ist denn ein Busen nicht quadratisch,
so geht mir stets beim Zeichnen durch den Sinn.
Das muß sich ändern, und homöopathisch
kriegt man das eines Tages sicher hin.

Ja, um die hohe Schule zu erlernen
ist Akt nur ein bescheidener Behelf.
Man lernt nun mal die Kunst nicht in Kasernen.
Ach, wär es doch schon zwölf – jetzt ist es elf.

Das Lied habe ich während meines Studiums an der Kunstakademie Stuttgart geschrieben. Die stundenlangen Aktzeichenkurse wären sicher unterhaltsamer und lehrreicher gewesen, wenn dabei von den Professoren ein wenig Handwerk wie Aufbau des Skeletts und der Muskeln vermittelt worden wäre. Denn wenn es nur darum geht, das aufs Papier zu bannen, was man direkt vor Augen hat, braucht man kein Aktmodell, da reicht auch ein Schirmständer. Und nur wenige Comiczeichner können sich Modelle in ihrer täglichen Arbeit leisten.
Auch das Titelbild von Schwarwel zeigt eine gewisse Skepsis den Lehrkräften gegenüber. Dabei gibt er selber Zeichenkurse – nachzulesen in unserem 40-seitigen Themenschwerpunkt Comiczeichnen lernen – Schulen und Kurse – und bietet sie auch als Gegenleistung bei seinem aktuellen Crowdfunding-Projekt «Schweinevogel Total-O-Rama 2» an. Drei der zehn Tageskurse wurden bisher gebucht und der erhoffte Betrag zur Finanzierung der Druckkosten auch bereits erreicht. Crowdfundings, die wie Daniel Lieskes «Wormworld Saga» wirklich durch die Decke schießen, sind selten, Projekte, bei denen nicht einmal zehn Prozent der veranschlagten Summe zusammenkommen, dagegen keine Ausnahme. Comiczeichner verdienen ihr Geld in der Regel auf anderem Wege.
Einer dieser Wege ist die Einräumung von Nutzungsrechten, die auch bei Auftragsproduktionen einen großen Teil der Honorare ausmachen (oder ausmachen sollten). Die gesetzliche Grundlage, auf der diese Nutzungsrechte fußen, das Urheberrechtsgesetz, wurde im vergangenen Sommer auf breiter Front infrage gestellt. Dabei ist weniger die völlige Ahnungslosigkeit der Piratenpartei, die mit dem Thema hausieren ging, erschreckend, als vielmehr der Opportunismus einiger Vertreter der etablierten Parteien, die meinten, ins selbe Horn stoßen zu müssen, aber auch die fehlende Solidarität vieler Kreativer, wie sie in der GEMA-Debatte deutlich wurde, wenn es um Verwertungsstrukturen geht, die der eigenen Kunstsparte nicht zur Verfügung stehen.
Ähnlich heiß, wenn auch in kleinerem Rahmen, wurde die Veröffentlichungspolitik von Mark O. Fischer
VORWORT
und seinem Epsilon Verlag (die uns schon gelegentlich eine Anmerkung im Vorwort des COMIC!-Jahrbuchs wert war) diskutiert. Allerdings hat sie auch dazu geführt, daß Epsilon im klassischen Albensegment einer der wenigen Anbieter ist, der Produktionen deutscher Autoren anbietet (neben Dietmar Krüger und Jan Suski, die im Kapitel «Atelier» vorgestellt werden, auch Thilo Krapp, Erik, Martin Frei und Reinhard «FeliX» Horst, siehe Jahrbücher 2010 bis 2012). Wahrscheinlich sind deutsche Zeichner umgänglicher als französische Lizenzgeber.
Ein anderer, schon etwas älterer deutscher Zeichner, nämlich Helmut Nickel, sorgte ebenfalls für Aufregung, aber weniger wegen seiner Ausstellung beim Münchner Comicfestival 2011 («Mit Robinson und Winnetou in die Welt der Abenteuercomics» im Jagd- und Fischerei-Museum), sondern wegen der Limitierung, der, mit Blick auf den überschaubaren Markt, die «Winnetou»-Ausgabe im Verlag Comicplus unterworfen war. Um mehr Leser anzusprechen, wurde in Kooperation mit dem Karl May Verlag eine – an die reguläre Buchausgabe angelehnte – grüne Leinenausgabe gestaltet, die nun überraschenderweise so begehrt war, daß der Band nach wenigen Tagen verlagsvergriffen war, was für viel böses Blut unter den Sammlern und horrende Preise auf Ebay sorgte. Auf der Frankfurter Buchmesse stellte Eckart Sackmann nun eine 416-seitige Volksausgabe vor, die zwei der geplanten drei Bände, allerdings ohne deren redaktionellen Teil, enthält.
Die Limitierung, die die zweite Neuausgabe des legendären Comic-mit-Gimmick-Magazins YPS erfahren hatte, lag 120 Mal höher, nämlich bei 120.000 Exemplaren. Doch schon am zweiten Tag mußte Ehapa das Heft, das über den Kioskvertrieb deutschlandweit verteilt wurde, als nicht mehr lieferbar melden. Ob das neue, auf eine Käufergruppe im Alter zwischen 30 und 40 abzielende Konzept und der geringe Comicanteil auch bei der für März 2013 angekündigten Nummer 1259 für so viel Nachfrage sorgen wird, muß sich noch erweisen. Der erste, mit 150.000 Exemplaren gestartete Relaunch des Heftes vor sieben Jahren endete mit einem Mißerfolg. Böse Zungen sagen dem Verlag nach, die Hefte nur zu veröffentlichen, um die Rechte an der Marke YPS nicht zu verlieren und so keine Konkurrenz auf dem für Kindermagazine immer härter werdenden Kiosk-Markt aufkommen zu lassen (das MICKY MAUS-Magazin, das sich nach dem etappenweisen Absturz von einstmals knapp 1 Million bei etwa 160.000 verkauften Exemplaren einigermaßen stabilisiert hat – zumindest im Vergleich zu BIENE MAJA: 34.944, 11.354, 21.111 und zuletzt 4.838 – , ködert seine jungen Leser ja vorwiegend mit den Heften beigefügtem Spielzeugramsch).
Ebenfalls zum zweiten Mal wiederbelebt wird das Satiremagazin PARDON, das Ende der siebziger Jahre mit der Comicbeilage SLAPSTICK zahlreiche junge Zeichner förderte (andere urteilen, daß PARDON den Schrott
total unbegabter Autoren auf billigem Pap5ier verramschte), und zwar in einer einmaligen Jubiläumsausgabe, die im Dezember erscheinen soll und bei der es im Erfolgsfall aber nicht bleiben muß. YPS schenkt den Herausgebern um Wolfram Weimer sicher einige Wochen lang Hoffnung.
Galt bisher, daß Superheldenverfilmungen die Nachfrage nach den zugrundeliegenden Comics kaum beeinflussen, so ergab eine repräsentative Umfrage unter zwei Comichändlern, daß ihnen das Zusammentreffen von «The Dark Knight Rises» und dem Relaunch der DC-Serien, bei dem 52 Serien wieder mit Nummer 1 starteten, ohne allerdings alle Ereignisse der Vergangenheit zu «löschen», einen erfreulich regen Verkaufssommer bescherte. Dem Handel geht es demnach gut, es gibt ein breites und auch – je nach inhaltlicher Ausrichtung – nachgefragtes Angebot. Die Kehrseite ist, daß nur eine Handvoll Comicshops die benötigte Verkaufsfläche zur Verfügung hat und so nicht nur die meisten Titel nach zwei bis sechs Wochen aus den Neuheitenregalen, sondern viele auch ganz aus den Läden verschwinden. Für die Verlage bedeutet dies, daß die Frist, in denen die Titel ihre Kosten erwirtschaften können, extrem kurz ist und fast nur Serien, bei denen regelmäßig Neuerscheinungen das Interesse frisch entfachen, auf eine stabile Nachfrage der Backlist hoffen können. Daß dies auch international so funktioniert, zeigen die Verkaufs-Charts 2011 aus Japan, in denen die erfolgreichsten Titel nicht nur im Vergleich zu Europa ungeheure Mengen umsetzen, sondern auch einen enorm schnellen Erscheinungsrhythmus haben und damit eine große Materialfülle generieren: Mit großem Abstand vor «Naruto» führt «One Piece» mit 37.996.373 verkauften Exemplaren der 64 Bände, davon 4 Neuerscheinungen, aber selbst Platz 50 der Liste kann noch mit stolzen 960.150 verkauften Exemplaren glänzen (vergleiche dazu die Verkaufszahlen in Frankreich auf Seite 130 in diesem Jahrbuch). Auch WEEKLY SHOUNEN JUMP und WEEKLY SHOUNEN MAGAZINE, die wöchentlichen Magazine der beiden großen Verlage Shueisha und Kodansha, können 2.876.459 und 1.571.063 verkaufte Exemplare vorweisen. Die Arbeitsbedingungen der Schöpfer dieser Serien sind allerdings nicht so paradiesisch wie diese Zahlen. Osamu Tezuka schuf z. B. in 41 Jahren über 150.000 Manga-Seiten, das sind mehr als zehn Seiten am Tag, dazu kamen unzählige Filme. Und am Ende der Schlange findet man Zeichner, die sich ohne Assistenten und bei geringerer Bezahlung für einen ähnlichen Ausstoß abquälen.
Zum Schluß die wichtigsten Jubiläen: Während Commander Cork seine Feierlichkeiten unterbrach, um seinem Zeichner ein Alben-Debüt zu ermöglichen, begeht der von Fans zur Beendigung abgebrochener frankobelgischer Serien gegründete Verlag Finix Comics im April 2013 sein fünfjähriges Bestehen mit einigen Überraschungen im Programm. Nicht verpassen!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 27. Oktober 2012, 00:53:53
Warum liegt die gute Wurst im Schrank?
Auch ein Kühlschrank ist ein Schrank. Und wo sollte Wurst anders liegen?
Titel: das Wursträtsel
Beitrag von: Bastian am 27. Oktober 2012, 12:45:07
Wieso soll sie liegen?
Käse und Bier stehen zum Verzehr bereit. Nur die Wurst bleibt im Schrank?
Und darauf soll man sich freuen?
Titel: Re:Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 27. Oktober 2012, 16:14:06
Streitet euch ruhig um die Wurst. Ich trink schon mal das Bier.
Titel: Re:Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Katinka Koschka am 29. Oktober 2012, 12:18:40
Hallo ihr Lieben, ich laß mich hier auch mal wieder blicken, da mich im Urlaub endlich mal wieder die Muse geküßt hat. Für Verbesserungsvorschläge bin ich nach wie vor dankbar und für eventuelle Vertonung (Gema-frei bitte, damit ich das Teil dann auch ungehindert vorsingen ect. kann! ;))

Fassungslos auf der Mani

Ich steh am Strand und kanns nicht fassen
hatte Zeus noch alle Tassen
in dem Schrank als er das tat
und solchen Kitsch erschaffen hat?

Das Meer wie Füllertinte blau
hier ist nicht mal der Asphalt grau
Maulbeer- und Olivenbäume
leuchten grün wie Hochglanzträume

 Wie soll's man in Worte fassen,
 alte Kirchen, schmale Gassen
 Kettchen klappern, Wein vom Fass
 "Kali orexi" und "Ja Mas"

Karge Berge, wie Kulisse
Wo hat die Idylle Risse?
Streunerkatzen? Sind meist schön
wie Stammbaummiezen anzusehn

Sie räkeln sich am Wegesrand
und an weißgetünchter Wand
und manche kommt sogar zum Schmusen
und nicht nur für Hühnerbusen

 Wie soll man's nur in Worte fassen
 ohne daß es wird zu krassem
 Kitsch wie aus dem Katalog
 der in den meisten Fällen log

Abfall? Ja den gibt es auch
Plastikflaschen in dem Strauch
am Straßenrand doch sieht man's kaum
verblaßt bereits im Urlaubstraum

Müllcontainer übervoll?
Nur am Sonntag, dann -oh toll!-
die Müllabfuhr am Poltern ist
wenn du schon ausgeschlafen bist

 Wie soll man es in Worte fassen
 keine wilden Touri-Massen
 die aus Bettenburgen brüllen
 und mit Fusel sich abfüllen

Kräuterduft auf Wanderwegen
Wie ist es hier denn bei Regen?
Die Straße wird zum wilden Bach
Blitz und Donner machen Krach

Orkan zerrupft die Palmenblätter
doch geschütz vor Wind und Wetter
lauschig wie Familienzelt
Klarsichtrolo Sturm abhält

 Man kann es nicht in Worte fassen
 und man sollte besser lassen
 dies Örtchen ernsthaft zu beschreiben
 um vom Kitsch verschont zu bleiben


Ich hab allerdings vor noch einen Coda anzuhängen, in dem ich die gelegentlich im Tiefflug vorbeidonnernden Düsenjäger und die zahlreichen Trauerkirchlein am Straßenrand für tödliche Unfälle erwähne, die einem Sorge machen, der Kitsch könnte irgendwann doch verschwinden... :o
Titel: Zum neuen Jahr
Beitrag von: Burkhard Ihme am 22. Januar 2013, 16:19:37
Zum neuen Jahr


Laß deinen Worten Torten folgen,
Und das Ergebnis deiner Taten möge Braten sein.
Laß dein Wollen Weihnachtsstollen wirken,
und dein Werden hier auf Erden gut geraten sein.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 22. Januar 2013, 20:42:31
Sehr schön. Ich werde versuchen, es zu beherzigen. Zumindest bis zum Braten.

Ich wollte es gerade im Guttenberg-Thread posten, aber jetzt hast Du mich animiert.

Der Theodor, der Theodor
Trägt garnix in New Hampshire vor.
Schon bevor der Held
Einen Vortrag hält,
Wird Theo abbestellt. (http://www.focus.de/panorama/welt/empoerung-wegen-geplanter-rede-us-studenten-sammeln-unterschriften-gegen-guttenberg_aid_903484.html)


Hm, wäre es nicht schön, wenn in diesem Thread alle die Berechtigung hätten, an ihren Beiträgen herumzuschrauben? Dann könnte man an eigenen Verzapfungen bis zur Druckreife (oder gar Filmreife) weiterstricken. Wär das was?
Mit der neuen Forensoftware ist es möglich, Berechtigungen boardspezifisch zu vergeben. Dann müsste das doch irgendwie gehen...

Ah! "Child Boards"...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 22. Januar 2013, 23:14:35
Fertig!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: ulfi am 01. Februar 2013, 15:56:22
Das ist ein kleines Testgedicht.
Was es mir bringt, das weiß ich nicht.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 01. Februar 2013, 23:36:57
Und? Hat es Klarheit Dir gebracht?
Und funzt es so, wie Du gedacht?

Kannst feilen Du und bessern?
Das Gute selbst verwässern?

Danach es wieder dörr'n?
Und denn noch mol von vörn?

Um schließlich ziemlich hinten
Am End den Schluss zu finden?


Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 06. Februar 2013, 18:01:17
Da ich den Text grad auf Facebook gepostet habe, kann ich ihn auch hier reinstellen:

1976 bat mich Marén Berg, das Lied "Dialogue" von Maxime Le Forestier nachzudichten. Das kam dabei heraus (nicht ganz so konsequent auf "Vater" und "Kind" gereimt, wie das Original (https://www.youtube.com/watch?v=4_s1w5qV0es)):

Dialog

"Ich habe viel für dich getan",
sagte der Vater.
"Das hab ich oft genug von dir gehört",
sagte das Kind.
"Ich kenne den Gesang.
Ich kreis auf diesem Stern voll Kriegen, Haß und Hader
mein ganzes Leben lang."

"Wer hat das Leben dir gegeben?",
sprach der Vater.
"Verlorne Zeit für dieses Leben",
sprach das Kind,
"in einem Labyrinth.
Dir liegt vielleicht der Mief in diesem Häuserkrater,
ich aber brauch den Wind."

"Und wenn du nun bald sterben mußt?",
sagte der Vater.
"Das wär noch lange kein Verlust",
sagte das Kind.
"Weil ich doch ohnehin
nur um die Erde eines Tages zu verlassen
zum Tod geboren bin."

"Wir haben uns im Leben viel erworben",
sprach der Vater.
"Und seid für nicht sehr viel gestorben",
sprach das Kind.
"Für einen dummen Streit,
der nur ein Einschub ist im großen Welttheater
und der euch nicht befreit."

"Und wem verdankst du diese Welt?",
sagte der Vater.
"Ich hab sie nicht bei dir bestellt",
sagte das Kind.
"Du warst als Bauherr blind,
und mir bleibt nichts zu tun, als eine Welt zu schaffen,
in der wir fröhlich sind,
ich und dein Enkelkind."


Ich hab schon schlimmere Übersetzgen gemacht. "Lazare und Cécile (http://www.priceminister.com/offer/buy/2001736/Berg-Maren-Bien-Ca-De-Pris-33-Tours.html#prd_information)"* von Anne Sylvestre zum Beispiel. Dagegen mag ich "Offener Bief an Elise (http://www.marenberg.com/fr_Discographie-Paroles.php?Txt=40)" (http://textovipjesama.com/tekst/598873/offener-brief-an-elise) noch heute (auch wenn es keine Bundespostbeamten mehr gibt). Leider sind ein paar Fehler in der Abschrift. Es muß z. B. "so'n junger Postmann" heißen.
So klingt das auf Französisch (https://www.youtube.com/watch?v=kHEy2jxJYac). Da sich dort fast alles auf etwa 7 Endungen reimt, ist es allerdings auch einfacher. Da hat Kreisler im Deutschen (Österreichischen) Maßstäbe gesetzt. Ich finde, ein paar meiner Reime sind durchaus kreislerisch.


* Nur in der erweiterten Ansicht ("lire la suite") bzw. beim Scrollen nach unten angezeigt. Und "Die kleine füge" muß "Die kleine Fuge" heißen, auch von mir nachgedichtet. Hier das Original (https://www.youtube.com/watch?v=uTEhvSQufT4).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 06. März 2013, 14:50:07
Hab ich vor 14 Monaten geschrieben, meine Testleser haben dem Text aber das Zertifikat "bühnenreif" verweigert. Leider hab ich es bisher nicht besser hingekriegt.


Es ist nicht, was du denkst

Hallo mein Schatz, du kommst heut deutlich früher als erwartet,
Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Hausputz, wie so oft.
Ich hab die Renovierung doch gerade erst gestartet,
drum sieht's jetzt nicht so aus, wie man es vorzufinden hofft.

Es ist nicht, was du denkst, ich habe keinen Schluck getrunken.
Ich sammle nur die leeren Flaschen für ein Schulprojekt.
Es gibt am Bahnhof einige verrufene Spelunken,
da werden einem ständig leere Flaschen zugesteckt.

Ich habe dir versprochen, etwas weniger zu rauchen,
Ich gebe zu, daß mir das leider nicht so einfach fällt.
Der Perser ist mit gutem Willen auch noch zu gebrauchen,
wenn man nur einen Schreibtisch auf das kleine Brandloch stellt.

Es ist nicht, was du denkst und auch nicht das, wonach es aussieht.
Es ist alles reiner Zufall, brich nicht über mich den Stab.
Ich kann doch nichts dafür, wenn sich die Nachbarin gleich auszieht,
nur weil ich ihr den Rotwein übers Kleid geschüttet hab.

Der Lippenstift am Kragen ist nicht das, was du vermutest.
Sie ist im Bad nur ausgerutscht und suchte Halt bei mir.
Wenn du darauf bestehst, mach ich gleich morgen einen Bluttest.
Sie ist zwar grad erst zwölf, doch ein beliebtes Souvenir.

Du darfst die Pokerrunde in der Küche jetzt nicht stören,
es geht gerad um einen ziemlich hohen Geldbetrag
Ich weiß, man kann die Jungs fast bis zur nächsten Kreuzung hören,
doch die Blaskapelle nimmt den ganzen Keller in Beschlag.

Es ist nicht was du denkst, die Polizei sperrt nur den Tatort,
wo die Frau des Posaunisten plötzlich aus dem Fenster fiel.
Nun setzt das halbe Dezernat dort seine Suche nach dem Draht fort,
der den Sturz abrupt verkürzte, aber bald ist es am Ziel.

Es ist nicht, wonach es aussieht. Das ist nur eine Befragung
aller Zeugen, und ich stand  grad, wie der Zufall es so will,
direkt am Fenster. Und vielleicht kommt auch die kleine Unterschlagung
in der Firma kurz zur Sprache. Ich komm wieder im April!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 06. März 2013, 20:40:59
Schnellschuss nach einmaligem Lesen: Ich mag den Rhythmus! Und irgendwie hat sich da auch gerade spontan eine Melodie aufgedrängt. Das sind schon ohne Analyse zwei gute Zeichen, die für den Text sprechen. Und gerade jetzt fällt mir ein, aus welchem Lied die Melodieanleihe stammt. Das wäre ein Plagiatsfall geworden... Das ist ein schlechtes Zeichen- spricht aber nur gegen mein Hirn.

Ich mag solche Stories ja, die mit einer Selbstverständlichkeit immer mehr ausufern. Würde mir wünschen, dass die Geschichte schon früher anzieht. Andererseits fänd ich am Anfang ne Ecke charmanter, wenn es da noch eine harmlosere Flaschen-Ausrede als "Spelunken" gäb'. Spelunke und Party hat für mich in etwa das gleiche ich-muss-mich-entschuldigen-Level. Nur wie man das lösen soll, weiß ich auch noch nicht (mal ganz abgesehen von den wenigen Reimwörtern, die mir auf getrunken (-soffen...) einfallen würden) Achwasnö, ich finde die Spelunken völlig in Ordnung.
Titel: Eine Liebeserklärung
Beitrag von: Bastian am 19. Juni 2014, 23:38:27
 In Aachen, Aurich, Annaburg,
 Bad Bibra, Bonn und Büren,
 In Chemnitz und in Cloppenburg,
 In Dillenburg und Düren,

 In Emden, Erkrath, Eppingen,
 In Flensburg und in Fellbach,
 In Geisenheim und Göppingen,
 In Hammelburg und Heimbach,

 In Ibbenbüren, Ilmenau,
 In Jülich, Jever, Jüchen,
 In Kerpen und in Künzelsau,
 In Ludwigslust und Lychen,

 In Manderscheid und Müncheberg,
 In Neckarsulm und Nauen,
 In Olpe und in Otterberg,
 In Plochingen und Plauen,

 In Quakenbrück und Quedlinburg,
 In Ratzeburg und Rochlitz,
 In Schwäbisch Gmünd und Schnackenburg,
 In Tübingen und Teuschnitz,

 In Ulm und Übach-Palenberg,
 In Velbert und in Vlotho,
 In Wipperfürth und Wittenberg,
 In Xanten und in Xanten,

In Zossen, Zülpich, Zierenberg, in Zschopau, Zwiesel, Zittau, in Zeits, in Zell, in Zwingenberg, in Zörbig, Zwönitz, Zwickau
.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 20. Juni 2014, 00:36:57
Moin Bastian,

muss das alles Europa sein? Xai-Xai wäre doch auch nicht schlecht... Hauptstadt von Gaza in Mozambique.

Gruß Clas


Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 21. Juni 2014, 10:43:51
Hallo Clas,

ich hatte beschlossen, dass es alles in Deutschland sein soll. Das machte es schwer, mehr mit Ix oder auch nur irgendwas mit Ypsilon zu finden. Aber da kann ich nix für, so isses dann halt.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 21. Juni 2014, 12:46:23
Moin Bastian,

Ylzen? Yeffeln? Yckermynde? Ist doch nicht ybel? Und schreiben kann man doch nach Gusto?

Und eigentlich fehlt noch sowas wie ßaarbrücken... oder ßingen, wenn es alles in Deutschland sein soll... Da kann doch nicht der doytscheste aller Staben fehlen?

Gruß Clas
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 23. Juni 2014, 15:28:09
In Emden, Erkrath, Eppingen,
 In Flensburg und in Fellbach,
 In Geisenheim und Göppingen,
 In Hammelburg und Heimbach,

Fellbach reimt sich auf Heimbach?
Da bin ich etwas empfindlich.


Annaburg und Cloppenburg und einige andere  sind ebenfalls unglücklich (auf der auf einer Nebenbetonung liegenden und somit tedenziell "unbetonten" Reimsilbe identisch, auf der Hauptbetonung nicht reimend).


Und passiert nun in all diesen Städten? Das möchte der Zuhörer vermutlich auch gerne erfahren.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 23. Juni 2014, 16:08:08
Fellbach reimt sich auf Heimbach?
Da bin ich etwas empfindlich.

ja, da hat das Gedicht gravierende Mängel. An einigen Stellen tut es richtig weh, weil es sich nicht reimt. Als ich auf der Suche nach akzeptablen Alternativen den "Hellbach" fand, hatte ich kurz erwogen, Gewässer mit einzubeziehen oder es ganz umzuschreiben. Aber das hätte die Kernaussage verwässert. Bin immer noch auf der Suche nach besseren Kombinationen (auf Heimbach gibt's ja auch nichts).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 25. Juni 2014, 00:07:37
Bad Bracksee gibt's auch nicht, war mir ob des Reimes auf "Taxe" schlicht egal. Ich nehme nicht an, daß irgendjemand die ganzen Namen googelt (zumindest nicht bei meinem Lied, bei der Ansammlung möchte man vielleicht sein Allgemeinwissen testen bzw. erweitern).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 25. Juni 2014, 12:16:48
Ja, das war auch mein Gedanke. Auf Phantasienamen umzuschwenken, würde es erheblich erleichtern. Aber dann wäre es schon fast keine Aufgabe mehr. Es wäre die Aufgabe... Wenn mein Hirn es wieder zulässt, setz ich mich nochmal dran.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 25. Juni 2014, 12:37:52
Doch, eine Aufgabe wäre das, aber eine andere...

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 25. Juni 2014, 17:45:47
Das Online-Reimlexikon (http://www.reimlexikon.net/?suche=ellbach&unrein=0&silben=2) findet auf "ellbach" noch Schellbach und Schnellbach (aber nicht Fellbach). Offenbar ist nicht der ganze Deutschland-Atlas erfaßt.


Unter den unreinen Reimen finden sich dann viele unbrauchbare Ergebnisse wie Apfelbach, aber auch Lelbach und Melbach, die schon wesentlicdh dichter am "H" von Heimbach stehen.


Einfacher ist es natürlich, das Fellbach zu ersetzen. Zum Beispiel durch Frauenstein – Hauenstein (und das E nach dem au wegsingen).


Hast du mit dieser Liste (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Städte_in_Deutschland#F) gearbeitet?


Und worauf läuft das nun hinaus? Ganz kreislerisch ("steht das Grab einer meiner ehemaligen Freundinnen") oder ganz profan ("bin ich schon aufgetreten" bzw. "möchte ich auftreten/ganz bestimmt nicht auftreten")?





Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Bastian am 30. Juni 2014, 14:51:55
Ja, Burkhard, mit der Liste hatte ich gearbeitet. Die hat mir sehr geholfen. Man sieht dem Gedichtchen ja den Aufwand nicht an, aber ich bin irgendwann beim hin und herblättern zwischen den jeweiligen, einander verpflichteten Anfangsbuchstaben (z.B. "F" und "H") und den zu memorierenden Alternativen schier durchgedreht. Daran hat natürlich niemand gedacht, dass man die Namen auch mal nach Endung oder Versfuß sortieren könnte. Ich sehe aber gerade eine weitere Liste, die auch Dörfer enthalten soll. Gut möglich, dass ich - wenn mein Gehirn sich wieder damit befassen möchte - die fiesen Stellen damit gekittet bekomme.

Worauf es hinausläuft? Ich hatte eine Idee im Kopf - eine Motivation (s. Beitragsüberschrift). Aber die ist, dem Ergebnis nach zu urteilen, fakultativ. Ich halte es da mit Magritte. Ich hätt's schon hingeschrieben, wenn da was wäre. Ich denke, ich überlasse es dem werten Leser, der Leserin, selbst etwas damit anzufangen. Bestimmt schafft es dieses Gedicht, Menschen weltweit auf vielerlei Arten und Weisen zu rühren, die mir gar nicht in den Sinn gekommen sind. Vielleicht bringt es ja zwei Menschen wieder zusammen, oder ein Kind hört zu weinen auf. Wenn ein Gedicht solche tollen Dinge erreichen kann, dann soll es so sein.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 10. August 2014, 23:40:54
In Aachen, Aurich, Annaburg,
 Bad Bibra, Bonn und Büren,
 In Chemnitz und in Cloppenburg,
 In Dillenburg und Düren,

 In Emden, Erkrath, Eppingen,
 In Flensburg und in Fellbach,
 In Geisenheim und Göppingen,
 In Hammelburg und Heimbach,

 In Ibbenbüren, Ilmenau,
 In Jülich, Jever, Jüchen,
 In Kerpen und in Künzelsau,
 In Ludwigslust und Lychen,

 In Manderscheid und Müncheberg,
 In Neckarsulm und Nauen,
 In Olpe und in Otterberg,
 In Plochingen und Plauen,

 In Quakenbrück und Quedlinburg,
 In Ratzeburg und Rochlitz,
 In Schwäbisch Gmünd und Schnackenburg,
 In Tübingen und Teuschnitz,

 In Ulm und Übach-Palenberg,
 In Velbert und in Vlotho,
 In Wipperfürth und Wittenberg,
 In Xanten und in Xanten,

In Zossen, Zülpich, Zierenberg, in Zschopau, Zwiesel, Zittau, in Zeits, in Zell, in Zwingenberg, in Zörbig, Zwönitz, Zwickau
.



Ah Bastian,
charmant deine Einfälle.
Fand gleich Humor in, ja, Kreisler-leichter Manier,
nicht ohne's persönliche Quäntchen reiner Schematik.
Treffer!
U...und viele Wünsche
X Y Z
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Arsenfreak am 05. Februar 2015, 17:22:40
Wenn's um Parodien geht, kann ich auch mit eigenen Texten aufwarten, z. B. mit einer Neufassung der 10 kleinen Negerlein:

Zehn kleine Säuferlein

Die 10 kleinen Negerlein und die 10 kleinen Ottifanten kriegen jetzt Gesellschaft!
Dieses Lied kann bei Geburtstags- und sonstigen Feiern im Trinkerheim gesungen werden.  ;)

   1.    Zehn kleine Säuferlein,
      Die saßen mal beim Wein.
      Das eine schaut' zu tief ins Glas,
      Da waren's nur noch neun.

   2.    Neun kleine Säuferlein
      Betranken sich bei Nacht.
      Das eine fiel in'n Kellerschacht,
      Da waren's nur noch acht.

   3.    Acht kleine Säuferlein,
      Die ham's zu doll getrieben,
      Das eine wollt' noch Auto fahr'n,
      Da waren's nur noch sieben.

   4.    Sieben kleine Säuferlein,
      Die tranken Wodka ex.
      Das eine ist vom Stuhl geplumpst,
      Da waren's nur noch sechs.

   5.    Sechs kleine Säuferlein
      Versoffen Schuh' und Strümpfe.
      Das eine fror den Fuß sich ab,
      Da waren's nur noch fünfe.

   6.    Fünf kleine Säuferlein,
      Die leerten ein Faß Bier,
      Dem einen platzt' die Wampe auf,
      Da waren's nur noch vier.

   7.    Vier kleine Säuferlein,
      Die kriegten Whisky frei,
       Das eine fiel vom Achterdeck,
      Da waren's nur noch drei.

   8.    Drei kleine Säuferlein,
      Die tranken Veuve Cliquot,
      Das eine schluckt' das Glas gleich mit,
      Da waren's nur noch zwo.

   9.    Zwo kleine Säuferlein
      War'n voll des Brannteweins.
      Das eine kriegt' den Lebersturz,
      Zurück blieb nur noch eins.

   10.    Ein kleines Säuferlein
      Konnt' nicht mehr gehn noch stehn.
      Die Leber kriegt' es ausgetauscht,
      Soff weiter gleich für zehn!

   Arsenfreak, im Januar 2013
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 20. März 2015, 16:17:18
Ich hab mittlerweile meine LP von 1979 auch digital. Ein Lied hab ich mal auf den Server geladen.
Da es ziemlich Kreisler-affin ist, paßt es ja (wenn auch nicht in die Jahreszeit)

Silvester (http://www.burkhard-ihme.de/Lieder/13.%20Silvester.aiff)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: mstucho am 14. April 2015, 09:51:17
Hallo in die Runde. Ich bin neu hier im Forum aber seit einigen Jahren als Sänger, Pianist und Komponist aktiv. Ich wollte Euch mal ein Lied zur Diskussion stellen, bei dem ich versucht habe an Georg Kreisler anzuknüpfen. Vielleicht gefällt es euch. Hier eine Version vor ein paar Tagen privat aufgenommen:  https://www.youtube.com/watch?v=Iu96GpRWHHU
Herzliche Grüße, Markus
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: h-j-urmel am 14. April 2015, 11:29:38
Hallo zurück. Dieses Lied erinnert mich eher an die Couplets der 20er und 30er Jahre. Mir persönlich gefallen diese sexistischen Lieder nicht. An Kreisler anknüpfen stelle ich mir sehr kompliziert vor. An welcher Stelle andoggen? Am Liebeslied, am Sarkasmus, an der Ironie, am Jiddischen, am Humor.....? Ich empfehle jeder kreativen Person mit dem gelernten Handwerk an sich selbst anzuknüpfen. Interpretation ist damit nicht gemeint. Sie sind mir als interessanter Kreisler-Interpret ein Begriff. Ich besitze die CD´s "Lüsterarien" und "...so oft, bis Du mich Liebling nennst...", die mir gefallen.  Beste Grüße, h-j-urmel
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Markus Schimpp am 14. April 2015, 12:29:09
Vielen Dank für die Kritik. Stimmt, der Text ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ich schreibe ja vor allem eher die Musik und da hat mir die Beschäftigung mit Kreisler sehr viel gebracht. Außerdem finde ich, man kann sich doch durchaus bei den großen Meistern inspirieren lassen. Ich will mich gar nicht vergleichen. Meine Stil verändert sich mit jedem Stück und mit den Jahren. Bin gespannt wo mich das noch hinführt... :-)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Markus Schimpp am 26. Juni 2015, 20:23:15
Jetzt habe ich mich noch einmal an den Flügel begeben um den geneigten Kollegen hier meine Eigenverzapfungen vorzustellen. Ich habe mich entschlossen mein neues Programm mit eigenen Liedern "Lieböslieder" zu taufen. Das Promo gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=d2-O_VGox_E
Über Kritikpunkte und Anregungen freue mich mich sehr.  Ich grüße herzliche...:-)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 28. Juni 2015, 17:16:24
Moin Markus,

das Video ist privat... mehr kann ich dazu nicht sagen.

Gruß Clas
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Markus Schimpp am 29. Juni 2015, 19:29:54
Entschuldigung, da gab es technische Probleme. Hier jetzt ganz öffentlich die Playliste zu den Liedausschnitten meiner Lieböslieder
 
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Markus Schimpp am 29. Juni 2015, 19:30:12
https://www.youtube.com/playlist?list=PLzwM0eOXjig4Kws5aYnmTIRldpn_laewK
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 22. August 2015, 16:51:43
In Aachen, Aurich, Annaburg,
 Bad Bibra, Bonn und Büren,
 In Chemnitz und in Cloppenburg,
 In Dillenburg und Düren,

 In Emden, Erkrath, Eppingen,
 In Flensburg und in Fellbach,
 In Geisenheim und Göppingen,
 In Hammelburg und Heimbach,

 In Ibbenbüren, Ilmenau,
 In Jülich, Jever, Jüchen,
 In Kerpen und in Künzelsau,
 In Ludwigslust und Lychen,

 In Manderscheid und Müncheberg,
 In Neckarsulm und Nauen,
 In Olpe und in Otterberg,
 In Plochingen und Plauen,

 In Quakenbrück und Quedlinburg,
 In Ratzeburg und Rochlitz,
 In Schwäbisch Gmünd und Schnackenburg,
 In Tübingen und Teuschnitz,

 In Ulm und Übach-Palenberg,
 In Velbert und in Vlotho,
 In Wipperfürth und Wittenberg,
 In Xanten und in Xanten,

In Zossen, Zülpich, Zierenberg, in Zschopau, Zwiesel, Zittau, in Zeits, in Zell, in Zwingenberg, in Zörbig, Zwönitz, Zwickau
.

Du kriegst in gewisser Weise Konkurrenz:
 
Quote (selected)
Bodo Wartke
‏@bodowartke
Mit Beginn der Tour wird Bodo jede Stadt mit einem Gedicht bereimen. Die Twitterpoesie wird morgens am Konzerttag getwittert. #waswenndoch
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 04. September 2015, 19:01:49

 In Aachen, Aurich, Annaburg,
 Bad Bibra, Bonn und Büren,
 In Chemnitz und in Cloppenburg,
 In Dillenburg und Düren,

...

In Zossen, Zülpich, Zierenberg, in Zschopau, Zwiesel, Zittau, in Zeits, in Zell, in Zwingenberg, in Zörbig, Zwönitz, Zwickau


In eine ähnliche Richtung geht das Lied, an dem ich gerade (?) arbeite:


Wir war'n in Wacken zum Entschlacken und in Klettenberg zum Kneippen,
doch getrennt: Ich war in Wacken, du im Harz.
Als wir gemeinsam in Paris war'n, wollte ich mich gleich entleiben
und ich sah für unsere weit're Zukunft schwarz.


Nachtrag:
Falls ich nicht dazu komm, das Lied in nächster Zeit fertigzuschreiben, hier schon mal die ersten zwei Strophen und der Refrain:


Zwölftonmusik
 

Wir war'n in Wacken zum Entschlacken und in Klettenberg zum Kneippen,
doch getrennt: Ich war in Wacken, du im Harz.
Als wir gemeinsam in Paris war'n, wollte ich mich glatt entleiben
und ich sah für unsere weit're Zukunft schwarz.


Ich war beim Rafting, du beim Häkeln, und ich will da auch nicht mäkeln,
denn der umgekehrte Fall wär eine Qual.
Und wenn wir uns am selben Sandstrand in der Sonne räkeln,
dann schwör'n wir uns: Das war das letzte Mal!


Wenn ein Herz zu dem anderen findet,
gilt sein Dank für dies Glück dem Geschick.
Doch das, was uns beide verbindet,
ist die Liebe zur Zwölftonmusik.

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 05. September 2015, 01:26:12
Da ich das Lied in einem anderen Thread gepostet habe, hier der Link zu

Schwarz und Weiß (http://www.georgkreisler.net/allgemeines/workshop-fuer-liedtexter/msg17538/#msg17538)


Kurzes Lied (http://www.georgkreisler.net/weitere-kunstler/politische-lieder-anderer-kunstler/msg616/#msg616)
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 22. September 2015, 04:28:14
Was haltet ihr davon (http://www.burkhard-ihme.de/Phantomschmerz%203-Demo_21.9.15.mp3)?
Titel: Wenn ich nach Hause komme
Beitrag von: Burkhard Ihme am 05. Dezember 2015, 00:39:22
Wenn ich nach Hause komm, sieht alles aus wie immer:
Meine Frau schläft vor der Fernsehtruhe ein
Chantal und Ken verlassen nie ihr Kinderzimmer,
und der Hund muß dringend raus und hebt das Bein.

In meinem Haus gibt es nur wenig zu verbessern.
Es ist der Traum, den man aus Dauerwerbung kennt.
In der Küche steht ein Block mit 16 Messern,
in der Garage stehen Schaufeln und Zement.

Wenn ich nach Hause komme, nehm ich einen Spaten
und hebe eine tiefe Grube aus
zwischen Rosen, Petersilie und Tomaten.
Wenn ich nach Hause komm, dann fühl ich mich zuhaus.
Titel: Lob des Erdoğan
Beitrag von: Heiko am 01. Mai 2016, 19:21:59
Lob des Erdoğan

O, du lieber Erdoğan,
Bist so weise, stark und süß
Meine Frau sich auf die Lippen biss,
Wir dich das erste Mal ersah'n.

So gerecht - mmh sexy - mutig,
Standhaft, energisch, ja unverrückbar!
Erwähnte ich, dass sie entzückt war
Und zuletzt die Lippen blutig?

Soll nun stets dein' Namen singen,
Muss immer deine Maske tragen.
Wollt daher bescheiden fragen:
Hättet ihr nicht Lust zu swingen?

Ach Tayyip, sanfter Kurdenküsser,
Könntest meine Ehe retten,
Tauschten wir bloß Ehebetten,
Unsere Frauen wüssten's bald besser.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 03. Mai 2016, 17:11:55
Moin Heiko,

wer weiß, ob die Dame E. dann überhaupt den Rückschwung möchte...? Und ob der gepriesene nicht dieses Risiko ahnt...? Gefährlich!

-

Wie hast Du Dir das denn musikalisch gedacht?

Gruß Clas
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 04. Mai 2016, 11:47:53
Hi Clas,
wieso denn gefährlich? Die Person fragt doch höflich, macht sich gar nicht viel Hoffnung und verbleibt konjunktivisch.

Musikalisch bietet sich türkisches Schlagergejammer an.

Gruß Heiko
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 04. Mai 2016, 20:40:07
Moin Heiko,

weil der Erdogan bestimmt, was höflich ist? Und Fragen nach oder Aussagen zu "Frau" sind es nicht, dort in der Türkei.

Mir kündigte mal ein türkischer Kollege seine geschworene Absicht an, meine Tochter, die keinerlei Neigung zu ihm hatte, zu figgen... Als ich ihn fragte, ob man in der Türkei so  zum Vater eines Mädchens spreche, verneinte er entsetzt: Das sei völlig unmöglich! Ich war anzudeuten bemüht, dass es hier des Landes so auch nicht Brauch sei. Er hat sowas nicht wieder mit mir gemacht. Es gibt da also gedoppelte Standartfallen, und die sind gefährlich. Zumal der E. ein Haber und Akkumulator von Macht und Recht und Gewalt ist.

Und Konjunktiv ist möglicherweise auch kein zentraler Bestandteil türkisch-islamistischer Kultur...

Gruß Clas

Gruß Clas
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 05. Mai 2016, 21:00:54
Moin Clas,

man kann meinem Text zweifellos (absichtlichen) Sexismus unterstellen, meinetwegen auch Geschmacklosigkeit. Burkhard könnte sicher alle metrischen Unreinheiten aufzählen. Aber Gefährlichkeit? Da müsstest du bitte noch mal ausführen, was genau passieren könnte. Ich lese nur eine harmlose Geschichte der Verständigung zwischen dir und einem türkischen Kollegen.

Als gefährlich empfinde ich stattdessen Angstakkumulation, das Kuschen vor einem "Haber und Akkumulator von Macht und Recht und Gewalt", weil der dadurch nur lernt, am Ende damit durchzukommen. Sollte er bei mir klingeln, bekommt er jedenfalls keinen Kaffee.

Und dass du andeutest, er verstünde kulturell bedingt eventuell keine Konjunktive, ist objektiv gesehen wahrscheinlich sogar die größere Beleidigung.

grüßt Heiko
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 06. Mai 2016, 17:05:35
Moin Heiko,

also, zunächst mal in der Logik des Textes könnte die Forsetzung darin bestehen, dass die Dame E. den Rückschwung zum Herren E. nicht wünscht. Das kann als Gefahr erlebt werden. Unmittelbar. 

Der Kollege, den ich da Zusammenfassend beschrieb, sprach davon, dass man in der Türkei als Reaktion tot wäre, und er wurde deutlich blass bei der Vorstellung... Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber gefährlich wär es schon.

Ob er sie nicht versteht, oder ob er im Zusammenhang mit einer möglichen Beleidigung keine Konjunktive verstehen oder gelten lassen will, ist ja nachher auch egal. Zumindest wurden mir mal Prügel angeboten, denen ich zwar entziehen konnte, aber auf einen Konjunktiv hin.

Nachts im Dunkeln kam da in Rendsburg ein Auto ohne Licht mit pfeifenden Reifen um die Ecke und erfasste beinah eine Frau, die die Straße querte. Heraus sprang ein aufgebrachter junger Mann und beschimpfte sie in türkisch eingefärbtem Deutsch, "... Schlampe auf Straße diese Zeit...Muss Hause... !" sich der Lautstärke nach steigernd dann auf Türkisch auf das Unflätigste und strebte ihr in augenscheinlich gewalttätiger Absicht nach. Ich merkte, ruhigen Tones an, mit Licht am Auto und bei angemessener Geschwindigkeit hätte diese ganze Aufregung vielleicht vermeiden werden können... Daraufhin trat die Krise ein, er wandte sich gegen mich, sein Beifahrer versuchte, ihn zurückzuhalten, und ich zog mich zurück.

Auf diesem Erlebnis, unter anderem, basiert meine Skepsis, die Konjunktivrezeption betreffend..

Und ja, natürlich muss man ihn beleidigen und schmähen. Auch wenn es gefährlich ist.

Denn sich da zu unterwerfen, ist um vieles gefährlicher.

Gruß Clas

Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 07. Mai 2016, 08:31:13
Burkhard könnte sicher alle metrischen Unreinheiten aufzählen.
Nicht nur metrische. Wenn Erdogan für die Feinheiten der deutschen Sprache nicht eh unempfänglich wäre, könnte man das als die eigentliche Gemeinheit auffassen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Heiko am 07. Mai 2016, 12:28:57
Nicht schlecht, Burkhard, dein Versuch auch mal witzig zu sein. Weiter so!
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 12. August 2016, 18:26:40
Da dies der bestbesuchte Thread des Forums ist (obwohl gerade wenig passiert) hier mal ein Lied aus meiner ganz frühen Phase (das erste Lied meiner Liedermacherzeit, davor hab ich einige Liedtexte für zwei Theaterstücke geschrieben).

Abendlied

Es wird bald Abend,
nur ein paar Knaben
wühlen noch im Dreck.
Und die Sonne versinkt,
und die Müllhalde stinkt,
und ein Leichenzug zieht vorbei.
Und der Rauch steigt empor,
und der Rhein stinkt nach Chlor
und auch sonst noch nach allerlei.

Stimmungsvoll tönen
die Schiffssirenen
vom Hafen herauf.
Wie ein silbernes Band
zieht sich durch Stadt und Land
die Kloake der Industrie.
Und die Fische da drinnen
sind Rohölsardinen
und riechen nach Kot und Chemie.

Man sieht verrauchte,
in Glanz getauchte
Fabrikschlote stehn.
Diese schwarzen Gemäuer
spei'n Rauch, Dampf und Feuer,
die Asche fällt wer-weiß-wohin.
Und die Glut läßt die toten
Kamine im blutroten
Herbstabendhimmel erblühn.

Nach großer Schwüle
bricht jetzt die Kühle
des Abends herein.
Und der Hochofen glüht,
und ein Leichenhauch zieht
durch die Krankenhäuser der Stadt.
Unter verkohlten Eichen
stehn Kreuze zum Zeichen:
Hier starb ein wackrer Soldat.

In grünen Auen
kann man erschauen
ein Kunstwerk aus Müll.
Neben Plastik- und Bierflaschen
liegen Papiertaschen-
tücher genial deplaziert.
Aller Schutt liegt im Walde
denn die Abfallhalde
ist für Blausäuresalz reserviert.

Reklamelichter,
tausend Gesichter
schau'n teilnahmslos drein.
Und der Arme krepiert
und der Reiche verliert
in den Spielkasinos sein Geld.
Und der Tod kommt geritten
und setzt sich inmitten
des Drecks der verlogenen Welt.

Es riecht nach Ginster,
und es wird finster,
die Lichter gehn an.
Es wird still in den Gassen,
und auf den Terassen
der Cafés zahlt man um zu gehn.
Nur noch in Bahnhofshallen
sieht man hinter allen
Sperren die Ausländer stehn.

In weiter Ferne
sieht man schon Sterne,
der D-Zug fährt ab.
Und der Lokführer hinkt,
und die Sonne ertrinkt
in der Wolke von Qualm, Gas und Rauch.
Sie krepiert auf der Halde.
Ja, warte nur balde
ruhest du auch!


Zur Entschuldigung: Ich war siebzehn! Und der Doppelreim "Bierflaschen – Papiertaschen-" ist doch ganz putzig.
Drei Jahre später hab ich das Lied überarbeitet.


Abendlied

Die letzten Strahlen

der Sonne malen
auf jenes Plakat
an der Bretterwand Ringe
und andere Dinge
und lesen sich an ihm nicht satt.
Doch die Schatten, sie lecken
an ihnen und decken
sich über die Straßen der Stadt.

Zugvögel rasten
auf Leitungsmasten,
der Abendschwingt aus.
Von den Eisenbahngleisen
aus glänzendem Eisen
tropf glühend und zäh der Purpur,
rostet durch Schienenschwellen
und zieht sich in grellen
Rottönen durch die Natur.

Stimmungsvoll tönen
die Schiffssirenen
vom Hafen herauf,
wo im Schatten des Doms
sich die Fläche des Stroms,
von Seifenschaumkronen bedeckt,
die auf braunschwarzen Wogen
wie ein Regenbogen
schillern, majestätisch erstreckt.

Man sieht verrauchte,
in Glanz getauchte
Fabrikschlote stehn.
Diese schwarzen Gemäuer
spei'n Rauch, Dampf und Feuer
und lassen den Horizont glühn,
und die Glut läßt die toten
Kamine im blutroten
Herbstabendhimmel erblühn.

Sonnenstrahlgarben
und alle Farben
schluckt gierig die Nacht.
Doch aus tausend Kaminen
steigt Rauch, aus Latrinen
Chemiedämpfe giftig verwehn.
Als noch Farben sie schmuckten,
zum Kitsch sie entrückten,
da fanden wir sie sogar schön.


Ein paar falsche Betonungen und Satzumstellungen und ein für die Liedform unverständlicher Bandwurmsatz, ansonsten doch ganz passabel. Fast alle Lieder, die ich vor meinem 21. Lebensjahr geschrieben habe, haben es nicht in mein Repertoire geschafft, was dadurch einige Jahre doch ein wenig klein war (ich hab nur eigene Lieder vorgetragen).
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 08. Februar 2017, 22:47:41
Ist weit davon entfernt, fertig zu sein, aber da hier so selten was passiert, kann es ja ruhig in kleinen Portionen gepostet werden.

P.S. Da es eh nur zwei Portionen wären, hab ich sie gleich zusammengefaßt.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 10. Februar 2017, 01:31:18
Ich werd gesucht in Baden-Baden,
ich werd gesucht in Rhauderfehn.
ich werd gesucht in Berchtesgaden
und auch in Dipperz in der Röhn.

Ich werd gesucht in Sandesreben,
ich werd gesucht in Gipperath,
ich werd gesucht in Altbrandsleben,
in jeder Stadt hängt mein Plakat.

Ich bin ein sehr begehrter Mann,
doch mich sucht nicht Loreley,
nicht Sibylle und Susann,
nein, mich sucht die Polizei.

Ich hab Besteck geklaut in Meißen
und auch in Neuendorf am Damm,
und ich bin schwarzgefahrn in Theißen.
Halt nein, dort gibt's ja keine Tram.

Ich werd gesucht in Himmelpforten,
ich werd gesucht in Horgenzell.
Ich werd gesucht an allen Orten,
in denen ich die Zeche prell.

Ich bin ein sehr begehrter Mann,
doch mich sucht nicht Loreley,
nicht Sibylle und Susann,
nein, mich sucht die Polizei.

Ich werd gesucht in Leps und Lunden,
ich werd gesucht in Neuruppin
von einer Hundertschaft mit Hunden,
drum fahr ich da auch nicht mehr hin.

Ich werd gesucht in Strüth und Strulln,
ich werd gesucht in Achterwehr
In ganz Deutschland sind die Bulln
nur hinter mir alleine her.

Ich bin ein sehr begehrter Mann,
doch mich sucht nicht Loreley,
nicht Sibylle und Susann,
nein, mich sucht die Polizei.

Ob in Wallsbüll, Wees und Wangels,
Upgant-Schott und Stein am Rhein:
Der Grund des Polizistenmangels
bin ich im Grunde ganz allein.

Wenn rechte Schläger wieder pöbeln
in Dresden, Tröglitz, Effeltrich,
in Plauen, Bautzen oder Döbeln:
Verzeiht mir, schuld daran bin ganz alleine ich.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Clas am 18. Februar 2017, 17:09:33
Rhauderfehn, egal ob West- oder Ost-, aber mit Rh...
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 17. März 2017, 11:10:20
Nachdem Nat King Cole behauptete "Wenn I fall in love, it will be forever", hier die Gegenposition:

Du bist die Frau, die ich mein Leben lang gesucht hab,

die Frau, nach der ich mich schon immer sehn'.
Auch wenn ich mein Alleinsein oft verflucht hab,
Sollten wir zusammenkommen, mußt du eins verstehn:

Wenn ich mich in dich verliebe,
kann das nicht für immer sein;

da wird immer dieser Schimmer sein
einer Hoffnung auf ferneres Glück.
Wenn ich für immer bei dir bliebe,
blieb ich unter Vorbehalt,
weil ich stets für mich ein offnes Tor behalt, und zöge,
träte denn der Fall ein, meinen Treueschwur zurück.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 30. März 2017, 17:46:19
Wir nähern uns der magischen Marke von 111.111 Aufrufen. Noch knapp 200 fehlen.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 15. April 2017, 11:32:08
Zur Feier des Tages (Besuchermarke übersprungen und Ostern):

Frag den Abendmond,
wo die Liebe wohnt,
aber wundre dich dann nicht,
wenn er plötzlich zu dir spricht.
Titel: Re: Eigene Verzapfungen...
Beitrag von: Burkhard Ihme am 22. Juli 2017, 19:43:34
Zwölftonmusik

Wir war‘n in Wacken zum Entschlacken und in Klettenberg zum Kneippen,
doch getrennt: Ich war in Wacken, du im Harz.
Als wir gemeinsam in Paris war‘n, wollte ich mich glatt entleiben
und ich sah für uns’re weit‘re Zukunft schwarz.

Ich war beim Rafting, du beim Häkeln, und ich will da auch nicht mäkeln,
denn der umgekehrte Fall wär eine Qual.
Und wenn wir uns am selben Sandstrand in der Sonne räkeln,
dann schwör‘n wir uns: Das war das letzte Mal!

Das war nicht immer so, denn als wir jung und frisch verliebt war’n, wollten
wir uns niemals trennen, weder Tag noch Nacht.
Doch es kam schon bald die Zeit, als wir nur stritten oder grollten,
bis wir fanden, was uns beide glücklich macht.

Wenn ein Herz zu dem anderen findet,
gilt sein Dank für dies Glück dem Geschick.
Doch das, was uns beide verbindet,
ist die Liebe zur Zwölftonmusik.

Wir war’n gemeinsam in Harare und doch einsam all die Jahre,
denn der Zauber war verflogen mit der Zeit.
Und eines Tags in Celle, waren wir wie viele andre Paare
viel zu schnell zu einem Schlußakkord bereit.

Wir standen schweigend vor dem Schloßtheater (oder in der Nähe)
und schauten in den Sonnenuntergang
und außerdem voll Trauer auf die Trümmer unsrer Ehe,
als Musik von Schönberg durch das Fenster drang.

Wir schätzen Schubert, Schumann, Schickhardt, Schostakowitch, Schop und Schelle,
und schon Schieferdecker hat uns stets betört,
doch etwas Schöneres als damals vor dem Schloßtheater Celle
haben wir in unserm Leben nie gehört.

Wenn ein Herz zu dem anderen findet,
gilt sein Dank für dies Glück dem Geschick.
Doch das, was uns beide verbindet,
ist die Liebe zur herrlichen Zwölftonmusik.

Ich fahr nach Rom, du nach Shanghai, denn du kannst Rom nun mal nicht leiden,
und am Ende treffen wir uns dann in Trier.
Dort hör’n wir Schönberg, Reich und Alban Berg, denn die gefall’n uns beiden,
und Leibowitz, doch der gefällt nur dir.

O wie lieben wir Garowi, Hermann Meier und Ernst Krenek
denn die schätzt man viel zu wenek, selbst in Wien.
Gian Francesco Malipiero, ja auch der verdiente mehr O-
vationen der Musikakademien.

Wir lieben die Musik, solange sie von Dallapiccola
und Webern stammt, Hanns Eisler, Erich Schmid und Erwin Stein.
Doch nichts hörn wir uns lieber an als Staempfli und Rolf Liebermann
und könnten bei Serge Nigg vor Freude schrein.

Wir können gut entspannen beim Klavierkonzert von Hannenheim,
doch Steuermann legt Feuer an den letzten Logenplatz.
Wir jubeln unisono bei Fritz Zweig und Walter Gronostay
und zucken mit bei Stuckenschmidt und Ratz.

Wenn wir uns lieben, hören wir Jacques-Louis Monod und Winfried Zillig,
Maciej Zielinski, Józef Koffler, Cage und Kraus.
Ja, unsre Sammlung wahrer Zwölftonprezisiosen war nicht billig,
und die brauchen wir auch dringend, denn wir sind zwar paarungswillig,
doch nur wenn wir Zwölfton hören, halten wir es wirklich miteinander aus.

Wenn ein Herz zu dem anderen findet
gilt sein Dank für dies Glück dem Geschick.
Doch das was uns beide verbindet
ist die Liebe zur herrlichen, alle bewegenden, weltweit bezaubernden, Sinne erregenden Zwölftonmusik.